Kapitel 38

Sie hatte sich in die Bibliothek von Malfoy Manor zurückgezogen. Dort saß sie nun mit den Briefen und dem seltsamen Geschenk auf dem weichen Ledersessel, der etwas vom Kamin entfernt stand. Und sie beschloss, zuerst das Geschenk auszupacken.

Es war weit nach zwölf, und sie hatte sich bei ihren Schwiegereltern verabschiedet, erklärt, sie würde ebenfalls im Herrenhaus schlafen, denn es war sicherer, wenn sie hier blieb, anstatt alleine nach drüben zu gehen. Auf dem Tisch neben sich hatte sie altmodisch noch eine Kerze in einem geschnitzten Kerzenständer gestellt, für mehr Licht zum Lesen.

Sie drehte das unordentlich verpackte Geschenk in der Hand. Es war in Packpapier gewickelt, wohl aus der Küche, nahm sie an. Denn woher sollte eine Elfe hier Geschenkpapier haben?

Vorsichtig löste sie das Klebeband. Sie stellte fest, es handelte sich nicht um eine Kugel oder etwas Ähnliches. Das Papier war lediglich fünfzehnmal um das Geschenk gewickelt. Sie bemühte sich, es nicht kaputt zu machen. Allerdings wurde sie nicht schlau aus dem Geschenk.

Sie nahm die Figur in die Hand, die sie ausgewickelt hatte. Sie wirkte arg mitgenommen, aber Hermine erkannte die Figur. Es war ein Bauer eines Schachspiels. Eines magischen Schachspiels. Er rührte sich zwar nicht, aber sie kannte die Figuren von Harry und Ron. Jedoch handelte es sich hierbei um ein weitaus kostbareres Spiel, musste sie annehmen. Die Figur war zwar an einigen Stellen zerkratzt und abgegriffen, aber Hermine erkannte den feinen goldenen Einlass am Sockel der kleinen Figur, die filigranen Schnitzereien am Kopf des Bauern, und sie drehte die Figur zwischen den Fingern. Keine Gravur, kein Datum, kein Name – gar nichts sonst konnte sie hier von ableiten.

Ihre Stirn lag in schweren Falten.

Wenn die kleine Elfe Malfoy diese Figur schenken wollte, musste sie irgendetwas für die Elfe bedeuten. Hermine nahm an, die Elfe hatte sie nicht einfach vom Schachspiel der Malfoys gestohlen und nun verpackt. Oder? Nein, Hermine glaubte es nicht. Aber Hermine begriff die Geschichte dahinter nicht.

Unzufrieden wickelte sie die Figur wieder ein. Sie wollte nicht überlegen, aus welchem Material sie war. Sie war angenehm schwer und lag kühl in der Hand. Es war kein Holz, so viel stand fest. Wie sie die Malfoys einschätzte waren diese Figuren aus Hauselfenknochen gefertigt oder Elfenbein. Sie fand beides widerlich. Aber einst war es Tradition gewesen, die Knochen der Hauselfen zu verarbeiten, damit sie auch nach dem Tode noch nützlich waren. Und die Zauberer waren damals somit um ein lästiges Begräbnis rumgekommen.

Hermine verklebte das Geschenk wieder. Ob Malfoy so ein Geschenk überhaupt verdiente?

Aber sie wusste, sie würde es ihm zukommen lassen. Irgendwie. Schließlich war es seins.

Und endlich löste sie nun das Band um die Briefe. Sie war schon so gespannt. Aber sie machte sich keine großen Hoffnungen. Sie kannte Jungen und wusste, Jungen schrieben nie viel in Briefen. Nichts von Bedeutung zumindest.

Wahllos entfaltete sie einen Brief mit einem Datum von vor sieben Jahren. Das erste Jahr in Hogwarts.

Der Brief begann mit den Worten ‚Sehr geehrter Vater', stellte Hermine stirnrunzelnd fest. Und so begannen tatsächlich alle folgenden Briefe. Sie entfaltete die nächsten auch, um sich zu vergewissern. Sie fand es eine schrecklich förmliche Anrede. Sie verzog verständnislos den Mund, sank aber tiefer in den gemütlichen Ledersessel und begann, zu lesen. Denn tatsächlich hatte sie sich geirrt. Diese Briefe hier waren relativ lang. Gar nicht so, wie ein Junge sonst schrieb, dachte sie unwillkürlich. Aber wahrscheinlich war Malfoy kein normaler Junge, denn die Malfoys waren keine normale Familie.

‚Sehr geehrter Vater,

schon wieder habe ich von der Auswahl geträumt. Ich weiß nicht, warum. Vielleicht weil es unangenehm war. Ich möchte so eine Auswahl nicht noch mal haben und so einen Hut nie mehr aufsetzen.

Wie geht es Mutter? Ich vermisse Zuhause und ich finde es hier nicht gut. Wir essen mit so vielen Schülern in der Halle, und es ist immer laut.

