Die Personen und Orte gehören Stephenie Meyer.

Die Originalstory ist von It Is Your Butterfly.

Kapitel 36

Mein letzter Tag in Moskau war sonnig und kalt. Ich hatte Edward nach seiner Ankündigung nur wenig zu Gesicht bekommen und das gemacht, was ich schon immer machen wollte,ich hatte mir die herrliche Stadt angesehen, Zeit in den schönen Cafés verbracht und über meine Zukunft nachgedacht. Ich wusste noch immer nicht wie es weitergehen sollte und hoffte, dass ich in Chicago eine Lösung finden würde.

Jetzt stand ich am Fenster und sah auf die belebte Straße vor dem Hotel,als das schellen meines Handys mich aus meinen Gedanken riss. Erstaunt stellte ich fest, dass es schon wieder Charlie war.

„Hallo Charlie." Sagte ich,als ich abgehoben hatte und verstand nicht, warum er plötzlich so oft anrief.

„Kind? Geht's dir gut?" Ich seufzte, was zum Teufel war mit ihm los.

„Natürlich geht es mir gut." Log ich.

„Bella..." Er schien mir etwas sagen zu wollen.

„Was ist los? Warum rufst du an?"

„Du kommst am Sonntag, stimmts?" Oh und ob ich das tun würde,ich wollte endlich wissen,was es mit ihm und Noah auf sich hatte.

„Ja, wie jedes Jahr." Antwortete ich müde, es war nicht so, dass ich gerne zu meinem Vater fuhr.

„Wir müssen reden." Sagte er.

„Und du hast nur angerufen um zu fragen, ob es mir gut geht?"

„Ja...ich liebe dich Kind und ich mach mir Sorgen um dich." Überrascht riss ich die Augen auf.

„Bist du krank? Wirst du sterben?" Platzte ich raus. Es war für mich die einzige Erklärung dafür, dass er mit einem mal auf fürsorglichen Vater jetzt hatte er mir immer nur klar gemacht, was für eine schreckliche Enttäuschung ich doch für ihn gewesen war.

„Nein." Sagte er und lachte, was mich noch mehr verwirrte. „Wir haben viel zu bereden Schatz."

„Ich komme am Samstag..."

„Wirklich?" Fragte er und hörte sich richtig glücklich an.

„Ich hoffe, dass es nicht eine von deinen Lügen ist Charlie...das du dich so anders anhörst und dir Sorgen um mich machst. Ich kenne dich und trau dir nicht." Sagte ich und es dauerte einige Sekunden, bis Charlie wieder etwas sagte.

„Verstehe..." Wieder entstand ein unangenehmes Schweigen.

„Ich muss jetzt gehen." Sagte ich dann.

„Pass auf dich auf Bella,wir sehen uns dann am Samstag, nicht?" Er hörtet sich richtig hoffnungsvoll an.

„Ja Charlie...bis Samstag."

„Bis Samstag." Wir legten auf und ich setzte mich aufs Bett. Was zum Teufel war da los? Ich war mittlerweile richtig neugierig darauf zu hören, was Charlie mir zu sagen hatte.

„Ich bin fertig." Erschrocken zuckte ich zusammen,als ich Edwards Stimme hinter mir hörte. Ich drehte mich um und sah nicht nur ihn und Jane, sonder auch James. Es freute mich ihn zu sehen, er war der einzige Vampir der mir sympathisch war, außer Esme und Carlisle natürlich.

„Hallo James." Begrüßte ich ihn lächelnd.

„Miss Isabella." Er kam zu mir und gab mir einen Kuss auf die Wange.

„Was gibt es neues in Chicago?" Fragte ich und er lächelte.

„Es was blutig und wirklich...unangenehm...gib deinem Vampir die Schuld daran." Antwortete er.

„James!" Knurrte Edward.

„Verstehe...nichts neues also." Sagte ich und James lachte.

„Da hast du Recht und was ist mit dir? Wie war dein Aufenthalt in Moskau?" Ich schnaufte.

„Wirklich lehrreich, wusstest du, dass Edward dabei war,mich in eine von euch zu verwandeln? Edwards kleine Vampirin, ist das nicht nett von ihm?" James sah Edward überrascht an.

