Unten hörten sie ihre Eltern herumlaufen und wussten, sie mussten zu ihnen, bevor sie hier auftauchten. Sam erhob sich, sah über die Schulter und zwinkerte Dean zu. „Hoch mit dir alter Mann" meinte er grinsend und verschwand im Bad.
Dean riss die Augen auf und schälte sich umständlich aus den Decken. Sam stand im Bad, sah ihm aber genau zu. „Wer ist hier ein alter Mann?" fragte Dean, als er auf ihn zu kam. „So wie du gerade aus dem Bett gekrochen bist und dich jetzt bewegst, du" kam es von Sam zurück.
„Du hast mich heut Nacht auch ganz schön gefordert, warum bist du so fit?"
Sam zuckte mit den Schultern. „Ich bin jünger."
Dean lachte laut los, zog ihn zu sich und küsste ihn fest. Dann machten sie sich fertig, räumten schnell das Nötigste zusammen und machten das Bett.
Als alles wieder vorzeigbar war, gingen sie etwas breitbeinig nach unten und begrüßten John und Mary. Die wollten natürlich gleich alles sehen und zusammen gingen sie nach oben. Sam und Dean ließen ihre Eltern vor gehen, da sie sich sonst sicher etwas wegen ihrem Gang anhören konnten. Die Nacht war bei beiden doch nicht ganz spurlos vorbei gegangen.
Nach vielen Danksagungen für den Fernseher von den Jungs und viel Lob für das, was sie sich geschaffen haben von den Eltern, gingen sie wieder nach unten und machten gemeinsam das Essen.
Der Rest des Tages war schnell um und Sam und Dean gingen früh ins Bett.
Am Montagvormittag wurde Sam ein paar Mal angesprochen, da man die Spuren seiner Begegnung, in seinem Gesicht, noch recht gut sehen konnte. Er sagte so wenig wie möglich und hielt sich sonst an Dean, der ihn so gut es ging nicht aus den Augen ließ.
Zwischen ihnen war es, als wären sie gerade zusammen gekommen. Die letzte Woche und das Wochenende haben sie noch näher zusammen gebracht, als sie es schon waren. Verliebt hielten sie Händchen und küssten sich immer wieder zwischendurch, wenn sie die Möglichkeit hatten.
Zu Mittag gingen sie nach draußen, da das Wetter einfach traumhaft war und sie die warmen Sonnenstrahlen ausnutzen wollten. Sie waren als erste draußen und suchten einen Tisch unter einem Baum, wo sie schon immer gerne saßen.
„Hey Dean, guk mal die zwei" grinste Sam, der Ava und Andy ganz vertief in einander etwas weiter weg stehen sah. Dean drehte sich in die Richtung und sofort wurde sein Blick extrem finster. Er stand auf und lief auf die Beiden zu.
Sam sah ihn verwirrt hinterher. „Dean! Was ist denn jetzt los?" rief er ihm hinterher, wurde aber schon nicht mehr gehört. Als Dean aber an dem neuem Pärchen vorbeilief, wurde Sam das ganze etwas unheimlich und er stand auf, um seinen Freund nachzugehen.
Als er sah, auf wen er da zusteuerte rief er laut, „Fuck, verdammt noch mal, Dean!" und fing an zu laufen.
Dean hielt direkt auf Becky zu, die er endlich alleine erwischen wollte. Als er bei ihr war, griff er nach ihrem Oberarm und drehte sie ruckartig zu ihm um. „Was zum…" fing sie an, verstummte aber als sie Deans Blick sah.
„Du miese kleine Schlampe du!" fing er auch gleich an. Becky riss die Augen auf und sah sich panisch um. „Ich dachte du willst Sam für dich und dann lässt du ihn einfach so zusammenschlagen" redete Dean gleich weiter und drückte mit seiner Hand fester zu.
Natürlich hatten sie mittlerweile die ganze Aufmerksamkeit der Schüler, die am Schulhof waren. Sam kam bei ihnen an und griff Dean vorsichtig auf die Schulter. „Hey Babe, lass sie los. Komm schon, bitte Dean" redete er auf den Blonden ein.
