sunny: So was kann einem gar nicht zu den Ohren raushängen. Ich übernehme gerne die Verantwortung für deine Sucht. Also, hier ist die nächste Dosis.


Primum Non Nocere

„Du hast meine Nachricht also gekriegt.", begrüßte Sara Nick, als sie sich ihre Schlittschuhe zuband.

„Ja, tut mir Leid, dass ich so spät bin. Ich war noch bei Warrick.", erklärte Nick und setzte sich neben sie.

„Ich dachte schon, du kommst nicht." Sara war fertig mit dem zuschnüren und blickte zu Nick.

Nick lächelte sie an. „Das nächste Mal, solltest du vielleicht mehr Auskünfte geben, als die Zeit, die Adresse und bringe deine Schlittschuhe mit. Woher wusstest du eigentlich, dass ich welche habe?", fragte Nick.

Sara stand auf und ging vorsichtig zur Eisfläche. „Das wusste ich nicht." Nick war schon dabei, sich seine Schlittschuhe selbst anzuziehen.

Als er fertig war, folgte er ihr. Sie war schon aufs Eis gegangen. Er hätte nicht gedacht, dass sie fahren konnte. Schließlich kam sie aus Kalifornien.

Nick war ein wenig unsicher, es war schon ziemlich lange her, dass er das letzte Mal gefahren war. Langsam ging er auf die Fläche. Außer Sara war niemand Anderes da. Anscheinend war Schlittschuhlaufen in Las Vegas nicht gerade beliebt.

„Woher kennst du eigentlich diese Halle?" Nick kam auf sie zu gelaufen. Er war ziemlich erstaunt, dass er es schaffte, ohne auf die Nase zufallen.

Sara lief ein Stück weiter und drehte sich dann zu ihm um. „Das war ein Tatort."

„Du meinst, hier wurde das Opfer von deinem Fall gefunden?", fragte er.

Sara nickte. „Der Fall ist abgeschlossen, also beruhige dich wieder.", sie lief rückwärts, sodass sie ihn sehen konnte. Er kam ihr immer näher.

„Ich bin ruhig.", sagte er überzeigt, „Aber mich würde interessieren, was wir hier machen."

Sara musste lächeln. „Wir fahren Schlittschuhe."

Nick holte sie ein. Er wurde von Minute zu Minute besser. Langsam hatte er den Dreh wirklich wieder raus.

„Sara, du bist ein Genie. Darauf wäre ich jetzt wirklich nicht gekommen.", erwiderte er mit einer Spur Sarkasmus.

„Deshalb sage ich es dir."

Diesmal war Nick an der Reihe sie zu überholen und rückwärts vor ihr herzulaufen.

„Da ist doch noch irgendetwas Anderes." Er lächelte sie an und hoffte, dass es funktionieren würde.

„Was hast du mit Warrick gemacht?", fragte sie, um seiner Frage auszuweichen.

Er fuhr ein bisschen langsamer und wartet, bis sie bei ihm war. „Das läuft so, wenn du willst, dass ich deine Fragen beantworte, beantwortest du auch meine, okay?", flüsterte er ihr ins Ohr.

Sara rollte mit den Augen. „Wie kann ich wissen, dass du meine Frage beantworten wirst?" Ihre Stimme war kaum lauter als seine.

„Komm schon, Sara. Du weißt, dass du mir vertrauen kannst.", stellte Nick klar.

Sie wusste es, doch sie wusste nicht, wie er reagieren würde, wenn sie ihm sagen würde, was ihr auf der Seele brannte.

Sie entschloss sich, einfach die Wahrheit zusagen. „Grissom hat mir heute gesagt, dass er erst an Schönheit interessiert ist, seit er mich kennt. Ich denke, er wollte mir damit sagen, dass er mich hübsch findet.", ihre Stimme klang sachlich, als würde sie über Chemie oder Physik reden.

Nick reagierte völlig anders, als sie erwartet hatte. Eigentlich wusste sie nicht einmal, was sie erwartet hatte. Sie konnte sich nicht einmal erklären, warum sie ihm das Alles erzählte. Er sagte: „Da hat er Recht."

Sara wusste nicht, was sie sagen sollte. Sie spürte, wie ihre Knie weich wurden, aber ihr gelang es trotzdem sich nichts anmerken zu lassen.

Sie hasste es, wenn sie eine Situation nicht unter Kontrolle hatte. Und gerade war einer dieser Momente.

„Was war mit Warrick?", fragte sie, um das Thema zu wechseln.

„Er hat sich in eine Frau verliebt, die ein wenig zu viel Cokes nimmt.", antwortete Nick und erfüllte somit ihre Abmachung.

„Es ist immer die Liebe.", sagte Sara und fing wieder an zu laufen.

Nick folgte ihr. „Wenn wir schon von Liebe reden, warum bin ich hier und nicht Hank?", er hatte ein wenig Angst vor der Antwort.

Sara blieb wieder stehen. Nick wäre fast in sie rein gefahren. „Nicky, wenn ich Hank mitgenommen hätte, wäre das so, als würde ich ihn fragen, ob wir nicht heiraten und Kinder kriegen wollen. Wir hatten erst ein paar Dates, da kann ich ja auch gleich wieder mit ihm Schluss machen, da er sonst bestimmt weglaufen würde."

Nick fand diese Idee gar keinen so schlechten Vorschlag. „ Hank wäre ein Idiot, wenn er weglaufen würde."

Sara wurde rot. Damit Nick es nicht gleich auffiel, fuhr sie schnell weiter. „Sara, jetzt warte doch mal.", rief er ihr hinterher.

Sie blieb erneut stehen und wartete, bis er bei ihr war. „Warum hast du mich gefragt?", er hoffte auf eine ehrlich Antwort.

Sara atmete tief ein. Sie hätte ihm fast ihre wirklichen Absichten erzählt, doch sie entschied sich anders. „Du bist der Einzige, den ich kenne, der Schlittschuh hat."