Schön, dass wenigstens ihr die Kapitel nicht so schrecklich findet wie ich. #g#
Lara4ever: Tja, mal schauen, ob ich einen Hintergedanken hatte. ;-)

Auch Lara und Sandra müssen sich gemeinsam einen Weg durch die Villa bahnen, indem sie ihre Münze entschlüsseln…

Kapitel 37 – Unser Schatz

Japan, Präfektur Nara, 08:38 Uhr

Als Lara und Sandra aufgestanden waren, hatten ihnen die Mönche des Kirschblüten-Klosters nur noch berichten können, dass Joan und Branden schon vor einiger Zeit aufgebrochen waren. Beide ärgerten sich darüber, dass ihre Gegner nun ihnen gegenüber einen Vorsprung hatten, doch zu Laras Überraschung nahm Sandra es sportlicher als erwartet. Auch die beiden brachen nach einer detaillierten Beschreibung des Weges durch die Mönche auf.

Die Sonne war schon aufgegangen und wärmte die Szene nur schwach. Es war erst März und der junge Frühling brachte noch keine warmen Temperaturen mit sich, doch die Wahl ihrer Kleidung (feste Stiefel, Jeans, wettererprobte Jacken) bewahrte sie vorm Frieren. Trotzdem zwitscherten schon die einige Vögel, die wie die meisten Menschen auf Sonne warteten.

„Darf ich Sie etwas fragen?", begann Lara ein Gespräch, da sie den Weg nicht schweigend verbringen wollte.

„Von mir aus", gab Sandra zurück.

„Was ist ihr Ziel? Warum wollen Sie den Kristall?", erkundigte sich Lara.

„Na, wegen des Geldes", erwiderte Sandra knapp als wäre es nichts Besonderes.

„Nur wegen des Geldes? Das ist alles?", wollte Lara ein wenig enttäuscht wissen.

Nur? Sollten Sie nicht wissen wie viel dieser Kristall wert ist? Ich wäre reich!", sinnierte Sandra und musste schon bei dem Gedanken vergnügt grinsen.

„Schade. Ich dachte, es steckt mehr dahinter", antwortete Lara.

„Mehr könnte gar nicht dahinter stecken", konterte Sandra, in Gedanken immer noch beim Geld. „Was ist schon dabei? Erzählen Sie mir nicht, dass Sie andere Gründe hätten."

„Doch, habe ich. Aber das interessiert Sie sicher nicht."

„Das stimmt. Dass Sie so abschätzig über Geld reden, konnte ich mir denken…", deutete Sandra an.

„Warum?"

„Na ja, Sie sind hübsch, eine anerkannte Archäologin mit weitreichenden Kontakten… daraus schließe ich, dass Sie auch reich sind."

„Ein wenig."

„Und so wie Sie über Geld reden, waren Sie auch schon immer reich und es war nie etwas Besonderes für Sie. Aber man sieht solche Dinge ganz anders, wenn man in den Slums von New York aufwächst und morgens nie weiß, ob man an diesem Tag etwas zu Essen bekommt. Was stehlen angeht, bin ich begabt und ich habe nicht vor, meine Begabung zu verschwenden. Deshalb widme ich mich wirklich wertvollen Dingen, von denen man lange leben kann. Denn so ein Einbruch verlangt viel Vorausplanung. Aber das wissen Sie sicher", schweifte Sandra ihre Erklärung aus.

Lara war stellte fest, dass sich das Grabräuber- und Diebeshandwerk einander sehr ähnelten.

„Ja, das weiß ich", erwiderte Lara.

„Und wenn ich den Kristall erst einmal besitze, werden mir mit Sicherheit hohe Geldsummen geboten. Vielleicht bieten Sie ja mit?", schlug Sandra vor.

„Wohl eher nicht. Ich würde den Kristall stehlen", entgegnete Lara entschlossen. Sandra blickte sie an.

„Ist das ein Versprechen?", erkundigte sie sich und lächelte kampfesfreudig.

