A/N: Mit einem lachenden und einem weinenden Auge ist hier endlich das letzte Kapitel. An dieser Stelle möchte ich noch mal jedem einzelnen Reviewer bedanken. Ich bin mir absolut sicher, dass ich ohne eure ehrlichen Kommentare nie bis hier hin durchgehalten hätte. Jetzt – nach über einem Jahr– hab ich's endlich geschafft, die FF zu beenden, der ich wirklich viel Zeit, Notizbücher und –blöcke gewidmet habe und ich hoffe natürlich, dass ihr mit dem letzten Kapitel zu frieden seid und würde mich über das ein oder andere Review auch von den Lesern freuen, die sich noch nicht geäußert haben – ich hoffe auch euch hat es gefallen.

Kapitel 36

Neue Wege

Hermines Eltern bestanden darauf, ihre Tochter wenigstens für ein paar Tage nach Hause zu holen. Hermine war einerseits froh über die Ruhe im elterlichen Haus, die ihr endlich Erholung bescherte. Andererseits konnte sie es kaum abwarten zum Fuchsbau kommen, wo in diesen Tagen die Vorbereitungen für ein riesiges Fest auf Hochtouren liefen. Zwar hatten im Ministerium Feierlichkeiten stattgefunden, doch einem Großteil der Zauberergemeinschaft stand es nach ausgelassenem Feiern und nicht nach trockenen Reden.

Zwei Tage nachdem Hermine nach Hause gekommen war, trafen zwei Eulen ein. Hermine sprang aus ihrem Sessel und öffnete das Wohnzimmerfenster, um die Vögel – gegen die Proteste ihrer Mutter – hinein zulassen. Die erste Eule war Pig, der sich sogleich nachdem Hermine ihm Rons Brief abgenommen hatte, auf die Kekse stürzte, die Mrs. Granger gerade auf den Tisch gestellt hatte. Der Brief enthielt eine Einladung für das Fest im Fuchsbau. es wird Zeit, dass wir endlich unseren Sieg feiern', schrieb Ron. ‚…du kannst dir gar nicht vorstellen was hier los ist. Tag und Nacht ist das Haus rappelvoll! So langsam zweifelt Mum daran, ob es eine gute Idee war, das Fest hier auszurichten. Aber jetzt ist es zu spät. Du wirst es ja selber sehen, wenn du kommst…'

Hermine las den Brief zu Ende und wandte sich dann der zweiten Eule zu, die stolz auf einer Stuhllehne thronte. Hedwig streckte Hermine ihr Bein entgegen und Hermine sah, dass Harry ihr nicht nur einen Brief sondern auch eine Ausgabe des Klitterers geschickt hatte. Neugierig besah sie das Titelblatt und überflog die ersten Seiten. Harry hatte ein großes Interview gegeben und Hermine konnte sich lebhaft vorstellen, wie überrascht Luna und ihr Vater angesichts der riesigen Nachfrage waren. Sie las das Interview nun aufmerksam durch und bemerkte erfreut, dass Harry versucht hatte, Dracos Ruf als Todesser endgültig zu beseitigen. Ansonsten galten seine Berichte vor allem dem finalen Kampf in Hogwarts.

Anschließend öffnete Hermine den Umschlag und las Harrys Brief. ‚…erinnerst du dich noch an Rita Kimmkorns Flotte Schreibfeder? Sie hat sie mir geschenkt, so dass ich alles nur diktieren muss. Ich hoffe nur, dass die Feder die Dinge nicht verdreht… Hier im Fuchsbau ist die Hölle los, aber es stört mich nicht im Geringsten – im Gegenteil, mir geht es richtig gut. Tonks, Lupin und Draco sind auch oft hier und zig andere Leute gehen ein und aus, von denen ich nicht weiß, ob ich sie schon mal gesehen habe. Charlie ist auch wieder hier…'

Nachdem sie zu Ende gelesen hatte, faltete Hermine den Brief gedankenverloren zusammen. Sie brannte darauf, Draco wieder zu sehen und zu erfahren, wie es ihm bei Lupin und Tonks ging. Ein wenig enttäuscht, dass er ihr noch nicht geschrieben hatte, öffnete sie erneut das Fenster und sah zu, wie Hedwig leise schuhuend hinaus flog. Pig, der sich noch immer gütlich an den Keksen tat, schien mit dem Gedanke der Abreise ganz und gar nicht einverstanden zu sein. Sobald Hermine in seine Nähe kam, flog er fröhlich zwitschernd eine die andere Ecke des Wohnzimmers. Endlich, als er sich einen weiteren Keks stibitzen wollte, schaffte Hermine es, ihn hinaus zu treiben.

- - -

Am Nachtmittag drei Tage später apparierte Hermine zum Fuchsbau. Das ganze Gebäude schien emsig zu summen und zu brummen wie ein Bienenstock. Obwohl es Herbst war, wollte man die Feier draußen begehen. Aus diesem Grund liefen die Weasleys und unzählige Helfer pausenlos rein und raus und brachten – nicht selten mit Hilfe von Magie – allerlei Speisen, Geschirr, Lichter, Stühle oder Feuerwerkskörper hinter das Haus – und wie Hermine bald erfuhr, auf ein freies Feld.

Hermine bahnte sich zunächst einen Weg in die Küche, wo Mrs. Weasley mit einem Kochlöffel bewaffnet stand und das gesamte Geschehen lautstark zu Überwachen versuchte.

