Hallo Mädels!
Die lange Pause tut mir leid aber mein PC war kaputt und ich bangte lange um das Überleben meiner Festplatte und der Daten. *schwitz*
Aber nun ist alles wieder gut, der Vorrat an Rotwein aufgefüllt, der Job läßt etwas Zeit zum Verschnaufen. (außer nächste Woche, da bin ich mal wieder im Harry Potter Land)
Ich hoffe bis dahin noch wenigstens ein weiteres Kapitel hochzuladen.
LG und vielen Dank für Eure Mails und Reviews! Ihr seid toll!!!!
38. Alles vergeben?
Es fiel Hermine und Severus unendlich schwer sich voneinander zu trennen. Kaum hatten sie Zeit gehabt, ihre neue Vertrautheit auszukosten.
Irgendwann in den ganz frühen Morgenstunden des nächsten Tages hatte er Hermine aus seiner Wohnung schicken müssen und es brauchte seine ganze Selbstbeherrschung sie nicht fühlen zu lassen, dass er glaubte sie niemals wieder zu sehen.
Kaltes Grauen vor dem was ihm bevorstand wechselte sich beständig mit dem warmen Gefühl, dass er für Hermine empfand. Jetzt da sie endlich zu ihm gefunden hatte, da würde er sterben müssen.
Er holte die alte Silberkette mit der Phiole aus dem Schrank und hängte sie sich um. Sicher war sicher. Er wollte nicht unter der Folter sterben. Falls nötig würde er sein Leben selber beenden. Dieses Mal würde er nicht zu feige sein.
Er apparierte nach Sonnenaufgang nach Dover und benutzte dann den Portschlüssel, der ihn direkt nach Blankenstein an der Ruhr brachte.
Er kannte den Weg, der ihn von dem versteckten Portschlüssel unterhalb der Burg an verlassenen und uralten offenen Bergstollen vorbei, durch den Wald hinauf in den kleinen malerischen Ort führte. Winzige Fachwerkhäuser säumten den Weg. Es waren einige Menschen unterwegs. Muggel die einkaufen gingen, Zaubereistudenten mit Büchern unter dem Arm die zur Burg wollten. Severus ließ die Burg hinter sich und bog nach wenigen Metern in Straße eines Villenviertels ein. Kurz drauf hatte er sein Ziel erreicht. Hinter einem alten verrosteten Eisenzaun lag eine verwitterte und verfallen wirkende Villa. Einst war sie hochherrschaftlich gewesen und hatte reichen Fabrikanten gehört, die das Haus wegen finanzieller Probleme schließlich aufgeben mussten. Es hatte lange leer gestanden bis Gina hier einzog. Als Tarnung vor neugierige Muggelaugen war die Fassade unverändert geblieben, der Garten so verwildert wie einst, doch das Haus war im Innern unübertroffen wohnlich und von behaglichem Luxus.
Trautchen öffnete ihm die Tür. Sie war Ginas alte Haushälterin und Köchin, eine ältere und eigenwillige Muggel aber von Grund auf zuverlässig.
„Kommen sie herein Herr Professor, schön sie wieder einmal im Hause zu haben!" begrüßte Trautchen ihn freundlich, aber er wusste dass sie ihn nicht mochte.
„Severus!" Gina kam mit wehenden Haaren die Treppe herunter gelaufen und fiel ihm ohne weitere Förmlichkeiten um den Hals.
Snape lächelte, „Wer hätte gedacht dass wir uns so schnell wiedersehen!"
Gina lächelte bezaubernd zurück.
„Trautchen hat Dir das übliche Zimmer fertig gemacht, ... neben meinem!"
Snape nickte. „Ist schon jemand von den anderen eingetroffen?"
„Nein, bisher noch nicht, aber bis heute Abend werden wir wohl komplett sein! Komm, lass uns einen Kaffee trinken."
Sie setzten sich in den Wintergarten auf der Rückseite des Hauses, der ihnen einen Blick über das Ruhrtal und den Stausee ermöglichte. Trautchen brachte ihnen Kaffee.