Die Hufflepuffs sind dumm, wie du sagtest. Und mit den Gryffindors möchte ich auch nichts zu tun haben. Ich mag nur Blaise Zabini. Der Schulsprecher ist aus Gryffindor und ein Weesly. Sie haben alle rote Haare.

Wie geht es Snuffles? Ist er wieder gesund?

Weißt du, Vater, ich lerne die Formeln, aber im Unterricht kommen sie gar nicht dran. Professor Quirrel beschäftigt sich ohnehin nur mit Harry Potter.

Ich freue mich, wenn Weihnachten ist, dann kann ich endlich nach Hause kommen.

Grüße an Mutter und Snuffels,

dein Sohn,

Draco'

Hermine zog die Stirn kraus. Aber sie erinnerte sich an Pansys Jungesellinnenabschied. Snuffles war Dracos Hund gewesen. Sie entfaltete den Antwortbrief. Sie war schon überrascht genug, dass jemand wie Malfoy eine Antwort aufbewahrte.

Aber die Antwort war nicht von seinem Vater, stellte Hermine fest.

‚Lieber Draco,

mein Schatz, leider ist Snuffles noch immer schwer krank. Wir reden darüber, wenn du hier bist. Und du musst keine Angst mehr vor der Auswahl haben. Der Hut hat dich nach Slytherin gebracht, und dort sind deine Freunde. Außerdem magst du doch Pansy, Vincent und Gregory ebenfalls. Nicht nur Blaise.

Dein Vater ist zurzeit sehr beschäftigt und kann nicht antworten.

Professor Quirrel kommt ab und an zu Besuch nach Malfoy Manor, und ich möchte dich bitten, freundlich zu sein.

Lerne deine Formeln gründlich und eines Tages wirst du der Schulsprecher sein, mein Herz.

Sagstest du nicht, es wären Quidditch-Auswahlspiele gewesen? Erzähl mir davon.

Dein Vater grüßt dich herzlich, mein Engel.

Viele Küsse,

Narzissa'

Im nächsten Brief – wieder an Lucius adressiert – erzählte Malfoy widerwillig vom Quidditch, dass er es nicht ins Team geschafft hatte, weil er zu jung war, dass Harry letztendlich aber sehr wohl spielen durfte. Er erzählte von weiteren Albträumen, davon, dass er Quirrels Turban seltsam fand. Er fragte nach seinem Hund, beschwerte sich über Dumbledore, das Essen und klagte sein kindliches Leid, und erhielt wieder eine Antwort von Narzissa.

Er erhielt ausschließlich Antworten von Narzissa, bemerkte Hermine nach einer Weile. Jede Antwort war verständnisvoll und lieb, während Malfoy immer nur an seinen Vater schrieb. Hermine überflog die Briefe, in denen nichts Wesentliches passierte.

Und endlich entdeckte sie eine neue Handschrift.

Von Lucius. Aus dem zweiten Jahr.

‚Draco,

Professor Snape schrieb mir heute. Du hast eine Strafarbeit bekommen und überdies wegen Harry Potter. Wieso hast du davon nichts erwähnt? Ich verbiete dir, mit Harry Potter Kontakt zu haben. Verständige dich gut mit den Slytherins und behandele Professor Snape mit Respekt. Lass dich nicht hinreißen, dich zu provozieren. Strenge dich mehr im Quidditch an, denn wofür habe ich die teuren Besen sonst gekauft? Auch deine Leistungen entsprechen nicht dem Standard, den ich sehen möchte.

In zwei Jahren findet in deinem Jahrgang die Auswahl der Vertrauensschüler statt, und ich erwarte, deinen Namen unter den Auserwählten zu sehen. Dafür musst du lernen.

Außerdem ist es dir nur so möglich, in unseren Rängen zu agieren.

Ich habe um Auskunft gebeten, und du hast dich geirrt. Hermine Granger ist nicht die einzige Muggel. Ein weiterer Muggel in Gryffindor ist Dean Thomas.

Halte dich fern, sprich nicht mit ihnen und bleib unter deines gleichen.

Ich erwarte Ohnegleichen in den nächsten Arbeiten.

Lucius'

Hermine verzog den Mund. Wirklich? Halte dich fern? So etwas hat Lucius seinem Sohn empfohlen? Sie wusste schon, warum Narzissa geantwortet hatte. So ging es langweilig weiter. Malfoy hatte Albträume, er hatte Schwierigkeiten, sich zu fügen.

Aber Merlin sei Dank wurde er Vertrauensschüler… bla bla. Hermine kannte die Geschichte von Malfoys und Harrys Auseinandersetzungen.

Die Briefe verloren an Kontinuität, das einzige, was blieb, waren die Anreden. Draco hatte nicht einen einzigen Brief an seine Mutter geschrieben. Nur an seinen Vater.

Sie erwischte einen Brief aus dem sechsten Jahr. Und es war Malfoy, der antwortete. Auf einen Brief seiner Mutter.