„Ihr habt beide eine zu große Klappe." Sagte Edward und fing, zusammen mit Jane, an seine Sachen zu packen.

„Du scheinst überrascht zu sein." Sagte ich zu James.

„Ohne Zweifel...jetzt verstehe ich, warum Edward macht was er macht."

„Darüber will ich nicht mit dir reden." Ich wollte nicht hören, dass auch er Edward verteidigte.

„Mein lieber Freund lernt einfach nicht dazu." Sagte er kopfschüttelnd und ging zu Jane und Edward, ich ging hinter ihm her.

„Nimm deine Sachen." Sagte Edward und sah mich ernst an. „Du gehst mit Jane noch was essen, während ich mit James noch was zu besprechen habe."

„Uyy! Jetzt kriege ich eine Standpauke von Papa, da hab ich aber Angst." James lachte und ich stimmte mit ein, Jane und Edward fanden das gar nicht lustig, .Jane sah nervös zwischen James und Edward hin und her. „Ich geh besser mit, bevor mein Chef mich noch feuert." Sagte James dann und ging mit Edward aus dem Zimmer.

„Du warst verschwunden." Sagte ich und sah Jane an, die sich um Edwards Sachen kümmerte.

„Ich hatte viel zu tun." Sagte sie ausweichend.

„Warum siehst du mich so missbilligend an?" Sie schnaufte, was mich überraschte „Wie ich sehe, stört dich irgendetwas, sag es mir ins Gesicht Jane."

„Mich stört es nur, dass du dich so benimmst."

„Was meinst du?" Wollte ich wissen.

„Du hast Mr. Edward verhöhnt und ich würde dir das nicht verzeihen." Antwortete sie und jetzt wurde ich sauer.

„Ich glaube nicht, dass du die richtige Person bist, um darüber zu urteilen...du bist nicht in meiner Lage und weißt nicht, was Edward mir angetan hat." Ich konnte nicht glauben, wie weit Jane mit ihrer Anbetung für Edward ging.

„Du verstehst nicht, du kannst mit Mr. Edward machen was du willst wenn du mit ihm alleine bist, aber du solltest ihn vor anderen nicht bloßstellen." Ich verdrehte die Augen.

„Stopp!"

„Nein, du solltest stoppen, weißt du? Du hast alles Recht der Welt sauer zu sein, jeden zu hassen, der an der Sache beteiligt ist. Ich weiß, das du hier das Opfer bist, aber es geht um Traditionen die es schon seit Anbeginn der Weltgeschichte gibt. Ich habe keine Ahnung, was für eine Art von Beziehung ihr beide habt, aber ich kann es nicht glauben, dass Mr. Edwards Augen so rot sind und er sie hinter seiner Brille verstecken muss." Bei Janes Worten bekam ich fast ein schlechtes Gewissen.

„Er ist selber schuld." Sagte ich und sie nickte.

„Das mag sein, aber trotzdem kann ich es nicht glauben, dass du ihn in diesem Zustand lässt...so schwach..."

„Er kann sich woanders Blut holen."

„Soweit ich es verstanden habe, ist das nicht so einfach, wenn sie einmal ihre Cantante gehabt haben, soll anderes Blut wie etwas verdorbenes schmecken." Erklärte Jane.

„Früher hat er es auch gemacht, als alles angefangen hat, hat er trotzdem von anderen getrunken, dass hat er mir klar gesagt." Sagte ich.

„Die Abhängigkeit wird immer größer, je mehr Zeit vergeht."

„Und warum ist das mein Problem?" Fauchte ich.

„Ganz einfach, weil auch du dich damit zerstörst..."

„Lügnerin, du würdest alles tun, um Edward zu helfen."

„Und dir, du bist seine Cantante...jetzt dient es mir, dass es euch beiden gut geht, nicht nur einem. Dir geht es gut, wenn er in deiner Nähe ist, wenn ihr...zusammen seid, stimmts?" Ich antwortete nicht. „Ihm geht es genauso und du bist dabei,ihn zu zerstö..."

„Es reicht!" Ich konnte es nicht vermeiden zu schreien.

