Okay, also dieses Kapitel ist in meinem Zombiezustand entstanden. Ich hab das über 2 Wochen hindurch geschrieben und es stellt nicht wirklich das war, was ich mir vorgestellt hatte. Ich muss nämlich gestehen, dass ich zwar einen roten Faden hatte, aber wir uns jetzt bei einem Teil des Fadens befinden, an den ich mich nicht mehr wirklich erinnern kann, was ich damit meinte und ohne Witz? Ich kann meine eigene Schrift nicht mehr lesen... Wenn man nebenberuflich kellnert kann das echt die Hölle sein, denn ich bezweifle, dass es noch jemand schafft statt Johannisbeerschorle ein Pils aufzuschreiben =.=" Entsprechend kann ich mein Gekrakle von vor einigen Jahren auch nicht wirklich mehr entziffern und muss mal guggen, wie das mit dem anderen Gekrakle zusammen passt, den ich entziffern konnte. Vieles ergibt so keinen Sinn, es seidenn ich war sturzbetrunken als ich das geschrieben habe Öö. Naja, Reviews:
Mannequin: Guguck =)
Oha, das ist super? Ich mein, schlecht weil du nicht mehr Freizeit hattest, zwischen Studium und Arbeit, aber ich glaub, wenn man erst mal zu lang „nichts tut", dann ist es noch schwerer wieder etwas „zu tun". Irgendwie glaub ich grad, musst du echt gut in deinem Studium gewesen sein, denn dir laufen die Stellen ja gerade irgendwie nur so hinterher ^^ Ich kenn das nur von einem anderen Kumpel, der jedoch wirklich sehr gut in seinem Studium war. Alle anderen, die ich noch so kenne und mehr so im Mittelmaß waren, taten sich schwer. Da denk ich mir gerade noch mehr, dass ich mehr Gas geben muss, um nicht im Mittelmaß zu landen.
+g+ Wie heißt es? Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Ich glaub, ich brauch immer so ein paar Wochen, um mich an etwas zu gewöhnen, was regelmäßig auftritt. Letztes Semester hatte ich es ja auch geschafft, an 2 Tagen in aller früh um 6 aufzustehen, weil ich um 8 Vorlesung hatte. Dennoch, ausschlafen ist schon was Schönes ^^
Erzählst du mir mal bei Gelegenheit, was du in deinem Job so machst?
lol, ja, das ist echt Unimäßig XD Ich hab momentan nämlich auch Montags bis Mittwoch nur bis 2, Donnerstag leider bis halb 6, aber Freitags dafür frei XD Oha, mein Glück ^^ Hab ich meinen Reviewer noch etwas länger.
Ging ja schnell Öö andererseits hatte ich BtF damals glaub ich auch innerhalb von 2 Wochen durch und BtF ist größer als Chains of Xerchia. Wenn du's schon mal gelesen hast XD +ausnutz+ Gibt es etwas bestimmtes, was dir beim Lesen aufgestoßen ist? Oder wovon du glaubst, dass das noch nicht geklärt wurde aber geklärt werden sollte? Vll. Hab ich das nämlich nicht oder im großen Chaos übersehen oder wieder vergessen. Das haben die FF's bei mir leider so an sich. Mit der Größe verschwinden auch Sachen, die noch geklärt werden hätten müssen. Hab ich zumindest bei BtF entdeckt.
Jiah ^^ Aaaaaaaaaaaalso – Ich würd die Frage wie lang/ kurz Chains of Xerchia noch wird gern aufs nächste Mal aufschieben, da ich selbst erst noch mal darüber nachdenken muss. Ich hatte kurzzeitig mit dem Gedanken gespielt einige Kapitel ranzuhängen, weil 48 nun ein wenig knapp wird, aber die letzten 2 Wochen waren komisch +.+
Zumindest was den James in meinen FF's betrifft ^^ Ich glaub, in anderen FF's hat James ein viel bequemeres Leben. Ich schreib das schon auch sehr gerne (also, die schönen, friedlichen, lustigen, verspielten Szenen mit ihm), aber ich brauch doch immer ein Stück „mehr". Kann das schlecht beschreiben, warum er so wenig Frieden in meinen FF's genießen kann +zuckzuck+ Allerdings ist auch noch nicht raus, wie es mit Harry in meiner HP Fortsetzung wird ^^ Ist ja noch nicht geschrieben, hat bisher nur einen roten Faden und eine Endszene.
Jein, Dumbledore's Ausweg ist nicht ganz weg vom Tisch. Es hatte mehr mit dem ursprünglich geplanten verkürzten Teil zu tun, aber darauf geh ich näher ein, wenn ich mich mit der Chapterzahl entschieden habe.
Maria's Überleben war nicht geplant. In der ursprünglich geplanten Szene war sie tot.
Thx fürs liebe Review =) Liebe Grüßle
anonym: Grüß dich =)
Hehe, auch das höre ich gerne ^^ Biste mittlerweile fertig mit BtF? Ich glaub, Anna's Tod war fast am Ende. Weißt du, für mich als Autorin ist das ein tolles Kompliment, denn dann hab ich mit der FF ja doch etwas richtig gemacht. Ich zumindest lese Geschichten nur, wenn ich auch eine Verbindung zu den Charakteren aufbauen kann. Oder zu mindestens einem Charakter, wenn schon nicht zu allen. Bei HP hatte ich sofort mit Harry sympathisiert und auch wenn ich die anderen Charaktere teilweise mochte, teilweise nicht, so war mir Harry stets sympathisch bei allem was er tat und als ich mit den FF's begann, da waren es eben Lilli und James, bzw. vor allem James. Dass du also so mit meinen Charakteren mitfieberst ist für mich was schönes =) Vor allen Dingen weil es hier auch noch um Anna geht, die ja von mir erfunden wurde und nicht aus den HP Büchern stammt. Ich hoffe, die FF war dennoch insgesamt eher „schön" als „traurig"?
Thx fürs Review =) Liebe Grüßle
Chapter 38 - the dark chains
James hatte keine Ahnung was für eine Prüfung ihn erwarten würde, noch wusste er wirklich, ob er sie überhaupt durchstehen konnte. In der letzten Woche war er alles andere als er selbst und konnte sich auch nicht erklären warum er so handelte.
Er war die Stufen in die obere Ebene hinaufgelaufen und schritt durch dichten Rauch durch. Als die Sicht wieder klarer wurde, fand er sich zu seiner Überraschung im Potter Haus wieder. Er warf einen Blick hinter sich, erkannte jedoch mit finsterem Blick, dass die Treppe verschwunden war und mit ihr auch der Rauch und alles, was an den vorherigen Ort noch erinnerte. Er gab ein sarkastischen Laut von sich, bevor er sich mit festem Blick zu seinem Haus wandte und hinein schritt. Er blieb überrascht stehen, als er sah, wer auf der Couch saß und ihn anlächelte.
„Lissy?" fragte er verwirrt. Die blonde, hübsche Hexe stand auf und streckte ihm ihre Hand entgegen, doch angenommen hatte er sie nicht.
„Wieso du? Von allen Personen, die sich Chains of Xerchia aussuchen kann, warum ausgerechnet du?"
„Weil du mich nicht loslassen kannst?"
Wieder lachte er spöttisch.
„Ich liebe Lilli und daran gibt es kein Zweifel."
„Wirklich?" fragte sie sanft lächelnd und schritt um ihn herum. Diese Geste irritierte ihn, denn er fühlte sich nun wie die Beute in einem Löwenkäfig, dass man einkreiste.
„Du warst bereit sie zurückzulassen und dein Leben hier bei ihr zu vergessen, obwohl sie schwanger ist."
„Ich hab das nicht getan, um sie zurückzulassen!" sagte er entschieden und hatte sie mit seiner Hand am Arm gepackt, damit sie nicht weiterschreiten konnte. Fest hatte er seinen Blick auf sie gerichtet, weil sie verstehen sollte, dass er es ernst meinte.
„Ich liebe Lilli und ich wollte sie damit beschützen. Wenn ich nicht mehr da wäre, wäre sie weiterhin vor Voldemort geschützt und er hätte keinen Grund mehr sie anzugreifen."
„Der dunkle Lord will Dark Breath... Wenn du den Ausweg von Dumbledore angenommen hättest, hättest du auch Gryffindor's Magie verloren. Sie wäre an den nächsten Träger oder Trägerin übergegangen... Es gibt nach dir nur noch einen Potter."
Sein Herz war mit einem Mal von einem unangenehmen Gefühl heimgesucht worden, dessen Kälte sich unbarmherzig in seinem Inneren ausbreitete. Er hatte das nicht bedacht, geschweige denn überhaupt in Betracht gezogen.
„Und der dunkle Lord wäre hinter dem Baby her. Evans wäre sicher, aber ihr Baby nicht und glaubst du wirklich, dass sie freiwillig ihr Baby dem dunklen Lord zum töten übergibt?"
