Zum letzten Kampf…
Hastig eilte er zu den beiden und hockte sich neben seine beste Freundin: ,,Lara…" er fühlte Kurtis´ Puls. Doch als er die Blässe und Kühle der Haut seines Freundes spürte, ließ er ab und griff Lara an die Oberarme.
Er drehte sie zu dich: ,,Lara…was ist passiert?"
Die Archäologin war den Tränen nahe und stand noch immer etwas unter Schock: ,,Er…ich…" sie schluckte und Zip spürte wie sehr sie zitterte.
,,Lara…" er drückte mit einer Hand ihr Kinn hoch, sodass sie ihm in die Augen blickte, ,,…sieh mich an. Beruhige dich!…" er blickte ihr in die Augen, ,,…Was ist passiert?"
,,Ich…" Lara blickte mit geschockten und weit aufgerissenen Augen zu Kurtis, ,,Ich…h…habe ihn umgebracht…"
,,Was?…" er blickte sie noch immer unverständlich an, ,,…Das glaube ich nicht, du würdest nie…"
Lara blickte ihn an: ,,Ich habe ihn eiskalt ermordet…mit dem Messer…ich …" sie stoppte, senkte den Kopf und fing erneut an zu weinen.
Es war ihr egal, ob ihr bester Freund sie jemals so gesehen hatte oder nicht.
Zip war sichtlich erschrocken und irritiert, doch ganz gleich, was Lara getan hatte, nun war sie wieder sie selbst. Das hatte er schon gleich erkannt.
Er schlang die Arme um die Archäologin und hielt sie tröstend fest. Sie tat ihm leid, doch er konnte es nicht fassen, was sie getan hatte. Kurtis war ein guter Freund von ihm gewesen.
Lara krallte sich in sein Shirt und vergrub ihren Kopf in seinen Armen. Sie weinte und schluchze hemmungslos. Zudem zitterte sie am ganzen Leib.
Zip wusste allerdings, das sie nicht lange hier verharrend durften. Sie wurden draußen gebraucht. Nach einigen Augenblicken drückte er Lara von sich weg: ,,Lara…hör zu, Süße…" er hielt sie an den Oberarmen und blickte sie an, ,,…Ich weiß, es ist schwer und was du getan hast…du…das warst nicht du selbst."
,,Es waren meine Hände, Zip…" schluchzte sie zittrig, ,,…meine Hände, die ihn umgebracht haben!" Sie blickte ihre Hände an, die sie vor sich hielt. Sie trieften noch immer vor Blut.
Zip strich ihr mit beiden Händen das zerzauste Haar zurück und hielt sanft ihren Kopf fest: ,,…Lara…Du musst sich zusammenreißen!…Da draußen…wir brauchen deine Hilfe! Karel ist zu mächtig."
Lara verstummte, doch blickte Zip wieder an. Sie schüttelte den Kopf und hielt sich an seinen Armen fest, da sie sonst das Gefühl hatte, sie würde zusammenbrechen.
,,Ich kann nicht…" sie schluckte und wirkte völlig kraftlos und senkte den Kopf, ,,…Ich kann das nicht mehr…"
Zip schüttelte sie sachte: ,,Du hast keine Wahl!.." wieder berührte er ihre Oberarme, ,,…Willst du, das wir alle hier sterben?…Wir brauchen dich!"
Lara ließ erneut den Kopf hängen und murmelte: ,,Ich kann mir nicht vergeben für die Tat, die ich getan habe…Niemand kann das."
,,Lara…" redete Zip mit Nachdruck auf sie ein, ,,…Ich verstehe dich. Wirklich, doch du hast im Moment keine Zeit zu trauern. Du hast noch etwas zu beenden. Wir brauchen deine Hilfe!…" er schluckte, ,,…Wir müssen versuchen Karel den Handschuh abzunehmen, wenn wir schon keine Ahnung haben, wie wir ihn vernichten können."
Abrupt blickte Lara zu ihrem Freund.
Sie wusste das er recht hatte. Sie wusste, das sie das tun musste, was das Richtige war und dazu gab es nur einen Weg.
Mit sanftem Blick blickte sie zu Kurtis, mit dem unguten Wissen, das sie das wohl für das letzte mal tat.
Ja, sie hatte ihm versprochen zu gehen, zu fliehen und nicht zurück zu blicken, doch Lara konnte das nicht. Es war einfach nicht ihre Art.
Zip hatte sie daran erinnert.
Sie hatte noch etwas zu beenden und genau das würde sie nun auch tun.