‚Sehr geehrter Vater,

ich erledige den Auftrag nächste Woche.

Dumbledore befindet sich viel außerhalb der Schule. Oft im Ministerium, oft mit Potter unterwegs.

Ich habe nicht viel Zeit, zu antworten. Muss weiter.

Draco'

Wow. Das klang weitaus abgekühlter, aber wenn Hermine sich recht erinnerte, war das das Jahr gewesen, als er das Mal bekommen hatte, als er den Auftrag erhalten hatte, Dumbledore zu töten. Sie hasste diese Familie mal wieder um ein weniges mehr. Und sie war froh, dass es nicht dazu gekommen war, dass Snape das Übel hatte abwenden können. Das Malfoy letztendlich mit der Imperius-Entschuldigung durchgekommen war und ihm Dumbledore nicht mal eine Kleinigkeit nachtrug, machte Hermine noch immer wütend.

Hermine durchblätterte die Briefe erneut. Irgendwann hatte er aufgehört, seinen Hund zu erwähnen. Sein Vater hat nicht mehr zurückgeschrieben. Irgendwann war Malfoy über Weihnachten in Hogwarts geblieben, stellte sie fest. Aber wahrscheinlich waren die ausschlaggebenden Dinge, in der Beziehung zwischen ihm und seinem Vater, nicht über Briefverkehr geschehen, entschied sie missmutig.

Sie gähnte herzhaft, streckte sich und lehnte den Kopf zurück, bevor sie nachdachte. Vielleicht wäre es gut, wenn sie Malfoy konfrontieren würde? Vielleicht wäre es besser, mit Lucius zu sprechen? Sie sah sich um in der fremden Umgebung des Feindes. So großartig feindlich war es hier allerdings nicht.

Aber sie wüsste nicht, ob sie so leben könnte, wie es die Malfoys taten. Sie unterdrückten ihren Kummer, ihre Wut. Und sie sahen gar nicht, wie destruktiv es wirklich war. Wie weh es wirklich tat. Das Körnchen Glück würde hier nie gedeihen, dachte sie dumpf.

Sie gähnte erneut, fächelte sich mit dem letzten Brief in der Hand ein wenig Luft ins Gesicht, denn es war gemütlich warm hier in dem großen Raum. Sie hatte kaum Lust, nach oben zu gehen, und für nur eine winzige Sekunde, erlaubte sie es sich, die Augen zu schließen.

Nur ganz kurz. Ihr Arm lag auf der weichen Lehne, den Brief hielt sie immer noch in der Hand.

Und nur für eine winzige Sekunde dämmerte sie weg.

Und alles, was sie noch denken konnte, war, dass sie auf gar keinen Fall hier schlafen wollte. Nur für einen winzigen Moment, vielleicht.

Ihr schlaffer Arm rutschte von der Lehne, und es war in dieser Sekunde, dass der goldene Anhänger um ihren Hals Grün aufleuchtete, und die Gravur kurz in rotem Glanz erstrahlte, als ihre Hand gegen den Kerzenleuchter stieß.

Er wackelte, aus dem Gleichgewicht gebracht, kreiste um den eigenen Schwerpunkt und schien sich wiederzufinden, schien wieder zum Stehen zu kommen, allerdings glühte der Anhänger ein weiteres Mal auf, und tatsächlich fand der Kerzenständer seinen Schwerpunkt nicht.

Er fiel unspektakulär zur Seite und die Flamme der Kerze erlosch nicht.

Hermine drehte sich im Schlaf, rollte sich zu einer Kugel auf dem Sessel zusammen, entzog ihre Hand gerade noch rechtzeitig, als der alte Brief Feuer fing.

Langsam fraß sich die Flamme durch das Pergament dieses Briefes und durch alle weiteren, bis der gesamte Inhalt auf dem Tisch in stillen Flammen loderte. Es war ein stilles Feuer. Das Pergament so trocken und alt, dass es keinen unangenehmen Geruch gab. Die Flammen leckten nun am Holz des Tisches, tanzten weiter, folgten dem natürlichen Drang des Feuers, Sauerstoff zu fressen und sich auszubreiten.

Hermine schlief tatsächlich ruhig. Die vielen Cocktails trugen zu einem gesunden Schlaf bei, und der Anhänger glühte in einem sanften Grün um ihren Hals.

Währenddessen begann die Bibliothek langsam aber sich in Flammen zu stehen, und fast war die Angst der umstehenden tausenden von Büchern greifbar, während die Flammen in heller Vorfreude die Fransen des Teppichs erreichten.

Draco stapelte des Quidditchequpiment fast ein wenig lustlos auf seinem Schreibtisch. Ihm waren die Worte seines Vaters nicht aus dem Kopf gegangen. Er hatte sie nicht vergessen, so wie er sonst alles vergaß, wenn er auf Durchzug schaltete.