„Nein," sagte er leise. „Lilli würde um unser Baby kämpfen und beschützen, so wie sie es bei mir tut..." James konnte nicht anders als zu lächeln, als ihm ihre Eigenschaften wieder einfielen, die er so sehr an ihr liebte und ihn zeitgleich immer wahnsinnig gemacht hatten. „Sie ist so voller Leidenschaft und Glaube. Ihr Herz ist rein und warm, sie könnte keiner Menschenseele Schaden zufügen, es sei denn man kommt jemanden zu nahe, der ihr viel bedeutet. Sie merkt es selber nicht, aber sie kann kämpfen wie eine Göttin. Grazil und trotzdem kräftig."
„Schon verstanden," unterbrach Kingcade ihn mit einem Augenrollen. „Du liebst sie..."
Er hatte erst jetzt bemerkt, dass er sie nach wie vor am Arm festgehalten hatte und ließ sie plötzlich wieder los. Melissa verzog ein merkwürdig trauriges Gesicht, bevor sie einige Schritte von ihm weg schritt.
„Ich wusste immer, dass du sie liebst, aber ich hatte gehofft, dass du trotz dessen bei mir bleibst. Ich wollte dich nicht weggeben... Ich wollte, dass du bei mir bleibst, selbst wenn du mich nicht so geliebt hattest, wie du sie liebtest."
Es waren merkwürdige Worte und noch wusste er nicht, ob er sie wirklich ernst nehmen sollte. Um Merlin's Willen! Er wusste nicht mal, ob dies hier überhaupt die richtige Melissa Kingcade war oder nur ein Abbild von dem, was Chains of Xerchia erschaffen hatte, um mit ihm zu spielen.
„Wärst du bei mir geblieben?" fragte sie auf einmal und James ließ weiterhin unangenehme Stille herrschen. Gab es eine Antwort hier? Nein, womöglich nicht. Wie sollte er jetzt etwas beantworten, was so lange her war? Er hatte es mittlerweile vergessen, wie es sich anfühlte, seine Ex-Freundin zu lieben. Eine ehrliche Antwort gab es somit darauf nicht.
„Hätte ich dich nicht betrogen und belogen... du wärst bei mir geblieben, egal wie unglücklich du gewesen wärst und wie sehr du Evans geliebt hättest."
„Lissy -"
„Und weißt du warum?"
Sie stand plötzlich wieder direkt vor ihm und sah ihn tief mit ihren blauen eisigen Augen an. Sie waren kalt, aber sie waren ihm vertraut und selbst jetzt schlossen sie jeden aus ihrer Gedankenwelt aus. Seine Ex-Freundin war nur noch einen knappen Zentimeter von ihm entfernt und er ließ es zu, dass ihre Hände sich sanft auf seine Hüfte legten. Ihre blauen Augen schienen ihn zu hypnotisieren und seinen Körper zu fesseln, denn selbst als ihre rechte Hand von seiner Hüfte zu seiner Brust wanderte, konnte er sich noch nicht rühren.
„Tu das nicht, Lissy..." Seine Stimme war fest, sein Blick ausdrucksstark und eindringlich, aber sie hörte nicht auf. Stattdessen beugte sie sich mit ihren Lippen nah an seine, so dass sie sich beinahe berührten, doch sie stoppte. Ihre Augen begannen sich grimmig zu wandeln, ihre Hände zitterten an seinem Körper und Wut machte sich in ihrem Blick frei.
„Lass meinen Sohn in Ruhe, Kingcade!" bellte Michael Potter's Stimme in der Nähe und sie kreischte fuchsteufelswild auf, bevor sie schließlich von ihm abließ. James bekam endlich wieder Gefühl in seinen Armen und Beinen und trat irritiert von ihr zur Seite, wo er nun seinen Vater im Raum stehen sah. Sein Ausdruck war stark und kraftvoll gegen die Hexe gerichtet, die ihn nicht minder abwertend ansah.
„Sie konnten mich nie leiden," schnaubte sie, bevor sie sich wieder an James wandte. Ihre Augen waren weicher und sanfter geworden.
„Weil du so bist und es nicht siehst, machst du dich angreifbar für den dunklen Lord. Weil du das als Schwäche siehst und nicht als Stärke. Ich habe Cord nie geliebt, noch einen anderen. Es war immer nur Sex. Du warst der Einzige, den ich wirklich geliebt habe... Ich hätte nie zugelassen... dass er dich tötet... Und ich weiß wie bemitleidenswert es ist, dass ich mich damit zufrieden gegeben hätte mit dir zusammen zu sein, trotz des Wissens dass du in eine andere verliebt wärst. Aber Liebe ist nun mal wie Hass, es kann dich zerstören."
Sie gab ihm ein letztes, trauriges Lächeln, bevor sie sich von ihm abwandte und zur Tasse hinaus ging, wo sie schließlich um die Ecke bog und verschwand. James spielte mit dem Gedanken ihr nachzugehen und hatte sich auch schon vom Fleck gerührt, als die Stimme seines Vaters ihn davon abhielt.
„Lass sie gehen, Sohn," sagte er bestimmend. Michael Potter war neben ihm getreten und hatte ihn merkwürdig ernst und besorgt angesehen. Seinen Vater plötzlich hier neben ihm stehen zu sehen weckte alte Erinnerungen und vertraute, nicht unbedingt gute Gefühle.
„Dad?"
„Sohn, du musst dich jetzt entscheiden."
„Jetzt? Dad, ich kann nicht! Ich will keinen von ihnen aufgeben -"
„Nicht das, Sohn."
„..."
„Gryffindor's Magie, die Chains of Xerchia fordern jetzt deine Entscheidung."
„Meine Magie? Ich versteh nicht."
„White Breath oder Dark Breath. Du musst dich jetzt entscheiden?"
„Gryffindor sagte, dass dies erst am Ende geschehen würde? Warum jetzt, Dad?" fragte James verwirrt.
„Voldemort''s Ketten haben es geändert. Er hat all seine drei Ketten auf einmal gerufen."
„Das heißt... ? Moment mal, das hier ist nicht nur eine Kette? Es sind... 4, die mich gerade prüfen?"
„Ja, in der Tat. Voldemort will Dark Breath um jeden Preis."
„In dem Fall kann er warten bis er verrottet. Ich wähle White Breath."
Doch Michael Potter blickte fast schon frustriert zurück, als er den Kopf schüttelte.
„Nicht Worte, mein Sohn... Dein Herz wird entscheiden."
„Na toll," stieß er mulmig aus. War ja nicht so, dass er gerade wusste, was in seinem Herzen vorging, so wie es sich die letzte Woche über verhalten hatte.
„James," sagte sein Vater besorgt und hatte die Hand auf die Schulter seines Sohnes gelegt. Er zuckte im ersten Moment zusammen, weil sich diese Nähe so unglaublich vertraut anfühlte und zu wissen, dass es nur für diesen einen Augenblick anhielt, erfüllte ihn mit einem frustrierendem Gefühl.
„Das ist dein Kampf. Wir alle können dir beistehen, aber nicht helfen. Du musst Voldemort alleine besiegen."
„Alleine besiegen?" fragte er ungläubig und hatte Michael Potter verständnislos angesehen. Obgleich sich sein väterlicher Ausdruck nicht verändert hatte, keimte in James Wut auf. „Voldemort ist... Ich kann ihn nicht alleine besiegen! Ich habs versucht. Immer und immer wieder und es endete immer gleich. Er gewinnt! Ich kann ihn nicht mal mit meinen Freunden besiegen. Dumbledore kann ihn nicht besiegen!"
„Dumbledore könnte, aber er wird es nicht."
Das Unverständnis erreichte eine neue Dimension und nur der Schock über die gesprochenen Worte hinderten ihn daran, laut aufzubrüllen vor Frustration.
„Was?" stieß er entsetzt aus.
Michael Potter nahm die Hand von der Schulter seines Sohnes wieder herab und ging einige Schritte von ihm weg. Er sah sich offenbar in seinem eigenen Haus um, statt auf seinen Sohn einzugehen.
„Dad, was meinst du damit? Dumbledore könnte, aber wird Voldemort nicht töten? Wieso lässt er zu, dass Voldemort all das tut, wenn er ihn aufhalten könnte?!"
Sein Vater drehte sich wieder zu ihm um, ein freundlicher Blick zeichnete das sonst sehr kalte Gesicht.
„Es ist mir erlaubt, dir beizustehen, aber nicht dir zu helfen. Es tut mir leid, James."
Er nickte verstehend und atmete einmal heftig aus, um sich zu lockern.
„Okay, was jetzt?"
