Da bin ich wieder. hab mich bemüht, euch nicht zu lange warten zu lassen. Ihr kennt das ja sicher, manchmal geht alles drunter und drüber : Uni, Arbeit etc. Stressig, alles. Aber da bin ich wieder mit einem neuen Kapitel. Über Reviews freu ich mich natürlich wie immer ;-) Und ich bemüh mich bis zum FIlmstart von Harry Potter und die Heiligtümer des Todes noch ein bis zwei Kapitelchen hochzuladen.

LG Lucia

Voldemort gegen Dumbledore

"Nur noch ein paar Schritte, Luce." Es hatte nicht funktioniert. Lucius wusste es war immer ein wackeliges Unterfangen, ihren Herrn um etwas zu bitten, aber Lucius hatte nach all den angeheuerten Fluchbrechern keinen anderen Ausweg gesehen.

Und der Dunkle Lord wollte ihm helfen. Voller Zuversicht hatte Lucius dagestanden und abgewartet, dass ihr Herr mit dem zerstörten Ring zurückkehren würde.

Und er kam zurück. Und Lucius ganze Zuversicht verschwand auf einen Schlag, als ihn der erste Cruciatusfluch in den Bauchraum traf.

Wie er es hatte wagen können den Dunklen Lord um etwas zu bitten. Er sei eindeutig zu weit gegangen.

Es schienen Stunden vergangen zu sein, bis Rodolphus ihn und den Ring vom Boden aufsammeln hatte dürfen.

Keinem von beiden war in den Sinn gekommen, dass der Dunkle Lord den Zauber schlichtweg nicht hatte brechen können.

"Was soll ich jetzt noch tun?", fragte Lucius niedergeschlagen, als sein Freund ihn auf dem Sofa im Erdgeschoss platziert hatte.

"Würde es dir was ausmachen eben nach Draco zu sehen?"

Nur ein paar Minuten später kehrte der Onkel mit seinem kleinen Neffen auf seinem Arm zurück ins Wohnzimmer. Glücklich strampelte der blonde Säugling vor sich hin und zog mit ganzer Kraft an dem dunklen Haar seines Onkels. "Da ist dein Daddy.", blödelte Rodolphus mit dem Kleinen herum, während er ihm sanft in den Bauch knuffte. Lucius Gesicht hellte sich ein klein wenig auf, als er seinen Sohn begrüßte. Der Junge war in den letzten Wochen der einzige Grund für ihn gewesen, sich nicht gehen zu lassen. Er war Narcissas Ein und Alles und immer wenn er sich den Kleinen besah, war er fasziniert davon, eine perfekte Mischung seiner beiden Eltern vor sich zu haben. Das blitzende Blau seiner Augen, das Narcissas genau glich, war mittlerweile dem sturmgrau in Lucius Iris gewichen.

Liebevoll stupste Lucius seinem einzigen Sohn gegen die kleine Nase. 'Eindeutig die Black-Nase', hörte Lucius das Echo von Narcissas Tante Walburga Black in seinem Kopf. Lucius hatte nichts dagegen, dass der Junge eine weniger markante Nase bekommen würde, als es für Männer in Lucius Familie üblich war. Auch das Kinn hatte sein Sohn Narcissas Familie zu verdanken. Bellatrix war lästerlich über ihre jüngere Schwester hergezogen, als sie stolz vom 'Rosier-Kinn' ihres Kindes gesprochen hatte. Bellatrix hielt nicht viel von ihrem Cousin Evan und auch ihr Onkel Aurelius, der Bruder ihrer Mutter war in Bellas Augen ein Verlierer.

"Da seid ihr ja wieder.", grüßte eine Stimme hinter ihnen. Die beiden Männer drehten sich um, um Bellatrix im Durchgang von der Küche zum Salon zu entdecken. "Ich habe das Kindermädchen nach Hause geschickt und ihm sein Fläschchen gemacht." Lucius musterte seine Schwägerin, die nun auf sie zukam, eingehend.

