37. Erkenntnisse über einen Verräter
Nach dem Spiel und dem Streich nahm Oliver Wood das Training wieder auf und trieb sie immer weiter an. Emily und Harry mussten auf den alten Schulbesen fliegen, weil Harrys Nimbus kaputt war und Emilys immer noch nicht gefunden worden war. "Typisch Zwillinge. Müssen alles gemeinsam machen", kommentierte Emily es trocken.
Kurz vor den Ferien verwandelten sich die Ländereien rund um das Schloss in eine glitzernde Eiswelt. Der See fror wieder mal zu und so machte sich Emily zusammen mit Leo und Inga auf den Weg zum See um Schlittschuh zu laufen. Emily lieh sich welche von Lisa Turpin, einer Ravenclaw aus ihrem Jahrgang, aus. Im Gegensatz zu Inga, hatte Emily überhaupt kein Talent dafür und war schon gut damit beschäftigt überhaupt auf den Beinen zu bleiben.
Leo versuchte ihr zu helfen, doch scheiterte daran, dass Emily immer wieder wegrutschte und aufs Eis fiel. Es half auch nicht gerade, dass sie immer wieder einen Lachkrampf bekam, in den Inga mit einstimmte.
"Ich gebs auf", seufzte Leo. "Du bist ein hoffnungsloser Fall."
"Danke für das Kompliment", sagte Emily lachend.
"Immer wieder gerne", gab Leo zurück und bewegte sich ein paar Schritte zurück.
"Du kannst nicht einfach weglaufen", rief Emily und versuchte ihm zu folgen. Prompt rutsche sie weg und fiel wieder hin.
"Schlimmer als Bambi auf dem Eis", rief Inga und kam neben Emily zum Halten. Sie streckte eine Hand aus um der Freundin hochzuhelfen.
"Wer ist Bambi?", fragte Leo irritiert, der wieder zurück kam um Inga zu helfen.
"Ein Rehkitz aus einem Muggelfilm", erklärte Inga. "Los steh auf, Emily. Du kannst nicht auf dem Eis liegen bleiben."
Emily rappelte sich wieder auf, beschränkte sich aber dann damit stehen zu bleiben und den beiden anderen zu zuschauen. Für heute hatte sie genug blaue Flecken bekommen. Fliegen war entschieden besser. Langsam stakste sie wieder zurück zum Ufer. Plötzlich hörte sie von hinten das Kratzen von Kufen, dann wurde sie beinahe umgeworfen weil jemand sie umarmte. Sie drehte sich und sah in das Gesicht von Leo.
"Sorry", entschuldigte er sich hastig. "Inga hat mich geschubst."
"Habe ich gar nicht", verteidigte sich Inga, doch sie brach in lautes Lachen aus.
"Sehr überzeugend, Inga", rief Emily und schob ihre Haare wieder zurück unter die Mütze, die beinahe von ihrem Kopf gerutscht war. "Ich gehe wieder an Land."
"Die kurzen Haare stehen dir", sagte Leo. "Du siehst aus wie eine kleine Elfe."
Emilys Wangen färbten sich tiefrot und das hatte nichts mit der Kälte zu tun. "Danke."
"Los ich helf dir vom Eis runter." Leo zog Emily vom Eis runter und Emily war froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.
Kurz vor Weihnachten konnten die Schüler wieder nach Hogsmeade. Von Wood hatte Harry sich eine Ausgabe von Rennbesen im Test ausgeliehen und die Zwillinge wollten die Zeit nutzen um sich für einen neuen Besen zu und Harry begleiteten Hermine und Ron noch bis zum Tor, dann machten sie sich wieder zurück auf den Weg zum Gemeinschaftsraum. Im dritten Stock wurden sie plötzlich von Fred und George gepackt und in einen leeren Klassenraum gegenüber der Statue von der einäugigen Hexe gezogen.
"Warum seid ihr nicht Hogsmeade?", fragte Harry neugierig.
"Wir wollen euch ein frühes Weihnachtsgeschenk geben", sagte George. "Obwohl Emily es schon kennt."
Emily zog fragend die Augenbraue hoch, doch als Fred ein Stück Pergament aus der Tasche zog, breitete sich ein Grinsen auf ihrem Gesicht aus. "Ihr wollt uns nicht ernsthaft die Karte geben?"
