DISCLAIMER:
-- Midnight Sun belongs to Stephenie Meyer; I'm just trying to make it accessible to German-speaking fans :)
-- Midnight Sun ist Eigentum von Stephenie Meyer; ich versuche nur, es deutschprachigen Fans zugänglich zu machen :)
-- Die Übersetzung aller Gespräche, in die auch Bella verwickelt ist, stammt aus folgender Quelle: Biss zum Morgengrauen, Piper Verlag GmbH, 5. Auflage, 2009.
Das wird doch nicht schon ein neues Kapitel sein? :)
Tja, wir sind also tatsächlich und endgültig wieder da. Dies ist bereits der letzte Teil des 9. Kapitels! Ich freu mich, dass uns soviele Leser treu geblieben sind und allen das neue Kapitel so gut gefallen hat!
Im folgenden wurden wieder einige Konversationsstellen geändert (und nicht von der offiziellen deutschen Version übernommen) um sie mit Edwards Gedanken kompatibel zu machen.
Danke an Ann-Sophie :) und viel Spaß!
Rückblende:
Ich nannte ihr meine Bedingungen. "Du isst, ich rede."
Sie dachte eine halbe Sekunde darüber nach und schob sich dann mit einer Geschwindigkeit einen Bissen in den Mund, die ihre Ruhe Lügen strafte. Sie war begieriger auf meine Antwort, als ihre Augen verrieten.
"Es ist schwieriger, als es sein sollte – dir auf der Spur zu bleiben", erklärte ich ihr. "Normalerweise kann ich jemanden sehr leicht finden; vorausgesetzt, ich hab schon mal seine Gedanken gehört."
Ich beobachtete aufmerksam ihr Gesicht, während ich das sagte. Etwas richtig zu erraten war eine Sache, es bestätigt zu bekommen etwas völlig Anderes.
Sie war völlig regungslos, ihre Augen weit aufgerissen. Ich fühlte, wie sich mein Kiefer verkrampfte, während ich ihre Panik erwartete.
Doch sie blinzelte nur einmal, schluckte laut und schaufelte sich dann schnell einen weiteren Bissen in den Mund. Sie wollte, dass ich weitersprach.
"Ich hatte Jessica sozusagen auf dem Schirm", fuhr ich fort und beobachtete, wie jedes einzelne Wort bei ihr ankam. "Ohne allzu genau aufzupassen – wie gesagt, nur du könntest in Port Angeles in Gefahr geraten." Ich konnte nicht widerstehen das hinzuzufügen. War ihr klar, dass das Leben anderer Menschen nicht so oft von Nahtoderfahrungen gequält wurde, oder hielt sie das für normal? Sie war so weit von 'normal' entfernt, wie ich es noch nie erlebt hatte. "Zuerst fiel mir gar nicht auf, dass ihr euch getrennt hattet. Als ich dann mitbekam, dass du nicht mehr bei ihr warst, bin ich zu dem Buchladen gefahren, den ich in ihren Gedanken sah. Mir war klar, dass du ihn nicht betreten hattest und weiter in südlicher Richtung unterwegs warst ... und ich wusste, dass du bald umkehren musstest. Also hab ich einfach auf dich gewartet und wahllos die Gedanken der Leute, die unterwegs waren, durchsucht – um zu sehen, ob du jemandem aufgefallen warst, der mich dann zu dir hätte führen können. Es gab eigentlich keinen Grund zur Besorgnis ... aber irgendwas machte mich nervös ..." Mein Atem ging schneller, als ich mich an das Gefühl der Panik erinnerte. Ihr Geruch brannte in meiner Kehle und ich war froh darüber. Es war ein Schmerz, der mir zeigte, dass sie am Leben war. Solange ich brannte, war sie in Sicherheit.
"Ich begann im Kreis zu fahren ... und weiter nach Stimmen zu hören." Ich hoffte, dass die Worte für sie einen Sinn ergaben. Das alles musste sehr verwirrend klingen. "Dann ging endlich die Sonne unter und ich wollte gerade aussteigen, um dir zu Fuß zu folgen. Und dann ..."
Als mich die Erinnerung übermannte – völlig klar und lebendig, als würde ich mich wieder in genau demselben Moment befinden – fühlte ich, wie mich dieselbe mörderische Wut überkam. Sie ließ meinen Körper zu Eis erstarren.