Es war ein furchtbares Weihnachten gewesen.

Und dieses Mal war auch noch ein Schlammblut dabei. Er fragte sich, wo sie war. Hier oben, im Gästezimmer?

Oder drüben, im Haus seiner Schande? Er hatte überlegt, Astoria über Floh zu erreichen, aber zu groß war das Risiko, dass er jemand anderen im Haus erwischte.

Auch Pansys Worte hatten ihn nicht verlassen. Obwohl er sich um sie noch weniger scherte.

Er lehnte sich auf dem Schreibtischstuhl zurück und sein Blick fiel auf sein letztes Geschenk. Auf das Tagebuch, was ihm das Schlammblut geschenkt hatte. Es glänzte in lila und grün. Es wirkte nicht teuer oder wertvoll. Es wirkte nicht so, als wäre es wert, dass er darin schrieb. Dass er es auch nur mit seinen Augen betrachtete.

Es machte ihn wütend, dass sie es ihm geschenkt hatte. Was erlaubte sie sich? Glaubte sie, er war auf ihre billigen Geschenke angewiesen?

Zornig hatte er sich erhoben, das Buch in der Hand, während er zum Kamin schritt. Das Feuer war nahezu heruntergebrannt, aber es würde reichen. Er warf das glänzende Buch in die Flammen. Er kaute auf seiner Unterlippe, während er auf dem Rost lag, und die schwachen Flammen gierig emporschossen.

Es war ein plötzlicher Impuls, und er wusste nicht, woher er kam, aber hastig griff er sich den Schürhaken und beförderte das Buch mit einer herrischen Geste zurück auf den Teppich vor dem Kamin. Es landete auf der Vorderseite und er erkannte, die Rückseite war leicht angesengt. Eine schwarze Stelle war verrußt. Ansonsten war es ok.

Er hob es auf, pustete den Ruß vom Rücken und drehte es um. Im Feuerschein schimmerten die feinen Farben noch deutlicher, und er konnte nicht umhin, zuzugeben, dass es nicht das hässlichste Buch der Welt war. Er verdrehte die Augen und warf es wieder auf seinen Schreibtisch.

Er hatte Hunger, entschied er plötzlich. Er hasste jedes Essen mit seiner Familie. Und er aß kaum etwas, wenn sie zusammen am Tisch saßen. Der Hunger kam erst, wenn er sich wieder entspannen konnte. Er nahm an, Narzissa und Lucius lagen bereits im Bett.

Die Elfen könnten ihm also Ente warm machen.

Er schlich aus dem Zimmer, den Lumos nur schwach vor sich gerichtet, aber er konnte unter der Tür des Gästezimmers keinen Lichtschein erkennen. Entweder schlief sie oder sie hatte ihn gehört, und tat so, als wäre sie nicht wach. Ihm war es heute Nacht scheiß egal.

Das Haus lag im fahlen Licht der Leuchter im Flur völlig ausgestorben vor ihm. Die Elfen putzten nicht, kein Geräusch drang nach oben. Seine Sporthose machte beim Gehen kein Geräusch, und er war froh, dass er sich legere Sportklamotten angezogen hatte, und nicht so einen lächerlichen Anzug, wie sein Vater heute.

Es muss seine Mutter wahnsinnig gemacht haben, dass er sich nicht einen Deut um ihre scheiß Traditionen scherte.

Triumphierend erreichte er die Küche. Er rief nach den Elfen, und ein müdes Geschöpf nach dem anderen erschien mit einem Plopp. Er orderte an, dass sie ihm Essen aufwärmen sollten, und schweigend, ohne zu widersprechen, folgten sie.

Er mochte es, Untergebene zu delegieren. Es war leichter, als mit seinen elenden Freunden zurecht zu kommen.

Es war zu dem Zeitpunkt, als ihm eine schmächtige Elfe, zitternd vor Angst einen Teller mit dampfender Entenkeule vor die Nase stellte, als der alte Elf die Küche betrat, der sonst vorne die Türen öffnete.

„Master", sagte er ein wenig außer Atem, verneigte sich tief, und Draco rümpfte die Nase. Der Elf roch… - nach etwas, was Draco kannte.

„Ich esse", ermahnte ihn Draco, während die kleinen Elfen vor ihm aneinenander lehnten und immer wieder einschliefen. Aber der Elf kam drängend näher.

„Master, schnell", sagte er, und Draco erkannte den Geruch augenblicklich, und ließ die Gabel sinken. „Feuer", wisperte der Elf, und Draco bemerkte die feinen Rauchschwaden, die vom winzigen Jackett des Elfs empor stiegen.

Er war so schnell auf den Beinen, dass er mit dem Fuß gegen das Tischbein stieß, und die kleinen Elfen mit einem Schrecken wieder erwachten.

„Wo?", knurrte Draco, den Zauberstab bereits gezogen.

