Disclaimer: Gundam Wing und die Charaktere gehören nicht mir sondern Sunrise und Bandai. Ich verdiene auch kein Geld mit dieser Geschichte.

Kapitel XXXVII

Es herrschte eine merkwürdig bedrückende Stimmung auf dem Landsitz der Khushrenadas. Keiner, nicht einmal Treize, war erpicht darauf so schnell schon wieder auf einen Feldzug aufbrechen zu müssen. Sie waren keinen Monat in Rom und schon sandte der Kaiser seinen Konsul erneut in die Ferne. Besonders Duo und Trowa waren darüber sehr unglücklich.

Bei Treizes Rückkehr hatte es keine überbordenen Feierlichkeiten gegeben, war ja der Auftrag in der ägyptischen Provinz auch geheimer Natur gewesen. So geheim man die Tatsache an sich halten konnte, wenn eine Person wie Treize über den gesamten Winter nicht in Rom weilte.

Nichtsdestotrotz war Treize nach der Rückkehr zwei Wochen lang den Einladungen der übrigen Adelsfamilien gefolgt und hatte deren Festbankette und Gelage mit seiner Anwesenheit beehrt. Die meisten Adligen waren wohl mehr denn je der Ansicht, dass Treize Khushrenada der nächste Kaiser werden würde. Eine Tatsache, die Treize in der Öffentlichkeit weder dementierte noch bestätigte, aber die Gerüchteküche brodelte immer weiter.

Zechs fragte sich insgeheim, was wohl Marcus, der verwöhnte, verweichlichte Sohn des Kaisers dazu sagen würde. Zechs würde nicht den Fehler begehen und Marcus unterschätzen. Der Bursche steckte bis über beide Ohren in diesem römischen Sumpf aus Intrigen, Bestechungen und Erpressungen. Zechs vermutete auch, dass es Marcus gewesen sein musste, der ihnen Acht als Spion nach Ägypten hinterhergeschickt hatte. Ganz zu schweigen von jenem hinterlistigen Anschlag mittels eines an Bord ihres Schiffes geschmuggelten Skorpion.

Treize teilte Zechs' Bedenken und wäre am liebsten in Rom geblieben um sich seiner getreuen Verbündeten zu versichern und Pläne gegen seine alten und neuen Feinde zu schmieden. Doch nun musste er mit seinen Legionen nach Iberien aufbrechen und würde erst im Herbst wieder nach Rom zurückkehren. Eine lange Zeit.

Natürlich würde Heero mit ihm ziehen, auch Duo, sein Leibsklave, würde ihn begleiten. Quatre jedoch blieb in Rom. Er war zwar noch nicht aus dem Militärdienst ausgeschieden und doch ließ ihn Treize hier. Wahrscheinlich waren ihm Quatres Augen und Ohren in Rom wichtiger. Außerdem unterrichtete Quatre die kleine Mariemaia, obwohl sie gar nicht mehr so klein war, wie Zechs festgestellt hatte, im Schwertkampf. Dieses Arrangement durfte natürlich ebenfalls nicht an die Öffentlichkeit gelangen.

Allerdings begleitete Natter namens Marcus Treize auf dem Feldzug, auf ausdrücklichen Wunsch des Kaisers! Doch so konnte Treize wenigstens seinen Feind immer aus der Nähe beobachten. Vielleicht war es gar nicht so schlecht, dass der Kaiser seinen Sohn auf den Feldzug geschickt hatte.

Sally würde ebenfalls in Rom bleiben. Die Wahrscheinlichkeit, dass Treize bei diesem Feldzug verletzt wurde war eher gering, da die Römer nicht unbedingt mit Kämpfen rechneten. Außerdem hatte sie dem Konsul einen anderen – ägyptischen – Arzt vermittelt, der mit ihm reisen würde. Sally und Une planten ihre Beziehung zu vertiefen und Treize gönnte seiner Leibärztin die freie Zeit.

Und Zechs selbst... auch er musste in Rom verbleiben. Zu viel Verwirrung und Aufruhr würde es erzeugen, wenn er sich dem Militärzug anschließen würde. Galt er doch noch immer als Geisel des Konsuls. So hatte er sich bereits auf einen langweiligen Frühling und einen noch langweiligeren Sommer hier in den Albaner Bergen eingestellt. Er würde seine Studien fortsetzen, noch immer konnte er nicht perfekt die römischen Schriftzeichen schreiben und fließend lesen. Wenn auch sein Griechisch während der Zeit in Ägypten recht passabel geworden war.

