Kapitel 38

„Schwarz oder Grün?"

Harry stand vor seinem Koffer und überlegte welches Seidenhemd wohl besser zu der dunklen Jeans und den Doc Martins passte. Es war schon komisch für ihn, da er sich früher nie Gedanken um seine Klamotten oder sein Outfit gemacht hatte. Bei den Dursleys hieß es immer nur, es ist sauber und hängt nicht zu sehr über die Hüften. Und in Hogwarts war es nicht anders, denn da trug Harry ja eh meist seine Schuluniform und den Zauberumhang.

Ein Lächeln schlich sich auf Harrys Gesicht beim Gedanken daran, wie wohl Alice oder Rosalie zur Kleiderordnung in Hogwarts stehen würden. Denn die Schule war dafür bekannt nicht gerade dem neusten Schrei in Sachen Mode zu folgen. Allerdings half ihm das gerade so gar nicht bei der Entscheidung und so wartete er auf das Urteil von Emmett oder aber von Jacob, der auch jeden Moment aus der Dusche kommen musste.

„Nimm das Grüne", rief Emmett und mit einem mädchenhaftem Wimpernaufschlag fügte er hinzu: „Es passt zu deinen Augen, Bruderherz. Außerdem denke ich, dass sie Schwarzlicht im Club haben werden und dann leuchtet es etwas."

Harry hatte zwar keine Ahnung was Schwarzlicht war, doch Emmett würde schon recht haben und so komplettierte der Gryffindor sein Outfit dahingehend, dass ein Slytherin neidisch werden würde. Danach hieß es nur noch, sich mit den Mädels zu treffen und von Esme zu verabschieden. Sie würde doch noch heute Abend nach Forks zurückkehren, nachdem Ernest ihr versichert hatte, dass er sich um die Jungs und Mädels kümmern würde.

Zehn Minuten später saßen Harry, Jacob und Emmett zusammen mit Esme im Wohnzimmer der Suite der Mädchen und warteten auf eben jene. Rosalie machte den Anfang und ihr Outfit allein ließ Harrys Hals schon trocken werden. Allerdings war das noch nichts im Vergleich zu Alice, die keine Minute später ins Zimmer kam. Harrys Freundin trug ein schwarzes, trägerloses Minikleid, welches sich eng an ihren Körper schmiegt und ihr Formen mehr als nur betonte.

Harry konnte nur starren und alles was ihm in den Sinn kam war das Wort „Göttin". „Wow Alice, du bist wunderschön", sagte er mit trockenem Hals.

„Danke Harry. Du siehst aber auch nicht schlecht aus, bis auf …" – Alice schüttelte leicht den Kopf – „bis auf den obersten Knopf. Wieso machst du denn den immer zu? Offen sieht doch viel cooler aus." Damit knöpfte sie das Hemd ihres Freundes wieder etwas auf und Harry musste lächeln, als er Esmes rollenden Augen sah.

„Siehst du … viel cooler. Allerdings frage ich mich jetzt, warum du den Handschuh trägst. Ich meine, das Hemd hat lange Ärmel und man kann deine Narbe so nicht sehen. Willst du ihn nicht ausziehen?"

Nein!", riefen zur Überraschung aller nicht nur Harry, sondern auch Emmett und dies ließ alle im Raum skeptisch werden. Alice schaute von Harrys Gesicht zur rechten Hand und wieder zurück. Was war hier los? Bevor sie aber fragen konnte, sagte Harry hastig: „Das Leder ist ganz neu und ich soll, nein ich muss den Handschuh zwei Tage lang tragen, damit er sich anpasst. Jedenfalls hat mir dass der Verkäufer so gesagt, weil es sich doch um spezielles Drachenleder handelt."

Alice, die die Welt der Magie erst kennenlernen musste und daher von Drachenleder noch nie etwas gehört hatte, schien mit dieser Antwort zufrieden und nickte: „Okay, wenn das so ist, dann musst du auf den Mann hören. Drachenleder kling nicht sehr billig und es wäre ja schade wenn es dann nicht richtig passt."

Harry lächelte und küsste seine Freundin auf den Mund. Ja mit Klamotten und der richtigen Art sie zu behandeln und zu würdigen konnte man Alice sehr schnell beruhigen. Danach ging sein Blick zu Hermine, die mittlerweile auch im Zimmer war und für einen Moment glaubte Harry bei seiner besten Freundin etwas Skepsis gesehen zu haben. Sie schien ihm die Sache mit dem Leder nicht wirklich abzunehmen. Doch damit musste er leben und ändern konnte man es eh nicht mehr, ganz zu schweigen davon, dass Harry es auch gar nicht gewollt hätte.

So standen nun alle drei Pärchen im Raum und warteten darauf, dass die Rezeption ihnen Bescheid gab, dass ihr Taxi da war. Harrys Blick fiel dabei einmal mehr auf Alice kurzes Kleid und auch Esme schien dies zu bemerken. Sie wandte sich an ihre Tochter und fragte wie es eine Mutter tat: „Sag mal Alice, Schatz, meinst du nicht, das Kleid ist etwas kurz. Was ist, wenn es hoch rutscht und man dein Höschen sieht?"

Wenn Harry jetzt gedacht hatte, Alice würde sich beschweren, dass Esme an ihrem Outfit nörgelte, so wurde er überrascht und verschluckte sich, als seine Freundin mit einem Grinsen sagte: „Welches Höschen, Mum?"