„Du weißt, dass es die Wahrheit ist. Die Frage ist jetzt nur, was passiert mit euch, wenn ihr so weitermacht?"

„Ich verstehe nicht,warum du das machst, wenn er mich verwandelt, kannst du deine eigene Verwandlung vergessen." Sagte ich und sie schnaufte.

„Es gibt hunderte von Vampiren, es wäre unglaublich, wenn Mr. Edward mich verwandeln würde...er ist seit langer Zeit mein Tutor, aber mich könnte selbst Caius verwandeln, es ist egal. Die einzige Verbindung die zählt, ist die zur Cantante, dass ist die Verbindung für die Ewigkeit." Ich wollte ihr nicht länger zuhören und mir von ihr ein schlechtes Gewissen machen lassen, so nahm ich meine Tasche und ließ sie einfach stehen.

Ich fuhr nach unten und wollte etwas essen gehen, ich hatte Hunger. Natürlich konnte ich meine Gedanken nicht abstellen, warum stellte sich Jane plötzlich gegen mich? Bis jetzt hatte sie mir immer geholfen. War ich wirklich grausam zu ihm, weil ich ihm mein Blut nicht gab? War es, als ob einer am verdursten war und ein Glas Wasser vor sich hatte, an das er nicht herankam? Sollte ich ihm etwas von meinem Blut geben? Nur soviel, dass seine Augen wieder normal wurden?

„Wo ist Jane?" Edward stand plötzlich neben mir.

„Sie ist oben und kümmert sich um deine Sachen." Antwortete ich und ging in das Restaurant, Edward kam mit mir.

„Was ist mit dir?" Fragte er, setzt sich mir gegenüber an den Tisch, er sah müde aus, verdammt!

„Bist du müde?" Fragte ich ihn.

„Nein." Sagte er schnell. „Ich bin ein Vampir, ich werde nie müde."

„Brauchst du wirklich mein Blut?" Er zuckte gleichgültig mit den Schultern.

„Es gibt genug Blut...ich warte nur, bis wir wieder in Chicago sind." Sagte er lapidar.

Ich sah mich um, dass Restaurant was so gut wie leer, es war eigentlich keine Essenszeit und es waren nur zwei Kellner dabei, einige Gläser zu polieren. Jetzt wollte ich wissen, ob Edwards Gleichgültigkeit was mein Blut anbelangte echt war, oder ob er einfach nur zu stolz war, mich darum zu bitten. Ich nahm ein Messer vom Tisch und drehte es in meiner Hand.

„Was...?" Noch bevor er die Frage zu Ende stellen konnte, fuhr ich mir mit dem Messer über meinen Daumen und es war ein wenig Blut zu sehen. Edward hielt sich die Nase zu und drehte den Kopf zur Seite, aber so leicht würde ich ihn nicht davon kommen lassen. Ich stand auf, stellte mich hinter ihn und legte meine Hand auf seine Schulter. Edward, griff in seine Tasche, warf ein paar Geldscheine auf den Tisch und stand auf, er nahm meine Hand und zog mich mit sich in den Eingangshalle. Edward sah sich kurz um und ging dann mit mir in einen kleinen Raum, der mit einem Vorhang verschlossen war. Er machte das Licht an und ich hob meine Hände, um ihm seine Sonnenbrille abzunehmen. Um Edwards Augen hatten sich tiefschwarze Schatten gebildet und ich hatte seine Augen noch nie so rot gesehen. Ich konnte ihn nicht in dem Zustand lassen, dass war unmenschlich und ich würde mich auf sein Niveau herablassen. Ohne ihn anzusehen,strich ich meine Haare zurück und legte meinen Hals frei. Edward legte seine Hand auf meine Wange, damit ich ihn ansah.

„Es ist nur wegen deinen Augen...tu es einfach." Er zog die Stirn kraus, ihm gefiel nicht, was ich gesagt hatte. Ich sah wie seine Zähne wuchsen und er beugte sich langsam zu mir runter. Als ich seine Lippen auf meinem Hals spürte, schloss ich die Augen und musste ein Stöhnen unterdrücken. Er legte seine Hand auf meinen Hals, während er mit der anderen meine Hand nahm und unsere Finger verschränkte. Vorsichtig biss er zu, er schien jeden Schluck zu genießen und er drückte seinen Körper gegen meinen. Dafür das er schon so lange nichts mehr getrunken hatte, war es schnell vorbei und ich spürte seine Zunge auf meinem Hals.

