Hallo!

Nach einer langen, langen Pause nun endlich das 37. Kapitel!!!

Ich habe es einfach nicht eher geschafft! Entschuldigt.

Dafür aber ein recht langes Chap!

Ich will euch nicht noch länger warten lassen, los geht's!!! ;-)

LG und denkt an die Reviews, die ihr jedes Mal so fleißig gebt, auch weiterhin….

Highschool- Klappe die Zweite

Mein Albtraum würde also wahr werden. Eine niemals endende High- School, Jahr für Jahr immer dasselbe. Eine ganze Ewigkeit lang.

Manchmal verfluchte ich Edward, dass er damals schon mit siebzehn an dieser bescheuerten Grippe erkrankte, auch wenn er sich das natürlich nicht ausgesucht hatte. Wenn er nur ein paar Jahre älter gewesen wäre, als Carlisle ihn verwandelte, hätten wir uns wenigstens für einen Beruf entscheiden können, den wir dann eine Ewigkeit ausführen müssten. Vielleicht wäre ich dann auch in dem Alter gestorben, bei dem keine Schulpflicht mehr geherrscht hätte, um als Edwards Partnerin äußerlich möglichst in seinem Alter zu sein.

Aber es half nichts. Carlisle und besonders Esme bestanden darauf das wir brav zur Schule gingen und sie ignorierten meine schlechte Laune gekonnt. Darin waren sie geübt, den Emmet würde, hätte er die Wahl frei zu entscheiden, wahrscheinlich ein halbes Schuljahr nur schwänzen. Edwards Predigten von neuen Erfahrungen und immer mehr Wissen hingegen ignorierte ich geflissentlich.

So kam es also das ich Montag Früh weniger liebevoll einen Schreibblock und mein altes Schmeißmäppchen in die große Ledertasche warf, welche Edward mir zum Schulbeginn geschenkt hatte. Ich hatte mich zwingen müssen, wenigstens so zu tun als würde ich mich über sein Geschenk freuen. Die Tasche selbst war wirklich hübsch, eine von diesen teuren Taschen, die man sonst nur durch das Schaufenster bewunderte und enttäuscht feststelle, dass das Portemonnaie nicht genug hergab.

„Na, bereit für ein weiteres Jahr High-School?", fragte eine samtweiche Stimme hinter mir und schlang seine Arme um meine Hüfte. Er küsste meine Halsbeuge und knabberte provozierend an meinem Hals.

Ich drehte mich in seiner Umarmung um, sodass ich ihm direkt ins Gesicht schauen konnte. „Hör auf, ich bin nervös genug!", schimpfte ich und zog eine Grimasse als er verhalten kicherte.

„Komm schon! Und falls du dir wegen deiner Beherrschung Sorgen machst, du weißt selbst das du das packst. Es klappt doch schon ganz gut. Es wird nicht ganz einfach aber wir sind ja alle bei dir.", ermutigte mich mein Engel und nahm mich mit seinen karamellfarbenen Augen in seinen Bann. „Willst du vorher noch mal jagen gehen? Wir haben noch ein bisschen Zeit."

Ich nickte und von einer auf die andere Sekunde lag ich in seinen Armen und ließ es zu, dass er mich bis zum Waldrand trug. Es war fast so wie früher, nur das ich jetzt mühelos mit ihm Tempo halten konnte, auch wenn es sich bei diesem Stückchen wohl kaum gelohnt hätte.

Um zu jagen mussten wir nun etwas tiefer in den Wald. Carlisle hatte uns ermahnt nicht immer an denselben Stellen zu jagen und uns möglichst weit vom Haus zu entfernen, damit die Überreste der toten Tiere kein so großes Aufsehen erregten. Auch wenn ich mir sicher war das nicht viele Menschen in diesem Teil des Waldes wandern gingen, wenn überhaupt. Die Chance auf einen Bären zu treffen war ziemlich groß.

Emmet und Rosalie hatten es sich nicht nehmen lassen Edward und mich zu begleiten und nachdem ich meinen Durst gestillt hatte, wartete ich mit Rose auf unsere beiden Begleiter. Ich hatte diesen Morgen extra viel mehr getrunken als üblich, um meinen Verstand so gut wie möglich unter Kontrolle halten zu können.