Der nächste Moment war erfüllt vom Husten Harrys und dem Lachen der anderen. Besondern Emmett schien es lustig zu finden und meinte: „Ja Schwesterherz, das ist die richtige Einstellung für einen Discobesuch."

Und Jacob setzt noch einen nach und sagte in seiner ureigenen Art: „Genau wie es sein soll. Nichts Störendes und wenn es soweit ist im Dunkel des Clubs, dann hoch das Röckchen und rein das Stöckchen."

Im nächsten Moment verging dem Indianerjungen aber auch schon das Lachen, als er Hermines Blick sah und wie sie plötzlich ihre Hände mollylike in die Seite stemmet. „So siehst du das also, Jacob Black. Wie romantisch für das erste Mal. Na da weiß ich ja, woran ich bin und mir kommt in den Sinn, dass ich vielleicht einen Keuschheitszauber auf meinen Rock legen sollte."

„Oh? Was? Nein!", rudert Jacob panisch zurück. „So war das doch gar nicht gemeint. Hermine, ich würde doch nie … ich … ich …"

Hermines Mundwinkel zuckten und nun war es an den Damen im Raum zu lachen. Kurz darauf klingelte das Telefon und es war Zeit zum Aufbrechen. Sie alle verabschiedeten sich von Esme, die besonders Harry nicht aus ihren Armen lassen wollte und dann war man auch schon auf dem Weg zum Club. Ein Besuch auf den sich Harry ganz besonders freute und den er wohl auch nicht so schnell vergessen sollte.

„Oh Mist, der Club muss wirklich der coolste Laden hier sein. Sieh dir all die Leute an. Ich hoffe wir sind nicht zu spät." Emmett mit seiner doch sehr imposanten Statur und Größe konnte über die Köpfe der anderen hinweg schauen und zählte fast fünfzig Menschen die noch zwischen ihnen und dem Eingang zum Club standen.

„Ach komm schon Emmett. Das wird schon. Die werden ja wohl nicht nur Platz für fünf Leute haben" erwiderte Harry und schaute dann in die andere Richtung, wo sich binnen weniger Minuten fast genauso viele Menschen hinter ihnen angestellt hatten.

`Ich hoffe, ich habe damit Recht`, dachte er bei sich, als er anfing die fremden Jungen und Mädchen vor sich zu beobachten und stückchenweise dem Tross in Richtung Tür folgte. Sein Blick blieb dabei auf der Gruppe vor ihnen hängen, die aus sechs Personen bestand, fünf Mädchen und einem Jungen. Wobei man nach näherer Betrachtung sagen konnte, dass es eigentlich zwei Gruppen waren. Die eine bestand aus drei ziemlich aufgetakelten jungen Frauen, die so ungefähr zwanzig waren und die andere Gruppe bildeten dann der Junge und zwei Mädchen in Harrys Alter.

Harrys Augenmerk lag nun eben bei den dreien und eines der Mädchen schien seinen Blick zu spüren. Sie drehte sich um und lächelte schüchtern. Harry lächelte zurück bis plötzlich eine Hand seinen Hals umfasst, seinen Kopf drehte und Alice ihn küsste, wie sie es noch nie getan hatte … fordernd und irgendwie besitzergreifen.

Harry konnte es nicht sehen, doch das Gesicht des fremden Mädchens versteinerte. Wie sollte er auch, Alice ließ ihn ja gar nicht los, bis er sich zusammennahm und seine Freundin leicht von sich drückte. Was sollte das? Wollte er sie fragen, doch was er erblickte, waren zwei schwarze Augen, die vor etwas strahlten, was man er bei Alice bisher nur einmal gesehen hatte … Eifersucht. Harry blickte sich zu dem fremden Mädchen um und dann zurück zu Alice. Rasch legte er seine Arme um seine Freundin und flüsterte: „Das Alice war völlig unnötig. Weißt du noch … Vertrauen? Ich meinte, was ich damals auf der Lichtung sagte. Vertrauen ist mir sehr wichtig. Ich liebe dich und würde dich niemals betrügen. Ich wollte nur nett sein. Verstehst du?"

„Ich weiß", erwiderte Alice und schaute verlegen zu Boden. „Es tut mir leid. Ich weiß nicht woher es plötzlich kam."

Harry lächelte und küsste seine Freundin erneut. „Vielleicht weil ich so unwiderstehlich gut aussehe? Vielleicht, weil ich so berühmt bin? Oder aber mein tolles Outfit?" Harry grinste seine Liebste an und hörte wie Emmett hinter ihnen gluckste. Das war der Moment wo Alice ihre Verlegenheit und Unsicherheit gänzlich ablegte und Harry noch einmal ganz nah an sich heran zog. „Sei vorsichtig, was du sagst Harry. Vielleicht kann man dir ja heute wirklich nicht wiederstehen. Und wenn es so weit sein sollte, dann hoffe, dass du mit dem was du heraufbeschworen hast auch klar kommst." Damit küsste sie ihn noch einmal sehr fordernd und Harry schmeckt bei ihrem Kuss etwas, dass Alice sonst immer versuchte zu vermeiden. Er schmeckte ihr Gift und fluchte innerlich, denn er wusste, dass sie wusste, was es in seinem Körper und speziell in seiner Körpermitte anrichtete.

