Chap 35:Memorys of that day
Der verbotene Wald. Er grenzte sehr nah an Hogwarts und für Sirius war es auf eine gewisse Weise beruhigend wieder in ihm zu sein. In Hogwarts fühlte er sich immer sehr sicher, das konnte vielleicht auch daran liegen, dass Dumbledore dort war und der verbotene Wald enthielt viele Erinnerungen an seine Schulzeit mit seinen besten Freunden.
"Nur mal so ne Frage," begann Peter nach einer Weile endlos langer Suche.
"Wieso zaubern wir uns nicht einfach ne Schlange mit dem Serpensortia-Fluch?"
Sirius blieb stehen und sah Remus unglaubig und kopfschüttelnd an.
"Ja, Wormtail," sagte Sirius wütend und sarkastisch über die Dämmlichkeit des pummligen Marauder.
"Warum sind wir nicht im St. Mungo geblieben und haben nicht einfach irgendeine Schlange gerufen. Man, alter, benutzt doch mal dein Hirn. Ne Schlange, wie Nagini brauchen wir. Kein x-beliebigies Viech."
"... tut mir leid..." sagte er kleinlaut.
"Wie lang suchen wir eigentlich schon?" fragte Sirius nach einer Weile.
"Keine Ahnung, ne gute Stunde würd ich meinen..." antwortete Remus besorgt.
"Hoffe, Prongs hält so lang auch durch."
"Klar tut er das. Er ist ein Kämpfer," sagte Sirius ohne zu zögern.
"Hey, Moony, ich glaub... ich seh einpaar..."
Er zuckte seinen Zauberstab und rannte nach vorne, Remus und Peter im Schlepptau, die gleichfalls ihre Zauberstabe gezückt hatten, doch als sie dort ankamen, fanden sie nicht nur einen Haufen Schlangen vor... sondern auch 10 Todesser.
"Ich nehm an, ihr wollt das hier, wie?" fragte einer von ihnen und nahm die Schlange hoch, die zu Nagini's Art gehörte und als Sirius genauer hinsah, erkannte er die Person vor sich auch.
"Malfoy..."
James hatte mittlerweile Fieber bekommen und obwohl er im Koma lag, zitterte sein Körper. Es mußte ihm wohl kalt sein und das obwohl sein Körper sich anfühlte wie die Sonne persönlich. Trotz allem hat der Heiler befohlen ihn so warm wie's ging zuzudecken. Schwitzen war jetzt vielleicht sogar sehr gut.
Frank war wieder zu ihnen gestoßen, doch sie hatten noch immer keine Spur von Malfoy.
"Wie gehts ihm?" fragte er seine Frau, die nur den Kopf schüttelte.
"Schlecht... ich glaube... Merlin, Frank, ich glaub er wird es nicht schaffen. Sein Zustand wird von mal zu mal schlechter... und Sirius, Remus und Peter sind bis jetzt nicht zurückgekehrt. Was ist wenn ihnen etwas passiert ist?"
Frank nickte ihr verstehend zu und nahm sie liebevoll in seine Arme.
"Übrigens... Lils, eine gute Nachricht hab ich."
"Welche?"
"Karkaroff... Naja, gut vielleicht nicht. Wie man's nimmt. Er ist...tot. Wir nehmen an, dass es Voldemort war."
Lilli nickte ausdrucklos. Sie war niemand dem das Schicksal der anderen oder auch der ihrer Feinde egal war, aber Karkaroff war wohl einer der wenigen, der dieses Schicksal verdient hatte. Sie konnte im Moment kein Mitleid für ihn empfinden, all ihre Gefühle galten James: Angst, Hoffnung, Verzweiflung, Trauer, Wut... sie fühlte nichts und doch alles auf einmal. Sie hielt seine rechte Hand in ihren beiden Händen und drückte sie fest. Einfach so, um zu spüren, dass er noch da war.. Karkaroff hatte verdient was er bekommen hatte, für alles, was er ihnen damals angetan hatte...
