Ich danke euch wie immer für die lieben Reviews, CaroloveSeverus, Lufa und Marylein! Ich tue mein Bestes, aber die Beiden machen es mir nicht gerade leicht. Sie wollen ja, aber sie stellen sich dabei so blöd an. Tja ich habe mir zur Sicherheit mal Hilfe organisiert. ;-)

Das ist nun schon das vorletzte Kapitel. Eines kommt noch. :-)

Liebe Grüße Gaby

35 Besuch aus Ismear

Die Tage vergingen. Jeden davon nahm er sich aufs Neue vor zu ihr zu gehen, um die Idee sogleich wieder zu verwerfen. Was sollte er ihr sagen? Das er sie liebte? Das wusste sie und trotzdem war sie gegangen. Wenn ihr etwas an ihm liegen würde, dann wäre sie doch geblieben? Geistesabwesend schritt er durch die Gänge von Hogwarts und übersah dabei sogar Minerva.

Die aber musterte ihn stirnrunzelnd. Irgendetwas ging in ihm vor. Er war, seit er mit Hermione aus dem Wald gekommen war, so anders. Sie hatte mehrmals versucht mit ihm darüber zu sprechen, aber jedes Mal blockte er ab und weigerte sich darüber auch nur ein Wort zu sagen.

Sie bekam nur eine Antwort von ihm: „Da müssen sie Miss Granger fragen!"

Das hatte sie getan, aber auch diese verhielt sich merkwürdig. Auch sie weigerte sich standhaft etwas darüber zu erzählen und wirkte traurig und niedergeschlagen auf sie.

Hier stimmte etwas nicht und sie würde nicht eher Ruhe geben, bis sie die Wahrheit kannte. Sie befürchtete innerlich das Schlimmste. Was, wenn Severus Hermione irgendetwas angetan hatte? Er war zeitweise doch sehr unberechenbar. Anders konnte sie sich das Verhalten der beiden nicht erklären. Seufzend machte sie sich auf den Weg in ihr Büro. Sie musste etwas unternehmen, um die Wahrheit herauszufinden.

*

Severus ging in seine Gemächer, die ihm seit dieser unseligen Geschichte in Ismear irgendwie fremd vorkamen, aber vor allem leer. Unentwegt musste er an sie denken und wie sehr sie ihm fehlte. Es war als würde ein Stück von ihm selbst fehlen, als wäre er nur mit ihr vollkommen und sie hatte ihn verlassen. Wenn sie wüsste mit was für Gedanken er sich herumschlug, sie würde ihn wahrscheinlich auslachen. Unbewusst strichen seine schlanken Finger über einen Stein.

Jenem Stein aus Ismear, der wenn er ihn in die Hand nahm noch immer leuchtete. Er hatte ihn in seiner Tasche gefunden und aus unerklärlichen Gründen behalten. Plötzlich kam ihm eine Idee. Es war die einzige Möglichkeit für ihn die Wahrheit herauszufinden. Sein Herz schlug schneller bei diesem Gedanken. Er war kein Pokerspieler und doch war er bereit dazu alles auf eine Karte zu setzen.

Er musste die Wahrheit wissen und dann würde er für immer von Hogwarts fortgehen, denn er ahnte bereits, wie diese aussehen würde. Fest presste er die Lippen aufeinander. Er empfand Furcht in seinem Herzen, aber er würde es trotzdem tun. Er war kein Feigling.

*

Heftig schlug Doro Eldor auf den Rücken. Erschrocken zuckte dieser zusammen um sich dann wütend zu dem Störenfried umzuwenden.

„Lass diesen Unfug!" zischte er ihm böse zu und starrte dann wieder geradeaus. Sein Gesicht wirkte voller Sorgen.

„Was hast du?" Unwillig schüttelte Eldor den Kopf.

„Ich weiß nicht. Es ist nur so eine Ahnung." Tief seufzte er.

„Damals als ich Severus und Hermione kennen lernte, da passierte auch etwas zwischen ihnen und sie hätten es beinahe nicht geschafft zueinander zu finden, obwohl ihre Liebe zueinander so offensichtlich war…" Hier brach er ab. Mit einer Hand rieb er sich über den Nacken.