„Nicht." Sagte ich, als ich mich daran erinnerte, was sein Gift auslöste.

„Ich schließe deine Wunde nur." Murmelte er und hielt meine Hand fest.

„Das will ich nicht." Sagte ich und Edward ließ meine Hand los. „Wir müssen gehen." Ich wollte aus dem Raum gehen, aber Edward hielt mich fest. „Was machst du?"

„Isabella..." Seine Stimme war rau und ich wusste genau, was er wollte.

„Nein, mir ist es egal, wie du dich fühlst, wenn du mit mir zusammen bist, mir ist es auch egal, wie ich mich fühle. Ich hab dir mein Blut gegeben, sei dankbar dafür, mehr wird zwischen uns nicht passieren." Sagte ich, machte mich von ihm los und ging aus dem Raum.

Nach diesem Zwischenfall verlief alles relativ normal. Wir trafen James und Jane an der Rezeption, Jane sah Edward überrascht an, sagte aber nichts. Unser Gepäck wurde in die Autos geladen und wir fuhren zum Flughafen. Ich konnte es kaum abwarten, wieder in Chicago zu sein und endlich zu erfahren, was mit Charlie los war. Am Flughafen mussten wir nur zwanzig Minuten warten, bis wir einsteigen konnten. Natürlich flogen wir wieder erster Klasse und nach dem Start, machte ich es mir in meinem Sitzt bequem und schlief fast sofort ein.

Ich verschlief den ganzen Flug und wurde erst wieder wach, als Edward mir den Sicherheitsgurt wieder anlegte.

„Lass, ich kann das allein." Sagte ich schnell und nahm ihm den Gurt aus der Hand, Edward verdrehte die Augen, sagte aber nichts.

Nach der Landung, holten wir unsere Koffer und gingen dann aus dem Flughafen, ich wollte nur noch nach hause.

„Ich fahre in meine Wohnung." Sagte ich und sah alle an. Ich wollte nicht mit zu Edward, ich brauchte etwas Ruhe von ihm.

„Ich verabschiede mich." Sagte James,winkte kurz und ging einfach.

„Da ist Alec!" Rief Jane begeistert und rannte zu ihrem Freund. Neidisch sah ich zu, wie er sie begrüßte, als ob er sie seit Wochen nicht gesehen hätte. Ob ich auch irgendwann mal so eine Beziehung haben würde?

„Wir fahren zu mir." Sagte Edward fest. „Es ist um diese Uhrzeit viel zu gefährlich in deiner Gegend."

„Nein, ich will Morgen zu Charlie und muss noch einige Sachen vorbereiten." Edward packte meinen Arm und drehte mich brüsk um.

„Du gehst nirgendwo alleine hin und du wirst Morgen nicht zu Charlie fahren, verstanden?" Ich sah ihn an und er sah ernsthaft besorgt aus.

„Was hast du?" Wollte ich wissen, doch in dem Moment ertönte eine Hupe und ich sah Jakob aus dem Jaguar steigen.

„Guten Abend." Begrüßte uns Jakob. „Alles in Ordnung?" Fragte er, als er unsere Gesichter sah.

„Ja, lass uns fahren." Antwortete Edward, Jakob nahm unsere Koffer und verstaute sie im Kofferraum. Ich stieg ein und fragte mich, was Edward jetzt wieder hatte. Ursprünglich wollten wir zusammen zu Charlie fahren, aber das hatte er nicht mehr erwähnt.

„Es wartet jemand in der Wohnung auf sie." Sagte Jacob und sah Edward durch den Rückspiegel an.

„Was? Wovon redest du?" Fragte Edward.

„Ja, eine junge Frau ist vor zwei Tagen angekommen und hat gesagt, dass sie Sie besuchen will."

„Und du hast sie einfach in die Wohnung gelassen?" Fragte Edward wütend.

