Kapitel 35: Verabredungen

Als Lisa spät am Abend endlich in ihr Zimmer verschwinden konnte, schwebte sie immer noch halb die Treppe hinauf. Es war ein wundervolles Beisammensein geworden. Die kleine Barbara war ein Schatz gewesen und hatte nicht gequengelt und auch alle anderen waren bester Laune gewesen. Selbst Bernd, der am Anfang noch ein bisschen beleidigt gewesen war, dass Lisa nichts davon erzählt hatte, was Rokko und sie besprochen hatten, war bald aufgetaut. Helga bemerkte sofort, dass es ihre Tochter gut ging und sie bedankte sich innerlich bei Rokko. Der Junge fand auch immer die richtigen Worte und Helge hegte die leise Hoffnung, dass sie ihn vielleicht wieder öfter sehen würde.

Es wurde viel gelacht an diesem Abend, Helgas Kaninchen fand eine Menge Bewunderer und die anschließend verteilten Geschenke wurden allseits gerne angenommen. Als Lisa jetzt in ihrem Schlafanzug in ihr Bett gekuschelt da lag, wartete sie geduldig auf seinen Anruf. Der ließ ein wenig auf sich warten und Lisa begann sich langsam zu fragen, ob sie alles nur geträumt hatte. Aber dann ertönte die altbekannte Melodie und hatte nicht mal Zeit, sich zu wiederholen, als Lisa den Anruf auch schon entgegennahm.

„Hallo Rokko."

Es herrschte Stille am andern Ende der Leitung. Und ohne ein weiteres Wort legte der andere auf. Als Lisa daraufhin nachschaute, wer der Anrufer gewesen war, sank ihre Hochstimmung etwas.

‚David. Was du jetzt wohl denkst? Sicher ziehst du wieder voreilige Schlüsse. Aber das ist mir jetzt auch egal.'

Sie hatte so sehr auf Rokkos Anruf gewartet, dass sie nicht auf das Display geschaut hatte. Aber es war ihr egal. Der richtige Anruf kam dann auch ein paar Minuten später.

Guten Abend, mein Herz. Ich hoffe, du hast schön gefeiert?"
Oh ja. Es ist ein wundervoller Abend geworden. Und bei dir und Hugo?"
Hugo hat mich löchrig gefragt und wir hatten heute Abend viel Spaß. Er lässt dich übrigens herzlich grüßen und ich soll dir ausrichten, dass du die beste Entscheidung deines Lebens getroffen hast."

Lisa kuschelte sich noch tiefer in ihre Decke und wünschte sich, dass Rokko jetzt bei ihr wäre.

Dann richte du bitte Hugo aus, dass ich das selber weiß und es immer noch nicht glauben kann."

Rokkos Stimme wurde sehr liebevoll.

Ich sitze auch noch immer trunken vor Glück auf meinem alten Bett und muss mich ab und zu kneifen um mir selber klar zu machen, dass es kein Traum ist. Noch gestern sah die Welt so vollkommen anders aus und heute bin ich vor Optimismus kaum zu bremsen!"

Lisa konnte sich regelrecht vorstellen wie Rokko im Zimmer auf und ab lief und dem Drang widerstehen musste, in die Luft zu springen.

Wann sehen wir uns morgen?"
Ich dachte wir gehen erst ein wenig auf den Weihnachtsmarkt, vielleicht ein paar gebrannte Mandel oder einen Apfel mit rotem Zuckerguss essen und dann machen wir einen langen Spaziergang im Wald. Der Schnee ist noch frisch und die Luft ist herrlich klar. Das wäre doch ein netter Tag."

Lisa schluckte.

Das wäre ein perfekter Tag, Rokko. Ich freue mich darauf. Ich komme dann so um zehn bei Hugo vorbei, dich abholen. Ich hoffe, er ist nicht böse, dass ich ihm seinen Besuch entführe?"
Nein, Lisa. Hugo ist geradezu selig. Er glaubt wohl, dass es sein Verdienst ist, weil er mir davon erzählt hast, dass du dich von David getrennt hast und weil er mich nach Berlin eingeladen hat."

