Hallo Leute,

endlich bin ich mal wieder zum Schreiben gekommen ... diesmal geht es wieder etwas ruhiger zu.

Reni: Das Zusammentreffen mit Voldi und Harry wäre noch zu früh gewesen. Erst muss ich noch ein paar andere Dinge erledigen. ;)

Kate Andromeda und Anna: Toll ... zwei neue Leser. Es freut mich immer wieder, wenn ich andere mit meinem Geschreibsel unterhalten kann. Ich kann leider zur Zeit nicht so viel schreiben, wie ich gerne möchte ... deswegen werdet nicht allzu ungeduldig.

Viel Spaß beim Lesen

GLG angeltears-and-deviljoy

35. Seelenwanderung

Die Geschehnisse bei Slughorns Party verbreiteten sich in Windeseile im ganzen Schloss und auch darüber hinaus. Godfrey hatte sich mit seiner Geschwätzigkeit ins eigene Fleisch geschnitten. Durch den Schutzzauber von Severus waren die Partygäste nur benommen, aber nicht bewusstlos gewesen. Es gab also sehr viele Zeugen und alle konnten bestätigen, dass der Slytherin sich und auch Harry verteidigt hatte. Außerdem hatte Godfrey mit seinen Aussagen schon bewiesen, dass er nicht unter einem Imperius stand. Das Ministerium untersuchte die ganze Angelegenheit natürlich gründlich, da Fudge endlich Ergebnisse brauchte.

Da der nächste Tag ein Samstag war, hatte der Gryffindor zumindest keinen Unterricht und so verkroch er sich nach dem Frühstück bei seinem Mentor. Kurze Zeit später kamen auch Ron und Hermine, die sich mit einem Aufseufzen setzten: „Ihr beiden seit DAS Gesprächsthema im Schloss. Sogar die Porträts reden von nichts anderem mehr. Wenn sie wenigstens bei der Wahrheit bleiben würden … diese Ausschmückungen sind echt das Nervigste." Harry grinste nur: „Ich wusste schon, warum ich mich hier verstecke. Ich werde mich wohl nie an diesen ganzen Trubel gewöhnen. Was macht eigentlich die Gerüchteküche?"

Hermine verdrehte nur ihre Augen, während Ron antwortete: „Severus und dieser Todesser sollen angeblich sowohl den Partyraum, als auch das angrenzende Kräuterlager völlig demoliert haben. Außerdem hat er den Kamin zum Einsturz gebracht, damit keine weiteren Todesser ins Schloss gelangen. Die Schule hat praktisch vor einer Übernahme durch Todesser gestanden, die ihr verhindert habt."

Im ersten Moment konnte Harry seinen Freund nur ungläubig anstarren, bevor er einen Blick mit dem Slytherin wechselte und dann laut loslachte. Es dauerte nicht lange, bis auch die beiden anderen Schüler mitmachten. Severus schüttelte nur lächelnd den Kopf: „Es erstaunt mich immer wieder, wie sich solche Geschichten verselbständigen." Hermine zuckte nur mit den Schultern und sagte: „In einer Schule wie dieser passiert das ganz automatisch. Zumal die Porträts einen beträchtlichen Teil dazu beitragen."

Nachdem sie sich alle wieder halbwegs beruhigt hatten, fragte Harry: „Woher kannst du eigentlich so gut fechten? Das, was ich mitbekommen habe, sah echt professionell aus." Severus runzelte leicht die Stirn: „Ich habe eigentlich nur reagiert und instinktiv gehandelt. Es war das erste Mal, dass ich so etwas gemacht habe. Das ich nach dem Schürhaken gegriffen hatte, war mehr eine Verzweiflungstat." Erstaunt sahen ihn die drei Schüler an. Der Slytherin schaute seinem Meister ernst in die Augen und fuhr fort: „Es gibt noch andere Dinge außer meinem Parsel und meinem neuen Wissen. Seit meinem Geburtstag träume ich. Anfangs war es nur ein komisches Gefühl nach dem Aufwachen, aber mit jedem Mal kann ich mich an mehr erinnern. Manche Szenen und Personen kommen immer wieder und ich weiß, dass ich das alles kennen müsste. Trotzdem fällt es mir schwer das Ganze einzuordnen."

Beunruhigt wollte Harry wissen: „Warum hast du mir das nicht schon früher gesagt?" Sein Mentor schloss kurz die Augen und antwortete dann mit leiser Stimme: „Ich wusste nicht, ob ich mir das alles nicht nur einbilde. Ich wollte erst ganz sicher sein, bevor ich es Euch erzähle." Der Gryffindor nickte und wechselte einen besorgten Blick mit seinen Freunden, bevor er fragte: „Diese Träume kommen aber nicht von Voldemort, oder?" Dabei dachte er an sein fünftes Schuljahr und an die verheerenden Folgen durch seine Beeinflussung. Severus schüttelte den Kopf: „Nein, ich bin mir sicher, dass er nichts damit zu tun hat. Diese Träume kommen mir wie Erinnerungen vor, aber gleichzeitig sind sie absolut fremd, so als ob sie nicht meine wären."

Harry und Ron schauten immer verdutzter, aber Hermine nickte kurz und sagte: „Klingt irgendwie nach Seelenwanderung." Der Rothaarige lachte auf und fragte: „Was haben denn Geister mit diesen Träumen zu tun?" Die Gryffindor grinste und erklärte: „Manche Muggel glauben daran, dass die Seele eines Menschen nach dem Tod in einem neuen Körper wiedergeboren wird. Das nennt man Seelenwanderung. In einigen Fällen behaupten Personen, dass sie sich an ein früheres Leben erinnern können. Es gibt auch sogenannte Rückführungen, in denen man sich hypnotisieren lässt und so bewusst versucht sich an ein solches Leben zu erinnern." Ron schaute skeptisch zu ihr: „Ernsthaft?! Erzähl das bloß nicht Dad. Der würde das sofort ausprobieren, allein schon, weil es sich um so ein Muggel-Ding handelt."

Plötzlich fiel Harry etwas ein: „Was wäre, wenn es sich wirklich um ein früheres Leben handelt? Wir haben es doch praktisch gesehen." Die drei schauten ihn verwirrt an, als bei Hermine endlich der Groschen fiel: „Die alte Tür!" Nun verstand auch Ron, was die beiden meinten, aber Severus blickte immer noch verwirrt: „Von welcher alten Tür redet Ihr, Meister?"
„Als wir in deinem Geist waren, kamen wir zuerst an eine alte Tür, die mit einem Metallschloss gesichert war. Irgendwie hat es mich dahin gezogen und ich wollte sie unbedingt öffnen. Ich hab es nicht geschafft dieses dumme Schloss zu knacken, aber ich konnte es einen Spalt weit öffnen. Dann haben mich Ron und Hermine überzeugt, dass wir hier nichts ausrichten können und wir sind dich suchen gegangen.", erzählte Harry. Der Slytherin überlegte kurz und meinte schließlich: „Als ich Fawkes berührte, baute sich ein enormer Druck in meinen Kopf aus. Ich dachte, er müsste jeden Moment platzen, dann löste sich etwas und der Schmerz verschwand teilweise. Im nächsten Moment wurde ich bewusstlos und dadurch ließ ich auch Fawkes los." Die vier saßen eine Weile still beisammen und jeder hing seinen eigenen Gedanken nach. Dann wurde es jedoch Zeit für das Mittagessen und die Schüler verabschiedeten sich.