„Sie ist eine von ihnen..." Edward ballte die Hände zu Fäusten.

„Wie sieht sie aus?" Fragte Edward scharf und Jacob rutschte etwas auf seinem Sitz hin und her. Edward sah aus, als ob er ihm jeden Moment an den Hals springen würde. „Rede endlich du Nichtsnutz!"

„Edward!" Schimpfte ich. „Sei nicht melodramatisch und du musst Jacob nicht beleidigen."

„Ruhe!" Knurrte Edward.

„Sie ist groß, schlank, hat dunkle Augen, blonde Haare, eine sehr helle Haut und ist sehr schick angezogen." Sagte Jacob und Edward schnaufte.

„Du hast mir gerade Tanya beschrieben, ist sie in meiner Wohnung?"

„Nein, ich kenne Miss Tanya und sie ist es nicht...diese Frau ist anders Mr. Edward..." Jacob schien nicht genau zu wissen, wie er sich ausdrücken sollte. „Man kann nicht aufhören sie anzusehen...ihr nichts abschlagen..." Ich zog eine Augenbraue hoch, was redete Jacob da?

„Ich hoffe nur, dass du mir keine Probleme ins Haus geholt hast, sonst wirst du dich auf der Straße wiederfinden." Sagte Edward.

„Sie hat mir gesagt, dass Miss Jane es autorisiert hat." Sagte Jacob schnell.

„Das ist unmöglich, vor zwei Tagen war Jane gar nicht hier, sie war mit uns in Moskau."

„Stimmt..." Sagte Jacob nachdenklich. „Daran habe ich nicht gedacht...ehrlich gesagt, hab ich an gar nichts gedacht." Was zum Teufel war hier los?

Den Rest des Weges, legten wir schweigend zurück und Jacob sah immer wieder besorgt in den Rückspiegel. Als wir am Belmont angekommen waren, stiegen wir alle drei aus.

„Du bleibst hier!" Sagte Edward zu Jacob und ich sah ihn an und erwartete den gleichen Befehl, aber der kam nicht. Edward und ich gingen in das Gebäude und fuhren nach oben. Als Edward die Wohnungstür aufmachte, veränderte sich sein Gesichtsausdruck völlig.

„Was ist?" Wollte ich wissen, aber ich bekam keine Antwort und Edward ging wie ein Schlafwandler in die fast dunkle Wohnung, es brannte nur einen kleine Lampe im Wohnzimmer. „Edward?" Fragte ich wieder, aber es war, als ob ich gar nicht da wäre. Ich ging hinter ihm her und sah eine Gestalt auf dem Sofa sitzen.

„Du..." Sagte Edward, ich hielt die Neugierde nicht mehr aus und machte einige Schritte nach vorne.

„Edward..." Hörte ich die melodiöse Stimme der Frau auf dem Sofa. Mir lief es eiskalt den Rücken herunter, es war das gleiche Gefühl, wie in dem Holzhaus in Russland, pure Angst. Ich sah Edward an und wartete darauf, dass er etwas sagte, aber er hatte noch immer diesen entrückten Gesichtsausdruck starrte die Frau an. Ich sah mir die Vampirin genauer an, was ich nicht hätte tun sollen. Jetzt verstand ich, warum Jacob sie einfach in die Wohnung gelassen hatte, diese Frau war gefährlich und sie war schön, schöner noch als Esme oder Tanya. Ihre eleganten Gesichtszüge wurden von langem, blonden Haar umrahmt und ihre perfekte Figur, steckte in einem engen, schwarzen Kleid, dass die Schultern frei ließ.

„Liebster." Sie streckte ihre Hand nach Edward aus, der starrte sie, mit halb geöffneten Lippen, an.

„Edward!" Sagte ich und konnte nicht glauben, dass er nicht reagierte. Wer zum Teufel war das?

„Edward." Sagte sie wieder und ihre Stimme hatte einen verführerischen Unterton. Endlich reagierte Edward und machte einen Schritt nach vorn.

„Luciana..." Ich riss die Augen auf, hatte Edward mir nicht gesagt, dass sie gestorben war? Ich verstand die Welt nicht mehr.