Nein, alle Butterbierfässer sind schon drüben, aber jemand muss endlich die Gläser rüberbringen… Ron, wo willst du hin? Hier ist noch genug zu tun! Stell dich bei Merlin bloß nicht so an!... Ahh, Tonks meine Liebe, lass das ruhig stehen, dass wird sicher jemand-"

Klirr.

Vorsichtig stieg Hermine über den Scherbenhaufen und begrüßte Tonks, die verlegen versuchte, den Schaden zu beheben.

„Hermine!", rief Mrs. Weasley und drückte ihr prompt einen überdimensional großen Korb mit Weißbrot in den Arm. „Da, meine Liebe, geh einfach Ron hinterher."

Hermine blieb also nichts Anderes übrig, als den Brotkorb mit durch eben diesen nun deutlich beeinträchtigter Sicht hinaus zu manövrieren und Rons rotem Haarschopf zu folgen. Das tat sie auch und gelangte so durch den Garten, an einigen Bäumen und Sträuchern vorbei und schließlich auf ein großes Feld, das schon lange dem Wirken der Natur übergeben worden war. Beinahe auf dem ganzen Feld waren Fred, George, Ginny, Lupin, Draco und viele andere damit beschäftigt, Tische, Stühle und Bänke aufzustellen, das Essen herzurichten und bunte Lampions aufzustellen.

Als Hermine näher kam, entdeckte sie Harry, der lachend bei Fred und George stand und sich mit ihnen unterhielt. Ron stellte seine Last einfach irgendwo ab und bedeutete Hermine, es ihm gleich zu tun.

Da sie nun endlich freie Arme hatte, umarmte sie Ron und die anderen herzlich. Harry beteuerte erneut, wie gut es ihm ginge und Ginny bekräftigte dies mit einem breiten Lächeln im Gesicht.

Schließlich ging Hermine zu Draco, der ein wenig abseits auf die wartete.

„Du hättest mir schreiben können", sagte sie und versuchte vorwurfsvoll zu klingen.

„Ich weiß."

„Ich hätte wirklich gern gewusst, wie es dir bei Lupin und Tonks geht, weißt du."

„Wir waren fast die ganze Zeit hier", sagte Draco. „Erstaunlich, wie viel Zeit man verschwenden kann, um so ein Chaos zu veranstalten." Er ließ seinen Blick über das Durcheinander schweifen.

Hermine sah ihn streng an, wusste aber gleichwohl, dass er Recht hatte.

„Ich meine ja nur", sagte Draco und deutete auf die durcheinander gewürfelten Stühle, Körbe und Fässer, „dass mit ein wenig Planung alles viel einfacher wäre."
„Da wirst du wohl Recht haben", erwiderte Hermine und beschattete ihre Augen, um Draco genauer zu betrachten. „Und was sieht deine Planung so vor?"

„Na was wohl", murmelte Draco ehe er sie küsste.

Hermine half ihm anschließend dabei, die riesige Anzahl von Tischen aller Formen und Größen zu decken und ließ sich dabei von Draco erzählen, wie der Ablauf des Abends vorgesehen war.

„Es ist so ziemlich jeder eingeladen. Allein halb Hogwarts wird hier sein, und ich bezweifele, dass die Tische für alle reichen. Wie auch immer, eigentlich ist nicht weiter geplant außer Essen und Trinken den ganzen Abend lang, bis Mitternacht das große Feuerwerk losgeht."

- - -

Es kam, wie Draco es vorhergesehen hatte. Am frühen Abend, gerade als endlich alles aufgebaut war, trafen all jene ein, die sich an den Vorbereitungen zwar nicht beteiligt hatten, aber trotzdem feiern wollten. Bekannte und neue Gesichter, Schüler, Lehrer, Eltern, Auroren, Ordensmitglieder, Geschäftsinhaber, Ministeriumsbeamte – kurz: Hexen und Zauberer aus allen Schichten versammelten sich auf dem einsamen Feld hinter dem Fuchsbau.

Das Stimmengewirr schwoll an, je mehr Leute ankamen, andere mit Freudentränen in den Augen um den Hals fielen und auf den lang ersehnten Sieg anstießen. Harry kam aus dem Händeschütteln und Umarmen gar nicht mehr raus – verlor jedoch seine gute Laune nicht für einen Moment.

Die Abenddämmerung hatte bereits eingesetzt, als endlich alle saßen. Viele hatten auf heraufbeschworenen Stühlen Platz nehmen müssen, andere machten es sich auf Decken bequem. Lampions und Kerzen wurden angezündet und Butterbier ausgeschenkt.

Hermine wandte sich für eine Weile vom Gespräch ab (Draco, Harry und Ron, auf dessen Schoß Lavender saß, diskutierten über die angebliche Produktion eines Feuerblitz 02) und sah sich um. Niemals war Glück, Erleichterung, ja pure Freude so greifbar gewesen. Alle saßen, sprachen, aßen und lachten zusammen wie eine große Familie. Es war einmalig, und Hermine wusste, dass diese Einigkeit nicht für immer anhalten würde. Doch in diesem Moment genoss sie es einfach.

