Die Personen und Orte gehören Stephenie Meyer.
Die Originalstory ist von T. G. Kira.
Überraschungen und Enttäuschungen. Bellas Pov.
So langsam wurde ich wach und merkte sofort, dass etwas anders war als sonst. Ein vertrautes und lang vermisstest, warmes Gefühl überfiel mich.
Edward!
Schnell machte ich die Augen auf und sah Edwards Arme, die mich umschlangen. Ich merkte, wie ein dümmliches Lächeln auf meinen Lippen erschien. Am liebsten hätte ich mich noch näher an ihn gedrückt, um jede Sekunde mit ihm auszunutzen. Ich hatte Heute frei und würde den ganzen Tag mit ihm verbringen können. Seit dem er aus der Klinik entlassen worden war, verbrachten wir nicht mehr so viel Zeit miteinander.
Ich musste arbeiten, jetzt mit anderen Aufgaben und in einem neuen Bereich, aber ich konnte mich nicht beklagen. Ich verdiente gut und konnte meinen Eltern etwas helfen. Nur das meine Arbeitszeiten manchmal etwas unregelmäßig waren und ich ihn nicht so oft sehen konnte wie ich es wollte.
Als er aus der Klinik entlassen wurde, hatte ich ihm versprochen, für ihn da zu sein und ihn in allem zu unterstützen und das konnte ich leider nicht immer.
Er sah so friedlich und entspannt aus, nicht zu vergleichen mit der letzten Nacht die wir zusammen verbracht hatten. Es war ein großer Fortschritt ihn so ruhig und ohne Alpträume, schlafen zu sehen. Vieles an ihm hatte sich verändert, sein Gesichtsausdruck, die Art wie er mich festhielt. Es war jetzt nicht mehr die Angst, dass ich gehen könnte, sondern ein Zeichen seiner Liebe zu mir.
Vorsichtig löste ich mich aus Edwards Umarmung, ich würde uns ein Frühstück machen, so wie er es mochte. Ich zweifelte nicht daran, dass Esme ihm das beste Essen zubereitete, aber ich wollte ihm ein besonderes Frühstück machen. In der Küche musste ich dann feststellen, dass ich so gut wie nichts im Haus hatte. In der letzten Zeit hatte ich viele Nachtdienste gehabt und die Tage verschlafen. Ich musste dringend in den Supermarkt.
Ich musste jetzt also raus in die Kälte und einkaufen. Leise schlich ich mich ins Schlafzimmer und zog mit etwas an, dann holte ich meine Jacke, suchte meine Schlüssel und ging leise aus meiner Wohnung. Der Supermarkt war gleich und die Ecke und ich würde in zehn Minuten wieder da sein.
Schnell ging ich die Treppe herunter und erschrak fürchterlich, als ich eine Gestalt auf der letzten Stufe sitzen sah. Als ich näher kam, sah ich wer es war.
„Was zum Teufel machst du so früh hier!" Schrie ich Jasper an.
„Oh, ist schon Morgen?" Fragte Jasper und gähnte laut.
Mich erschreckte seine Frage.
„Seit wann sitzt du hier?"
„Ich glaube, ich habe die Nacht hier verbracht."
„Was? Aus welchem Grund verbringst du die Nacht, bei dieses Saukälte, auf der Stufe einer Treppe?" Schrie ich entsetzt.
„Aus welchem Grund tue ich die meisten Sachen die ich tue?"
Seufzend setzte ich mich neben ihn. Ja, ich hatte eine dumme Frage gestellt.
„Also, was ist passiert?"
„Ich habe geglaubt, dass es mir reichen würde, wenn sie mir verzeiht und mich akzeptiert, aber..."
„Aber..."
„Es reicht mir nicht. Sie sagt, dass wir mit der Zeit Freunde sein können...mehr nicht."
„Warum hast du die Nacht hier verbracht?" Wollte ich wissen.
„Ich weiß es nicht...ich wollte nicht nach Hause und...ich weiß es nicht." Jasper seufzte.
„Gut, aufstehen. Sofort!" Befahl ich und half ihm aufzustehen. „Ich rufe dir jetzt ein Taxi, dann fährst du nach Hause und schläfst ein wenig. Ok?"
Jasper nickte nur. Er wirkte fürchterlich verloren und es wunderte mich nicht, dass er die Nacht hier verbracht hatte.
Es war gar nicht so einfach um diese Uhrzeit ein Taxi zu bekommen. Als ich endlich eins hatte und Jasper drin saß, seufzte ich erleichtert auf. Es würde ihm gut tun, ein wenig zu schlafen.