Seit er die Bannzauber um die Villa verstärkt hatte, sodass Bella und Rodolphus vor Schnüfflern aus dem Ministerium sicher sein würden, war Bellatrix kaum noch aus dem Haus zu bekommen. Und eigentlich war Lucius fast froh darüber, dass sie bei Narcissa war, wenn er etwas Zeit mit seinem Sohn verbringen wollte.

Mittlerweile sah sie schon genauso müde und niedergeschlagen aus, wie ihr Schwager, aber jetzt da sie dachte, der Dunkle Lord habe einen Zauber gefunden um den Fluch, der auf ihrer Schwester lag zu brechen, lächelte sie ihren kleinen Neffen zuversichtlich an, als sie seinem Vater die Flasche aushändigte.

"Warum hast du das nicht die Hauselfen tun lassen?", fragte ihr Mann verblüfft, worauf Bellatrix nur mit einem viel sagenden Grinsen antwortete.

"Der kleine Prinz ist jetzt schon völlig verwöhnt. Sein Vater lässt die Flasche nicht von solchem Abschaum zubereiten. Also was habt ihr erreicht?"

Lucius seufzte und lehnte sich auf dem Sofa zurück, um Draco bequemer in seinem Arm zu platzieren.

oOoOoOo

Alles sah aus wie immer. Nichts schien sich verändert zu haben. Während er den langen Gang entlang lief, ließ Lucius immer wieder seinen Blick aus den großen Fenstern heraus, über die Ländereien schweifen.

Die Herbstsonne, die in England so schrecklich rar war, schien auf den See und ließ ihn glitzern. Die Schüler schienen das gute Wetter ausnutzen zu wollen und tummelten sich zahlreich auf der Wiese vor dem Schloss.

Abfällig schnalzend betrachtete er den großen Wasserspeier, der am Ende des Ganges langsam sichtbar wurde. Ab seinem siebten Jahr hatte er aufgehört die zahlreichen Einzelgespräche in Dumbledores Büro mitzuzählen. Zumeist hatte es sich um öde Standpauken über den Missbrauch von schwarzer Magie oder schwarzmagischen Gegenständen innerhalb der Schule gehandelt. Beleidigungen und Anfeindungen gegen muggelstämmige Schüler oder Raufereien nach ebenfalls verbotenen Sauforgien.

Er schob die Erinnerungen beiseite und warf einen Blick auf seine Armbanduhr.

Punktgenau halb Vier war es, als er vor dem Wasserspeier ankam. Darauf hatte Lucius wert gelegt. Zu früh zu erscheinen würde die Dringlichkeit seines Besuches nur zu stark zum Ausdruck bringen und zu spät zu kommen würde Dumbledore gegenüber ignorant wirken und das konnte Lucius sich heute nicht erlauben, wo er die Hilfe des Schulleiters so dringend benötigte.

Die Turmuhr schlug zweimal um die verstrichene halbe Stunde anzukündigen. Wie von Lucius erwartet glitt der Wasserspeier pünktlich zur Seite, ohne dass er ein Passwort von Lucius verlangte. Dumbledore erwartete ihn schließlich.

Als er die zirkulierende Wendeltreppe nach oben ins Büro fuhr, fühlte er sich wirklich wieder wie der verzogene respektlose Reinblüterspross, der er damals gewesen war.

Kurz vor dem Ende der Treppe atmete er noch einmal tief durch und setzte ein neutrales Gesicht auf.

"Dumbledore.", grüßte Lucius den älteren Herrn, der wie in Lucius Erinnerung seit jeher hinter seinem Schreibtisch saß, mit einem Kopfnicken. Albus Dumbledore trug einen nachtblauen Umhang bestickt mit goldenen Sonnen und passend dazu einen nachtblauen Hut.

Lucius befürwortete traditionelle Kleidung, aber Dumbledores Hang irgendwie merkwürdig verkleidet auszusehen hatte er schon als Junge lächerlich gefunden.

"Lucius. Schön Sie zu sehen.", sagte der Schulleiter mit einem Lächeln, erhob sich aber nicht von seinem Stuhl um ihm die Hand zu reichen, so wie er es früher immer getan hatte.