Es hatte auch kein Abschiedsfest hier auf der Villa gegeben und so verlief der letzte Abend, den der Konsul und die Sklaven hier verbringen würden, sehr ruhig ab. Zechs begegnete noch nicht einmal einem der Diener als er sich in Richtung Küche und Lebensmittellager aufmachte. Er hatte Hunger bekommen und ihm stand der Sinn nach etwas Herzhaftem. Vielleicht war noch etwas von diesem Eintopf übrig, den es zum Mittagessen gegeben hatte. Treize hielt sich in seinen Gemächern auf und Quatre war zwar heute Nachmittag zu ihnen gekommen, war allerdings schon bald nicht mehr aufzufinden gewesen. Man musste kein Hellseher sein um zu wissen, wo sich der junge Römer aufhielt.

Während Zechs die Töpfe durchstöberte und alles fand von Pasteten bis hin zu einer prallen Melone doch keinen Eintopf, vernahm er aufgeregtes Gelächter durchdrungen von dem ein oder anderen tiefen Stöhnen.

‚Ist das Quatre?', Zechs legte den Deckel zurück, den er gerade gelüftet hatte und öffnete vorsichtig die Tür, die durch einen schmalen Flur mit den Quartieren der Sklaven verbunden war. Trowa hatte dort sein Zimmer, war Quatre etwa dort? Es klang auf alle Fälle so.

Unsicher verharrte Zechs auf der Schwelle. Eigentlich sollte er nicht weitergehen, warum stand er überhaupt hier? Die Beiden konnten doch tun und lassen was sie wollen.

Wieder dieses Stöhnen und er schluckte unwillkürlich. Neugier züngelte in ihm hoch und Zechs streckte eine Hand aus und tastete sich damit den Gang entlang. Er wollte keine Fackel entzünden, besser er blieb unentdeckt. Am Ende war es gar nicht Quatre und er hatte sich getäuscht.

Der Gang endete und knickte scharf nach rechts ab. Dort befanden sich die ersten Türen, die zu den Kammern der Dienern führten. Wieder das Lachen, unbeschwert und ungehemmt. Dachten Trowa und Quatre denn, dass sie alleine waren? Dann fiel Zechs ein, dass sie das in der Tat sein mussten, denn die übrigen Sklaven befanden sich fast alle in Rom wo Treize die letzten Tage verbracht hatte, bevor er hier auf dem Land noch einmal zur Ruhe kommen konnte und die letzten Stücke seiner Ausrüstung zusammengepackt wurden.

„Lass das Trowa... das kitzelt...", keuchte Quatre und Zechs schlich sich mit schneller klopfendem Herzen näher an die Tür heran. Sie war nur angelehnt und er konnte durch einen schmalen Spalt in das Innere der Kammer sehen. Das Bett des Pferdeknechts stand genau in Zechs' Blickfeld und dort lagen Quatre und Trowa. Oder besser gesagt, Trowa lag auf Quatre, der den Kopf des Sklaven gerade zu sich nach oben zog, um ihn zu küssen. Zechs sah das Licht der Kerzen auf der feuchten Haut auf Quatres Brust schimmerten und nach dem Kuss auf den Lippen des Tribuns. Schon fand Trowas Mund erneut Quatres Brust und Trowa küsste eine Stelle oberhalb des Herzens. Wieder kicherte Quatre, wahrscheinlich war er besonders kitzelig.

Währenddessen rieb Trowa seine Hüften an Quatres Unterleib und gebannt verfolgte Zechs wie es nun an Quatre war seinen Geliebten auf das Bett zu drücken und sich Trowas Schwanz anzunehmen.

Zechs wusste, dass er spätestens jetzt gehen sollte. Es war nicht richtig, dass er die beiden Männer hier beobachtete. Überhaupt, dass er so etwas Intimes zwischen zwei Menschen beobachtete war nicht in Ordnung, egal ob Männer oder Frauen. Doch irgendetwas hielt ihn zurück, hielt ihn hier hinter dieser Tür kauern und in die Kammer spähen. Wo Quatres Lippen sich um Trowas Schwanz schlossen und sich der blonde Haarschopf unablässig auf und ab bewegte.

