Hallöchen meine Lieben!
Das Kapitel hat auf sich warten lassen, ich weiß. Aber ich sagte ja, das ich es nicht unvollendet lasse.
viel Spaß
36. Kapitel
Hermine saß nervös auf einem der Stühle im frisch gestrichenem Wohnzimmer und versuchte unauffällig die Farbe von ihren Fingern zu wischen, während der Ministeriumszauberer ihre Antworten auf ein Klemmbrett kritzelte.
Vor zwei Wochen waren sie und Severus hier angekommen und hatten sich näher kennen gelernt, als sie je für möglich gehalten hatte. Es war zu früh um von Liebe zu sprechen, aber sie konnte nicht leugnen, dass sie sich zu ihrem Mann hingezogen fühlte. Und gerade jetzt wünschte sie sich nichts sehnlicher, als dass er schnell wieder nach Hause kam.
Severus war am Morgen in die Winkelgasse appariert, um seinen Zutatenvorrat aufzufüllen, denn der Keller hatte sich als riesiges Tränkelabor herausgestellt, dass sie gemeinsam letzte Woche geputzt und ausgemistet hatten.
Hermine hatte beschlossen sich endlich das Wohnzimmer vorzunehmen. Die Wandfarbe hatte sie zusammen mit Severus ausgesucht. Da sie keine Magie benutzen wollte, hatte sie schlussendlich alles per Hand abgeklebt und die Möbel in die Mitte des Zimmers geschoben, um sie abzudecken und so vor Spritzern zu bewahren. Gerade als sie mit der letzten Wand fertig geworden war, hatte der Türklopfer Besuch angekündigt.
Wie nicht anders zu erwarten, hatte sich der Abgeordnete des Zaubereiministeriums nicht abwimmeln lassen und war ohne Einladung einfach ins Haus gestiefelt. Der Zauberer war kaum größer als Hermine und hatte sich das wenige Haar, das er noch besaß, quer über seine Halbglatze gegelt.
Die Gryffindor hatte ihren Unmut hinuntergeschluckt und versucht gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Sie hatte dem Zauberer einen Sessel zurecht gerückt und ihm Tee angeboten, doch er hatte nur die Nase gerümpft und sie skeptisch von Kopf bis Fuß gemustert, ehe er ein paar Notizen machte.
Hermine kam sich schäbig vor in der alten, mit Farbflecken übersäten Latzhose und dem löchrigen T-Shirt. Allem Anschein nach war es immer noch sehr verpönt als Zauberer oder Hexe Muggelarbeit zu erledigen.
Ohne auf seine Ignoranz einzugehen, hatte sie also trotzdem Tee gemacht und nebenbei die lächerlichen Fragen des Zauberers beantwortet. Er hatte sie über ihr Alter, ihre Eltern und ihre Zukunftsvorstellungen ausgefragt. Dann kamen persönlichere Fragen über die Anzahl ihrer bisherigen festen Beziehungen und der Häufigkeit ihres ehelichen Verkehrs mit Severus.
Als Hermine sich weigerte auf letzteres zu antworten, kräuselte der schmierige Kerl seine schmalen Lippen und kritzelte auf seinem Klemmbrett herum.
Jetzt saß Hermine da und hoffte, Severus würde bald auftauchen. Sie fühlte sich dem nicht gewachsen.
„Wenn sie mir nicht antworten wollen, dann muss ich eben auf den Hausherrn warten! Meine Tests kann ich ohnehin nur durchführen, wenn er anwesend ist.", zischte er geringschätzig, „Vielleicht haben Sie die Güte mich etwas herum zu führen."
Hermine fröstelte. Es behagte ihr gar nicht ihm das Haus zu zeigen. Allein ihn hier in Severus' Sessel sitzen zu lassen war schon grenzwertig. Aber was blieb ihr anderes übrig?
„Ja... Ja natürlich."
Hermine stand auf und der Ministeriumszauberer folgte ihr. Nachdem sie das Tränkelabor und das nun nicht mehr zugerümpelte Arbeitszimmer besichtigt hatten, öffnete sich endlich die Eingangstür und Severus kam mit vollbepackten Armen herein.
„Severus! Schön das du da bist!", rief Hermine erleichtert und klang dabei vielleicht einen Tick zu überschwänglich, als sie ihrem Mann einen Kuss auf die Lippen drückte.
Jedenfalls hörte sie schon wieder die Feder ihres Besuchers auf seinem Formular kratzen. Severus wirkte kurz verwirrt, aber als er den Fremden bemerkte, wusste er sofort, was los war. Er stellte seine Einkäufe auf die Treppe ab und reichte dem Zauberer die Hand.