Einen Moment lang hielt er mit seinem ehemaligen Lehrer Blickkontakt, dann aber räusperte er sich und fixierte einen Punkt hinter dem Direktor.

Er war sich sicher, dass Dumbledore von seinem Eintritt in den Dunklen Orden wusste, oder es zumindest ahnte. Warum er ihm dennoch die Bitte um ein Treffen nicht ausgeschlagen hatte, war ihm schleierhaft.

"Sie sehen müde aus, Lucius. Dabei hörte ich, dass sie sich Urlaub im Ministerium genommen haben?", fragte Albus Dumbledore immer noch milde lächelnd. Da war er schon. Der Punkt, an dem er den Grund für sein Kommen klarmachen konnte. Natürlich hatte er sich dort Urlaub genommen, er würde seine Frau in ihrem Zustand nicht länger als nötig alleine lassen.

"Hören Sie Dumbledore, ich bin hier weil-" "Ich kann Ihnen helfen aus dem Orden auszutreten, Lucius."

Völlig verdutzt über Dumbledores Unterbrechung, brauchte Lucius erst einige Sekunden um sich zu fangen. "Ich weiß nicht, wovon Sie reden.", antwortete er gleichmütig. "Ich bitte Sie Lucius. Alle Anzeichen deuten darauf hin. Ich kann Sie schützen und Ihre Familie."

Am liebsten er sich umgedreht und wäre gegangen, aber vielleicht war Dumbledore seine letzte Chance.

"Ich bin nicht hergekommen um über Politik zu reden, Dumbledore. Aber ja. Ich brauche in der Tat Ihre Hilfe!" Lucius griff in die Tasche seines eigenen samtschwarzen Umhangs mit dunkelgrünem Saum und holte den Ring seiner Mutter heraus.

Fast schon angewidert donnerte er den Ring auf Dumbledores Schreibtisch. Der Schulleiter beugte sich interessiert nach vorne und betrachtete den Gegenstand. "Meine Frau ist sehr krank und ich vermute, dass das hier der Grund dafür ist." Während Lucius seinem ehemaligen Lehrer die Situation schilderte, wurde er ununterbrochen von selbigem fixiert.

Als Lucius geendet hatte, neigte Dumbledore nachdenklich den Kopf zur Seite. "Ich möchte Ihnen wirklich gerne helfen, Lucius. Aber wer sagt mir, dass das kein Trick ist, um mich aus dem Weg zu schaffen für Lord Voldemort."

Schon zum zweiten Mal stand der junge Mann irritiert vor dem erfahrenen Zauberer. Er sah seine einzige verbleibende Möglichkeit Narcissa zu helfen schwinden.

"Dumbledore ich bin nicht aus irgendeinem ideologischen Grund, eines Auftrages hier. Ich…", er schluckte und seine Zunge fühlte sich schwer an wie Blei. "Ich brauche Ihre Hilfe!" Er atmete aus. Niemals zuvor hatte ein Malfoy einen potenziellen Feind um Hilfe gebeten. Da war er ganz sicher. Dumbledore musterte ihn über den Rand seiner Halbmondbrille. "Meine Frau gibt seit 5 Wochen keinen Laut von sich. Sie befindet sich da irgendwo zwischen Tod und Leben und keiner kann sie zurückholen. Ich habe einen Säugling zuhause, der seine Mutter braucht und-" Er brach ab, als er merkte, wie seine Stimme vor Emotionen anzuschwellen schien. "Beurteilen Sie mich nicht nach dem, was Sie denken, was ich bin oder wie ich war, sondern beurteilen Sie mich als den Menschen, der gerade zu Ihnen kommt."

Eine lange Pause trat ein, dann begann Dumbledore. "Angesichts der Tatsache, dass Sie sich wirklich sehr glaubwürdig anhören, Lucius. Und dass Sie, wenn Ihr Herr Sie wirklich nicht geschickt hat unter Einsatz ihres Lebens hier sind, dann will ich mich bereit erklären mir diesen Gegenstand anzusehen."