Allerdings war dieser Anflug von Erregung auch schnell wieder vorbei, denn sowie Harry seine Umgebung wieder wahrnahm, drangen einige gar nicht so schönen Worte an sein Ohr. Ganz zu schweigen davon, dass sie mit der kleinen Episode ihres Kusses zu tun hatten.

Auslöser und Ursprung der Worte war die Gruppe vor ihnen, speziell die Gruppe der drei Älteren, welche nun auf dem Mädchen, das Harry angelächelt hatte, rumhackten.

„Sag mal geht's noch peinlicher, du Freak. Wie kannst du den Kerl da so anschmachten? Hast du nicht gesehen, dass Humpellotte seine Charity gefunden hat?"

Harry drehte sich nun um und sah wie die drei Mädchen über den Spruch kicherten, während die Jüngeren dastanden wie begossene Pudel. Bevor er aber was sagen konnte, sprach die offensichtliche Anführerin des Trios weiter. „Ich rate dir nur zu gut, du Freak. Benimm dich und blamiere mich nachher hin im Club ja nicht. Ich habe eine Ruf zu verlieren und heute noch eine Menge vor."

Das schüchterne Mädchen schien den Tränen nah und ihre beiden Begleiter sahen so aus, als würden sie im nächsten Moment was sagen. Allerdings schien sie etwas zurück zu halten. Was es war, das wusste Harry natürlich nicht und so hört er nur wie sich eine der drei Tussen nun beschwerte. „Sag mal C, warum müssen wir den Kindergarten überhaupt mit in den Club nehmen? Heute ist schließlich Ferienabschluss, unser letzter hier und ab nächster Woche geht's aufs College."

Leicht genervt erwiderte „C", wobei sich Harry sicher war, dass dies nicht wirklich ihr Name war: „Ich hab's dir doch gesagt, Tiff. Meine Stiefmutter hat mich gezwungen, sie mitzunehmen, weil heute ihr Geburtstag ist. Sie hat das ganz geschickt eingefädelt und mir das Ultimatum gestellt als Dad schon zur Arbeit unterwegs war. Doch mach dir keine Sorgen, so wie wir drin sind, kann sich klein Olivia selbst drum kümmern. Ich hab heute noch was vor."

„Ach ja? Und was?", fragte nun die dritte im Bund, mit einer schrillen Stimme, welche die von Pansy Parkinson wie eine Ballade von Anastacia klingen ließ.

„Na was glaubst du wohl, Beth?", sagte C sehr von sich überzeugt. „Ich bringe uns in den VIP Bereich."

„Echt? Wie?", fragte nun Tiff, die nicht weniger aufgetakelt war, wobei man ihre Kleidung am, im Gegensatz zu C's Minirock, dem knallroten Top und den weißen Stiefeln, noch als dezent bezeichnen konnte.

„Na wie schon Tiff, ich kümmere mich um den DJ. Es heißt Merlin legt heute selber auf und unterbricht seine Europatournee nur für den Geburtstag seines Clubs." Dabei griff sie sich plötzlich an rechts und links an die Brust, als würde sie sie richten und sagte: „Glaub mir, das dynamische Duo wird es schon richten. Ich finde es eh beschämend, dass wir als Stammgäste, die fast jede Woche hier sind, von diesen arroganten Türstehern nicht in den VIP Bereich gelassen werden."

Die beiden Mädchen pflichteten C nickend bei und Harry fragte sich, ob das eben gerade wirklich passiert war. Er dachte fast, er stehe einem weiblichen Malfoy gegenüber. Doch bei längerem Überlegen, wäre dieser Vergleich, egal wie sehr Harry den blonden Slytherin auch hasst, noch eine Beleidigung für diesen.

Harry Freunde schienen sich auch so ihre Gedanken gemacht zu haben, mit dem Ergebnis, dass man über dieses Auftreten nur lachen konnte. Emmett gluckste unverblümt und auch Rosalie konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Allerdings tat sie dann etwas, dass Harry sich fast verschlucken ließ. Sie griff sich nämlich plötzlich auch an die Brust, richtete sie und fragte: „Na Harry, meinst du, ich könnte hiermit auch ein paar Musikwünsche an den DJ herantragen."

Harrys Gesicht schien ihr Antwort genug und sie hauchte dem Gryffindor einen Kuss zu. Danach stimmte sie ins Lachen der anderen mit ein, bis sich vor ihnen der nächste Akt des Stücks „Im peinlichen Benehmen einer Discoschlampe" ankündigte und es nach Popcorn schrie.

Auslöser war das Vorbeigehen eines Mädchens, welches C wohl kannte. Denn sie rief, nein zitierte es regelrecht zu sich heran und fragte, wohin sie ginge. Schließlich war der Eingang ja in der anderen Richtung. Das blonde Mädchen winkte jedoch nur ab und meinte mit einer Mischung aus Ärgernis und Beleidigt sein: „Das hast sich wohl für heute erledigt, C. Die lassen keinen mehr rein, weil es angeblich schon zu voll ist. Das ich nicht lache. Sonst sind da auch mehr Leute drin. Die Türsteher spinnen doch …"

Harrys Gesicht versteinerte und auch wenn er noch nie in einer Disco oder einem Club war, so konnte er das Gefühl, welches das blonde Mädchen jetzt wohl gerade hatte, nachvollziehen. Bevor es jedoch seinen Körper gänzlich einnehmen konnte, richtete sich Harrys Aufmerksamkeit auf das Gezeter von C oder vielmehr darauf, dass es mit einem Male verstummt war.