Malfoy und seine Kumpanen hatten für ihren Angriff auf Sirius 100 Punkte Abzug von Professor Jaivenko bekommen und duzende Strafarbeiten dazu. Den Sonntag verbrachten die meisten dann damit vor sich hinzudösen und ihren freien Sonntag zu genießen. Der einzige, der das nicht genießen konnte war James. Swetlana hatte darauf bestanden ihm Einzelunterricht in VgddK zu geben.
"Es war zwar diesmal Sirius und die anderen, die sie angegriffen haben, aber dich hätte es genau so gut erwischen können. Marcel werde ich auch noch gehörig die Leviten lesen, dich einfach so aus den Augen zu lassen. Wenn ich den erwische...blablabla."
So kam es dass er statt mit den anderen eine weitere Schneeballschlacht durchzuführen, im Zimmer für VgddK mit seiner Patentante stand.
"Ich denke, Karkaroff versucht deine Gedanken zu lesen. Er gehört zu den Zauberern, die keinen Zauberstab brauchen um Legilimentik zu beherrschen. Ich werde einige male hintereinander in deine Gedanken eindringen und du wirst versuchen mich aus ihnen raus zu drücken."
"hm? Ich dachte, ich könnte das bereits?"
"Das, was dein Vater dir beigebracht hat ist eine sehr abgeschwächte Form. Wenn Karkaroff sich mehr anstrengt, wird er es schaffen, es seidenn ich kann es verhindern. Na los, Junge, stell dich dahin... Es könnte etwas weh tun."
"Etwas?"
"Im Vergleich zu dem, was du schon alles erlebt hast, ist das wirklich nur ETWAS. Legilimens."
Es fühlte sich in der Tat sehr merkwürdig an. Ein stechener Schmerz an seiner Schläfe und bevor er sich versah, tauchten duzende Bilder vor ihm auf, die um seine Vergangenheit gingen.
Lilli in der 3. Klasse, wie er ihr einen charmanten Blick zuwarf, doch sie an ihm vorbei stolzierte, als sei er Luft. Anna, Sirius, Remus, Peter und Er bei ihrem Ritt, damals auf Wing Castle, wo Remus vor Schmerzen vom Pferd fiel und sich der Stecken durch sein Bein bohrte... Lilli's grünen Augen, die aufleuchteten, wenn sie von Herzen lachte... und dann Voldemort, seine blutroten Augen und das bleiche Gesicht und seine langen Finger mit diesen spitzten Nägeln... Auf einmal wurde es schwarz vor seinen Augen und er spürte einen stechenden Schmerz an der Seite.
"James... alles okay?"
Er blinzelte und bemerkte, dass er irgendwie ohnmächtig für eine kurze Zeit war und beim Fall direkt gegen die Tischkante kam.
"Ouch..." sagte er kurz als sie ihm half sich wieder aufzurichten.
"Was war denn das?" fragte er schockiert. Swetlana lächelte leicht auf.
"Legilimentik. Wie ich sehe... brauchen wir noch viel Übung..."
"Na , klasse..." stöhnte James auf und putzte sich kurz den Dreck von seinem Umhang, bevor er sich wieder aufrecht hinstellte.
"Denk an nichts... Verschließe deine Gedanken, James. Er darf sie nicht lesen..."
"Na, du hast leicht reden. Du dringst ja in meine Gedanken ein, nicht umgekehrt."
"Du mußt es einfach unterdrücken. Versuchs einfach... Gut, Fertig? Legilimens."
Wieder dieser stechende Schmerz.
'Nein, ich denke an nichts, ich denke an nichts, ich denke an...'