Ich konnte es nicht mehr mit ansehen, wie die beiden litten. Alice, mit ihrer halsstarrigen Art, würde sie noch beide zerstören. Irgendwie verstand ich sie ja, aber es wurde so langsam Zeit, dass sie ihm verzieh und ihn wieder in ihr Leben ließ.
Das Gespräch mit Jasper, hatte mir ein wenig meine gute Laune verdorben, aber ich hatte noch etwas zu erledigen. So ging ich schnell in den Supermarkt und erledigte meine Einkäufe. Danach ging ich schnell wieder nach Hause und rannte die Treppe herauf.
Als ich wieder in meine Wohnung kam, war noch alles ruhig. Ich steckte meinen Kopf in das Schlafzimmer und sah, das Edward noch friedlich schlief. Er lag jetzt da, wo ich vorher gelegen hatte.
Ich ging in die Küche und fing an, uns ein ausgiebiges Frühstück zuzubereiten. Dabei überlegte ich, was wir Heute unternehmen könnten.
Es sollte ein vergnügter und entspannter Tag werden und uns sollte nichts an die Probleme, oder die Diskussion von Gestern erinnern. Ich hatte Edwards wütenden Gesichtsausdruck, als er mich angeschrien hatte, nicht vergessen. Und sofort schossen mir wieder die Bilder von dem Zwischenfall in der Klinik in den Kopf, als Edward völlig außer sich gewesen war, mich angeschrien und mich gegen die Wand gedrückt hatte. Für einen Moment hatte ich Angst gehabt, dass das wieder passieren würde.
Gott sei Dank war es nicht so.
Die Szene war immer in meinem Hinterkopf, nicht weil ich Angst vor ihm hatte, sondern davor ihn durch so eine Attacke zu verlieren, dass er mich wieder vergessen könnte.
Als das Telefon schellte, zuckte ich vor Schreck zusammen.
„Hallo?"
„Bella!" Hörte ich einen fröhlichen Emmett.
„Guten Morgen kleiner Schatz. Was gibt's?"
„Einen guten Morgen wünsche ich dir auch. Wie es aussieht, hattest du eine angenehme Nacht, eh?" Ich wurde rot bis unter die Haarspitzen. Wie schaffte Emmett es nur, mich so in Verlegenheit zu bringen?"
„Du weißt, dass du ein ganz schöner Bengel bist, stimmts?" Schimpfte ich, wohl wissend, dass er nicht sehen konnte, wie rot ich geworden war.
„Das ist mein Charme. Mama lässt dich und Edward grüßen und will wissen, ob alles Ok ist."
„Selbstverständlich ist alles Ok." Antwortete ich. Das Emmetts Anruf ein Kontrollanruf war, war mir klar.
„Ich habe Mama ja gesagt, dass sie sich keine Gedanken machen muss, aber du weißt ja, dass Alter und so." Von weitem hörte ich Esme.
„Wir reden gleich mal übers Alter und so, du Jüngling!"
„Du hast ein Problem." Trällerte ich.
„Sie wird es gleich wieder vergessen. Gut...also...ich wollte dich was fragen...Na ja...ich wollte wissen, ob Rose Heute zu dir kommt?" Emmett konnte ja richtig verlegen werden.
Zuerst wollte ich lachen, aber das hätte ihn verletzt. Mir war aufgefallen, dass Emmett sich in meine kleine Nachbarin verguckt hatte, auch wenn sie ihn geflissentlich ignoriert hatte. Und ich hatte das Gefühl, dass sie sich gut verstehen würden.
„Nein Emmett, tut mir Leid, aber Heute kommt sie nicht."
„Oh, na gut." Er hörte sich enttäuscht an.
„Ich verrate dir jetzt ein Geheimnis Emmett, im Gegenteil zu der allgemein geltenden Meinung, dass Mädchen Videospiele nicht mögen, liebt Rosalie sie zu spielen.. Ich glaube, dass wäre ein interessantes Gesprächsthema für euch, stimmts?"
„Ehrlich? Ich wusste doch gleich, dass sie nicht nur hübsch ist." Rief er begeistert. „Danke Bella. Jetzt verstehe ich auch, warum Edward so auf dich steht."
Lachend legte ich auf.
Als ich das Frühstück fertig und den Tisch gedekt hatte, ging ich Edward wecken. Der lag noch immer unter der Decke vergraben im Bett.
Ich setzte mich zu ihm und rüttelte ihn leicht an der Schulter.
„Edward! Schlafmütze, Zeit aufzustehen." Edward murmelte etwas und versuchte sich weg zudrehen, als er merkte das ich nicht aufgab, zog er mich ins Bett und hielt mich fest.
„Schlaf weiter Bella, es ist viel zu kalt." Murmelte er im Halbschlaf. Ich musste lachen.