„Mittagessen um eins?" fragte sie knapp.
Gina nickte. „Das würde passen!" und als Trautchen gegangen war:
„So Severus, wie läuft es bei Dir?"
Severus Gesicht war undurchdringbar.
„Gut nehme ich an."
Gina nippte am Kaffee und nahm sich einen Keks.
„Und sonst?"
„Auch gut, und bei Dir?"
„Gut!"
Snape rollte mit den Augen.
„Schön das wir mal drüber gesprochen haben!"
Gina grinste.
„Du weißt genau was ich hören wollte!"
„So?"
Auch Snape nahm seinen Kaffee und trank einen kleinen Schluck, ließ unbeteiligt seine Augen in die Ferne schweifen.
„Komm schon Sev, Du und die Kleine, was läuft da?"
Severus Gesicht blieb emotionslos.
„Sie ist meine Frau!"
Mit unbeteiligter Miene, als hätte er vom Wetter gesprochen studierte er nun Ginas Gesicht.
Sie sah ihn einen Moment sprachlos an, dann stand sie auf und ging zu Fensterfront.
Severus konnte an ihrer Körperhaltung erkennen, dass sie verletzt war.
„Du heiratest und..... und sagst mir das nicht?"
Ihre Stimme bebte und Severus sah wie sie sich eine Träne aus den Augen wischte.
„Komm und setzte dich wieder, Gina, es ist nicht so wie Du denkst, es war keine Liebesheirat die ich planen und feiern konnte."
Und dann berichtete er Gina Nicemeadows davon wie er Hermine ertappt hatte, wie sie ihm die Bücher vorlesen musste, von dem Ehevertrag und von der Essenz.
Gina hörte ihm zu, ihre Augen waren ungläubig aufgerissen.
„Du bist ein Nachkomme Merlins?"
„Ja, allerdings nur über meinen Vater mit ihm verwandt!"
Gina schüttelte den Kopf.
„Und die Kleine eine Nachfahrin der Ronkowa, unglaublich, Du kannst sagen was du willst, unsere Wege sind uns vorbestimmt!"
Sie legte ihre Hand auf seinen Arm.
„Und jetzt, was empfindest Du für Hermine!"
Snape sah nachdenklich auf ihre Hand herab und wich Ginas Blick aus.
„Viel!" antwortete er knapp.
Gina lächelte. „Das freut mich für Dich!"
Sie stand abrupt auf und ging zur Tür. „Ich habe noch etwas auf der Burg zu erledigen! Ich sehe dich dann zum Mittagessen."
In der Eingangshalle warf sie ihren Mantel über und ging hinaus.
Severus Snape hatte sich in das junge Ding verguckt.
Sie tat einige tiefe Atemzüge. Diesen Umstand würde sie nochmals genau überdenken müssen.
Snape hingegen trank in Ruhe seinen Kaffee aus und sah durch die Fenster zu dem fernen Stausee hinüber. Er hatte in den vergangenen 10 Jahren oft hier gesessen und hinaus geschaut, aber nie wäre es ihm in den Sinn gekommen, dass Voldemort einen Hocrux im See versenkt haben könnte.
Dabei hatte er ihn wahrscheinlich selber hier her geführt.
Er hoffte inständig, dass er Gina dadurch nicht in Gefahr gebracht hatte.
Um seine trübsinnigen Gedanken zu vertreiben beschloss er auf sein Zimmer zu gehen, um noch etwas zu lesen. Er würde sich eines von Ginas Fachbüchern aus ihrem Schlafzimmer holen. Auf Ihrem Nachttisch lag immer ein ganzer Stapeöel auf ihrem Nachttisch liegen, das wusste er genau.
Um 13 Uhr hörte er die Glocke, die zum Mittagessen läutete.