Lilli, sie saß lachend mit Anna, Alice und Taylor in den Drei Besen, er liebte ihr Lachen. Sie sah so wunderschön damit aus... Sirius, er hatte sich als Kind immer wie ein großer Bruder verhalten. James hatte nie Geschwister gehabt und Sirius stellte sich immer schützend vor ihm hin und verhexte, jeden, der sie irgendwie schief ansah, bevorzugt Slytherins. James schmunzelte. Sirius war kaum ein halbes Jahr älter als er, aber er sah sich als sein Beschützer... Lilli, als sie ihn küßte. Es war als ob er mit einem mal auf Wolke sieben schweben würde. Sie fühlte sich so sanft und zärtlich an, es war so schön sie zu spüren... Inga White... wie sie mit dem Skalpell in ihrer Hand vor seiner Nase herumfuchtelte, damit er auch ja sah, was gleich an seinem Rücken runter fahren würde... NEEEEIIIIN.
Dieses mal war er nicht in Ohnmacht gefallen, jedoch fühlte er sich total schwach und kraftlos an und mußte sich an der Tischplatte festhalten um nicht umzufallen. Swetlana kam zu ihm rüber und reichte ihm etwas Schockolade.
"James... Was war das?"
"Was... Was meinst du?"
"Die Frau... Was für eine Erinnerung war das?"
"Die Frau? Die... Ach so... das war..."
"Inga White... Sie sollte doch tot sein."
"Ich... Ich weiß es nicht... Sie war da als mich Voldemort gekidnappt hat."
"Und hat sie dir das angetan? Mit deinem Rücken meine ich? Deine Eltern haben mir davon erzählt."
James nickte, außer Stande etwas sagen zu können. Wieder überkam ihn ein schamgefühl, als ob er verdammt schwach und nutzlos wäre. Er haßte dieses Gefühl, haßte es, wenn es so aussah, als ob er nicht für sich selbst sorgen könnte.
"Warum hast du das deinen Eltern nicht gesagt?"
"Ich... Ich weiß es nicht. Es tut mir leid."
"Weiß Anna davon?"
"Ja... jetzt schon. Ich hab es ihr erzählt."
Swetlana sah mit einem mal äußerst aufgeregt drein und wenn sie diesen nachdenklichen Blick im Gesicht hatte, hieß das nie etwas gutes.
"Die Stunde ist vorbei. Wir fahren nächste Woche damit fort. Ich muß dringend mit Dumbledore und deinen Eltern sprechen. Wen sie tatsächlich noch lebt, dann ändert das alles."
"Wieso? Was meinst du damit?"
"Nein, James. Nicht jetzt... Pass nur bitte auf dich auf, okay. Ich muß weg..."
Sie war schon an der Tür angelangt als sie sich noch mal umdrehte und ihn kurz einen stolzen Blick schenkte.
"Das war gerade gar nicht mal so schlecht. Ein bißchen mehr Übung und du wirst die Oklumentik beherrschen, Champ."
Sie wartete dass James auch lächelte, dann ging sie raus. Kaum das die Tür zugeschlagen war, sank James auf den Stuhl hinab. Was hatte er denn nun schon wieder getan? Swetlana war ja außer sich vor Sorge, wegen Inga White. Hätte er ihnen schon früher davon erzählen sollen? Er wußte nicht, dass es wichtig war... Was, wenn das die Sache noch verschlimmerte? Wenn er seine Eltern und seine Freunde in Gefahr gebracht hatte?
'Merlin, lass es nicht dazu kommen' dachte er flehend.
Nach einer solchen Stunde hatte er absolut keine Lust mehr sich zu den anderen nach draußen zu gesellen und ging stattdessen in den Schlafsaal hinauf um sich auszuruhen. Er war gerade erst bis zum Porträt gekommen als eine kalte Stimme neben ihm ertönte: "James Potter..."
Er drehte sich zur Seite und sah Karkaroff gut 3 Meter neben ihm stehen.
"Professor," sagte er mit monotoner Stimme. Er mußte ja nicht gleich merken, wie sehr er ihn hasste. Dennoch war es James durchaus unangenehm alleine mit ihm mitten im Gang zu stehen, wo es ziemlich dunkel und menschenleer war, da die meisten ja auf den Ländereien oder in der Bibliothek waren. Allein die fette Dame befand sich eben auf dem Porträt, doch wenn Karkaroff irgendetwas tun würde, konnte sie ja wohl kaum rauspringen und helfen.