Die Lovegoods saßen zwischen den McMillans und Blaise Zabini, der alleine gekommen war. Ihnen gegenüber unterhielten sich Dädalus Diggel, Professor Sprout und Moody über das bevorstehende Feuerwerk. Hagrid hatte zwischen Charlie und Madam Malkins Platz genommen (Letztere erwies sich als ausgesprochene Expertin in Sachen nordeuropäische Drachen).

Der Abend verging wie im Fluge.

Als der Himmel sich allmählich orange verfärbte und die Sonne im Begriff war unterzugehen, sagte Draco zu Hermine; „Ich kann nicht länger auf dieser Bank sitzen. Kommst du mit, ein bisschen spazieren?"

Hermine nickte und erhob sich. Schweigend gingen sie am Feldrand entlang. Hermine begann zu frösteln und griff nach Dracos warmer Hand. Sie gelangten an ein weiteres Feld, an dessen Rand ein schmaler, gerade verlaufender Bach floss. Sie gingen daran entlang, während die Geräusche der Feiernden allmählich hinter ihnen verklungen. Ab und an trug ein leichter Windstoss den Hall ausgelassenen Gelächters zu ihnen, bis sie irgendwann nur noch ihre Schritte auf der trockenen Erde und das sanfte Plätschern des Wassers hörten. Hie und da erhob ein Vogel zum letzten Mal seine Stimme, ehe die Sonne untergehen und die kalten Tage kommen würden.

Schweigend sahen Draco und Hermine zu, wie die Sonne am Horizont versank. Es wurde dunkel um sie herum und die Kälte kroch in ihre Glieder. Draco legte seine Arme von hinten um Hermine, ließ seinen Kopf auf ihrer Schulter ruhen und atmete den Duft ihrer Haare ein.

„Draco", sagte Hermine mit leiser Stimme. Sie wollte die angenehme die Stille nicht unterbrechen, doch es gab Fragen, die ihr auf der Seele brannten. „Was hast du jetzt vor? Ich meine, wo-"

„Schhh", machte Draco und drehte sie sanft zu sich um.

Seine Augen lagen fast vollständig im Schatten, doch Hermine konnte sich an ihrem leichten Funkeln nicht satt sehen.

„Was denkst du? Willst du-"

„Hermine", sagte Draco und legte seinen Finger auf ihre Lippen. „Kannst du einmal nichts sagen?"

„Draco, du kannst mir nicht verbieten diese Fragen zu stellen", erwiderte Hermine, nachdem sie seine Hand gesenkt hatte.

„Tu ich das?", fragte Draco. Hermine konnte sich genau vorstellen, wie er eine Augenbraue nach oben zog und amüsiert auf sie herab sah.

„Nein, aber-"

„Ich schiebe es nur auf."

„Du unterbrichst mich ständig. Würdest du mich bitte ausreden lassen?"
„Aber selbstverständlich. Was hast du zu sagen?"
„Draco Malfoy!", rief Hermine und stemmte ihre Hände in die Hüfte. „Hör auf Spielchen mit mir zu spielen, sonst gehe ich!"

„Mmmhh… bist du etwa sauer auf mich?", murmelte Draco und begann vorsichtig die Konturen ihres Gesichtes nachzufahren.

„…ja…", entgegnete Hermine schwach, schloss ihre Augen, schlang ihre Arme um seinen Nacken und stieß einen zufriedenen Seufzer aus, als Draco langsam Küsse auf ihrem Hals verteilte. Seine Hände wanderten unter ihren Umhang und fuhren über den Stoff ihrer Bluse an ihren Seiten entlang. Hermine ließ eine Hand durch sein Haar gleiten, während wohlige Schauer über ihren Rücken jagten. Sie spürte seine Lippen auf ihren und seine Zunge, die begierig Einlass forderte. Draco zog sie näher an sich und aus Hermine Kopf waren jegliche Gedanken an die Feiernden verschwunden.

Erst als Draco begann die Knöpfe ihrer Bluse zu öffnen, löste sie sich schwer atmend von ihm.

„Was… soll das werden?", fragte sie und knöpfte ihre Bluse rasch wieder zu.

„Das weißt du doch ganz genau", entgegnete Draco.

Hier?", rief Hermine. „Ist es nicht ein bisschen zu kalt und na ja-"

„Frierst du?"

„Nein, aber-"

„Na also", meinte Draco leichthin und ließ seinen Umhang von seinen Schultern gleiten. Mit einer Bewegung seines Zauberstabs wurde daraus eine Decke, die für drei Personen gereicht hätte.

Hermine würdigte der Decke keines Blickes sondern sagte mit verschränkten Armen: „Du hast es schon wieder gemacht."

„Was?", fragte Draco und zog sie mit sich auf die Decke.

„Mich unterbrochen. Übrigens kannst du dir das hier abschminken."

„Weil ich dich unterbrochen habe? Das ist so… gryffindor."

„Nicht nur weil du mich unterbrochen hast", sagte Hermine, während sie stur auf der Decke saß. Sie konnte ihn ruhig ein bisschen zappeln lassen. Da schien Draco allerdings etwas gegen zu haben. Anstatt sich auf eine Diskussion einzulassen, lehnte er sich vor und küsste sie erneut.

So sehr Hermine sich auch anstrengte – sie wurde weich. Sie löste sich von ihm und sagte: „In Ordnung ich verzeihe dir, dass du mich unterbrochen hast. Aber ich glaube wirklich nicht, dass wir ausgerechnet hier…", sie ließ den Satz unvollendet und sah zweifelnd über ihre Schulter zu den Lichtern des Festes.