Harry folgte ihrem Blick in Richtung Ende der Schlange wartender Menschen und bemerkte, dass C sich auf jemanden besonders fixierte. Ihr Gesicht verdunkelte sich und das Lächeln wurde abfällig. „Sag mal Tiff, kommt es nur mir so vor, oder riecht es hier plötzlich nach altem Fett? Ach nein, da kommt nur McBitsch, das Pommes-Luder des Wegs."

Alle drei lachten und Harry erkannte bei näherem Hinsehen Nancy von heute Morgen, die auf ihrem Weg zum Eingang und vorbei an der Schlange auf ihrer Höhe angekommen war und nun „C" anstarrte. Allerdings in keinster Weise von den Worte getroffen, erwiderte sie gespielt lächelnd: „Oh hallo auch dir einen schönen Abend Claudia." Dies wiederum rief bei Harry und seinen Freunden ein amüsiertes Lachen hervor, hatte Nancy den Namen doch so betont, dass er sich eher anhörte wie „Klo-dia". Danach wandte sich die junge Hexe an Claudias Schwester und begrüßte diese herzlich.

„Ach ja Freaks unter sich", sagte C und versuchte wieder die Oberhand zu erlangen. Nancy ging aber zuerst nicht darauf ein und gab auch den anderen beiden jüngeren die Hand. Harry konnte anhand der nächsten Sätze heraushören, dass der Junge Thomas hieß und seine Freundin Stephanie. Beide schienen mit Olivia und Nancys jüngerer Schwester, einem Mädchen namens Vicky in eine Klasse zu gehen.

Erst nachdem die vier sich begrüßt hatte, wandte sich Nancy wieder ihrer Gegnerin zu und musterte diese von oben bis unten. Harry beobachtete dies mit Argusaugen und konnte definitiv sagen, Freundschaft oder freundschaftliche Gefühle sahen anders aus, zumal nun Nancy an der Reihe war, etwas zu sagen. Sie schüttelte leicht den Kopf und fragte: „Sag mal C ist das 'ne Marotte von dir? Wieso musst du immer alle runter machen, die schulisch besser sind als du? Meinst du nicht, dass das in deinem Fall 'ne Lebensaufgabe werden würde? Hast du etwa ständig deine Tage oder bist du nur permanent untervögelt?"

Harry verschluckte sich fast beim letzten Satz und sah, wie sich das Gesicht von Claudia anfing zu verändern. Die Haut wurde knallrot, die Augen groß und ihre Nasenlöcher wurden zu Nüstern und gerade wollte sie was sagen, doch da hielt Nancy nur ihre rechte Hand hoch. Sie ließ ihre Gegnerin gar nicht zu Wort kommen und fuhr ihr mit einem überlegenem Grinsen in die Parade: „Halt. Nein Claudia, sag es nicht. Lass mich raten, bitte. Also ich würde ja auf Letzteres tippen, wenn man mal dein völlig übertrieben billiges Presswurstoutfit und die weißen Fick-mich-Stiefel in Betracht zieht."

Fast die halbe Schlange der wartenden Jungendlichen fing an zu lachen. Es kam Harry fast so vor, als wäre dieser Kampf der beiden Mädchen nicht der Erste und offenbar ging Nancy, die hier eindeutig die größere Beliebtheit hatte, meist als Siegerin hervor. Claudia unterdes schien kurz vor dem Ausbruch zu sein. Sie atmete schwer und faucht: „Wie kannst du … du Schlampe. Ich … ich …"

„Wie … wie … wie …", ahmte Nancy Claudia nach und fuhr dann fort. „Du musst dich schon klarer ausdrücken. Allerdings nicht mehr heute, denn ich bin eigentlich nur hier um Harry und seine Freunde in den Club zu holen. Ich hab ihnen versprochen, dass sie heute eine supergeile Show sehen werden und da die bald beginnt, müssen wir unser Gespräch wohl später fortsetzen. Lass dir also Zeit und leg dir die Worte zurecht. Ciao Bella."

Harry war von so viel Selbstbewusstsein beindruckt und fragte sich, wie das andere Mädchen wohl so abgefertigt reagieren würde. Zumal sie bei Claudia plötzlich so etwas wie ein hinterlistiges Grinsen abzeichnete. „Oh da wirst du dich aber in die Nesseln setzen und dein Versprechen nicht einhalten können", sagte sie überlegen. „Der Club ist nämlich schon voll, du Schlampe. Pech also für Humpellotte und sein Gruppe von Freaks."

Jetzt war es an der Zeit, dass sich Rosalie und Alice bemerkbar machten, geschweige denn, dass Jacob und Harry die Beleidigung ihrer Freundinnen auch nicht auf sich sitzen lassen wollten. Alle fünf drehten sich um und hatte schon eine Erwiderung auf den Lippen, da begann Nancy zu lachen und sagte: „Und da liegst du wieder falsch, Klodia. Wir kommen auf alle Fälle in den Club, denn ich habe einen Joker."

