"1, 2, Traummann"

Logan verstand sich gut mit Rorys Dad. Er war wirklich cool. Anders als die Väter, die er kannte. Rory hatte wirklich Glück mit ihren Eltern.

Dennoch kam er nicht umhin, zu bemerken, dass Rory ihn ignorierte. Er versuchte, es sich nicht anmerken zu lassen, doch es störte ihn. Wieso war sie jetzt schon wieder sauer?

Dieses Mädchen frustrierte ihn immer wieder von neuem.

Er erzählte gerade von dem Streich, den Colin, Finn und er auf dem Internat in Oklahoma gespielt hatten, als er bemerkte, dass Christopher ihm nicht mehr zuhörte, sondern stattdessen zu Lorelai und Rory sah. Logan drehte sich zu ihnen hin und bemerkte amüsiert, wie die beiden vom Tisch weggedreht, Rory mit ihrem Teller in der Hand, die Leute anstarrten, die an dem Tisch vorbeigingen.

„Was machen die?", fragte er Chris, der nur den Kopf schüttelte. „Emily wütend", antwortete er fröhlich und lachte.

„Sie spielen ein Spiel. Man hat drei Versuche, sich einen Mann aus zu suchen. Wenn man die ersten zwei ausgeschlagen hat, bekommt man automatisch den dritten. Pass auf."

In dem Moment ging ein Kellner vorbei. Rory und Lorelai sahen ihm beide hinterher und Rory sah ihre Mutter dann abwartend an.

„Er hat einen süßen Hintern", meinte sie abwägend zu ihrer Mutter und Logan sah Rory überrascht an. Dass sie so etwas am gleichen Tisch sagen würde, an dem ihre Großeltern saßen, hätte sie nicht gedacht.

Lorelai nickte. „Aber er ist mir zu jung. Und ich fühle mich mutig. Also weiter."

Rory nickte und die beiden warteten wieder, bis ein blonder, gutaussehender Mann, im Alter von ungefähr 40 Jahren an ihnen vorbei ging. Lorelai klappte aufgeregt in die Hände und tat so, als würde sie lechzen, bis ein anderer Mann schnell hinter ihm her lief und ihm auf den Hintern schlug, sodass der Blonde anfing, zu kichern und tadelnd meinte: „Dennis, warte, bis wir zu Hause sind."

Rory fing an zu lachen und hielt sich eine Hand vor den Mund, um die Aufmerksamkeit ihrer Großeltern nicht zu erregen.

Lorelai seufzte. „Ich nehme wohl Nummer 3.", meinte sie dann niedergeschlagen und Rory klopfte ihr mitleidig auf die Schulter.

In dem Moment schlug jemand Logan auf die Schulter und er drehte sich wieder zu Christopher um. Dieser grinste verschwörerisch und stand dann auf. „Ich glaube, ich geh mir noch ein Bier bestellen", meinte er dann langsam und Logan grinste, als er begriff.

Chris ging los und besonders langsam an den Gilmore Girls vorbei.

Lorelai sah enttäuscht aus, Rory lachte los.

„Ich will eine neue Nummer 3, ich will eine neue!", jammerte sie und Rory schüttelte den Kopf. „Das gibt es nicht. Du hättest den Kellner nehmen sollen. Pech gehabt. Ha! Endlich geht der Traum eines jeden Kindes in Erfüllung. Mama und Papa sind letztlich vereint."

Sie lachte über den Gesichtsausdruck ihrer Mutter. „Aber wie wird Luke es aufnehmen? Das seine größte Angst wahr geworden ist?", fuhr sie dramatisch fort und hob ihre Gabel in die Luft.

„Ich schlage ein Duell vor. Als Waffen erlaubt sind Burger und Designerklamotten. Die Markenzeichen der beiden Männer. Ich sehe es direkt vor mir: In der Mitte der Stadt standen die beiden Cowboys, bereit, um für das Herz der Lorelai Gilmore zu kämpfen. Luke, im Holzfällerhemd, holt seinen Pfannenwender heraus, er hat einen mörderischen Blick. Doch Christopher weiß sich zu schlagen. Er zieht seine Geheimwaffe aus seiner Designerjeans: Die Porscheschlüssel.

Er kreist sie hoch in die Luft und wirft damit nach Luke, doch der wehrt sie mit seiner Käppi ab. Mit seinem Pfannenwender läuft er hinter Christopher her, bereit, zuzuschlagen und Chris tut das einzig richtige: Er läuft weg."

Logan fragte sich, wie lange sie wohl noch damit weitermachen könnte, als Lorelai sie unterbrach. „Das ist nicht lustig. Außerdem: Du bist noch dran. Also lach lieber noch nicht, wer weiß, vielleicht bekommst du Mitchum ab."

Abrupt hörte Rory auf zu grinsen und auf Logan verzog eine Grimasse. Keine gute Vorstellung.