„Du musst weitergehen," antwortete Michael Potter und hatte mit dem Blick in Richtung der Treppe gedeutet, die zum oberen Stockwerk führte. James hatte nicht gezögert sich zu bewegen und seinen Vater im Wohnzimmer hinter sich zu lassen. Er wollte das Gefühl verdrängen, ihn wieder zu vermissen, denn er hatte es zu oft gefühlt. Es begann als sie sich nach dem Sommer der 2. Klasse voneinander entfernten und hatte gegen Ende des 7. Schuljahres wieder geendet. Er hatte seinen Vater für eine kurze Zeit wieder an seiner Seite, bis Voldemort ihn ihm vor 1 Jahr für immer aus seinem Leben riss und es verging kein Tag an dem James seinen Vater nicht vermisste. Aber hier und jetzt verschloss er sich, stieß dieses schwache Gefühl von sich und marschierte die Stufen hinauf in das obere Stockwerk ohne sich ein einziges Mal umgedreht zu haben.
Nun hatte James nicht unbedingt erwartet im zweiten Stock seines Hauses wieder aufzutauchen als er durch den Rauch ging, aber dass er ausgerechnet im Haus der Malfoy's wieder raus kam, war das
Letzte, womit er gerechnet hatte. Er sah sich im langen prunkvoll geschmückten Gang um und sah eine offene Tür in der Mitte. Sie führte in ein kalt eingerichtetes Zimmer, in dem eine hübsche, brünette junge Frau vor einem Spiegel saß und sich ihre langen Haare kämmte. Sie lächelte als sie ihren Bruder im Türrahmen stehen sah, legte augenblicklich den Kamm aus der Hand und stand auf, um sich zu ihm umzudrehen.
„James," hauchte sie erfreut.
„Trisha..." sagte er überrascht. Seine Schwester war auf ihn zugegangen, da er selbst wie angewurzelt stehen blieb und genau so wie er es von ihr kannte, als sie noch klein waren, hatte sie ihre Arme um ihn geschlungen und ihn fest an sich gedrückt. James konnte nicht anders, als seine Augen zu schließen, weil plötzlich etwas in ihm aufkeimte, was das drückende Gefühl von eben noch verstärke. Ein Kloß bildete sich in seiner Kehle als ihm dieses melancholische Gefühl überkam. So hatte sie ihn früher umarmt, als sie noch klein waren, als sie sich noch nah standen. Patricia ließ ihren Bruder erst nach einer ganzen Weile wieder los. Ihre Augen funkelten ihn nun warmherzig an.
„Es tut mir so leid, James. Ich hab dich und Anna im Stich gelassen."
Er schwieg. Der Kloß in seiner Kehle machte es annähernd unmöglich ein Ton von sich zu geben und nun begann auch noch sein Herz wie verrückt zu schlagen als ob es jeden Moment zerbrechen würde. Zuletzt hatte er seine Schwester zugesehen, wie sie sich von Voldemort hatte töten lassen mit leerem, fremden Blick in ihren Augen. Er hatte es fast vergessen, wie sich die Liebe und Sorge einer Schwester anfühlen konnte.
„Du bist so mutig... Ich bin so froh, dass Mum dich noch hat. Sie wird von Tag zu Tag hübscher, findest du nicht auch?"
James nickte nach wie vor irritiert. Ihre Stimme so klar und deutlich zu hören, nachdem er glaubte sie nie wieder zu sehen, war alles andere als beruhigend. Es wühlte ihn auf, ließ Gedanken auf ihn einstürzen, die ihn halb verrückt machten. Erst jetzt wurde ihm wirklich bewusst, wie sehr er sie vermisst hatte und wie sehr er es bereute, sie in den letzten Jahren in denen sie noch lebte, aus seinem Leben ausgeschlossen zu haben.
„Trisha... Warum das hier alles? Warum wollen die Chains of Xerchia, dass ich euch sehe? Lissy, Dad... du? Ihr seid tot."
Sie hatte ihn tapfer und verständnisvoll angelächelt.
„Was glaubst du denn, was sie dir sagen wollen? Vergiss nicht, dass du es hier mit 3 zusätzlichen dunklen Ketten zu tun hast."
„Ich hab keine Ahnung, was das bedeutet. Dumbledore und Anna haben das nicht erklärt... Gut, sie hatten dazu auch nicht wirklich Zeit, so wie sich alles in der letzten Zeit überschlagen hatte."
Patricia schien nun trauriger zu werden und wandte sich schließlich zur Seite.
„Du wunderst dich bestimmt, warum du mich ausgerechnet hier triffst? Im Haus von Lucius Malfoy."
„... Ein wenig," gab er verwirrt zu.
„Hm...," machte seine Schwester nachdenklich, bevor sie sich zu ihm zurückwandte.
„Du wirst es noch verstehen. In dem Punkt bin ich mir sicher. Du warst schließlich nicht so beliebt bei allen Professoren, nur weil du ein schönes Gesicht hattest."
James lachte amüsiert auf. Patricia ging einige Schritte zur Seite, als ob sie etwas Bestimmtes neben ihnen ansehen wollte.
„Stellst du dir nicht auch diese eine Frage?"
„Eine Frage? Trisha, ich stelle mir annähernd eine Millionen Fragen tagtäglich. Du musst schon genauer werden, wenn du eine Antwort willst."
Und endlich hatte sich seine Schwester wieder zu ihm umgedreht. Ihre Augen waren traurig, vielleicht auch melancholisch?
„Dann stellst du dir nicht die richtigen Fragen, Potter."
James hatte ohne zu zögern den Zauberstab gezogen und sich schützend vor seine Schwester gestellt. Vor ihnen stand nun Adam Kingcade und der viel größere und kräftiger gebaute Zauberer war weder bewaffnet noch schien er sich sonst auf irgendeine Weise verteidigen zu wollen.
„Reg dich ab. Ist nicht so, dass deine Schwester nicht schon tot wäre."
Er lehnte sich an die Wand und verschränkte streng seine Arme.
„Wieso ist er hier?" zischte James verständnislos an seine Schwester gewandt und hatte für einen Moment auch wirklich eine Antwort erwartet, bis ihm klar wurde, dass sie ihm genau so wenig eine klare Antwort geben würde, wie es bei seinem Vater der Fall war.
„Wieso sind sie hier?!" fragte er nun an den Zauberer gewandt, der ihm mehr als nur zuwider war. Hatte er doch schon so einige nicht wirklich erfreuliche Begegnungen mit ihm hinter sich und die letzte endete immerhin tödlich.
„2 Möglichkeiten," schlug Kingcade vor und sah ihn arrogant an. Seine kalten Augen wirkten als ob sie etwas verbargen und dieses Etwas war gut für ihn und schlecht für alle anderen.
„Entweder -"
„James," hörte er die warnende Stimme seiner Schwester, während Kingcade nicht aufgehört hatte ihn mit seinem Blick durchdringend anzustarren.
„Ich rede genau so ein Schwachsinn wie der Rest hier oder und das ist die weitaus spaßigere Variante -" Ein grauenvolles, hinterlistiges Grinsen war in seinem Gesicht erschienen.
„Ich tue das, was zu mir passt, weil ich es ja kann."
„James," sagte Patricia erneut, diesmal ernster und lauter, aber er war viel zu neugierig, als dass er sich von seiner Schwester hätte zurückhalten lassen. Wenn es etwas gab, was er in den letzten Jahren gelernt hatte, dann dass ihre Feinde gerne mit ihrem Wissen prahlten, während die eigenen Verbündeten eher schwiegen, um nicht zu verletzen. Und James hatte es satt, immer im dunklen gelassen zu werden und alles Stück für Stück in kleinen Häppchen mühsam herauszufinden. Was er mittlerweile wusste war, dass es nach wie vor ein großes Geheimnis gab, dass ihn betraf und dass man ihm verschwieg und er würde es hier und heute herausfinden.
Adam Kingcade hatte mit seiner Hand in die Tasche seines Umhangs gegriffen und James machte sich darauf gefasst einen Fluch loszulassen, sollte der Mann es auf ein Duell abgesehen haben. Doch stattdessen zog dieser eine Kette heraus und ließ sie an seiner Hand in der Luft baumeln. James Gesicht verfinsterte sich und er blickte die Kette verwirrt an. Sie kam ihm bekannt vor, doch noch konnte er sich nicht erinnern, wo er sie schon mal gesehen hatte.
„Ich gebe dir das Puzzlestück. Das Puzzle selber solltest du schon alleine zusammen stecken, Potter. Ich könnte dir natürlich die ganze Arbeit abnehmen, aber es ist viel amüsanter dich nach der Wahrheit kriechen zu sehen. Hach, ist das herrlich, dass man nach dem Tod alles weiß."
Kingcade ließ die Kette auf den Boden fallen, bevor er sich wegdrehte und von selbst wieder aus dem Raum verschwand. James hatte gewartet bis der Mann draußen war, um auf die Kette zuzugehen und sie aufzuheben.
„James, wieso lässt du das nicht im vergessenen, was vergessen ist?"