„Wir haben bisher noch nichts von ihnen gehört. Was hältst du davon wenn wir den beiden einen Besuch abstatten?"

Über Doros Züge legte sich ein übermütiges Grinsen. Er war für jedes Abenteuer zu haben. Jetzt wo in Ismear Frieden eingekehrt war und schön langsam die Spuren die Balogh hinterlassen hatte verschwanden. Es war viel passiert in den letzten Wochen und Monaten.

Ragh war wieder vollkommen gesund und tat auf seine Art Buße. Unermüdlich half er das Land wiederaufzubauen und zwar mit bloßen Händen. Er und Sahaela hatten sich ineinander verliebt, aber er wollte sie erst zur Frau nehmen, wenn er all seine Schuld abgearbeitet hatte. Außerdem beharrte er beständig darauf nicht gut genug für sie zu sein.

Jeder verdrehte bei dieser Aussage nur noch die Augen. Er war ein anderer geworden. Ragh hatte viele Fehler gemacht in seinem Leben, aber er bereute aufrichtig und jeder konnte das sehen. Sahaela würde ihn schon noch zur Vernunft bringen, da war sich Doro ganz sicher. Sahaela hatte sich stark verändert. Sie nahm die Bürde der Regentschaft über das Land sehr ernst.

Sie versuchte all das Leid, das Balogh verursacht hatte, wieder gut zu machen. Sie hatte all seine erlassenen Gesetzte außer Kraft gesetzt und Neue, bessere geschaffen, die in erster Linie zum Schutz des Volkes dienten. Doro half ihr, wo sie ihn brauchte, aber im Grunde machte sie ihre Sache ganz gut. Wieder schlug er Eldor auf den Rücken, was ihm diesmal einen Schlag mit Eldors Stock in die Magengrube einbrachte. Aufkeuchend klappte der Jüngere zusammen.

„Worauf wartest du noch? Lass uns die Beiden besuchen!" schlug Doro von unten herauf grinsend vor, sich dabei aber noch immer den schmerzenden Bauch haltend.

„Also gut sie hatten genug Zeit ihre Probleme alleine zu lösen, wenn sie es nicht geschafft haben sollten, dann müssen wir ihnen eben helfen!" Entschlossen marschierten sie auf das Schloss zu und machten sich auf dem Weg zum Spiegel.

*

Wieder ertappte sie sich dabei, wie sich eine Träne aus ihren Augen davon stahl und heimlich heruntertropfte. Sie vermisste ihn ganz schrecklich und statt das es mit jedem Tag weniger wurde, wurde es schlimmer. Auf nichts konnte sie sich konzentrieren. Sie hatte ihre Eltern besucht, aber es war merkwürdig, obwohl diese noch immer dieselben waren, war doch alles anders. Das gleiche Gefühl beschlich sie auch als sie sich mit ihren Freunden traf. Alles was sie zu erzählen hatten erschien ihr so unbedeutend im Vergleich dazu was sie erlebt hatte. Sie war in einem fremden Land gewesen, in einem parallelen Universum und wäre dort beinahe gestorben.

Und zugleich fand sie die Liebe ihres Lebens – Severus. Niemanden konnte sie das erzählen ohne für verrückt gehalten zu werden. Gut das mit dem parallelen Universum würden sie ihr wahrscheinlich sogar glauben, aber ihre Liebe zu Severus. Niemals! Sie würden sie sicher in einsperren. Unschlüssig drehte sie die Nachricht, die sie von Minerva bekommen hatte, in ihren Händen.

Eigentlich war es eine Einladung. Vermutlich wollte sie sie erneut mit Fragen löchern. Diese Frau war schlau und natürlich war ihr aufgefallen, dass etwas anders war. An ihr, an Severus. Sie sollte nicht nach Hogwarts gehen, aber andererseits sie musste ihn sehen…Vielleicht?

Mädchen du gibst dich Illusionen hin! Er hat damals nichts gesagt und er wird es auch heute nicht tun! Tief traurig biss sie sich auf die Lippen. Es tat so weh.