Das war sie dem Mann schuldig, den sie noch immer von ganzem Herzen liebte. Und sie würde es tun, ganz gleich, ob es sie auch ihr eigenes Leben kosten würde.
Dazu war sie nun bereit, denn auf einmal war die Kraft dazu in ihr zurück gekehrt. Ebenso wie ihr Kampfgeist.
Langsam beugte Lara sich zu Kurtis hinab und gab ihm einen sanften, letzten Kuss auf den Mund. Dabei rann ihre eine Träne die Wange hinab und nässten seine Lippen.
Sie löste sich von ihm, doch wendete den Blick noch nicht ab: ,,Bleib bei ihm…bis einige Minuten verstrichen sind. Ich werde mich um Karel kümmern…" erst ejetzt blickte sie zu Zip, ,,…Ich bin jetzt noch die einzige, die an ihn ran kommt." Eine weitere Träne verließ ihr Auge, rollte über ihre Wange und fiel auf die von Kurtis. Auf seiner Wange glitt sie bis zu seinem Augenwinkel und rollte dann hinab zu seinem Haaransatz.
Zip nickte: ,,Natürlich. Aber dann komme ich nach." Er wusste, das es ihr jetzt nicht half, wenn er weiter mit ihr redete. Also vertraute er auf sie, wie stets.
Dann ergriff Lara Excalibur, erhob sich mit schwerem Herzen und ließ Kurtis und Zip zurück. Sie hatte jetzt etwas zu erledigen…
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Hart knallte Amanda gegen die Höhlenwand, dicht gefolgt von Patience, nachdem die beiden schon wieder von einer Energiewelle aus Karels Handschuh getroffen worden waren.
Einige, heftige und von Kämpfen geprägte, Minuten schon waren gegangen in denen der Nephilim nicht aufhörte Amanda und die Magdalena zu bekämpfen.
Karel grinste, als seine Feinde erneut zu Boden gingen und kam auf sie zu.
Patience fing sich rechtzeitig, um nicht zu Boden zu stürzen und drehte sich zu ihm um. Sie hatte den Speer noch immer in der Hand, doch auch mit dessen Hilfe war es aussichtslos. Sie war ebenfalls dazu im Stande geringe Ladungen an Energie zu verschießen, doch die war nicht annähernd mit der des Nephilim zu vergleichen und es kostete Patience viel Kraft sie zu verwenden.
Außer Atem blickte sie Karel an, doch machte sich zum erneuten Angriff bereit. Sie hörte, wie Amanda neben sich ebenfalls wieder aufstand.
Karle kam auf die beiden zu und das sie mit dem Rücken zur Wand standen, im wahrsten Sinne des Wortes, behagte der Magdalena überhaupt nicht. Sie hoffte, das Zip mit Lara bald zurückkommen würde.
Kaum hatte sie diesen Gedanken zu Ende gedacht, bewegte sich etwas in ihrem Augenwinkel und sie erblickte sie.
Lara kam in einem weißen, langen Kleid aus der Kapelle. Der Saum des Kleides war an einer Stelle blutgetränkt und sie trug Excalibur bei sich.
Karel hörte es und drehte den Kopf zu der Archäologin. Er grinste, als er das Blut an ihr sah: ,,Da hat mein kleiner Engel also perfekte Arbeit geleistet…"
Laras Blick blieb starr. Sie blickte finster drein und näherte sich den dreien.
Patience sah es und sie wusste, das hier etwas faul war. Ihr Blick hatte sich verändert. Die Magdalena sah Entschlossenheit in Laras Blick, Wahrheit, Wut und Hass. Sie wusste es und würde erst eingreifen, wenn es soweit war.
,,Ist es vollbracht?" fragte Karel sie.
Lara nickte knapp.
,,Und der kleine Neger?" bohrte er nach.
Wieder nickte Lara: ,,Er war mir im Weg, da hab ich ihn auch beseitigt."
Karel grinste und kam auf Lara zu: ,,Sehr gut, mein Engel, du machst mich richtig Stolz und bald schon wirst du genauso sein wie ich…" er fasste ihr ans Genick, als sie nahe genug war und zog sie zu sich, ,,…Jetzt, töte die beiden, dann ist es vorbei…"
Karel schloss die Augen und drückte seine Lippen auf die ihren. Lara schloss ebenfalls die Augen und erwiderte den Kuss.
Amanda wollte vor gleiten, doch Patience hielt sie zurück, denn sie sah, das Laras Arm sich bewegte.