„Severus Snape!", stellte er sich vor und setzte seine undurchdringliche, steife Lehrermiene auf.
Der Beamte zögerte ehe er die Hand nahm und sich selbst als Mr. Branks vorstellte.
„Nun... Dann können wir ja mit der Befragung fortfahren... Mrs. Snape, wenn es keine Umstände macht, hätte ich gerne noch eine Tasse Tee."
„Aber natürlich...!", bemühte sich Hermine Gastfreundlichkeit zu wahren und ließ die zwei Herren im Wohnzimmer zurück.
Durch die Tür konnte sie hören, wie sich der Ministeriumszauberer bemühte, vernünftige Antworten aus Severus heraus zu bekommen. Doch er merkte schnell, dass es nicht so leicht war ihn einzuschüchtern wie zuvor Hermine. Wahrscheinlich machte er sich sogar darüber eine Notiz, dachte sie spottend und hoffte der Besuch würde bald vorüber gehen.
Als Hermine mit einer dampfenden Tasse zurück in den Raum trat, schien ihr Gast sich sehr unbehaglich zu fühlen. Trotzdem stellte er Severus seine letzte Frage und erntete neben einem tödlichen Blick noch ein süffisantes Grinsen.
Severus zog Hermine zu sich und stand auf, woraufhin auch der schmierige Beamte sich erhob.
„Was glauben Sie denn? Als könnte ich mich da beherrschen!", meinte er mit einem amüsierten Blick in Hermines geschockte Augen.
Hatte er das gerade wirklich gesagt? Oder hatte sie sich verhört? Sie konnte einfach nicht verhindern, dass ein Schamhaftes Rot in ihre Wangen kroch, als der Zauberer wieder auf sein Klemmbrett kritzelte.
Als er dann den Zauberstab zog, um seine Zauber zu sprechen, legte ihr Severus beschwichtigend den Arm um die Schulter und bevor sie merkte, was passierte, war es schon vorbei. Das Ministerium hatte seine Antworten und sie endlich ihre Ruhe.
Unter dem abwartenden Blick des Tränkemeisters, verabschiedete sich der kleine Zauberer hastig und verschwand aus der Tür.
Hermine atmete erleichtert auf.
„Merlin sei dank, ist der weg. Bevor du kamst, war es eine einzige Katastrophe."
Severus sah sie prüfend an.
„Ich hoffe, du hast so wenig Details wie möglich preisgegeben. Ich fände es nicht sonderlich angenehm, wenn das Ministerium über jede Kleinigkeit meines Lebens Bescheid weiß.", sagte er mit nachdenklicher Stimme.
„Was denkst du von mir?", entrüstete sich Hermine und stemmte die Fäuste in die Seiten, „Ich handle nicht so kopflos, wie du vielleicht glaubst!"
„Ach nein?", hob er eine Augenbraue und verschränkte die Arme, „Ich entsinne mich da einer weiblichen Person, die ich dabei ertappte, als sie sich einen Weg in mein Büro verschafft hatte und dabei war mein Eigentum zu entwenden..."
Hermines Kinn klappte nach unten.
„Du fängst jetzt wirklich damit an?", fragte sie ungläubig.
„Ich wollte nur sicher gehen. Du magst ja intelligent sein, aber du hattest schon öfter einen Hang dazu in Fettnäpfchen zu treten... Es reicht, wenn das Ministerium nur soviel weiß, wie nötig.", verteidigte sich der Zauberer und ging die Treppe nach unten, um seine Einkäufe zu verstauen.
Verletzt hängte sie sich an seine Fersen.
„Ich bin kein kleines Kind mehr, Severus! Ich bin durchaus in der Lage meinen Verstand zu benutzen."
Hermine folgte ihren Mann in das Labor und half ihm die Zutaten einzuräumen.
„Ich bin es Leid, dass immer über meinen Kopf entschieden wird und mir nichts... aber auch gar nichts zugetraut wird! Nicht mal du traust mir etwas zu.", klagte sie ihn an.
„Hermine!", fing der Zauberer an ärgerlich zu werden und packte sie bei den Schultern, damit sie gezwungen war ihn anzusehen, „Ich traue dir sehr viel zu. Aber du neigst dazu in Stresssituationen unüberlegt zu handeln."
Hermine hatte schon den Mund offen, um etwas zu erwidern, aber er hatte recht. Es war schwer sich das einzugestehen und noch schwerer ihren Frust darüber hinunter zu schlucken.