„Ed..." Er ging zu dieser Luciana, nahm ihre Hand, zog sie vom Sofa hoch, umarmte sie und küsste sie dann leidenschaftlich. Entsetzt machte ich einen Schritt zurück, träumte ich das gerade? Und warum hatte ich das Gefühl, als ob jemand meinen Brustkorb mit aller Gewallt zusammendrücken würde? Mir fiel es schwer zu atmen und mir wurde schwindelig. Unsichtbar für das sich küssende Paar, hielt ich es nicht länger aus und stürmte aus der Wohnung, direkt in den Fahrstuhl. Unten angekommen rannte ich zum Jaguar und Jacob sah mich entsetzt an.

„Was ist?" Wollte er wissen und nahm meinen Arm.

„Bring mich hier weg...nach Hause...sofort." Er schüttelte den Kopf.

„Das kann ich nicht..."

„Hör gut zu Jacob Black, wenn es jemanden gibt, der dir Anweisungen geben kann, außer Edward, dann bin ich das, verstanden?" Er nickte und ich stieg ins Auto, Jacob stieg auch ein und fuhr mich zu meiner Wohnung. Er stellte keine Fragen und ich sagte auch nichts, in meinem Kopf sah ich immer nur Edward, wie er diese Blondine küsste.

„Wir sind da." Ich hörte Edwards Stimme wie durch einen dichten Nebel.

„Danke." Ich stieg aus und Jacob gab mir meinen Koffer, der noch immer im Auto war. Nachdem ich mich von ihm verabschiedet hatte, fuhr ich hoch in meine Wohnung. Kaum war ich durch die Tür,als auch schon mein Handy schellte. Ich zog es aus der Tasche und sah, dass es Charlie war.

„Bella?" Ich versuchte die Tränen zu unterdrücken.

„Was ist Charlie?"

„Bist du gut angekommen? Bist du schon in deiner Wohnung?" Ich schluckte.

„Ja..." Jetzt liefen mir die Tränen über die Wangen.

„Was ist Kind?" Fragte er besorgt. „Hat dieser Bastard dir etwas getan?" Ich schluchzte ins Telefon. „Das hat jetzt ein Ende, ich komme dich holen!" Er legte auf und ich konnte nicht aufhören zu heulen. Warum kam er mich holen? Warum passierte das alles mir?

Ich legte mich auf mein Bett, rollte mich zusammen und heulte. Warum tat es so verdammt weh, wenn ich an das dachte, was passiert war? Ich sollte doch froh sein, wenn er eine Andere gefunden hatte und ich meine Freiheit wieder bekam. Ich hatte keine Ahnung, wie lange ich so da gelegen hatte, aber es müssen Stunden gewesen sein, da ich plötzlich merkte, dass Charlie in meiner Wohnung war.

„Isabella..." Sagte er überrascht. „Gott..." Er kam zu mir, zog mich aus dem Bett und umarmte mich fest. Genau das brauchte ich jetzt, ich musste mich an irgendeiner Schulter ausweinen. Wir blieben eine Weile so stehen, dann führte Charlie mich aus meine Wohnung und wir fuhren zu seinem Haus, all das lief an mir vorbei, als ob ich nicht daran beteiligt wäre.

Charlie saß neben mir, und hielt mich die ganze Fahrt über im Arm, sein Fahrer sah durch den Rückspiegel immer wieder zu uns, aber keiner sagte etwas. Auch als wir, Stunden später, bei Charlie ankamen sagte keiner etwas und Charlie brachte mich in mein altes Zimmer.

„Ruhe dich etwas aus." Sagte Charlie und ließ mich allein. Ich sah mich um und merkte, dass Charlie mein Zimmer so gelassen hatte, wie ich es gewesen war, als ich noch ein Teenager gewesen war. Ich kuschelte mich in mein Bett und es dauerte nicht lang, bis ich vor Erschöpfung einschlief.

Als es an der Tür klopfte, machte ich die Augen auf und hatte das Gefühl, nur Minuten geschlafen zu haben. Die Tür ging auf und was sich da sah, war eine neue Überraschung für mich. Charlie kam ins Zimmer und trug ein Tablett vor sich her, auf dem sogar eine kleine Vase mit einer Blume stand. Wenn es so weiterging, würde mein Kopf irgendwann explodieren.