„Nein Edward, es ist Zeit aufzustehen." Sagte ich wieder.
Er brummelte wieder etwas.
„Komm schon Edward, ich habe Frühstück gemacht, dass wird sonst kalt." Versuchte ich es, aber er ließ mich nicht los. Ich versuchte mich aus seiner Umarmung zu befreien und kam dabei an seine Füße. Erschrocken quietschte ich auf, sie waren eiskalt.
Edward machte die Augen auf und sah mich fragend an.
„Deine Füße sind kalt." Erklärte ich. „So, jetzt bist du wach. Steh auf, mach dich fertig und komm frühstücken, Ok?" Ich gab ihm einen schnellen Kuss und sprang dann aus dem Bett.
Im Wohnzimmer sah ich, dass jemand die Post unter meiner Tür hindurch geschoben hatte und nahm eine Handvoll Karten vom Fußboden. Es waren überwiegend Rechnungen und Reklame,aber dann fiel mir ein Brief ins Auge, den ich schnell aufmachte.
Als ich ihn gelesen hatte, sprang ich fast vor Freude in die Luft. Jetzt wusste ich was wir Heute machen würden.
Ich konnte nicht aufhören zu grinsen, während ich den letzten Teller abspülte.
Wir hatten lange und entspannt miteinander gefrühstückt. Ich hatte Edward ein paar lustige Anekdoten von Demetri und aus der Klinik erzählt und er hatte mir von seinen Tagen mit Emmett berichtet. Selbstverständlich hatte ich ihm auch von Emmetts Anruf und seinem Interesse für Rosalie berichtet. Ihm gefiel die Idee genauso gut wie mir.
Als ich den letzten Teller weg stellte, umarmte Edward mich von hinten.
„Na, ist dir immer noch kalt?" Spottet ich ein wenig.
„Etwas, aber du wärmst mich schon." Antwortete er und ich drehte mich zu ihm, um ihm einen Kuss zu geben. Der wurde schnell intensiver und seine Hände wanderten unter meine Bluse. Dann hob er mich hoch und setzte mich auf die Arbeitsplatte.
Wir waren uns körperlich langsam näher gekommen. Es war im Prinzip von mir ausgegangen, aber mich überraschte, dass Edward mit der gleichen Heftigkeit und Leidenschaft reagierte. Wir gaben uns ganz der Nähe des anderen hin, als wir mal wieder vom Telefon unterbrochen wurde.
Ich musste erstmal zu Atem kommen und konnte unmöglich ans Telefon gehen.
„Kannst...kannst du abheben?" Fragte ich schwer atmend.
Edward ließ mich los und ging zum Telefon.
„Hallo?"
„Hallo Esme." Grüßte er fröhlich.
„Ja...wir haben gerade gefrühstückt...Ja, alles in Ordnung."
Edward sagte eine Weile nichts und hörte Esme zu.
„Ja, ich werde den Tag mit Bella verbringen...Ok. Ich hab dich auch lieb."
Er legte auf und kam wieder zu mir. Vorsichtig hob er mich von der Arbeitsplatte und trug mich zum Sofa.
„Du bist so hübsch." Murmelte Edward und spielte mit meinen Haaren. „So hübsch und zerbrechlich."
Ich platzte fast vor Glück.
„Glaubst du, dass ich einer Puppe ähnle?" Wollte ich wissen.
„Du bist eine hübsche und einzigartige Puppe." Antwortete er und gab mir einen Kuss.
„Du nennst mich immer noch so, warum?" Hakte ich nach.
Er drückte mich an sich.
„Dein Haut ist so zart und blass, deine Augen sind so ausdrucksstark und unschuldig. Deine Gesichtszüge sind so fein, wie gezeichnet und deine schönen Haare sind der perfekte Rahmen für dein perfektes Gesicht. Du bist eher ein Engel als eine Puppe." Edward strahlte mich an. „Aber mir gefällt es, dich meine Puppe zu nennen."
Ich umarmte ihn fest und so blieben wir eine Weile sitzen, bis mir einfiel, dass wir noch was vorhatten.
Ich löste mich aus Edward Umarmung und stand auf.
„Was machst du?" Fragte Edward.
„Mich umziehen. Wir gehen ein bisschen raus, Ok?"
„Gut." Antwortete Edward.
Schnell ging ich ins Schlafzimmer und zog mich um.
Als ich wieder herauskam, wartete Edward fertig angezogen auf mich.
Hand in Hand gingen wir aus meiner Wohnung und suchten ein Taxi.
Ich sagte dem Fahrer nur, dass er ins Zentrum fahren sollte, unser Ziel sollte eine Überraschung bleiben. Wir mussten noch ein wenig laufen und Edward wurde langsam ungeduldig.