"Doch, doch. Es ist eine Schande sie euch zu geben", sagte Fred. "Dafür bist du uns schuldig, dass uns demnächst noch mal hilfst." Er zwinkerte ihr zu.
"Aber ihr braucht sie mehr als wir", fügte George hinzu. "Außerdem kennen wir sie auswendig."
"Worum geht es überhaupt?", fragte Harry.
"Das Geheimnis unseres Erfolges", erklärte George. Er zog seinen Zauberstab und tippte das Pergament an, während er sagte: "Ich schwöre feierlich ich bin ein Tunichtgut."
Die bekannten Tintenfäden zogen sich wieder über das Pergament und bildeten die Karte des Rumtreibers. Emily grinste. Die Karte war wirklich ein Meisterwerk.
"Hier dieser Gang führt direkt nach Hogsmeade", sagte Fred und deutete auf einen Gang der im Honigtopf endete. "Der Eingang liegt im Buckel der einäugigen Hexe. Wir haben ihn schon oft benutzt."
"Wir sehen uns im Honigtopf", riefen die Weasleyzwillinge unisono und verließen das Klassenzimmer.
"Woher kennst du den schon die Karte?", fragte Harry während seine grünen Augen den Punkten auf der Karte folgten.
"Fred und George haben sie mir letztes Jahr gezeigt", erklärte Emily. "Damals habe ich noch geschworen das Geheimnis nicht zu verraten. Sollen wir jetzt los? Ich würde zu gerne nach Hogsmeade."
"Meinst du wir sollen wirklich?"
"Klar. Oder willst du einen langweiligen Nachmittag im Gemeinschaftsraum verbringen?" Emily lachte und ging vor. Vorsichtig huschte sie über den Gang hinter die Statue. Als Harry hinter ihr stand, öffnete Emily den Buckel und sie kletterten in den Gang. Der dunkle Gang führte sie gefühlt stundenlang durch den Untergrund bis er an einen langen Wendeltreppe endete.
Durch eine Falltür kamen sie in den Keller des Honigtopfes. Eine weitere Treppe führte sie in das Geschäft, das so voll mit Hogwartsschülern war, dass niemand auf Emily und Harry achtete. Emily zog nichtsdestotrotz ihre Mütze tiefer ins Gesicht während sie nach Ron und Hermine suchten.
Die beiden standen in einer Ecke und diskutierten gerade darüber was sie Emily und Harry mitbringen sollten. Emily tippte Hermine auf die Schulter und lachte als Hermine erschrocken aufkeuchte. "Emily! Harry! Was macht ihr denn hier?"
"Wow", sagte Ron beeindruckt. "Ihr habt gelernt zu Apparieren."
"Natürlich nicht. Man kann nicht in Hogwarts apparieren", sagte Emily mit einem Seitenblick auf Hermine. "Steht in Geschichte Hogwarts."
Harry begann ihnen alles über die Karte zu erzählen.
"Aber ihr werdet sie doch nicht behalten?", sagte Hermine entrüstet. "Ihr gebt sie Professor McGonagall, oder?"
"Nein, natürlich nicht", sagten die Zwillinge unisono.
"Aber was ist mit Sirius Black?", zischte Hermine. "Er könnte die Karte dafür nutzen und ins Schloss eindringen."
Um die Diskussion zu beenden, sagte Emily: " Sirius Black wird sich so etwas nicht trauen. Sollen wir nicht weiter gehen? Wir können doch in die Drei Besen gehen?"
Der Vorschlag traf auf allgemeine Zustimmung und sie machten sich auf den Weg durch die Schülermengen hinein in den Pub. Sie setzten sich an einen Tisch neben einem großen Weihnachtsbaum. Ron holte für alle Butterbier. Es tat gut nach der eisigen Kälte draußen etwas warmes zu trinken. Plötzlich öffnete sich die Tür wieder und Emily verschluckte sich am Butterbier. McGonagall, Flitwick, Hagrid und Cornelius Fudge kamen durch die Tür.
