^^ War ich diesmal nicht schnell? Ich habe selbst keine Ahnung, wie ich das angestellt habe, aber zum ersten Mal, nach einer längeren Zeit, bin ich so richtig zu frieden mit einem Chap. Ist vielleicht nicht das Beste, aber es gefällt mir und hoffe, dass es euch genauso geht.

Es wäre wohl klug, euch zu warnen. Meine romantische Ader hat bei diesem Chap ein wenig die Überhand bekommen und Harry/Ginny Fans werden sich nicht besonders freuen.

Na ja… Einen riesen Dank an meine tollen Reviewern. Ihr seid einfach nur spitze. Ich möchte euch echt nicht missen.
Pony hat mich zum letzten Teil inspiriert.

Und jetzt viel Spaß beim Lesen,

eure Nessi


Drei wunderbare Worte

***

Müde strich er sich durch die Augen. Er dürfte jetzt nicht einschlafen. Sein Blick fiel auf das schlafende Mädchen in seinen Armen und er seufzte. Sie war wieder bei ihm. Der einzige Trost, den er im Moment hatte und doch schon ein großer. Der Gedanke, immer noch in Ungewissheit leben zu müssen gefiel ihm so gar nicht und er war froh, dass es nur ein Gedanke blieb.

Vorsichtig strich er ihr durch die verklebten Haare. Er wusste mittlerweile, dass es nicht nur Dreck, Schweiß und Wasser war… Nein, es war Blut. Hermine hatte ihm unter Tränen erzählt, was geschehen war, nachdem sie sich auf den Ländereien getrennt hatten.

Ohne es zu merken, krallten sich seine Finger fester in ihr Haar. Diese Bastarde! Sein Kopf malte sich allerlei Methoden aus, wie sie sterben konnten und doch würde er nie in der Lage sein, diese auch auszuführen. Aber für den Moment war allein der Gedanke befriedigend. Er konnte sich mit diesen Fantasien von Hermines Erlebten ablenken. Er vergaß für diese Zeit, wo sie sich befanden.

Er seufzte wieder auf und zog seine Knie an. Nur in der Zeit, in der er mit solchen Gedanken spielte, konnte er sich verlieren. Danach… war er wieder in diesem stickigen Raum. Eingesperrt.

Er hatte alle Wände abgesucht. Jeden Stein versucht zu drehen, zu drücken oder zu ziehen. Nichts. Nichts, was ihnen hätte weiterhelfen können. Es gab keine Möglichkeit zu entkommen. Nicht eine. Voldemort war gut. Wenn er erst mal einen hatte, ließ er ihn nicht mehr gehen. Alles bei ihm war gut durchdacht. Die Wenigsten wussten von seinen Plänen und gehorchten nur.

Er konnte davon ausgehen, dass sein Vater zwar nicht genau wusste, was sein Herr und Gebieter vor hatte, allerdings besaß er genug Einfluss um selbst zu handeln. Sein Vater. Er schnaubte. Sein Vater schien nach außen hin cool und selbstsicher, aber tief in ihm drin, war er doch genauso ein Feigling wie die anderen. Er schüttelte den Kopf bei dem Gedanken, dass er selbst auch einmal so war und verabscheute sich dafür, dass er einst seinen Vater als Vorbild gesehen hatte.

Er wusste nicht, wo er jetzt wäre, wenn die Ferien normal abgelaufen und Hermine nicht bei ihm gewesen wäre. Vielleicht wäre er immer noch dieser Feigling, der sich einem Monster unterwarf und tat, was es von ihm wollte, aus angst, selbst zu sterben. Am besten dachte er gar nicht so weit. Er war jetzt hier und er war froh über diese Veränderung.

Er bereute nichts. Außer seiner Mutter nicht geholfen zu haben, als er die Möglichkeit hatte, aber sonst nichts.