"Du weißt warum ich hier bin, nicht wahr, Potter."
"Was meinen sie, Sir?"
James zwang sich selber sachlich zu bleiben und nicht unverschämt zu werden. Er war trotz allem sein Lehrer, wenn auch, der momentan meistgehaßte Lehrer. Karkaroff lächelte grausam auf. Er hatte fast dieselbe kalte Ausstrahlung wie Voldemort.
"Du möchtest nicht zum dunklen Lord kommen... dann muß du eben zu ihm gebracht werden..."
Okay, jetzt war es sinnlos den Ahnungslosen zu spielen.
"Was wollen sie tun? Mich hier und jetzt kidnappen?" fragte er absurd und setzte sein fiesestes Gesicht auf.
"Ich weiß, das der Versuch vollkommen lächerlich wäre. Allein an Jaivenko und Dumbledore könnte ich nicht vorbei kommen... ohne in tausend Stücke zerrissen zu werden. Nein..."
Wieder lachte er kalt auf. James hasste dieses Lachen. Es erinnerte ihn zu sehr an Voldemort.
"Ich bin nur hier um dich zu beobachten... Wenn du bereit bist... wirst du zu ihm gebracht werden. Nicht von mir... sondern... von jemanden, dem du vertraust."
"..."
"Vertrauen ist Schwäche, Potter. Du vertraust ihnen und sie werden dich hintergehen..."
"Als ob ich ihnen auch nur ein Wort glauben würde," sagte James und hatte seinen Gesichtsausdruck keinesfalls verändert. Auch wenn seine Worte ihn hart trafen, so würde er es ihm niemals zeigen.
"Sie reden denselben Scheiß wie Voldemort..."
Karkaroff hatte seinen Zauberstab gezückt und noch bevor James es realisierte, hatte er ihn an die Wand geschmettert. Er spürte den Stab schmerzhaft direkt an seiner Brust. Es erschwerte ihm das atmen erheblich und brachte gleichzeitig sein Innerstes zur Unruhe.
"Du solltest den Namen des dunklen Lord nicht in den Mund nehmen, Potter..." hörte er ihn zischen während die Spitze sich immer weiter in sein Fleisch rein bohrte. Der Mann hatte eine gewaltige Kraft, wie James schmerzhaft feststellte. Erst nach einer Weile ließ Karkaroff von ihm ab und trat wieder einen Schritt zurück.
"Denk an meine Worte... jemand, der dir sehr nahe steht, wird dich verraten... Du solltest deinen Mitmenschen nicht zu sehr vertrauen, Potter... Wir sehen uns in der nächsten Stunde..."
Mit diesen Worten drehte er sich um und verschwand den Gang wieder hinab.James lehnte noch immer an der Wand, die rechte Hand an die Brust gelegt, wo vorher der Zauberstab zugedrückt hatte. Er fühlte wieder dieses merkwürdige Gefühl in sich hochkriechen...
"Mein Junge, alles in Ordnung?" fragte die fette Dame besorgt. James nickte.
"Ja, paßt schon..."
Dann sagte er das Paßwort und schritt hinauf in den Jungenschlafsaal. Er legte sich auf sein Bett und schloss seine Augen.
'Jemand, den du vertraust, wird dich zu ihm bringen'
Er hörte diesen Satz immer und immer wieder und irgendwann schlief er dann erschöpft ein.
"Frag ihn..."
"Nein, das tu ich nicht."
"Sieh ihn dir doch an. Er schläft schon wieder Mittags. Das hat er früher nie getan."
"Vielleicht ist er ja nur erschöpft?"
"Nein, Lils, ich kenn ihn besser. Irgendetwas ist vorgefallen und wenn du ihn nicht fragst, dann tu ich es."
"Nein, Sirius, lass ihn in Ruhe. Wenn er nicht darüber sprechen will..."
"Dann frißt er wieder alles in sich hinein."
"Vielleicht hat ihn ja nur dieser Extra-Unterricht mit Professor Jaivenko zu schaffen gemacht."