„Und der soll sein?", fragte sie abfällig, worauf Nancy zu grinsen begann.

„Nun ganz einfach. Punkt eins, ich kenne den Chef der Türsteher. Diesem hab ich heute Morgen zum Munterwerden einen geblasen. Dann habe ich ihm sein Lieblingshemd gebügelt und zu guter Letzt ordentlich Monte in sein Lunchpaket gelegt. Glaub mir Claudia, niemand versteht Monte und ganz bestimmt nicht mein Verlobter."

Der nächste Moment, in dem eigentlicher keiner so recht wusste, was er sagen sollte, wurde gestört, da Emmett es nicht mehr halten konnte und er lauthals loslachte. „Ich fass es nicht. Wie cool ist die Kleine nur. Bitte … Bitte…Bitte Rosalie darf ich sie behalten."

Bevor Emmetts Freundin aber auch nur ansatzweise etwas sagen konnte, grinste Nancy und wandte sich mit blitzenden Augen an den bulligen Vampir. „Mach dir nicht ins Höschen Tepes junior. Ich bin 'ne Nummer zu groß für dich und Blondie scheint eh nicht gern zu teilen. Du kannst mir aber nachher einen ausgeben."

Damit wandte Nancy sich an Harry und den Rest und meinte, es wäre wirklich langsam an der Zeit in den Club zu gehen. Harry nickte, während sein Hirn noch versuchte zu verarbeiten, was die junge Hexe gerade von sich gegeben hatte. Er bemerkte dabei nicht das leichte Grinsen bei Nancy. Allerdings hielt Harry noch einmal kurz an, nachdem sie die ersten Schritte an der Schlange vorbei gemacht hatten. Er schaute sich um und begann nun selbst etwas zu grinsen. Harry wusste nicht wieso, doch eine Idee schoss ihm durch den Kopf und er rief Nancy kurz zu sich und flüsterte ihr etwas ins Ohr.

Was es war konnte keiner hören, doch das was sich danach im Gesicht von Nancy wiederspiegelte, dieses teuflische Grinsen, konnte den Weasleyzwilligen getrost den Rang ablaufen. Die junge Hexe blickte nämlich plötzlich zu Claudia und sagte: „Wie es aussieht hat heute doch jemand seinen Glückstag und es sind noch drei Plätze im Club frei." Bevor die drei Älteren diesen Satz aber so wirklich verstanden, winkte Nancy auch schon Olivia und ihre beiden Freunde zu sich und mit einem „Happy Birthday", zog sie Claudias kleine, völlig überrumpelte Schwester samt Begleitung in Richtung Clubeingang.

Dort angekommen winkte Olivia ihrer Schwester noch einmal zu, auch wenn sie wusste, dass sie es vielleicht eines Tages bereuen würde. Und zwei Sekunden später war die kleine Gruppe auch schon durch eine schwere Eisentür verschwunden.

Harry wusste nicht, was er erwartet hatte. Wie würde ein Club mit einem Namen wie „Fortress of Doom" wohl innen aussehen? Wie wollte man Verdammnis darstellen? Der Anblick welcher sich ihnen bot war schon gewaltig und zeugte von der Fantasie des Erbauers. Denn hinter der schweren Eisentür, bei der man beim Davorstehen davon ausging, dass sie zu einer alten Fabrikhalle führte, öffnet sich den Besuchern eine völlig andere, Jahrhunderte zurückliegende Welt.

Harry und der Rest waren plötzlich an einem Ort, den Ken Follett in seinen mittelalterlichen Geschichtsromanen nicht besser oder grausamer hätte beschreiben können. Den Anfang machte eine marode aussehende Zugbrücke, die den Weg ins Innere einer düster und gruselig anmutenden Burgruine wies. Harrys Neugier wuchs und dann musste er lächeln, als Alice plötzlich näher an ihn heran rückte und seine Hand nahm. Es sah fast so aus, als hätte sie Angst oder zumindest wollte sie nicht allein sein.

Nancy ließ den ersten Eindruck auf ihre Begleiter wirken, bevor sie meinte, es wäre besser weiter zu gehen. Harry stimmte ihr zu und sie passierten die Brücke und das Brückenhäuschen in welchem ein Skelett in Rüstung saß und dessen rot glühende Augen jedem Besucher folgten. Im Burghof angekommen, führte der Weg gleich in Richtung Keller und Kerker, wo man schließlich zum Einlass kam, welcher die Gäste durch zwei bullige Türsteher willkommen hieß.

Harry musterte die beiden Hünen und bemerkte, dass auch Emmett zu überlegen schien, ob man mit ihnen gut ringen konnte. Allerdings spürte Harry wie ihm die Röte ins Gesicht schoss, als Nancy auf den Mann rechts von der Tür zuging und ihn plötzlich küsste. Der Gryffindor bemerkte das Namensschild und las Peter Prince.

Natürlich entging Peters geschultem Blick Harrys Verhalten nicht. Er ließ von seiner Verlobten ab, musterte den schmächtigen Jungen vor sich eingehend und fragte dann etwas skeptisch: „Schatz, ist mit deinen Gästen alles in Ordnung? Dein junger Freund dort scheint jetzt schon Angst zu haben oder so."

