Kapitel 38
Es waren 3 Tage vergangen und Sharon hatte einen Termin bei Doktor Houseman, dem Arzt der bei ihr den Kaiserschnitt durchführen sollte. Gemeinsam mir Andy war sie zu den Termin gefahren und hörte sich genau an wie die Operation durchgeführt werden würde. Vieles klang vertraut für Sharon, denn seit sie wusste das ihre Kleine nicht auf natürlichen Weg zur Welt kommen konnte, hatte sie sich im Internet viel mit diesem Thema gefasst und sie musste zugeben sie fand es lange nicht mehr so beängstigend wie an Anfang. Ganz im Gegensatz zu Andy der den Worten des Arztes mit einem mulmiges Gefühlt folgte. Er konnte und wollte sich nicht vorstellen, das man der Frau die er liebte bei vollen Bewusstsein den Bauch aufschneiden würde. Schon der Gedanke daran ließ ihn weiß wie die Wand werden.
„Mr Flynn? Haben Sie zugehört?" fragte Houseman und sah fragend zu Andy.
„Was wie bitte?" Andy wurde aus seinen Gedanken gerissen und setzte sich aufrecht hin „Tut mir Leid Doktor, was war die Frage?"
Irritiert sah Sharon zu ihren Verlobten und legte sanft ihre Hand auf seinen Arm „Ist alles in Ordnung Andy? Du siehst nicht gut aus."
„Mir geht es gut Liebling, ich bin wohl etwas ….naja überfordert mit der ganzen Bauch aufschneiden Sache." gab er nervös zu.
„Dann werden Sie wohl doch besser draußen bleiben bei dem Eingriff. Ich wollte wissen ob Sie dabei sein wollen aber wenn Ihnen jetzt schon nicht gut ist, dann warten Sie lieber draußen und…"
„Nein, auf keinen Fall. Ich werde natürlich mit dabei sein." antwortete Andy sofort und bestimmt.
„Sind Sie sicher? Ich habe schon viele Ohnmächtige Ehemänner und Partner gesehen und glauben Sie mir, sowas hilft keinen." wissend sah der Mann in Andys alter zu den werdenden Vater.
„Ich bin mir sicher! Ich muss mich nur erst einmal damit auseinander setzten."
„Gut, dann machen Sie das aber schnell. Der Kaiserschnitt wird am kommenden Dienstag gemacht. Bitte kommen Sie schon Montag Abend zur Aufnahme her, dann können wir Sie noch einmal durchchecken. Haben Sie noch fragen?"
Sharon sah den Arzt verblüfft an „Schon Dienstag? Das ist ja in 3 Tagen?"
„Ich weiß aber die Zeit ist gut, glauben Sie mir. Ich habe nach über 30 Jahren den Dreh raus." aufmunternd lächelte er Sharon an.
„Sie sind der Arzt, dann bin ich also am Montag Abend lange werde ich dann im Krankenhaus bleiben müssen?"
Sharon freute sich so sehr auf den Tag wenn sie ihre Tochter endlich in den Armen halten konnte aber gleichzeitig wollte sie dann auch so schnell wie möglich nach Hause. Sie hasste Krankenhäuser.
„Nun, 5 bis 7 Tage denke ich. Das ist unterschiedlich."
„So lange? Aber bei meinen anderen Kindern dürfte ich viel früher nach Hause."
„Mrs Raydor, bitte vergessen Sie eines nicht. Ein Kaiserschnitt ist eine Operation und kein Spaziergang. Sie werden einen etwa 10 Zentimeter langen Schnitt am Unterbauch haben. Das muss erst verheilen bevor wir Sie entlassen können. Also, wenn Sie sonst keine Fragen mehr haben, dann würde ich sagen wir sehen und am Dienstag wieder. Machen Sie es gut bis dahin."
Gemeinsam und schweigend verließen Andy und Sharon das Krankenhaus und auch die Fahrt nach Hause war erschreckend ruhig. Es dauerte eine Weile bis Sharon schließlich das Schweigen brach.
„Andy? Du weisst das ich nicht wütend bin, wenn du lieber nicht mit rein gehen willst oder?" Gedankenverloren spielte sie mit den Saumen ihres Shirts und biss sich nervös auf die Unterlippe.