Es erschreckte sie, dass Severus sie schon so gut kannte, um sie so einzuschätzen. Er hatte eine gute Beobachtungsgabe. Vorhin hatte er die Situation mit den Ministeriumszauberer sofort unter Kontrolle. Das faszinierte sie an ihm und sie bedauerte es, dass er nicht so ein offenes Buch für sie war, wie sie für ihn.
Trotzig schloss Hermine den Mund wieder. Vielleicht war sie etwas zu voreilig mit dem Glauben er würde sich ihr gegenüber öffnen. Sie wusste einfach zu wenig über diesen Mann. Und er war nicht gewillt ihr alles zu zeigen. Es wäre sicher das Beste, ihn so zu nehmen, wie er war und sich keinen irrsinnigen Wünschen hinzugeben.
Resigniert wechselte sie das Thema. Sie wollte sich nicht immer nur mit ihren Problemen herumschlagen müssen.
„Ich räum' dann mal das Wohnzimmer auf.", teilte sie Severus mit und wandte sich wieder zur Treppe Richtung Erdgeschoss, „Danach wollte ich mit deinem alten Kinderzimmer weiter machen, ich hoffe du hast nichts dagegen..."
Ohne auf eine Antwort zu warten ging sie hinauf und ignorierte Severus, der sie zum Zurückkommen bewegen wollte.
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Ratlos ließ sich Severus auf den einzigen Stuhl im Raum sinken. Er wollte Hermine zurückrufen und sich entschuldigen. Es war nicht recht von ihm sie der Leichtsinnigkeit zu beschuldigen. Gerade sie...
Er hatte scheinbar kurz vergessen wen er vor sich hatte. Sie war immerhin diejenige, die damals Monatelang ihre Freunde und sich vor den Todessern versteckt hatte. Erfolgreich... Und er wusste auch, dass sie schon mehr als einmal die Banne von seinem Büro geknackt hatte, um Zutaten zu entwenden, ohne dass er es bemerkte.
Sie war kein kleines Kind mehr und er sollte ihr vertrauen.
Er fühlte sich Machtlos und Missverstanden. Er ertrug es nicht mehr, wenn seine Frau wegen ihm traurig und verletzt war. Er hatte versucht sich zu ändern, aber er war eben er und konnte nicht aus seiner Haut.
Nachdenklich betrachtete er das frisch gekaufte Glas mit Aal-Augen.
Zumindest war die Anspannung überwunden, die sie beide wegen des Ministeriums beschäftigte. Ansonsten waren sie in den letzten Wochen gut zurecht gekommen. Er war erstaunt, was Hermine in der kurzen Zeit, seit dem Ferienbeginn, geschafft hatte. Sein altes Zuhause glich immer mehr genau dem: einem Zuhause.
Er fand Hermine in der Küche. Im Wohnzimmer war wieder alles an seinem Platz und es roch immer noch nach frischer Wandfarbe. Sie zuckte zusammen, als er sie von hinten umarmte und ihr einen Kuss in den Nacken drückte.
„Entschuldige Hermine. Ich verspreche in Zukunft mehr Vertrauen in dich zu setzten. Du hast oft genug bewiesen, dass du was drauf hast."
Sie lehnte sich zurück an seine Brust.
„Und mir tut's Leid, dass ich immer so überempfindlich reagiere.", entgegnete sie und drehte sich in seinen Armen, „Ich sollte dich schon lange genug kennen, um zu wissen, dass du kein einfacher Mann bist."
Severus grinste und küsste sie.
„Wir werden das schon schaukeln"
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Doch so einfach zu schaukeln, wie beide das gerne hätten, wurde es nicht. Vertrauen war eine Sache, die nicht einfach über Nacht kam und die man sich verdienen musste.
Vielleicht war Hermine seit ihrem Gespräch auch einfach empfindlicher geworden, was die Handlungen ihres Mannes anging. Allein wenn Severus beim Mittagessen erst einmal skeptisch in dem von Hermine gekochten Eintopf herumstocherte, bevor er ihn aß, bescherte es Hermine Kopfzerbrechen.
Sie wusste zwar selbst, dass sie nicht die beste Köchin war und auch schon das ein oder andere Gericht, das sie ihm vorsetzte, ungenießbar war. Dennoch fragte sich sich bei jeder Kleinigkeit, ob Severus ihr nicht mal das zutraute, ob es nun nur Kochen war, oder sie ihm beim Brauen von Tränken half.
Sogar als sie den Garten vom Unkraut befreite, hatte er ihr über die Schulter gesehen, beinahe so, als könne sie Schädlinge nicht von brauchbaren Pflanzen unterscheiden.