"Mobiliarbus", flüsterte Emily und der Weihnachtsbaum erhob sich ein paar Zentimeter in die Luft, dann fiel er wieder auf den Boden direkt vor ihrem Tisch. Dann kletterte Emily zu Harry unter dem Tisch. Madam Rosmerta brachte die Getränke an den Tisch der Erwachsenen und setzte sich zu ihnen.
"Was bringt sie hier, Minister?", fragte Rosmerta.
"Was sonst, außer Sirius Black? Ich wage zu behaupten, dass sie gehört haben was an Halloween passiert ist?"
"Ich habe ein Gerücht gehört", sagte Rosmerta. "Glauben Sie, dass Black noch immer in der Nähe ist?"
"Ich bin mir sicher", antwortete Fudge. "Deshalb sind die Dementoren hier. Nötige Vorsichtsmaßnahme. Sie sind hier um sie vor noch Schlimmeren zu beschützen. Wir alle wissen wozu Black fähig ist."
"Von allen Leuten, war Sirius Black der letzte von dem ich dachte, dass er zur Dunklen Seite wechseln würde. Ich erinnere mich an ihn als Jungen in Hogwarts."
"Sie wissen nicht die Hälfte davon, Rosmerta", sagte Fudge grimmig. "Das Schlimmste was er getan hat, ist nicht bekannt."
"Sie sagen, dass sie sich an ihn in Hogwarts erinnern", meldete sich jetzt McGonagall zu Wort. "Erinnern Sie sich, daran wer sein bester Freund war?"
"Natürlich", sagte Rosmerta. "Man hat sie niemals ohne einander gesehen. Sirius Black und James Potter!"
Harrys Krug fiel scheppernd auf den Boden, was ihm einen Tritt von Ron einbrachte. Emily sog scharf die Luft ein. Ihr Vater hatte Sirius gekannt? Ihn, der an seinem Tod schuld war? War sogar sein bester Freund gewesen?
"Man konnte denken, dass Black und Potter Brüder wären", sagte Flitwick.
"Potter hat Black mehr als allen anderen vertraut. Black war Trauzeuge als James Lily heiratete. Er ist sogar Pate von Harry. Harry hat natürlich keine Ahnung."
"Weil Black mit Du-Weißt-Schon-Wem zusammen gearbeitet hat?", fragte Rosmerta.
"Schlimmer, meine Liebe", sagte Fudge. "Nicht viele wussten, dass die Potters wussten, dass Du-Weißt-Schon-Wer hinter ihnen her war. Dumbledore wusste, das von einem seiner vielen Spione. Er riet ihnen zu dem Fideliuszauber."
"Und Black war ihr Geheimniswahrer?", wisperte Rosmerta.
"Natürlich. James sagte Dumbledore, dass Black eher sterben würde als sie zu verraten. Das Black sich selber verstecken wollte. Dumbledore war trotzdem besorgt, denn er vermutete, dass jemand der den Potters nahe stand, Du-Weißt-Schon-Wer über alles informierte. Einer von unserer Seite war zum Verräter geworden und hat eine Menge Informationen weiter gegeben", erzählte McGonagall.
"Und dann kaum eine Woche nachdem der Fideliuszauber vollzogen wurde, hat Black sie verraten", sagte Fudge. "Black war seiner Rolle als Doppelagent müde und war bereit öffentlich seine Unterstützung für Du-Weißt-Schon-Wen zu erklären. Doch Black war in der Klemme. Er hat seine wahren Farben gezeigt als sein Herr gefallen war. Er hatte keine andere Wahl als zu fliehen."
"Aber er hat es nicht geschafft zu verschwinden? Das Ministerium hat ihm nach nächsten Tag gestellt", sagte Rosmerta.
"Es waren nicht wir die ihn gefunden haben", antwortete Fudge. "Es war Peter Pettigrew, einer von Potters Freunden. Verrückt vor Trauer und wissend, dass Black der Geheimniswahrer war, hat er Black verfolgt."
"Pettigrew starb den Tod eines Heldens. Augenzeugen, Muggel natürlich, sagten uns, dass Pettigrew Black eingeengt hatte. Sie sagen, dass er schluchzte. "Lily, James, Emily! Wie konntest du nur!" Und dann griff er nach seinen Zauberstab. Black war schneller und blies Pettigrew in Stücke."