Lisa musste kichern, denn sie stellte sich den Designer gerade in knapper Toga und mit Pfeil und Bogen vor.

Ich freue mich auf den morgigen Tag. Ich kann dir gar nicht beschreiben, wie sehr."
Wenn du dich genauso freust wie ich, dann kann ich es mir schon ganz gut vorstellen. Aber ich sehe uns jetzt vor einem Problem, denn ich kann unmöglich als erster auflegen. Dann habe ich das Gefühl, etwas zu beenden und dieses Wort soll zwischen uns nie wieder vorkommen."

Lisa war gerührt, aber auch sie sah sich außerstande, ihm eine Gute Nacht zu wünschen und dann da Gespräch zu beenden

Das könnte aber teuer werden, wenn keiner von uns es machen will. Vielleicht sollten wir es gleichzeitig machen."

Rokko musste darüber lachen.

Wie immer äußerst praktisch orientiert die gute Lisa. Also gut, lass es uns versuchen. Also ich wünsche meiner geliebten Lisa eine wundervolle Nacht und dass sie etwas Süßes träumen soll."
Und ich wünsche dir, liebster Rokko, dass du schlafen kannst und wir morgen einen wundervollen Tag haben werden. Also, eins, zwei und drei!"

Keiner von beiden hörte ein Tuten in der Leitung und keiner hatte natürlich aufgelegt. Sie mussten hemmungslos darüber lachen und wünschten sich nichts sehnlicher, als diesen Moment mit dem anderen zu verbringen. Stattdessen sagten sie, als sie sich wieder beruhigt hatten, wie aus einem Munde:

„Ich liebe dich."

Und dann schafften sie es doch und zwar ohne Worte, aufzulegen. Jeder von ihnen hatten ein seliges Lächeln auf dem Mund. Sie schliefen voller Vorfreude auf den nächsten Tag ein.


Als Lisa am nächsten Tag nach unten ging, um sich auf den Weg zu Rokko zu machen, kam ihr Vater ihr in den Flur hinterher und fragte sie ganz vorsichtig:

Wo willst du denn hin, Schnattchen?"
Auf den Weihnachtsmarkt?"
Ganz alleine? Und auf welchen denn eigentlich?"
Nein, nicht ganz alleine. Und wir werden schon einen finden."

Lisa legte sich ihren dicken Schal um und musste lachen. Daran hatten sie beide gestern Abend in ihrer Aufgeregtheit gar nicht gedacht. Irgendwas würde ihnen sicher noch einfallen. Bernd merkte sehr wohl, dass Lisa ihm nicht auf seine Frage geantwortet hatte und bohrte noch einmal nach

Lisa, mit wem triffst du dich denn nun jetzt?"

Lisa nahm Bernd in den Arm und sagte

Das weißt du ganz genau, Papa. Und ich kann dir versprechen, dass es keine Pfefferminztorte ist."

Sie drückte ihm noch einen Kuss auf die Wange und machte sich dann schleunigst aus dem Staub. Und ließ einen verdattert dreinblickenden Bernd zurück. Helga, die das kleine Zwischenspiel auf dem Flur mitbekommen hatte, sagte nur zu ihrem Mann:

Siehst du, dass hast du jetzt davon, Bärchen, wenn du dich einmischen willst. Vertrau' doch einfach deiner Tochter."
Aber der Kowalski..."
Du meinst der Rokko? Das meinst du doch, oder? Du kannst froh sein, wenn der in Lisas Leben wieder eine Rolle spielt. Aber du und ich wir werden uns da nicht einmischen, hast du mich verstanden?"
Aber Helga, Mäuschen, wieso denn nicht?"
Weil ich es dir sage und dabei sowieso nichts Gutes rauskommen kann. So, jetzt komm mal her, mein Dicker. Sei doch froh, so haben wir ein paar Stündchen für uns."

Davon ließ sich Bernd gern ablenken.


