Not Only A Granger
Wholeness
by ferporcel

DISCLAIMER: Nicht meines! Es ist alles von J. K. Rowling.

WARNING: Diese Geschichte spielt in der Zukunft und beinhaltet HBP Spoiler! Seid gewarnt!

ORIGINAL BETA: Shey Snape, GinnyW und Annie Talbot – vielen Dank!

GERMAN TRANSLATION: Alea_Thoron

SUMMARY: Das Ende von Nathans erstem Jahr, und der Beginn von Severus' Familienleben.


Nicht nur ein Granger

Kapitel 36: Vollständigkeit

Der Freitag kam, und Severus konnte nicht aus etwas entkommen, von dem Hermione steif und fest behauptete, dass es eine großartige Gelegenheit für eine vollkommen normale Verabredung sei. Naja, der Begriff mochte zutreffend sein, da er sich wirklich wie ein linkischer Teenager fühlte, während er hier herumstand und darauf wartete, dass Hermione auf die Sprechanlage antwortete. Sie hatte darauf bestanden, dass er dieses Mal die Tür benutzte.

»Hallo?«, kam die Stimme aus dem Kommunikator. Es klang nicht nach Hermiones Stimme.

»Hermione?«, fragte er zurück. Er hörte von Ferne seinen Namen und dann – näher dran – Gekicher.

»Professor Snape, Hermione stellt nur gerade sicher, dass sie die schönste Frau ist, die auf der Veranstaltung zugegen sein wird, und sie wird in—«

Er konnte Hermiones Stimme im Vordergrund hören, bevor Interferenz-Geräusche sie verschluckten.

»Severus, ich bin's. Ich werde sofort unten sein.«

»In Ordnung«, antwortete er, während er den Kragen seines Mantels hochschlug. Der Frühling war gekommen, doch der Wind war auch jetzt noch eher eisig als das Gegenteil.

Als das Warten begann, zu einem Ärgernis zu werden, hörte Severus Absätze auf den Treppenstufen im Inneren. Wenig später öffnete sich die Tür des Gebäudes, um den Blick auf eine umwerfende Frau freizugeben, die in ein prächtiges schokoladenbraunes Kleid gehüllt war, das ihre Schultern entblößt ließ. Der Wind blies, und der fließende Stoff liebkoste Hermiones Körper, umriss eine Silhouette, die das Kleid zu verbergen suchte.

»Es tut mir leid, dass ich dich habe warten lassen. Erica bestand darauf, mir die Haare zu frisieren, und das ist immer zeitraubend, auch ohne—«

»Hermione, du hast deinen Mantel vergessen.«

»Oh! Danke, Erica.« Hermione nahm den dargebotenen Gegenstand und bedeckte damit die pfirsichfarbene Haut ihrer Schultern.

»Erica Gibson.« Die Frau bot ihre Hand und ein Unbehagen verursachendes Lächeln dar.

Vorsichtig akzeptierte Severus die dargebotene Hand. »Severus Snape.«

»Es ist mir ein Vergnügen, endlich Ihre Bekanntschaft zu machen, Professor Snape.«

»Ganz meinerseits, Mrs. Gibson.«

Die beiden Frauen warfen sich gegenseitig einen Blick zu, bevor sich Erica den Hausflur hinunter zurückzog, um die Treppe nach oben zu nehmen. Severus offerierte seinen Arm, Hermione nahm diesen und beschenkte ihn dafür mit einem atemberaubenden Lächeln – Lippenstift machte ihren Mund sogar noch einladender.

»Wo steht das Auto?«, fragte sie, und lenkte ihn damit von den Gedanken, sie zu küssen, ab.

»Wir werden Apparieren, so wie der Zauberer und die Hexe, die wir sind.«

Sie schüttelte ihren Kopf, doch Severus konnte Belustigung in ihren Augen sehen. Sie betraten eine Nische, die an der Vorderseite eines Gebäudes fast am Ende des Häuserblocks verborgen war. Severus zog sie enger an sich heran, wobei seine Hände sich unter ihren Mantel schmuggelten und die Wärme spürten, die durch den dünnen Stoff ihres Kleides drang. Bevor sie apparierten, küsste er sie endlich.


Hermione entspannte sich schließlich in Severus' Armen nach dem beruhigenden Kuss. Sie war sich bis zu diesem Moment nicht bewusst gewesen, wie nervös sie wegen dieses 'Dates' gewesen war. In den Tagen, die ihrer Einladung nachfolgten, war sie nicht im Stande gewesen, damit aufzuhören zu versuchen vorauszusagen, wie diese Nacht verlaufen würde. Severus … Sosehr sie ihn in diesen letzten Monaten allmählich auch besser kennengelernt hatte, waren seine Handlungen für sie nach wie vor größtenteils unberechenbar. Sie hatte sich Sorgen gemacht, dass sie den Abend damit beginnen würden, miteinander darüber zu streiten, an dem Fahrplan für den Abend festzuhalten, doch nichts dergleichen war bislang notwendig gewesen. Genau genommen sah er in seinem Smoking absolut umwerfend aus, hatte Ericas Neugierde gnädig geduldet, und war ziemlich geschickt darin, ihre Sorgen wegzuküssen.

Sie seufzte laut vor Glück.

»Wo wird diese todlangweilige Zeremonie stattfinden?«

»Hör auf damit.« Hermione versuchte, keine Miene zu verziehen, während sie ihn schalt. Diese erniedrigenden Bemerkungen waren für Severus zu einer Art Spiel geworden, so sehr sie auch versucht hatte, ihn dazu zu bringen, die Veranstaltung ernst zu nehmen. Nur, um sie zu provozieren, würde er die am meisten herabwürdigenden Adjektive präsentieren, um die Preisverleihungszeremonie zu beschreiben. Zur Vergeltung würde sie sich die hochtrabendsten und affigsten Adjektive einfallen lassen, die sie überhaupt finden konnte, um dem entgegenzuwirken. »Die dem Ego schmeichelnde Preisverleihungszeremonie wird in der Aula der Universität stattfinden. Sie ist quer über den Platz hinweg, hinter diesem Gebäude.«

Er offerierte ihr seinen Arm, und sie nahm ihn einmal mehr in Beschlag. Im Unterschied zu ihren gemeinsamen Spaziergängen im Verbotenen Wald – weil Severus sich selbst zu keiner Zeit gestattete, den inneren Schutzschirm zu senken und mit ihr auf diese Art zu schlendern – war sein Schritt irgendwie kürzer, ohne Eile. Als sie den Platz halb überquert hatten, sprach sie nun doch eine Frage laut aus.

»Auf welche Art möchtest du, dass dieser Abend deiner Meinung nach abläuft?«

Hermione schaute ihn an, wobei sie ihre Stirn runzelte. Von allen möglichen Fragen, die sie von ihm erwartet hatte zu fragen, war diese nicht einmal auf der Liste gewesen. »Was meinst du?«

»Ziehst du es vor, zuerst hineinzugehen? Willst du, dass ich hinter dir eintrete? Willst du, dass ich dich an der Tür verlasse und später zurückkomme, um dich abzuholen? Was willst du?«

»Genau auf diese Weise«, erklärte sie ihm, und ein wenig von ihrer Ungläubigkeit über seine Zweifel sickerte in ihre Stimme. »Arm in Arm ist vollkommen in Ordnung, Severus. Und falls wir aus irgendwelchen Gründen nicht in der Lage sein sollten, diese Position zu bewahren, will ich dich hinter mir, meinen Rücken, meine Schulter, meine Hand oder was auch immer berührend. Du bist mein Mann – um deine Worte zu benutzen. Das ist offiziell eine Verabredung. Keine Geheimhaltung, keine Verschleierung, keine Hintergedanken.«

Er sagte nichts, und Hermione wusste nicht, was sie aus seinem Schweigen machen sollte.

