Es ist Zeit, den treuen Lesern wieder einmal ein Kapitel zu widmen – also dieses ist für: LordCupcake, FaithyOne, Kate-Castle25, Hummel, annakatrina, Kristiin, jasigirl, La Hope, BlackFox, KBRC87, Keksi, issy, summer1990, WhiteRoseHeart007 und PenelopeBlum

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Kapitel 37

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Tage gingen vorbei, Wochen strichen ins Land. Die Situation zwischen Alexis, Rick und Kate war verhärtet, änderte sich in keine Richtung. Angespannt – das war das Wort, das die Beziehung passend beschrieb. Es hatte keine klärenden Worte gegeben. Nichts. Ab und an hatte Beckett angemerkt, wenn sie mit Rick alleine war, dass es doch an der Zeit wäre, mit seiner Tochter ein Gespräch zu führen und immer wieder hatte er es ihr untersagt. Alexis habe Sachen gesagt, die sie erst einmal bereuen müsse. Wenn sie sich entschuldige, dann könne man verhandeln.

Am Revier arbeitete man bereits die zweite Woche an einem Serienmörder-Fall. Ein Mann mordete immer wieder, immer an Tagen, deren Datum eine Primzahl war. Bisher hatten sie fünf Leichen gefunden. Fünf Frauen. Immer hatten sie diese in einem Auto gefunden, das falsch geparkt irgendwie stand und abgeschleppt werden sollte. Bisher waren sie am 1., 3., 5., 7 und 11. Februar gestorben und am folgenden Tag aufgefunden worden. Alle waren zwischen 25 und 40 gewesen, hatten keinerlei Ähnlichkeit zueinander.

Kate hatte kaum Zeit, sich um die Termine für die anstehenden Untersuchungen zu kümmern. Zudem hatte Rick ihr endlich offenbart, dass Ryan der passende Spender für ihren Vater wäre, also musste Kate irgendwann mit ihrem Dad sprechen, doch auch dem ging sie aus dem weg.

Die Situation mit Alexis verkomplizierte sich wenigstens nicht, wurde aber auch nicht einfacher und dass sie beide wenig zuhause waren, Martha hatte zwei Engagements, ließ nun auch dem Teenager viel Zeit, die sie alleine verbrachte.

Um genügend Ruhe zu kommen, die wenigen Stunden, die sie im Loft waren, verbrachten sie meist getrennt voneinander schlafend, jeder in seinem Bett. Sexuelle Avancen hatte es beinahe keine gegeben, denn wenn sie einmal zuhause waren, waren sie so müde, dass sie rein körperlich auch schon nicht mehr in der Lage waren.

Doch stand der Valentinstag vor der Türe und Rick wollte etwas Spezielles für Kate vorbereiten, immerhin war es der erste Festtag, den sie als Paar feiern würden. Rick störte es immer noch, dass sie nicht über den Ring sprachen, den sie wieder an ihrer Kette trug und nicht an ihrem Finger, wohin er gehörte. Er wollte mit ihr ausgehen, sie fein ausführen und dass es ihr gut ging. Inständig hoffte er, dass am 14. Februar keinen Anruf kommen würde, der all sein Vorhaben zerstören würde.

Als er sich in einer feinen Boutique wiederfand, erklärte er der Verkäuferin, dass er ein Kleid benötigen würde. Er beschrieb ihr Kates Körperbau und dass er nichts wolle, dass das Babybäuchlein verberge. Mittlerweile dominierte es ihr Erscheinungsbild und er fand zunehmend mehr und mehr Gefallen daran, wie einst bei Meredith. Es war Rick auch aufgefallen, dass sie allmählich lockerer damit umging, wenn sie jemand auf die Schwangerschaft ansprach, sie gab sogar willig Auskunft, doch verbarg sie die Vaterschaft. Für viele am Revier war es offensichtlich, dass Castle diesen Part übernommen hatte, doch dort stellte man keine Fragen, wissend, dass wenn Katherine Beckett über etwas nicht sprechen wollte, sie das auch nicht tat.

Die Verkäuferin, Maddison, präsentierte drei Kleider – ein smaragdgrünes im Empire-Stil, eines in einem dunklen Blau. Es hatte eine hohe Taille. Das letzte war schwarz und war aus einem elastischen Material mit einem dezenten Spitzenabschluss am Dekolleté, das leicht in Wellen fiel und den ansonsten harten Abschluss weich wirken ließ. Dieselbe Spitze befand sich auch am unteren Saum und würde ihre Beine umschmeicheln. Dazu erwarb er eine passende Stola. Er konnte sich Kate in diesem Kleid vorstellen und platzierte dann den rotglänzenden Karton auf Kates Bett – darauf legte er eine Nachricht: Sei um 18:30 Uhr fertig. Mit Montgomery hatte er ausgemacht, dass er Kate ausführen wolle und man sie an diesem Abend, sofern es möglich war, nicht zu lange am Revier behalten sollte.