Inzwischen waren alle eingetroffen. Remus und Tonks, Moody, Ron und Harry, Arthur und Molly Weasley, George Freestorm und Patrick Anderson waren von Trautchen direkt auf ihre Zimmer gebracht worden, die sich alle im Erdgeschoss befanden.
Snape war froh, nicht mit ihnen Tür an Tür schlafen zu müssen.
Er grinste. Dass er das Gästezimmer neben der Hausherrin beziehen durfte, gab gewiss Anlass zu Spekulationen. Aber es störte ihn nicht.
Gina hatte allen durch Trautchen ausrichten lassen, doch bitte zum gemeinsamen Mittagessen zu erscheinen. Ihm kam das nicht so gelegen. Er hätte lieber alleine gegessen, hätte lieber noch auf seinem Zimmer gehockt um die letzten Stunden die ihm blieben an Hermine zu denken.
Missmutig ging er hinunter in das riesige Esszimmer und bemerkte verstimmt, die latente Feindseligkeit, die ihm entgegenschlug. Einzig Ginas zeitgleiches Erscheinen hielt ihn davon ab, sich direkt wieder auf seinem Zimmer zu verbarrikadieren.
Gina betrat das Speisezimmer. Sie hatte sich umgezogen und sah aus wie ein Filmstar.
Sie trug ein schlichtes schwarzes und enges Samtkleid, dass sich perfekt an ihre Figur schmiegte, um ihre Schultern lag eine Seidenstola, ihre Haare trug sie offen, doch hatte sie ihre Locken gebändigt, was ihrer Frisur eine gewisse, aber sehr attraktive Strenge gab.
Remus Lupin und Moody sahen sie an, als wäre sie eine Offenbarung und Snape stellte mit hämischem Grinsen fest, dass Tonks Gesichtszüge sich angesichts der strahlenden Gina verfinsterten.
Gina war die perfekte Gastgeberin und bat alle nach einer herzlichen Begrüßung an den Tisch und Trautchen darum, das Essen zu bringen.
Snape betrachtete die hereingetragenen Schüsseln mit offensichtlichem Misstrauen.
Seine Nase war prüfend gebläht. Diese Kost beunruhigte ihn.
„Was in drei Teufels Namen ist das?" fragte er Gina leise.
„Sauerbraten!" antwortete Gina vergnügt und in normaler Lautstärke.
„Sauerbraten mit Kartoffelklößen und Rotkohl!"
Snapes Gesicht verzog sich unmerklich, als Trautchen anfing die Teller zu füllen.
„Für mich bitte nur eine kleine Portion!" merkte er höflich an und bemühte sich um einen unbeteiligten Gesichtsausdruck.
Trautchen nahm unbeeindruckt seinen Teller und hebelte ein großes Stück Fleisch hinauf.
„In dieser Stadt, Söhnchen, da wurde mal Stahl gekocht! Wir machen hier keine halben Sachen!" und mit diesen Worten klatschte sie ihm einen riesige Portion Rotkohl auf den Teller und als sie das Gebirge noch mit drei gewaltigen Kartoffelklößen krönte, da kämpfte die komplette Runde mit dem Lachen.
Snape starrte mit inzwischen unverhohlenem Entsetzen auf seinen Teller, fühlte sich aber durch Trautchen steile Zornesfalte im Gesicht veranlasst, wenigstens zu kosten.
Seine Tischnachbarn griffen bereits herzhaft zu und auch er war nach wenigen Bissen von der Schmackhaftigkeit überzeugt. Trotzdem war sein Magen mit den Ausmaßen der westfälischen Kochkunst überfordert und auf Trautchen Frage: „Noch einen kleinen Nachtisch, Professor?" konnte er nur stöhnend den Kopf schütteln, nahm aber gerne den starken Kaffee, den Trautchen ihm brachte, tapfer das Schokoröllchen auf der Untertasse ignorierend.
Die Stimmung am Tisch hatte sich während des guten Essens merklich gebessert, und der leichte Tafelwein hatte Moody und Arthur Weasley sogar veranlasst, einige Scherze zu machen.