»Entspann' dich, bitte«, bat sie. »Ich will, dass wir den Abend genießen, das ist alles. Keiner hier kennt dich. Du bist mein Date, und das ist vollkommen annehmbar.«

»Dein Ex kennt mich.«

Sie ächzte. »Sei bitte nicht absichtlich schwierig?« Als einen nachträglichen Gedanken setzte sie hinzu: »Und geh auch nicht auf die Suche nach Schwierigkeiten. Ich werde dich im Auge behalten.«

Sie erreichten dann die Aula, und ausgerechnet, als sie sich auf den Weg nach drinnen machten, sagte er: »Ist das ein Versprechen?«

Diese Augenbraue, dieses spöttische Grinsen ... Hermione hatte keinerlei Chance.


»Also …«

Severus musste nicht auf die Ursprung einer solch wortgewandten Unterredung schauen, um zu wissen, dass es sich um den lästigen Muggel handelte – ihren Ex – der schlussendlich den Arsch in der Hose hatte, herüber zu kommen, um zu sagen, was auch immer er zu sagen hatte, seit er sie – Hermione und Severus – unmissverständlich gemeinsam hatte ankommen sehen, genau auf die Art und Weise, um die sie gebeten hatte.

Severus wandte seine Aufmerksamkeit nicht von den Getränken ab, die er gerade besorgte.

»Hermione sieht heute Abend atemberaubend aus.«

Severus richtete dann seine Verachtung auf den Muggel, darauf hoffend, dass ihn das dazu bringen würde, von dannen zu ziehen. Hermione war in diesem Kleid zweifellos atemberaubend, doch das ging diesen Typ einen feuchten Kehricht an.

»Ich glaube nicht, dass sie sich vorstellen kann, welche Macht ihr das Kleid verleiht. Sie ist auch viel zu blind, um zu erkennen, dass sie jeden Mann in diesem Raum haben kann.«

»Sind Sie fertig damit, meine Frau mit den Augen zu verschlingen, oder gibt es irgendeine andere Zielsetzung für diese unerwünschten Betrachtungen?«

»Sie sind zu alt für sie, und schon bald wird sie—«

»Sie werden auf folgende Weise vorgehen«, begann Severus, wobei er langsam mit einer – wie er aus Erfahrung wusste –furchteinflößenden Stimme sprach: »Sie nehmen, was auch immer an Scheiß Sie vor dem Spiegel einstudiert haben, um diesen über mich auszuschütten, und Sie werden dann losziehen, um sich selbst darin zu ertränken. Sie werden auch sich selbst und Ihren ganzen Scheiß von Hermione fernhalten—«

»Nur, weil Sie einen Sohn haben—«

»Erwähnen Sie niemals wieder meinen Sohn«, zischte Severus, sein Gesicht nur Zentimeter von dem Gesicht des anderen Mannes entfernt, »solange Sie leben.«

Die leicht geweiteten Augen des Muggels verkündeten Severus, dass der Mann angemessen gewarnt war.

»Glauben Sie, dass es ihr gefallen würde zu wissen, dass Sie versuchen zu kontrollieren, wer mit ihr befreundet sein darf oder wer nicht? Wir sind Kollegen; wir sehen einander jeden Tag. Werden Sie ihr ebenfalls verbieten zu arbeiten?«

Severus war an dem Punkt angekommen, dem Mann den Kopf abzureißen, als …

»Wer verbietet wem, arbeiten zu gehen?« Hermione nahm – mit ein wenig Anstrengung – einen der Champagnerkelche aus Severus' Hand und hakte ihren Arm in seinem ein, um eulenhaft dem anderen Mann zuzublinzeln, danach weniger eulenhaft ihm.

»Dein Kollege hier fragt, was ich darüber denke, dass du hier arbeitest«, antwortete Severus, was einer größtmöglich editierten Version der Unterhaltung entsprach.

»Und was denkst du?«

»Ja, was denken Sie?« Der Muggel betonte Hermiones Frage, und Severus mochte die Selbstgefälligkeit in seiner Miene nicht.

In die erwartungsvoll blickenden Augen von Hermione schauend, sagte er: »Ich denke, dass es unter deiner Würde ist. Du bist viel zu talentiert, um hier gefangen zu sein, zu unterrichten und zu recherchieren in einer solch limitierten Einrichtung voller Menschen, die gleichermaßen limitiert sind wie dieser hier.«

Der Muggel schien beleidigt, doch Hermione – seine brillante, wunderschöne Hermione – erwiderte seinen Blick, während sie wie das leuchtendste Wesen in der Welt strahlte. Ihr Lächeln überflutete sein Herz und ließ seine Atmung sich zusammenschnüren.

»Komm«, erklärte sie ihm, die Getränke wegstellend, und zog ihn mühelos an der Hand. »Lass uns tanzen.«


Hermione hatte sich in dem Moment von der Gruppe von Kollegen entschuldigt, die sie in eine Unterhaltung verwickelt hatten, als sie sich bewusst wurde, was Severus' Körpersprache bedeutete, und wer das Opfer sein würde. Sie hatte sich William und Severus mit der Absicht genähert, einen Skandal oder noch etwas Schlimmeres zu vermeiden, und …

Da war sie nun, auf der Tanzfläche, ihr Ego von einem Mann aufgeblasen, der selten Lob zum Ausdruck brachte – völlig in seinen Augen verloren.

Severus aus dem Schloss und aus ihrem Appartement zu locken, erwies sich als das, was ihre Beziehung benötigte, um sich schließlich in etwas mehr als etwas Geheimes und Unverbindliches zu entwickeln.

Dies war real.

»Hermione, ich tanze nicht.«

Es war niemals derartig real gewesen.

»Du solltest aber.« Sie erhaschte seine Hände und legte sie an ihre Taille, hielt ihn dann am Nacken und begann, sich im Rhythmus der Musik zu wiegen. »Beweg' dich mit mir. Es muss nichts Kompliziertes sein.« Hermione wollte ihn einfach nur nicht gehen lassen. Nicht jetzt.

»Wir machen uns lächerlich.«

Sie lächelte ihm zu. »Ich liebe dich.«

Er hörte auf, sich zu wiegen, und ihr Lächeln verblasste.

»Mach' das nicht«, bat sie ihn. »Du weißt, dass ich dich liebe. Ich habe dir das bereits zuvor gesagt. Komm schon, ich will mit dir tanzen.«

»Ich tanze nicht«, beharrte er.

»Dann lass uns vorgeben zu tanzen, wie wir alles so gut vorgeben.« Sie bewegte sich in seinen Armen hin und her, ihr Gesicht unter sein Kinn steckend.

Dies war handfest und so unglaublich real.

Sie schloss ihre Augen, um seinen Herzschlag zu spüren. Er war nicht von ihr abgerückt. Er hielt sie, tanzte mit ihr.

Sie waren real.

Viele Lieder wurden spielten, und sie waren noch immer da, einander haltend.

Die Musik endete. Hermione blickte auf und sah ihn – den Mann, das menschliche Wesen.

»Lass uns hier verschwinden.«


Hermione apparierte sie direkt in ihr Schlafzimmer, was ihm den Atem verschlug. Er wusste, was das bedeutete; er hatte diese Szene wieder und wieder in seinem Kopf ausgelebt, doch niemals zu hoffen gewagt. Genauso wenig, wie es die nackte Angst aus seinen Eingeweiden verbannen konnte. Diese Nacht war in einzigartiger Weise bizarr gewesen. In vielen Momenten hatte Severus empfunden, dass mit ihr zusammen zu sein, ihm eine Freikarte zu jemandes anderen Glück verschaffte, ihm das Recht einräumte, genau wie der unbekannte Mann von nebenan zu sein. Jetzt, von Angesicht zu Angesicht mit Hermione, allein mit ihr in ihrem Schlafzimmer, war er sich nur allzu sehr bewusst, wer er war und wie sehr dies alles schiefgehen könnte.