„Was habe ich dir gesagt?" meinte Draco und drehte ihren Kopf sanft zurück. „Du sollst nicht so viel reden." Mit diesen Worten küsste er sie aufs Neue und drückte sie vorsichtig nach untern, so dass sie lag.

Als er ihre unentschlossene Miene sah, hielt Draco jedoch inne. Hermine wusste, dass er auf ihre Einwilligung wartete.

Sie sah an Draco, der sich über sie beugte, vorbei in den unendlichen Sternenhimmel. Sie hörte das leise Rascheln, als ihr Umhang von ihren Schultern glitt. Im selben Moment war ihr so, als würde direkt über ihr eine Sternschnuppe verglühen. Vielleicht war es nur Einbildung; Hermine dachte nicht darüber nach. Sie blickte Draco in die Augen und lächelte.

- - -

Sie lagen aneinander gekuschelt und in die schwarze Decke gehüllt auf dem Feld, das in vollkommene Finsternis gehüllt war. Draco ließ gedankenverloren Hermine Haarsträhnen durch seine Finger gleiten und lauschte ihrem regelmäßigen Atem. Sie hatte die Augen geschlossen und den Mund leicht geöffnet.

Draco dachte über das nach, was sie ihn hatte fragen wollen. Ein Gedanke hatte sich in seinem Hinterkopf festgesetzt, denn er bis jetzt immer ignoriert hatte, doch je länger er darüber nachdachte, desto mehr gefiel ihm die Vorstellung. Es war etwas, was er konnte und liebte, was ihm nie langweilig werden konnte. Wenn er sich besann, wusste er, dass er sich schon immer gewünscht hatte. Natürlich war er bei weitem nicht der Einzige, der den Wunsch hatte, Quidditchspieler zu werden – im Gegenteil… Aber vielleicht war gerade das der Reiz für ihn. Es war etwas normales.

In seine Überlegungen versunken, hatte Draco nicht bemerkt, dass Hermine ihn durch die Dunkelheit hindurch seit einigen Minuten ansah.

„Ich werde nicht nach Hogwarts zurück kehren", sagte sie leise in kühle Nachtluft.

Draco drehte seinen Kopf ein wenig und sah sie leicht überrascht an. Er selber, sowie Harry und Ron hatten bereits erklärt, dass die das Schuljahr im Januar nicht weiterführen wollten, doch Hermine hatte sich dazu nicht geäußert.

„Was ist nur mit der Welt geschehen…", seufzte Draco. „Hermine Granger bricht ihre Schulausbildung vorzeitig ab. Kaum zu glauben."

„Aber nur um mit einer Ausbildung oder etwas in der Richtung weiterzumachen. Ich habe beschlossen, zum Ministerium zu gehen. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich da nun einiges ändern wird. Und wenn nicht, sorge ich dafür… Aber jetzt will ich endlich wissen, was mit dir ist! Willst du bei Lupin bleiben?", fragte Hermine neugierig.

„Bei Lupin bleiben? Merlin, nein! Wozu habe ich denn das Manor?"

„Du willst dahin zurückkehren?", wollte Hermine wissen. „Ins Haus deiner Eltern?"

„Abgesehen davon, dass ‚Haus' ein wenig untertrieben ist: ja, das will ich. Ich bin ein Malfoy und ich werde nicht bei irgendwelchen Leuten-"

„Das sind nicht irgendwelche Leute!"

„-leben, wenn mir Malfoy Manor zu Verfügung steht."

Hermine seufzte. „Ich hätte es wissen müssen. Es ist nur… diese Größe. Es ist so einsam, findest du nicht? Und düster…"

„Einsam? Das lässt sich ändern."

In diesem Moment ertönte ein lautes Zischen und wie aus dem Nichts fiel ein goldener Regen vom wolkenlosen Nachthimmel auf die Erde. Es war ein Schauer goldener Sterne, der Draco und Hermine für einen Moment in warmes Licht tauchte.

Das Feuerwerk hatte begonnen. Schon bald wurden die Felder in allen erdenklichen Farben erleuchtet von dem Spektakel, das sich hoch über ihnen abspielte. Sterne, immer wieder Sterne, aber auch Spiralen, Blitze, sogar Tiere in Form der Häuserwappen von Hogwarts zierten den Himmel.

Draco und Hermine lagen am Rand des einsamen Feldes und bestaunten das Feuerwerk, das niemals zu enden schien.

- - -

Zwei Wochen später – im Fuchsbau war es so ruhig wie schon lange nicht mehr – saßen Harry und Ron morgens am Küchentisch.

Mrs. Weasley war in der Winkelgasse, um wichtige Besorgungen zu machen. Die anderen Weasleys schliefen noch selig oder waren bereits abgereist (Bill und Fleur waren für einige „ruhige" Wochen nach Ägypten geflogen), letzteres galt auch für Hermine und Draco. Hermine hatte zugestimmt, für einige Tage mit nach Malfoy Manor zu kommen und Draco hatte ihr versichert, dass sie, sobald sie die wahre Schönheit seiner Wohnstätte erkannt hatte, nie wieder den Fuß in ein anderes Gebäude setzten würde.