„Hallo Schatz." Sagte er lächelnd.

„Hallo." Sagte ich müde. „Mir tut das alles so Leid." Ich konnte nicht glauben, wie schlecht ich mich noch immer fühlte.

„Ich hab dir was zu essen mitgebracht." Er kam zu mir und ich setzte mich auf, damit er das Tablett auf meine Beine stellen konnte.

„Willst du mir erzählen, was passiert ist?" Fragte er vorsichtig.

„Nein." Antwortete ich und trank etwas von dem Kaffee.

„Verstehe." Ich sah ihn an und konnte nicht begreifen,wer dieser Charlie war. „Hier." Er holte mein Handy aus seiner Tasche und gab es mir. Ich warf einen schnellen Blick darauf und sah, dass Edward angerufen hatte, dann legte ich es auf meinen Nachttisch. „Was willst du jetzt tun Bella?"

„Ich weiß es nicht." Antwortete ich und wollte das Thema wechseln. „Was hast du mit Noah zu tun?" Fragte ich und er lächelte auf eine Weise, wie ich es noch nie an ihm gesehen habe. „Ich hab so einiges erfahren." Sagte ich. „Was hast du damals mit Jasper gemacht? Ich weiß wie du bist, aber das du so weit gegangen bist."

„Ich weiß." Er sah beschämt zur Seite. „Ich hab mich geändert." Sagte er dann.

„Ich verstehe nichts mehr." Sagte ich resigniert.

„Ich muss das, was ich dir und auch deinen Freunden angetan habe, wieder in Ordnung bringen..."

„Bist du krank? Wirst du sterben?" Er lächelte.

„Ich bin bei bester Gesundheit...ich fange besser ganz von vorne an."

„Das wäre gut." Ich biss in den Toast, es war unglaublich, dass ich ein zivilisiertes Gespräch mit meinem Vater führen sollte.

„Also, ich habe Noah vor gut einem Jahr kennen gelernt, ich hab in seine Firma investiert." Ich nickte. „Wir haben uns angefreundet und nach und nach hat er meine, unsere, ganze Geschichte erfahren...durch ihn bin ich zu einer Selbsthilfegruppe gekommen und mir ist klar geworden, dass ich ein Kontrollfreak und Despot gewesen bin. Ich weiß, dass du mir wahrscheinlich nie verzeihen kannst, aber ich hoffe, dass wir ein besseres Verhältnis aufbauen können." Das war nicht der Charlie, den ich kannte.

„Ich versteh noch immer nicht."

„Ich weiß, dass es nicht einfach ist...in dieser Selbsthilfegruppe hat man mir geholfen,meine Wut zu kontrollieren und ich habe meine Fehler mittlerweile eingesehen und es geht mir viel besser...vor kurzem habe ich erfahren, dass du nicht nur für die Cullen Ltd. arbeitest, sondern auch die rechte Hand von Carlisle bist..."

„Und?"

„Ich hab mir ehrliche Sorgen gemacht, als ich erfahren habe, dass Edward Cullen Carlisle für eine Weile vertritt und du für ihn arbeitest...er hat keinen guten Ruf in der Geschäftswelt und unser Verhältnis war nicht gerade so, dass ich dich einfach anrufen und fragen konnte, was los war und wie es dir geht, also hab ich Nachforschungen angestellt" Sagte er.

„Wie aufmerksam du bist."

„Tut mir Leid, aber ich musste es tun und ich bereue es nicht. Ich habe erfahren, dass du mit ihm zusammenlebst und Noah hatte mir angeboten mir zu helfen und in Erfahrung zu bringen, was mit dir los ist, auch er hat Edward nicht getraut."

„Aber das ist mein Problem, du hast kein Recht dich da einzumischen Charlie." Sagte ich.

„Hör mir bitte zu." Bat er und ich schnaufte. „Ich hab mir Sorgen gemacht."

„Besser gesagt, du hast mir nach spioniert. Als ich Noah das erste mal gesehen habe, hattest du ihn da auf mich angesetzt?"

„Ich musste es tun."