Sie verschlang ihn mit ihren Augen, gab ihm damit Macht. Seine Lebenskraft schien direkt aus dem Feuer in ihren Augen zu kommen. Ihr Atem erreichte ebenso heiß seine Lippen … sie war so nah. Diese Nähe war elektrisierend – wie jedes Mal. Dennoch, dieses Mal lagen die Dinge anders. Seine Hände zitterten aus dem Bedürfnis heraus, sie zu berühren, doch sein Glück konnte nicht so weit reichen, oder? Würde sie sich jeden Moment darüber bewusst werden, wer er war, oder würde sie es nicht realisieren? Sie würde seine Hände von sich wegschieben, sie würde mit Sicherheit seine Hände nicht auf ihrer Haut spüren wollen, also hielt er seine Hände still, niemals wagend, irgendetwas für sich selbst zu beanspruchen. Das schuldete er ihr. Es musste allein ihre Entscheidung sein. Severus würde nur nehmen, was auch immer Hermione ihm anbieten würde und nichts mehr.

Sie bot ihm zuerst ihren Mund, ihre Zunge, die seine verbrannte. Sie schubste ihn auf das Bett hinunter und setzte sich rittlings auf ihn. Er brach den Kuss, keuchend. Sie leckte über seine Lippen und strebte dann seine Kehle an, brachte ihn damit dazu zu erzittern.

Das war in gewisser Weise schon eher der Hölle ähnlich, und er sah sich selbst, wie er sich aus freiem Willen dorthin bewegte, da er von ihren Flammen verzehrt werden wollte.

Er war sich ihres Busens auf seinem Brustkorb weitaus mehr bewusst denn je. Eine magnetische Kraft zog an seinen Händen, um diese dazu zu bringen, sie zu berühren, doch er kämpfte weiter dagegen an und zwang sie in die entgegengesetzte Richtung, um über ihrer Taille zu schweben, auf nur Merlin weiß welches Zeichen auch immer wartend, dass sie auf ihrer Taille willkommen waren, oder tiefer, oder höher, oder darin, oder darunter oder …

Dies waren die Anzeichen für ein Gehirn, das dahinschmolz.

Er hielt sich an ihren Schenkeln fest, verwehrte jedoch seinen Händen, aufwärts zu gleiten, wo er sich das Ausmaß der Hitze lediglich vorstellen konnte, das er vorfinden würde – ausreichend, um ihn vollständig zu verzehren. Sie schien nicht dieselben Bedenken zu haben, und machte kurzen Prozess mit seinen Knöpfen, brannte mit ihrem Finger einen Pfad auf seine nackte Brust. Er stoppte sie augenblicklich.

»Hermione.«

»Ich will deine Haut schmecken.« Sie versuchte, nach einem weiteren Knopf zu greifen, doch er gab ihre Hände nicht frei. Er würde nicht in der Lage sein, sich zurückzuhalten, wenn sie so weitermachte, und er wollte, dass sie sich absolut sicher war. Sie musterte ihn, fixierte ihn mit flüssigem Feuer.

»Merlin«, wisperte er, verlor die Überzeugung und nahm abermals ihren Mund in Beschlag.

»Ich liebe dich«, wisperte sie gegen seine Lippen. »Berühr' mich. Lass mich dich berühren.«

Seine Hände konnten nicht länger kämpfen, selbst dann nicht, wenn sein Gehirn noch unter Kontrolle war. Er gab sie frei, und sie hielt ihren Blick auf seine Augen gerichtet, während sie ihre Entdeckungsreise fortsetzte, ließ ihre Finger seine Kehle hinuntergleiten, schlangengleich, ließ das Hindernis eines Knopfs hinter sich zurück und arbeitete sich unter den Stoff seines Hemdes, einen Nippel findend, eine Reaktion aus ihm extrahierend.

Er vergrub seine Nase hinter ihrem Ohr, schuf damit Platz für seinen Mund, und knabberte an ihrer Kehle. Er spürte, wie der Rest seiner Knöpfe geöffnet wurde und hob seine Hände, ließ sie die Seiten ihres Oberkörpers hinaufwandern – endlich. Sie zerrte sein Jackett und sein Hemd aus dem Weg und kostete die Haut, die diese verborgen hatten. Seine Muskeln spannten sich genussvoll an, bevor sie unter ihren Lippen und ihrer Zunge zerschmolzen, während seine Atmung sich mit seinem Herzschlag beschleunigte.

Er musste wissen, wie er in ihrem Mund schmeckte, deshalb kämpfte er darum, sie dazu zu veranlassen, dass ihre Zunge mit seiner erneut aufeinander traf, zog ihren Unterkörper näher an sich heran und fand mehr Hitze. Sein Wunsch war, sie einzubeziehen, ihrer beider Haut zu verschmelzen. Er war davon überzeugt, dass sie gespürt hatte, wie sehr er dazu bereit war, in ihr zu sein, als sie ihren Körper zu schlängeln begann, was ihn aufkeuchen ließ.

»Ja«, stimmte sie zu, während sie mit ihrem Kleid kämpfte, und es dann wegwarf – irgendwohin. Ihm blieb nicht die Zeit, um ihren Büstenhalter für sie zu entfernen und ihren Busen zu entblößen, bevor sie dies selbst erledigt hatte, doch er hielt rechtzeitig ihre Hände fest, um sie davon abzuhalten, mit dem Rest seiner Kleidung dasselbe zu machen. Sie stöhnte protestierend, während sie sich wiederum gegen ihn rieb, härter.

»Mach langsamer«, zischte er, einmal, zweimal tief atmend, und beim dritten Mal rollte er ihrer beider Körper herum, um in der Mitte des Bettes oben auf ihr zu enden. Die Empfindung, sie unter sich zu spüren, mit nichts als einem Streifen Stoff bekleidet, war gewaltig. Er konnte ihre Atemzüge hören – unregelmäßig. Da war irgendetwas an dem gedämpften Geräusch dran – Blut, sein Herzschlag. Ihre Augen bedeuteten Leben ... ihre Augen. Er wollte sie mehr als irgendetwas anderes, und zur gleichen Zeit … Zeit war nicht existierend, unbewusst, unterbewusst – er konnte Jahrzehnte, Jahre, Monate, Tage in diesem Augenblick sehen. Severus konnte sich nicht bewegen.

Da war eine Hand auf seinem Gesicht – so heiß. Hermiones Augen – so entschlossen – wärmten sein Herz.

»Fühl' es«, sagte sie zu ihm.

Sie liebkoste sein Gesicht – so weich. Hermiones Augen – so erfüllt – umarmten seine Seele.

»Kannst du es spüren? Zeig' mir, was du fühlst«, wisperte sie.

Severus beobachtete, wie sich ihre Augen unter dem Druck seines sanften Kusses schlossen. Seine Lippen wanderten leicht zu der Haut unter ihnen. Ein Kuss auf ihre Nasenspitze, eine Nase, die ihr Ohr berührte und dann die Länge ihres Halses hinunter wanderte, tief inhalierend. Er genoss ihren Duft.

Er nährte sich von der wärmeren, weicheren Haut ihres Halses, beißend und küssend. Ein sich vorsichtig vorantastender Finger berührte zuerst die feuchte Stelle, die sein Mund hinterlassen hatte, und bald schlossen sich andere Finger dem ersten an, heruntergleitend, um die Kurve zu kartographieren, die ihr Herz modellierte, besitzergreifend das Fleisch darum herum packend.

»Ja«, sagte sie zustimmend, seinen Kopf liebkosend, ihre Finger in seinem Haar verflechtend.