Es war November. Vom Fenster aus konnte man einige Bäume sehen, die kahl in den Wolken bedeckten Himmel ragten. Ein kalter Wind ließ die Äste unablässig hin und her schwanken und blies lebloses Laub vor sich her. Die Landschaft schien wie gemalt von jemandem, dem die warmen und fröhlichen Farben ausgegangen waren. Alles war in eintöniges Grau und Braun gehüllt. Im Fuchsbau hingegen war es warm und gemütlich wie eh und je. Zwei dampfende Tassen heißer Schokolade standen vor Harry und Ron auf dem Tisch, neben einem Schachbrett.

„Turm auf C3", sagte Harry.

„C4", sagte Ron.

„Richtig", meinte Harry und hörte zu, wie die kleine Schachfigur über das Brett, das zwischen ihnen auf dem Küchentisch stand, glitt. Ron vollendete den Zug, indem er einen von Harrys Bauern ausschaltete.

„Okay", murmelte Harry. „Wo war noch mal dein Läufer? Und wo meiner?"

„Meine Läufer sind auf C5 und G4. Und deine… na ja, du hast keine mehr."

„Richtig, das wusste ich", sagte Harry seufzend und fuhr sich mit einer Hand durch das wirre Haar.

„Sollen wir nicht lieber aufhören?", schlug Ron vor. „Kein Mensch kann sich das alles merken! Man kann nicht Schach spielen, ohne das Brett zu sehen."

„Du willst mich doch nur vor einer schmachvollen Niederlage bewahren", sagte Harry schmunzelnd.

„Nein… ja, auch", gab Ron zu. „Ist doch egal. Hast du Hunger?" fuhr er fort, um vom Thema abzulenken. Er stand auf und stöberte in der Küche nach Essbarem. „Ich hoffe Mum bringt was mit… ich hab keine Lust doch noch an Hunger zu sterben… Aha, na bitte", er warf einige Schokofrösche auf den Tisch. „Bedien' dich."

Harry tastete die Tischplatte ab, bis er einen der Frösche fand. Er packte ihn aus, schob ihn in den Mund und hielt Ron die Bildkarte hin. „Wer ist es? Hast du ihn schon?"

„Naja… das musst du doch wissen", murmelte Ron, während er mit einem Ausdruck, der, hätte Harry ihn gesehen, ihm Sorgen bereitet hätte, die Bildkarte anstarrte.

„Was?", fragte Harry verwirrt.

„Obwohl…", Ron machte eine nachdenkliche Pause. „Vielleicht solltest du nicht ‚schon' sondern ‚noch' fragen."

Harrys Miene spiegelte nun absolute Verwirrung wider. Er konnte zwar Rons gequältes Gesicht nicht sehen, doch hörte er seinen tiefen Seufzer.

„Ron?", fragte Harry. „Alles in Ordnung?"

Ron murmelte etwas Unverständliches und legte die Bildkarte auf den Tisch. Harry wollte erneut wissen: „Wer ist drauf? Wer ist auf der Karte?"

Ron zögerte, dann sagte er: „Du."

Ich?", wiederholte Harry. „Aber… seit wann bin ich auf einer Bildkarte? Und meinst du mit ‚ob du sie noch hast'?"

„Ich meinte nicht die Karte", antwortete Ron verlegen.

Harrys Hände klammerten sich an die Armlehnen seines Stuhls. „Was willst du damit sagen, Ron?"

„Naja, es… ist nicht mehr wie früher, oder?", begann Ron zögernd. „Es war schon vorher so, bevor… du weißt schon, als wir die Horkruxe gesucht haben. Und jetzt… versteh das nicht falsch, ich will… deinem Glück nicht im Wege stehen."
„Ron…"

„Es ist nur so; wir sehen uns kaum noch. Entweder bis du bei Ginny, oder irgendwelche anderen Leuten. Ich kann ja verstehen, nach dem du alle gerettet hast, dass alle was von dir wollen… aber vergiss, dabei nicht, dass ich auch noch da bin."
„Ron", stammelte Harry entsetzt. Er wusste nicht, was er sagen sollte. Er wünschte, er könnte Ron in die Augen sehen. Es waren diese Momente, in denen er am meisten verzweifelte, Momente, in denen es ihn schmerzte, die Gefühle Anderer nicht sehen zu können.

„Es war nie meine Absicht… Ron, ich könnte dich nie vergessen. Es tut mir Leid-"

„Ist schon gut, Harry."
„Nein, das ist es nicht. Du bist neben Hagrid der erste gewesen, der für mich da war. Du hast immer hinter mir gestanden. Das werde ich nie vergessen. Glaub mir, ich fühl mich schrecklich, dass ich dich hängen gelassen habe. Ich hab es nicht gewusst. Ich… ich habe es wohl als selbstverständlich angesehen, dass du da bist. Es tut mir wirklich Leid. Weißt du, mir ging es hier auf einmal wirklich gut. Ich weiß nicht warum. Vielleicht weil wir endlich alles hinter uns gelassen haben, weil alle anderen froh waren. Weil ich… ich habe es hingenommen, dass ich nichts sehen kann, verstehst du? Ich versuche das beste daraus zu machen. Und es klappt. Ich war wohl so glücklich und beschäftigt mit all diesen Leuten zu reden… aber ich weiß, dass das keine Entschuldigung ist."

Stille trat ein.