Ich beobachtete jetzt Emmet, wie er sich an einen Bären heranpirschte. Er war bestimmt einen halben Meter größer als der Vampir selbst. Ich konnte die Vorfreude in Emmets Blick sehen. Wir Mädchen verharrten auf einem Baum und verfolgten das Schauspiel. Bisher hatte ich Emmets Jagdkünste noch gar nicht wirklich bewundern können. Was ich aber mit Sicherheit sagen konnte, war, dass er bei Weitem nicht so elegant wie Edward wirkte, eher gröber und gewaltiger. Ähnlich wie seine Beute die ihn jetzt bemerkt hatte.

Geschickt wich Emmet den Pranken des Tieres aus und verwirrte es absichtlich. Der Bär wurde zunehmend aggressiver, drehte sich im Kreis, suchte nach Emmet und schlug mit einem tiefen Knurren um sich. Der lachte lärmend, quälte den Bär aber nicht unnötig. Ich wusste dass er ihn, sobald er mit seinen Spielchen fertig war, mit einem Schlag töten konnte.

„Braucht er jedes Mal so lange bis er fertig ist?", fragte ich Rose genervt und strahlte, als Edward hinter uns katzenhaft auf einem Ast landete. Kichernd fuhr er sich über den Mundwinkel, als er seinen Bruder unten erspähte.

„Du hast ja keine Ahnung.", antwortete die Blonde gereizt und pfiff einmal laut, um Emmet zu verstehen zu geben, das alle nur noch auf ihn warteten.

Mit einem einzigen Treffer, erlegte er den Bären kurz und schmerzlos.

Nachdem er getrunken hatte sprang er zu uns auf den Baum und leckte sich noch einmal über die scharfen Zähne. Der Ast wackelte gefährlich als er landete und automatisch griff ich nach Edwards Pulli.

„Das ihr mir immer den Spaß nehmen müsst!", grummelte Emmet und verschränkte beleidigt die Arme vor der Brust. In seinen Augen blitzte immer noch die Lust auf einen Kampf.

„Hat Esme dir nicht beigebracht das man mit Essen nicht spielen darf, Großer?", scherzte ich und wich Emmets Pranke mühelos aus.

„Warte nur bis ich dich in die Finger kriege!", knurrte er und grinste verschmitzt.

Edward seufzte und schüttelte den Kopf. „Wir müssen allmählich los, sonst kommen wir zur spät zum Unterricht. Und da es Bellas erster Tag ist wäre es mir recht wenn wir ein wenig früher da sind, damit ich notfalls wieder mit ihr fahren kann.". Edward vertraute mir zwar, aber nicht dem Wesen das in mir schlummerte. Das was das Blut in den Adern der anderen, menschlichen, Schüler besonders gerne roch und nach es verlangte. Er würde mir heute keinen Moment von der Seite weichen.

„Bekomme ich eigentlich eine Schultüte?", lachte ich und zwinkerte. „Es ist schließlich meine Einschulung als Vampir!"

Emmet gab mir einen sanften Klaps auf den Hinterkopf und preschte los, Richtung zu Hause. Mit einem geschickten Sprung folgten wir ihm und Edward und ich hatten wenig Mühe Emmet einzuholen. Edward war sowieso der Schnellste und ich als Neugeborene holte ihn bisher noch mühelos ein. Rosalie bildete das Schlusslicht. Ihre Bewegungen waren geschmeidiger als Jede von uns.

Carlisle, Esme, Alice und Jasper warteten bereits vor dem Haus.

Vor der Garage standen Rosalies BMW und Edwards Volvo bereit, an dem Jasper mit einer ausdruckslosen Miene lehnte. Ich wusste wie sehr er es hasste unter große Menschenmengen zu gehen. Seine Vergangenheit drohte ihn immer wieder neu einzuholen. Edward hatte mir einmal erklärt, dass es sehr viel schwieriger war menschlichem Blut zu widerstehen, wenn man viele Jahre nur davon gelebt hatte. Und genauso erging es Jasper. Würden wir beide heute wohl einen weniger lockeren ersten Eindruck auf unsere Mitschüler machen.

Alice hielt Jaspers Hand, machte aber auch ein wesentlich düstereres Gesicht, als ich es erwartet hatte. Ihre Laune ließ also zu wünschen übrig, was bei ihr recht selten war. Fast schon ahnte ich worüber sie mit Carlisle verhandelt hatte, dem sie nämlich keines Blickes würdigte.

Genervt blickte sie an mir herunter, als wir vor unserer Familie stehen blieben. Alice Blick heftete sich an das neue Oberteil, was sie mir heute Morgen rasch in die Hand gedrückt hatte.