Er fuhr damit fort, seine Gefühle zu zeigen, indem er ihren Brustkorb, Bauch und Bauchnabel kartographierte, dorthin, wohin seine Lippen in Anbetung folgten. Er platzierte einen zittrigen Kuss unterhalb ihres Bauchnabels in Dankbarkeit für das Geschenk, das diese Stelle hervorgebracht hatte.

Als er daran dachte, aufzublicken und ein weiteres unverdientes Geschenk zu erbitten, sah Severus eine stumme Träne aus ihren Augen fallen, und sein Herz sank voller Schrecken.

»Nein, Hermione.« Er hielt sie in seinen Armen, wiegte schützend ihren Kopf an seiner Brust. »Es tut mir leid. Es tut mir leid«, wisperte er immer und immer wieder.

Er würde nicht freikommen. Severus wollte das Bett verlassen, doch sie packte sein offenes Hemd. Er zog sich zurück, so dass sie auf der Matratze saß, doch sie ließ seine Kleidung nicht los. Er wandte das Gesicht ab.

»Severus.«

»Ich empfinde so viel. Es tut mir leid.« Seine Stimme brach.

»Lass deine Gefühle ruhen«, bat sie. »Ich liebe dich auch.« Sie zog sein Gesicht zu sich herunter, damit er ihr in die Augen schaute, nahm seine Augen als Ziel. »Ich liebe dich so sehr – so sehr. Du bist so wunderbar. Ich … ich dachte nie, dass ich so viel empfinden würde, dich so inständig brauche. Ich brauche dich, um ein Ganzes zu werden. Ohne dich bin ich weniger, als ich sein könnte, ich will eins mit dir sein. Vervollständige mich, Severus. Schlaf' mit mir, bitte.«

Severus spürte, wie sich seine Kehle zusammenschnürte, wie sein Verstand seinen Griff auf die Macht der Erinnerungen lockerte, und seine Gefühle für diese Frau sein Denken übernahmen. Er brauchte sie ebenso, mehr als irgendetwas auf dieser Welt – mehr als Luft, mehr als Sonne, mehr als Wasser – sie war alles für ihn; sie war er; sie beide waren Teile eines Ganzen. Ja, er musste eins mit ihr sein.

»Hermione.«

Er küsste sie tief. Er stieß, was auch immer an Kleidung im Weg war, hastig beiseite, doch als es an der Zeit war, drang er mit Selbstbeherrschung in sie ein, langsam, sorgfältig auf ihre Reaktionen achtend, bereit, auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Er schwelgte in der Lust auf ihrem Gesicht, als sie kurz den Kopf zurückwarf, um dann, in Erwartung seiner nächsten Bewegung, ihren Blick wieder auf ihn zu richten. Er zog sich genauso langsam zurück, irgendwo in seinem Denken nach wie vor befürchtend, dass sie ihn voller Ekel aus sich herausstoßen würde. Sie stöhnte anstatt dessen, wobei sie wellenförmig ihr Becken bewegte, um ihn wieder darin aufzunehmen. Er gab einen zitternden Seufzer von sich, griff nach den Laken und blieb gegen ihren Körper gepresst, niemals diesen Platz wieder verlassen wollend. Ihre Vulva vibrierte, sich um ihn zusammenziehend und ihn umarmend, als sie sein wachsendes Verlangen akzeptierte.

Er bewegte sich abermals, und noch einmal, einen Rhythmus aufnehmend, dem sie sich anpasste, als ihre Körper gegeneinander wogten. Seine Augen wanderten von ihrem auf und ab wippenden Busen zu ihren halb geöffneten Lippen, während ihr Atem stoßweise kam, und er vergrub sich in ihr, um sie zu küssen, wobei er niemals den in den Wahnsinn treibenden Rhythmus verlor, sondern lediglich sein Tempo steigerte.

Sie legte ihre Beine um ihn, ihn tiefer drängend. Er ließ seine Lippen tiefer gleiten, einen wippenden Nippel haltend.

»Severus!«

Der Klang ihrer Stimme ließ ihn fast seine Konzentration verlieren, brachte ihn dazu, zu schnell zu stoßen, doch er fand in den Rhythmus zurück, ihren Nippel zugunsten der Beobachtung ihres Gesichtes freigebend. Sie wimmerte jetzt. Er zog eines ihrer Beine bis zu seiner Armbeuge herauf, den Winkel ändernd, und wurde durch ihren zitternden Schrei belohnt. Sein eigenes Vergnügen baute sich in exquisiter Folter auf, was seine Nase dazu zwang, sich unter der Anstrengung zu weiten.

Alles, was er wollte, war, dass sie in Lust explodieren sollte – er wollte diese Nacht unvergesslich machen, und jetzt jene Nacht mehr als zwölf Jahre zuvor ihr gegenüber wiedergutzumachen. Severus beobachtete, wie ihr Körper sich bog, spürte dessen Beben, und dann war sie nicht mehr existent, ihre Wollust mit solch Intensität singend, dass er sich ihr dabei beinahe anschloss.

Er verlangsamte seine Anstrengungen, spürte, dass ihr Körper nach wie vor auf seinen reagierte. Er wartete, um ihr noch einmal Wonne zu schenken; er wollte, dass diese ganze Nacht nur für sie war. Severus schwitzte, keuchte, als sie ihn enger an ihren Körper hielt. Er öffnete seine Augen und schaute dorthin herab, wo sie miteinander verbunden waren und dann hinauf in ihr Gesicht. Sie beobachtete ihn mit verschleiertem Blick, die Lippen geöffnet, ihre matten Hände träge seine Arme gelegt. Er tauchte vorwärts nach einem feuchten Kuss, und ihre Hand verhedderte sich in seinem Haar – fordernd. Es war schwierig, die Kontrolle aufrechtzuhalten, das Tempo zu drosseln. Ihr Mund entwischte seinem, um einen Schrei auszustoßen, als er den Winkel seiner Stöße erneut änderte. Er wollte ihre Wollust nochmals spüren, bevor er sich selbst fortreißen lassen würde.

»Severus«, keuchte sie. »Severus.«

Ihr Schrei wirkte Wunder, wie die Magie einer Sirene, und er knurrte, kapitulierend – sich geschlagen gebend – als er beinahe, aufgrund der Wucht der Wonne, die er empfand, sein Gewicht auf sie fallen ließ. Er schaffte es, sich auf die Seite herumzuwälzen, sorgfältig darauf bedacht, sich nicht zu weit zu entfernen, schnell und flach keuchend, während er die Nachbeben des intensiven Moments spürte.

Er war sich nicht sicher, ob er bereits träumte, als er ihre Stimme aussprechen hörte: »Bleib über Nacht.« Severus brummte nur und zog sie zu sich heran, sein Gehirn völlig abschaltend.


Sie öffnete ihre Augen, um auf Severus' Blick zu treffen, und lächelte zufrieden. Sie schob sein zerzaustes Haar beiseite und küsste ihn. »Guten Morgen.«

Seine Hand kam, um ihr Haar zu liebkosen, und ließ sich dann die Kontur ihres Busens entlang treiben, um auf ihrem Bauch zur Ruhe zu kommen, was ihre Haut erweckte und sie zum Schaudern brachte. »Es ist noch nicht Morgen.«

»Hmm.« Sie wand und streckte ihren nackten Körper, um die Taubheit des Schlafes zu vertreiben.

Er lächelte ihr zu, ein wirkliches Lächeln. Es brachte eine neue Perspektive in sein Gesicht, eine Perspektive, die sie nicht gänzlich verstehen konnte. Es war keine Gelassenheit, wie damals, als sie ihn aufgeweckt hatte, als er mit Nathan in seinen Armen auf der Couch geschlafen hatte, obwohl es irgendetwas davon hatte. Es konnte sich um eine Leichtigkeit des Geistes handeln, obwohl sie keine Närrin war zu glauben, dass das Gewicht ihrer beider Vergangenheiten nicht immer noch hier präsent war, unterschwellig schwelend. Es war keine Schönheit, doch es war absolut wunderbar.