"Swetlana ist James Patentante. Sie würde nie etwas tun, dass ihn in diesen Zustand bringt. Er sieht ja aus wie von nem Besen zusammengeschlagen."
"Wenn ihr schon über mich redet, dann redet doch MIT MIR ÜBER MICH," sagte James, der von ihrem Gespräch aufgewacht war und richtete sich in seinem Bett auf.
Lilli und Sirius standen vor seinem Bett und sahen ihn einen Augenblick lang ertappt an. Dann setzten sich beide zu ihm aufs Bett rauf und warfen sich besorgte Blicke zu.
"Sorry, Prongs," murmelte Sirius.
"Wir fanden's nur komisch, dass du schon wieder am Nachmittag pennst."
"Wir haben uns Sorgen gemacht, weil du nicht rausgekommen bist, nach deiner Trainingsstunde mit Professor Jaivenko," erklärte Lilli leise und hatte ihre Hand auf seine gelegt.
"Und dann haben wir gesehen, dass du hier oben schläfst und..."
"Mir geht's gut, Süße. Und soll ich dir zeigen wie gut?"
Er legte eine Hand um Lilli's Hals, damit er sie zu sich heranziehen konnte und ihr als Bestätigung seines Zustandes einen verdammt leidenschaftlichen und festen Kuss auf die Lippen geben konnte. Sirius begann zu schmunzeln.
"Alles klar, ihr beiden. Dann lass ich euch wohl am besten mal wieder allein."
"Ist schon okay, Padfoot," sagte James und sah jetzt seinen Freund an.
"Setzt dich wieder. Ich muß mit euch beiden reden."
Sie warfen sich zuerst fragende Blicke zu, doch nachdem sich Sirius setzte, begann James ihnen von seiner Stunde Oklumentik und seinem Zusammenstoß mit Karkaroff zu erzählen. Er hatte durchaus etwas aus seiner Gefangenschaft bei Voldemort gelernt, nämlich dass er nie wieder allein sein wollte und seinen Freunden vertrauen konnte. Zumindest Lilli und Sirius. Die eine, war diejenige, die er über alles liebte und die er für immer bei sich wissen wollte und der andere, war sein bester Kumpel, dem er nie aufgehört hatte zu vertrauen.
"Glaubst du diesem Dreckskerl?" fragte Sirius nachdem James geendet hatte. Er zuckte nur mit den Schultern.
"Ich hab keine Ahnung, ehrlich. Es ist nicht so, dass ich ihm glauben will und mir fällt auch niemanden ein, dem ich Verrat zutrauen würde, aber... Moony stand damals auch unter dem Imperius-Fluch, als er den Zauberstab gegen mich erhoben hatte. Ich weiß auch nicht in wiefern Anna dem Imperius-Fluch wiederstehen kann oder Alice oder Peter oder Frank... oder du, Lilli..."
Sie sah überrascht aus, nickte aber als sie verstand worauf er hinaus wollte. Es stimmte, sie hatte ihn zum Glück noch nie spüren müssen und wußte daher auch nicht, ob sie genug Stärke besaß um gegen ihn ankämpfen zu können.
"Ich erzähls euch, weil ich hoffe, dass ihr ein Auge auf die anderen werft. Für den Fall, das sie sich irgendwie merkwürdig benehmen."
"Schon klar, Prongs," sagte Sirius grimmig. Es gefiel ihm gar nicht, dass einer seiner Freunde, seinem besten Freund unabsichtlich zum dunklen Lord führen könnte.
"Was ist mit dir, Sirius? Wirkt der Imperius-Fluch bei dir?"
Er grinste frech auf und sein Gesicht nahm ein leicht überheblichen Ausdruck an.
"Tja, Lilli-Schatz, ICH kann ihm durchaus wiederstehen."
"So?" fragte diese unglaubig. James lachte.
"Ja, Lils. Sirius hat schon Übung damit..." bestätigte er.
"Mein Vater hat mich früher ständig versucht damit Gehorsam zu lehren. Ist zwar fehlgeschlagen, aber wenigstens erkenn ich den Fluch jetzt und komm auch gegen ihn an. Weißt du was das bedeutet, Prongsie?"