*

„Wie funktioniert das?" fragte Eldor laut und tastete den Rahmen entlang und berührte die Spiegelscheibe, aber nichts tat sich.

„Das fragst du mich? Wer ist den hier der Weisere und Ältere von uns beiden?" erwiderte Doro frech und grinste ihn spitzbübisch an, was ihm einen finsteren Blick einbrachte.

„Wie haben es eigentlich die Beiden gemacht?" stellte Doro wieder etwas ernster die nächste Frage. Eldor dachte kurz nach, dann holte er tief Luft und straffte seine Schultern.

„Also gut. Ich tue das zwar nur äußerst ungern, aber der Zweck heiligt sozusagen die Mittel. Gib mir deine Hand!" verlangte er von Doro. Unwillig überließ er ihm diese und wartete ab was als nächstes kam.

„Leg deine andere Hand an den Rahmen!" befahl ihm Eldor.

„Und nun?" fragte Doro.

„Und nun warten wir!" entschied Eldor.

*

Nachdenklich sah er hinein und strich über den Rahmen. Er hatte den Raum magisch versiegelt. Niemand sollte aus Versehen nach Ismear gelangen. Es war einfach zu gefährlich. In letzter Zeit ertappte er sich häufiger dabei, das er hier stand und hineinstarrte. Aber außer einem sentimentalen Trottel der ihm verdammt ähnlich sah konnte er in ihm nichts entdecken. Heute war sein großer Tag. Heute wollte er zu ihr gehen und ihr den Stein bringen. Wenn sie ihn liebte…

Quäl dich nicht damit, du kennst die Antwort! Rief ihm seine innere Stimme zu. Ja, verdammt er kannte die Antwort. Schwungvoll drehte er sich um und verließ den Abstellraum. An der Tür murmelte er ein paar Worte und sorgte so wieder dafür, dass niemand den Raum betreten konnte. Hastig sprang er die Stufen nach oben, der Stein wog dabei schwer in seiner Tasche und schritt mit großen Schritten auf das Portal zu. Plötzlich verstellte Minerva, die auch das Schloss verlassen wollte, ihm den Weg.

„Wo willst du hin?" fragte sie ihn neugierig.

„Das, meine Liebe, geht dich nichts an!" kam es fauchend von ihm zurück. Er wollte sich schon an ihr vorbeischlängeln, aber so leicht ließ sie ihn nicht davon kommen. Schnell schloss sie zu ihm auf und bemühte sich mit ihm Schritt zu halten.

„Wir bekommen heute Besuch!" versuchte sie ihn zu ködern. Ein gleichgültiges Achselzucken von ihm war die einzige Antwort, die sie bekam.

„Es ist Hermione!" Leicht zuckte er bei ihren Worten zusammen, wurde langsamer und holte überrascht Luft. Nicht eine dieser Regungen entging Minerva.

„Was ist zwischen euch beiden? Was ist im Wald vorgefallen? Was hast du ihr angetan?" Nun blieb er tatsächlich stehen und wandte sich ihr vollends zu. Seine Stirn hatte er in tiefe Falten gelegt und ernst sah er sie an. Es schmerzte ihn unerklärlicherweise, das Minerva tatsächlich dachte er könnte Hermione wehtun. Für was für ein Monster hielt sie ihn?

„Was denkst du habe ich ihr angetan?"

Sie hatte sich tatsächlich so ihre Gedanken gemacht und dabei war in ihrer Vorstellung Severus gegenüber Hermione gewalttätig geworden. Wie sonst sollte sie sich die Veränderung von beiden erklären. Es muss etwas Schreckliches zwischen den beiden passiert sein.

„Sag du es mir!" verlangte sie streng und lauernd zugleich.

„Du hast dir doch schon deine Meinung gebildet und ich werde den Teufel tun diese zu korrigieren!" bellte er ihr zornig ins Gesicht und ließ sie stehen.

Fassungslos sah sie hinter ihm her, dann raffte sie ihre Robe und folgte ihm. Sie würde ihn nicht mit Hermione alleine lassen, nicht eine Sekunde. Wer konnte schon sagen was dann passierte?