Seine Finger malten leicht kleine Kreise um ihren Bauchnabel, was sie von ihren Grübeleien ablenkte. Es kitzelte. Sie wand sich näher an ihn heran, um das Kitzeln zu vermeiden, nur, um seinen Körper vorzufinden, der den ihrigen wollte.

Sein mysteriöses Lächeln wurde langsam durch eine Intensität ersetzt, von der sie genau wusste, wie sie darauf antworten würde. Sie schob ein Bein über seines, ließ ihren Fuß bis zu der Stelle heraufgleiten, wo seine Beine endeten, und drängte ihn zu sich heran.

»Es ist noch nicht Morgen, sagst du?«

Seine Lippen waren auf den ihrigen, während er sie beide gleichzeitig auf die Art herumrollte, dass er einmal mehr oben auf ihr lag. Ihr Bedürfnis, ihre Verzweiflung nach einer Wiederholung der wunderbaren Empfindungen, die nur er schenken konnte, machte sie ungestüm. Sie half ihm, sich in die Position zu bringen, um ihr Wonne zu schenken, und glücklicherweise traf er auf Anhieb ins Schwarze, und brachte sie damit dazu, in seinen Mund zu stöhnen.

»Merlin, Hermione«, keuchte er.

Es fühlte sich so gut an, wenn er sie vervollständigte. »Nimm mich.« Sie bewegte sich unter ihm, ihn damit nötigend, dasselbe zu machen, um sie dazu zu bringen, seine Liebe zu spüren. Es war so wundervoll, ihn überall zu spüren.

»Göttin«, keuchte er, in Fahrt kommend, während er die köstlichsten Empfindungen in ihr aufwühlte.

»Schneller«, forderte sie, noch lauter stöhnend, als er gehorchte. Die Lust baute sich exquisit in ihr auf, und irgendetwas in ihr konnte sich nicht mehr zurückhalten, verwandelte alles in Wonne und brachte Hermione damit dazu, für einen Moment sein ausdrucksvolles Gesicht aus den Augen zu verlieren.

Sie spürte ihn sich sehr langsam bewegen, als sie ihre Sinne wiedererlangte. Sein Gesicht hatte sich ebenfalls verändert, zeigte nunmehr seine Konzentration – etwas dermaßen Vertrautes. Sie zog ihn zu sich, während sie die Fersen ihrer Füße in sein Fleisch presste und ihn von innen heraus umarmte. Sie mochte den ersticken Ton, den er ausstieß. Sie mochte die Tatsache, dass dies eine Demonstration ihrer Liebe zu ihm war. Er blickte in ihre Augen, als ob er irgendetwas erhoffte – sie wusste nicht so recht, worum es sich dabei handelte, doch sie wünschte sich verzweifelt, dass er es bekam.

»Fick mich, Severus.«

Er stöhnte abermals, zog sich aus ihr zurück und stieß dann schnell und hart wieder in sie hinein. Sein Kopf fiel neben ihren auf das Kissen: Seine Hand ergriff fest ihre Schenkel. »Ja!«, zischte sie in sein Ohr. Er wiederholte die Bewegung, immer und immer wieder, schneller und schneller in sie hineinstoßend, sie ihres Geistes, ihres Herzens und ihres Atems beraubend. »Severus!«, schrie sie, während sie einmal mehr die Selbstkontrolle verlor und dieses Mal spürte, wie er sich ihr anschloss.

»Das«, keuchte sie, verzweifelt nach Luft ringend, »war grandios.«

Er rollte zur Seite, sie mit sich ziehend. »Ich könnte nicht noch mehr mit dir übereinstimmen«, erwiderte er keuchend.

Ihrer beider Atmung beruhigte sich schließlich, und wurde dann tiefer, als sie in den Armen des jeweils anderen zurück in den Schlaf trieben, Körper und Herz einmal mehr gesättigt.


Das Geräusch von Metall auf Porzellan ließ Severus seine Augen öffnen. Hermione beobachtete ihn, lächelte ihn anbetend vom Fuß des Bettes aus an, während sie eine Tasse dessen hielt, von dem seine Nase ihm sagte, dass es Tee sein musste.

»Tee?«, offerierte sie, seine Einschätzung damit bestätigend.

Eine weitere Lagebeurteilung, die Severus vornahm, war, dass er nackt in ihrem Bett lag, während sie, in ein Nachthemd gehüllt, vor ihm stand. Er fühlte sich verlegen und unbehaglich. Dies war das erste Mal, dass er die Nacht im Bett einer Frau verbracht hatte.

Er räusperte sich. »Zuerst Anziehen, vielleicht?«

Die Beschaffenheit ihres Lächelns veränderte sich, während sie rasch irgendetwas in einen schwarzen Morgenmantel verwandelte. Sie hielt diesen ihm von dort aus hin, wo sie stand, zu weit von ihm entfernt, als dass dies ihn dazu bringen konnte, den Schutz der Laken zu verlassen, um sich zu ihr zu gesellen.

Er hob eine Augenbraue.

Sie schnaubte, schnalzte mit ihrer Zunge, gab jedoch aus Erbarmen nach und brachte den Morgenmantel zu ihm. »Spielverderber.« Sie küsste ihn auf den Mund und verließ das Schlafzimmer, um ihm ein wenig Privatsphäre zu geben. Er schloss sich ihr am Tisch an, wo ein Tablett beladen mit Frühstück stand.

»Ich hatte Pläne, dich im Bett zu behalten«, erklärte sie, was ihn erröten ließ.

»Unsere Abwesenheit würde im Schloss bemerkt werden.« Severus war niemals für eine Mahlzeit oder Geplauder bei irgendeiner Frau geblieben, mit der er Sex gehabt hatte. Er wusste, dass dies hier anders war, dass Hermione nicht nur irgendeine Frau war, und dass er immer wieder und wieder ein Bett mit ihr teilen wollte, bis seine Tage vorüber waren. Severus hatte nur einfach keine Ahnung, wie er handeln sollte, was er sagen sollte.

Es brauchte eine Weile für ihn, um sich darüber bewusst zu werden, dass sie ebenfalls in Schweigen verfallen war, während sie an ihren Tee nippte und ihn dabei beobachtete.

»Du musst nicht bleiben.«

»Ich sage nur, dass die Leute feststellen werden, dass wir nicht dort sind.« Er nahm eine Tasse und begann, seinen Tee vorzubereiten.

»Und was, wenn sie das tun?«

»Hermione, sie werden schlussfolgern—«

»Und wenn sie Schlussfolgerungen ziehen? Warum kümmert dich das?«, unterbrach sie ihn, wobei sie ihre Tasse mit mehr Kraft als notwendig auf dem Tisch abstellte, die deshalb laut klirrte. »Wir sind zusammen. Wir haben die Nacht miteinander verbracht, einander liebend. Warum kümmert es dich, ob die Leute davon wissen?«

Severus seufzte und verfluchte sich dann, weil er von seinem Tee getrunken hatte, ohne vorher Zucker hinzugefügt zu haben.

»Der Sommer steht bevor«, setzte sie in einer ruhigeren Stimme fort. »Das Semester ist so gut wie zu Ende. Wie gedenkst du, vor Nathan die Tatsache zu verbergen, dass wir zusammen sind, wenn er wieder hier lebt?«

»Das hat nichts mit ihm zu tun«, antwortete er verärgert.

»Das kapier' ich nicht.« Sie schüttelte ihren Kopf, sichtlich enttäuscht.