Entschuldigend zuckte ich mit den Schultern und ignorierte ihr Seufzen. Es wäre ihr wahrscheinlich lieber gewesen wenn ich mich erst nach dem Jagen umgezogen hätte.

„War das nicht vorher klar, Alice?", kicherte Edward und warf einen kurzen Blick auf den gelben Porsche, der in der offenen Garage stand. Die Autos waren gestern Abend noch angekommen. Schneller als wir vermutet hatten, Carlisle hatte seine Kontakte und Esme ihren Charme spielen lassen.

„Ich habe ihr verboten den Porsche für die Schule zu nehmen.", erklärte Carlisle uns allen und grinste als Alice leise knurrte. „Ich empfand ihn doch als ein wenig zu auffällig für euren ersten Tag."

„Das erklärt ihre Laune!", lachte Emmet und sprang zu Rosalie in ihren BMW. Liebevoll tätschelte diese das rote Blech ihres Flitzers.

„Aber Rosalies Cabriolet ist nicht protzig oder wie?", beschwerte sich die kleine Schwarzhaarige und stieg elegant hinter Rose ein, Jasper folgte ihr. Edward und ich würden sowieso seinen Volvo nehmen.

Als ich zu Edward ins Auto stieg sah ich ihn vorwurfsvoll an. „Mein Transporter ist beim nächsten Mal dran, verstanden?", zischte ich und schmiss meine nagelneue Tasche auf den Rücksitz.

Edward nickte gequält.

„Was hast du gegen ihn?"

„Nichts Liebste, ich ziehe den Volvo einfach vor.", erwiderte er schnell und startete den schnurrenden Motor des Wagens.

„Angeber!", murmelte ich leise, aber laut genug, das Edward es hören konnte. Er kicherte verhalten.

Ich musste allerdings zugeben dass mein Transporter, Rosalies BMW nicht so leicht hätte folgen können. Aber trotzdem!

Alaskas Landschaft zog an uns vorbei und ich musste zugeben dass der Ort im Grunde recht schön war. Wie schön er bei gutem Wetter sein musste. Die Seen und die Berge die dann weniger düster wirken würden. Auch heute sah es stark nach Regen aus, wie auch in den letzten Tagen die wir hier bereits wohnten. Nicht unbedingt viel versprechend, aber für unsere Art umso besser.

Ich musste unbedingt daran denken für Renée ein Foto zu schießen, sobald sich Alaska in einem etwas besseren Licht zeigte. Die Mails die ich meiner Mutter regelmäßig schreiben sollte, waren in letzter Zeit ein wenig spärlicher geworden. Eigentlich hatte ich schon lange einen Kontrollanruf erwartet.

Ich betrachtete meine Hand, als sich ein einsamer Sonnenstrahl tatsächlich durch die dicke Wolkendecke bahnte. Tausende kleine Diamanten schimmerten auf meinem Handrücken und verrieten mein wahres Ich.

Besorgt fiel Edwards Blick ebenfalls auf meine Hand. „Alice hatte gesagt es würde heute schlechtes Wetter werden. Sonne können wir nicht gebrauchen."

„Sie ist schon wieder fort, schau!". Tatsächlich verschwand das strahlende Licht wieder hinter dunklen, feuchten Wolken. Ich seufzte leise. Während der Autofahrt hätte ich nichts gegen ein wenig Sonne gehabt!

„Bist du aufgeregt?", fragte Edward plötzlich und griff nach meiner Hand. Sanft strich er mit seinen kühlen Fingern über die glatte Oberfläche meines Handrückens.

„Ich glaube du mehr als ich!", lachte ich und küsste ihn rasch auf die Wange. „Vertraust du mir nicht?"

Edward seufzte schwer und sah mich teilnahmsvoll an. „Bella.", seufzte er wieder und küsste nun meine Hand. „Es geht nicht um Vertrauen. Ich weiß nur wie unheimlich schwierig es ist zu widerstehen. Mir erging es nicht anders. Du bist noch sehr jung und hast dich erstaunlich gut im Griff, aber der falsche Moment, der falsche Ort und die falschen Faktoren können dich völlig aus deiner Fassung reißen. Schau dir Jasper an, wie schwer er es noch hat und er ist bedeutend älter als ich es bin."

„Bravo du Held! Raub mir auch noch den letzten Rest meines Selbstvertrauens!", antwortete ich sarkastisch. Er wusste dass ich es nicht ernst meinte. Aber ein schlechtes Gewissen sollte er ruhig kriegen. Renée hatte mir immer gesagt das man Männern ab und zu auch mal darüber zu denken geben sollte, ob sie auch wirklich das Richtige getan, oder in diesem Fall gesagt, hatten. „Zappeln lassen", das waren ihre Worte gewesen. Warum auch nicht?

