Hallöchen zusammen! Ok, der Stress wars! Sorry für das lange Warten! Aber dafür geht es jetzt weiter! Und für alle diejenigen, die dachten nach diesem Kapitel ist Schluss, kommt leider eine Enttäuschung! Es gibt 50 Kaps! Freut euch! gg

melethil: Wirklich ganz toll sorry, dass du solange hast warten müssen! Hm, Gothic? Ich mag die Musik! Ja, wirklich! Warum fragst du?

das einhorn: du warst im Urlaub? Ich hoffe, du hast dich gut erholt!

38. Kapitel Das Schlafzimmer

„Nun gut, hier liegt ihr Schlafzimmer! Die Frage ist nun nur, welcher Gang dorthin führt? Ah, Legolas, wenn Sarina jetzt hier wäre! Sie könnte uns sicher sagen, welchen Weg wir nehmen müssen."

„Ja, das könnte sie wohl. Aber sie würde sich nicht davon abbringen lassen, uns zu begleiten und würde sich dabei unnütz in Gefahr begeben. Genau aus diesem Grund habe ich sie auch nicht aufgeweckt, als ich das Schloss verließ!"

„Du hast sie nicht aufgeweckt! Heißt das, sie weiß nicht einmal, dass wir hier sind?"

Aragorn und Gimli schauten ihren Freund böse an. So konnte er doch nicht mit seiner Frau umgehen! Legolas schaute beschämt zu Boden und mied somit den Blick seiner Freunde.

„Nein, sie weiß es nicht. Aber im Palast ist sie sicher! Hier wäre sie nur in Gefahr!" Trotzig schaute der Elb nun an seinen Freunden vorbei. Gimli stieß Aragorn leicht in die Seite, dann sagte er halblaut zu seinem Freund:„Ich denke, er hat sie in der Hochzeitsnacht enttäuscht und ist deshalb aus dem Schloss geflohen. Klarer Fall, wenn du mich fragst."

Ein zorniger Blick aus blauen Elbenaugen traf den Zwerg.

„Das habe ich gehört, Gimli. Und ich werde nicht so tief sinken, und dir eine Antwort auf deine unverschämte Äußerung geben!"

„Ach nein, wirst du nicht? Das ist aber schade! Es hätte mich wirklich interessiert, was in jener besagten Nacht zwischen euch vorgefallen ist. Bisher hast du uns nur von einem Gespräch erzählt. Sollte das schon alles gewesen sein? Dann, mein Freund, wäre ich wohl auch am nächsten Morgen so schnell wie möglich geflohen."

„Gimli, es reicht!" Überrascht, dass sich Aragorn nun auch in das Gespräch einmischte, hielt der Zwerg inne. Verdutzt schaute er auf den ehemaligen Waldläufer.

„Aber, Aragorn, es ist doch nur Spaß. Sei doch nicht so ernst. Ich bin mir sicher, Legolas hat…" Bei diesen Worten hatte er sich zu seinem elbischen Freund umgewandt, um von ihm eine Bestätigung zu holen, doch als er sah, dass Legolas nicht mehr dastand, verstummte er. Suchend blickte er sich um, doch nirgends war eine Spur des Elben.

„Wo, zum…?"

„Er hat das Zimmer verlassen!"

„Aber warum? Ich habe doch nicht…!"

„Du hast ihn gekränkt, Gimli. Gekränkt und bloßgestellt."

„Aber ich wollte doch nicht…warum ist er…ach, verdammt!" Zerknirscht ließ Gimli die Schultern hängen.

„Du hast da sehr persönliche Dinge angesprochen. Dinge, die nur ihn und Sarina etwas angehen. Ich kann ihn da verstehen, denn ich habe auch ein Frau und ich würde es auch nicht wollen, wenn man so über sie spricht."

„Aber Aragorn, ich wollte ihn doch nicht kränken oder gar angreifen. Das musst du mir glauben!"

„Ich weiß, Gimli! Und Legolas weiß es sicher auch. Trotzdem ist er im Moment sehr verletzt. Er braucht wohl etwas Zeit für sich alleine. Komm, lass uns schlafen gehen!"