»Es hat auch nichts mit dir zu tun. Hermione … ich kann einfach nicht – noch nicht. Sie werden über mich richten, und über dich, und ich bin nicht …« Er seufzte und befreite ihre Hände von dem stählernen Griff, mit dem sie ihr Nachthemd festhielt, nahm ihre Hände in seine und schaute ihr in den Augen. »Ich habe so etwas noch nie zuvor getan. Du bist die erste Frau, mit der ich jemals im Leben gemeinsam aufgewacht bin. Die Erste, die ich nicht verlassen wollte, sobald der Sex vorbei war. Ich versuche herauszufinden, wie ich dabei mit dir vorgehen soll.«

Sie entließ ihre Unterlippe aus der Misshandlung durch ihre Zähne.

»Ich werde meinen Sohn nicht anlügen.«

Severus nickte. Er wollte Nathan ebenfalls nicht anlügen. »Wenn er fragt, werden wir es nicht ableugnen.«

»Severus—«

»Ich will niemanden involviert haben«, erklärte er ihr, bevor sie eine Schimpfkanonade loslassen konnte.

»Aber Nathan—«

»Ich weiß, ich weiß. Er ist unser Sohn; er ist bereits involviert. Ich spreche von anderen … Minerva, Potter, die Schüler.«

»Es ist egoistisch«, murrte sie, schien jedoch irgendwie besänftigt.

»Ich bin egoistisch«, stimmte er ihr zu. »Ich will dich ganz für mich allein, und das für so lange wie möglich.« Er zog sie in einen Kuss.

»Bis zu den Sommerferien«, machte sie ein Zugeständnis.


»Mum, wirst du diese Forschungsarbeiten fortsetzen, wenn das Semester zu Ende ist?«

Hermione zählte die letzten beiden Umdrehungen mit. »Wenn Minerva es erlaubt, ja. Warum fragst du?«

»Ich habe mich nur gefragt … Denkst du, dass Schulleiterin McGonagall dir erlauben wird, sie fortzusetzen?«

»Ja, ich sehe keinen Grund, warum sie das nicht machen sollte.« Nathan beobachtete, wie sie die Flammen unter dem Kessel löschte. »Er wird mindestens eine Stunde brauchen, um abzukühlen. Willst du dir etwas zu essen besorgen?«

»Logisch.«

Was Nathan wirklich wollte, war irgendetwas, das ihm erklären konnte, was geschehen würde, wenn der Unterricht zu Ende war. Er konnte in der Geschichte Hogwarts' nichts Konkretes im Hinblick auf seine Situation finden. Die Vertrauensschüler schienen nichts darüber zu wissen, was die Erwachsenen aus dem Schloss während der Sommerferien machten. Er war beinahe so weit gewesen, Professor Lupin danach zu fragen, erinnerte sich jedoch dann, dass er eine Ehefrau hatte, dass diese außerhalb des Schlosses lebte, und dass Lupin sie an den Wochenenden ständig besuchte, was bedeuten würde, dass sie irgendwo anderenorts ein Zuhause hatten und dort die ganze Zeit über leben würden, wenn das Semester endete.

Nathan mochte ebenso in der langen Geschichte von Hogwarts das einzige Kind eines Professors sein, dessen Mutter nicht mit dem Vater verheiratet war.

»Belegte Brötchen?« Er nickte. »Was willst du trinken?«

»Kürbissaft.«

Er nahm – wie gewöhnlich – den Platz vor dem Schreibtisch seines Vaters im Büro ein. Seine Mutter schloss sich ihm dort an, um auf die Hauselfen zu warten.

»Wo ist Dad?«

»Ich weiß es nicht. Er könnte in seiner Wohnung sein, oder vielleicht patrouilliert er durch die Korridore.«

Nathan nickte. Er wusste nicht, warum, doch mit dem näherrückenden Ende des Semesters verspürte er stärker als jemals zuvor das Verlangen, noch häufiger mit seinem Dad zusammen zu sein.

»Willst du ihn suchen gehen? Oder möchtest du vielleicht ein wenig Zeit mit deinen Freunden im Gemeinschaftsraum verbringen? Ich habe dir schon oft gesagt, dass dies hier nicht deine Recherche ist. Du musst nicht jedes Mal hier sein, wann auch immer ich am Zaubertrank arbeite.«

»Ich arbeite gern im Labor.« Er nutzte sein strahlendstes Lächeln, um das Glücksgefühl deutlich werden zu lassen, das er gewöhnlich empfand, wenn sie den Nachmittag mit gemeinsamem Arbeiten verbrachten. Sein Glück würde noch aufrichtiger sein, wenn es für ihn möglich wäre, zwei Dinge gleichzeitig zu tun: Im Laboratorium zu arbeiten und bei seinem Dad zu bleiben. »Dad schließt sich uns manchmal an, und ich habe mir schon Gedanken gemacht, wo er heute ist.«

»Du hast dir in letzter Zeit über viele Dinge Gedanken gemacht. Ist da irgendetwas, was dich beunruhigt? Oder dich durcheinander bringt?«

Zum Teufel! Seine Mutter war manchmal zu scharfsinnig.

»Nein!«, beeilte er sich zu antworten. »Überhaupt nichts!«

Er konnte aufgrund der Falten auf der Stirn seiner Mutter erkennen, dass er sie nicht überzeugt hatte, doch Nathan wollte die Aufmerksamkeit und Besorgnis seiner Mutter nicht.

»Was ist los? Ist es etwas, was du bereits getan hast oder etwas, was du planst zu tun?«

»Nichts davon! Du machst dir viel zu viel Sorgen.«

»Das sagst du immer, und dann endest du im Krankenflügel oder beim Nachsitzen.«

Ein Hauself erschien mit einem Plopp mit einem Tablett, was Nathan davor rettete, darauf eine Antwort zu finden. Sie aßen in Schweigen mit den Augen seiner Mutter auf ihn gerichtet, die versuchten, Nathan bei lebendigem Leib auseinanderzunehmen, um ihn zu analysieren.

»Wie sehen die Pläne für den Sommer aus?«, fragte er dann. Vielleicht konnte er sie ablenken und zur gleichen Zeit irgendetwas herausfinden. »Werden wir Opa und Oma besuchen?«

»Ja, natürlich. Sie brennen darauf, dich wiederzusehen. Ich bin mir sicher, dass sie dich mit Fragen darüber bombardieren werden, was du unternehmen willst, wenn wir sie besuchen, oder nicht?«

»Sie wollen mit uns in die Winkelgasse kommen. Ist es ihnen gestattet, dort hinzugehen?«

»Sie waren in der Vergangenheit verschiedene Male mit mir dort. Es könnte eine großartige Idee sein, sie wieder mit dorthin zu nehmen.« Seine Mutter lächelte. Die Ablenkung funktionierte bestens.

»Vielleicht würde Dad ebenfalls mit uns kommen.«

»Wir könnten ihn fragen.«

»Denkst du, dass er beschäftigt sein wird, wenn der Unterricht zu Ende ist?«

»Ich weiß es nicht. Er könnte die zusätzliche Zeit dazu nutzen wollen, um Recherchen anzustellen oder einer Konferenz beizuwohnen.«

»Gibt es in diesem Sommer Konferenzen?«

»Nicht für mich. Wir konnten ein wenig Zeit am Strand verbringen, was meinst du?«

»Das wäre schön.« Nathan mochte den Strand, doch es würde ihm noch viel mehr gefallen, wenn sein Dad sie begleiten würde. »Glaubst du, dass Dad uns in London für eine Weile besuchen kommen würde? Vielleicht mag er den Strand ebenfalls.«

»Du wirst deinen Dad während der Sommerferien sehen. Du musst dir darüber keine Sorgen machen, in Ordnung?«

»In Ordnung.« Wenigstens konnte er sich jetzt diesbezüglich sicher sein.

»Wann, sagte er, würden die Insignien fertig sein?«, fragte seine Mutter, das Thema wechselnd.