Zechs schluckte, sein Mund war wie ausgetrocknet und auch er spürte eine wachsende Erregung in sich. Er fasste sich unter seine Tunica und drückte sein eigenes Fleisch. Sein Schwanz schien sich nicht im Geringsten um moralische Bedenken zu scheren, sondern reagierte auf geradezu erschreckende Direktheit auf das Tun der beiden Männer.

Er presste sich eine Hand auf den Mund, um sich nicht zu verraten. Er könnte einfach wieder weggehen...

Nun zog Quatre Trowa über sich und mit weit aufgerissenen Augen verfolgte Zechs, wie Trowa sich mit solche einer unendlichen Sanftheit und Zärtlichkeit in Quatres Körper schob. Überhaupt wie viel Liebe aus jeder noch so kleinen Geste und noch so unbedeutendem Blick der Beiden sprach. Zechs wurde es ganz anders als er dies bemerkte, dies hier war mehr als nur körperliche Leidenschaft, so viel mehr. Quatre und Trowa teilten etwas, was nur sehr wenigen Menschen zu Teil wurde und er beneidete sie darum!

Auch hätte er nicht gedacht, dass es so zwischen zwei Männern ablief. Nun, er hatte eigentlich überhaupt nichts gedacht. Zechs hatte keine konkrete Vorstellung davon wie zwei Männer sich im Bett vergnügen konnten, abgesehen von dem Offensichtlichem und dies war in seiner Vorstellung immer ein Akt von Unterwerfung auf der einen Seite und unerbittlicher Machtausübung auf der anderen Seite gewesen. Nicht so etwas Zärtliches, das auf beiderseitigem Einverständnis basierte.

Quatre raunte etwas, was man nicht von einem wohlerzogenen römischen Adligen erwarten würde und doch hatten diese einfachen, primitiven Worte einen äußerst ‚zündenen' Effekt auf Trowa. Dessen Bewegungen wurden schneller und heftiger, härter.

Auch Zechs wurde härter, das ließ sich nicht bestreiten und schon bald war er froh darum, dass die beiden dort im Zimmer so einen Lärm machten. Hastig brachte Zechs sich selbst zum Höhepunkt und kehrte dann beschämt in die Küche zurück. Quatres und Trowas Stöhnen verfolgte ihn den ganzen Weg zurück und seine Wangen brannten vor Scham.

Dort stieß er dann mit niemand anderem als Treize zusammen. Zechs blickte gerade noch einmal in den Gang zu den Kammern zurück als Treize an der Tür vorüberging. Anscheinend hatte der Konsul auch noch Hunger. Er blickte Zechs an und genau in diesem Moment hallte Trowas heiserer Schrei zu ihnen in die Küche.

Zechs' Gesicht fühlte sich auf einmal noch eine Spur heißer an und verdammt, Treize würde es deutlich sehen, denn der Konsul hatte sich ein Öllicht mitgebracht, das gleich auf dem Herd neben ihnen stand.

„Ich wollte noch einen Wein trinken", bemerkte Treize leise und griff zielsicher nach einem der Krüge im hinteren Teil der Küche.

Zechs blieb unschlüssig am Herd stehen und sah dem Konsul zu wie er nun einen Becher suchte und einen Schluck von dem Wein kostete. Was sollte er sagen? Ahnte Treize, dass er den beiden Liebenden nachspioniert hatte.

„Trowa und Quatre sind..." Zechs deutete mit einer vagen Handbewegung in Richtung der Sklavenquartiere.

„Dachte ich mir schon", kam die Replik von Treize und der stellte den Krug wieder zurück ins Regal. Offensichtlich war es nicht die Sorte Wein gewesen, die er im Sinn hatte. Endlich schenkte er sich einen Becher ein, kostete und war zufrieden, dann kam zu Zechs hinüber.

Unwillkürlich befeuchtete sich Zechs die Lippen und Treize reichte ihm den Becher. Gierig nahm Zechs einen Schluck und zuckte dann wie schuldbewusst zusammen als es nun Quatre war, der einen lustvollen Schrei in die Nacht schickte.