Der Mond warf lange Schatten in den Garten. Wie es ihr wohl gerade gehen mochte? Dachte sie an ihn? War sie ihm böse? Schon seit seinem Aufbruch quälten ihn diese Fragen und er sehnte sich danach, die Antwort zu erfahren. Gimli hatte einen wunden Punkt berührt. Der Zwerg konnte ja nicht ahnen, dass er mit seiner Bemerkung, es wäre sonst nichts passiert, ins Schwarze getroffen hatte. Dennoch bereute es Legolas nicht. Er wusste, selbst wenn sie in jener Nacht ihre Ehe vollzogen hätten, wäre Askalon zwischen ihnen gestanden. So lange sein Tod nicht geklärt war, spielte er eine Rolle in ihrer beider Leben. Und so sehr Legolas seinen toten Freund schätzte und vermisste, so wollte er doch nicht, dass dieser in gewissen private Augenblicken herumspuckte. Es war auch wahr, dass er Sarina nicht geweckt hatte, weil er sie im Palast in Sicherheit wusste. Vielleicht war es ja wirklich nicht richtig gewesen, sich einfach so davonzuschleichen, aber in jenem Moment war es ihm richtig erschienen. Und selbst jetzt war er froh, dass er so gehandelt hatte. „Vielleicht bin ich ja nur in meinem männlichen Stolz gekränkt, weil ich in jener Nacht die Erwartungen, die alle an mich gestellt haben, nicht erfüllt habe?" Warum sonst sollte es ihn so getroffen haben, als Gimli über ihn spottete?

Langsam wanderte Legolas durch den nächtlichen Garten. Doch er sah nichts von der Pracht, die das dürftige Mondlicht nur noch unterstrich. Es war an der Zeit, dass alles was mit Askalon zu tun hatte, ein Ende fand. Doch um das zu erreichen, musste er unbedingt mit Kalia sprechen. Morgen würde er sich auf die Suche nach ihrem Zimmer machen. Er würde allein gehen, denn jede Einmischung seitens Aragorn und Gimli würde nur hinderlich sein. Nein, er wollte ihr ganz allein gegenüber treten! Er blieb stehen und pflückte eine Blume, die zu seinen Füßen spross. Gedankenverloren starrte er auf die blaue Blüte. Klein war sie, auf den ersten Blick unscheinbar, doch bei genauerem Hinsehen entdeckte man eine Schönheit, die ihresgleichen suchte. Wie mochte sie wohl erst bei Sonnenlicht erstrahlen?

Mit der Blume in der Hand mache er sich auf den Rückweg. Seine Gedanken wanderten wieder zu Askalon und Sarina. Er war so nahe dran, alles zu verstehen. Nicht mehr lange und er konnte in seine Heimat zurückkehren. In seine Heimat und zu Sarina. Doch was erwartete ihn da? Er durfte die Gefahr nicht vergessen, die seinem Volk immer noch drohte. Und er durfte nicht vergessen, dass seine Zeit mit Sarina nur von kurzer Dauer war. Was würde sie sagen, wenn sie erfuhr, dass er dem Tode geweiht war? Wäre sie froh? Traurig? Würde sein Tod sie genauso betrübt machen, wie Askalons? Er erinnerte sich, als sie ihm erzählte, dass sie viel über ihn und den Düsterwald aus Askalons Berichten erfahren hatte. Was mochte sie alles wissen? Er nahm sich vor nach seiner Rückkehr mit ihr darüber zu reden. Vielleicht erfuhr er von ihr mehr über Askalons Gefühle und Gedanken ihm gegenüber. Hatte sein Freund ihm verziehen?

Er war an der Tür, die zurück ins Schloss führte, angekommen. Gerade als er sie öffnen wollte, bemerkte er, dass er immer noch die Blume in der Hand hielt und sie gedankenverloren zwischen den Fingern drehte. Mit einem letzten Blick darauf, warf er sie weg! Sie war zwar schön, doch diese Schönheit war vergänglich, vergänglich wie alles im Leben.