Rosalie bog vor uns rechts ab und dann erspähte auch ich das große Schild, was uns an der "Kenai Central High School" Willkommen hieß. Welch eine Freude!

Meine gute Laune flog nur so dahin.

Ich holte noch einmal tief Luft, als Edward den Volvo neben Rosalies BMW parkte. Schon jetzt zogen die Autos neugierige Blicke auf sich. Soviel zu einem unauffälligen Auftreten.

~°~Edward~°~

Ohne die Beifahrertür zu öffnen, schwang Emmet sich aus dem Auto und grinste Bella und mich vergnügt an. Die Blicke von zwei älteren Schülerinnen blieben an seinen muskulösen Armen hängen, welche er jetzt genüsslich streckte.

/Endlich Frischfleisch! Nicht schlecht!/ Das Blonde Mädchen löste ihren Blick von meinem Bruder und wurde von ihrer kichernden Freundin weiter gezogen. Genervt verdrehte ich die Augen.

Und dabei blieb es natürlich nicht. Eine kleinere Gruppe von Jungen betrachteten sabbernd Rosalies BMW, dem deutlich mehr Blicke geschenkt wurden, als meinem Volvo.

/Was für ein Schlitten!/

/Das Auto würde ich auch mit der süßen Blonden zusammen nehmen./

Rosalie würde aufgehen vor Stolz, könnte sie die Gedanken dieser pubertierenden Teenies hören. Kaum auszuhalten.

„Protzig!", murmelte ich und verriegelte meinen Wagen.

„Die Typen dort?", schmunzelte mein Engel, der jetzt an meine Seite schwebte und sich an meinen Arm klammerte. Ich brauchte ihre Gedanken nicht lesen, um zu wissen, das sie damit ihr "Revier markieren" wollte. Ich nickte nur und grinste Bella an.

„Das ist die Kenai High?", fragte Alice ein wenig enttäuscht und warf sich ihre Tasche über die Schulter. Ihr gefiel dieses kastenförmige Gebäude überhaupt nicht. Es erinnerte sie an ein Gefängnis. „Da war die Schule in Forks ja einladender.", kicherte sie und griff nach Jaspers Hand.

Die Forks High war zwar weder besonders modern gewesen, allerdings ein schöneres Bauwerk als das, vor dem wir jetzt standen.

„Vielleicht ist es drinnen schöner."

Ein Blick auf die Uhr verriet uns, dass wir bereits ziemlich spät dran waren. Die meisten Schüler und Schülerinnen waren bereits im Gebäude.

Als Emmet und Rose sich vor uns in Bewegung setzten, spannte Bella sich merklich an. Ihre Hand schloss sich fester um die meine.

Auch Jaspers Gedanken wurden eingängiger, sie lösten sich in einfache Formen mit denen nur er etwas anfangen konnte. Das war seine Art sich zu beschäftigen um die Gerüche der Menschen besser in den Hintergrund schieben zu können. Es war skurril wie schwer es ihm noch immer fiel, seinen Durst zu kontrollieren. Wahrscheinlich würde es für Jasper niemals so "einfach" werden, wie für uns. Obwohl einfach das falsche Wort war. Es würde immer schmerzhaft bleiben, dem Drang zu widerstehen.

Sachte strich ich über Bellas Handrücken und sie schenkte mir ein kurzes Lächeln. Früher wäre sie jetzt vielleicht rot geworden. Ich war diesesmal froh ihre Gedanken nicht hören zu können. In ihr musste das reinste Chaos herrschen, Angst und der Wille durch zu halten. Ich wünschte ich könnte ihr helfen und ihr etwas von meiner Stärke und Willenskraft abgeben. Es würde ein harter Tag für sie werden!

Elegant stieß Emmet die Eingangstür auf und hielt sie höflicherweise für Rosalie und Alice auf. Kurz bevor Jasper durchtreten konnte, ließ unser Bruder die Tür zufallen. Geschickt stemmte Jasper seinen Fuß dagegen und warf dem Übeltäter einen vernichtenden Blick zu, der seinen Arm jetzt grinsend um Rosalies Schultern legte.

„Danke vielmals!", grummelte Jasper und ignorierte Emmets Grimassen.