Nach langem Fußmarsch erreichten auch Sandra und Lara die marode Brücke, die über einen Graben in die weitläufige und verlassene Villa Takehiko führte. Beide spürten ebenfalls einen Schauer, als sie die Türen öffneten. Sandra sagte sich, dies wäre nur Einbildung gewesen. Lara vermutete schon in diesem Moment, dass sich in dieser Villa noch immer etwas befand und sie war sich sicher, dass dieses etwas für die Morde nach Sonnenuntergang verantwortlich war.

Die Reste der Kommoden, Bilder und anderer Dekorationsgegenstände in der Eingangshalle waren dreckig und verstaubt. Spinnenweben waren im ganzen Raum verteilt. Die Atmosphäre des Gebäudes stimmte beide leicht beunruhigt. Dennoch brachten sie der Villa Respekt und schaurige Gefühle der Faszination entgegen.

„Gut…da wir keine weiteren Anhaltspunkte haben, schlage ich vor, dass wir uns einfach umsehen", beschloss Lara.

Sandra stimmte dem zu und die beiden begannen durch die Gänge zu streifen. Die Inspektion des Hauses verlief ohne den gewünschten Erfolg, denn die beiden fanden zunächst nichts, was ihnen hilfreich war. In keinem der verstaubten Räume und dreckigen Kammern schien sich ein nützlicher Hinweis zu befinden. Nichts schien auf ‚Sakura' hinzudeuten.

Nur zufällig fanden sie, was sie brauchten. Die Schnürsenkel von Sandras Stiefeln hatten sich mit der Zeit gelöst und sie kniete sich herunter, um sie wieder zu schnüren. Dabei sah sie auf den Boden und entdeckte auf den Holzbrettern des Flures das Zeichen für ‚Sakura', das auch auf ihre Münze geprägt war. Von neuem Enthusiasmus gepackt, folgten sie der Spur dieser Zeichen, als sie sahen, dass diese in regelmäßigen Abständen auf dem Boden angeordnet waren und ihnen den Weg zu weisen schienen.

Fast rennend folgten sie den Schriftzeichen auf dem Boden und achteten dabei nicht auf die vielen Flure und die Hallen, die sie passierten. Die Holzbretter des Korridors knarrten unentwegt, während die beiden in schnellem Tempo einen Fuß vor den anderen setzten.

Auch Sandra und Lara fanden sich schließlich vor einem großen Tor wieder. Dieses war aus hellbraunem Holz und trug ebenfalls viele feine Schnitzereien in sich. Sie versuchten die beiden Schwingtüren mit den schweren Eisen-Griffen zu öffnen, doch auch dieses Tor war fest verschlossen.

„Sackgasse! Wieso kann hier denn nicht einmal etwas glatt laufen?", fragte Sandra sich selbst, während Lara weiterhin die Tür musterte. Über die beiden Türflügel erstreckten sich sechs fünfeckige Steine aus dunklem Granit mit verblassten Prägungen in passenden Fassungen, die in einem Kreis angeordnet waren. Eine Öffnung jedoch war leer.

„Und wohin jetzt?", fragte Sandra frustriert.

„Wahrscheinlich dorthin, wo wir die fehlende Gravur finden", entschied Lara.

„Warum sollten wir?"

„Wenn wir bis hierhin alles richtig gemacht haben, hat es einen Grund, dass wir jetzt hier stehen. Damit wir zum nächsten Schritt gelangen. Geht es nicht immer darum, etwas zu finden, das verloren gegangen ist? Ich nehme stark an, dass sich mit dem fehlenden Stück die Tür öffnen lässt", erläuterte Lara ihre Überzeugung. „Es ist so ähnlich wie in Guatemala. Nur, dass uns die Antworten auf solche Fragen nicht mehr extra serviert werden."

„Na schön, versuchen wir es so", stimmte Sandra zu. „Wo diese Tür wohl hinführt?"

„Wohl nach draußen", nahm Lara an, denn hin und wieder pfiff ein Luftzug unter der Tür hindurch. „Aber wo sollen wir anfangen zu suchen?"