Becky sah Sam erschrocken an. „Was ist passiert?" fragte sie.
„WAS PASSIERT IST? DU WILLST WIRKLICH WISSEN WAS PASSIERT IST? DU BIST DOCH SCHULD DARAN, DU HAST IHN ZUSAMMENSCHLAGEN LASSEN!" schrie Dean sie an.
Becky zuckte zurück und bekam Tränen in die Augen. „Ich nein…ich würde nie… das wollte ich nicht" stotterte sie zusammen. Sam sah sie scharf an. „Was bitte wolltest du dann?" wollte er wissen.
Becky sah ihn an. „Das Auto…ich würd doch nie…kein Mensch. Sie sollten nur das Auto…was haben sie getan?" Sie schluchzte laut auf und brach in Tränen aus. Plötzlich standen Chuck, Andy und Ava bei ihnen.
„Leute, ihr solltet das nicht hier klären. Der Direktor ist auf dem Weg" meinte Andy und Ava nickte dazu. Chuck konnte sich nicht entscheiden was er gerade tun sollte und blieb erstmal einfach stehen.
„Der Direktor? Gut, ich glaub sie hat einiges zu sagen" meinte Dean, der Becky noch immer fest hielt. „Was ist hier schon wieder los?" hörten sie auch schon von hinten rufen. Alle drehten sich um und als Mr. Pamers Sam und Dean entdeckte, ahnte er schon böses.
„Ich glaub, sie hat was zu erzählen und wir würden gerne hören was" meinte Dean sofort. Der Direktor sah Becky an. „Nun?" fragte er. Becky nickte. „Ja, aber nicht hier." „Gut, alle drei in mein Büro. Oder hat hier sonst noch jemand was dazu beizutragen?" Da sich keiner meldete, drehte er sich um und ging vor. Dean zog Becky hinter sich her und Sam folgte ihnen.
Als drinnen alle saßen, sah Mr. Pamers von einem zum Anderen. „Also?"
Becky schluchzte wieder auf. „Ich war so unglaublich enttäuscht. Ich konnte nicht glauben, dass Dean von Sam mir vorgezogen wurde. Ich wusste, dass Balthasar und die anderen sowieso ein Problem damit hatten. Also bin ich zu ihnen gegangen."
Dean sog scharf die Luft ein, aber Sam legte ihm beruhigend die Hand auf den Oberschenkel, wo er mit dem Daumen immer wieder drüber strich. Becky sah kurz auf, senkte den Blick aber gleich wieder.
„Ich hab mich öfters mit ihnen getroffen und da kam plötzlich die Idee den Beiden was anzutun. Es war aber immer nur von Deans Auto die Rede. Jeder weiß, wie sehr er das Ding liebt und das man ihn so echt treffen könnte" erzählte sie weiter.
Mr. Pamers sah zu Dean, der ihm gleich zunickte und erzählte, was mit dem Impala war. Becky meinte, dass das alles war, wovon sie wusste. „Ich würde niemals wollen, dass einem Menschen was geschieht. Ich bin doch nicht so schlecht. Ihr kennt mich doch. Ja, ich war enttäuscht, aber das ist doch kein Grund für so was" meinte sie und zeigte auf Sams Gesicht.
„Das da ist noch nicht alles. Deine ach so tollen Freunde hätten ihn umgebracht und einfach im Flur liegen gelassen. Überleg dir einfach in Zukunft mit wem du dich verbündest und schalt dein Hirn ein" kam es scharf von Dean.
Er griff neben sich und klammerte sich an Sams Hand, um nicht schon wieder die Beherrschung zu verlieren. „Es tut mir leid" nuschelte die Brünette. „Okay, ich hoffe das war alles. Gegen die besagten Schüler läuft eine Anzeige. Melden sie sich bitte bei dieser Nummer und verlangen sie diesen Officer, dem erzählen sie alles noch mal" meinte der Direktor.