Er zog die Brünette fester in seine Arme. Er würde sie nicht mehr los lassen. Er würde sie so lange halten, wie sie es wollte und so lange er konnte. Vorsichtig hauchte er ihr einen Kuss auf die Stirn und schloss die Augen.

Was würde jetzt geschehen? Würden Potter und die anderen noch rechtzeitig kommen? Würde man versuchen ihn oder gar Hermine umzubringen? Er wollte nicht daran denken. Er wollte an nichts mehr denken.

Wo war die Zeit geblieben? Wie lange war es her, dass er ihr Lachen gehört hatte? Wie lange war es her, als sie noch mehr oder weniger unbekümmert gewesen waren? Und wie lange war es nun schon her, als Hermine nur mit einem Handtuch bekleidet vor ihm stand? Es schien alles so weit weg. So unendlich weit weg und ein kleiner Teil von ihm, glaubte nicht mehr daran, dass sie noch einmal in diese Zeit zurückkonnten. Obwohl er alles dafür geben würde. Fast.

Eine heiße Träne rann seine Wange hinunter. Er hatte sie bis jetzt nicht bemerkt. Schnell wischte er sie weg. Sollte einer der Todesser ihn so sehen… Er lächelte sarkastisch. Das wäre bestimmt lustig.

„Draco… Nicht."

Er sah fragend auf sie hinunter. Hatte sie es mitbekommen?

Sanft strich sie über seine Wange. „Nicht.", wiederholte sie und er lächelte.

Man konnte ihr einfach nichts verheimlichen. Aber woher wusste sie immer so genau, wie er empfand? Und Ginny… War das eine Eigenschaft, die die Gryffindors besaßen, oder waren die beiden ganz speziell? Er richtete den Blick wieder geradeaus.

Ja, die beiden waren speziell. Zwei. Die eine gehörte dem Wunderknaben, dem Held, der die ganze Welt retten würde. Die andere gehörte dem bösen Jungen, der, der das alles angerichtet hatte und auf der dunklen Seite aufgewachsen war.

Wie klischeehaft.

„Worüber denkst du nach?", wollte sie leise wissen und setzte sich auf. Eine Hand legte sie auf seine Brust.

„Über alles.", gestand er und suchte ihre Augen. Wie blöd nur, dass es hier drin so dunkel war. Zu gern hätte er tief in die kastanienbraunen Augen gesehen, die zu letzt noch so geglänzt hatten.

„Was ist alles?"

Er lachte. Sie war aber auch wirklich zu neugierig. Es überraschte ihn allerdings, dass sie so nicht gewesen war, als sie seine Veränderung bemerkt hatte. Vielleicht war sie ja neugierig gewesen, aber sie hatte nicht fiel gefragt. Nie direkt über diese Sache. „Darüber, wie ich die Bastarde umbringen könnte, über Voldemort, meinen Vater, dich, deinen Talenten und über sehr klischeehaften Geschichten."

„Äh…", machte sie und blinkte einige male. „Mich und meine Talente?"

„Ja… auch."

„Was genau?"

„Darüber, was sie dir angetan haben, was wäre, wenn du nicht für mich da gewesen wärst und… wie du es schaffst immer zu wissen, wie ich mich fühle.", gestand er leise und schloss die Augen.

Sie lächelte sanft. Er wusste es, musste es nicht sehen. „Ich kann dir nicht sagen, was dann wäre, aber… Menschen, die mir nahe stehen, die mir etwas bedeuten… Ich spüre einfach wie es ihnen geht. Ich sehe es.", erklärte sie und legte ihre Hand auf die Stelle auf seiner Brust, unter der sein Herz schlug.

Ihm wurde wieder warm und er öffnete seine Augen. „Ich bedeute dir etwas?", flüsterte er. Es war kaum mehr als ein Hauch. Seine Stimme zitterte. Er hatte nie irgendeinem je etwas bedeutet – außer seiner Mutter.