Nancy drehte sich um und sah Harrys verlegenes Gesicht. Sie begann zu grinsen und erwiderte: „Ach es ist nichts Peter. Harry hat keine Angst, höchstens vor dir. Er ist nur aufgeregt und von meiner liebreizenden Art fasziniert. Er war halt mit dabei, als Claudia mal wieder ihre Nummer abgezogen hat und jetzt denke ich, stellte er sich vielleicht gerade vor, wie ich heute Morgen an der Prinzenrolle geknabbert habe."

Das Gesicht welches Harry dann machte, brachte alle zum Lachen und nur das Auftauchen von noch drei anderen verspäteten Gästen bewahrte Harry vor weiteren Peinlichkeiten, da sie den Weg blockierten und Nancy sie rasch die Treppe hinab und in den Kerker schob.

Am Fuße der alten, ausgetretenen Steintreppe befand sich dann die Garderobe, welche heute aufgrund der sommerlichen Temperaturen aber nur selten genutzt wurde. Wer würde bei fünfundzwanzig Grad auch einen Pelz oder so tragen? Harry schaut sich um und fühlte sich etwas an den Kerker in Hogwarts erinnert. Obwohl man dort eher selten irgendwelche Skelette an Ketten in den Gängen hängen sah. Ganz zu schweigen von den Tonnen an Spinnweben und anderen Dingen, die einen Kerker der Verdammnis erst so richtig „wohnlich" machten. Filch würde sich hier unten bestimmt vorkommen wie im Himmel. Gäbe man ihm dann noch zwei, drei Schüler, um sie an den Daumen aufzuhängen und sein Glück wäre perfekt.

Schließlich aber riss Harr sich aus seinen Gedanken und sah sich nun einer älteren Frau gegenüber, die wohl den gängigsten Vorstellungen der Muggel von einer Hexe entsprach. Sie war aschfahl bis grün geschminkt, hatte eine dicke Warze an der Nase und schmutzig, verfaulte Zähne. Ein jeder der den Zauberer von Oz gesehen hatte, kannte dieses Antlitz. Sie war die Kassiererin des Clubs und Harry fragte sich, mit was sie hier wohl bezahlen würden. Dollar oder Galleonen? Schließlich hatte Nancy die Andeutung gemacht, dass hier auf Hexen und Zauberer aus und ein gingen.

Zu Harrys Überraschung fragte die Hexe jedoch nur nach der Höhe des Geldes, welches sie heute hier im Club lassen wollten und dementsprechend überrumpelt schaute Harry sie unsicher an. Was sollte er denn nur sagen? Harry hatte keine Ahnung, geschweigenden dass er wusste, was die Drinks hier im Club kosten würden. Außerdem wollte der Gryffindor ja auch noch einen auf seinen Geburtstag ausgeben.

„Mach für alle hundert Dollar, Gretchen", rief Nancy und die Kassiererin nickte. Danach deutete sie nach links auf ein dunkles Loch in der Wand und Harry stand erneut vor dem Problem, dass er nicht wusste, was er machen sollte.

Nancy lachte: „Warte, ich zeig's dir Harry. Denn auch wenn Merlin hier alles auf alt getrimmt hat, so arbeitet der Club hinter den Kulissen mit der neuesten Mischung aus Magie und Technik." Damit schob Nancy ihren linken Ärmel etwas hoch und steckte den Arm in das Loch in der Wand. Kaum hatte sie dies getan, schrie sie auch schon wie am Spieß.

Harry reagierte sofort und zog das Mädchen von der Wand weg. Er schaute entsetzt auf den Arm in der Hoffnung, dass die Hand noch dran war und hörte dann Nancy plötzlich lachen. „T'schuldigung, ich konnte nicht wiederstehen."

Harry hätte die junge Hexe am liebsten verflucht, bemerkte jedoch dass es sehr wohl eine Veränderung an ihrem Arm gab. Es befand sich nämlich jetzt mit einem Male ein kleine, blaues Armband am Handgelenkt und als Nancy Harrys fragenden Blick bemerkte, erklärte sie: „Das ist meine Eintrittskarte. Das ist alles was du hier im Club brauchst. Im Bändchen befindet sich ein kleiner Chip und darauf wird gespeichert, was du trinkst und welche Drinks für dich geeignete sind."

Nicht nur Harry schaute überrascht. Nein, auch Hermine, Jacob und die drei Vampire schienen beeindruckt zu sein. Daher brachten auch alle das kleine Ritual hinter sich und steckten ihren Arm in die Wand. Wobei Emmett es sich nicht verkneifen konnte auch zu schreien. Obwohl diesmal keiner zu einer Rettung eilte, sondern alle nur lachten. Zwei Minuten später hieß es dann erst so richtig in die Welt der Verdammnis einzutauchen und nachdem sie die nächste Biegung auf ihrem Weg vorbei an den ersten Kerkerzellen hinter sich gebracht hatte, erklang auch schon die erste Musik.

„So Leute, willkommen in der Fortress of Doom", sagte Nancy und bedeutete allen durch den letzten Torbogen zu gehen. Man fand sich schließlich in einer Art überdachtem Hof wieder, in dessen Mitte sich die Tanzfläche befand und der von allen vier Seiten von Arkaden, begrenzt wurde.

