Here we go - endlich geschafft. Zwei Jahre mit dieser Story, von ihrer ersten Entstehung in meinem Kopf, über Schreibblockaden und nächtliche Schreibeinsätze hinweg bis zu diesem Epilog hier. Ich muss gestehen, die Story hat sich oft anders entwickelt als erwartet - geplant war sie ursprünglich sowieso in eine andere Richtung, aber wie es oft so ist ... die Charaktere entwickelten ein Eigenleben und mit der Zeit gewinnt man alle gern. Eine Herausforderung war diese Geschichte allemal.

Ganz herzlich möchte ich den Menschen danken, die mir bei der Story energisch tretend und/oder hilfreich ratend zur Seite gestanden haben. Allen, die der Story und mir so lange die Treue gehalten haben und geglaubt haben, dass ich sie fertig stelle. Und natürlich auch allen Lesenden, Reviewenden oder über die Story nachdenkenden. Ohne euch alle, eure Worte, Nachrichten etc. wäre die Story nicht das, was sie ist.

Vielen Dank!


Epilog


Blue Earth, Minnesota

Die Kirche war leer und verlassen. Einsam. Ohne Jim schien es, als hätte sie ihr Leben, ihre Wärme eingebüßt.

Dean schlang die Arme um sich selbst, aber es hatte keinen Sinn. Er konnte sich nicht vor der Kälte zurückziehen, die in sein Herz drang und ihn der harten Wahrheit ins Gesicht sehen ließ.

Der Schutz, der so viele Jahre lang von diesem Ort ausgegangen war, war weg.

Langsam suchte Dean sich seinen Weg zum Altar hinauf, vor seinem inneren Auge eine ganz andere Szene als die des trostlosen, hohen Raumes.

-S-S-S-

Samstag, 28. Juni 2003

„Willst du, Dean Winchester, die hier anwesende Rachel Taylor zu deiner angetrauten Ehefrau nehmen, sie lieben und ehren, bis dass der Tod euch scheidet, so antworte mit: Ja, ich will."

Dean sah hinunter auf seine und Rachels verschlungenen Hände, die schmalen Finger zwischen seinen, dann in ihr strahlendes Gesicht. Für einen Moment hatte er das poetisch lächerliche und doch so warme Gefühl, dass kein Engel schöner sein konnte und sein Herz bald seine Brust sprengen würde. „Ja, ich will."

„Und willst auch du, Rachel Taylor, den hier anwesenden Dean Winchester zu deinem angetrauten Ehemann nehmen, ihn lieben und ehren, bis dass der Tod euch scheidet? So antworte mit: Ja, ich will."

Sacht drückte Rachel Deans Hände. „Ja, ich will."

Jim lächelte, als er das kleine Seidenkissen mit den Ringen vor die beiden hielt: „Nehmt diese Ringe als Zeichen eurer ewigen Liebe – denn so soll die Liebe sein: ohne Anfang und Ende, bedingungslos, ohne Unterbrechung, unendlich bis in die Ewigkeit."

Dean hielt beinahe den Atem an, als er das schmale, silberne Schmuckstück auf Rachels linken Ringfinger schob und dann seine eigene Hand ausstreckte, damit sie dasselbe tun konnte.

Ihre Finger waren klamm und zitterten – sie brauchte zwei Anläufe, um überhaupt die Schleife zu lösen, mit der die Ringe auf dem Kissen gehalten wurden.

Ein kaum hörbares Glucksen entrang sich Deans Kehle und für ein paar Sekunden länger als nötig hielt er ihre Finger fest. Die vertraute, bestätigende Geste entspannte ihre Schultern deutlich und sie schaffte es, den Ring an seinen Platz zu schieben.

Jim trat die Stufe hinab, die ihn von den beiden trennte und legte seine Hände um die des jungen Paares. „Hiermit erkläre ich euch zu Mann und Frau." Er lachte leise, als er Dean zuzwinkerte: „Du darfst die Braut jetzt küssen."

-S-S-S-

Dean würde niemals diesen Moment vergessen, als er die weichen Lippen seiner Frau auf seinen spürte, die zarte Haut ihres Gesichtes unter seinen Handflächen; ihr Lachen, als er sich von ihr löste und die schimmernde Träne, die sich ihren Weg ihr Gesicht hinunter suchte.

Dean schauderte und blickte mit brennenden Augen hinunter auf seine Hand. Er zog den Ring von der Rechten und steckte ihn vorsichtig an die Linke. Es gab keinen Grund mehr, Rachel zu verheimlichen.

So weh es tat - mehr als endlich zu ihr stehen konnte er nicht. Nicht mehr.

Vorsichtig richtete er den Docht einer Kerze auf und entzündete sie.

Das Gefühl, hier zu stehen, war grausam und zerriss ihn fast.

Ohne Rachel.

Ohne John.

Ohne Jim …

Die schwere Holztür der Kirche wurde leise ins Schloss geschoben, zwei unsichere Schritte erklangen, verhallten.

"Ich liebe dich, Rae …", flüsterte Dean unhörbar zu der flackernden, kleinen Flamme, hob die hohle Hand darüber und fühlte die Wärme aufsteigen, seine kühle Haut erwärmen, ehe er sie direkt auf sein Herz legte.

So viele Menschen fehlten, hatten ein Loch in seinem Leben hinterlassen, das niemals wieder gefüllt werden konnte. Die Spuren von ihnen würden bleiben, die Erinnerungen … aber die Menschen waren unwiederbringlich verloren.

Aber etwas an dem Gefühl, alleine zu sein, hatte sich verändert.

Als Dean sich umdrehte, sah er den einzigen Hoffnungsschimmer, der im geblieben war – den Menschen, für den es sich zu kämpfen lohnte - und er schaffte es, ein schmales, wenn auch schiefes, Lächeln auf sein Gesicht zu bringen.

Die Einsamkeit war weg.