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Lange stand Kate vor dem Spiegel und überlegte, ob sie ihr mittlerweile langes Haar hochstecken sollte oder nicht, bis schließlich Rick hinter ihr auftauchte. Das Kleid schmiegte sich an ihren Körper wie eine zweite Haut und reichte beinahe bis zum Knie. Früher hätte sie sich für ein Kleid entschieden, das fünf Zentimeter kürzer war als dieses, wenn sie auf ein Date gegangen wäre.

„Du siehst atemberaubend aus, Kate", flüsterte er ihr ins Ohr.

„Danke."

Ricks Anzug war schwarz, das Hemd und die Krawatte ebenso. Hinter ihr stehend griff er in seine Jackentasche und zog sein Geschenk heraus und legte es ihr um den Hals. Jetzt fiel ihm auf, dass sie keine Kette trug. Unvorbereitet blickte er auf die Kommode neben dem Spiegel, doch dort sah er auch nichts. Schließlich legte er ihr die Kette um, verschloss sie hinten.

„Rick, wir hatten doch gesagt …"

„Ich konnte nieder widerstehen", erklärte er und küsste ihre Schulter.

Es war eine Perlenkette, die zwischen den cremigen Kugeln Diamanten gefädelt hatte. Als Kate nach dem Strang Perlen griff und ihre Finger darüber gleiten ließ, erkannte Rick, dass sie seinen Ring am Finger trug.

„Wir sollten gehen, wir haben eine Reservierung", kommentierte Rick mit einem breiten Lächeln, legte seine Hand um ihre Schulter und führte sie, nachdem Kate ihre Handtasche und Stole genommen hatte, die Stiegen hinunter.

Das Restaurant war neumodisch aber nicht zu hip. Irgendwann hatte Kate erwähnt, dass sie in einer Zeitung davon gelesen habe und es einmal ausprobieren wolle. Solche Informationen saugte Rick stets auf, wissend, dass er sie irgendwann einmal verwenden können werde.

Als sie eintraten, wurde Rick sofort herzlich begrüßt und mit seinem Namen angesprochen. Man drehte sich nach ihnen um, als ein Kellner sie zu ihrem Tisch brachte. Er lag am Rand und gab ihnen die Möglichkeit auf einer halbrunden Bank nebeneinanderzusitzen und zugleich das Geschehen im Restaurant zu beobachten.

Kate bestellte Lachs, Rick ein Steak. Immer wieder griff Rick nach Kates Hand, begutachtete, wie gut der Ring an ihrer Hand aussah, streichelte dann zärtlich über ihre Finger. Zärtlich. Einmal küssten sie sich und als Kate glaubte, dass Baby zu spüren, legte sie Ricks Hand auf die Wölbung ihres Bauches, dort, wo sie das Baby vermutete. Kate strahlte den gesamten Abend und das Essen, die Menschen, alles rund um sie, schienen nebensächlich geworden zu sein.

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Am darauffolgenden Morgen kam Martha in den frühen Morgenstunden von einer langen Nacht in New Yorks Theaterwelt nachhause, hob die Zeitung von der Türmatte auf und blätterte sie am Weg in die Küche, um noch ein Glas Orangensaft zu trinken, bevor sie zu Bett gehen würde, durch. Auf Seite 6 lächelte ihr schließlich ihr Sohn entgegen – aber nicht nur Richard, nein auch Kate und die Hand, die er auf ihrem Bauch liegen hatte. „Wird Bestsellerautor Richard Castle dank seiner Muse zum zweiten Mal Vater?". Natürlich war der Artikel reißerisch gehalten, ließ Fakten aus - im Grunde teilte er dem Leser mit, dass Castle sich nun eine Wohnung mit Beckett teile, sie gemeinsam im Restaurant am Valentinstag gesehen worden seien und sie offensichtlich schwanger wäre. Ihr Verhalten ließ den Autor bzw. seine Quelle darauf schließen, dass es sich um sein Kind handeln müsse.

In den letzten Wochen hatte Martha Alexis kaum gesehen und als sie in die Küche gekommen war, musste sie an die vielen Male denken, die sie im alten Loft gemeinsam in der Früh Tee getrunken hatten. Nun hatte sie zwei Engagements, um Geld auf die Seite legen zu können. Richard hatte ihr zwar angeboten, ihr neues Apartment zu finanzieren, doch das wollte sie nicht. Sie hatte hier ein Zimmer und Kate hatte ihr zugesichert, dass sie immer Willkommen sei und da war sich Martha sicher gewesen, dass es erst gemeint gewesen war. Zudem fühlte sie sich hier wohl. Kate stellte keine Fragen, konnte lustig sein und seitdem sie und Richard – was auch immer zwischen den beiden war – unter einem Dach lebten, wirkte ihr Sohn ausgeglichener.
Aber am Rande hatte sie mitbekommen, dass etwas zwischen Alexis und den beiden Erwachsenen nicht passte, doch dieses Mal hatte sie sich, nach einer langen Diskussion mit sich selbst, darauf geeinigt, sich nicht einzumischen, die drei den Kampf alleine austragen zu lassen. Sie wusste, wie stur Richards Tochter sein konnte.