Wieder lächelte sie. Dann setzte sie sich ganz auf und breitbeinig über seine Beine. Zu seinem Leidwesen saß er. Sie küsste ihn kurz sanft. „Ja.", sagte sie dann und senkte den Kopf. „Aber… mir ist in dieser Zeit, als ich hier gefangen war, etwas klar geworden. Eigentlich wusste ich es schon die ganze Zeit, aber… Jetzt weiß ich es ganz genau.", sagte sie leise und sah ihn dann wieder an. Kurz lächelte sie schüchtern. Warum schüchtern? Dann legte sie sich nach vorn und flüsterte ihm etwas ins Ohr.

Etwas, was sein Herz zum rasen brachte. Seine Augen wurden groß und für einen Moment vergaß er zu atmen. Er hielt sich an ihr fest. Wie ein Ertrinkender sich an einen Felsen festhielt. Bevor er wusste was geschah, küsste er sie. Leidenschaftlich. Seine Hände lagen immer noch fest um ihre Arme. Er glaubte keine Luft mehr zu bekommen.

Sechzehn Jahre hatte er darauf warten müssen. Sechzehn Jahre hatte er auf den ehrlichen Satz „Ich liebe dich." warten müssen und die Person, von der er es am wenigsten erwartete, hatte es gesagt.

Er selbst konnte nichts sagen. Er konnte das Gesagte auch nicht wiederholen. Er hatte diese Worte nie benutzt. Nicht in diesem Zusammenhang. Er hatte es nie gelernt. Er küsste sie nur und hoffte, dass es reichen würde. Das Hermine auch jetzt seine Gefühle erkennen konnte.

Plötzlich drückte sie sich von ihm weg.

Eine Welle des Verlusts überkam ihn. Sie konnte ihn doch jetzt nicht loslassen.

Sie sah ihn sanft an. „Ich… wollte nur, dass du das weißt.", flüsterte sie.

„Hermine-"

„Nein, du musst nichts sagen. Ich wollte nur, dass du es erfährst.", wiederholte sie.

Ein Kloß machte sich in seinem Hals breit und bevor sie noch irgendwelche Sachen sagen konnte, hatte er ihre Lippen wieder beansprucht. Er würde sie nie, nie, nie wieder los lassen!

***

Sie gingen weiter an der Barriere vorbei und versuchten irgendetwas Nützliches zu finden. Ginny hatte mittlerweile das Zeitgefühl verloren. Sie wusste nicht, wie lange Draco nun schon weg war. Sie wusste nicht, wie lange sie nun schon hier herumirrten ohne etwas zu finden. Sie dachte auch nicht weiter darüber nach. Sie hob den Blick zum Himmel. Es war bereits dunkel.

Ob Draco bei ihr war? Sie hoffte es von ganzem Herzen. Denn dann war Hermine nicht nur nicht mehr alleine, sondern hatte auch noch ihn. Oder waren sie vielleicht schon…?

Sie schluchzte auf und schlug sich die Hand gegen den Mund. Warum musste sie nur so heulen? Warum konnte sie nicht so stark sein, wie die anderen?

Ob Hermine auch geweint hatte? Weinte sie jetzt? Hielt Draco sie fest? Sie würde es nur zu gerne wissen. Nicht, aus der Neugierde willen, sondern um zu wissen, ob es ihrer Freundin und dem Blonden gut ging. Sie wischte sich schnell die Tränen aus dem Gesicht, die ihr beim Gedanken der beiden die Wange hinunter geflossen waren.

„Hey…", flüsterte eine sanfte Stimme neben ihr.

Verwirrt blickte sie durch ihre Haare. Da stand er. Blaise Zabini und sah sie sanft und lächelnd an. Hatte er das mitbekommen? Sie hob den Kopf ganz, ihr Haar fiel zurück.