*

„Wow!" stieß Doro hervor.

In der einen Sekunde stand er noch im Schloss und wollte eine alberne Bemerkung zu Eldor machen, weil dieser so krampfhaft seine Hand hielt und in der nächsten stand er mit ihm, immer noch Händchenhaltend, in einem unbekannten Wald.

„Hat es jetzt geklappt?" Fragend sah er Eldor an, doch dieser ließ seine Hand fallen und lief bereits los.

„Das ist ganz fantastisch!" auch Eldor war davon begeistert.

Von den Geräuschen die durch den Wald klangen weniger. Doro zog sein Schwert und hielt es schützend vor sich, auch Eldor umklammerte seinen Stock fester. Wer weiß welche Kreaturen diese Geräusche verursachten. Entschlossen gingen sie weiter und erreichten schon bald das Ende des Waldes. Vor ihnen erhob sich ein großes Schloss. Viel größer als Inferlant und auch irgendwie anders.

Während Inferlant mehr einer alten Ritterburg glich, war Hogwarts vor dem sie unwissend standen mehr ein Schloss mit all seinen vielen Türmchen und Gebäuden.

„Wow!" entfuhr es Doro erneut. Genervt wandte sich Eldor ihm zu.

„Lass das!" fauchte er ihn an.

„Was?" wollte Doro nichts ahnend wissen.

„Dieses…dieses ständige Gewowe!" Sie stapften Seite an Seite über die Wiese als plötzlich ein Riese vor ihnen auftauchte und sie finster musterte. Beide blieben stehen und schluckten schwer.

*

Nervös strich sie sich immer wieder über die Lippen. Sie war wieder hier. Wenige Schritte nur trennten sie vom Schloss. Sie bräuchte nur noch hinzugehen, aber irgendwie wollten ihre Beine sich nicht bewegen. Gelähmt vor Angst stand sie da. So große Furcht hatte sie nicht einmal vor Balogh empfunden und dieser wollte sie immerhin töten.

Hier stand sie nur in Gefahr ihr Herz erneut brechen zu sehen. Sie schlang die Arme um sich selbst und schimpfte sich einen Feigling. Wo war nur ihr Mut geblieben? Sie hatte gewusst, als sie die Einladung von Minerva bekam, dass durchaus die Gefahr bestand ihm zu begegnen und hatte sie nicht deshalb bewusst zugesagt?

Sie war ein Mensch der sich den Dingen stellte, egal wie schlimm sie waren und das hier war besonders schlimm. Sie liebte ihn, sie vermisste ihn und es tat ihr unglaublich weh zu wissen, dass er nur ein paar Schritte entfernt von ihr sein Leben normal weiterlebte, während ihre Welt in kleine Stücke zerbrach.

*

Minerva hechtete hinter Severus aus dem Schloss und folgte ihm. Nicht weil sie ihn weiter mit Fragen bombardieren wollte, sondern weil sie den gleichen Weg hatten. Wieder fragte sie sich wohin er wollte. Er schlug den Weg zum Apparierplatz ein, von dort wollte sie Hermione abholen. Wenn das mal gut ging.

Schnell schritt er voran und Minerva musste fast laufen um ihn nicht zu verlieren. Vor ihnen tauchte eine schmale Gestalt auf. Hermione. Alle blieben sie gleichzeitig stehen und erstarrten. Während Minerva gespannt von einem zum anderen blickte, nahmen die beiden sie schon gar nicht mehr war. Sie hatten nur Augen füreinander. Unbewusst machten sie einen Schritt aufeinander zu.

Nur noch wenige Meter trennten sie von einander. Hungrig glitt sein Blick über sie. Er hatte sie solange nicht gesehen. Auch sie konnte sich kaum satt sehen an ihm.

„Ich…" begann er.

„Du…" auch Hermione hatte ihre Stimme wieder gefunden. Sie streckte eine Hand nach ihm aus.

„Severus, Hermione da seit ihr ja!" rief plötzlich eine Stimme hinter ihnen und unterbrach sie.