Er wusste, dass sie hinter ihm stand und ihr Blick ihn angefleht hätte, es nicht zu tun, wenn er sich ihr jetzt zuwenden würde und so drehte er sich nicht um, sondern steckte die Kette ein.
„Manchmal ist es besser, Dinge nicht wieder aufzurollen. Man könnte Menschen verletzen, die einem nahe stehen."
„Und was ist mit den Menschen, die verletzt werden, wenn man diese Dinge nicht ans Tageslicht bringt?"
„..."
Er wartete einen Moment, damit seine Schwester seine Worte verdauen konnte. Dann drehte er sich um, sehr wohl wissend, dass sich ihre Haltung und ihr Ausdruck verändert hatten und nicht mehr zwanghaft versuchen würde seinen Entschluss zu manipulieren.
„Lilli ist schwanger."
„Ich weiß," antwortete sie sanft.
„Wusste du von der Fehde zwischen Voldemort, Großvater und Dumbledore?"
„... Ja, wusste ich."
Er konnte nicht anders als sie irritiert anzusehen, denn in Wahrheit hatte er etwas mehr Überraschung erwartet als die Antwort, die er bekam. Patricia seufzte niedergeschlagen und wirkte sichtlich geknickt.
„Ich war in etwa so alt wie du, als ich es herausfand. Als Auror hört man vieles und sieht vieles in einem anderen Licht."
„Hast du dich Dad deswegen so kalt gegenüber verhalten?"
Patricia seufzte erneut, hatte sich jedoch nur einen Moment später zusammengerissen und tief eingeatmet.
„Wenn du diesen Weg gehst, James, dann gibt es kein Zurück mehr und du wirst es auch nicht mehr rückgängig machen können. Es wird Wunden geben und sie werden Narben nach sich ziehen und nichts wird das wieder ungeschehen machen können. Warum kannst du nicht darauf vertrauen, dass es zu deinem Schutz dient, dass dies vergraben bleibt? Du musst das nicht auf diese Weise tun. Du kannst die Kette auch bekommen ohne dieses Wissen mitzunehmen."
„Doch," sagte er entschlossen und stur. „Ich muss es tun. Wenn ich Lilli und unserem Baby eine Zukunft ermöglichen möchte, dann muss ich das tun. Trisha, ich verstehe diese Magie nicht, die ich habe. Ich kann nicht mal wirklich damit umgehen, egal wie sehr ich mich in der Vergangenheit angestrengt habe. Aber sie gefährdet alle Menschen um mich herum, weil Voldemort Himmel und Hölle in Bewegung setzt, um an diese Magie heranzukommen. Wenn ich etwas tun kann, um diesen Wahnsinnigen aufzuhalten, dann werde ich es tun und es ist mir egal ob es am Ende mein Leben ist."
Hinter seiner Schwester tauchte eine neue Tür auf und er wusste, dass es Zeit war zu gehen. Er versuchte sie zuversichtlich anzusehen, damit sie nicht bemerkte, wie es wirklich in ihm aussah. Vielleicht war dies umsonst, denn Patricia war schließlich nicht mehr am Leben und wer wusste schon was die Toten alles mitbekamen oder sehen konnten.
Sie trat zur Seite, um ihn durchzulassen, blickte ihm jedoch nach als er zur Tür schritt und sie öffnete.
„Du bist nicht alleine," rief sie ihm plötzlich nach und James hielt für diesen Moment noch mal inne. Diesmal drehte er sich um und lächelte verstehend.
„Ich weiß. Ihr steht mir bei."
„Nein, das meinte ich nicht," sagte Patricia fürsorglich. „Du bist nicht alleine, weil du deine Freunde hast. Sie alle... du hast das Richtige getan in deinem Leben. Denn du wirst es herausfinden, wenn du es wirklich möchtest. Ich kenne dich schließlich. Ich hoffe, du kannst dann auch damit umgehen, wenn du die Wahrheit erfährst."
Er wartete darauf, ob noch mehr von ihr kam, aber irgendetwas sagte ihm, dass seine Schwester weder mehr von sich gab, noch dass er hier stehen bleiben sollte. Und so nickte er ihr einmal zu, bevor er durch die Tür und den Rauch hindurch schritt.
Anna stand über ihrem Schreibtisch gebeugt in ihrem Büro und hatte sich in ein Buch vertieft, als es an der Tür klopfte.
„Komm rein, Remus," rief sie kurz, hatte jedoch ihren Blick nicht vom Buch genommen. Der Freund war mit verwirrtem Blick hereingeschritten und schloss die Tür hinter sich wieder.
„Woher wusstest du, dass ich es bin?"
Mit einem warmen Lächeln wandte sie sich ihm schließlich zu.
„Deine Gedanken. Tut mir Leid, aber in der letzten Zeit schlagen sich eure Gefühle und Gedanken förmlich auf mich ein, selbst wenn ich mich verschließe."
„Eure?"
„Lilli's, James' und deine. Ihr drei seid gerade explosiv mit euren Gefühlen. Diana, Sirius und Peter können sich gut zurückhalten oder vielleicht erleben sie alles auch nicht so intensiv wie ihr drei. Wie auch immer, du kommst sicher wegen Diana's Mutter?"
„Ähm, ja."
„Ich hab gute Nachrichten, denn es sieht gut aus."
„Wirklich?" fragte er hoffnungsvoll, woraufhin sie zuversichtlich nickte.
„Ja, Rufus hat mir geholfen und mir einige Informationen zugespielt, so -"
„Rufus?"
Nun war Remus verwirrt und hatte auch ein wenig die Stirn gerunzelt, als ob sie gerade etwas Schlimmes gesagt hätte. Sie musste einfach ungläubig den Kopf schütteln. Konnte die Freundschaft der Jungs wirklich soweit gehen, dass sie stets dieselben Gedanken hatten, wenn es um bestimmte Situationen ging und noch wusste sie nicht, ob sie eigentlich froh war, dass die Jungs so zusammenhielten oder jeden der vier eine über ihren doofen Schädel hauen sollte, dass sie auch nur im geringsten daran dachten, dass sie so etwas tun könnte.
„Rufus Scrimgeour, Remus. Er ist ein sehr fähiger und erfahrener Auror und als ich ihn darum bat für mich an bestimmten Orten nach bestimmten Vorkommnissen Ausschau zu halten hat er ohne zu zögern zugesagt."
„Ohne zu zögern?" fragte Remus und wieder schwang eine unterschwellige Unterstellung in seiner Stimme mit, was dazu führte, dass es diesmal in ihr überkochte.
„OKAY, STOPP!" fauchte Anna gereizt. „Was habt ihr eigentlich alle? James, du, Sirius. Wieso glaubt ihr alle sofort, ich könnte Sirius betrügen, sobald ich mit einem anderen Kerl auch nur rede, mit dem ihr nicht gleich grün seid?"
„Um -"
„Und nur mal nebenbei bemerkt: Sirius war derjenige mit tausend Verehrerinnen und nicht ich. Ich würde niemals, ich wiederhole, niemals Sirius betrügen oder fremdgehen. Außerdem ist er doch Schuld daran, dass ich auf Scrimgeour zurückgreifen musste."
„Um-?"
„Na, hätte er nicht lieber Babysitter bei seinem besten Freund gespielt, statt den Auftrag zu erledigen, den ich ihm gab, hätte ich nicht den Auror bitten müssen das für mich zu tun. Ich hatte übrigens auch nur Glück, weil er Dumbledore achtet und weiß, dass wir verwandt sind und glaubte, dass ich das für meine Arbeit brauchen würde."
„Um, ja, verständlich. Entschuldige, Anna."
Sie hatte einen Moment gezögert, um sich wieder zu beruhigen. Verständnislos schnaubte sie sich ihren Frust raus, denn dass er diese Entschuldigung so ganz und gar nicht gemeint hatte, sondern innerlich nach wie vor verwirrt war, reizte sie mehr als sie zugegeben hätte.
„Warum, Remus? Ich mein, ich verstehe Sirius, weil er eifersüchtig ist, aber James und du? Ich mein, wenn es um euch geht, dann ergreifen Lilli und Ich doch auch nicht sofort Partei füreinander!"
„Wir wollen einfach nicht, dass du und Sirius euch trennt," schoss es kleinlaut von dem eingeschüchterten Zauberer hervor.
„Hä?" machte sie nun verwirrt und mit einem Mal war der ganze Frust weg und hatte dem Chaos platz gemacht. Remus zuckte unangenehm berührt mit dem Mundwinkel und versuchte mit vorsichtig gewählten Worten ihre Reaktionen zu erklären.
„Nun ja, als du und Sirius angefangen hattet miteinander zu gehen, war das für uns alle wirklich – ähm – sehr gewöhnungsbedürftig. Aber nun seid ihr schon länger zusammen und Sirius liegt wirklich sehr viel an dir. Wir wollen einfach, dass das zwischen euch hält."
