Kapitel 36

Erst als die beiden weg waren, traute sich Harry aus seinem Versteck.

Er wusste nicht genau, was er davon halten sollte, aber er war sich sicher, dass es noch einige Probleme nach sich ziehen würde. Umbridge war gefährlich, das stand außer Frage, aber Ryo spielte in einer ganz anderen Liga. Wenn es wirklich zum Äußersten kommen sollte würde es nicht bei einer einfachen Diskussion bleiben, dann würden Köpfe rollen...

Es würde zwar nicht viel bringen, aber er würde wohl versuchen müssen, mit Ryo darüber zu reden.

Wenn rauskäme, dass ihre Lehrer Dämonen sind, würde eine Hetzjagt ausbrechen...und wer konnte schon sagen, was dann noch passieren würde und wer dann noch sicher war...

Sie mussten unerkannt bleiben, komme was wolle.

„Du siehst besorgt aus," meinte Draco, als sie sich vor dem Klassenraum für Tränke einfanden."

„Was soll ich sagen? Es wäre wohl langweilig, wenn mein Leben einmal in geregelten Bahnen abläuft.

„Auch wieder wahr...Kannst du es mir erzählen oder ist es privat?"

Harry überlegte einen Moment.

„Da du sowieso schon eingeweiht bist, kann ich es dir ruhig erzählen. Allerdings nicht hier."

Es wäre nicht das erste Mal, dass man versucht hatte ihn zu belauschen, bis jetzt hatte er es glücklicherweise immer bemerkt, aber wer konnte schon sagen, wie lange diese Glücksträhne noch anhalten würde...

„Dann treffen wir uns heute Nacht an dem üblichen Ort," willigte Draco ein und grüßte im gleichen Moment Professor Snape, der ihnen die Tür öffnete.

Dieser hatte sich noch immer nicht mit der Tatsache abgefunden, dass sein Patenkind sich mit diesem verluchten Potter eingelassen hatte. Was zur Hölle sah er nur in ihm?!

Nicht das er sich dadurch davon abhalten ließ, den Jungen weiterhin zu schikanieren, selbst wenn Draco ihm immer wieder einen bösen Blick zuwarf.

Selbst wenn dieser alles richtig gemacht hatte.

Auch das schien einem Wunder zu gleichen. Letztes Jahr hatte er noch bei jedem Thema versagt und jetzt war er den meisten Schülern weit voraus.

Irgendwas stimmte hier nicht und er musste wohl mal ein Wörtchen mit Dumbledore reden, vielleicht wusste dieser, woran dies lag. Vorausgesetzt, der alte Mann war nicht schon wieder in eine seiner vielen Verschwörungen vertieft, mit denen er sich so gerne die Zeit vertrieb.

„Harry. Wir müssen reden."

Hermione blickte ihn ägerlich an, während der Angesprochene sich auf sein Treffen mit Draco vorbereitete.

„Was ist?" fragte er ohne sie anzublicken.

„Würdest du mich wenigstens anschauen, wenn ich mit dir rede?"

Er tat ihr den Gefallen, wenn auch widerwillig.

„Harry..." begann sie diesmal etwas freundlicher, „...wir machen uns Sorgen um dich. In den letzten Monaten bist du uns konsequent aus dem Weg gegangen und scheinst nur noch mit diesem Malfoy unterwegs zu sein. Ich habe immer gedacht, dass wir Freunde wären. Hast du uns denn schon komplett vergessen?"

Tränen standen ihr in den Augen, ein Beweis, dass sie sich diese ganze Sache sehr zu Herzen nahm.

Natürlich hatte er sie nicht vergessen, aber nachdem er Ryo getroffen und von dieser ganzen Dämonen-Invasion erfahren hatte, war es einfach zu gefährlich gewesen. Außerdem war er immer noch ein wenig sauer auf sie, dass sie ihm den ganzen Sommer über nicht einmal geschrieben hatte.

Trotzdem waren sie immer noch seine Freunde.

„Tut mir leid, Hermione. Es war war einfach so viel passiert. Und da ich von euch keine Briefe erhalten hatte...nun ich habe gedacht, dass ihr nichts mehr mit mir zutun haben wolltet.

„Oh Harry. Das ist ganz und gar nicht der Fall. Glaub mir, wir wollten uns bei dir melden, aber Dumbledore hatte es uns verboten. Er meinte, dass die Todesser herausbekommen könnten wo du dich aufhältst und das es sicherer wäre, wenn wir es nicht tun..."

„Dumbledore huh...?"

Es überraschte ihn nicht, dass er schon wieder diesen Namen hörte. Wie es schien hatte dieser wirklich überall seine Hände im Spiel...

Vielleicht hatte er seinen Freunden unrecht getan, aber für den Moment konnte es sich dabei auch um einen perfiden Plan des Schlulldirektors handeln, um ihn wieder auf seine Seite zu ziehen.

Ron und Hermine müssten sich erst beweisen, bevor er ihnen wieder Vertrauen konnte. Und jetzt wäre vielleicht der Zeitpunkt, um es zu prüfen.

„Ist schon gut, Hermine. Vielleicht war ich ein wenig voreillig gewesen..."

Sie lächelte ihn an.

„Freunde?" fragte sie nd hielt ihm ihre Hand entgegen.

Er nahm sie in seine: „Freunde"

Wenn es sein müsste würde er dieses Spiel mitmachen, bis er sich sicher sein konnte, dass sie kein Verräter war.

„Gut das das geklärt ist. Dann hört Ron vielleicht endlich auf zu heulen. Seit du dich „abgewendet" hast versinkt er in Selbstmitleid und verschanzt sich zu jeder erdenklichen Chance auf irgendeiner Toilette oder in einem leerstehenden Klassenraum...Vielleicht reißt er sich dann endlich ein wenig zusammen."

„Das hoffe ich auch...Aber mal was anderes..."

Vielleicht sollte er sie nicht so überrumpeln, aber ohne ihre Hilfe, würde er wahrscheinlich keinen Erfolg damit haben.

„Ich habe letztens etwas gelesen und wollte dich eigentlich fragen, ob du mir damit helfen kannst?"

„Worum geht es?"

„Ist es möglich, dass eine Seele, die alles erledigt hat und eigentlich in den Himmel fahren sollte trotzdem immer noch unter uns weilt?"

Hermione verschränkte die Arme: „Das ist eine wirklich gute Frage...Ehrlich gesagt habe ich noch nie von solch einem Fall gehört...aber wenn du möchtest, kann ich mal nachschauen, ob ich etwas finde."

„Das wäre fantastisch!" grinste er sie an. Desto schneller sie eine Lösung fanden, umso eher konnte er Miki helfen. Und mit all den Sachen, um die er sich momentan kümmern musste, wäre er sonst wahrscheinlich überhaupt nicht dazu gekommen.

„Ich weiß nicht, wann ich dazu komme..." meinte Hermione dann noch entschuldigend, „...aber sich eine Möglichkeit ergibt, werde ich einige Nachforschungen anstellen.