Harry griff nach einem weiteren Schokofrosch. Wieder gab er Ron die Bildkarte. „Und? Wer ist es diesmal?", fragt er, als Ron nichts sagte.

„Ich", antwortete Ron mit erstickter Stimme. „Ich bin es."
Harry grinste. „Darfst sie behalten. Und jetzt lass uns weiter spielen."
„Weiterspielen?", wiederholte Ron, nachdem er seinen Blick von der Bildkarte gerissen hatte.

„Was bleibt mir sonst übrig? Jetzt, wo ich nicht mehr Quidditch spielen kann…"

„Aber doch nur noch drei Wochen", sagte Ron. „Dann ist der Trank fertig und alles wird wie vorher."

„Wird es?", murmelte Harry zu sich selbst, so dass Ron ihn nicht hören konnte.

- - -

Weitere drei Wochen vergingen. Draco hatte mit seiner Behauptung tatsächlich Recht gehabt, dass Hermine sich in Malfoy Manor wohl fühlen würde. Sie hielt sich meistens in der Bibliothek oder in Narzissas Räumen auf, denn dort war die Zahl schwarzmagischer Gegenstände vergleichsweise gering.

Es war Anfang Dezember und Hermine saß mit einer großen Tasse Tee auf der Fensterbank von einem der großen Bibliotheksfenster. Verträumt sah sie zu, wie der erste Schnee des Winters den weitläufigen Garten des Manors mit einer weißen Decke überzog. Der Schnee rief schmerzliche Erinnerungen in ihr wach. Das Bild von Blut auf der reinen Schneedecke schien in ihr Gedächtnis für immer eingebrannt zu sein. Sie versuchte sich davon loszureißen, nahm einen Schluck Tee und stellte sich vor, wie der Garten im Frühling aussehen würde.

Ob es daran lag, dass Hermine so in ihre Gedanken vertieft war, oder daran, dass Draco sich so leise wie auf den Pfoten einer Katze bewegen konnte – sie bemerkte ihn erst, als sie seine Lippen auf ihrem Haar spürte.

„Hey", sagte Hermine und drehte sich zu ihm um. „Ist jetzt endlich alles geklärt?"

Draco hatte in den letzten Wochen viel Zeit damit verbracht, allerhand Angelegenheiten, die sein Erbe, dunkle Artefakte oder bisher unbekanntes Vermögen betrafen, zu regeln.

„Schön längst, wenn diese unfähigen Beamten ihren Arsch endlich hochkriegen würden…"

„Draco, muss das sein?", fragte Hermine ermahnend.

Draco warf ihr einen Blick zu, der sie vor einem Jahr noch zur Weißglut getrieben hätte. „Verzeihung Madame. Was machst du hier überhaupt? In der Bibliothek ohne Buch?"

„Welche Blumen gibt es da unten?", wollte Hermine wissen, ohne auf seine Frage einzugehen.

Draco warf einen Blick nach draußen, wo von den Blumen nichts weiter, als unförmige, schneebedeckte Erhebungen zu sehen waren. „Rosa hugonis. Gelbe Rosen aus China. Meine Mutter hat die Hauselfen Wochen damit zubringen lassen, die Rosensträucher zu pflegen. Ich hab sie nie gemocht. Diese Rosen", fügte er nachdenklich hinzu.

„Warum nicht?", fragte Hermine.

„Sie haben keine Dornen mehr. Sie sind… verstümmelt."
„Verstümmelt? Du übertreibst."
„Mag sein", meinte Draco schulterzuckend. „Aber echte Rosen haben nun mal Dornen. Wenn man sie wegzüchtet, sind es keine Rosen mehr… vielleicht sollte ich neue Rosen pflanzen lassen…Echte…" Er starrte für eine Weile versonnen nach draußen, ehe er sich Hermine zuwandte und sagte: „Übrigens, Harry ist da."

„Was? Harry? Jetzt schon?", rief Hermine und sprang augenblicklich auf.

„Er wartet im Salon."

„Warum hast du das nicht gleich gesagt?", verlangte Hermine zu wissen, stellte ihre Tasse ab und stürmte ohne eine Antwort abzuwarten in Richtung Salon. Draco folgte ihr gemäßigten Schrittes.

Im Salon fand Hermine Harry, Ron und Ginny auf einem der teuren Sofas sitzen.

„Harry", brachte Hermine atemlos hervor. „Hat es geklappt?", noch während sie fragte, erkannte sie die Antwort an ihren Gesichtern. Sie schlug die Hände vors Gesicht und stürzte zu Harry. „Oh, Harry. Es tut mir so Leid. Gibt es nicht noch eine andere Möglichkeit? Ich kann nicht glauben, dass da nichts zu machen ist. Es muss einen Weg-"
„Hermine", unterbrach Harry sie. „Ich weiß nicht, ob der Trank wirkt."

Hermine wollte ihren Ohren nicht trauen. Sie brachte kein Wort hervor.

„Die Chance ist sehr gering", fuhr Harry fort. „Von Geburt an bestehende oder durch einen Unfall verursache Blindheit kann mit Magie nicht geheilt werden. Nur bewusst durch Magie herbeigeführte Blindheit ist heilbar. Aber bei mir… die Wahrscheinlichkeit, dass der Trank wirkt ist… gering. Es war ein Unfall. Voldemort hat es nicht geplant… und ich will nicht ein zweites Mal die Augen öffnen, und nichts mehr sehen können."

