Disclaimer: Nichts gehört mir; Übersetzung aus dem Englischen (Original von coffeeonthepatio).
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Skalare Implikaturen:
Es existieren einige gut bekannte Diagnosen für skalare Implikaturen. Wenn wir der Hypothese nachgehen, dass zwei Ausdrücke, nennen wir sie S und W für ‚stark' (strong) und 'schwach' (weak) von einer Skala S, W, dann sollte sie die folgenden Einbettungen erlauben:
- Aufhebung von Sätzen:
‚W und sogar S' (e.g. ‚Einige und sogar alle von ihnen sind gekommen.')
‚Nicht nur W, S' (z.B. ‚Nicht nur einige von ihnen, alle von ihnen sind gekommen.')
‚W genau genommen/ja sogar S' (e.g. ‚Einige, genau genommen alle von ihnen, sind gekommen.')
- Suspendierung von Sätzen:
‚W oder möglicherweise/sogar S' (z.B. ‚Einige oder möglicherweise alle von ihnen sind gekommen.')
‚W wenn nicht S' (z.B. ‚Einige, wenn nicht alle, sind gekommen.')
Die Erkenntnis ist natürlich, dass, weil Implikaturen im Gegensatz zu Entailments, annullierbar sind, es möglich ist, das Gegenteil zu behaupten oder explizit seine Möglichkeit ohne irgendeinen Widerspruch zu erhöhen.
(nach Levinson, 2000)
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Ja, ihr fiel in der Tat auf, dass Draco Aideens Hand unter dem Tisch hielt und dass er vorgab, Linkshänder zu sein, während er in Wirklichkeit Probleme beim Essen hatte. Diese beiden, entschied Eleanor, würden damit aufhören müssen, zumindest beim Abendessen. Zumindest wenn sie aßen. Es war nicht so, dass sie sich nicht erinnerte, wie es war, verliebt zu sein. Das tat sie, jetzt noch mehr, wo sie sah, wie vernarrt die beiden ineinander waren. Sie erinnerte sich an diese Tage, an denen man es nicht abwarten konnte, den Mann zu sehen, in den man verliebt war, an denen man ihn einfach nur berühren und ihm zuhören und mit ihm sprechen und zumindest einen Moment mit ihm alleine haben wollte. Und deshalb erinnerte sie sich, wie verlockend diese Momente der Zweisamkeit sein konnten und sie wollte sie nicht in Versuchung führen. Sie wollte sicher gehen, dass sie wussten, was sie taten.
Und sie würden aufhören müssen Händchen zu halten, ansonsten würde Draco all das ganze gute Essen auf der guten Tischdecke verschütten.
Andererseits, und auf der anderen Seite des Tischs saßen Severus und Miss Granger so weit voneinander entfernt wie es nur möglich war, sahen sich nicht einmal an, sahen nichts außer ihrem Essen an. Diese beiden waren… seltsam. Sie hatten einander wütend angestarrt, als ihr es beinahe geglückt war, ihn zum Schweigen zu bringen, eine beachtliche Leistung. Und sie war für sich selbst eingetreten. Es schien, dass diese junge Frau wirklich klug und entschlossen war, sich nicht von Severus niedermachen zu lassen, sich keine spöttischen Bemerkungen von ihm gefallen zu lassen. Sie hatte miterlebt, wie er so zu Draco einige Male gewesen war – und der Junge war nie wirklich für sich eingetreten, hatte den Mann lediglich ignoriert. Normalerweise hätte sie Draco zugestimmt – ihn ignorieren, wenn er in einer solchen Laune war – doch da war dieser Bruchteil einer Sekunde gewesen, in der er beinahe sprachlos schien, in der sich seine Augen ganz leicht geweitet hatten, bevor er wieder eine neutrale Miene aufgesetzt hatte, scheinbar unbeeindruckt, scheinbar sich nicht für sie und das, was sie sagte, interessierend. Er war es jedoch gewesen, für den Sekundenbruchteil. Konnte sie nicht hereinlegen. Es hatte ihn ganz offensichtlich beeindruckt, oder zumindest überrascht, was sie getan hatte.
Sie wusste, dass Severus von sich nicht dachte, dass er ein guter Lehrer gewesen war; er hatte ihr über einen langen Zeitraum erzählt, dass er als ein ‚fetthaariger Idiot' und als eine ‚Fledermaus der Kerker' bekannt gewesen war und dass er der eine Lehrer gewesen war, der am wenigsten respektiert, am wenigsten gemocht wurde. Ob das stimmte, wusste sie nicht, oder ob er nur so von sich dachte. Draco erzählte wahrlich wenig darüber, nur dass es ein wenig Ärger mit ein paar Schülern gegeben hatte, dass sein Pate viel von seinen Schülern verlangte, hohe Erwartungen hatte und überhaupt keine Komplimente oder Lob verteilte. Für sie klang er unnachgiebig, streng. Und sie wusste, er war ein Hitzkopf – sie hatte es, natürlich, schon viel zu oft mit angesehen, doch Miss Granger wich diesem Jähzorn zumindest nicht ängstlich aus und Eleanor musste zugeben, dass ihr das gefiel. Das Mädchen zeigte Rückgrat.