„Natürlich komme ich mit rein. Was soll das Sharon? Denkst du ich lasse dich allein?" Andy war verwirrt und wenn er ehrlich war auch etwas enttäuscht.
„Ich dachte ja nur…es wird sicher kein schöner Anblick. Ich will nur das du weisst das ich dich nicht zwingen werde."
Andy schüttelte den Kopf und fuhr rechts ran. Er schaltete den Motor ab und wandte seinen Blick zu Sharon „Ok Liebling, was ist plötzlich los? Hast du wegen irgendetwas bedenken?" er sah sie eindringlich an und wartete geduldig.
„Es ist nur…ach nein, fahre weiter." sie winkte ab und setzte ein gespieltes Lächeln auf.
„Oh nein mein Schatz, jetzt habe ich dich am Hacken. Was ist los? Willst du mich nicht dabei haben?"
Andy sah sie voller Sorge an, etwas stimmte nicht mit ihr und er wusste nicht genau was es war? Ging es ihr wie ihm? Musste sie es auch erst verarbeiten? Nein, Sharon hatte sich schon tagelang damit beschäftigt, dass war es nicht. Sie sah so nervös aus, fast peinlich berührt. Andy nahm ihre Hände in seine und bat sie ihn anzusehen.
„Ach Andy, es ist mir etwas unangenehm. Du sagst du warst nicht bei der Geburt deiner anderen Kinder dabei, stimmts?" Sharon sah wie er nickte und sie atmete tief durch „Nun, damals als Ricky geboren wurde, da war Jack bei gewesen. Zuerst freute ich mich so sehr das er dieses mal bei mir war aber das änderte sich schnell. Die ganze Zeit über hielt er meine Hand und es fühlte sich gut an, er war mir so nah wie lange davor nicht. Doch als die eigentliche Geburt losging, fing er an das Gesicht zu verziehen. Als Ricky dann kam, rannte er plötzlich aus dem Kreißsaal mit den Worten….Oh Scheiße das ist ja widerlich. Er kam erst viel später wieder und roch nach Whiskey. Das erste was er den Arzt fragte war, ob das alles wieder „normal" werden würde. Ich habe mich so schrecklich gefühlt. Da lag ich mit meinem süßem Baby und alles was Jack interessierte war, ob er jemals beim Sex mit mir wieder Spaß haben könnte. Es war so…so peinlich."
Während Sharon erzählte, wagte sie nicht Andy anzusehen aber sie spürte seinen Blick. Er nahm ihre Hände fester in seine und küsste sie voller liebe.
„Mein Schatz, du weißt doch das ich nicht wie Jack bin."
„Sicher, aber…aber du hast Dr Houseman gehört. Ich werde eine 10 Zentimeter lange Narbe behalten." endlich sah sie Andy an und studierte sein Gesicht, doch er lächelte und damit hatte Sharon definitiv nicht gerechnet.
„Ja, eine kleine süße Narbe, die ein Teil von dir ist und ein Teil unserer Tochter." er beugte sich vor und hob Sharons Kinn an, damit er sie besser küssen konnte. „Du musst endlich abschließen mit deinen alten Geistern der Vergangenheit. In wenigen Tagen sind wir Eltern, gemeinsame Eltern einer wunderschönen Tochter. Vergiss alles schlechte was du durch Jack erlebt hast, das jetzt ist unser Leben."
Mit Tränen in den Augen sah sie zu Andy und nickte, als das Lächeln in ihr Gesicht zurück kehrte „Ich liebe dich so sehr Andy."
„Und ich liebe dich." er gab Sharon eine aufmunternden Kuss und setzte das Auto wieder in Bewegung „Lass uns nach Hause fahren. Ich wette Rusty und dein Dad warten schon sehnsüchtig auf Neuigkeiten."
Sorry für das lange Warten :-(. Ich werde bevor ich meine neue Story einstelle, erst einmal diese beenden. Leider habe ich festgestellt, dass ich momentan mit mehreren Geschichten überfordert bin :-(. Hoffe das neue Kapitel gefällt euch :-)