»Am nächsten Wochenende. Er sagte, dass sie den Ausdünstungen des Zaubertrankes für mindestens eine Woche ausgesetzt werden müssten.«

»Gibt es irgendeine Art von Ritual, auf das wir uns vorbereiten sollten?«

»Ich bin mir nicht sicher. Die Bücher erwähnen nichts über neue Insignien, nur über bereits existierende, und diejenigen, die an die Erben weitergegeben werden, wenn sie ihren zwölften Geburtstag feiern. Dafür gibt es ein Ritual, bei dem das Familienoberhaupt Gelübde und solches Zeug rezitiert. Aber die Bücher sagen eindeutig aus, dass das Ritual mehr einer Tradition als irgendetwas Unverzichtbarem entspricht.«

Seine Mutter brummte nachdenklich. »Erinnere mich daran, deinen Vater danach zu fragen.«

Nathan stimmte zu, und ihr Gespräch verlief dann in andere Richtungen, die seine Gedanken von der Zukunft seiner neuen Familie ablenkten.


»Nathan macht sich Sorgen über den Sommer.«

Sie lagen im Bett, wo Severus gerade dabei war, die Haut unterhalb ihres Busens zu streicheln.

»Und was beunruhigt dich?«

»Ich bin darüber beunruhigt, dass die Dinge sich ändern werden, wenn Nathan wieder hier lebt, dass du Gründe dafür finden wirst, jedes Mal viel zu beschäftigt zu sein, wenn wir dich einladen, uns zu besuchen.«

»Ich werde nicht verschwinden«, versicherte er ihr, die Rückseite ihrer Schulter küssend. »Es gibt für mich keinen anderen Platz, wo ich sonst gern wäre. Ich dachte, du wüsstest das.«

Sie drehte sich herum, um ihm ins Gesicht zu sehen. »Dann komm und bleib bei uns. Nathan würde begeistert sein.«

»Nathan würde begeistert sein?« Er grinste spöttisch.

»Ich auch.« Sie küsste die Selbstgefälligkeit aus seinem Gesicht. »Wir sind sowieso fast jede Nacht zusammen. Ich würde dich schrecklich vermissen, wenn ich eine ganze Woche ohne dich aushalten müsste, ganz zu schweigen von den ganzen Sommerferien.«

»Ich werde nirgendwo hingehen.« Er sagte dies, während er geradewegs in ihre Augen blickte, und dann ihr Haar aus ihrem Gesicht schob und sie tief und gründlich küsste.


Nathan hatte den letzten Tag des Semesters gemeinsam mit seinem Vater verbracht, sich weigernd, die Gesellschaft des Mannes zu verlassen, bevor es an der Zeit war. Als er danach gefragt wurde, hatte er seinem Vater erklärt, dass sein Schrankkoffer gepackt war, dass seine Freunde wussten, dass er mit ihm zusammen war und er sich mit ihnen auf dem Abschlussfest treffen würde, von wo aus sie sich dann zum Gemeinschaftsraum und am Morgen zum Hogwarts-Express begeben würden.

»Wirst du in Hogsmeade sein, wenn der Zug abfährt?«

»Nein, ich habe meine eigenen Verpflichtungen hier im Schloss.«

»Ich verstehe …«

»Wir sollten zur Großen Halle gehen.«

Das war es. Nathans erstes Jahr war im Begriff zu enden. Er sollte vor Glück auf und ab hüpfen, so wie seine Freunde, doch tatsächlich fühlte er sich viel zu bleiern, um zu springen.

»Aber zuerst sollten wir das hier an deinen Roben feststecken.«

Nathan beobachtete, wie sein Vater das neue Granger-Snape-Insigne an seinen Roben befestigte, während er in einer Art Sprechgesang etwas auf Latein intonierte. Das Symbol ihrer neugeborenen Familie glühte in weißem Licht und warf Schatten auf das kantige Gesicht seines Vaters. Nathan war davon überzeugt, dass sein Lächeln ebenso strahlend war wie das Licht des Zaubers.

»Es sieht perfekt an dir aus«, kommentierte sein Vater.

»Wo ist deins?«

»Ich brauche jemanden, um den Sprechgesang zu intonieren, bevor ich meins tragen kann.«

»Ich kann das machen!«, erbot Nathan sich.

»Deine Magie ist nicht ausgereift genug für diese Art von Zauber. Wir werden deine Mutter fragen, wenn wir sie das nächste Mal sehen.«

»Wann wird das sein?«

»Nicht jetzt. Wir dürfen uns zum Abschlussfest nicht verspäten, und es gibt noch etwas anderes, was wir davor tun müssen.«

Der Zauberer gab Nathan keine Zeit, um dahinterzukommen, worum es sich dabei handeln könnte. Sie wanderten geschwind durch die Kerker-Korridore, kamen jedoch zu einem unerwarteten Halt, noch bevor sie die Große Halle erreichten. Nathan runzelte verwirrt die Stirn. Sie standen vor den Stundengläsern der Häuser.

»Warum haben wir hier angehalten?«, fragte Nathan.

Für einen Moment schien es nicht so, als dass in Kürze eine Antwort bevorstehen würde, doch dann brachte Severus sein Gesicht näher an Nathans Ohr und sagte in einer Stimme, die nur er hören konnte: »Fünfzig Punkte an Gryffindor.«

Sie beobachteten, wie die Rubine ins Stundenglas fielen – Nathan entgeistert, mit offenem Mund gaffend, Severus mit einem zufriedenen Grinsen auf seinem Gesicht.

Nathan wandte sich zu seinem Vater um, mit riesigen Augen. »Du hast mir Hauspunkte zugesprochen.« Er war nach wie vor fassungslos.

»Ich werde das bestreiten, falls irgendjemand mich fragt.« Das Grinsen befand sich auch jetzt noch dort, und in seinen Augen tanzte Amüsement.

»Wofür sind die Punkte?«

Die Züge seines Vaters wurden dann sehr ernst. »Dafür, der beste Erstklässler zu sein, den ich unterrichtet habe, seit deine Mutter hier Schülerin war.«

Schmetterlinge tanzten in Nathans Magen und Brustkorb, und er spürte ein Kribbeln hinter seinen Augen. Er biss auf seine Unterlippe, regungslos stehen bleibend, oder er würde damit beginnen, wie ein Baby zu weinen. Die ganze Anerkennung, von der er erhofft hatte, dass er sie bekommen würde … Er hatte das ganze Jahr auf diesen Moment gewartet. Nathan blinkte, und eine Träne entkam seiner Kontrolle und rann herunter. Eine warme Hand wischte sie für ihn ab.

»Danke«, wisperte Nathan.

»Nein, ich danke dir, mein Sohn.«


Die fünfzig Punkte, die sein Vater ihm in letzter Minute zuerkannt hatte, waren nicht genug gewesen, um Gryffindor den Hauspokal zu bringen, doch Nathan kümmerte das nicht. Er fühlte sich ermutigt und stolz auf sich selbst, weil er das erreicht hatte, was er seiner Mum gesagt hatte, dass er es erreichen würde: der beste Schüler zu sein, den Hogwarts in Jahren gesehen hatte. Nun, zumindest in den Augen seines strengsten Professors.

Jetzt, auf den roten Baldachin seines Bettes starrend, spielte Nathan mit dem Insigne – das Metall noch immer warm von der Beschickung mit Magie – und dachte darüber nach, wie sehr er seinen Dad während des Sommers vermissen würde.

Wie wunderbar würde es sein, wenn sein Dad mit ihm leben könnte. Da war so viel, was er ihm zeigen wollte, Dinge aus seinem Privatleben zu Hause, seine Bücher, Spiele, Lieblingsplätze … Er wollte Jeremy seinen Dad vorstellen, mit dem Jungen und dessen Dad Fußball spielen, wie sie es immer getan hatten – jetzt jedoch fügte Nathans Phantasie seinen eigenen Dad dieser Vorstellung hinzu, ebenfalls mitspielend.

