L hatte noch bei Light geduscht, zusammen, und es war herrlich gewesen. Sie hatten sich verabschiedet und versprochen sich bald wieder zu sehen. Der Detektiv hatte mehrfach darauf bestanden, dass Light ihn weder anrufen noch Nachrichten schicken sollte, während er daheim war. Er wollte unter keinen Umständen, dass Beyond jemals herausfand, dass er bei Light gewesen war.

Gerade öffnete er die Tür, setzte einen Schritt in den großen Flur und schon schlich sich ein unwiderstehlicher Geruch in seine Nase.

„Beyond?"

Keine Antwort. Sehr merkwürdig. Er schloss die Tür hinter sich, legte die Schlüssel in das Schälchen und kontrollierte noch einmal, ob er Handy und Sender in seiner Hosentasche hatte.

Er atmete einmal tief durch und ging in die Küche. Dort blubberte gerade frischer Kaffee durch die Maschine und L wusste nun, woher der leckere Geruch kam.

„Beyond?!", rief der Detektiv erneut, diesmal lauter, aber immer noch bekam er keine Antwort.

Er schaltete die Maschine aus, schnappte sich kurz eine Tasse aus dem Schrank und schenkte sich ein wenig von dem heißen Getränk ein. Dann nahm er sich die Zuckerwürfel Packung und ließ ganze sieben Würfel in seine kleine Tasse plumpsen. Er setzte sich auf den Barhocker und begann zu schlürfen.

Sehr merkwürdig… wo war Beyond? Er konnte nur hier in der Villa sein. Ob er vielleicht im Bad war?

Es ließ ihn einfach nicht zur Ruhe kommen, deswegen stellte er die Tasse, nachdem er erst halb fertig war, auf den Tisch und erhob sich.

L ging durch das Schlafzimmer, sah aber nichts Ungewöhnliches, trotzdem beschlich ihn ein komisches Gefühl. Irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht. Er öffnete die Badezimmertür und spähte hinein.

„Beyond?"

Keiner da. Nun wurde ihm ziemlich mulmig zu Mute. Wo war der Kerl denn, er konnte doch nicht…

Nun etwas schneller lief er durchs Schlafzimmer, hinein ins Wohnzimmer, aber auch hier war niemand.

„Beyond?! Hallo?!"

Das war gar nicht gut… ganz und gar nicht gut. Wo zur Hölle war er?! Er konnte doch nicht draußen sein… das war schon ziemlich die Grenze seiner Bewegungsfreiheit. Und wenn er irgendwo zusammen gebrochen war? Weil er doch versucht hatte abzuhauen? Scheiße! Ich muss Beyond finden, schnell!

Erneut hetzte L ins Schlafzimmer, ließ sich kurz aufs Bett sinken um seine Gedanken zu sammeln und sich zu beruhigen. Er konnte doch nicht weg sein…

Und dann fiel sein Blick auf die Mangas und sein Blut gefror in den Adern. Ein eiskalter Schauer lief ihm über den Rücken, ließ alle Nackenhaaren aufstellen und es fühlte sich an, als würde sein Herz den Dienst verweigern.

L fiel nach vorne auf die Knie, streckte die zitternde Hand zu den Mangas hin, die nicht so standen, wie er sie zurück gelassen hatte. Das durfte doch nicht wahr sein… das konnte einfach nicht wahr sein. Sämtliche Kraft verließ seinen Körper, er fühlte sich plötzlich so machtlos… Er schnappte sich erst einen Manga, dann noch einen und legte sie ordentlich auf den Boden. Innerlich bettelte er, dass es nur ein dummer Zufall war und Beyond vielleicht nur gegen die Mangas oder das Lowboard gekommen war und sie so verrückt hatte. Doch seine Hoffnung erstickte, als er alle Mangas aus dem Regal geräumt hatte und auf eine leere Fläche blickte.

Nein!

Nein, nein, nein…

Das konnte… das durfte nicht wirklich passiert sein.

Wenn Beyond den Sender wirklich gefunden hatte, dann konnte er… überall sein. Scheiße!

Ich muss ihn finden, so schnell es ging!

L erhob sich, der Schweiß rann ihm dem Rücken hinab, sein Herz ließ ihn nur schwer atmen und seine Lungen wollten einfach nicht genug Sauerstoff aufnehmen. Gerade als er sich zum Gehen motivieren wollte, öffnete sich die Haustür und wurde nur kurze Zeit später wieder geschlossen. L wusste nicht wieso, aber er sprang schnell hinter das Bett und machte sich so klein wie möglich.

„Na na na, zappel doch nicht so… sonst muss ich dich früher zum Schweigen bringen als geplant."

Oh mein Gott… das war Beyond! Aber… mit wem redete er da?

„Lass mich los! Bitte!"

Nein! Bitte… nicht…

Light!