Ich wollte, dass er starb. Er musste sterben. Mein Kiefer verkrampfte sich, als ich mich darauf konzentrierte, hier am Tisch zu bleiben. Bella brauchte mich noch immer. Das war, was zählte.
"Dann was?", flüsterte sie und ihre dunklen Augen wurden groß.
"Dann hörte ich, was ihnen durch den Kopf ging", presste ich zwischen den Zähnen hervor und konnte nicht verhindern, dass die Worte wie ein Knurren klangen. "Ich sah dein Gesicht in seinen Gedanken."
Ich konnte dem Drang zu töten kaum widerstehen. Ich wusste noch immer ganz genau, wo ich ihn finden würde. Seine finsteren Gedanken reisten durch den Nachthimmel und zogen mich in seine Richtung.
Ich bedeckte mein Gesicht, denn ich wusste, dass der Ausdruck in ihm der eines Monsters, eines Jägers, eines Mörders war. Hinter meinen geschlossenen Augen stellte ich mir sie vor, um mich unter Kontrolle zu halten und konzentrierte mich nur auf ihr Gesicht. Das zerbrechliche Gefüge ihrer Knochen, ihre hauchdünn wirkende, blasse Haut – wie über Glas gespannte Seide, unglaublich sanft und einfach zu durchbrechen. Sie war zu verletzlich für diese Welt. Sie brauchte einen Beschützer. Und durch eine verdrehte Fehlentscheidung des Schicksals war ich die naheliegendste verfügbare Lösung.
Ich versuchte meine heftige Reaktion zu erklären, sodass sie verstehen würde.
"Es war so ... schwer – du kannst dir nicht vorstellen, wie schwer – dich nur ins Auto zu schaffen und sie ... am Leben zu lassen", flüsterte ich. "Ich hätte dich mit Jessica und Angela fahren lassen können, aber ich hatte Angst, dass ich nach ihnen suchen würde, wenn du mich alleine gelassen hättest.
Das zweite Mal heute Nacht gab ich einen beabsichtigten Mord zu. Dieser war zumindest vertretbar.
Sie sagte nichts, während ich mich bemühte, ruhig zu bleiben. Ich lauschte auf ihren Herzschlag. Der Rhythmus war unregelmäßig, doch er verlangsamte sich mit der Zeit, bis er wieder gleichmäßig war. Auch ihre Atmung war leise und ausgeglichen.
Ich war zu kurz davor, die Fassung zu verlieren. Ich musste sie nach Hause bringen, bevor ...
Würde ich ihn also umbringen? Würde ich wieder zum Mörder werden, obwohl sie mir vertraute? Gab es irgendeinen Weg mich selbst aufzuhalten?
Sie hatte versprochen, mir ihre neueste Theorie zu verraten, sobald wir alleine waren. Wollte ich sie hören? Ich war begierig darauf, doch würde die Belohnung meiner Neugierde schlimmer sein als das Nichtwissen?
In jedem Fall hatte sie genug Wahrheit für eine Nacht erfahren.
Ich blickte sie wieder an, sie wirkte blasser als zuvor aber gefasst.
"Bist du bereit, nach Hause zu fahren?", fragte ich.
"Wir können gehen", sagte sie. Sie wählte ihre Worte mit Bedacht, als würde ein einfaches 'Ja' nicht genügen, um auszudrücken, was sie sagen wollte.
Frustrierend.
Die Kellnerin kam wieder an unseren Tisch. Sie hatte Bellas letzte Aussage gehört, während sie aufgeregt hinter der Trennwand gewartet und sich gefragt hatte, was sie mir noch anbieten könnte. Ich verspürte den Drang, die Augen zu verdrehen, bei einigen von den Angeboten, an die sie dachte.
"Alles in Ordnung? Habt ihr noch einen Wunsch?", fragte sie mich.
"Danke, wir würden gerne zahlen", erklärte ich ihr, während meine Augen auf Bella ruhten.
Die Atmung der Kellnerin beschleunigte sich und sie war momentan – um Bellas Formulierung zu gebrauchen – aus der Fassung gebracht durch meine Stimme.
In einem plötzlichen Moment der Erkenntnis, als ich die Art und Weise hörte, wie meine Stimme im Kopf dieser unbedeutenden Frau klang, wurde mir klar, warum ich heute Abend soviel Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen schien – ohne dass es von der üblichen Furcht verzerrt wurde.