„In… in der Bibliothek", entgegnete der Elf, und Draco rannte nun durch das Esszimmer, den Saal, das Wohnzimmer, durch den Gang der Torbögen, bis er hinten links bereits riechen konnte, was ihn erwarten würde.

In den Türen hielt er inne.

Fuck!

Die halbe Bibliothek brannte bereits.

Er schoss den Aguamenti-Zauber auf die nächsten Bücher, die bereits kokelten, den Teppich vor sich, hielt sich den Ärmel vor den Mund und hustete, als er tiefer in die Bibliothek vordrang.

Mit dem Wasser schaffte er es gut, zu löschen, die Flammen einzudämmen, und es sah nur so aus, als stünde die halbe Bibliothek in Flammen. Das Feuer hatte sich eine Schneise gebahnt. Ein Regal jedoch brannte bereits lichterloh, und diese Bücher waren nicht mehr zu retten. Er löschte weiter, bis seine Arme bereits schwarz vor Ruß waren, und er erkannte sie erst dann.

Er hatte den Kopf nach rechts gewandt, und sie saß, halb von Flammen eingekreist auf dem Sessel. Was zur…?

Er stolperte näher, hielt seinen Arm schützend vor sein Gesicht, um die Flammen abzuschirmen, und hustete, als er schrie.

„Granger!", entfuhr ihm seine Stimme rau. Aber sie schlief! Sie schlief einfach! Er löschte die direkten Flammen in seinem Weg, lief in Socken über den verkohlten Teppich und bemerkte den sanften grünen Schimmer der Kette, die immer noch um ihren Hals lag.

Der Fluch.

Er begriff nicht, aber er wusste, sie wäre wohl nicht aufgewacht.

Er hatte keine Zeit nachzudenken, rüttelte sie an der Schulter, und nur träge blinzelte sie ihm entgegen.

Der grüne Schimmer der Kette erlosch. Sie lag wieder in glänzendem Gold um ihren Hals.

Panik erfasste sie, als sie die Situation zuordnen konnte.

„Oh Gott!" Sie musste direkt husten, griff blind nach ihrem Zauberstab in ihrem Hosenbund und sie half ihm, das Feuer zu löschen. Er registrierte, dass sie einen Zauber anwandte, der ohne Wasser und auch noch großflächiger funktionierte, und schnell hatten sie die Flammen gelöscht.

Keuchend standen sie nebeneinander. Auf ihren Wangen lag eine feine Schicht Ruß.

„Raus hier", keuchte er nur, und sie beeilten sich, die Bibliothek zu verlassen. Draußen auf dem Flur sanken sie gegen die Wand und rutschten an ihr nach unten, während sich die kleinen Elfen ängstlich vor ihnen versammelt hatten.

„Macht sauber, bevor… bevor Lucius und Narzissa etwas merken", befahl Draco rau, hustete wieder und lehnte den Kopf zurück. Und es war untypisch, aber er spürte einen nagenden Stich in seiner Brust. Er wandte den Kopf in ihre Richtung.

„Bist du ok?", fragte er widerwillig, denn er wusste, es war seine Schuld. Er wusste nicht, wie es passiert war – und er wollte es nicht wissen – aber er wusste, es war sein Werk gewesen.

Sie nickte lediglich, aber er sah, der Stoff ihres Pullovers war verbrannt, und sie hatte eine hässliche Brandwunde an ihrem Ellenbogen. Die Haut war verätzt, und sie schien die Tränen zu bekämpfen.

„Komm mit", sagte er nur, erhob sich mühsam, und sie blickte zu ihm auf, ehe ihr Blick panisch wurde.

„Oh Gott! Die Bücher!", entfuhr es ihr.

„Es ist nicht viel passiert", log er gereizt.

„Nicht viel passiert? Ich bin eingeschlafen und habe einen Brand verursacht!", flüsterte sie unter Tränen.

„Du bist verletzt, komm einfach mit!"

„Ich muss Lucius-"

„-nein!", unterbrach er sie zornig. „Die Elfen werden es säubern."

„Der Teppich!", entfuhr es ihr, mit einem Blick durch die Türen. „Und die Bücher. Oh nein! Die schönen Bücher!", wiederholte sie.

„Es war ein Unfall, Granger", sagte er bitter.

„Deine Briefe!", sagte sie jetzt, hörte ihm gar nicht zu und war drauf und dran wieder reinzugehen. Er hielt sie instinktiv am Arm zurück, und vor Schmerz zuckte sie zusammen. Sie hob den Blick, und hastig hatte er ihren Arm wieder losgelassen.

„Scheiß auf die blöden Briefe", entgegnete er gereizt. Sein Blick fiel wieder auf die Kette. Wieso trug sie sie auch die ganze Zeit? Er hätte nicht gedacht, dass sie einem Geschenk von ihm überhaupt irgendeine Aufmerksamkeit schenken würde. Und er wusste nicht, warum er es nicht sagte, aber er tat es nicht. Er sollte ihr sagen, dass sie die Kette ablegen musste. Dass dieser Unfall in der Bibliothek wahrscheinlich nur passiert war, weil sie die scheiß Kette umgehabt hatte, aber er sagte gar nichts.