„Harry, heißt das, du hast den Trank gar nicht genommen?", rief Hermine endlich. Bestürzt sah sie Ron und Ginny an. Ron war ungewöhnlich blass und starrte Harry noch immer ungläubig an. Ginny hingegen sah stur gerade aus. In ihren Augen glitzerten Tränen und Hermine wusste nicht zu sagen, ob sie von Trauer oder Wut stammten.

„Aber Harry, wenn auch nur eine winzige Chance besteht… du kannst doch nicht einfach… du wirst dein Leben lang blind sein!"

„Es hat keinen Zweck, Hermine", sagte Ginny. „Er ist einfach ein Idiot. Da ist nichts zu machen."

„Hört mal", sagte Harry, doch Ginny unterbrach ihn. „Warum kannst du es dir nicht einmal einfach machen, Harry James Potter? Warum? Du- du willst leiden, stimmt's?"

Nein!", rief Harry und stand plötzlich auf. „Nein. Ich will eben nicht leiden. Ihr habt mir gesagt, ich soll an mich denken und machen, was ich will - und das tue ich... Ich bin blind. Ihr habt immer so getan, als wäre es nur für kurze Zeit, sobald ihr von dem Trank erfahren habt. Aber ich war jede Sekunde der letzten sechs Wochen blind, okay? Er könnt euch nicht vorstellen, wie einsam man sich in der Dunkelheit fühlen kann! Was würde ich dafür geben, endlich wieder Farben sehen zu können. Aber dieser Trank… die Wahrscheinlichkeit, dass er wirkt ist so gering… versteht ihr, ich will ihn nicht trinken, die Augen aufmachen und immer noch in der Dunkelheit gefangen sein. Es wäre, wie noch mal blind werden." Schwer atmend ließ Harry sich wieder auf das Sofa sinken. Wortlos nahm Ginny seine Hand in ihren Schoß und bettete ihren Kopf an seine Schulter.

Niemand sagte etwas, bis Ginny leise anfing, zu sprechen.

„Genau gegenüber von uns, ist ein riesiges Fenster. Der Rahmen ist aus wunderschönem, dunklen Holz, es sieht ein bisschen so aus, wie die Fenster im Klassenzimmer für Verwandlung. Draußen schneit es immer noch, aber es ist kein Wind mehr da. Die Flocken sind groß und schwer. Man kann vom Garten nichts mehr erkennen, alles ist schon eingeschneit. Nur ein paar Bäume, ich kann sie nicht genau erkennen, sind noch nicht ganz weiß. Ich glaube, es sind Weiden. Ja, drei Weiden. Sie haben diese langen Äste, aber sie sehen ganz anders aus, als die Peitschende Weide. Schlanker und schöner…" Ginny fuhr fort, alles, was sie sehen konnte zu beschreiben. Trotz der winterlichen Eintönigkeit, trotz der Farblosigkeit, fand sie immer mehr Details, die sie Harry zu flüsterte, so, als würde sie die ganze Pracht einer Blumenwiese vor sich sehen.

Hermine lauschte ihren Worten, ihre Augen schlossen sich und sie versuchte, nur durch Ginnys Stimme zu sehen. Sie konnte es nicht, aber sie wusste, dass Harry es konnte. Sie schlug die Augen wieder auf und spürte, wie sich Tränen in ihnen sammelten. Sie streckte ihre Hand nach Draco aus, der sie in seine nahm.

„Ginny", sagte Harry plötzlich. „Würdest du noch einen anderen Ort für mich beschreiben?"

- - -

Der Friedhof von Godric's Hollow war von einer mannshohen, nun schneebedeckten Mauer umgeben, an der sich kahle Bäume reihten, die wie trauernde Gestalten ihre Äste unter dem Gewichts des Schnees der Erde entgegen streckten. Der Friedhof war klein, wie der Ort zu dem er gehörte.

Es hatte fast aufgehört zu schneien, trotzdem waren viele der Grabsteininschriften kaum noch zu erkennen. Sie wussten nicht, wo das Grab von Harrys Eltern lag und so begaben sie sich in stillem Einvernehmen auf die gemeinsame Suche.

Schweigend gingen sie vorbei an schneegekrönten Engeln und verwitterten Kreuzen. Der Schnee knirschte unter ihren Füßen und die kalte Luft ließ ihre Gesichter glühen. Hermine ließ ihren Blick umherschweifen. Sie waren vollkommen allein. Nur eine einsame Amsel pickte mit ihrem orangfarbenen Schnabel im Schnee. Ihr Spuren auf der weißen Decke schienen das einzige Zeichen von Leben zu sein. Hermine konnte das bedrückende Gefühl von Trauer nicht abschütteln, obwohl es ihr schien, als würde ein zeitloser Friede zwischen den Friedhofsmauern herrschen.

„Da ist es", flüsterte Ron und blieb vor einem hellen, schlichten Grabstein stehen.

Es war ein Moment, den Hermine nie vergessen würde. Sie standen lange einfach nur da, ohne die Kälte zu spüren.

Irgendwann begann Ginny zu flüstern, so leise, dass nur Harry ihre Worte verstehen konnte. Lange beschrieb sie die letzte Ruhestätte seiner Eltern. Lange standen sie reglos vor dem Grab.