Becky nahm die Karte, die ihr hingehalten wurde. „Mach ich, ich ruf ihn gleich an und geh nach der letzten Stunde hin" versprach sie und stand auf. Mr. Pamers deutete Sam und Dean an, noch sitzen zu bleiben.
Als sie wieder zu dritt waren sah er sie streng an. „Ich hab euch gebeten zu mir zu kommen, wenn etwas ist. Mit solchen Aktionen wie eben, lenkt ihr nur noch mehr Aufmerksamkeit auf euch und ich kann euch sagen, dass wollt ihr nicht und ich auch nicht."
Sam senkte den Blick, Dean aber sah ihn direkt an. „Ich weiß, aber das konnte ich nicht so sein lassen. Ich wusste, sie hat was mit den Typen zu tun, soll ich dann einfach nichts machen?" Der Direktor schüttelte den Kopf, „Nein, ihr sollt zu mir kommen. Glaubt mir, ich kann mehr machen als ihr. Ich meine es nur gut."
Sam sah auf. „Danke und das wissen wir. Es war einfach etwas viel in den letzten Wochen." Mr. Pamers nickte. „Das ist mir klar und ich hoffe, dass ihr bald eure Ruhe habt und wieder ganz normale Schüler sein könnt. Bis dahin verhaltet euch bitte ruhig."
„Was passiert jetzt weiter? Kommen die wieder auf die Schule?" wollte Dean weiter wissen. „Nein, sie wurden nach Absprache der Elternvertreter ausgeschlossen und die Anzeige gegen sie läuft. Da wird sich bestimmt auch bald jemand bei euch melden."
Sam und Dean nickten und waren damit entlassen. „Super, die ganze Pause damit vertrödelt" fluchte Dean. Sam nahm seine Hand und zog ihn in eine Ecke. Da drückte er ihn gegen die Wand und küsste ihn stürmisch.
Total überrascht, konnte Dean den Kuss erst nach einigen Sekunden erwidern, dafür dann umso stärker. „Ich liebe dich Babe" kam es dann außer Atem von Sam. Er wurde sofort wieder in Deans Arme gezogen und noch mal geküsst. „Ich dich auch" erwiderte Dean.
Der Rest der Woche verlief ruhig, bis auf die Ankündigung, dass in der nächsten Woche die Collegeberater im Haus wären und jeder Schüler der letzten Stufe Beratungstermine bekommen würde. Die waren unbedingt einzuhalten.
Am Freitag mussten sie eine Aussage bei der Polizei machen. Da Dean Sam nicht von der Seite wich, wurden sie anstatt wie geplant getrennt und von zwei Polizisten, einfach zusammen befragt. Dean erzählte noch mal alles von der Nacht, als der Impala beschädigt wurde und Sam erzählte von seiner Begegnung im Schulflur.
Danach gingen sie was trinken und versprachen sich, dass es damit jetzt gut war. Vielleicht hatte Becky jetzt gerade noch die Kurve gekriegt und gibt Chuck eine Chance. Sie wünschten es ihm, auch wenn sie sich keine enge Freundschaft mehr mit der Brünetten vorstellen konnten.
Am Samstag gab Ash seine Geburtstagsparty. Diese war seit Jahren legendär. Schon Monate vorher wurde er von jedem umschwärmt, nur um eingeladen zu werden. Nach dem frühen Tod seiner Eltern, wohnte er bei seiner Tante, die ihm jedes Jahr für zwei Tage das Haus überließ.
Ihre Bedingungen waren, dass sie es wieder so vorfinden würde, wie sie es verlassen hatte und nicht mehr als 25 Leute anwesend sein durften. Ash hielt sich daran, also waren die Einladungen begrenzt.
Sam und Dean, sowie der Rest ihrer Truppe, waren jedes Jahr dabei und durften meist auch den Rest der Gäste mit auswählen. Dafür trafen sie sich schon immer zwei Wochen vorher und machten sich einen Spaß daraus.