Lara hatte den Arm mit dem Schwert hoch gehoben. Sie küsste Karel leidenschaftlich, damit er ihre Handlung nicht bemerkte. Und kaum hatte Lara ihren Arm mit dem Schwert hoch genug gehoben, stieß sie kraftvoll zu…
Karel zuckte augenblicklich zusammen, als das große Schwert seinen Bauch durchbohrte. Er löste sich von ihren Lippen und keuchte.
Laras Blick veränderte sich. Sie blickte Karel eiskalt an.
,,Du hast mich dazu gebracht…" sie holte Luft und drückte das Schwert weiter in ihn hinein, ,,…den Mann den ich liebe, zu töten…" Karel keuchte, als Blitze von Excalibur durch seinen Körper zischten, ,,…Das war das letzte mal, das du mich berührt hast, denn ich werde dich vernichten!"
Karels Augen blickten sie erstarrt an.
Lara hatte es geschafft ihn zu überlisten.
Dann riss sie das Schwert kraftvoll aus ihm heraus und im gleichen Augenblick ging Karel zu Boden.
,,Lara!" Patience kam mit Amanda näher.
,,Stopp…" Lara hielt die Hand hoch, vor die beiden, um sie auf Abstand zu halten und blickte die beiden Frauen an, ,,…Jetzt nicht…Das ist mein Kampf!…"
Die Archäologin bückte sich und entriss ihm den Handschuh. Karel stöhnte auf und wollte protestieren, dich das riesige Loch, welches sich aber wieder am verschließen war, hielt ihn ab davon.
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Zip blickte zu Kurtis und zu der Wunde an seinem Bauch.
Er konnte nicht fassen, das Lara dies getan haben soll. Aber genauso wusste er auch zu was Lara fähig war, wenn sie von einer Sache überzeugt und völlig wütend war und er musste zugeben, das ihn das erschreckte. Er hoffte allerdings auch, das Lara Karel nun besiegen konnte, ganz egal, welchen Plan sie hatte.
Der Computerfreak seufzte und legte seine Hand auf Kurtis´ Schulter.
,,Hey Mann…" flüsterte er und brach gleich wieder ab, da er nicht wusste was er sagen sollte. Ja, er verspürte den Drang eine lange Rede zu halten, genauso wie damals bei Alisters Tod, als er seinem Freund zum Abschied alles gute wünschte, doch in solchen Sachen war Zip noch nie besonders gut gewesen.
Kurtis war sein Freund, ein richtig guter Freund geworden und es stimmte ihn unendlich traurig nun schon wieder einen Freund verloren zu haben.
Vielleicht konnten sie Karel noch besiegen und vielleicht würde Zip dann die richtigen Worte finden, seinem Freund einen schönen Abschied zu wünschen, doch für den Moment fand er einfach keine Worte.
Betrübt blickte er in Kurtis´ blasses Gesicht und murmelte: ,,Mach´s gut Kumpel…"
Dann wendete er sich von ihm ab, ergriff das noch blutige Messer neben ihm und stand auf. Er blickte zum Ausgang.
Lara hatte genug Zeit gehabt und sie sagte ja, er sollte nachkommen. Also würde er das jetzt tun. Er würde den Mädels helfen und wenn sie alle Glück hatten, würde dieser Alptraum bald vorbei sein. Ob es nun gut oder schlecht für sie ausgehen würde, wusste Zip nicht, aber er wusste, dass das Ende nicht mehr fern war…
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,,Du!…" krächzte Karel röchelnd, noch immer am Boden liegend und wollte nach Lara greifen, doch Lara trat nach seinem Arm. Ihr Gesicht war vor Hass verzogen.
,,Lara du…" begann Patience erneut, doch wieder unterbrach Lara sie: ,,Nein! Ihr haltet euch da raus. Geht zu Zip und verschwindet von hier!"
Die Magdalena wusste, das Lara jetzt mit sich nicht Diskutieren ließ und sie wollte auch gar nicht nach Kuris fragen. Patience spürte, das etwas passiert war, das sah sie Lara an. Immerhin kannte sie ihre Freundin lange genug. Und sie wusste auch, das Lara das durchsetzte, was sie vor hatte und das dies hier allein Laras Kampf war.
Die Magdalena vertraute Lara und deutete Amanda, ihr zu folgen. Dann gingen die beiden Richtung Kapelle, um Zip zu finden, doch nach einigen Metern, kam er ihnen schon entgegen…