„Komm", wiederholte er und ging voran. Sie folgte ihm letztendlich.

„Ich kann mich selber heilen", flüsterte sie hinter ihm, am Boden zerstört, weil sie wohl dachte, es wäre ihre Schuld. War es ja technisch gesehen auch. Er war ja nicht anwesend gewesen, aber er hatte gerade keine Lust, es ihr vorzuhalten und sich lustig zu machen.

„Das weiß ich. Ich werde es auch nicht tun", erklärte er knapp. Er hatte sie wieder in die Küche gebracht. Er schnippte nach den Elfen. Eine ältere Elfe tauchte auf, den Blick demütig gesenkt.

„Master Draco", sagte sie feierlich, als wäre es eine Ehre seine Befehle entgegenzunehmen.

„Heil sie", erwiderte er lediglich mit einem Blick auf Granger. Aber diese wirkte plötzlich mächtig nervös.

„Nein, schon gut, ich-"

„-halt den Mund, setz dich hin und lass dich einfach heilen, ist das so schwer? Das kannst du ja wohl tun, nachdem du die Bibliothek meiner Eltern in Brand gesteckt hast!", fuhr er sie an, und schuldbewusst senkte sich ihr Blick tatsächlich, und fasziniert beobachtete er, wie sie ihm tatsächlich Folge leistete, sich ihm gegenüber auf den Küchenstuhl setzte, und die Elfe stoisch begann, mit Elfenmagie Grangers Wunde zu säubern.

„Es tut mir leid", murmelte sie nach einer Weile.

„Brauchst du mir nicht sagen", erwiderte er lediglich, während er die kalte Ente aß. „Nicht mein Haus. Von mir aus kannst du das ganze Ding niederbrennen", ergänzte er achselzuckend. Aber er hob ab und an den Blick, um sie anzusehen. Sie hatte wohl noch nicht gemerkt, dass sie schwarz vor Ruß war. Schockiert hatten sich ihre Augen geweitet, bei der Aussicht, das ganze Haus niederzubrennen.

„Ich muss es ihnen sagen", wisperte sie kopfschüttelnd.

„Bestimmt nicht heute Nacht", knurrte er mit vollem Mund.

Zischend sog sie die Luft ein.

„Fertig", sagte die Elfe unfreundlich, wandte sich an ihn und lächelte sogar. „Master Draco, kann ich sonst noch etwas für Sie tun?", fragte sie höflich, und Draco stellte wieder fest, wie viel besser Untergebene als Freunde waren.

Er ruckte lediglich unwirsch mit dem Kopf.

„Danke Tilly", sagte Granger tatsächlich. Draco hob den Blick. Granger kannte die Elfen? Die Elfe ignorierte sie jedoch. „Tilly, ich muss dir etwas sagen", fuhr Granger schrecklich schuldbewusst fort. „Dein Geschenk ist verbrannt", schloss sie untröstlich. Draco hatte kein Interesse mehr am Essen und verfolgte das Gespräch zwischen Schlammblut und Sklave mit großen Augen. Der Blick der Elfe – die scheinbar Tilly hieß – hatte sich schmerzerfüllt zu Granger Gesicht gehoben.

„Wa-was?", stotterte das Wesen, und Granger presste die Lippen aufeinander.

„Bitte, verzeih, ich… - ich habe es unter dem Baum gefunden und in die Bibliothek genommen. Ich wollte es ihm noch geben, aber…-"

„-Misses, halt den Mund!", fuhr Tilly sie tatsächlich an, weinte zornige Tränen und löste sich augenblicklich in Luft auf.

„Tilly!", rief Granger verzweifelt, und fuhr sich verzweifelt durch die wilden Haare.

„Muss ich das verstehen?", erkundigte er sich halb interessiert, halb gleichmütig, und sie hob den Blick wieder. Sie bemerkte ihre schwarzen Finger.

„Oh", entfuhr es ihr.

„Ja, wir sollten duschen", bestätigte er – ohne über die Worte nachgedacht zu haben. Sie blinzelte einmal. Und scheinbar hatte er sie so lange angesehen, dass sie rot wurde. Er sah es nicht in ihren Wangen direkt, denn die waren schwarz, aber er sah es an ihrem Hals, der gerötet war. „Getrennt", ergänzte er blöderweise, und schloss über seine Unfähigkeit die Augen. Sicher getrennt! Was dachte sich sein Verstand? Was dachte sie?! Dass er meinte, sie sollten zusammen duschen?

Und sie sagte etwas, dass sie bereits einmal zu ihm gesagt hatte.

„Danke, dass du mich schon wieder geweckt hast." Ihre Stimme klang nicht selbstbewusst. Ihre Augen sahen ihn nicht an, sondern starrten auf ihre schwarzen Hände.