Den ganzen Tag über faulenzten sie und ihre Eltern ließen sie in Ruhe. Sie gönnten es ihnen nach dem ganzen Stress der letzten Wochen. Am Abend richteten sie sich gemeinsam her und fuhren zu Ash.
Einige waren schon da und standen mit was zu trinken in der Hand herum. Die Musik spielte und im Garten waren in jeder Ecke Fackeln aufgestellt. Zusätzlich standen einige Liegestühle und Stühle mit Polster und Decken draußen.
Sam und Dean gingen herum. Als sie das Geburtstagskind fanden, umarmten sie ihn freundschaftlich und wünschten ihm alles Gute. Das Geschenkt hatten sie ihm in die Küche gelegt. Konzertkarten für seine Lieblingsband, die in zwei Wochen in ihrer Nähe spielen würden.
Dann gingen sie nach draußen, wo sie auch gleich Castiel trafen, der Jo stolz jedem vorstellte, der sie noch nicht kannte. Als die Beiden die Jungs erkannten kamen sie sofort auf diese zu und die Vier begrüßten sich.
Sie holten sich auch was zu trinken und suchten sich zwei Liegen, die beieinander standen. Dean lehnte sich mit dem Rücken an und zog Sam zwischen seine Beine. Cas setzte sich wie Dean und hob Jo auf sich. So saßen sie eine zeitlang und unterhielten sich über die anderen Leute auf der Party.
Im Lästern waren die Vier ein eingeschworenes Team und unschlagbar. So hatten sie eine Menge Spaß und es wurde immer später. Alle die draußen waren kuschelten sich unter die Decken, meist zu zweit unter einer.
„Hey Leute" kam Andi zu Sam und Dean und sah schüchtern zu Boden. „Hy, was gibt's?" begrüßten die Jungs ihn. „Ähm, kann ich mit dir reden Sam?" Der Große nickte, gab Dean einen Kuss und ging mit Andy nach drinnen.
„Was gibt's?" wollte er wissen. Der Kleinere druckste herum. „Ich naja…ich weiß nicht so recht." Sam fing an zu lachen. „Was ist mit dir? So kenn ich dich ja gar nicht" meinte er und drückte Andy auf die Couch, die gerade leer war, bevor er sich dazu setzte.
Andy atmete tief durch und sah ihn dann an. „Ich weiß nicht wie ich an Ava rankommen soll. Ich meine du und Dean, ihr ward vorher Brüder. Wie habt ihr den Schritt gemacht? Ava und ich sind ja auch schon ewig befreundet" erklärte er.
„Da bin ich der falsche Teil. Dean hat den ersten Schritt gemacht. Da wusste ich noch gar nicht, dass ich ihn will" meinte Sam gleich. Sein Gegenüber bekam große Augen. „Dean? Echt jetzt? Ich meine wir wissen, dass ihr euch im Krankenhaus, nach Deans Sturz, näher gekommen seid. Wir haben aber alle gedacht, dass es von dir aus ging."
Sam schüttelte den Kopf. „Nein, es war zwar auch von ihm nicht so geplant, aber es war das Beste was er machen konnte. Ich war eigentlich total überrumpelt und brauchte etwas Zeit um mich damit auseinander zu setzen. Bei fast allen ersten Schritten war es Dean" erklärte er weiter.
„Wow" meinte Andy nur. „Weißt du was, schnapp sie dir. Geh mit ihr wo hin, wo es ruhig ist und ihr Ruhe habt und küss sie einfach. Glaub mir, besser kannst du es nicht sagen" riet ihm der Größere. „Meinst du?" „Bei Dean und mir hat es geklappt und glaub mir, erst als ich seine Lippen das erste Mal spürte, wusste ich plötzlich auch was ich will."
Sie lächelten sich an. „Danke" meinte der Brünette und Sam nickte. Plötzlich wurde es hektisch. Alle rannten von draußen rein und hielten was in der Hand. Sam stand auf und sah nach.