Als ob es eine Antwort auf diese Frage sein sollte, hörten die beiden ein Geräusch eines Gegenstandes, der mehrmals aufschlug. Sie drehten sich ruckartig um und lokalisierten den Klang hinter einer Ecke, nicht weit von ihnen. Ohne Absprache schlichen sie vorsichtig voran, doch bevor sie die Abzweigung erreicht hatten, löste sich das Rätsel von selbst. Ein erster Schock ließ schnell nach, als sie einen Gegenstand erkannten, der aus dem Gang hervorkam. Es war ein alter, brauner Ball aus Leder. Er rollte gegen die Wand und kam zum Stehen. Sie sahen um die Ecke und erkannten dort eine Treppe.

„Der Ball ist nur da runter gerollt…", stellte Sandra beruhigt fest.

Lara nahm den Ball in die Hand, der das Geräusch verursacht hatte. Er war schmutzig und hatte schon viele Gebrauchsspuren. Sie schätzte das Spielzeug schon sehr alt, da die Form und die Anfertigung nicht mehr an heutige Bälle erinnerte. Dann schweifte ihr Blick zur Treppe und sie fragte sich, ob es etwas zu bedeuten hatte, dass das Spielzeug genau im Moment ihrer Frage heruntergerollt war.

„Wir sollten hochgehen", beschloss Lara, ließ den Ball wieder fallen und steuerte die marode Treppe an.

„Weshalb?", wollte Sandra wissen, die trotzdem folgte.

„Nur so ein Gefühl", gab die Grabräuberin knapp zurück und wie erwartet knarrte auch die Treppe, als sie diese bestiegen. Oben angekommen erblickten sie einen kurzen Gang. Sowohl links als auch rechts befand sich am Ende des Flurs eine Tür. Diejenige zu ihrer linken stand jedoch weit offen und so betraten sie dieses Zimmer.

Obwohl auch dieser Raum verstaubt und modrig war, hatten sie ein gutes Gefühl, als sie eintraten. Dieses Zimmer war zwar staubig, aber sehr ordentlich hinterlassen worden. Es war keine Ordentlichkeit, die Lara nicht an Aufgeräumtheit erinnerte, sondern an ein wohlausgewogenes Gleichgewicht. Die Dekoration war liebevoll gewählt und wirkte genau passend. In den Regalen ruhten die verschiedensten Bücher. Auf einer Kommode befand sich eine Vase, in der sich vielleicht einst ein wunderschöner Strauß seiner Schönheit erfreut hatte. Auf einem Tisch war Papier ausgebreitet und ein Füllfederhalter lag neben einem Fläschchen Tinte. Die Fenster ließen Sonnenleicht herein und beschien die Szene mit sanftem Licht.

Langsam ging sie durch das lieblich eingerichtete Zimmer, vorbei an einem Bücherregal, als sie sich plötzlich umdrehte. Ein leises Geräusch hatte ihre Aufmerksamkeit erregt. Eine kleine Puppe war umgefallen, die sie in die Hand nahm. Die kleine Figur war aus Porzellan, hatte lange schwarze Haare und trug einen dunkelroten Kimono, dessen Farbe stark verblasst war. Sanft stellte sie das Püppchen wieder ins Regal, wobei ihr die Bücher darin auffielen. Eines lag flach auf dem Brett; alle anderen waren sorgsam eingeordnet. Lara nahm das Buch und schlug es auf.

„Was haben Sie da?", fragte Sandra, die sich das Zimmer nur oberflächlich ansah. Lara las die ersten Zeilen.

„Sieht aus wie ein Tagebuch", antwortete sie und beschloss vorzulesen. „Heute war ein ganz besonderer Tag! Mein Geburtstag! Und ich habe ein Tagebuch bekommen, genau wie Mutter eins hat! Das ist toll! Jetzt kann ich auch Tagebuch schreiben! Wie schön!"

„Klingt kindlich", kommentierte Sandra.

„Glaube ich auch", bejahte Lara und sah sich die Schrift an, die mit einer anfängerhaften Führung auf ein Kind zu schließen schien. Sie las weiter wie das Kind von seinem Geburtstag in allen Einzelheiten berichtete. Es zählte alle Gäste, Geschenke und Spiele auf, die da gewesen, geschenkt und aufgeführt worden waren. Voller Stolz berichtete das Mädchen – wie sich herausstellte – von jedem Detail, bis es schließlich glücklich endete und mit ihrem Namen unterschrieb.