„Alles gut?", fragte ich Bella leise und zog sie in meinen Arm. Ich küsste ihre Haare und dankte Gott dafür, das der Flur wie leergefegt war. Unsere Mitschüler waren bereits alle in den Klassenräumen. Allerdings war ich mir bewusst, dass sie sowieso gleich unter die Menschen kommen würde.

/Edward./, rief Emmet meinen Namen in Gedanken, doch hörte es sich für mich an als würde es laut an den kahlen weißen Wänden schallen. /Sie schafft das schon. Cool bleiben!/

Emmets gute Laune nervte mich. Wenn ich an die ganzen Stunden dachte die ich hier verbringen werden würde, verfiel ich fast automatisch in Tagträumereien. Immer wieder derselbe Stoff. Nur Bella hatte die Chance etwas Neues zu lernen, auch wenn sie sich in der nächsten Zeit wahrscheinlich nicht auf den Unterricht konzentrieren würde. Ich kannte das Gefühl nur zu gut.

Am Ende des Ganges erreichten wir das Büro der Schulleitung und Rosalie klopfte höflich an die große weiße Tür vor uns.

„Die Cullens, stimmt´s?", fragte sie Sekretärin freundlich und drückte jedem von uns kurz die Hand. Mit großem Abstand und angehaltenem Atem reichte auch Bella ihr rasch die Hand, ohne sich weit von mir zu entfernen. Bewundert blickte die Dame an ihr herunter.

/Was für eine Familie! Aber wie ich gehört habe alle adoptiert. Da haben sich die Adoptiveltern aber auch nur die Sahneschnittchen rausgesucht! Wäre ich nur zehn Jahre jünger, oder auch fünfzehn!/

Ich lächelte und fing Alice amüsierten Blick auf, die sich genau denken konnte, was sich in dem Kopf der engagierten Fachkraft abspielte. Alice und ich verstanden uns auch ohne Worte.

„So dann habe ich hier die Stundenpläne für Sie Miss Hale, Mister Cullen und für Sie natürlich auch Mister Hale. Ich habe ihnen einen Plan der Schule beigelegt, ich bin aber sicher Sie werden alles finden! Die zuständigen Lehrer sind informiert und erwarten sie bereits.". Brittany Cooper, wie ihr Namensschildchen verriet, reichte Rosalie, Emmet und Jasper ihre Pläne und schenkte ihnen ihr wahrscheinlich schönstes Lächeln.

Die Drei spielten in den Schulen die wir besuchten, immer einen höheren Jahrgang als Alice und ich. Und jetzt auch Bella.

„So und dann haben wir noch dreimal Cullen. Sie zwei-…", sie deutete auf Bella und mich, „- haben alle Kurse zusammen belegt, nicht wahr? Dann wären das ihre Kurspläne."

Alice hatte, wie immer, andere Kurse gewählt. Die üblichen Biologie und Mathekurse interessierten sie nicht, vielmehr außergewöhnliche Fächer wie Psychologie, was sie jetzt schon zum tausendsten Mal belegt hatte. Es faszinierte sie immer wieder.

Mit ihrem schönsten Lächeln strahlte die Sekretärin uns an und fingerte an einer ihrer Haarsträhnen herum ohne den Blick einmal von uns zu nehmen.

Grinsend bedankten wir uns bei der Dame und verließen das Büro rasch, damit sie wieder zu Verstand kommen konnte. Manchmal taten die Menschen mir leid, wie wir auf sie wirkten und auch diese Dame war verwirrt darüber, was sie dazu leiten lassen konnte, über eine Nacht mit Schülern, die so viel jünger schienen, nachzudenken. Ich sagte ja, die armen Menschen.

„Auf ein Neues!", stöhnte Emmet und zog eine Grimasse als er, Jasper und Rose die Tür zu ihrem Klassenzimmer erreichten und Alice die Treppe eine Etage höher nehmen musste. Meine beiden Schwestern kicherten und tätschelten Emmet tröstend die Schulter.

Ein weiteres Mal hatte Carlisle dagegen gesprochen das unser Bruder anstatt der High School, eine Ausbildung machen durfte. Emmet wäre ein wenig Abwechslung in unserem Leben nur lieb gewesen. Das Problem blieb aber das es viel einfacher war ein paar Tage von einer Schule fernzubleiben, als einem Chef erklären zu müssen wieso man denn bei Sonnenschein nicht zur Arbeit erscheinen könnte. Es blieb also bei der Wiederholung der ewig verhassten High School.