Treize grinste und trank ebenfalls einen Schluck Wein. „Scheint ihm zu gefallen."

„Ah... Mhm." Er musste irgendetwas sagen, erklären warum er bei den Sklavenquartieren gewesen war. Aber was sollte er da nur sagen? Was wenn Treize ihn fragen würde, warum er den Beiden zugesehen hatte? Zechs wusste ja selbst nicht, warum er dies getan hatte.

„Ich hätte dich nicht für so einen gehalten, Zechs", Treize stand nun ganz dich vor ihm. Warum hatte Zechs es überhaupt nicht bemerkt, dass ihm der Römer so nahe gekommen war. Er spürte sogar die Körperwärme des anderen und das trotz der lauen Frühlingsnacht.

„Was?", verlangte er zu wissen und versuchte sich enger an den Herd hinter ihm zu drücken. Als ob er damit Treize entkommen könnte.

„Dass es dich anmacht anderen dabei zuzusehen."

„Aber... ich... tut es nicht!"

„Nein?" Treize schmunzelte und eine äußerst warme, äußerst kundige Hand wanderte bei diesem Wort unter Zechs Tunica.

„Ich..."

Bevor er weiterreden konnte, legte Treize die Finger seiner noch freien Hand auf Zechs' Lippen und brachte ihn damit zum Schweigen. „Was haben sie getan?" Als ob der Konsul sich das nicht selbst in allen Details ausmalen konnte.

Zechs würde sich hüten darauf zu antworten. Es wäre ihm unendlich peinlich zu beschreiben, was er da in der Kammer gesehen hatte. Er öffnete den Mund um zu protestieren, aber schloss ihn dann wieder. Eine beträchtliche Menge Blut schoss gerade aus seinem Kopf auf kürzestem Wege in weiter unten gelegene Körperregionen, dort wo sich Treizes Hand zu schaffen machte.

„Vielleicht das hier?", Treizes Stimme war nahe an seinem Ohr und da Zechs mittlerweile die Augen fest geschlossen hielt war es allein die plötzliche Luftbewegung, die ihm verriet, dass sich Treize hingekniet haben musste. Nun riss er doch die Augen auf und blickte an sich hinab. Dort sah Treize zu ihm auf, Zechs' Tunica bereits hochgeschoben und seinen stolz nach vorne weisenden Schwanz freigelegt.

Wortlos und mit offenem Mund schüttelte Zechs den Kopf. Das konnte er einfach nicht glauben!

Leider war es nur zu schnell vorbei und Zechs setzte sich mit zitternden Gliedern auf den Herd. Noch immer fassungslos beobachtete er Treize dabei, der sich mit einer grenzenlosen Eleganz erhob und sich mit einer geradezu lässigen Bewegung mit den Fingern über die Lippen fuhr. Ein letzter Rest von Zechs' Samen sammelte sich auf dem Daumen des Konsuls und Zechs sah zu wie Treize ihn ableckte.

„Glaub nicht, dass ich das bei jedem mache." Treize hielt sein Kinn fest und blickte ihm für einen langen Moment in die Augen. Zechs wusste nicht, was er sagen sollte. Wie sollte er dieses merkwürdige Gefühl in seinem Bauch beschreiben, das er nun empfand. Er wollte nicht, dass Treize ging. Treize sollte hier bleiben, bei ihm bleiben. Hatte er nicht genau das die ganze Zeit gewollt. Noch zu genau erinnerte sich Zechs an die Überfahrt von Ägypten zurück nach Rom. Hatte er da nicht genau über diese Dinge fantasiert und war schier verzweifelt daran, dass Treize nichts unternommen hatte. Und jetzt...

Treize wartete noch immer auf eine Antwort und Zechs war noch immer nicht in der Lage sie ihm zu geben. Schließlich richtete sich der Konsul auf, nahm seinen Wein und das Licht und ließ Zechs im Dunkeln zurück.

„Das glaube ich jetzt nicht", keuchte Zechs fassungslos.

„Oh nein Zechs", Treize hatte es noch gehört und sein Lachen klang zu Zechs. „Glaub es ruhig! Das ist kein Traum und keine deiner schmutzigen Fantasien. Ich bin in meinem Zimmer, falls du zu mir kommen möchtest..."