Als er in seinem Zimmer wieder ankam, hatten es seine Freunde bereits verlassen. Sie waren wohl zu Bett gegangen. Allein die Karte, die den Bauplan des Schlosses enthielt, lag noch auf dem Tisch. Kalias Schlafzimmer war mit einem roten Kreuz gekennzeichnet. Sie hatten die Karte aus der Bibliothek geholt, nachdem sie durch geschicktes Fragen die Lage des Zimmers in Erfahrung gebracht hatten. Lord Warden hatte sie erfreut aber auch ein wenig misstrauisch empfangen. Kalia hatten sie nur kurz zu Gesicht bekommen. Als Legolas nachdenklich ihren Blick erwidert hatte, hatte er versucht sich an ihre Stimme zu erinnern. Doch es war ihm nicht gelungen. Erst später war ihm in den Sinn gekommen, dass er sie niemals hatte sprechen hören. In seiner Anwesenheit hatte sie immer die scheue Schlossherrin gemimt. Er hatte sich nicht weiter Gedanken darüber gemacht, da er ja von Wardens eifersüchtiger Haltung wusste. Ihm war es logisch erschienen, dass Kalia ihren Gatten so wenig wie möglich in Aufregung versetzten wollte. Doch vielleicht war gar nicht das der Grund gewesen? Möglicherweise hatte sie nur nicht gesprochen, weil er sonst seine Entführerin in ihr wieder erkannt hätte? Ja, so musste es gewesen sein! Sie war listig und klug, dass musste man ihr lassen. Legolas starrte auf das vor ihm liegende Blatt. Dann nahm er den Stift zur Hand und markierte sein Schlafzimmer. Beide Räume lagen im selben Stockwerk. Gleich neben seinem Zimmer lag ein Balkonzimmer! Der Zugang zum Tunnelsystem war also gesichert. Nun musste er nur noch einen Weg in den anderen Flügel des Schlosses finden. Konzentriert sah er auf die Karte und mutmaßte, wo der Gang, der zu Kalias Zimmer führte, liegen könnte. Dann nahm er eine der Kerzen und die Karte und verließ den Raum. Schlaf würde er diese Nacht ohnehin keinen finden. Warum also die Zeit unnütz verstreichen lassen? Genauso gut konnte er sich auf die Suche nach dem richtigen Weg machen.

Gimli erwachte aus einem tiefen, traumlosen Schlaf. Dennoch lastete etwas auf ihm, von dem er erst nicht genau sagen konnte, was es war. Doch dann kam blitzartig die Erinnerung an den vergangenen Abend und an Legolas' Verschwinden. Sofort sprang der Zwerg aus dem Bett und schlüpfte in seine Kleidung. Diese Entschuldigung duldete keinen Aufschub!

Schnell rannte er aus seinem Zimmer und klopfte an die Tür des Nachbarzimmers. Niemand antwortete! Sollte der Elb immer noch nicht zurückgekehrt sein? Vorsichtig drückte Gimli die Klinke nieder und drückte leicht gegen die Tür. Sie schwang sofort auf. Dann schob der Zwerg seinen Kopf durch den Türspalt und spähte zum Bett. Was er dort sah, beruhigte ihn. Er öffnete die Tür noch ein Stück und trat ein. Legolas lag quer über das Bett, den Kopf auf den angewinkelten Arm gelegt und schlief. Neben ihm lag die Karte, die sie gestern studiert hatten. Am Boden neben dem Bett stand eine völlig herab gebrannte Kerze. Leise näherte sich Gimli. Erst als er nur mehr wenige Meter vom Bett entfernt war, bemerkte er Schriftzeichen auf der Karte, die am vorangegangenen Abend noch nicht gewesen waren. Interessiert beugte der Zwerg den Kopf. Doch er konnte nichts Genaues erkennen. Er kam noch näher. In dem Moment, als er die ersten Schriftzeichen entziffern konnte, drehte sich Legolas mit einem Seufzer herum und kam genau auf der Karte zu liegen. Der Zwerg fluchte leise. Was sollte er nun tun? Die Neugier nahm Oberhand und er versuchte das Blatt unter dem schlafenden Elben hervorzuziehen. Er nahm es an einer Ecke und begann vorsichtig zu ziehen. Als sich kein Erfolg einstellte, zog er fester. Plötzlich riss das Papier und Gimli stand mit einer Ecke der Karte in der Hand da. Er erstarrte. Dann schaute er zu Legolas. Dieser schien das Geräusch nicht gehört zu haben und schlief ruhig und fest weiter. Das Herz des Zwergen begann schneller zu pochen. Schweiß trat ihm auf die Stirn. Hitze begann sich in seinem gesamten Körper zu verbreiten. Sein Blick verengte sich auf jenes kleine Stück Papier, das er in Händen hielt. Was sollte er nun tun? Unentschlossen schaute er auf das Stück Papier in seiner Hand. Dann kam ihm eine Idee. Er würde das Papier wieder an seinen Platz legen und anschließend aus dem Zimmer schleichen. Entschuldigen konnte er sich schließlich später auch noch. Er wollte sich gerade wieder erheben, als er eine laute Stimme aus Richtung Tür hörte.