Es lag an Bella. Indem ich mich so sehr bemühte, ungefährlich für sie zu sein, weniger furchteinflößend zu sein, ein Mensch zu sein, hatte ich wahrhaftig meine Schärfe verloren. Die anderen Menschen sahen nur mehr Schönheit, jetzt da ich mein angeborenes Grauen so sorgfältig unter Kontrolle hatte.
Ich blickte hoch zur Kellnerin und wartete darauf, dass sie sich fasste. Es war irgendwie witzig, nun da ich den Grund verstand.
"Äh ... j-ja klar", stotterte sie. "Bitte schön."
Sie reichte mir die Mappe mit der Rechnung und dachte an die Karte, die sie hinter den Ausdruck gesteckt hatte. Eine Karte mit ihrem Namen und ihrer Telefonnummer darauf.
Ja, es war ziemlich komisch.
Ich hatte das Geld wieder vorbereitet. Ich gab ihr die Mappe sofort wieder zurück, sodass sie keine Zeit damit verschwendete, auf einen Anruf zu warten, der nie kommen würde.
"Stimmt so", sagte ich und hoffte, die Höhe des Trinkgeldes würde ihre Enttäuschung mildern.
Ich stand auf und Bella folgte schnell meinem Beispiel. Ich wollte ihr meine Hand anbieten aber dachte, dass ich damit mein Glück für eine Nacht ein bisschen zu sehr strapazieren würde. Ich dankte der Kellnerin, dabei verließen meine Augen keine Sekunde lang Bellas Gesicht. Bella schien ebenfalls etwas amüsant zu finden.
Wir gingen nach draußen; ich ging so nahe neben ihr, wie ich es wagte. Nah genug, dass die von ihrem Körper ausstrahlende Wärme sich an der linken Seite meines Körpers wie eine tatsächliche Berührung anfühlte. Als ich ihr die Tür aufhielt, seufzte sie leise und ich fragte mich, was ihr Kummer machte. Ich blickte ihr in die Augen und wollte sie gerade fragen, als sie plötzlich zu Boden sah; sie wirkte verlegen. Das machte mich noch neugieriger, auch wenn ich nun zögerte, zu fragen. Die Stille zwischen uns bestand weiter fort, während ich ihr die Tür öffnete und dann in den Wagen stieg.
Ich stellte die Heizung an – das warme Wetter hatte abrupt geendet; das kalte Auto musste unangenehm für sie sein. Mit einem sanften Lächeln auf den Lippen schmiegte sie sich in meine Jacke.
Ich wartete ab, zögerte mit einer Unterhaltung, bis die Lichter der Straßenlaternen hinter uns verblassten. Dadurch fühlte ich mich mehr mit ihr allein.
War das richtig? Nun, da ich mich nur auf sie konzentrierte, schien das Wageninnere plötzlich geschrumpft zu sein. Ihr Geruch wurde vom Luftstrom der Heizung herumgewirbelt, baute sich auf und wurde immer stärker. Er verwandelte sich in eine eigene Kraft, wie ein weiteres Wesen im Wagen. Eine Präsenz, die Beachtung verlangte.
Das hatte sie: Ich brannte. Das Brennen war jedoch willkommen. Es schien mir merkwürdig angebracht. Mir war heute Abend soviel gegeben worden – mehr als ich erwartet hatte. Und hier war sie, noch immer bereitwillig an meiner Seite. Ich schuldete ihr etwas im Gegenzug. Ein Opfer. Eine brennende Opfergabe.
Wenn ich es jetzt bloß dabei belassen konnte; nur ein Brennen und nicht mehr. Doch das Gift füllte meinen Mund und meine Muskeln strafften sich vor Erwartung, als wäre ich auf der Jagd ...
Ich musste solche Gedanken aus meinem Kopf verbannen. Und ich wusste, was mich ablenken würde.
"Und jetzt", sagte ich und die Furcht vor ihrer Antwort milderte das Brennen, "bist du dran."
Tja, das war also das 9. Kapitel - ihr seht, S. Meyer hört auch an fiesen Stellen auf, das liegt also nicht nur an mir :P
Kann ich hier übrigens mal fragen wer Bis(s) zum Morgengrauen (egal zum wievielten Mal *g*) parallel liest? Ich hab Midnight Sun und das erste Buch nämlich parallel gelesen weil man sich doch eh immer gefragt hat, WAS DENKT DER TYP SICH HIER GRADE, VERDAMMT NOCH MAL? :)