„Sakura", las Lara und strich über die Tinte.

„Scheint als wären wir auf der richtigen Spur", schloss Sandra. Lara las weitere Einträge aus dem Leben der kleinen Sakura, die allesamt sehr froh klangen. Lara war sich sicher, dass dieses Kind sehr glücklich gewesen sein musste.

Ob das böse war?", las Lara einen weiteren Eintrag aus dem Sommer vor. „Jedenfalls haben Sayuri und ich versprochen, es niemandem zu verraten." Sayuri, die schon in einigen Einträgen zuvor erwähnt worden war, stellte sich als Sakuras jüngere Schwester heraus. „Das ist auch besser so. Wir haben den Schatz so gut versteckt wie wir konnten. Dann haben wir eine Schatzkarte gemalt, damit wir es nicht vergessen. Die Schatzkarte ist in Sayuris toller Kiste. Aber wir können sie nur zusammen öffnen! Ist das nicht aufregend? Niemand wird diesen Schlüssel je wieder finden… das klingt ja ganz böse, aber so meinen wir das nicht! Den braucht ja eh keiner, aber er ist wirklich sehr schön. Deshalb haben wir ihn als unseren Schatz versteckt. Sayuris und meiner!"

„Ein Schatz?", wiederholte Sandra und blickte Lara fragend an. „Ein Schlüssel?"

Die Grabräuberin erwiderte den Blick.

„Ob das sein kann?", sprach Lara es aus. „Ist das vielleicht der Schlüssel, den wir suchen…?"

„Tja…", begann Sandra. „Das wissen wir erst, wenn wir ihn gefunden haben." Sie lächelte risikofreudig. „Also, in einer Truhe, die Sayuri gehört hat? Wenn ich mich recht erinnere, hat Sakura schon einmal von ihrem Zimmer geschrieben, oder?"

Lara nickte und blätterte zurück, zu einem Eintrag, in dem Sakura erwähnte, dass das Zimmer ihrer Schwester ihrem genau gegenüber läge.

„Das muss die andere Tür in dem Korridor von eben sein", folgerte Lara, schloss das Tagebuch und legte es sorgfältig wieder ins Regal zurück. Sie verließen Sakuras Zimmer, passierten schnell den Gang, um auf der anderen Seite eine weitere Tür aus dunklem Holz zu öffnen, die dabei hässlich knarrte.

Auch Sayuris Zimmer war wie nicht anders erwartet staubig und dreckig. Es ähnelte von der Einrichtung her Sakuras Zimmer. Jedoch erkannten beide sofort, dass Sayuri Lebzeiten weniger von Ordnung gehalten zu haben schien.

„Sollen wir hier etwa alles auf den Kopf stellen?", wollte Sandra wissen, als sie in die Regale sah und feststellte, dass Sayuri viele Kisten in allen Größen besaß.

„Das denke ich nicht", gab Lara zurück. „Wir suchen einfach nach der Kiste, die verschlossen ist und für die man zwei Schlüssel zum Öffnen braucht."

„Ich glaube nicht, dass die beiden Kinder waren, als sie…na ja…gestorben sind", vermutete Sandra und musterte die Einrichtung, die nicht an ein Kinderzimmer erinnerte. „Wer weiß, ob sie diese Kiste bis dahin nicht schon weggeworfen haben?"

„Sie könnten Recht haben", musste Lara zugeben. „Alternativen?"

Sandra wusste keine; Lara ebenfalls nicht. Also entschieden sie sich nach einer auffallenden Kiste zu suchen wie Sakura sie in ihrem Tagebuch erwähnt hatte. Sie begannen bei den Truhen, die sie in den Regalen fanden, zu kontrollieren, ob diese verschlossen waren oder nicht. Waren sie es, prüften sie sorgfältig, ob die Kisten der Beschreibung in Sakuras Tagebuch entsprachen und mit zwei Schlüsseln zu öffnen waren, was bei keiner Truhe zutraf. Alle besaßen nur einfache Schlösser und wurden somit zu einem kleinen Stapel. Waren die Kisten zu öffnen, betrachteten sie sorgfältig den Inhalt, doch auch dieser war meist unbrauchbar.