„Ich bin mir sicher, dass du noch keine Tränen vergießen musst.", sagte er leise und legte einen Arm um ihre Schultern. Es war weder Besitz ergreifend noch Anzüglich. Es war Freundschaftlich. „Draco ist stark. Er war vielleicht in den letzten Monaten gebrochen, aber Hermine hat ihn wieder aufgebaut und wenn es um das Mädchen geht…" Er verstummte kurz und sah in den Himmel, wo nun zwei Vögel ihre Bahnen zogen. „Wenn es um das Mädchen geht, hat er Kraft, die er sonst nicht abzurufen weiß. Er würde alles für sie tun."

„W-Woher willst du das wissen?", fragte sie zitternd.

Er lächelte und zog seinen Umhang aus. Mit einem fragenden Blick beobachtete sie, wie er ihr diesen um die Schultern hang und zu recht zog. „Woher kennst du die Gefühle deiner Freundin?"

„Äh…" Sie war komplett verwirrt und erstaunt zu gleich. War das wirklich ein Slytherin? Und was war das, was sich gerade in ihrem Bauch abspielte? „Ich… kenne sie.", sagte sie dann und sah ihn weiterhin an.

Er lachte und nickte. „Aus demselben Grund, weiß ich es."

Ginny öffnete den Mund und ging hinter ihm her. Sie waren nun einige Meter hinter den anderen. Harry war ganz vorne. Warum fühlte sie sich plötzlich so schuldig? Diesen Gedanken verwarf sie aber wieder. Dieses Gespräch konnte noch interessant werden.

Sie sah ihn von der Seite her an und wagte es nicht, nachzufragen. Sie hoffte einfach, dass er es ihr erzählte. Sie wollte endlich mehr über den blonden Slytherin wissen. Den Jungen, der es geschafft hatte, in das Herz ihrer Freundin zu gelangen.

Er sah aus dem Augenwinkel zu ihr und seufzte. Dann schaute er wieder zum Himmel. Die Wolken zogen auf. Unwillkürlich rückte sie ein Stück näher zu ihm. Sie mochte kein Ungewitter.

„Angst?", fragte er. Allerdings klang es nicht herablassend, wie vor einigen Monaten. Er klang neutral, fast freundlich.

Sie konnte nicht verhindern, dass sie leicht rot um die Nasenspitze wurde und zog den Umhang enger um ihre kleine Gestalt.

Er lachte. Nicht böse. Wissend. Verstehend. „Das Wetter ist auch wirklich nicht schön."

Sie sah erschrocken auf. Verstand er sie?

„Glaubst du wirklich immer noch, an die Vorurteile, die ihr Gryffindors uns gegenüber habt?", fragte er und schaute sie neugierig an. „Ich gebe zu, dass ich Hermine am Anfang nicht toll behandelt habe, aber dennoch…" Er brach ab und senkte den Blick.

„Nein, ich… ich glaube nicht mehr daran. Eigentlich nie."

Diesmal sah er sie erstaunt an und sie lachte.

„Als Hermine erzählte, dass sie Draco mögen würde, war ich Feuer und Flamme. Ich weiß nicht warum, es war einfach so."

„Warum erzählst du mir das?", fragte er.

Sie hob die Schultern. „Ich weiß es nicht.", gestand sie. „Vielleicht, weil du nicht mehr mein Feind bist?"

„Nein?"

Sie schüttelte den Kopf. Ihr langes Haar flog dabei in ihr Gesicht. „Es war nur, dass ihr uns immer so behandelt habt, als wären wir Dreck.", erklärte sie und schaute zur Seite. Zur Barriere. Sprach Hermine auch gerade mit einem ganz bestimmten Slytherin? Dann sah sie wieder zu Boden. „Vor allem du und Draco. Aber als Hermine mir dann erzählte, dass er sich verändert haben sollte, habe ich es ihr sofort geglaubt. Weißt du, nicht alle Menschen müssen schlecht sein, nur weil sie einer ganz bestimmten Familie angehören. Peter Pettigrew gehörte zu uns. Zu Gryffindor und dennoch… ist er heute die rechte Hand von Voldemort."