„Ich schlage vor, dass wir uns heute Abend in meinem Arbeitszimmer auf der Burg treffen."
ergriff Gina das Wort. „Waida Boswata wird heute Nachmittag eintreffen und dann sollten wir einen entsprechenden Ablaufplan festlegen. Pettigrew wird morgen wieder zu mir kommen und nach dem Trank fragen."
Sofort wich die gelöste Stimmung und machte Platz für eine langsam aufkeimende Beklemmung.
Gina stand auf. „Ich werde einen Spaziergang machen!" Sie sah Snape auffordernd an.
„Willst du mich begleiten, Severus?" Alle im Raum hielten überrascht die Luft an.
Snape stand sofort auf. „Mit Vergnügen, Gina!" säuselte er mit bösem Seitenblick auf Remus und Moody und hielt Gina galant den Arm hin.
Gina und Snape verließen die Villa und gingen die wenigen Meter zur Burg hinunter.
Eingebettet in malerische Fachwerkhäuschen trotzte der Burgturm gegen den verhangenen Winterhimmel auf.
Neben einer kleinen Kirche blieben sie stehen und schauten schweigend zu dem alten Gebäude. Snape ließ prüfend seinen Blick über den Burggraben gleiten. Muggel hatten hieraus ein Wildgehege gemacht, in dem zwei übergewichtige Hirsche ihr Dasein fristeten.
Er las das Straßenschild vor. „Freiheit!" sagte er und sah Gina fragend an.
„Früher, „ begann sie, „konnten sich die Sklaven der alten Burgherren durch ihre treuen Dienste freikaufen. Sie bekamen dann etwas Boden und eine Hütte neben der Burg, innerhalb des äußeren Schutzwalles." Sie deutete zu den liebevoll restaurierten Muggelhäuschen. „Deshalb haben sie die Straße so genannt."
„Freiheit!" Snape sagte das Wort noch mal und Gina sah, wie er sich seinen Unterarm rieb.
„Spürst Du etwas!" fragte sie besorgt. Snape schüttelte den Kopf. „Nein, er ist noch nicht in der Nähe, aber er wird kommen. Wenn Pettigrew, die kleine Ratte ihm entsprechend berichtet, dann wird er kommen!"
Sie gingen weiter durch das mächtige steinerne Portal bis hinein in den Burghof.
Alte Kastanien standen hier als Zeugen der letzten Jahrzehnte. Liebespärchen hatten vereinzelt ihre Initialen eingeritzt.
Gina streichelte versonnen die Rinde eines Baumes.
„Weißt Du noch?" Snape lächelte.
Gina nickte. „Wir waren noch Kinder und Du wolltest mir deinen neuen Zauberstab nicht geben."
„Und du warst wütend weil du noch nicht zur Schule gingst und deshalb keinen hattest!" setzte Snape die Erinnerung fort.
„Und dann hast du, nur um mich zu ärgern in jeden Baum mit deinem Zauberstab deinen Namen in die Rinde gebrannt. Überall im Wald standen Bäume auf denen „Severus" geschrieben war." kicherte Gina.
Snape zog seinen Zauberstab aus seinem Mantel und führte ihn über die Rinde der Kastanie.
„Severus" schrieb er und sah Gina an. Gina grinste und zog ebenfalls ihren Zauberstab.
„Gina" schrieb sie über seinen Namen. „Die Zeit ist Gott sei Dank vorbei, mein Lieber! Inzwischen HABE ich einen Zauberstab!"
Sie sahen sich an.
Plötzlich zitterte Ginas Stimme und eindringlich sagte sie: „Sev, ich wollte immer nur so sein wie Du! Ich wollte immer, dass Du stolz auf mich bist!" Sie rang mit den Tränen. „Den ganzen Kummer den ich Dir gemacht habe, hast Du mir wirklich alles vergeben?"
Bestürzt nahm Snape sie in die Arme. „Natürlich Gina, schon vor langer Zeit!"
tbc