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Severus Snape blickte finster in seinen Eintopf. Er war gut, das musste er zugeben, doch ihm gefiel es nicht, neben Granger zu sitzen, ihr Atmen zu hören und sie essen zu hören. Ja, er war ein besitzergreifender Bastard, das wusste er, und diese Leute an diesem Tisch waren die Leute, die ihn so akzeptierten, wie er war – mehr oder weniger. Nun gut, Eleanor wollte sichergehen, dass er auf seine Manieren achtete, wollte, dass er das Haus mehr verließ, wollte, dass er sogar Rosenkohl aß, früh ins Bett ging, ihr erzählte, was er den ganzen Tag gemacht hatte, Regale aufbaute und ihr dabei half, den Dachboden zu putzen; Aideen wollte sichergehen, dass er vernünftig mit seinem Laptop umgehen konnte, und Draco erinnerte ihn oft genug, dass Sarkasmus nicht jedermanns Muttersprache war (doch das geschah in nicht so vielen Worten). Doch sie akzeptierten ihn mehr oder weniger. Sie mochten vielleicht Vorschläge machen oder ihn nett herumkommandieren (Eleanor, zum größten Teil), doch das letzte Wort in allem, was er tat, hatte er und das akzeptierten sie.
Granger war sicherlich einer dieser Menschen, die ihn nicht gut in Ruhe lassen konnten. Hatte ihm pampig geantwortet. Oh, hatte sie das nicht immer? Sie und ihre kleinen Freunde. Diese unausstehlichen Gryffindors, die sein Leben zu einer lebenden Hölle gemacht hatten (all die, die sein früheres Leben zu einer lebenden Hölle gemacht hatten, waren Gryffindors gewesen, abgesehen von diesem einen Slytherin), die ihm nie irgendeine Form von Respekt gezeigt hatten. Die ihn in der Heulenden Hütte zum Sterben zurückgelassen hatten. Naja, scheinbar zum Sterben. Er hatte nichts Anderes erwartet. Er hatte auch keine Entschuldigung erwartet. Leute, die er in seinem früheren Leben getroffen hatte, entschuldigten sich nicht, am wenigsten all diese Gryffindors und dieser eine Slytherin.
Dachten, sie hätten ihn bestraft, indem sie ihm seine Magie weggenommen hatten. Doch das war keine Bestrafung. Naja, generell war es keine. Mit Granger am selben Tisch zu sitzen, auf der selben Seite des Tisches, das war eine Strafe und zum ersten Mal in einer langen, langen Zeit fühlte er das starke Bedürfnis, jemanden zu verhexen. Oder sie einfach körperlich vom Tisch zu entfernen. Trotz der Tatsache, dass sie dort mehr oder weniger ruhig saß. Lediglich ihr Kauen und Atmen irritierten ihn. Das war sein Platz und der Platz neben ihm war üblicherweise leer. Er hatte diese Seite des Tisches für sich alleine. Es war seine. Sein Platz bei Eleanor. Sein Stuhl.
Nichtsdestotrotz war der Eintopf gut und er bezweifelte, dass sie ihn gemacht haben könnte. Es war vermutlich nur Eleanor gewesen, während sie dort gesessen und gequatscht und geschwatzt hatte, wie auch schon immer in der Schule; ihr Mund konnte nie still sein, hörte nie auf sich zu bewegen. Naja, nun war sie eigentlich still, doch ihr Mund bewegte sich immer noch, kaute und irritierte ihn. Jemand neben ihm und ein Arm, der sich in seinem peripheren Sehfeld bewegte. Buschiges Haar, das kurz davor war, in seinen Eintopf zu fallen. Wirklich. Diese Haare waren überall und sie hatte so gekocht? Sein Essen?
Er drehte seinen Kopf ein wenig und setzte seinen besten finsteren Blick auf, wartete lange genug, dass sie ihn sah, drehte sich dann zurück zu seinem Essen. Sie tat dasselbe – und einen Moment später wiederholte er die Übung, doch sie konnte den Hinweis nicht befolgen, typisch Gryffindor. Dieses Mal runzelte sie die Stirn, ein Stirnrunzeln, das er nur sehr kurz sah, aß dann ein wenig mehr, bis er sie wieder finster anblickte.
Geduld war, erinnerte er sich, nie eins von Grangers Talenten gewesen, genauso wenig subtil sein noch Subtilität verstehen. Die Stille, nur durch das Klappern von Besteck und Geschirr unterbrochen, wurde gebrochen, als sie bei seinem fünften bösen Blick ausrastete.