Ja, er hatte sie damals in der Badewanne geweckt, als sie eingeschlafen war. „Dieses Mal, hast du mich tatsächlich gerettet", ergänzte sie ehrlich überrascht, während sie abwesend mit dem goldenen Anhänger der Kette spielte. Sein Blick fiel auf den verdammten Anhänger.

„Granger", begann er zögerlich, und sie hob den Blick. Er konnte nicht. Er wollte nicht. Es war ihre eigene Schuld, dass sie ihn trug. „Was denkst du?", fuhr er sie jetzt an. „Dass ich dich verbrennen lasse? Ein Mörder bin ich nicht", knurrte er. Nein, nur fast. Er erhob sich, als sie sich erhob. Aber sie schien gerade in einer sentimentalen Stimmung zu sein.

„Tut… tut mir leid wegen der Briefe", flüsterte sie jetzt. Er verdrehte die Augen.

„Vergiss die scheiß Briefe, Granger. Hätten sie mir etwas bedeutet, hätte ich deine Hand gebrochen, weil du sie gestohlen hast. War die Lektüre aufschlussreich?", wollte er bitter wissen, und tatsächlich schüttelte sie den Kopf. Ertappt hob sich ihr Blick. Jetzt erkannte er sogar die Röte in ihren Wangen. „Zu schade", schloss er mit einem kühlen Lächeln. Ja, er wusste, warum er ihr die Kette geschenkt hatte. Sie hatte Geheimnisse – die hatte er auch!

Beide gingen sie tatsächlich gleichzeitig aus der Küche. Abwesend hielt sie ihren Arm.

„Wie willst du damit duschen?", fragte er, wieder einmal ohne nachzudenken.

„Bitte, mach dir um irgendetwas anderes Sorgen als das, ok?", erwiderte sie zum ersten Mal gereizt.

„Hey, mir ist es scheiß egal", murrte er neben ihr, und tatsächlich gingen sie denselben Weg nach oben. Sie machte einen jämmerlichen Eindruck neben ihm, verkokelt und verrußt. Kurz hatte er das Bedürfnis, sich zu entschuldigen. Nur kurz – und er widerstand.

Und wie ein Idiot hielt er neben ihr inne, als sie das Gästezimmer erreicht hatten. Verwirrt hob sich ihr Blick.

„Was?", wollte sie tatsächlich müde wissen. „Was wird das? Willst du mich noch etwas fertig machen? Mich noch mal aufs Bett werfen und mir drohen?" Ihre Stimme klang müde, und unwillkürlich fragte er sich, ob das tatsächlich alles heute passiert war.

Und ehe er zu lange stehen blieb, ehe er zu lange dumme Gedanken dachte, bewegte er sich. Er ging ohne ein Wort zu seinem Zimmer.

Und erst als er die Tür ins Schloss fallen ließ, lehnte er sich dagegen und erlaubte sich, wieder zu atmen, wieder zu denken.

Ja, er hatte sie heute berührt, hatte ihr gedroht, sie zu nehmen.

Und er –

Sein Blick hob sich und war an dem Tagebuch hängen geblieben, dass sie ihm geschenkt hatte. Würde sie ertrinken, wenn sie duschen würde? Oder vielleicht im Schlaf ersticken, wenn sie die Kette trug? Würde sie sie zur Nacht umbehalten?

Kurz empfand er tiefen Hass auf Mr. Burkes, der ihm erst heute mit einem fiesen Lächeln versichert hatte, jeder Fluch hätte seinen verdammten Preis. Und seufzend öffnete er seine Tür erneut, lief über den Flur, und hasste sich selber, so wie er es seit einer Weile jeden Tag tat. Die Tür war nicht verschlossen. Granger war nicht im Schlafzimmer, sondern im angrenzenden Bad.

Er hörte bereits das Geräusch von Wasser. Oh wie gerne würde er duschen. Er schüttelte den Kopf, und er war fast überrascht von sich, wie wenig er nachdachte, zurzeit. Denn er hatte das Badezimmer einfach so betreten. Und sie schien es bemerkt zu haben, denn ihre Silhouette hatte hinter der milchigen Duschtür innegehalten und stellte das Wasser eilig ab.

„Malfoy?", entkam er ihrer Kehle ungläubig, und er hatte kaum einen guten Grund auf Lager, weshalb er hier stand. Sie ertrank scheinbar nicht. „Was zum Teufel tust du hier?" Sie klang zornig und müde und sein Herz schlug schnell. „Verpiss dich! Hast du verstanden?"

Jetzt klang sie panisch. „Ich habe einen verdammten Zauberstab!", fuhr sie ihn aus der Dusche heraus an. Und dumm wie er war, antwortete er auch noch.

„Dein Zauberstab liegt hier draußen", erwiderte er schlicht. Er schloss die Augen. Merlin, was tat er denn?! Es war alles anstrengend gewesen. Der Abend! Die Nacht! Das Feuerlöschen! Ihm fiel etwas ein.