„Rede weiter." Forderte ich ihn auf.

„Gut, ihr habt euch kennen gelernt und dann hat Noah gesehen, wie dieser Bastard dich behandelt hat...wir haben uns große Sorgen um dich gemacht und Noah wollte dich da herausholen..."

„Aber Noah hatte doch gar kein Interesse an mir, er hat es nur gemacht, weil du es wolltest...wahrscheinlich hast du ihn sogar dafür bezahlt, damit er nett zu mir ist."

„Natürlich nicht, der Junge hatte genug Geld und hätte nicht mal arbeiten müssen." Sagte Charlie.

„Hatte? Ist was mit seiner Firma?"

„Lass mich dir erzählen, was passiert ist." Ich seufzte müde. „Noah wollte mehr über Edward wissen und ist mit ihm in Kontakt getreten und ihm hat gar nicht gefallen, was er in der Cullen Ltd. gesehen hat." Erklärte Charlie.

„Was hatte er gegen Edward? Ich verstehe nicht, wieso ihr wisst, dass er nicht der beste Mensch der Welt ist."

„Er hatte in London einen sehr schlechten Ruf und als ich Nachforschungen angestellt habe ist etwas seltsames passiert...ich konnte nichts über ihn erfahren. Weder wo er zur Schule gegangen ist, noch auf welcher Universität er gewesen ist..nichts, keine Vergangenheit." Klar, Edward war wahrscheinlich vor vielen Jahren zur Schule gegangen, wenn überhaupt.

„Und?"

„Ich traue ihm nicht."

„Aber das ist nicht dein Problem Charlie."

„Dieser Mann ist gefährlich, da bin ich mir sicher." Wenn er wüsste, wie gefährlich Edward sein konnte.

„Und was noch?"

„Vor einer Woche hat Noah mich angerufen und mir gesagt, dass er von einem Mann bedroht worden ist, der sich James nennt, er hat gesagt das, wenn Noah sich dir noch einmal nähern sollte, er es bitter bereuen würde." Ich riss überrascht die Augen auf.

„Wo ist Noah?"

„Deswegen habe ich dich vor ein paar Tagen angerufen, man hat Noah das letzte mal in einem Pub gesehen und..."

„Wo ist Noah Charlie?"

„Man hat ihn tot in seiner Wohnung gefunden, er ist erstochen worden." Mir zog sich der Magen zusammen.

„Nein..."

„Edward ist gefährlich Bella, du musst hier weg, dieser Mann ist besessen von dir und er ist unberechenbar." Sagte Charlie ernst.

„Noah ist tot? James hat..."

„Du kennst ihn?" Ich nickte.

„Er ist ein Freund von Edward." Sagte ich und konnte nicht glauben, was ich hörte.

„Hör mir gut zu Kind." Er sah mich eindringlich an. „Du musst das Land verlassen, ich habe schon alles arrangiert."

„Was?"

„Merkst du wirklich nicht, wie gefährlich dieser Mann ist?"

„Aber deswegen kann ich doch nicht einfach weg rennen." Sagte ich.

„Hast du eine andere Lösung?" Er sah mich fragend an.

„Nein...aber, was hast du arrangiert? Wo soll ich hin?" Wollte ich wissen.

„Na ja, Geld bewirkt Wunder. Ich wollte meine Geschäfte schon immer nach Europa ausweiten und du bist die beste Person, um das zu verwirklichen."

„Aber ich habe nichts dergleichen studiert."

„Ich weiß, aber du hast viel gelernt." Da hatte er Recht.

„Wieso sollte ich dir vertrauen? Vielleicht ist Noah ja gar nicht tot."

„Es hat in der Zeitung gestanden Kind...ich mache das nur zu deinem Besten, ich will nicht, dass du irgendwann tot aufgefunden wirst." Warum zögerte ich? Das war genau das, was ich wollte, weg von diesem kranken Vampir. Edward hatte seine Luciana wieder und brauchte mich nicht mehr, für seinen Blutdurst, würde er eine andere finden. „Bella?" Charlie riss mich aus meinen Gedanken. „Du musst eine Entscheidung treffen."

„Das hab ich schon..."