„Gimli, was machst du da?"

Sowohl Gimli, als auch Legolas schossen hoch, der Zwerg immer noch das verräterische Stück Papier in der Hand.

„Wie? Was? Ach, ich…" Verzweifelt schaute er von dem in der Tür stehenden Aragorn zu dem überrascht schauenden Legolas. Die Hand barg er schnell hinter dem Rücken.

„Ich wollte nur…mich vergewissern, dass Legolas noch schläft, weißt du?"

„Ach ja? Ich weiß zwar, das Zwerge nicht an die Sehkraft der Elben heranreichen, aber dass sie blind wie Maulwürfe sind, wusste ich auch nicht…obwohl gewissen Vergleichen mit diesen netten Tierchen würdet ihr durchaus standhalten, nicht wahr?"

Dieser spöttischen Bemerkung Aragorns entnahm Gimli, dass ihm nicht geglaubt wurde. Legolas sah immer noch verschlafen und unsicher von einem zum anderen. Augenscheinlich verstand er nicht, was der Grund für die Diskussion seiner Freunde war und warum diese gerade in seinem Zimmer stattfinden musste. Sein Blick blieb dann doch an Gimli hängen, dessen Wangen sich rot färbten.

„Vielleicht wollte ich nur sicher gehen, dass er nicht aus dem Bett fällt?", meinte der Zwerg dann mir einem hoffnungsvollen Blick an Aragorn gewandt. Dieser lächelte spöttisch.

„Gewiss! Und was verbirgst du hinter deinem Rücken?"

Schnell stopfte Gimli das Stück Papier, das er immer noch versteckt hielt in den Hosenbund. Dann wies er mit offenen Handflächen zu Aragorn.

„Gar nichts, siehst du?"

Aragorn schien sein Interesse etwas anderem zugewendet zu haben, denn er starrte fasziniert aus dem Fenster, das hinter Gimli lag. Dann trat er einige Schritte näher, der Gesichtsausdruck immer noch von Bewunderung gezeichnet. Auch Gimli wollte wissen, was sich hinter seinem Rücken abspielte und drehte sich in diese Richtung. Den Augenblick nutzte Aragorn um das Stückchen Papier, das immer noch über den Hosenrand des Zwergs herauslugte, zu schnappen. Gimli, der erkannte hatte, dass er von seinem besten Freund getäuscht worden war, sprang wieder herum, doch es war zu spät. Aragorn hatte sich bereits in Sicherheit gebracht. Legolas hatte das Schauspiel mit Interesse und Unverständnis verfolgt. Nun erst fiel ihm wieder die Karte ein, auf der er in der vergangenen Nacht noch den Weg zu Kalias Zimmer eingezeichnet hatte. Er sah sie neben sich liegen, stellte aber mit Erstaunen fest, dass eine Ecke fehlte. Sollte er die Karte aus Versehen zerrissen haben? Er hob sie hoch und besah sich den Schaden. Nichts Entscheidendes war verloren gegangen. Gerade als er seinen Freunden von seiner Arbeit berichten wollte, vernahm er Aragorns Stimme.

„Ich habe, was du suchst, mein Freund!" Mit diesen Worten reichte er ihm das Stück Papier, das er Gimli entwendet hatte. Nun begann Legolas zu verstehen und schaute Gimli vorwurfsvoll an. Dieser blickte beschämt zu Boden.

„Ich wollte doch nur wissen, was du da geschrieben hast!"

„Ich habe den Weg zu Lady Kalias Schlafzimmer gefunden!"