„Mutter, womit verdiene ich diese frühmorgendliche Ehre?" Doch Martha antwortete ihm nicht und reichte ihm lediglich die aufgeschlagene Zeitung.

Rick trug seinen Pyjama und einen offenen Morgenmantel, sein Haar war durcheinander, stand in alle Richtungen.

„Kitten", ertönte eine Frauenstimme aus seinem Schlafzimmer. Zweimal überlegte Martha, wer ihn immer Kitten nannte. „Wo bleibt mein Saft?"

Martha sah Rick fragend an mit ihren durchdringenden blauen Augen, doch eine Antwort war nicht notwendig, denn wenige Augenblicke später stand Kate in Leggins und einem langen T-Shirt in der Küche und sah Martha lächelnd an.

„Guten Morgen, Martha", sagte sie überrascht.

„Guten Morges, Liebes." Die Schauspielerin rechnete eins und eins zusammen. Wenn Katherine um diese Uhrzeit aus Ricks Zimmer kam, dann würde sie wohl dort geschlafen haben und dann war an dem Foto und dem Artikel vielleicht doch etwas Reales.

„Schau dir die Zeitung an ….", sagte Richard und schon sie über den Marmortresen. Kate hob sie an und studierte den Artikel. Anfänglich glaubte Rick Verärgerung in ihrem Gesicht ablesen zu können, Wut, doch dieser Eindruck verflog rasch.

„Es war nur eine Frage der Zeit", kommentierte sie. „Mich wundert es lediglich, dass man einem Autor wir dir so viel Platz in einer Zeitung widmet." Der Sarkasmus in ihrer Stimme war nicht zu überhören. „Ein Einzeiler auf Seite 20 hätte doch auch gereicht, aber gleich ein 5x5cm Foto …"

„Was meinst du mit ...? Bin ich nicht prominent genug?" Martha und Kate lachten über seine Reaktion. „Wann gab es denn das letzte Mal einen Artikel auf Seite 6 über Patterson oder …"

„Wann gab es denn den letzten über dich?"

„Das Nikki Heat Cover schaffte es auf Seite 6 inklusive der Spekulation, dass du Model gestanden hattest", fügte Martha hinzu. „Und im Hampton's Ledger … die Spekulation, ob du mit Gina wieder zusammenkommen würdest." Auch Richards Grimassen und sein böser Blick hatten Martha nicht davon abgebracht, die letzte Pressemeldung auszuführen.

„Oh … du und Gina …"

„Naja … Kate es war Sommer und wir …"

Martha sah sie fragend an. Hatten sie jemals über diesen Sommer gesprochen? Sie erinnerte sich an die wenigen Tage, die sie im Haus am Meer verbracht hatte, bevor sie vorzeitig wieder abgereist war. Die Streitereien zwischen Gina und ihm waren unerträglich gewesen – jeden einzelnen Tag war es laut geworden. Und seine zweite Exfrau hatte sich sogar danach einmal bei Martha beschwert, dass er den gesamten Tag nur von Kate Beckett sprach – sie könne dies, sie könne das. Kate Beckett war die beste darin und dachte dies. Beckett. Beckett. Beckett.

„Ich weiß, aber …", begann Castle.

„Nein, Rick", erklärte Kate und stand neben ihm, legte ihre Hand über die seine. Der Ring schimmerte immer noch an ihrem Ringfinger. „Vergiss es einfach."

Das Strahlen ihrer grünbraunen Augen, die rosigen Lippen und das Wissen, dass sie nun mit ihm ins Bett ging, wann immer ihr danach war – er versuchte sie nicht zu drängen – reichte ihm in diesem Moment vollkommen. Und scheinbar schien sie die Zeitungsmeldung nicht als zu schwerwiegend aufzufassen.

„Wir können die Medien nicht davon abhalten etwas zu bringen und diese Schwangerschaft wird … ist mittlerweile offensichtlich, Rick. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sie eins und eins zusammenzählen würden."

Ohne ein weiteres Wort darüber zu verlieren, schloss Rick Kate in die Arme, sie verbarg ihren Kopf in seiner Brust. Sein Geruch beruhigte sie, das war immer schon so gewesen. Auf der einen Seite störte sie die Zeitungsmeldung wirklich nicht, das Foto war es eher. Man würde sie nun wieder anstarren, ihr zurufen, dass sie Ricks Freundin wäre und all diese Sachen. Sie mochte es einfach nicht, im Rampenlicht zu stehen. Doch an diese dezente Art und Weise würde sie sich gewöhnen, sie musste es. Wenn sie ihn heiraten würde, dann wären die Medien natürlich daran interessiert und sie konnten dem Blitzlichtgewitter nicht entgehen. Eine Hochzeit im Geheimen wäre für sie inakzeptabel und in Wahrheit in New York beinahe undurchführbar, daher musste sie sich wohl damit abfinden.

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Ende Kapitel 37

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A/N: Einen herzlichen Dank an all die treuen Leser und vor allem Reviewer – es bedeutet mir viel, auch wenn ich nicht dazu komme, jeden Kommentar zu beantworten. Ich liebe jeden einzelnen. Danke!

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