„Wow" erwiderte Harry und schaute sich um. Sein Blick glitt über die zahlreichen Jugendlichen, die es sich unter den einzelnen Steinbögen an Tischen gemütlich gemacht hatten und ihre Drinks zu sich nahmen und dann über die noch etwas leer wirkende Tanzfläche, aus der sich bisher nur ein paar Mädchen bewegten. Die Musik war ja aber auch noch nicht so, als dass man richtig aus sich herausgehen konnte. Scheinbar wollte der DJ erst alle ein wenig einstimmen und ließ langsame Töne laufen.

Harry war dies im Moment nur recht, denn so konnten er und seine Freunde sich erst einmal einen Überblick verschaffen. Gäste gab es hier schon genug und Harry fiel auf, dass wie auf dem Agrippa Plaza schon, sich keiner an Alice und ihren Geschwistern störte. Der Gryffindor war zwar bewusst, dass vor allem die Muggelgäste keine Ahnung hatten, wer hier unter ihnen weilte, doch selbst diejenigen, die ein Bewohner der magischen Welt sofort als des seinesgleichen identifizierte, schien die Anwesenheit von Vampiren nicht zu stören. Zwei oder drei Hexen musterten sogar Emmett eindeutig. Doch Rosalie wusste diesen Blicken gekonnte entgegen zu wirken und das in einer Art, die Harry vor kurzem selbst erfahren hatte. Im Gegensatz zu ihm, wusste Emmett jedoch gleich wie er damit um zugehen hatte und erwiderte den stürmischen Kuss nicht nur, sondern ging in die Offensive, sprich er begann seine Freundin an sich heran zu ziehen, legte seine Hand auf ihren wohlgeformten Hintern und knetete ihn. Dieses Verhalten war Rosalie unter den gegebenen Umständen dann wohl doch zu viel und sie ließ von Emmett ab, der jetzt überlegen grinste.

Schließlich hatte Harry seinen Rundblick beendet und schaute dann in die nächst Etage, auf die Galerie, welche sich über ihnen fast ringsum den Hof zog. Dort oben schien es weitere Plätze zu geben und Harry war sich sicher, dass man von dort einen wunderbaren Blick auf das Geschehen hier unter haben muss. Unterbrochen wurde der Rundgang an der dem Eingang gegenüberliegenden Seite nur durch eine breite Treppe, auf deren halber Höhe man auch zur einer Art Kanzel gelangte, auf welcher nun der DJ, ein junger Mann mit schulterlange, blonden Harry, stand.

Der Club füllte sich weiter und die Musik nahm an Geschwindigkeit zu. Soviel stand schon mal fest. Die kleine Gruppe war mittlerweile etwas aus dem Gang getreten und stand nun an einem der zahlreichen Stehtische, unweit der Bar. An dieser entdeckte Harry schließlich Nancy, die sich unbemerkt entfernt hatte und dass sie gerade ein großes Tablett in die Hand nahm und zu ihnen herüber kam.

„So Leute, die erste Runde geht auf mich", sagte sie lächelnd und drückte bei Harry angefangen, jedem ein Glas zu trinken in die Hand. Harry, Hermine und Jacob griffen dankend zu, während die drei Vampire dabei waren, den angebotenen Drink abzulehnen. Harry konnte sehen, dass ihnen dies sehr leid tat. Doch er wusste auch, aus seinen Gesprächen mit Alice, dass diese Art von Nahrung für sie schmeckte, als würden sie aus der Gosse essen.

„Sorry Nancy, aber wir können das nicht trinken", sagte Alice. Woraufhin die junge Hexe lachte. „Papperlappap Alice. Ihr trinkt das jetzt oder ich sehe dies als Beleidigung."

Die Gesichter der drei Vampire konnten unterschiedlicher nicht sein. Rosalies Blick wurde finster, denn sie hatte es überhaupt nicht gern, wenn man ihr sagte, sie solle etwas tun, was sie nicht wollte. Alice Gesicht wurde traurig, da sie glaubte, sie hätte Nancy beleidig und einzig Emmett nachdenklicher, neugieriger Blick schien die Situation retten zu können. Der bullige Vampir schien sich an etwas erinnern zu können, wahrscheinlich an ihre Begegnung mit Dumbledore, und ohne weiter darüber nachzudenken, setzte er sein Glas an und trank einen Schluck, der dunklen Flüssigkeit.

Alice und Rosalie schauten ihn daraufhin bedauernd an und waren umso überraschter, als sich Emmett Augen immer weiter öffneten. Ungläubig starrte der Vampir auf den Becher und dann zu Nancy. Rasch trank er noch einen großen Schluck und stammelte dann: „Das …das … das ist Jacky-Coke."

Nancy begann zu lächeln. „Richtig Großer, Jack Daniels Cola. Schmeckt's?" Emmett nickte weiterhin fassungslos den Kopf, wodurch sie die junge Hexe gezwungen sah, etwas Aufklärung zu betrieben. „Leute ich hab euch doch nicht ohne Grund diesen Club hier vorgeschlagen. Harry hat mich gefragt, ob ich einen Ort kenne, wo er zusammen mit seinen Freunden feiern kann. Und was wäre ein Club, der sich nicht auch auf die Bedürfnisse andersartiger Wesen eingestellt hat."

Nancy brauchte nichts weiter zu sagen. Alice und Rosalie probierten nun auch ihre Drinks und machten ein ähnlich überraschtes Gesicht wie ihr Bruder. „Wow", flüsterte Harrys Freundin und wischte sich den Mund. „Das schmeckt herrlich. Man das ist eine Ewigkeit her, dass ich Alkohol zu mir genommen habe."

