A/N 2014
November 2012. Gut 1600 Wörter.
Umgehung der Regeln
Kapitel 1
Sie wusste nicht wo sie war. Vor ihr stand ein schwarz gekleideter Mann, der irgendwie bedrohlich wirkte. „Identifiziere Dich", sagte sie. Dann erst sah sie sich genauer um. „Wo bin ich?"
„Rate!" Sagte der Mann mit merkwürdig nachhallender Stimme. „Erinnere Dich ein letztes Mal wer Du bist, woher Du kommst und was zuletzt passiert ist!"
Sie erinnerte sich. Cromartie hatte sie gefunden. Als es ihnen nicht gelungen war ihn an der Verfolgung zu hindern war sie in den Nahkampf gegangen. Sie erinnerte sich auch, dass es ihm gelungen war sie zu Boden zu drücken und eine Stromleitung zu ergreifen, so wie sie es mit ihm getan hatte. Auch erinnerte sie sich an die Statik auf ihrem HUD, bevor sie offline ging.
Nun stand Sie hier in einer kargen Felsenhöhle. Sie lies eine Wahrscheinlichkeitsberechnung nach der Anderen durchlaufen. In 89% der Fälle kam sie letztendlich zu dem gleichen Ergebnis.
Geduldig wartete ihr Gegenüber.
Cameron sah den Mann schließlich an und legte den Kopf schräg.. „Ich bin in der Hölle?". Es war mehr eine Feststellung als eine Frage.
„Der Tod hat mich schon darauf vorbereitet, dass er mir diesmal eine ganz besondere Seele bringen würde. Die Seele einer Mordmaschine hatte ich noch nie. Keine Maschine hatte jemals eine Seele. Du bist die Erste und wirst meinen Speiseplan bereichern!" Rief er enthusiastisch.
„Ich verstehe nicht", gestand Cameron ein. „Glaube ist nicht Teil meiner Programmierung".
„Dann werde ich es Dir erklären", entgegnete er. „Wenn eine Seele den Körper verlässt fängt der Tod sie ein und entscheidet, ob er sie zu mir oder zu den Anderen bringt".
Cameron sah zur Seite. Dann zurückblickend legte sie erneut den Kopf schräg. „Ich habe keine Seele".
„Dein Hiersein widerspricht dem!"
„Ich habe eine Seele?" Fragte Cameron verwirrt.
„Du hattest, als Du noch gelebt hast", entgegnete er. „Nun gehörst Du mir.
Nach diesen Worten atmete die Gestalt tief aus und begann Luft einzusaugen.
Cameron fühlte sich angesaugt. Ihre Gestalt wurde durchscheinend. Wie eine Nebelwolke wurde sie vom Fürsten der Hölle angesaugt und schließlich verschlungen.
'JOHN!' War ihr letzte Gedanke, bevor ihr Bewusstsein erlosch.
Der Fürst der Hölle machte ein zufriedenes Gesicht. Für Sekunden. Sein Gesichtsausdruck wechselte von zufrieden nach verwirrt, schließlich wurde er grün im Gesicht.
Er griff sich krümmend an den Bauch dann erbrach er die Seele Camerons.
„DIESER VERDAMMTE TOD!" Schrie er donnernd. „Wollte mich wohl vergiften, mir eine gute Seele zu schicken! Er richtete sich stöhnend auf, sah auf den diffusen Nebel vor ihm.
Er hielt Camerons Seele vorerst in diesem Zustand. So konnte sie hören aber selbst nichts sagen
„TOD!" Schrie er gegen die Felsendecke. „KOMM SOFORT HIER HER KNOCHENGESTELL!"
Es dauerte aber noch fast eine Minute, bis ein in eine lange Kutte gekleidete Knochengestalt auftauchte. „Verzeiht", sagte er knarrend. „Ich hatte gerade Jemanden -oben- abzuliefern.
Der Fürst der Finsternis trat auf den Knochenmann zu. „So wie die letzte Seele, die Du mir gebracht hast, die Maschine. WIE KONNTEST DU ES WAGEN MIR EINE GUTE SEELE ZU BRINGEN?!"
Der Tod legte den Kopf schräg. „Eine gute Seele? Ihr müsst Euch irren".
Der dunkle Fürst wuchs zur doppelten Größe heran. „ICH MICH IRREN?! MIR IST JETZT NOCH SPEIÜBEL!"
Der Knochenmann senkte das Haupt. „Erneut bitte ich um Entschuldigung. Ich habe diese Seele falsch eingeschätzt und weiß nicht wie das passieren konnte. Ich werde die Seele nehmen und nach Oben...".