"Emily?", hakte Rosmerta nach.
"Emily Sophia Potter. Die kleine Zwillingsschwester von Harry. Es wissen nicht viele, dass er eine hatte", erklärte Fudge. "Black hat sie ebenfalls umgebracht. Sie war auch sein Patenkind."
Die Lehrer widersprachen nicht, obwohl zumindest Hagrid und McGonagall wussten, dass Emily noch am Leben war. Aber wie sollten sie auch erklären können, dass Emily plötzlich doch lebte. Wahrscheinlich machte es in ihren Augen nicht viel, dass er Emily nicht umgebracht hatte, wenn er schon Lily und James umgebracht hatte. Und nicht zu vergessen die dreizehn Muggel, die er einfach tötete weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren.
"Ich war damals einer der ersten die am Tatort waren. Ich werde es niemals vergessen. Ein Krater in der Mitte der Straße. Körper überall. Und Black stand dort, lachend. Vor ihm lag, dass was von Pettigrew noch übrig war. Ein Haufen blutiger Roben und ein paar Fragmente."
Man hörte wie fünf Leute in ihr Taschentuch schnaubten. "Cornelius, wenn Sie mit den Schulleiter zu Abend essen wollen, dann sollten wir besser zum Schloss gehen", sagte McGonagall, dann ertönte das Scharren der Stühle und die Lehrer und Fudge verließen die Drei Besen.
Emily und Harry kletterten wieder unter dem Tisch hervor. Beide Gesichter waren aschfahl und keiner konnte so wirklich glauben was sie gehört hatten. Ihre Eltern waren von ihrem besten Freund verraten worden. Und jetzt war er hinter ihnen beiden her. Es ergab alles einen Sinn. Damals hatte man es nicht geschafft sie beide umzubringen und jetzt würde Black den Job zu Ende bringen. Aber warum hatte ihnen niemand etwas gesagt? Sie verdienten es zu wissen, dass Black ihr Pate war.
Im Nachhinein wusste Emily nicht mehr wie sie nach Hogwarts zurück gekommen war. Zu sehr war sie in Gedanken versunken. Sie verstand jetzt warum Draco gesagt hatte, dass er an Harrys Stelle Rache nehmen wollte. Black verdiente es, dass man ihn wieder nach Askaban brachte. Doch sie würde ihn nicht suchen. Black hatte dreizehn Muggel umgebracht ohne auch nur mit der Wimper zu zucken. Emily war keine ernsthafte Gegnerin für ihn. Sie war zu klein und zu unerfahren, das musste sie sich selber eingestehen.
Wenn sie doch nur älter, größer, stäker wäre. Dann hätte sie eine Chance. Dann würde sie Sirius Black suchen und ihn wieder nach Askaban bringen, dort wo er hingehörte für seine Tat. Aber jetzt war sie machtlos und sie mochte das Gefühl überhaupt nicht.
"Emily, sag bitte, dass wenigstens du so vernünftig bist und nicht nach Black suchst", rief Hermine plötzlich.
"Hmm? Was? Natürlich suche ich nicht nach Black", sagte Emily und versank wieder in Gedanken. Es war der Beginn der Ferien und die meisten Schüler hatten das Schloss verlassen. Vor ihr lag aufgeschlagen das Fotoalbum, dass Hagrid ihnen gegeben hatte. Auf dem einen Bild strahlte ihnen Sirius entgegen, neben ihm James und Lily in ihrem weißen Hochzeitskleid. Black war kaum zu erkennen im Vergleich zu heute. Sie blätterte ein paar Seiten weiter.
Es war Sommer und im Garten war eine Decke ausgebreitet. Lily saß am Rand und schüttelte amüsiert den Kopf. James und Sirius hatte beide einen der Zwillinge auf den Schultern sitzen. Eine knapp einjährige Emily riss begeistert an Sirius schwarzen Haaren, während Sirius vor Schmerz zusammen zuckte. Hatten Lily und James damals schon geahnt, dass mit Sirius etwas nicht in Ordnung war? Wenn sie damals gewusst hätten, dass ihr bester Freund sie verraten würde. Es war kaum zu glauben und doch war es geschehen.