Es war deprimierend, aber sie sagte sich immer wieder, dass sie ihm zuliebe ihren Ärger hinunterschluckte. Was war schon so schlimm daran? Irgendwann sah er bestimmt ein, dass sie nicht dumm und vertrauenswürdig war.
Es war Ende August, als Hermine mit einem Brief für Madam Pomfrey in der Tasche in die Winkelgasse apparierte. Sie wollte die Schulkrankenschwester darum bitten ihr Bücher zu schicken, damit sie sich eine Wissensgrundlage an Heilkräutern und Tränken anlesen konnte. Sie wollte vorbereitet sein, wenn sie im September dort mit ihrer Ausbildung anfangen würde und da sie mit der Umgestaltung des Hauses fertig war, würde sie jetzt genug Zeit dafür finden.
Nachdem sie den Brief mit einer Posteule abgeschickt hatte, machte sie sich auf nach Muggellondon. Schon seit Tagen schob sie es vor sich her dort ein paar wichtige Besorgungen zu machen.
Als Hermine gegen ein Uhr wieder in den Tropfenden Kessel zurückkehrte, rief eine bekannte Stimme nach ihr.
„Hermine! … Hermine! Wir sind hier drüben. Komm setzt dich zu uns!"
Verwirrt drehte sich die Hexe um die eigene Achse, bis sie an einem der Ecktische Ginny mit Odelia sitzen sah, die ihr freudig zuwinkten. Rasch überbrückte sie die Distanz und begrüßte ihre Freundinnen mit einem Lächeln.
Als sie dann Odelias Bauch bemerkte, der zwar noch nicht besonders rund, aber durch das enge Top deutlich zu sehen war, staunte Hermine.
„Wow! Glückwunsch Odi! Du siehst großartig aus."
Ihre schwangere Freundin strahlte über beide Ohren.
„Danke Hermine... Draco und ich freuen uns schon riesig darauf."
Ginny kicherte: „Du hättest gerade mal beobachten müssen, wie schnell Odi ihr Mittagessen verschlungen hat. Ich musste mich beeilen, sonst hätte sie meins auch noch gegessen!"
Odi stieß ihre geschwätzige Freundin mit der Schulter an.
„Da möcht ich dich mal sehen, wenn du für zwei essen musst!", verteidigte sich die Blondine.
Hermine musste lachen, als sich die beiden noch weiter kabbelten. Es war schön mal wieder mit jemandem beisammen zu sein, der nicht Severus war. Nicht, dass sie nicht gern mit ihm beisammen war, aber die letzten Wochen hatte sie so gut wie nie das Haus verlassen.
„Jetzt hör schon auf.", bat Odelia, die sich schon vor Lachen die schmerzende Seite hielt, „Du bist ja nur neidisch!"
„Jaah!", gestand Ginny grinsend, „Wie wild! Ich kanns kaum erwarten..."
„Und du Hermine?", klang Odi schon wieder einen Tick zu interessiert.
„Was... und ich?", fragte Hermine, und tat, als wüsste sie nicht, was sie mit ihrer Frage gemeint hatte.
Ihr Gegenüber verdrehte die Augen.
„Na der Schwangerschaftstest in deiner Tüte da..."
Hermine errötete und schob die Plastiktüte der Apotheke hinter ihren Rücken.
„Das ist nichts... nur..."
„Hermine... ich bitte dich! Warum bist du jedes mal so verkrampft? Warum gibst du nicht einfach zu, dass du mit deinem Mann vögelst und du jetzt vielleicht auch schon schwanger sein könntest! Wir sind doch unter uns..."
Hermine seufzte und erwiderte den vorwurfsvollen Blick ihrer beider Freundinnen, wobei Ginny eher besorgt als neugierig wirkte.
„Nun ja... es... läuft ganz gut zwischen uns. Ich bin erst eine Woche drüber, aber es war viel Stress in letzter Zeit, von daher... Ich will einfach nur sicher gehen! Deshalb der Test."
Odi schien zufrieden zu sein.
„Na siehst du... war doch gar nicht so schwer! Wir sollten wirklich mal 'nen Mädelsabend machen... was meinst du Ginny? Möchtest du auch wissen, was dein Ex-Professor so in der Kiste zu bieten hat?"
Ginny verschluckte sich an ihrem Butterbier, als sie Odis Worte hörte und Hermine wurde wieder rot, ehe sich ein breites Grinsen auf ihrem Gesicht breit machte.
„Die Wahrheit könntet ihr gar nicht vertragen!", stichelte sie in einem gespielt überheblichen Ton.