Der Staub, der auf den Sachen lag, war sehr dick und sie taten ihr Bestes, diesen nicht aufzuwirbeln. Auch Spinnenweben waren zahlreich vorhanden und nicht selten begegneten ihnen die Spinnen selbst, als sie deren Gewebe zerstörten.

Es war keine angenehme Aufgabe sich mit den dreckigen Gegenständen zu befassen, doch beide trösteten sich still mit dem Gedanken schon Schlimmeres erlebt zu haben.

„Ist das mühsam…", murmelte Lara, die gerade eine Kiste durchwühlte und einige Spielsachen fand. Diese legte sie jedoch wieder zurück und wischte den Schmutz an ihrer Jeans ab, der sie deshalb eine gründliche Wäsche versprach. Als sie in der Truhe nichts Brauchbares finden konnte, schloss sie diese wieder und legte sie zu den anderen, die sie bereits durchwühlt hatten. Als nächstes hob Lara aus dem Regal eine Truhe, die sie mit beiden Armen tragen musste und sie behutsam auf dem Boden abstellte. Sie war nicht verschlossen, weshalb Lara den Deckel hochschob und den Inhalt näher betrachtete.

Sie erkannte viele Bücher und andere Schriftstücke. Mit beiden Händen schob sie diese Dinge hin und her, um den Rest betrachten zu können. Unter einem dicken Buch kamen viele andere Bücher hervor, die alle um etwas herumgestapelt waren. Lara erkannte etwas kleines und Schwarzes, wollte es an sich nehmen, doch es steckte fest. Auch die anderen Bücher, die den Gegenstand einzäunten, wurden herausgehoben und Lara wusste, weshalb ihr, was sie sah, bekannt vorkam.

Es war eine kleine Puppe mit langen schwarzen Haaren, die einen blauen Kimono trug. Die selbe hatte sie in Sakuras Zimmer gesehen, nur hatte sie einen roten Kimono getragen. Es war ihr in Erinnerung geblieben, da diese Puppe sie auf Sakuras Tagebücher aufmerksam gemacht hatte.

Zuversichtlich wollte sie die Puppe nun herausziehen, doch noch immer funktionierte es nicht. Schließlich räumte alle Bücher beiseite, die sie dabei in irgendeiner Form hätten behindern können, doch als alles entfernt war, erkannte Lara etwas.

„Eine Schatulle!", wisperte sie sich selbst zu und hob diese heraus. „Sandra! Ich glaube, ich habe es gefunden!"

Die Diebin kam sofort herbei und kniete sich zu der Grabräuberin. Lara hielt die flache Kassette in den Händen und überwand sich, den Staub darauf fortzupusten. Beide husteten kurz und musterten das Kästchen genauer. Es war sehr fein gearbeitet und mit Schmetterlings-Schnitzereien verziert. Ein Schloss gab es nicht. Neben der Puppe im blauen Kimono befand sich lediglich eine weitere Einlassung, die wie die Füßchen der Figur geformt war.

„Das muss der Mechanismus zum Öffnen sein", schloss Sandra.

„Die andere Puppe ist in Sakuras Zimmer. Das weiß ich genau", versicherte Lara und ohne ein weiteres Wort ließen sie die Unordnung in Sayuris Zimmer zurück, um in Sakuras Zimmer zu hasten. Dort angekommen steuerte Lara mit der Kiste im Arm ziel sicher das Regal an, in dem sich Sakuras Tagebücher befanden. Wie zuvor auch, befand sich dort eine kleine Puppe in einem roten Kimono. Vorsichtig nahm sie die Figur in die Hand, kniete sich nieder, um die Schatulle auf ebenen Boden zu stellen. Auch Sandra hockte sich hin und sah dabei zu wie Lara das Püppchen auf dem leeren Einlassung platzierte.

Es passte. Ein Klicken war zu hören .

Kapitel 37 Ende

Was ist in der Kiste? Was treibt da in der Villa sein Unwesen? Warum hat Sayuri so viele Kisten in ihrem Zimmer?