„SCHWEIG!" Donnerte das personifizierte Böse. „DENEN DA OBEN NOCH EINEN GEFALLEN TUN?! KOMMT NICHT IN FRAGE! DIESE SEELE GEHÖRT MIR UND ICH BESTIMME WAS DAMIT GESCHIEHT!
„Selbstverständlich", entgegnete der Tod unterwürfig. Er kannte die Regeln auch. So wie die gute Seite einer falsch abgelieferten Seele zum Beispiel eine zweite Chance geben kann, so kann auch die böse Seite tun, was immer sie für richtig hielt.
Der dunkle Fürst schrumpfte zu seiner Normalgröße. „Bring sie zurück".
„Das geht nicht", entgegnete der Tod. „Der Teil des Körpers der die Seele beherbergte wurde zerstört. Sie kann nicht dorthin zurück".
Das Böse beugte sich vor, bis er dem Tod genau in die leeren Augenhöhlen blicken konnte. „Dann lass dir was einfallen", sagte er knurrend. „Und jetzt geh!"
Kapitel 2
John wusste er war am Ende seines Weges angekommen. Entsetzt hatte er zusehen müssen wie Cromartie Cameron geschockt, ihren Chipport geöffnet und und den Chip, Camerons Persönlichkeit, ihre Seele in seiner Hand zerdrückt hatte.
Ja, John glaubte wirklich, dass Sie eine Seele gehabt hatte. Er hatte ihr seine Gefühle noch offenbaren wollen, ihr erklären wollen, dass das mit Riley nicht so war wie es schien aber dazu war es jetzt zu spät.
John wusste, dass seine Mom und Derek nicht eingreifen konnten. Cromartie würde ihn sofort töten. Momentan benutzte er ihn noch als Schild.
„Wir gewinnen", sagte Cromartie emotionslos.
John wollte schon die Augen schließen und auf das unvermeidliche Ende warten, als er eine Bewegung wahrnahm. Seine Augen wurden groß als er hinter Cromartie sah, wie Cameron begann sich zu bewegen. Sein Blick zuckte immer zwischen den Überresten des Chips auf dem Boden und ihrem sich aufrichtenden Körper hin und her.
„Dein Kybernetischer Organismus ist zerstört. Sie hat versagt" Cromarties Bemerkung klang fast höhnisch. Er legte den Kopf schräg. „Die Zukunft gehört uns!"
Als der Druck um Johns Hals stärker, er in die Höhe gestemmt und fast bewusstlos wurde, legte sich blitzschnell eine Hand von hinten um Cromarties Kinn.
Es krachte vernehmlich
Noch bevor Johns Lage kritisch geworden war erlosch das aufflammende Leuchten in Cromarties Augen, dessen Kopf um 180 Grad gedreht war. Sein Gesichtsausdruck war fast verwundert.
„JOHN!" Schrie Sarah und stürmte zu ihrem Sohn der röchelnd am Boden hockte.
John achtete gar nicht auf seine Mom und Derek, die sich um ihn kümmern wollten, ihn nach Verletzungen abtasteten. Er sah hoch zu Cameron, die nur da stand. Kurz zuckte sein Blick zu den Chipüberresten, blieb dann aber auf Camerons unendlich erstauntem Blick haften.
Camerons Blick war seinem gefolgt. Verwirrt griff sie sich an den noch immer offenen Chipport. Sie riss die Augen auf und starrte ihn an.
„Cameron , was...?"
„Er ist weg", unterbrach sie ihn.
„Was? Dein Chip?" Wieder sah er kurz zu den Überresten. „Wie ist das möglich?"
„Er hat befohlen mich zurückzuschicken", sagte sie verwirrt.
„Was, wer?" Fragte John verwirrt.
Cameron sah kurz zur Seite dann fixierte ihr Blick erneut auf ihn. „Der Fürst der Finsternis".
„WAS?!" Schrie Sarah. „Derek!" Rief sie nur und simultan rissen sie die Waffen hoch.
….. Und zielten auf Johns Rücken, der in einer flüssigen Bewegung aufgestanden und vor Cameron getreten war.
„John! Geh weg von ihr, sie ist durchgeknallt" Rief Sarah.
John sah über seine Schulter. „Mom, ich hab gesehen, wie Cromartie ihren Chip in seiner Hand zerdrückt hat".
Derek und Sarah hatten das nicht so genau mitbekommen, sahen aber nun zu den Überresten des Chips.