Sie atmete müde aus und wandte sich zurück an ihren Schreibtisch, um einerseits das Buch zu schließen und andererseits ihren Zauberstab wieder einzustecken.
„Ihr seid Idioten!" zischte sie schließlich und knallte ihm ein Buch in die Arme.
„Ich hab den Aufenthaltsort von Shanoba gefunden. Wenn Sirius' Ersatzmutter also möchte, können wir die Rettungsaktion jetzt starten oder haben wir noch weitere Kritiken an der Lebensgefährtin des Sohnes vorzubringen, neue Mrs. Black?"
Mit den verengten und giftigem Blick mit dem sie ihn angesehen hatte, war ihm auch sofort klar gewesen, die Worte, die er benutzt hatte, waren nicht vorsichtig genug gewählt worden.
„Err – nein. Lass uns starten..." sagte er leise und schließlich um das Thema zu wechseln: „Glaubst du, James geht es gut?"
„Wieso? Machst du dir Sorgen um Sirius' Vater, Mrs. Black?!"
„Um -" machte er als Letztes auf den gezischten, offensichtlich sarkastischen Kommentar.
Der nächste Platz, an dem James raus kam, überraschte ihn erneut, denn es war Lilli's Elternhaus in Cokeworth. Skeptisch verzog er eine Augenbraue, bevor er langsam darauf zuschritt und durch das Gartentor hinein in das Anwesen trat. Er hatte Mr. und Mrs. Evans einige Male getroffen und sie hatten ihn stets aufgeschlossen und freundlich behandelt. Was immer ihn nun auch erwartete, er würde dem mit Würde entgegen treten.
Tatsächlich waren es seine Schwiegereltern, die in dem warm eingerichteten Wohnzimmer saßen und ihn erfreut angesehen hatten als er das Haus betrat und auch wenn er durchaus auch mit einer Überraschung gerechnet hatte, so waren die zwei Menschen auf der anderen Couch wohl die letzten, die er sich an diesem Ort je hätte vorstellen können. Es waren Mr. und Mrs. Kingcade.
„James," grüßte Miss Evans und hatte ihn wie auch ihr Ehemann freundlich angelächelt.
„James," grüßten ihn auch die Kingcades, wenn auch nicht ganz so herzlich und warm wie die Evans, dafür bestimmend und fast ein wenig besitzergreifend. Alle vier waren aufgestanden als er auf sie zukam und sich zu ihnen dazustellte.
„Mrs. Evans, Mrs. Kingcade, Mr. Evans, Mr. Kingcade."
Ein wenig fühlte es sich an, als ob man ihn vor Gericht stellte und die Geschworenen waren die Menschen für dessen Tod er verantwortlich war.
„Ich ähm -" James hatte angesetzt, um sich bei allen vier zu entschuldigen und schuldbewusst zu Boden geblickt als er brüsk unterbrochen wurde und gar nicht dazu kam, seinen Satz zu beenden.
„Ha!" kam es von Mrs. Evans. „Sehen sie. Er hat mich zuerst genannt, dass heißt er steht uns näher!"
„...?"
„Weil er ihren Namen als erstes genannt hat?" zischte Mrs. Kingcade arrogant zurück und sah das andere Ehepaar lächerlich an. „Unser Schwiegersohn ist höflich, was man von ihnen jawohl nicht sagen kann."
„Ihr Schwiegersohn?" donnerte Mr. Evans ungläubig und war drauf und dran den Kingcades an den Hals zu springen. „Er ist unser Schwiegersohn! James hat unsere Tochter geheiratet!"
„Das hat nichts zu bedeuten!" donnerte Mr. Kingcade im selben lauten Tonfall zurück und war nicht weniger bereit sofort auf den anderen Mann zu stürzen und seine Fäuste spielen zu lassen. „Er war für uns wie ein Schwiegersohn bevor sie ihn überhaupt kennengelernt hatten!"
„Ach, reden wir jetzt über Zeit, ja?!" warf Mrs. Evans selbstbewusst ein. „Dann will ich nur mal anmerken, dass er uns bereits duzte als wir noch lebten!"
„HEY! Das ist schwarzer Humor!" sagte Mrs. Kingcade beleidigt. James, der bis dahin ein wenig irritiert dem Ping Pong Gespräch der vier mitangesehen hatte, verzog nun ungläubig eine Grimasse.
„Echt jetzt?" fragte er keinen der vier, sondern irgendwo nach oben in Richtung der Chains of Xerchia, wo auch immer sie sein mochten. Er war sich sicher, dass sie ihn hörten. Genau so wenig wie er bei seiner Frage die 4 anderen im Raum beachtet hatte, schienen sie seine Frage gehört zu haben, denn ihre Diskussion ging ohne Unterbrechung weiter.
„Er hat mir diesen Blumenstrauß mitgebracht!" Mrs. Evans zeigte auf die Blumen, die auf dem Wohnzimmertisch standen. James erinnerte sich daran, dass Lilli sie ausgesucht hatte und verkniff es sich ihren Eltern das zu gestehen.
„Ach ja? Uns hat er das Leben geschenkt indem er uns gerettet hat!" gab Mrs. Kingcade noch überheblicher zurück als vorher. „Wir haben gewonnen! Leben erschlägt Blumen!"
„Ähm," machte James konfus, doch er kam erneut nicht zum Wort.
„Er war zufällig da. Unser Schwiegersohn hätte auch einer Kakerlake geholfen, wäre sie am dahinsiechen gewesen!"
„Hören sie auf ihn als ihren Schwiegersohn zu bezeichnen, sie Würstchen!"
Und James rollte mit den Augen, bevor er sich abwandte.
„DAS muss ich mir nicht weiter antun," sagte er schließlich und ging unter weiteren lauten Vorwürfen und Streitereien aus dem Raum. Es war ungewohnt für ihn die 4 Leute in einem Raum zu haben, die er alle für längere oder kürzere Zeit für seine Schwiegereltern hielt und noch ungewohnter war es, dass sie darüber diskutierten, wessen Schwiegersohn er nun wirklich war. Er mochte nach wie vor alle vier sehr gerne, denn die Wahrheit war, dass auch die Kingcades ihn seit dem damaligen Sommer wie einen eigenen Sohn behandelten und äußerst rücksichtsvoll und fürsorglich mit ihm umgingen. Da er für keinen der vier Partei ergreifen wollte, beschloss er diese Situation zu ignorieren und wieder zu vergessen. Er wollte gerade die offenbar einzige Treppe nehmen, die woanders hinführte, als er abrupt stehen blieb und auf den Stufen einen funkelnden Ring liegen sah. Es war nicht irgendein funkelnder Ring, es war Lilli's Ehering. Er setzte sich auf die Stufe und nahm ihn in seine Hand. Verträumt begann er den roten Rubin zu betrachten und damit erschien ihr wunderbares Lächeln vor seinem geistigen Auge. Er sah ihr schüchternes Lächeln, ihre wilde rote Mähne, die ihr in ihr sanftes Gesicht fiel und ihre leuchtenden, smaragdgrünen Augen, die sein Herz zum rasen brachte.
„Mama ist so hübsch," sagte plötzlich eine Mädchenstimme und James blickte auf als er sie wiedererkannte. Vor ihm stand ein wenig schüchtern lächelnd seine Tochter, die er aus seinem Traum kannte.
„Hallo Daddy."
Jilli hüpfte auf ihn zu und kuschelte sich neben ihm auf die Stufen in seine Arme. James hatte nicht gezögert seinen Arm um ihre Schulter zu legen und sie an sich zu drücken.
„Na, du," sagte er liebevoll.
„Mama liebt diesen Ring. Sie hat ihn nie abgenommen!"
„Ich liebe deine Mum auch..."
„... Daddy?"
„Ja?"
Seine Tochter hatte ihn plötzlich besorgt und traurig angesehen.
„Sie sagen, ich soll dir etwas ausrichten."
„... Was ist es?" fragte er mit einem warmen Lächeln.
„Du musst dich entscheiden."
Bei jedem anderen hätte er wohl seine Augen gerollt und genervt reagiert, aber hier war seine kleine Tochter und sein Herz hätte nie etwas zugelassen, was ihr auch nur im Ansatz das Gefühl hätte geben können, dass er sie nicht bei sich haben wollte. Wieder wurde ihm mit einem Mal bewusst, wie sehr er Lilli eigentlich liebte und er liebte seine Tochter, weil sie alles von ihr widerspiegelte.
„Jilli?"
„Ja?"
„Die letzten Jahre... warst du glücklich?"
„Ich? Hm..."
Sie legte ihren Zeigefinger an ihre Lippen und dachte angestrengt nach. James fand das so amüsant, er konnte nicht anders als zu grinsen. So niedlich musste Lilli in dem Alter wohl auch ausgesehen haben, wenn sie angestrengt über etwas nachdachte.