Lisa klingelte kurze Zeit später an Hugos Tür und wurde auch von diesem begrüßt; äußerst euphorisch, wie Lisa feststellen musst

Mein Liebe. Willkommen, willkommen. Der gute Rokko blockiert schon seit einer Stunde das Bad, weil er sich für sie hübsch machen will. Es wird Zeit, dass sie ihn nach draußen schleppen. Da ja Weihnachtsmarkt etwas übereifrig von euch war, müsst ihr halt was anderes finden. Rokko, jetzt komm endlich da raus, dein Aschenputtel ist da!"

Rokko kam etwas verlegen grinsend aus dem Bad hervor. Er trug mehr als nur ein Handtuch, was Lisa ein klein wenig enttäuschte. Hugo verdünnisierte sich in die oberste Etage. Er wusste, das junge Glück war noch neu und zerbrechlich und braucht mit Sicherheit keine Zuschauer. Lisa und Rokko nahmen sich zaghaft in den Arm und Rokko sagte schließlich:

Wohl kein Weihnachtsmarkt heute. Da müssen wir uns wohl irgendwie vertan haben."

Lisa musste lachen. Sie liebte es, wie Rokko Situationen auflockern konnte und drückte seine Hand.

„Aber ich habe ja vorausgeschaut. Bevor ich gestern zu dir nach Göberitz gefahren bin, habe ich ein paar Dinge besorgt. Gebackene Mandel schmecken nur frisch richtig gut. Deshalb habe ich keine geholt. Aber diese lasierten Äpfel kann man auch noch ein paar Tage später genießen. Den nehmen wir einfach auf unseren Spaziergang mit. Und die zweite Sache bekommst du nur, wenn du mir auch versprichst, sie zu tragen."

Lisa musste schmunzeln. Sie würde alles tragen, also versprach sie es. Rokko ging in sein altes Zimmer, zog sich Mantel und Mütze über und holte eine Tüte und einen Umschlag aus einem leeren Regal. Die Tüte reichte er Lisa, die einen kandierten, roten Apfel und ein Lebkuchenherz daraus zu Tage förderte, auf dem ‚Für immer dein' stand. Eine Träne wegblinzelnd hängte sie sich das Herz um den Hals und hielt den Apfel vor Rokkos Mund.

„Danke Rokko. Ich liebe dieses Herz. Und diese Äpfel fand ich schon als Kind immer toll. Man bekommt so einen lustigen roten Mund. Aber ich kann dir sagen, dass die Jahre mit Zahnspange nicht so lustig gewesen sind."

Sie drückte ihn an sich und er tat es ihr gleich. Schließlich wollte sie neugierig wissen:

Und was ist in dem Umschlag?"
Das erzähle ich dir nachher, versprochen. Aber jetzt möchte ich nach draußen, diesen wunderschönen Tag mit dir genießen."

Lisa strahlte:

Da kann ich doch nicht nein sagen. Also, lass uns gehen."

Die beiden fuhren mit der U-Bahn in den Park, wo viele Familien bereits den Neuschnee genutzt hatten, um ihre Schneemänner zu bauen. Lisa und Rokko ließen sich auf einer Parkbank nieder und bissen munter von dem Apfel ab, bis beide einen roten Mund hatten. Darüber mussten sie so lachen, dass sie sich die Bäuche halten mussten. Ein paar Meter entfernt stand eine Familie und als die kleine Tochter die beiden vermeintlichen Erwachsenen so kichern sah, zupfte sie am Mantel ihres Papas und sagte:

Guck mal Papa, die zwei sind genauso albern, wie ich mit meiner Freundin immer und die sind doch auch schon groß."

Dem Vater war das sichtlich peinlich, aber Rokko feixte die Kleine nur an:

Dafür ist man doch nie zu groß, oder Papa? Und so ein roter Mund ist doch auch wirklich lustig."