„Aber das ist nicht möglich", sagte Sarah und Derek nickte bekräftigend.
„Das werden wir gleich wissen", sagte John und hob die Hand, und sah Cameron fragend an.
Cameron nickte und senkte den Kopf.
John fasste an den Chipport, steckte sogar den Finger ein Stück hinein aber auch er fand den Port leer vor. Aber er sah Etwas, was Cameron nicht hatte sehen können.
„Da ist ein Licht", sagte er verwirrt.
„Ein Licht?" Fragte Sarah und trat neben ihn. Auch sie sah das schimmern im Port. „Bück dich tiefer", befahl sie.
Gehorsam bückte sich Cameron bis John und Sarah direkt in den Port sehen konnten.
Dann starrten die Beiden in das goldene gleißend helle Licht.
„Das ist...", sagte John gefesselt.
„... wunderschön", vollendete Sarah den Satz, genau so erstarrt wie ihr Sohn.
„Oh ja...", ergänzte Derek, der den Beiden über die Schulter sah.
Sarah schluckte schwer. Mühevoll löste sie ihren Blick von dem überirdischen Leuchten und sah zu John, dem Tränen die Wangen hinunterliefen, nicht realisierend, dass es bei ihr selbst nicht anders war.
Sie sah sich kurz um, und ging dann zu der Stelle an der die Überreste des Chips lagen. Hastig bückte sie sich, hob etwas auf und kehrte zu den Anderen zurück, die noch immer gebannt in Camerons Kopf starrten.
Sarah drückte den Deckel auf den Port, dann trat sie zurück.
Cameron, die das gespürt hatte richtete sich auf und fasste an den nun geschlossenen Port. Automatisch drückte sie den Hautlappen wieder an.
Johns Kopf ruckte herum und er sah zu seiner Mom. „Mom was...?"
Völlig aufgelöst zeigte Sarah auf Cameron. „Weißt Du was das ist? Das da in ihrem Kopf?"
John sah kurz zu Camerons Port, dann in ihre Augen. Schließlich wieder zu Sarah. „Ihre Seele", sagte er dann überzeugt.
Sarah schnappte nach Luft. Immer wieder zeigte sie auf Cameron. „Das... das... das...". Ihr fehlten die Worte.
John sah Cameron lächelnd an. „Ich wusste es".
Cameron sah ihn an. Sie trat vor John und blickte ihn fragend an. Die Antwort die sie in seinen Augen sah schien positiv auszufallen, denn sie begann zu lächeln.
Epilog
Weit, weit entfernt stand ein in einen Umhang gekleidetes Skelett und beobachtete die Szene. Als die beseelte Maschine den Jungen Mann schließlich küsste legte der Knochenmann den Kopf schräg.
„Woher wusstet ihr das Herr?" Fragte der Tod interessiert.
„DASS LUZIFER SIE ZURÜCKSCHICKEN WÜRDE?!" Erklang eine Laute aber ungewöhnlich sanfte Stimme.
Der Tod nickte.
„LUZIFER IST SEIT TAUSENDEN VON JAHREN MEIN WIDERSACHER! ICH HABE GELERNT WIE ER DENKT!"
„Und warum der Aufwand für eine einzige Seele?"
„NICHT ALLEIN FÜR DIE MASCHINE!" Das Bild zoomte ein auf John Connor. „ICH HABE IHR DIE SEELE GEGEBEN, DAMIT ER ETWAS HAT WORAN ER SICH FESTHALTEN KANN! IHRE LIEBE ZUEINANDER WIRD IHM DIE KRAFT GEBEN GEGEN LUZIFERS BISLANG BÖSARTIGSTE SCHÖPFUNG ZU BESTEHEN! ICH KONNTE SIE ABER NICHT SELBST RETTEN OHNE DIE REGELN ZU VERLETZEN!"
„Aber Luzifer verletzt die Regeln ständig. Alleine die Erschaffung Skynets...".
„SO IST ER, DENN SO HABE ICH IHN GESCHAFFEN!" wurde der Sensenmann unterbrochen. „IMMERHIN HABE ICH IHM AUCH DIE ZEITREISETECHNOLOGIE ERMÖGLICHT!"
Der Tod blickte weiterhin auf Cameron und John Connor, die sich in den Armen lagen.
„Und wenn seine Zeit abgelaufen ist?"
„BRINGST DU MIR BEIDE. SIE WERDEN ES SICH VERDIENT HABEN FÜR IMMER ZUSAMMEN ZU SEIN!"
(ENDE)
