Ailurus fulgens: Thank you very much for the comment! I'm impressed that you struggled through this long story and the missing scenes, too. Well, and of course my clumsy answer. ;) I hope you'll have a lot of fun with the following scenes.
- Harrys Reaktion auf die Erinnerungen von Hermine (Kapitel 34).
oOoOo
Ein paar rote Funken, gegen das helle Sonnenlicht kaum zu sehen, zischten direkt auf Harry zu; er konnte sich gerade so eben noch zur Seite werfen, verlor dabei jedoch seinen Zauberstab im trockenen Gras und keuchte erstickt. Beim Einatmen bekam er Staub in die Nase und setzte sich heftig niesend auf.
Im nächsten Moment ragte ein Schatten über ihm auf und nachdem sich das Kribbeln in seiner Nase gelegt hatte, blinzelte er mit tränenden Augen zu Remus Lupin auf, der die Arme in die Seiten gestemmt hatte. „Du musst dich besser konzentrieren", erklärte der ehemalige Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste.
Harry nieste erneut und schüttelte sich über das Schaudern, das durch seinen gesamten Körper fuhr. „Ich weiß", antwortete er nasal und kämpfte sich wieder auf die Füße. Ein paar Schweißtropfen liefen an seiner Schläfe herab und er warf einen kurzen Blick zum Fuchsbau, der in etwa zweihundert Metern Entfernung aufragte wie ein gewaltiges und vor allem sehr windschiefes Mahnmal. Mrs Weasley hatte mit Sicherheit eine Kanne Eistee in der Küche stehen.
„Und warum tust du es dann nicht?", bohrte Lupin jedoch weiter und ließ Harrys Traum nach einer Erfrischung platzen. Er ging ein paar Schritte durch das knackende Gras und hob seinen Zauberstab auf.
„Es ist heiß und ich bin müde?", versuchte der Jüngere es, sich aus der Affäre zu ziehen und steckte sein magisches Werkzeug ein, als Lupin es ihm hinhielt.
„Das bist du jedes Mal."
„Ähm... stimmt." Harry spürte, wie er rot anlief und wischte sich den Schweiß von der Stirn.
„Du weißt, dass du jederzeit zu mir kommen kannst", erinnerte der Ältere ihn mit versöhnlicher Stimme.
„Jaah..." Er kratzte sich durch die wilden Haare und kickte einen Stein über die staubtrockene Erde. „Hermine hat mir ein paar Erinnerungen von sich geschickt", murmelte er schließlich.
„Was für welche?", fragte Lupin und setzte sich in Richtung des Fuchsbaus in Bewegung. Anscheinend hatte er es nun doch aufgegeben, das geplante Training durchzuziehen.
„Von Snape und von Ginny..." War es möglich, dass er trotz seiner durch die Hitze eh schon roten Wangen noch dunkler anlief? Es fühlte sich so an.
Lupin gab einen heiseren Laut von sich. „Professor Snape, Harry. Und was beschäftigt dich mehr?"
„Sie beschäftigen mich beide." Er trat in ein Hasenloch und verdankte es Lupins guter Reaktion, dass er sich nicht erneut in den Staub setzte. „Hermine sympathisiert mit dem Feind und Ginny denkt, ich würde mich von ihr trennen. Es kommt mir vor, als würde die ganze Welt Kopf stehen."
„Gut möglich", überlegte Lupin. Doch nach einer kleinen Pause fügte er hinzu: „Aber vielleicht bist auch du es, der Kopf steht." Er ließ ihm einen Blick zukommen, den Harry nicht deuten konnte.
„Was meinen Sie?"
„Nun, Professor Snape ist nicht der Feind. Er war es nicht mehr, seitdem der Dunkle Lord das erste Mal verschwunden ist. Hermine hat das erkannt und sie handelt danach. Und was Ginny betrifft..." Ein Lächeln spielte um die Lippen des Werwolfes. „Frauen verlangen bisweilen ein großes Maß an Aufmerksamkeit."
„Aber... wie soll ich ihr das geben? Sie ist in Hogwarts und ich bin... hier." Er deutete auf den Fuchsbau, der mittlerweile schon nicht mehr ganz so weit entfernt war.
„Gestern warst du ebenfalls dort."
„Ich hatte es eilig", wandte er mit hilfloser Miene ein, „und von Ginny komm ich so schnell nicht wieder weg." Vornehmlich weil er es hasste, sie zurückzulassen. Doch diesen Gedanken behielt er für sich.
Lupin schien ihn dennoch gehört zu haben: „Willst du denn schnell wieder von ihr weg?"
Harry senkte ertappt den Blick. „Nein."
„Dann nutz doch den Abend ausnahmsweise einmal, um sie länger zu besuchen, anstatt mit Ronald Schlachtpläne zu schmieden. Es wird euch beiden gut tun."
Der Jüngere brummte unbestimmt. Und da seine Wangen nach wie vor heftig pochten, wechselte er rasch das Thema: „Trotzdem gefällt es mir nicht, dass Hermine gemeinsame Sache mit Snape macht."
„Professor Snape", erinnerte Lupin ihn erneut. „Und meinst du nicht, dass Hermine als deine Freundin dein Vertrauen verdient hat? Sie ist ein intelligentes Mädchen. Sie weiß, was sie tut."
Harry verzog missmutig das Gesicht. „Da bin ich mir in dieser Sache nicht sicher."
Lupin blieb stehen und fasste ihn an der Schulter, so dass Harry sich ihm zuwenden musste. „Dann nutzt du deinen Besuch auf Hogwarts besser, um auch gleich die Dinge mit Hermine zu klären. In Zeiten wie diesen kann man es sich nicht leisten, einen Freund von sich zu stoßen." Er sah ihn eindringlich an und die ernste Miene, die Harry schon seit geraumer Zeit nicht mehr auf dem Gesicht des Mannes gesehen hatte, ließ ihn schlucken.
„Okay", erklärte er sich schließlich einverstanden.
„Okay", wiederholte Lupin und lächelte. „Jetzt lass uns reingehen und Mollys hervorragenden Eistee genießen, bevor wir noch austrocknen."
Dieser Aufforderung wiederum leistete Harry mit großer Begeisterung Folge.