Blaise blieb stehen und sah sie an. Sie wusste nicht, was er gerade dachte. Er besaß diese Maske, die auch Draco aufsetzen konnte. War das ein Ding von Slytherins?

„So denkst du?", fragte er dann und sie nickte bestätigend. „Mir ist Herkunft, Blut, Hautfarbe egal. Der Mensch, der sich unter dieser Oberfläche befindet ist wichtig." Dann lachte sie auf und rannte ein Stück nach vorne. Die Gruppe war aber immer noch ein ganz gutes Stück von ihnen entfernt und dennoch vermochte sie keine angst zu spüren. Sie wusste, dass sie bei Blaise genauso sicher war, wie bei Harry.

„Warum lachst du?", wollte er wissen, als er neben ihr ankam.

„Na ja… die Hülle sollte im Großen und Ganzen auch stimmen, nicht?"

Nun lachte auch er. Er verstand sie. Sie sprach mit ihm, wie mit Harry. Dann sank ihre Stimmung. Wenn der Schwarzhaarige nicht immer so stur wäre, dann wäre einiges besser. Er machte immer alles kaputt. Er schien ihr nicht zu vertrauen. Sie konnte mit niemandem zusammen sein, der so dachte.

„Was ist?"

Sie schaute ertappt auf und schüttelte lächelnd den Kopf. Dankbar, dass er sie aus diesen Gedanken gerissen hatte. „Glaubst du, wir finden einen anderen Weg?"

Für einen Moment wirkte sein Gesicht traurig. Nur für einen Moment, dann hellte es sich wieder auf. „Sicher. Draco wird es schaffen, sie so lange hinzuhalten und alles wird gut."

„Was ist aber, wenn er es nicht schafft?", fragte sie besorgt.

„Ich habe dir gerade eben schon einmal gesagt, dass er für Hermine alles tun würde. Er wird jetzt nicht so schnell aufgeben."

Sie nickte. Dann schwiegen sie. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach. Sie fragte sich immer und immer wieder, wieso sie plötzlich so viel Spaß hatte. Allein das reden mit ihm munterte sie auf. Das war absurd. Sie… Sie liebte doch Harry. Vorsichtig hob sie ihren Blick und schaute nach vorne. Er war nicht gut zu erkennen und dennoch…

„Draco hatte es schwer.", begann plötzlich Blaise.

Sie sah erschrocken auf.

„Er hatte einen Vater, der immer nur Macht wollte und sich nicht für seine Familie interessierte. Wenn Draco etwas falsch gemacht hatte, wurde er gefoltert oder geschlagen. Meistens aber mit dem Cruciatus."

Ginny erstarrte. Wie konnte das ein Vater seinem Kind nur antun?

„Ihm wurde von Anfang an eingetröpfelt, dass Muggelgeborene schlecht sind. Als kleines Kind verstehst du die Beweggründe nicht, aber du lernst es." Er sah sie vielsagend an. „Also dachte auch Draco nachher so.
Sein Vater wollte nicht, dass er irgendwie Gefühle zeigte. Denn er bestand darauf, dass auch sein Sohn Todesser werden sollte. Todesser dürfen keine Gefühle zeigen. So sind sie angreifbar und verletzlich. Schwach. Also hütete sich Draco davor."

„Wenn er das doch tat, wurde er dann auch…?", fragte sie leise.

Blaise nickte. „Lucius schrak vor nichts zurück."

„U-Und seine Mutter?"

Er lächelte schwach. „Narzissa war seinem Vater unterworfen. Das ist meistens bei Todessern. Die Frauen haben nicht viel zu sagen. Narzissa musste die Augen vor den Untaten, die man ihrem Sohn antat, verschließen. Sie selbst dürfte ihm nicht zeigen, dass sie ihn liebte. Bekam es Lucius mit, wurde auch sie geschlagen."

Ginny riss die Augen auf und schlug sich die Hände vor den Mund.