Sirius grinste ihn an.
"Mein Alter hat dann doch noch etwas gutes getan. Wenn er mir den Fluch nicht ständig auf den Hals gehetzt hätte, dann könnte ich dich jetzt nicht schützen..."
"Und was ist mit dirselbst?"
"Ich bin auch dagegegen resistent," antwortete James sanft.
"Wie? Sag bloß dein Vater hat auch..."
"Nein... hat er nicht."
Es war Sirius, der Lilli unterbrach, nicht James.
"Mein Vater hat... ihn..."
"Dein Vater? Wie? Was? Warum? Aber..."
James zog Lilli in seine Arme und drückte sie liebevoll fest.
"Das ist nicht mehr wichtig. Das sind solche Dinge, die unsere Freundschaft und uns selber gestärkt haben. Das reicht doch, oder?"
Lilli sah von einem zum anderen und ihrem Blick nachzufolge, war sie verdammt neugierig darauf die Geschichte zu erfahren, doch schon sprang die Tür auf und Remus stürmte schreiend mit Anna im Schlepptau herein, dessen Stimme brüllte: "Dann erklär mir, verdammt noch mal, warum du das tust.?"
"Weils besser für dich ist... ganz einfach."
"Nein, das ist nicht ganz einfach und diese Eklärung akzeptiere ich NICHT."
"Aber es ist die Wahrheit... Anna, bitte, machs nicht noch schlimmer."
"Ich will's nicht schlimmer machen. Ich will dieses Missverständnis beiseite schaffen."
"Das ist kein Missverständnis."
"Du---"
Sie warf einen Blick zur Seite, wo die drei noch immer saßen und die beiden verwirrt angestarrt hatten.
"Das ist ein Privatgespräch. Wenn ihr also bitte rausgehen würdet."
"Ihr seit doch hier hereingekommen," bemerkte Sirius, wurde jedoch von James und Lilli auf die Beine gezogen.
"Alles klar, wir sind schon weg."
An der Art, wie die beiden sich gegenseitig anschrien konnte James erkennen, dass es ernst war. Irgendetwas war vorgefallen und die beiden mußten das jetzt ausdiskutieren... Sie hatten sich in den Gemeinschaftsraum verzogen und sich an ihrem Lieblingsplatz vor der Couch niedergelassen.
"Das hörte sich gar nicht gut an," begann Lilli besorgt. Sirius nickte zustimmend den Kopf.
"Ich hab die beiden auch noch nie so streiten erlebt... glaubt ihr, da war wieder was mit Watson?"
"Weiß net," meinte James nachdenklich.
"Aber ich mein, die beiden haben schon soviel durchgestanden. Und ich kann mir nicht vorstellen, was Moony denn binnen eines halben Tages angestellt haben könnte. Gestern waren die beiden doch noch total glücklich in den Drei Besen."
Krach... Die Tür des Jungenschlafsaal wurde mit solcher Wucht zugeschlagen, dass fast der ganze Gemeinschaftsraum bebte. Remus kam zu ihnen herunter und setzte sich schuldig zu ihnen hin. Er sah aus als ob bald Vollmond wäre und das war nicht der Fall.
"Moony? Was ist... passiert?"
"Sie hat mich aus dem Schlafsaal geworfen und sich dort eingeschlossen."
Sirius verzog verwirrt die Augenbraue: "Moony, du weißt schon, dass das UNSER Schlafsaal ist in der sie sich da eingsperrt hat?"
"Das hab ich ihr auch gesagt... Naja, deswegen der Knall eben. Sie hat die Tür hinter mir zugehauen nachdem sie geschrien hatte, wie scheißegal ihr das sei."
"Ich seh mal nach ihr," sagte Lilli, stand auf und ging hinauf zum Jungenschlafsaal. Die Jungs sahen Remus besorgt an, der daraufhin traurig und mit schuldiger Miene antwortete: "Ich hab Schluss gemacht."