Dann mussten die beiden wieder lachen und sowohl fremdes Kind als auch deren Papa fühlten sich wohl veralbert, denn sie widmeten sich jetzt wieder voller Ernsthaftigkeit ihrem Schneemann. Schließlich war der Apfel vollständig verspeist und Lisa fiel wieder der Umschlag in Rokkos Jackentasche ein. Sie sprach ihn darauf an und es schien ihm etwas peinlich zu sein, es ihr zu erzählen. Aber er wollte einen Anfang ohne irgendwelche Geheimnisse und hielt ihr deshalb den uns ja schon bekannten Zeitungsartikel unter die Nase. Lisa sah das Papier erstaunt an und fragte dann:

Woher hast du den? Ich weiß, dass er erst nach Weihnachten erscheinen soll?"
„Den hat Sarah geschrieben, du hast sie kennen gelernt. Sie hat das Interview geführt."
„Natürlich erinnere ich mich. Eine sehr nette junge Frau und mir hat ihr Stil außerordentlich gut gefallen. Aber woher kennst du sie? Wusstest du von dem Interview?"
„Ich bin doch gleich am Tag nach der Hochzeit nach Hamburg abgehauen und hab dort eine Weile bei meinem Freund Mike gewohnt. Sarah ist seine Schwester und so habe ich sie halt kennen gelernt. Und von dem Interview wusste ich bis vor zwei Tagen auch nichts. Sie hat es mir zum Abschied gegeben."

Lisa zählte eins und eins schnell zusammen.

„Diese junge Frau war deine Freundin? Sie hat dir so sehr geholfen? Sie hat dich gehen lassen?"

Lisa war erstaunt.

Warum hat sie dieses Interview überhaupt geführt?"
Weil sie sich kennen lernen wollte. Sie wollte wissen, wer die Frau ist, der mein Herz gehörte. Und du hast sie sozusagen davon überzeugt, dass sie keine Chance gegen dich hat."

Lisa fühlte sich schlecht:

Das tut mir total leid. Wenn ich das gewusst hätte..."

Rokko musste lachen:

Was dann, Lisa, wärst du weniger nett gewesen? Das kannst du doch gar nicht. Ich habe Sarah sehr gern und bin ihr sehr dankbar, aber sie hat noch eher begriffen als ich, dass ich nicht sie liebe, sondern dich. Und sie hat mich freigegeben."

Er legte seinen Arm um Lisa und zog sie an sich. Sie lehnte ihren Kopf an seine Schulter und war dankbar über seine Nähe.

Es tut mir sehr leid für sie. Ich fand sie so sympathisch und hatte mir schon fest vorgenommen, mich bei ihr zu melden, um mich bei ihr zu bedanken. Ich konnte mir gut vorstellen, mit ihr vielleicht befreundet zu sein."
Dir muss gar nichts leid tun, Lisa. Höchstens mir. Aber ich dachte, dass du es wissen solltest. Sicher wirst du sie irgendwann einmal treffen. Vielleicht, wenn du mich in Hamburg besuchen kommst."

Lisa schaute Rokko an. Die beiden waren erst seit so kurzer Zeit wieder vereint, dass noch keine Zeit geblieben war, sich über die Entfernung Gedanken zu machen.

Du in Hamburg. Ich in Berlin. Das ist total doof."

Rokko musste über Lisas trotzigen Gesichtsausdruck schmunzeln und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. Einen roten Kuss, wie er feststellte und musste darüber erneut herzhaft lachen. Lisa begriff nicht, was ihn so erheiterte und ihre fragende Mine machte es auch nicht besser. Schließlich nahm Rokko eine handvoll Schnee und ehe es sich Lisa versah, rieb er ihr damit die Stirn ein. Voller Empörung sagte sie:

Na warte, mein Freund, da will man mit dir mal ein ernsthaftes Gespräch führen und was machst du, du klatscht einem Schnee ins Gesicht!"

Rokko konnte nicht mehr vor Lachen. Das spornte Lisa nur umso mehr an. Sie formte einen besonders großen Schnellball und hielt ihn Rokko drohend vors Gesicht.

Und jetzt sag' mir sofort, was so lustig ist!"

Rokko zeigte auf Lisas Stirn und als sich ihre Augen automatisch nach oben zu richten versuchte und dabei schielte, war es um Rokko geschehen und er kippte von der Parkbank runter. Lisa verstand nur Bahnhof und bevor Rokkos Lachen ansteckend werden konnte, warf sie auch schon den großen Schnellball mitten in sein Gesicht. Zumindest hatte sie das vorgehabt, aber nicht an ihre schlechte Treffsicherheit gedacht und traf Rokko deutlich weiter unter. Aber nicht weit unten genug, wie Lisa fand, dafür, dass er sie so auslachte. Und jetzt sagte er auch noch unter Kichern:

Daneben."