„Ja, doch war ich," antwortete sie schließlich mit einem süßen Kinderlächeln, dass wohl jedem Vater das Herz erweicht hätte. Er gab ihr einen lieben Kuss auf die Stirn, bevor er sie losließ und aufstand.
„Ich werde jetzt weitergehen, Kleines."
„Okay, Daddy. Ich hab dich lieb."
So fest wie seine Tochter ihn plötzlich umarmt hatte, verspürte er selbst das Gefühl sich wieder hinzusetzen und sich einfach länger mit ihr zu unterhalten. Er hätte es womöglich sogar getan, wenn sie ihn nicht von selbst wieder losgelassen, zugewinkt und schließlich in eines der Zimmer weggehüpft wäre. So nahm James die Treppe weiter nach oben und steckte den Ring von Lilli in seine Umhangstasche zur Kette, die er vorher aufgehoben hatte.
Der nächste Ort bei dem er aus dem Rauch herausschritt war ein für ihn fremder Ort, aber die Personen, die er hier vorfand, waren ihm alles andere als fremd. Es war das was passierte, dass ihn an Ort und Stelle fesselte.
Dumbledore stand auf dieser Wiese und hatte seine Hand auf die Schulter von Anna gelegt, offenbar, um ihr Trost zu spenden. Denn in ihrer Nähe sah man Diana, die in Remus Armen bittere Tränen weinte. James musste nicht lange nachdenken, um zu wissen, was hier passiert war. Blieb die Frage, ob dies die Vergangenheit, die Gegenwart oder die Zukunft darstellte. Er wandte sich von Remus und Diana ab und Anna zu. Ihr Blick war leer Richtung Boden gerichtet, ihre Haltung betrübt und schwach.
„Wir müssen gehen, bevor Shanoba uns findet," sagte der alte Zauberer bestimmend.
„Was ist der Sinn?" hörte James sie mit gebrochener Stimme flüstern. Diese Worte waren also nur für Dumbledore bestimmt, der als einziger bis auf James nah genug stand, um sie hören zu können. „Wir halten uns an Regeln, wir achten darauf, niemanden zu verletzen und trotzdem sind wir diejenige, die verlieren."
„Anna," sagte Dumbledore leise und hatte ihre Schulter bestimmend gedrückt. „Du hast alles getan, was du konntest."
„..."
„Ihre Zeit war gekommen."
Sie gab ein verächtliches Schnauben von sich und rüttelte sich von seiner Hand frei.
„Wie kannst du das sagen?" fauchte sie nun lauter und hatte damit auch Diana und Remus' Aufmerksamkeit auf sich gezogen, welche nun den Streit der beiden verwirrt beobachteten.
„Wie viele denn noch? Voldemort, Shanoba, sie halten sich nicht an Regeln und sie geben ein Dreck auf das Leben anderer. Wir können sie nicht bekämpfen und wir verlieren einen nach dem anderen! Siehst du denn nicht, dass Voldemort gewinnt, egal was wir tun?"
Dumbledore atmete schwermütig ein, als ob ihre Worte ihn tief enttäuscht hätten.
„Was ist gewinnen und was ist verlieren?"
„Nein!" brach sie auf der Stelle ab. „Nicht so! Komm mir nicht wieder mit deinen unverständlichen Metaphern oder Sprichwörter. Ich hab die Schnauze gestrichen voll!"
Und damit ging sie wütend von ihnen weg, bevor sie schließlich disapparierte. Dumbledore schloss traurig seine Augen.
„Sie ist wie du," kam eine weitere vertraute Stimme und James drehte sich zur Seite, um seinen Großvater neben sich stehen zu sehen. „Hallo, James."
„Hallo Opa," sagte er leise. Wie konnte es sein, dass ein Mensch einerseits einschüchternd und gewaltig wirken konnte und auf der anderen Seite mit nur einem Gesichtsausdruck dieses Erscheinungsbild änderte und plötzlich vertrauensvoll und liebenswürdig wirkte? Das war es nämlich, was bei Harold Potter geschah, sobald er seinem Enkel gegenüber trat.
„Hasst du mich, James?"
„..."
„..."
„Nein," antwortete er ehrlich. Hätte er seinen Großvater je hassen können? Oder seine Eltern? War er überhaupt dazu fähig jemanden zu hassen, der ihm so nah stand, wie es seine Familie tat?
„Du weißt noch nicht alles."
„...?"
„..."
„Was meinst du damit?" fragte James verwirrt.
„Ich kann es dir nicht sagen. Du musst es selber herausfinden. Bist du dazu fähig, James?"
„... Ja, bin ich," sagte er entschlossen.
„Denn von allen Beteiligten bist du der Einzige, der die Wahrheit nicht kennt."
„... Was soll das heißen?"
„Jeder hat es in der Vergangenheit selber herausgefunden, obwohl die Wahrheit vor einigen besser hätte verborgen bleiben sollen. Wir wussten, dass sonst das Unvermeidbare nicht mehr vermieden kann und etwas Schreckliches folgen würde."
„Folgen? Was? Ich versteh nicht..."
„Anna hat Recht. Voldemort spielt nicht nach Regeln. Ich habe es zu spät erkannt und Albus wird ihn nicht aufhalten."
„Kann oder will nicht? Dad hat auch schon so was gesagt, also wieso sprichst du nicht einfach Klartext?"
„..."
„Geht es um Anna? Ich weiß sie bezweifelt es selber, aber ich bin mir sicher, dass sie der einzige Grund ist, weswegen Dumbledore nicht sofort eingreift. Nämlich wenn es um ihr Leben geht. Ist sie in Gefahr?"
Harold Potter sah ihn nun müde an.
„Sie war nie aus der Gefahr."
„..."
„Aber es geht nicht um sie. Es geht um dich."
„Mich? Wieso? Hat es etwas mit Black Heart zu tun?"
„Lilli ist ein gutes Mädchen," sagte der ältere Zauberer mit einem zustimmenden Nicken. „Du hast in der Tat eine sehr gute Wahl getroffen."
„Lenk nicht ab."
„Sie wird die Potterlinie fortführen. Ich bin sehr stolz auf euch beide."
James schüttelte frustriert den Kopf über diese Sturheit.
„Es ging uns nie um eine reine Blutlinie," fuhr er bestimmend fort. „Es ging uns stets nur darum, dass ihr alle reines Herzens bleibt."
„... Opa -"
„Es kommt ein großer Kampf auf euch zu."
„Voldemort."
„Er hat viele auf seiner Seite gezogen und nun auch die Phowlyris. Shanoba wird die neue Königin und sie werden nicht mehr nach den Regeln der alten Königin handeln. Das macht sie noch gefährlicher als sie ohnehin schon waren."
Kam ihm die Lage, in der sie steckten, vorher schon finster und schlecht vor, so hatte sie nun einen neuen Höhepunkt der Grausamkeit erreicht. Er war sich nun sicher seine Freunde in dieser Situation auf keinem Fall alleine lassen zu können, nur um seine eigene Haut zu retten.
„Ich habe gehört, Dumbledore hat dir angeboten, zu gehen?"
„Ja, hat er, aber ich werde es nicht annehmen."
„Was, wenn du damit Lilli und Anna retten könntest?"
„Retten?" schoss es irritiert von ihm heraus. „Was meinst du damit?"
„Du hast es geschafft, dass Voldemort sich von Lilli fern halten muss. Aber Shanoba nicht."
„Shanoba ist hinter Lilli her?! Warum? Sie hat ihr nichts getan?!"
„Sie beschützt dich und Shanoba will Gryffindor's Magie. Wenn du aus dieser Prüfung herauskommst, dann ist Gryffindor's Magie in dir wieder erwacht. Entscheidest du dich für die eine Seite, erhält Voldemort deine Magie. Dafür die drei Ketten von ihm. Entscheidest du dich für die andere Seite, erhältst du die Magie, doch in der Zukunft werden Voldemort und Shanoba auf dich lauern. Durch den Tod der Königin erhält die gefallene Phowlyris die Macht über ihr Volk und gemeinsam sind sie zu sehr großem fähig. Auch dazu dir Gryffindor's Magie wieder zu entreißen und zwar mit der Hilfe beider Black Hearts."
„Anna und Lilli," sagte er aufgelöst.
„Wenn du jedoch gehst, werden sie kein Grund dazu haben und sie werden nicht absichtlich Hand an beiden Frauen anlegen."
Und damit hatte sich seine gesamte Entschlossenheit wieder aufgelöst.
„Die Kette, die du hast, ist Anna's."
„Anna's?" fragte James verwirrt und nahm sie zusammen mit Lilli's Ring heraus. Harold Potter nickte bestimmend.
„Es wurde ihr von ihrem Vater gegeben."
Sein Großvater nahm nun etwas aus seiner Tasche heraus und reichte ihm in seiner Handfläche eine weitere Kette. Diesmal war es eine Kristall, der an einem schwarzen Halsband hing und James brauchte nicht lange, um diesen Schmuck wiederzuerkennen.