„Was?"
Er zog seine Augenbrauen hoch und milderte seinen finsteren Blick ein wenig. „Wären Sie so freundlich und würden Ihr Haar aus meinem Essen entfernen?"
„Mein Haar ist nicht einmal in der Nähe Ihres Essens," bellte sie erneut.
„Nah genug, dass eins in meinen Eintopf fallen könnte. Und ich bevorzuge mein Essen haarlos," erwiderte Severus, seine Stimme so tief und dunkel wie sie gewesen war, als er unterrichtete.
„Mein Haar fällt nicht in Ihr Essen," sagte sie, ihre Hand bewegte sich, um danach zu greifen und es in ihrem Nacken zu zwirbeln.
„Fassen Sie es nicht an, Sie machen es nur noch schlimmer," zischte er und ignorierte das schwache ‚Hör auf, Severus', das er von Eleanor hörte. „Bewegen Sie Ihren Kopf einfach nicht zu viel."
„Ich bewege meinen Kopf überhaupt nicht," sie starrte ihn wütend an. „Und mein Haar fällt nicht einfach so aus."
„Das wird es, wenn Sie weiter daran ziehen," blaffte er. „Lassen Sie es einfach langsam los und entfernen Sie es aus der Nähe meines Essens."
„Ich dachte, Sie wollten, dass ich mich überhaupt nicht bewege," sagte Granger mit einem triumphalen Ton in ihrer Stimme.
„Langsam."
„Sie sind vollkommen…" sie blickte ihn an und er glaubte, ein wenig Nässe in ihren Augen schimmern zu sehen. „Lassen Sie mich in Ruhe, Snape," zischte sie. „Ich wurde hierher eingeladen und wenn Sie meinen Anblick oder den meiner Haare nicht ausstehen können, naja, … verbinden Sie sich die Augen. Ich bin sicher, Sie werden Ihr Essen finden, ohne…"
„Respekt, Granger," schrie er beinahe.
„Respekt?" schrie sie zurück. „Warum? Sie sind nicht mehr mein Lehrer. Ich werde Ihnen Respekt erweisen, sobald Sie anfangen, mir etwas Respekt zu zollen. Ich bin nicht dazu verpflichtet, Sie zu respektieren, nur weil Sie… Ich respektiere, was Sie getan haben. Aber nicht Sie."
„Sie sind…" setzte er an, ziemlich überrascht von ihrem gesamten Ausbruch. Keine angenehme Art der Überraschung, doch sie wirkte wie ein Gryffindor auf dem Kriegspfad. Er hatte denselben Ausdruck unzählige Male zuvor auf Minerva McGonagalls Gesicht gesehen. Er wusste, er konnte sich selbst gegen diese behaupten. Sie waren zu berechenbar. Ein weiteres unfreundliches Wort, und sie würde vermutlich weinend davonrennen. Hatte es schon zu oft gesehen. Gryffindor Mut ging immer nur so weit.
„Ich bin was?" sie starrte ihn zornig an. „Denken Sie nicht, dass ich schon alle möglichen Arten von Beleidigungen über mein Haar gehört habe?"
„Ich," setzte er langsam an, bereit zum letzten Schlag, „bitte Sie nur darum, dieses lächerliche Etwas, das niemand, der noch klar bei Verstand ist, als Haar bezeichnen würde, aus dem Umkreis meines Essens zu entfernen."
Der Stuhl fiel, natürlich, polternd auf den Boden, sie war so schnell und energisch aufgestanden. Ja, sehr berechenbar. Tränen glitzerten in ihren Augen, eine lief ihre Wange herunter. Sie minderte ihren zornigen Blick ein wenig, und sie zog ihre Lippen etwas auseinander, eine Art Grimasse. „Du bist ein Bastard, Snape," sie bemühte sich stark, das konnte er erkennen, ihre Stimme unter Kontrolle zu behalten und scheiterte langsam daran, und sie drehte auf ihrem Absatz um und lief aus dem Raum, aus dem Haus.
Er seufzte und tauchte den Löffel gelangweilt in den Eintopf – wollte ihn zum Mund führen, diese Köstlichkeit ohne jegliche Eindringlinge schmecken, als er einen stechenden Schmerz an seinem rechten Ohr fühlte. Genauer gesagt an seinem rechten Ohrläppchen. Finger kniffen in sein Ohrläppchen und zogen daran.
„Was zum…"
„Severus Snape, hast du deinen Verstand vollkommen verloren?" donnerte Eleanor. „Deine Mum hat dich nicht aufgezogen, damit du ein ungehobelter Idiot wirst! Was hast du dir dabei gedacht?" Sie zog noch weiter an seinem Ohr und er konnte nicht anders, als seinen Kopf in die Richtung zu drehen, in welche sie wollte, dass er seinen Kopf drehte, und musste in ihre böse funkelnden Augen starren. „Also?" fragte sie ungeduldig.