„Oho! Hört, hört!", lachte Odelia und lehnte sich zurück, „Du machst mich wirklich neugierig Mrs. Snape! Aber ich fürchte, ich muss mal ganz dringend wohin... du musst dir deine dreckigen Geschichten für ein anders Mal aufheben."
Die Gryffindors verabschiedeten sich von der Schwangeren und beschlossen noch ein bisschen durch die Winkelgasse zu schlendern. Dabei blieb Hermine der bedrückte Gesichtsausdruck von Ginny nicht verborgen. Sie beschloss zu warten und ihr die Chance zu geben von sich aus zu sprechen. Egal wie lang es dazu brauchte.
Doch es dauerte keine zehn Sekunden bis die Rothaarige sie am Arm fasste und zum Halten bewegte. Einen Augenblick später fand sie sich in einer herzlichen Umarmung wieder.
„Es tut mir so Leid Hermine! Und Harry auch..."
Hermine fragte verwirrt: „Was meinst du?"
Ginny löste sich von ihr und sah immer noch betroffen drein.
„Harry und ich wollten dir schreiben, sobald wir Zuhause waren. Am Morgen, als wir das mit Ron erfahren haben und du nicht zum Frühstück gekommen bist, da haben wir uns wahnsinnige Sorgen gemacht. Meine Mom meinte dann, dass es dir bestimmt gut geht und hat uns verboten uns einzumischen."
„Oh Ginny!"
Nun war es Hermine, die ihre aufgelöste Freundin in den Arm nahm.
„Tut mir Leid... Wir waren schlechte Freunde!"
„Das wart ihr nicht. Vielleicht war es auch ganz gut so. Zwischen Severus und mir läuft es ganz gut und wer weiß...", Hermine hob die Plastiktüte in Ginnys Blickfeld, „...vielleicht läuft es sogar zu gut!"
Hermine lächelte, aber war unsicher, ob sie das wirklich so auf die leichte Schulter nehmen konnte.
Anscheinend blieb das auch Ginny nicht verborgen.
„Du scheinst bei dem Gedanken nicht sehr froh zu sein.", mutmaßte sie.
Hermine seufzte und strich sich eine verirrte Locke aus den Augen.
„Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht was ich darüber denken soll. Ich lass es am besten auf mich zukommen. Sollte ich wirklich schwanger sein, ist es halt so. Severus wird bestimmt ein guter Vater."
Die ungläubig gehobenen Augenbrauen von Ginny, brachten sie dann wieder zum Lachen.
„Nein, wirklich. Severus ist irgendwie so ganz anders, als ihr ihn kennt."
„Wenn du das sagst! Du musst es schließlich wissen...", zuckte ihre Freundin mit den Schultern und die beiden schlenderten weiter die belebte Gasse hinunter.
„Bevor ich es vergesse!", nahm Ginny schließlich wieder den Faden auf, „Mom möchte unsere Verlobung angemessen feiern. Nur im kleinen Rahmen... Ich hoffe du und … ähm... Severus … schaut mal vorbei!"
„Miss Weasley! Ich kann mich nicht entsinnen Ihnen bereits das Du angeboten zu haben."
Beide Hexen zuckten kurz zusammen, als sie neben sich die allzu bekannte, ölige Stimme von Hermines Ehemann vernahmen.
Ginny's Wangen färbten sich rötlich, aber sie ließ sich nichts von ihrer Verlegenheit anmerken.
„Na dann sollten wir das wohl ändern, was meinen Sie?", forderte sie ihn vergnügt heraus.
Severus bohrte mit seinem stechenden Blick noch etwas in Ginnys Nerven, ehe sich sein Blick erweichte und er der verdutzten Ginny tatsächlich seine Hand hinstreckte.
„Severus.", stellte er sich knapp vor und wartete mit amüsiertem Ausdruck, dass die Hexe aus ihrer kurzen Starre erwachte.
Ginny grinste und griff beherzt nach der dargebotenen Hand.
„Ginevra... für Sie auch gerne Ginny!"
Hermine bemerkte erfreut das Lächeln auf seinem Gesicht.
„Und ich werde nicht begrüßt?", gab sie sich entrüstet und verschränkte die Arme vor der Brust.
Sie hatte nicht viel erwartet und wollte ihn eigentlich nur ärgern, aber dass er sie in aller Öffentlichkeit an sich zog und ihr einen Kuss auf die Lippen drückte... dass überraschte sie dann doch.
Und als er dann noch so unverschämt grinste und ihr ein freches „Hallo" ins Ohr raunte, wusste sie gar nicht mehr, was sie von ihm halten sollte.
...
lasst doch ein kleines Review hier. Das nächste Chap ist schon fast fertig.
LG Liesl Snake