„In der Mittagspause vor der Cafeteria?", trällerte Alice vergnügt und hauchte Jasper rasch einen Kuss auf die Wange. Ohne eine Antwort abzuwarten schwebte sie die Treppen hoch in den nächsten Stock.

Mit einem lauten Seufzer folgte Emmet Jasper und Rosalie in den Klassenraum. Ich könnte hören wie Rose sich dem Lehrer höflich vorstellte. Manchmal konnte sie tatsächlich außerordentlich charmant sein. Nicht die Zicke die ich von Zuhause kannte.

„Wollen wir?", fragte ich Bella, die kontinuierlich ihre schönen Lippen fest aufeinander gepresst hielt und jetzt noch einmal einen tiefen Atemzug tat, bevor sie sich darauf konzentrierte für eine Weile alle Gerüche auszuschalten.

Sie nickte kläglich und schmiegte sich an meinen Arm. „Stopp mich wenn du merkst dass ich meinen Sitznachbarn besonders anziehend finde, ja?"

„Ich werde die Raubkatze im Zaum halten, ich verspreche es. Du wirst niemandem wehtun, Schatz.". Ich strich ihr über das braune Haar, sog ihren wunderbaren Duft ein und legte meinen Arm um ihre Schultern.

Gemächlich liefen wir zu dem angegebenen Raum auf unserem Plan und mit einem letzten zustimmenden Blick von Bella, klopfte ich und öffnete die Klassenzimmertür. Der Geruch der Menschen schlug uns entgegen und ich spürte Bella zusammenzucken. Für mich bedeutete es nicht mehr als Vorsicht und Konzentration, von Bella dagegen wurde ihre gesamte Beherrschung gefordert. Es würde bei Weitem der schrecklichste erste Schultag ihres Daseins werden.

„Ah Isabella Swan und Edward Cullen, stimmt´s? Kommen Sie doch herein.". Ein pummeliger Mann mit Halbglatze kam uns freundlich entgegen und reichte jedem von uns kurz seine Hand. Er wirkte ziemlich locker, was den Unterricht sicherlich angenehmer gestalten würde. „Ich begrüße Sie Beide. Dort hinten ist noch ein Tisch frei, nehmen sie direkt Platz und versuchen Sie dem Unterricht zu folgen.". Er deutete auf die letzte Reihe in der ein einzelner freier Tisch stand. Das würde es zumindest für Bella einfacher machen wenn sie nicht direkt neben einem Menschen sitzen musste.

/Das Mädchen sieht aus als müsste sie sich gleich übergeben. Die sind beide so blass, die bringen bestimmt irgendeine Krankheit in Umlauf!/ Die zierliche Blondine vor meinem Platz wandte ihren Blick rasch wieder nach vorne, nachdem sie bemerkt hatte das ich sie beobachtete. Ich schmunzelte. Ich konnte mir vorstellen dass sie eine von diesen hypersterilen Mädchen war, die jede nur erdenkliche Allergie hatte. So wie sie ihren Sitznachbarn ansah der sich jetzt neben ihr geräuschvoll die Nase putzte.

/Ob die wohl ein Paar sind?/

Diese Frage beantwortete ich der nächsten Schülerin sofort, indem ich rasch nach Bellas Hand griff und spürte wie sie zitterte. Sie sah tatsächlich kränklich aus, für einen Vampir. Erst jetzt ahnte ich langsam wie ich für Bella ausgesehen haben musste, als sie damals den Platz neben mir im Biologie Unterricht einnahm.

/So ein Mist! Endlich mal wieder ein ordentlicher Typ an der Schule und der reist mit seiner Freundin an!/

Nachdem ich den einen oder anderen Gedanken unserer Mitschüler gehört hatte, versuchte ich die Köpfe der Menschen um mich herum auf stumm zu schalten und den Rest der Stunde über mich ergehen zu lassen. Allerdings konzentrierte ich mich mehr auf Bella als auf das was Mr. Terence uns über die Geschichte Amerikas erzählte. Sie warf mir einen gequälten Blick zu, ich war unsicher ob wegen des Stoffes den wir durchnahmen, oder dem Menschengeruch in der Luft. Glücklicherweise hatten wir nach der Mittagspause nur noch eine weitere Stunde und konnten uns dann auf den Heimweg machen. Der tag würde für Bella lang genug werden.

In dem nächsten Kapitel geht es aus Bellas Sicht weiter mit einer eventuell bekannten Szene^^

Bis zum nächsten Mal!