„Ich glaube…" hörte er Draco durch sein linkes Ohr, das rechte war andersweit beschäftigt. Damit beschäftigt, gezogen und gequält zu werden.
„Ihr zwei haltet die Klappe und fangt an, das Geschirr zu spülen," sagte sie entschieden. „Severus, ich warte."
Eleanor hatte ihm mehr Mitgefühl, mehr Güte, ja, mehr Liebe als irgendjemand anderes zuvor in seinem Leben gezeigt. Doch diese Versuche, ihn wie ein Kind aufzuziehen, zu behandeln waren manchmal einfach… zu viel. Mit so viel Kraft, wie er aufbringen konnte, und so gut es ging den Schmerz ignorierend, riss er seinen Kopf weg und ihre Finger rutschten schmerzhaft von seinem Ohrläppchen ab.
„Ich muss mich für gar nichts rechtfertigen," sagte er kalt und stand rasch auf, und mit großen Schritten hatte er das Haus verlassen, in die laue, smogerfüllte Luft, schmutzige Luft, doch nichtsdestotrotz nahm er tiefe Atemzüge, einen nach dem anderen, atmete aus, atmete ein, vor seinem Haus hin- und herlaufend, bevor er langsam eintrat.
Also hatte er sie beleidigt. Sie hätte nichts Anderes von ihm erwarten sollen. Und Eleanor hätte nichts Anderes von ihr erwarten sollen – er hatte ihr oft genug erzählt, dass seine Schüler ihn nie respektiert hatten und dass es andersherum schwierig war, sie in irgendeiner Form zu respektieren. Sie hatte gewusst, dass er keinen von ihnen mochte, und dennoch hatte sie diese schreckliche Frau eingeladen.
Severus schüttelte den Kopf, trampelte dann ins Obergeschoss, schnurstracks in sein Badezimmer und nachdem er seine Kleidung ziemlich schnell abgeworfen hatte, stieg er in die sehr heiße Dusche.
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Sie wusste, ihr Gesicht war tränenüberströmt, und sie wusste, sie sah absolut schrecklich aus, und sie hasste sich dafür, dass sie ihr Haar nicht hochgebunden hatte, oder weg. Zuerst Mrs Callaghan, dann Draco, dann Snape. Und was für eine Weise sicherzugehen, dass sie sich unwohl und nicht willkommen fühlte. Das war wahrscheinlich schlimmer als der Kommentar über die Zähne. Es war reine Bosheit.
Sie stolperte in die Bibliothek, wollte sich unter Büchern begraben, in Büchern, und stolperte sofort über Harry, der, ziemlich untypisch, flach auf dem Boden lag und an die Decke starrte.
„Harry… was?"
„Hermine, was ist passiert?" er zeigte auf ihr Gesicht. „Ist die Prüfung nicht gut gelaufen?"
Tränen, unliebsam und ungebeten, traten ihr erneut in die Augen. „Denkst du, mein Haar ist ein lächerliches Etwas, das niemand, der noch klar bei Verstand ist, als Haar bezeichnen würde?" fragte sie und wischte sich ihre Nase an ihrem Ärmel ab.
„Ähm," er errötete leicht, „es ist ein wenig außer Kontrolle geraten in der letzten Zeit," flüsterte er vorsichtig, „vielleicht… ähm, die Spitzen schneiden?"
Hermine starrte, getroffen von seiner Gefühlslosigkeit (und ja, etwas in ihr nörgelte, dass sie das hätte erwarten sollen), und drehte sich unverzüglich wieder herum, sagte kein einziges Wort, fragte nicht, warum er flach auf dem Boden lag, an die Decke starrte, und rannte aus dem Haus. Eilte, rannte, nicht ganz erblindet von ihren Tränen, und erinnerte sich an eine gewisse Einrichtung ziemlich in der Nähe, rannte die Strecke aus ihrem Gedächtnis, sah nicht ganz richtig und drückte die Tür, an die sie sich erinnerte, auf. Drückte sie auf und stürmte ins Innere, wartete nicht, kümmerte sich nicht um die seltsamen Blicke und fiel auf einen Stuhl. Sie wusste, es war falsch, sie wusste, sie war unhöflich, und sie wusste, dass dies so nicht gemacht werden sollte.
Jemand, und sie kümmerte es nicht, wer oder was er oder sie war, trat von hinten an sie heran. „Oh, Liebes," sagte diese Person, eine männliche Stimme. „Was kann ich für dich tun?"
Hermine schluckte, nahm eine Haarsträhne zwischen ihren Fingern auf und hob sie hoch. „Schneiden Sie es ab."
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