„Was war das für ein Zauber?", fragte er unwillkürlich. Er sah sie wieder innehalten.

„Was?", fuhr sie ihn hysterisch an.

„In der Bibliothek", sagte er. Seine Stimme klang im Badezimmer dumpf.

„Ist das dein Ernst?", hörte er ihre ungläubige Stimme.

„Ja", sagte er trotzig.

„Du bist in meinem Badezimmer!", zischte sie böse. Er musste lächeln.

„Nein, du bist in meinem Badezimmer, Granger." Er war bestimmt irgendwann in der letzten halben Stunde wahnsinnig geworden. Er sah, wie sie die Tür ein Stück öffnete, um den Kopf hinauszuschieben.

„Der Suffocento-Zauber", sagte sie böse. Ihre Wangen waren noch immer schwarz. Er konnte nicht erkennen, ob sie die Kette noch trug. Ihre Haare waren hochgesteckt, aber er konnte es nicht sehen. Und er konnte sie nicht fragen. Stattdessen kam er näher.

Hastig wich sie zurück, hatte die Tür wieder zugeschlagen und er stand nur direkt vor der Scheibe. Er erkannte ihren Körper.

Er erkannte ihre Rundungen. Er biss sich auf die Lippe.

Ja. Das waren genau die Situationen, die er nicht gebrauchen konnte. Sein Herzschlag ging schneller. Was blieb ihm übrig? Diese Frage stellte ihm sein verrücktes Unterbewusstsein. Sein Verstand schlug ihm vor, endlich abzuhauen. Aber sein Verstand gewann diese Spiele nie.

Und er hörte, wie sie panisch seinen Namen sagte, aber er öffnete kurzerhand die Tür. Er wollte sich nur vergewissern. Sie war nicht die erste Frau, die er nackt gesehen hatte. Er wollte nur schnell sichergehen, dass sie nicht ertrank oder sonst irgendwie zu Tode kam, und es möglicherweise auf ihn zurückfallen würde, weil Mr. Burkes bestimmt irgendwann versuchen würde, ihn zu erpressen, wenn herauskam, dass Granger sich im Schlaf mit ihrer Kette erwürgt hatte –

Ja, er hatte die Tür aufgezogen, und sie versuchte, schockiert und beschämt und unglaublich wütend, ihre Scham zu verdecken, aber recht erfolglos.

Und er hatte irgendwie vergessen, dass er nach der Kette sehen wollte. Er hielt die Duschtür in der linken Hand, und sie schien wohl nicht damit gerechnet zu haben, dass er die Tür wirklich öffnen würde.

„M-Malfoy", stotterte sie heiser und schüttelte den Kopf. Ok, sie sah gut aus. Ihr Körper war… gut. Fuck. Seine Erinnerung hatte ihn nicht getäuscht. Und er war ein dummer Idiot! Wirklich? Er dachte, er könnte hier rein spazieren, sie nackt beim Duschen beobachten und wieder verschwinden? Ihre Augen wirkten hell in ihrem rußigen Gesicht.

„Du hast eine Stelle übersehen", spuckte sein Sprachzentrum sinnlos aus, während er die Dusche tatsächlich betrat, und seine Hand zu ihrer Wange hob. Ihre Augen waren so sehr geweitet, dass er das Weiße erkennen konnte. Steif vor Schreck stand sie vor ihm, während er fast sanft den Ruß von ihrer Wange strich. Sie wich ängstlich weiter zurück, aber sie hatte die geflieste Wand bereits im Rücken.

Ja, er hasste sich. Er war ein dummer Idiot. Astoria! Denk an Astoria, Draco! Was zur Hölle veranstaltest du?! Ja, seine innere Stimme schrie ihn an, bestrafte ihn schon jetzt, aber – nein. Jetzt gerade… hörte er nicht zu.

Jetzt gerade… war es egal. Etwas zog in seiner Magengegend. Etwas Bitteres, als er ihre verbrannte Haut sah. Es war unwirklich. Sie war anders. Sie wirkte kurz abgelenkt. Sie… wirkte durch das Feuer ein wenig aus ihrer Deckung gelockt. Sie war nicht so kalt wie sonst. Nicht so… wie sonst.

Dass er schon wusste, wie sie sonst war! Es war lächerlich! Er sollte nicht wissen, wie ein Schlammblut sich verhielt! Er hätte sie verbrennen lassen können! Er schluckte schwer.

Und dann zog er sein schmutzig schwarzes Shirt über seinen Kopf und warf es über die Tür, die bereits geschlossen war. Ihr Mund öffnete sich ungläubig, als sie ihm zusah. Ihr Kopf bewegte sich, sie schüttelte ihn, starr vor Angst.

Aber er schloss den Abstand.

Egal, es war ihm so egal. Alles, was er wusste, was richtig und falsch war – war gerade egal!