Noch ein paar Seiten weiter. Es schien der erste Geburtstag von Emily und Harry gewesen zu sein. Lupin war da, ebenso wie Sirius. Eine Katze hatte sich auch auf das Bild geschlichen. Alle trugen kleine Geburtstagshüte und zwischen zwei Ästen hing eine lange Girlande. Im Gras war wieder die Decke ausgebreitet. Vor den Zwillingen lagen zwei kleine ausgepackte Besen in Miniaturversion. Harry hatte zudem eine dicke Schicht Sahne im Gesicht und in den Haaren. Als Emily genauer hinsah, sah sie, dass Lupin, Sirius und James genauso mit Sahne und Kuchen beschmiert waren. Alle drei Männer lachten lauthals und wischten sich den Kuchen aus dem Gesicht. Sie sahen alle so jung und sorgenfrei aus. Lily schien das Foto gemacht zu haben, denn sie war nicht zu sehen.
Auf dem nächsten Foto waren Emily und Harry bereits älter. Sirius lag auf dem Boden, während Harry auf seiner Brust saß und fröhlich mit den Händen klatschte. Daneben saß eine junge Frau im Schneidersitz und lachte hell auf. Zwischen ihren Beinen saß Emily.
Emily hatte keine Ahnung wer diese Frau war, sie hatte sie nur auf ein paar der anderen Fotos gesehen. Anscheinend war sie mit ihren Eltern, Remus und Sirius zur Schule gegangen, denn sie schien nicht viel älter zu sein. Die Frau war hübsch, sie hatte dunkle Haut und strahlende Augen. Ihre Haare waren zu vielen kleinen Zöpfen geflochten, die ihr über die Schulter fielen. Emily musste unbedingt mal Remus fragen wer diese Frau war, denn auch Harry hatte keine Ahnung.
"Kommst du mit zu Hagrid?", fragte Hermine und riss Emily aus der Betrachtung der Bilder. Emily nickte und holte Mütze und Mantel aus dem Schlafsaal und verstaute das Album wieder sicher. Gemeinsam mit Ron und Harry machten sie sich auf den Weg über die vereisten Wiesen hinunter zu Hagrid. Der Verbotene Wald sah wie verzaubert aus mit den Bäumen die über und über mit Eis bedeckt waren.
Harry klopfte gegen die Tür, doch alles was sie hörten war ein lautes Schluchzen. "Hagrid? Bist du da?"
Die Tür öffnete sich plötzlich und gab die Sicht auf einen ziemlich verheulten Hagrid frei. Seine Augen waren rotgerändert und geschwollen, immer noch fielen Tränen in seinen buschigen Bart.
"Ihr habt davon gehört", heulte Hagrid und umarmte Harry. Die drei anderen sprangen ihm bei und zogen Hagrid von ihm runter und dann in einen deutete auf einen offiziell aussehenden Brief, der auf dem Tisch lag. Wie es sich herausstellte war dies die Einladung zu der Anhörung wegen Seidenschnabel. Lucius Malfoy steckte dahinter.
"Wir müssen eine gute Verteidigung aufbauen", schlug Hermine vor. "Ich bin mir sicher, du kannst beweisen, dass Seidenschnabel unschudlig ist."
"Das macht keinen Unterschied", heulte Hagrid. "Und wenn ich verliere, dann ist Seidenschnabel-" Er fuhr sich mit dem Finger über die Kehle.
"Hagrid, du kannst jetzt nicht aufgeben", sagte Emily. "Hermine hat recht. Du brauchst nur eine gute Verteidigung."
"Genau. Wir sind Augenzeugen", sprang Harry ihr bei.
"Wir schauen in der Bibliothek nach", sagte Hermine. Hagrids Stimmung besserte sich ein bisschen bei dieser Aussicht.
Nach diesem Besuch bei Hagrid kehrten die vier zurück ins Schloss und holten sich aus der Bibliothek Bücher, von denen sie dachten, dass sie hilfreich sein könnten. Sie verbrachten Stunden vor dem Feuer im Gemeinschaftsraum und durchsuchten die dicken Bücher nach Hinweisen. Sie hofften, dass sie so ihrem alten Freund helfen konnten.