„Das ist Mum's Kette."
„In der Tat. Er beschützt seinen Träger. Sie hatte es Anna gegeben, welche es wiederum an Lilli gab und sie gab es am Ende eurer Schulzeit an Anna zurück. Den Schutz, den sie trägt, ist jedoch von deiner Mutter auf den Kristall gezaubert worden. Nun musst du dich für einen entscheiden, James. Anna's Kette steht für Sirius, die Kette deiner Mum natürlich für deine Mum und der Ring für Lilli. Wen bist du bereit gehen zu lassen?"
„Gehen lassen? Niemand!" sagte er ohne zu zögern.
Ein Leben musst du gehen lassen.
„Ich werde keinen der drei opfern!" brüllte James entschlossen in den Himmel hinauf. „Wenn du ein Leben willst, dann nimm gefälligst meins!"
„Wie du wünscht!" sagte Harold Potter. Binnen eines Augenblicks hatte James erschrocken wieder hinab zu seinem Großvater geblickt, da schlossen sich kalte und starke Arme um seinen Hals und schnürten ihm die Luft ab. James wurde zu Boden gedrückt und versuchte mit seinen Händen die Arme von dem älteren Zauberer wegzuziehen, doch er war zu schwach und die Kraft, die auf seine Kehle einwirkte, zu groß und gewaltig. James blickte in einen eisigen, kalten Blick. Braune Augen, die er eigentlich all die Jahre mit Vertrauen verband und die sich immer schützend vor ihm gestellt hatten waren nun dabei ihn umzubringen und das Leben Stück für Stück aus ihm herauszupressen.
„Remitis!" sagte eine weibliche Stimme und die Hände lösten sich von seinem Hals. James rollte zur Seite und schnappte heftig nach Luft. Es war ein erleichterndes Gefühl wieder atmen zu können, auch wenn ihn nun jeder Zug und jedes Schlucken weh tat aufgrund des brutalen Druckes, der auf seinen Hals eingewirkt hatte. Er drückte sich mit den Händen wieder auf und konnte sich zumindest auf seinen Knien stützen, da sah er dass sein Großvater vor ihm erstarrt war und sich nicht bewegte. Seine normalerweise braunen Augen waren pechschwarz. Unweit von ihm entfernt stand Anna, ihr Zauberstab war auf Harold Potter gerichtet. Entsetzt hatte er sie angestarrt und dann ungläubig den Kopf geschüttelt.
„Nein," flehte James am Rande der Verzweiflung. Sein Herz zerbrach in tausend Stücke, sein Körper wurde eiskalt und taub und ihm blieb aufs Neue die Luft weg. Diesmal war es er selbst, der nicht atmen und weitermachen wollte. Das durfte nicht wahr sein. Das konnte einfach nicht wahr sein. „Du bist tot, nicht wahr?"
James sank zurück auf den Boden, die Knie waren angewinkelt und er fuhr mit seiner Hand durch seine Haare. Seine Augen starrten niedergeschlagen die beste Freundin an, die nun auf ihn zugeschritten war und neben ihm in die Hocke sank.
„Dumbledore hat dich nicht beschützt... Die gefallene Phowlyris hat dich getötet... Und du wirst nicht da sein, wenn ich wieder komme..."
„James..."
„Was macht es noch für einen Sinn?" fragte er plötzlich und blickte müde zu ihr auf. Ein schwerer Kloß war in seiner Kehle aufgetaucht, doch er schluckte es hinab, um all das rauszulassen, was in diesem Moment auf ihn einschlug. Er würde es nicht mehr zurückhalten, nicht mehr in sich reinfressen. Nun würde er es rauslassen, weil er auch nicht mehr anders konnte.
„Du bist tot -"
„James."
„Mein Dad, mein Großvater, Trisha, Lilli's Eltern, sie sind alle tot. Gryffindor's Magie will, dass ich entweder Sirius, Lilli's oder das Leben meiner Mutter beende. Dumbledore wird niemals Voldemort töten... Was hat es für einen Sinn?!"
„JAMES! Ich bin nicht tot, du Depp!" raunzte Anna ernst und laut, damit er sie endlich verstand. Noch blickte er sie irritiert an und runzelte fassungslos die Stirn.
„Aber du... bist hier? In den Chains of Xerchia?"
„Jiah," sagte sie langsam was nie etwas Gutes bedeutete, wenn sie es tat.
„Anna?"
„Ich hab mich über Dumbledore's – err – Ratschlag hinweggesetzt. Deswegen bin ich hier."
„Sagte Dumbledore nicht, ihr dürftet mir die Entscheidung nicht abnehmen?"
„Ich nehm dir die Entscheidung auch nicht ab," sagte sie entschieden. „Du triffst sie selbst. Ich - err – bin hier als gute Freundin und helfe, dass du dir nicht das Genick brichst oder dir das Genick brechen lässt. Ich helfe dir nicht mit den Chains of Xerchia..., die wir für dich ausgesucht haben, sondern bei denen, die Voldemort auf dich gehetzt hat. Das ist kein fairer Kampf, also sehe ich keinen Sinn darin selber fair zu handeln."
Er zuckte fassungslos mit seiner Augenbraue und schüttelte sprachlos den Kopf über ihre Leichtsinnigkeit. Sie hatte das sofort bemerkt, reichte ihm jedoch dennoch mit selbstsicheren Blick die Hand, um ihn schließlich wieder auf die Beine zu ziehen.
„James, ich bin erwachsen. Ich weiß, was ich tue. Und ich kann mit den Konsequenzen leben. Komm, der Ausgang wartet auf dich."
„..."
Sie hatte ihn mit sich an seinem erstarrten Großvater zu einer neuen Treppe geführt, die hell zu leuchten begann, während alles um sie herum nun in Dunkelheit verschwand. James war nicht von ihr weggeschritten, sondern blieb wie angewurzelt stehen.
„Anna, ich... Ich versteh nicht. Was ist hier los?"
Sie hatte ihn mit demselben merkwürdigen Blick angesehen, den sie immer hatte, wenn sie versuchte die richtigen Worte zu finden, aber dazu nicht in der Lage war und wie ihr Urgroßvater dann etwas in Rätseln packte.
„Du hast dir ein neues Feindbild erschaffen," erklärte sie vorsichtig. „Dein Großvater."
„..."
„Gegen ihn hast du all deine Emotionen gerichtet, die du fürchtest ungerechter Weise gegen andere zu richten."
Obgleich er darauf wartete, dass sie mehr von sich gab, verstand er nach einer Pause, dass nicht mehr kommen würde, also nahm er es so hin, wie sie es ihm mitteilte.
„Was passiert jetzt?" fragte er ein wenig erschöpft, wenn auch halb erleichtert, dass sie leben würde, wenn er es hier raus schaffte.
„Du musst deine Entscheidung treffen."
„Und wenn es ich selbst bin? Die Magie kann nicht erwarten, dass ich jemanden opfere, der mir so nahe steht und trotzdem weitermache? Wenn es ein Leben will, dann soll es meines nehmen."
„Es geht nicht mehr darum, James. Die Magie hat ihre Entscheidung gefällt. Es geht-"
„Gefällt?" unterbrach er sie aufgebracht. „Was heißt das? Wen will Chains of Xerchia nehmen?"
Die junge Hexe blickte ihn eine Weile lang betrübt an, doch was folgte war wieder nur eine merkwürdige Antwort, die er nicht verstand.
„Du hast deine Entscheidung getroffen und Chains of Xerchia hat es angenommen. Es geht hier nur noch um die Entscheidung deines Herzens."
„White Breath oder Dark Breath."
„Richtig."
James schüttelte verzweifelt den Kopf.
„An, ist das was mein Großvater sagte die Wahrheit?"
„Ich denke, es war die Wahrheit," sagte sie leise.
„Ist es dann nicht besser, wenn ich den Ausweg annehme? Um dich und Lilli zu schützen und das Leben meines Kindes. Ich möchte nicht, dass mein Kind das durchleben muss, was ich Tag für Tag hatte und noch immer habe und mich eines Tages dafür hasst, so wie es bei dir der Fall ist. Und ich will schon gar nicht, dass Lilli jeden Tag mit Angst leben muss und... das Leben führen muss, was ich tue. Es ist etwas anderes, wenn du an jemandes Seite kämpfst, der jeden Tag gejagt wird, statt es selbst zu sein. Um des Kindes Willen sollte ich es tun..."
Anna wusste nicht, was sie dazu sagen sollte. Seine Worte hatten sie auf gewisse Weise überrumpelt und erschlagen. Sie wusste was sie auf keinen Fall tun durfte und sie wusste, was in ihrer Macht lag und so beschloss sie es zu sagen, egal wie schwer es ihr tatsächlich fiel.