Dieses Image ließ Nathan kichern. Es war schwer, sich seinen Vater vorzustellen, der etwas so Triviales tut, wie einen Fußball zu kicken. Mochte er überhaupt diese Muggel-Sachen? Mochte er zum Beispiel Kinofilme? Nathan hatte nie gefragt. Sie konnten gemeinsam ins Kino gehen, wenn sein Vater mit ihm lebte. Sie konnten den Park auf der gegenüberliegenden Seite des Wohnblocks besuchen, die Vögel beobachten, Fangen spielen.

Das waren die Dinge, von denen Nathan sich immer vorgestellt hatte, dass er sie machen würde, wenn er endlich seinen Dad kennenlernte.

All das schien jetzt albern zu sein.

Die Realität war vollkommen andersgeartet als seine Tagträume in der Vergangenheit. Er wusste nicht einmal, wann er seinen Dad das nächste Mal sehen würde, und dies peinigte Nathan. Die Vernunft sagte ihm, dass er seinen Dad gelegentlich während der Sommerferien sehen würde, doch sein Herz schmerzte nichtsdestoweniger. Das war nicht die Art und Weise, wie Nathan sich wünschte, dass es weitergehen sollte. Er wollte im der Lage sein, mit seinem Dad zusammen zu sein, wann auch immer er ihn vermisste.

Das echte Leben war kein Wunschkonzert.

Am Morgen würde Nathan mit dem Hogwarts-Express abreisen, und allein Merlin wusste, wann er seinen Dad wiedersehen würde.


Hermione wartete, bis der Zug auf Gleis Neundreiviertel zum völligen Stillstand gekommen war. Sie war erpicht darauf, ihren kleinen Jungen mit sich nach Hause zu nehmen. In Hogwarts Zeit mit ihm zu verbringen, war nicht dasselbe, unabhängig davon, was andere sagen würden. Sie freute sich darauf, dass Nathan das Appartement mit Lärm und Leben erfüllte.

In letzter Zeit hatte Severus diese Rolle gespielt, doch Hermione war eine unersättliche Hexe; sie wollte, dass sowohl Nathan als auch Severus ihr Leben vibrierend mit Energie und Heiterkeit erfüllten.

Der Bahnsteig wurde jetzt von glücklichen Kindern überschwemmt. Sie suchte die Menge nach ihrem glücklichen Kind ab, doch als sie Nathans ansichtig wurde, war er keiner dieser strahlenden Jungen. Sie kam ihm auf halbem Weg entgegen, ihr Glücksgefühl stolz auf ihrem Gesicht tragend, und bekam ein Lächeln als Erwiderung.

»Willkommen daheim, Liebling.« Hermione umarmte ihn fest und küsste ihn auf den Scheitel.

»Danke, Mum. Würdest du bitte meinen Schrankkoffer leichter machen? Es ist Scheiße, keine Magie benutzen zu dürfen.«

»Wortwahl!«, tadelte Hermione ihn, einen Seufzer unterdrückend, während sie den gewünschten Zauberspruch ausführte.

»Entschuldigung.«

Unglücklich und schlecht gelaunt, vermutete Hermione. Sie begannen, sich langsam auf den Weg nach Muggel-London zu machen.

»Jeremy hat gefragt, wann du Zuhause sein würdest. Ich glaube, er hat ein neues Videospiel, das er unbedingt mit dir teilen will.«

Ein weiteres Lächeln. Gut. Diese ganze Launenhaftigkeit musste Teil davon sein, dass ein Junge zu einem Teenager wird – unglücklicherweise.

»Weißt du, wir sollten eine Woche ausschließlich als Muggel-Woche verbringen. Was meinst du? Parks besuchen, ins Kino gehen, vielleicht die Gibsons einladen, ein Fußballmatch anzuschauen …«

»Klingt großartig, Mum.«

Irgendwie hatte dieser letzte Vorschlag Nathan die wenige Heiterkeit verlieren lassen, die er bis jetzt noch gezeigt hatte.

Sie rief ein Taxi und nahm die schweigsame Heimreise mit Geduld hin.


Seine Mutter hatte seinen Vater nicht erwähnt – nicht ein einziges Mal. Vielleicht hatte sich Nathan die ganze Zeit geirrt. Vielleicht hatte die Hoffnung, die er in seinem Inneren beherbergt hatte – dass seine Eltern zusammen waren, eine Beziehung miteinander hatten – wirklich nur darin bestanden: in Wunschdenken. Seine Eltern trafen sich vermutlich nur im Schloss oder verbrachten nur dort Zeit zusammen. Er konnte von Glück reden, wenn er seinen Dad überhaupt zu sehen bekommen würde, bevor der Unterricht wieder begann.

»Müde?«, fragte seine Mum. »Wir sind fast zu Hause.«

Er zwang sich um ihretwillen zu einem Lächeln. Nathan wusste, dass seine Mutter lediglich versuchte, ihn aufzumuntern. Als das Taxi anhielt, schaute Nathan auf das Gebäude, in dem er gelebt hatte, solange er sich erinnern konnte, und versuchte noch einmal, mehr Zufriedenheit als Schwermut dafür zu verspüren, nach Hause gekommen zu sein. Er hatte immer gern hier mit seiner Mum gelebt, in der Nähe von all seinen Freunden. Jetzt jedoch waren nicht alle seine Freunde hier und seine Familie war unvollständig. Allein mit seiner Mum zu leben, war für ihn nicht mehr genug.

Er zog am Griff seines Schrankkoffers, und er bewegte sich nicht.

»Ich musste den Zauberspruch beenden, anderenfalls hätte der Taxifahrer es bemerkt. Hier.« Sie warf den Zauberspruch erneut, der seinen Schrankkoffer leichter machte und lächelte.

»Danke.«

Sie nahmen die Stufen nach oben, während Nathan darüber nachdachte, wen er in Hogwarts zurückgelassen hatte. Er rieb unbewusst über das Insigne an seinem Hemd, während Hermione die Tür für sie aufschloss. Nathan zog seinen Schrankkoffer in die Mitte des Wohnzimmers.

»Gerade rechtzeitig zum Tee.«

Der Schrankkoffer krachte beim Klang dieser Stimme mit einem lauten Bums auf den Fußboden.

»Dad!«

Nathan kümmerte es nicht, dass er den Mann am Vortag gesehen hatte, er rannte los und warf seine Arme um ihn, ihn fest umarmend.

»Hast du ihm nichts erzählt?«, hörte er seinen Vater fragen.

»Ich hab' mich eines Besseren besonnen und entschieden, dass Nathan die Überraschung mögen würde«, antwortete seine Mutter und blieb neben ihnen stehen. »Vielen Dank dafür, dass du meinen Lieblingstee kochst.« Sie stellte sich dann auf Zehenspitzen und küsste seinen Vater auf die Lippen.

»Ich wusste es!«, sagte Nathan aufgeregt. »Ihr habt eine Beziehung miteinander!«

Sein Vater stöhnte auf, und seine Mutter sagte: »Ich sagte dir, dass er es bereits weiß.«

»Gryffindors …«

Das brachte seine Mutter zum Lachen. Nathan schloss sich ihrem Lachen an.

Dies war der beste Tag seines Lebens, und er stand dazu bereit, diesen zu dem Ersten von Vielen zu machen, die noch kommen sollten.


A/N: Das war's, Leute! Das ist mein versprochenes glückliches Ende für Nathan, Hermione und Severus.:0D

ferporcel

Im nächsten Kapitel … Der Epilogue™

Durch diese Story inspirierte Arbeiten:

NEM CSAK GRANGER durch Eskies (Übersetzung ins Ungarische)

Mais Que Um Granger durch ferporcel (Übersetzung in Portugiesisch)

Die Blaue Decke durch ferporcel

The Blue Blanket by ferporcel