„Sagst du mir, wo wir hingehen?"
„Es ist eine Überraschung." Ich führte ihn zu der Galerie, die ich mit ihm besuchen wollte. Als wir rein gingen, machte Edward große Augen und sah sich neugierig um.
„Gefällte es dir?" Wollte ich wissen, während Edward sich mit großen Augen alles ansah.
Er nickte nur und betrachtet jedes Kunstwerk bis ins kleinste Detail. Es gab Bilder, Skulpturen und Zeichnungen. Ich ging dicht hinter ihm her, bis wir zu dem Teil der Ausstellung kamen, zu der ich eigentlich wollte.
Edward betrachtete ungläubig die Zeichnungen und sein Mund stand offen.
„Meine Zeichnungen?" Fragte er erstaunt und ich nickte nur.
Es waren verschiedenen seiner Zeichnungen, jetzt in schönen Rahmen in denen sie gut zur Geltung kamen. Natürlich waren auch Zeichnungen von mir dabei, was mir nicht so behagte. Aber sie zeigten, zu was er fähig war und gehörten dazu.
„Wie...?"
„Na ja, ich habe von dieser Ausstellung gehört und das sie junge Künstler suchten. Ich fand es eine gute Idee und habe deine Zeichnungen eingereicht. Sie haben ihnen gefallen, obwohl sie eigentlich einen anderen Stil gesucht haben. Renata, die Besitzerin der Galerie, findet das du Talent hast und hat mir von einer Kunstschule erzählt...vielleicht hätte ich dich vorher fragen sollen?"
Edward sagte noch immer nichts.
„Und? Habe ich es richtig gemacht?" Wollte ich wissen.
Edward umarmte mich nur.
„Danke Bella." Sagte er dann.
Ich erwiderte seine Umarmung. Ich wusste wie viel ihm seine Zeichnungen bedeuteten und das ihn das mit seiner Mutter verband.
Wir verbrachten den ganzen Nachmittag und Abend in der Galerie. Edward war glücklich und seine Zeichnungen wurden von allen Seiten gelobt.
Renata kam zu uns, um sich mit Edward zu unterhalten und ihm von der Kunstschule zu berichten, auf die er, wenn er wollte, nächstes Jahr gehen könnte.
Als wir nach der Ausstellung wieder bei mir zu Haus waren, setzten wir uns zusammen aufs Sofa und Edward nahm meine Hände in seine.
„Das war einer der glücklichsten Tage in meinem Leben Bella." Er strahlte mich an.
„Sie waren von deiner Arbeit begeistert und du kannst auf diese Kunstschule gehen, wenn du möchtest. Alles ist so..." Edward legte mir den Finger auf die Lippen.
„Nein Bella, dass meine ich nicht."
„Nein?" Fragte ich entsetzt. „Ich hätte dich vorher fragen sollen, richtig? Es tut mir Leid, ich wollte nur..." Wieder legte er mir den Finger auf die Lippen.
„Selbstverständlich bin ich begeistert von der Ausstellung und der Kunstschule, aber was mich wirklich glücklich gemacht hat war, dass ich den Tag mit dir verbracht habe. All die neuen Erfahrungen sind nichts wert, wenn ich sie nicht mit dir teilen kann."
„Edward, ich..."
„Lass mich ausreden. Seit heute Morgen, als ich dein Gesicht sah und den ganzen Tag über, als wir uns nur geküsst und die Zeit miteinander verbracht haben, ist mir etwas klar geworden."
„Was?"
„Das ich das gerne jeden Tag machen würde. Dich jeden Tag bei mir haben möchte. Das ich mit dir zusammen wohnen möchte." Er drückte meine Hände. „Was sagst du?"
Ja, was sollte ich sagen?
Selbstverständlich wollte ich mit ihm zusammen leben, aber...
„Bella?"
„Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist Edward." Antwortete ich mit zitternder Stimme. Sofort sah ich die Enttäuschung in seinem Gesicht.
„Das verstehe ich Bella, wirklich." Edward versuchte zu lächeln.
Nein, er verstand es nicht. Er hatte sich gerade erst an eine neue Umgebung, eine neue Familie und an einen neuen Rhythmus gewöhnt. Und es war ihm nicht leicht gefallen. Ich wollte nicht, dass er das schon wieder durchmachen musste.
Edward ging zum Telefon und rief Carlisle an, damit er ihn abholte.
Edward verabschiedete sich traurig und enttäuscht von mir. Ich umarmte ihn fest und hoffte, dass er mich verstehen würde.
Als er die Tür hinter sich zugemacht hatte, brach ich in Tränen aus. Auch wenn es zu seinem Besten war, ich hatte ihm fürchterlich weh getan.