Chris kam mit seinem Bier wieder und setzte sich neben Logan. Er grinste ihn zufrieden an und nahm einen Schluck. „Und?", fragte er dann. Logan zuckte mit den Schultern. „Rory ist glücklich, dass ihre Eltern endlich vereint sind, aber Lorelai war nicht sehr begeistert. Dann hat Rory angefangen, von einem Duell von dir und Luke zu erzählen."
Christopher lachte. Das passte zu seinen Mädchen. „Ich nehme an, jetzt ist Rory dran?", fragte er dann und sah zu den Mädchen, die gespannt auf ihren Plätzen saßen und angestrengt in alle Richtungen sahen.

„Bitte lass ihn heiß sein, bitte lass ihn heiß sein", hörte Logan Rory murmeln und grinste.

„Denkst du, ich sollte Mitchum bitten, uns noch etwas zu trinken zu bestellen?", meinte Lorelai unschuldig zu ihr und fing sich einen bösen Blick ein. Christopher lachte leise.

„Ich bin gespannt, wie lange es noch dauert, bis Emily bemerkt, dass sie sich kindisch benehmen", sagte er zu Logan, der nickte. Doch Emily schien vollkommen in das Gespräch mit Shira vertieft.

Als er Lorelai lachen hörte, drehte er sich wieder zu den Mädchen hin und sah gerade noch, wie ein alter Mann am Krückstock um die Ecke verschwand.

„Ich glaube, den nehme ich", meinte Rory zögernd und Lorelai lachte noch mehr. „Den kannst du nicht nehmen, du weißt, ich habe genaue Vorstellungen, was meine Enkelkinder angeht."

Lorelai wählte den Augenblick, um zu Logan zu sehen und grinste, als sie sah, dass er ihnen zuhörte.

Rory nickte. „Ich bezweifle, dass es mit dem überhaupt noch Kinder geben würde. Also Nummer 2."

Lorelai grinste noch breiter, etwas, was Logan ein ungutes Gefühl gab.

Und wieso hatte sie bei dem Gerede von Enkelkindern zu ihm gesehen?

Rorys Stöhnen riss ihn aus seinen Gedanken.

Der Freund von Lorelais Blonden ging an ihnen vorbei.

„Vielleicht kannst du ihn bekehren...", schlug Lorelai vor, doch Rory schüttelte den Kopf. „Ich hasse es, wenn es Nummer 3 ist. Ich habe nie Glück. Wahrscheinlich ist es doch Mitchum. Dann muss ich mich umbringen."

Rory bemerkte Lorelais teuflisches Grinsen nicht, doch Logan sah es.

„Logan, wärst du so lieb, mir etwas zu trinken zu bestellen, mein Glas ist leer.", meinte sie laut und hielt ihr leeres Glas demonstrativ in die Luft.

Logans Augen verengten sich zu Schlitzen und Lorelai lachte.

Er konnte nicht nein sagen, Lorelai hatte so laut geredet, dass sie die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf sich gelenkt hatte. Kurz darauf verzog sie schmerzverzerrt ihr Gesicht, mit Sicherheit hatte Rory sie unterm Tisch getreten.

Logan nickte und erhob sich langsam. „Möchte noch jemand etwas?", fragte er ruhig, in der Hoffnung, dass irgendein Kerl am Tisch vorbeigehen würde. Rory schien diese Hoffnung zu teilen, weil sie verzweifelt in alle Richtungen sah. Doch es war plötzlich wie ausgestorben.

Als niemand etwas wollte, ging Logan langsam los. Er seufzte schließlich, als ihm bewusst war, dass er definitiv Nummer 3 war und ging schneller in Richtung Bar. Er hörte noch Lorelais Jubelschrei und Rorys Stöhnen.

Rory funkelte ihre Mutter an. Das war unter der Gürtellinie. Das war Verrat. Sie aß schweigend, den Blick auf ihren Teller gesenkt und ignorierte die Versuche ihrer Mutter, mit ihr zu reden.

„Dad, wie läuft es eigentlich in deiner Firma?", fragte sie ihren Vater freundlich und ignorierte weiter ihre Mutter, die mit ihrer Gabel hin und her winkte, um Rorys Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Christopher grinste über die beiden Gilmore Girls. „Es läuft gut. Wie immer. Ich verdiene Unmengen an Geld ohne einen Finger rühren zu müssen."

Rory nickte und sah wieder auf ihr Essen.

„Rory, sei doch bitte ein Schatz und hol mir noch ein Glas Rotwein. Diese Kellner hier sind wirklich unglaublich langsam.", meinte Emily dann freundlich und mit einem Lächeln im Gesicht. Rory sah sie entsetzt an. „Aber Logan hat doch gerade gefragt, ob noch jemand was möchte", versuchte sie verzweifelt, sich raus zu reden.

Doch ihre Großmutter zuckte nur mit den Schultern.

„Ich habe mich erst jetzt entschieden, noch ein Glas zu trinken."

Rory seufzte und nickte. Was sollte sie auch anderes tun?