Schließlich führte Ginny Harry vorsichtig zu dem Grabstein. Harry sank daneben auf die Knie, hob eine zitternde Hand und fuhr langsam mit den Fingern über den glatten, kalten Stein. Mit geschlossenen Augen hielt er inne, als er die Inschrift erreicht hatte. Dann fuhr er jeden Buchstaben behutsam nach.

Lily und James Potter

31.10.1981

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Für immer in unseren Herzen

Hermine wandte sich mit Tränen in den Augen ab und vergrub ihr Gesicht in Dracos Schal. Er schlang seine Arme um sie und Hermine spürte, wie seine Hände zitterten. Sie wusste, dass er sie nicht beruhigen wollte, denn er suchte in diesem Moment selbst Halt. Er würde niemals am Grab seiner Eltern stehen. Hermine sah Dracos Augen noch deutlich vor sich, in dem Augenblick, als er erfahren hatte, dass der Leichnam seiner Mutter nicht aufzufinden sei. Selten zuvor hatte sein Blick so viel von seinem Inneren Preis gegeben.

Kleine Schneeflocken rieselten auf sie herab, blieben in ihrem Haar sitzen, während sie sich fest hielten. Draco, der den Gedanken an seine Mutter während der letzten Monate immer aus seinem Kopf verbannt hatte, sah ihr blasses Antlitz vor sich und hörte ihren leisen Abschiedsgruß, den er nicht erwidert hatte und den er niemals erwidern konnte.

- - -

Harry kniete lang am Grab seiner Eltern. Stumme Tränen liefen über sein Gesicht. Er sprach nicht ein Wort und hielt die Augen geschlossen. Er sah sich selbst als elfjährigen Jungen vor dem Spiegel Nerhegeb stehen, sah das warme Funkeln in den Augen seiner Eltern, die voller Liebe auf ihren Sohn blickten. Er hörte die Stimmen seiner Mutter und seines Vaters, als sie auf dem Friedhof in Little Hangleton für einige wunderbare Augenblicke zu ihm zurückgekehrt waren. Aber sie hatten ihn wieder verlassen.

Doch er fühlte sich nicht einsam.

Er wusste, dass sie ihn liebten. Das war alles, was er wollte. Sie hatten den ewigen Frieden gefunden, von dem sie keine Macht der Welt zurückholen konnte. Und Harry wusste, dass auch er von nun an in Frieden leben konnte.

Leise verabschiedete er sich von seinen Eltern. Es schien, als würden die Worte, als sie über seine kalten Lippen kamen, eine Last, die er sein Leben lang mit sich getragen hatte, mitnehmen. Er fühlte, wie sein Inneres sich entspannte und wie eine friedliche Ruhe in seinen Körper einkehrte.

Ohne die Schmerzen in seinen Fingern wahr zu nehmen, erhob er sich schließlich und drehte sich zu den anderen um.

Er dachte nicht daran, die Spuren seiner Tränen wegzuwischen.

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- Ende -

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A/N: Eure Meinung bitte! Ist die Mischung aus Freude und Trauer gelungen? Eigentlich sollte dieses und das vorige Kapitel zusammen gehören, aber ich denke so ist es auch gut… Denkt ihr, dass die Sache mit Ron in Ordung war? Ich war mir nicht so sicher, aber ich wollte, dass er noch einmal einen Einzelauftritt bekommt.

Leandriel-Whitestorm: Danke, freut mich sehr das zu lesen!

Tanya: ich will mich ja nicht ständig wiederholen, aber zu sehen, dass du dir so viele Gedanken machst um so viel schreiben zu können, rührt mich wirklich :) Übrigens wegen Draco/Ginny kann ich dir sagen, dass alles was in meinem Kopf rumschwirrt (was manchmal mehr ist als ich mir merken kann) Hermine/Draco ist. –ganz lieb knuddel-

jessica: Dankeschön – jetzt geht es aber endgültig nicht mehr weiter.

Dramine: danke!

Vic: Diesmal hab ich mich echt angestrengt mit der Wartezeit. Eure Reviews haben meine Blockade glatt zertrümmert -lol-

Kathleen: Danke für deinen lieben Kommi. So kurz vor dem ‚Ziel' lass ich mich von keiner Schreibblockade der Welt unterkriegen -gg-

Vici: Danke, sie ist weg -gg- Danke für dein Review, Danke für deine Begeisterung!

Mailinloveley: -gg- das fand ich auch, danke!

Gifty: Deine Reviews freuen mich jedes Mal, vielen Dank dafür. Mit dem Trank warst du ja auf der richtigen Spur.

Bbabygirl90: Wahnsinn, danke, ich weiß gar nicht was ich sagen soll! Dein Review ist wie ein verspätetes riesen Osterei -gg-

Soo, jetzt wollte ich noch mal kurz loswerden – für die, die es interessiert – dass ich noch nicht so genau weiß, wann ich was neues anfange. Vielleicht morgen, vielleicht in drei Monaten – kA. Aber wenn, werde ich wahrscheinlich mit „Dorf in Finsternis" weitermachen (siehe mein Profil). Ich habe mich aber entschlossen, anstatt einen eigenen Chara Hermine mit nach Rumänien zu schicken…

Ich hoffe ihr hattet alle schöne Ostern/Ferien,

Bint-Anath