„Draco hat seinen Vater damals einmal bewundert. Gehofft so stark zu werden. Doch schon in Hogwarts bekam er Zweifel und trotzdem hat er angst gehabt. Also hat er einfach weiter in dem Glauben gelebt, dass es richtig sei, dass Muggelgeborene weniger wert sind als wir. Er beschimpfte euch, damit er keine Schmerzen leiden musste."

„Also… war das nur, um sich selbst zu schützen?", fragte sie noch einmal nach und er nickte.

„Lucius wusste oft von Sachen, die er gar nicht hätte wissen können. Er hatte so zu sagen Spione. Kam Draco nach Hause, wurde erst einmal in den Kerker gesperrt. Und das jahrelang." Er sah sie an.

Sie wusste nicht, wie sie in diesem Moment aussah. Sie spürte nur unglaubliches Mitleid. Sie verstand Draco nun vollkommen.

„Deswegen dürft ihr ihm das nicht mehr übel nehmen."

Sie nickte schwach. „Ich verstehe das, aber ob sie das tun…", sagte sie und schaute nach vorne.

„Ich weiß es nicht, aber wenn schon mal einer anfängt…"

„Ich habe ihm bereits verziehen. Er hat mir bewiesen, was er für ein Mensch ist.", sagte sie stark und schaute ihn an.

„Ja. Hermine hat ihn unglaublich verändert. Bei ihr hat er gelernt, dass Gefühle zeigen, nicht so schlimm ist. Das es nicht weh tun muss."

Sie nickte wissend. „Weißt… Weißt du, was in den Ferien passiert ist?"

Blaise blieb stehen und sie tat es ihm gleich.

„Lucius hat seine Mutter umgebracht.", sagte er nur.

Gewaltiger Schock durchfuhr sie und ein kräftiger Windstoß wehte ihre Haare zur Seite. Sie sah ihn wie erstarrt an.

„Lucius hat seine Mutter umgebracht, weil er ihr ein Geschenk gemacht hatte, was von Muggeln war. Eine Spieluhr. Draco lief zu ihr und erlaubte es sich, Gefühle zu zeigen. Lucius war darüber so wütend, dass er Narzissa, die sich ebenfalls erlaubte ihren Sohn liebe zu geben, umbrachte."

Tränen traten aus ihren Augen. Sie zitterte. Der Wind bäumte den Umhang an ihren Knöcheln auf. Sie tat nichts, um die Tränen aus ihrem Gesicht zu wischen. Sie schämte sich nicht einmal, so eindeutig vor ihm zu weinen. Sie war wie in Trance, aus der sie erwachte, als sie eine sanfte Berührung im Gesicht wahr nahm.

Blaise hatte ihr die Haare aus dem Gesicht gestrichen und ihre Tränen weggewischt. „Wein nicht. Draco ist darüber hinweg. Dank Hermine."

Sie sah zu ihm auf. Immer noch unfähig etwas zu sagen.

„Ginny…"

„Wie kann ein einziger Mensch so grausam sein?", wollte sie nun wissen.

Er hob die Schultern, dann nahm er sie in die Arme.

Sie hielt ihn fest und legte ihr Gesicht an seine Brust. Sie konnte die Tränen nicht zurückhalten. Schmerz, der eigentlich nicht ihrer war, übermannte sie.

Sie verstand nun, warum Draco so anders gewesen war. Sie verstand, warum er sich früher so abfällig verhalten hatte.

Und obwohl sie dachte, sie hätte es schon längst, spürte sie, wie sie ihn nun komplett in ihr Herz schloss.

Sie schniefte und drückte sich enger an Blaise. Sie brauchte ihn jetzt und war froh, dass er da war...


Also, diejenigen, die es noch nicht geschafft haben, meine letzte Frage zu beantworten, können das jetzt noch machen.

^^Ich hätte da noch eine kleine Frage.

Mit wem soll Ginny zusammen sein?

a) Harry

b) Blaise

Lasst es mich wissen. Ciao und biss zum nächsten mal. *Wink*