„Echt?", fragte Harry neugierig und trank noch einen Schluck. „Wie lange?"

Alice schien zu überlegen und erwidert mit einem Lächeln: „Oh ich denke, es ist fast sechzig Jahre her, Harry."

Ihr Freund schien im Kopf zu überschlagen und sagte dann voller Skepsis: „Aber da warst du schon ein Vam…" Blitzschnell hielt sich Harry plötzlich die Hand vor den Mund und blickte sich um. Zu seiner Erleichterung schienen jedoch nur seine Freunde zuzuhören. Er wollte sich gar nicht ausmalen, was geschehen wäre, hätte er seinen Satz beendet und die falsche Person hätte es gehört.

Alice lächelte und nickt. „Ja war ich Harry."

„Aber wie willst du dann Alkohol getrunken haben. Ich denke es schmeckt eklig."

Im Nachhinein konnte man nicht sagen, ob es so gewollt war. Oder aber dass der Alkohol in Alice Cola seinen Teil dazu beigetragen hatte. Doch der nächste Satz ließ vor allem die Lebenden unter ihnen sich fast verschlucken. Alice schaute ihren Freund nämlich mit leicht glasigen Augen an und sagte: „Oh Harry, das hat es auch. Ich werde es wohl nie vergessen. Weißt du, es ist in einer Zeit passiert, da wusste ich noch nichts von Carlisle und auch nicht davon, dass man von tierischem Blut überleben konnte. Und eines Tages bin ich dann mit Jasper auf eine Gruppe völlig betrunkener Jäger getroffen und …"

„Und?", hakte Hermine mit nachdenklichem Gesicht nach.

„Oh … ähm … naja", stotterte Alice nun leicht. „sagen wir es mal so. Ich hatte noch drei Tage den Geschmack von billigem Fusel im Mund."

Für einige Sekunden war es mucksmäuschenstill in der kleinen Runde und jeder musterte Alice, bei der dies zu einer gewissen Unsicherheit führte. Dann aber nahm Harry sich zusammen und küsste seine Freundin. „Na dann ist ja gut, dass wir hier auf konventionelle Weise trinken können. Ich glaube der Boss hier hätte was dagegen, wenn du 'ne Bloody Mary nicht nach dem Barkeeperhandbuch zu dir nimmst."

Alle lächelten und Alice wurde wieder lockerer. Sie zog Harry an sich heran und hörte dann Emmett zu, wie dieser allen erzählte, an welche Drinks er sich noch aus seiner sterblichen Jugend her erinnerte. Harry schmunzelte und ließ seinen Blick über die anderen Gäste schweifen, da es ihm so vorkam, als wäre etwas im Gange. Was es war, konnte der Gryffindor noch nicht erkennen, doch die Musik veränderte sich, sie wurde lauter und schneller und dann schien es so, als würde ein Großteil der Gäste im Takt der Musik wippen und schunkeln.

„… Hat der alte Hexenmeister sich einmal hinweg begeben …"

Wie ein Donnerschlag schallte plötzlich die laute Stimme des DJs aus den Boxen durch den Raum und Harry zuckte zusammen. Denn damit hatte er nicht gerechnet. Genauso wenig damit, dass plötzlich eine Chor aus fast hundert Stimmen schrie: „Uh … Uh."

„… und nun sollen seine Gäste auch nach meinen Rhythmen beben …"

Erneut erklang der Chor und schrie: „Uh … Uh." Dabei warfen sie alle ihre Arme in die Luft und wippten. Harry war begeistert und merkte, dass der Spaß nun beginnen konnte. Der DJ wiederholte die beiden Sätze noch einmal und der Club ging mit, bis es hieß die nächsten Worte zu lernen. Wobei Harry erstaunt feststellte, dass neben ihm Jacob der einzige war, der noch zuhören musste. Aus irgendeinem Grunde wussten Hermine und die drei Vampire wie das Lied weiter ging. Zumindest was die nächste Zeile anging. Lauthals riefen sie wie der DJ „Walle … Walle" während der Chor sang „yeah … yeah".

Dann mussten aber sie passen und hörten nur „… das zum Zwecke Freude fließe und in unser´m stet 'gen Kreise zur Ekstase sich ergieße." Danach legten die Bässe noch einmal zu und der ganze Club schien nun aus sich heraus zu gehen. Etwas das auch Harry nicht kalt ließ und dessen Beine anfingen zu wippen, auch wenn in seinem Stadium der Heilung an ein Tanzen ohne Krücken kaum zu denken war. Somit blieb ihm nur das Zuschauen und Beobachten.

Und genau das tat er auch. Er schaute seinen Freunden zu. Besonders Hermine und Jacob die auf der Tanzfläche waren und sich im Takt der Musik bewegten. Etwas das Harry schon erstaunte, da es wieder ein Bild von seiner besten Freundin zeigte, dass er nicht kannte. Wann hatten sie aber auch in Hogwarts mal die Gelegenheit so aus sich heraus zu gehen? Sollten sie halt ihren Spaß hier haben. Wer wusste was der Abend noch brachte?

AN: Ich breche hier jetzt mal ab, da das Cap sonst zu lang wird. Muhaaa….