„Ich hasse meine Eltern nicht," begann sie leise und James konnte nicht anders als sie verwirrt anzusehen. „Ich hasse auch Dumbledore nicht oder Molly und Arthur oder wen auch immer, weil sie nicht schon früher für mich da waren. Ich könnte meine Eltern niemals hassen. Genau so wenig wie ich glaube, dass Lilli je zulassen würde, dass euer Kind dich hasst. Verwechsle Enttäuschung und Selbstschutz nicht mit Hass, James. Du tust deinem Kind mehr weh, wenn du ihm den Vater verwehrst als ihn einem Kampf gegen Voldemort auszusetzen."
„..."
„Denn dem Kind den Vater zu verwehren... wäre das, was meine Eltern bei mir taten... Du hast keine Ahnung, was es heißt, wenn du denen, die dir am nächsten stehen, egal bist."
„Anna," sagte James fast tonlos. Ihm war erst jetzt etwas bewusst geworden, was sie entweder vor jedem von ihnen vorher verborgen hatte oder sie alle vorher zu blind waren es wahrzunehmen. Die Verbindung zwischen seiner bester Freundin zu ihren Eltern war ihnen allen stets ein Rätsel gewesen, aber nun wo sie ihm selbst mitteilte, wie sie ihren Eltern gegenüber nach wie vor stand, verstand er, dass es mehr war als sie alle vermutet hatten.
„An?... Was ist mit dir und Padfoot? Ich mein..."
Wie hätte er seine Frage wirklich in Worten fassen können ohne dass es vorwurfsvoll oder verständnislos klang?
„Dasselbe," antwortete sie, bevor er weiter sprechen konnte. Sie nickte in Richtung Tür. „Du solltest nun durchgehen... Wir sehen uns in der Wirklichkeit wieder."
Und ohne ihn erneut anzusehen oder einer sonstigen warmen Geste, die er normalerweise von ihr kannte, war sie weggeschritten und hinter einer Ecke verschwunden. Auch diese Reaktion war er von ihr gewohnt, nachdem sie sich ihm für einen Moment öffnete.
James blieb einen Moment stehen, um ihre Worte zu verarbeiten. Er hatte stets gewusst, dass sie nicht zu den glücklichsten Menschen gehörte, aber er hatte wohl niemals wirklich geahnt, wie sehr sie tatsächlich litt und wie sehr sie ihnen in Wirklichkeit vorspielte, dass es ihr gut ging. Aber James nahm sich zusammen und schritt schließlich durch die letzte Tür. Es würde noch Zeit bleiben sich damit länger zu beschäftigen, wenn er wieder zu ihnen zurück kam.
James fand sich in der Ebene wieder, in die er eingetreten war. Es war dieselbe helle runde Fläche, auf der er alleine stand. Lilli, Sirius und seine Mutter waren nicht mehr auf den anderen Flächen und obgleich ihm einerseits Panik überkam, wer ihm von diesen Ketten weggenommen werden würde, so behielt er eine winzige Hoffnung, dass es keiner von ihnen sein würde, denn er hatte sich für keinen von ihnen entschieden. Er hatte sich für sich selbst entschieden und Anna hätte etwas gesagt, wenn dem so wäre. So gut kannte er seine beste Freundin dann doch wieder.
Er stemmte seine Hände zu Fäusten und wartete darauf, dass die Stimme wieder auftauchen würde und das tat sie nach einer Weile auch, wenn sie ihm dieses Mal auch fremd erschien.
Du hast deine Entscheidung getroffen...
„...?"
Kannst du mit den Konsequenzen leben, James Potter?
„..."
Er starrte in die Leere vor sich, außer Stande wirklich etwas zu sagen oder zu denken. Er wusste ja nicht mal was für eine Entscheidung er getroffen hatte, wie sollte er also wissen, ob er damit leben kann?
Finde es.
„Es? Was es?" fragte er nun irritiert. Ein kalter Windhauch zog an ihn vorbei und wehte den Rauch an einer Stelle davon wo drei schwarze gefährlich glitzernde Ketten neben einer grünen Kette lagen.
Du hast deinen Test bestanden. Nun musst du es nur noch finden.
„Was finden? Gryffindor's Magie in mir? Die Wahrheit? Die restlichen Ketten? Was?"
Es.
„Ich weiß nicht, was es ist. Was passiert, wenn ich dieses etwas nicht finde?"
Dann wirst du den Preis dafür bezahlen. Mit deinem Leben.
Dieser Satz war das Letzte, woran sich James erinnern konnte, bevor alles schwarz wurde und er das Bewusstsein verlor. Als er wieder zu sich kam, wurde er von einem hellen Licht geblendet und brauchte eine Weile, um zu merken, dass es die Sonnenstrahlen waren, die durch die Baumkrone zu ihm hindurch strahlte. Er beugte sich auf, so dass er nicht mehr direkt in die Sonne blicken musste und das Erste was er sah war Lilli, die seitlich ohnmächtig auf der Wiese lag. Ohne zu zögern war er aufgesprungen und zu ihr hingerannt.
„Lil -"
Er hatte sie kaum angefasst, da wachte auch sie langsam wieder auf.
„James?!"
„Ow," kam es zusätzlich von der Seite und ein Stückchen hinter ihr sah er nun auch Sirius und seine Mutter, die sich langsam wieder aufrichteten. James konnte vor Erleichterung kaum atmen, denn offenbar hatte Chains of Xerchia kein Leben gefordert. Er half Lilli aufzustehen und beide gingen zu Sirius und Maria rüber. Er hatte nicht gezögert seine Mutter in seine Arme zu schließen und so fest zu drücken wie er nur konnte. Für einen Moment hatte er tatsächlich gedacht, sie verloren zu haben und dieses Gefühl lag ihm nach wie vor in den Knochen.
„James," flüsterte sie entgeistert. „Was... Was ist passiert?"
„Lange Geschichte," antwortete er mit einem befreiten Lächeln. Es war eine lange Geschichte und sie war noch nicht vorbei. Er hatte keine Ahnung, was er ab nun an tun sollte, konnte oder gar musste. Alles woran er in diesem Moment denken wollte war, dass seine Mutter nicht von Voldemort getötet wurde, dass sie, Lilli und Sirius noch am Leben waren und nicht seinetwegen durch Voldemort oder die Chains of Xerchia getötet wurden und dass sie hier in Sicherheit waren. Zumindest vorerst.
Vergiss nicht, James Potter. Du musst es finden oder du bezahlst mit deinem Leben.
Und an einem anderen geheimen Ort stand Voldemort auf dem Dach eines hohen Gebäudes und blickte mit verengten Augen in die Ferne. Direkt neben ihm Shanoba, die gefallene Phowlyris, deren Haare nun mit goldenem und glitzerndem Schmuck hochgesteckt war.
„Alles verläuft nach Plan," sagte sie zufrieden während sie mit einem zart rosanem glitzerndem Seidentuch in ihren Händen herumspielte. Der Wind wehte mal stärker, mal sanfter und einige Male wäre das Seidentuch in ihren Händen von der Stärke weggeweht worden, wenn sie nicht gerade noch rechtzeitig wieder danach gegriffen hätte, um es zurückzuziehen.
„Wenn alles nach Plan verliefe, würde ich Dark Breath nun mein Eigen nennen," zischte Voldemort unzufrieden.
„Wenn alles nach ihrem Plan verliefe, Lord Voldemort, so wäre James Potter nun tot und Dark Breath für immer verloren."
Er warf ihr einen misstrauischen Blick zu und verengte seine Augen zu giftigen Schlitzen.
„Ich kenne mich mit Gryffindor's Magie aus. Sie hat sich ihren Träger gewählt und sie spürt eine tiefe Verbundenheit zu ihm. Gryffindor's Magie weiß, wie weit es seinen Träger bringen kann und was es dazu tun muss. Wenn wir nicht aufpassen, dann erreichen wir genau das, was wir als Letztes wollen, nämlich dass der Junge die Kontrolle über seine Kraft erlangt und die Wahrheit heraus findet."
Der dunkle Zauberer sah sie nun mit milderem, wenn auch nach wie vor unzufriedenem Blick an, doch Shanoba hatte nichts an ihrer Arroganz und Selbstsicherheit verloren.
„Und ganz nebenbei ist es doch interessant, wenn man mit ihnen wie mit Marionetten spielen kann: Albus Dumbledore, Anna White, Lilli Evans. Sie tun genau das, was sie sollen und danach entsorgt man sie wie dreckiger Müll, sobald man sie nicht mehr braucht, wie Michael und Harold Potter."
Voldemort verzog heimtückisch sein Gesicht.
„Und was kommt im Spiel als nächstes?"
Shanoba lächelte triumphierend und machte eine Bewegung mit ihrer Hand, so dass das Seidentuch darin ihren Griff verließ und vom Wind weggeblasen wurde.
„Geduld."