Lisa musste jetzt auch endlich lachen. Was immer ihn so erheiterte, es war doch viel schöner gemeinsam mit ihm zu lachen. Jetzt formte sie einen neuen Ball, aber Rokko hatte sich soweit wieder gefangen, dass er den nächsten Angriff erwartete. Etwas neckend rief er:

Glaubst du etwa, du könntest mich treffen? Nie im Leben."
Na warte, dir werde ich es schon zeigen, von wegen nicht treffen. Das schaffe ich schon!"

Bald darauf hatte Lisa gerötete Wangen und sie versuchte angestrengt, ihn mit einem Schneeball zu treffen. Rokkos schwarze Locken waren bald voller Schnee und er schaffte es mühelos sich jedes Mal unter einem ihrer Bälle wegzuducken und grinste Lisa dann ganz frech an. Bald darauf waren beide vor Anstrengung nass geschwitzt und lagen mit schneeverklebten Haaren auf dem Rücken und rangen nach Atem. Lisa hatte lange nicht mehr so gelacht, dass letzte Mal bei einer gewissen Kissenschlacht:

Und ich habe dich doch getroffen."
Ja, einmal und dafür richtig. Mitten in den Nacken. Es ist furchtbar, wenn der Schnee dort herunter läuft."
Warum hast du eigentlich so gelacht?"
Weil ich dir einen roten Kussmund auf die Stirn gemacht habe."

Lisa kicherte und ehe es sich Rokko versah, hatte sie ihm auch so einen verpasst. Er wollte gerade protestieren, als auch noch gleich der Schnee in sein Gesicht gedrückt wurde. Beide lachten wieder hemmungslos und als sie sich schließlich erholt hatten und wieder einigermaßen beruhigt Stellung auf der Parkbank bezogen hatten, sagte Rokko:

Wir werden das Kind schon schaukeln, Lisa. Ich werde dich besuchen kommen, wann immer ich Zeit habe. Ich weiß ja von Hugo wie eingespannt du bei Kerima bist. Wir werden uns jedes zweite Wochenende sehen und natürlich jeden Abend telefonieren. Ich weiß schon jetzt, dass du mir jeden Abend fehlen wirst. Unsere Telefonrechnungen werden gigantisch sein. Und dann werde ich zu dir kommen."

Lisa sah Rokko an und wusste, dass sie ihn richtig verstanden hatte.

Du willst wirklich nach Berlin kommen? Für mich?"
Ich weiß doch, was es dir bedeutet, hier zu sein. Bei deinen Eltern und Freunden. Aber Hals über Kopf geht ja auch nicht. Ich muss mir eine neue Arbeit suchen und bei der alten Arbeit sagen, dass ich weg will. Ich muss meine Wohnung kündigen. Und noch andere Kleinigkeiten. Das wird nicht so schnell gehen, wie wir beide uns das wünschen."
Ich befürchte das auch. Du wirst mir fehlen. Du fehlst mir jetzt schon, wenn ich nur daran denke, dass du in zwei Tagen schon nach Hamburg zurück fährst."

Rokkos Augen blitzten Lisa an:

Ich habe in Anbetracht der Umstände meinen Urlaub verlängert und werde nun bis Neujahr bleiben."

Lisa warf sich in Rokkos Arme.

Das ist ja wundervoll. Dann haben wir ja noch eine ganze Woche für uns. Ich freue mich!"
Und ich mich erst."

Schließlich standen sie von der Parkbank auf und machten sich auf den Rückweg. Schnee war zwar schön, solange man tobte, aber irgendwann waren alle Sachen durchgeweicht und man musste sich im Trockenen wieder aufwärmen. Also gingen sie Hand in Hand zurück zur U-Bahn und trennten sich schweren Herzens am Abend wieder, weil Lisa zurück nach Hause musste. Die beiden und uns Leser tröstet ja, dass es nur für eine Nacht war und sie sich am nächsten Tag ja wiederhaben würden.

TBC