*Vorsichtig um die Ecke guck*

Oo… da hab ich mir aber ganz schön viel Zeit gelassen… Außerdem tut es mir leid, dass es im Moment nicht viel Handlung gibt. Aber dafür verspreche ich euch, dass as nächste Kapitel wieder spannende wird und ich werde auch verraten, wer zu erst gehen muss.

Ich war mir unsicher, wie ich nun weiter schreiben sollte und hoffe, dass es trotz allem nach eurem Geschmack ist.

Wieder einen ganz herzlichen Dank an meine treuen Reviewer. Einfach schön, dass ihr immer noch dabei seid.

Und jetzt viel Spaß mit meinem neuen Chap.

Eure Nessi


Das Versprechen

***

Sie schaute auf den blonden Jungen hinunter, den sie, vor nicht all zu langer Zeit, ihre Liebe gestanden hatte. Bereuen tat sie es nicht, nicht ein kleines bisschen. Dass er ihr nicht dasselbe entgegen brachte, machte ihr nichts aus. Sie kannte ihn und wusste, dass es für ihn schwer war, solche Gefühle zu zeigen, geschweige denn, sie zu nennen. Außerdem kannte sie ihn gut genug, um mit Gewissheit sagen zu können, dass sie ihm schon etwas bedeutete und das machte sie glücklich. Sie hatte es ihm einfach sagen wollen, müssen. Wer wusste schon, ob sie je noch einmal die Gelegenheit dazu hatte? Sie war nie Pessimist gewesen und dennoch rechnete sie damit, ihr Leben oder ihn zu verlieren. Sie hätte es nicht verkraftet, wenn er gegangen wäre, ohne dass sie ihm ihre wahren Gefühle gebeichtet hätte und fühlte sich schuldig, wenn sie daran dachte, dass sie gehen könnte, ohne, dass sie ihm je etwas davon gesagt hatte.

Leicht lächelnd strich sie ihm durch sein blondes Haar. Er schien so friedlich. Sie hatte ihn dazu drängen müssen, etwas zu schlafen. Es war peinlich, dass sie nicht direkt erkannt hatte, wie müde er war, wie schlecht es ihm doch ging. Sie hatte viel zu sehr auf sich geachtet. Als sie ihm allerdings drohte, hatte er leise eingewilligt und war kurz darauf eingeschlafen.

Sie hoffte so sehr, dass er friedlich schlief. Er hatte all dies nicht verdient. Nicht der Draco, den sie kannte und sie kannte den Echten.

Seufzend legte sie ihren Kopf auf seine Seite, hörte aber nicht auf, ihn durchs Haar zu streicheln. Die leichte Veränderung des Gewichts ließ ihn wach werden. Entschuldigend hob sie den Kopf und schaute ihn an.

„Tut mir leid, ich wollte dich nicht wecken.", flüsterte sie.

Er schüttelte nur den Kopf und strich ihr mit der Hand über die Wange.

Automatisch schloss sie die Augen, um diesen Moment zu genießen. Sie wollte nicht, dass es aufhörte und sie würde darum kämpfen. Wenn einer glaubte, man könnte ihr einfach so etwas wegnehmen, hatte er sich gefährlich getäuscht. Wenn sie einmal hier draußen war, dann…

„Worüber denkst du nach?", fragte er leise und fuhr mit seinem Finger über ihre Stirn, die sie unbemerkt in Falten gelegt hatte.

„Ich… nicht so wichtig.", antworte sie und schüttelte den Kopf. Seufzend legte sie sich gegen die Wand und beobachtete ihn, wie er sich nun auch ganz auf setzte und ein Bein anwinkelte, um das er dann seine Hände schlang.

„Das kannst du mir nicht sagen.", sagte er und sah sie durchdringend an.

„Ich habe über alles nachgedacht."

„Was heißt alles?", wollte er leise wissen und legte den Kopf zur Seite.

Sie musste kichern. Er sah aus wie ein kleines Kind und würde sie ihn nicht schon lieben, dann würde sie jetzt damit anfangen. „Darüber, dass wir sterben könnten und… darüber, dass ich kämpfen werde.", erklärte sie und schaute ihn in seine Augen. Warum musste es nur so dunkel sein? Wo waren seine hellblauen Augen?

„Wofür?"

„Für uns.", sagte sie ehrlich und lächelte schüchtern.

Er blinkte einige male und war wie erstarrt. Bei ihrer Liebeserklärung hatte er sie an sich gerissen, keinen Moment gezögert und jetzt war er wie erstarrt. Bewegte sich nicht mehr.

Wütend sprang sie auf und sah ihn an. „Glaubst du wirklich, ich lasse zu, dass man mir alles kaputt macht? Wenn ich hier draußen bin, werde ich für das kämpfen, woran ich glaube, Draco! Für das, woran ich glaube und für uns! Auch wenn ich mein Leben verlieren kann, ich werde es tun. Mir ist egal, was du davon hältst, oder was Harry und Ron dazu sagen. Ich habe endlich die Nase voll. Ich habe mich schon lange genug von den Todessern herumschubsen lassen. Ich will nicht mehr!"

Kurz blieb er noch sitzen, bevor er endlich aufsprang und sie in seine Arme riss. Sie dachte keine Sekunde darüber nach und schlang ihre Arme um seine Hüften. Hielt ihn fest. Drückte sich an ihn, in der Hoffnung, in ihn verschwinden zu können. Wünschte sich meilenweit mit ihm weg. Wünschte sich mit ihm in eine bessere Zeit. Eine friedliche Zeit.

„Egal, wofür du dich entscheidest, ich werde immer an deiner Seite sein.", hauchte er heiser.

Ihr Herz machte einen Purzelbaum und sie drückte ihr Gesicht gegen seine Brust.

***

Sie lehnte ihren Kopf gegen den Baum und starrte in den mittlerweile fast schwarzen Himmel. Sie hatten einfach keinen zweiten Eingang finden könne, aber einfach hier rum sitzen, ging auch nicht. Wer weiß, wie viel Zeit ihnen noch blieb? Wie viel Zeit blieb Hermine und Draco? Lebten sie noch? Erneut traten Tränen in den Augen. Nein, daran hatte sie jetzt zum letzten Mal gedacht. Sie würde erst wieder daran denken, wenn es wirklich der Wahrheit entsprach. Im Moment waren es nur ihre verrückten Fantasien und Vermutungen.

Ihr Blick huschte zu Blaise, der ein wenig abseits stand und auf die Barriere starrte, die man eigentlich gar nicht sehen konnte. Er hatte die Arme verschränkt und seine Haltung war gebrochen.

Sie sah unsicher zu Harry, der mit Ron und Lavender die Köpfe zusammengesteckt hatte. Sie wusste, dass er ärger machen würde, wenn sie jetzt zu Blaise gehen würde, doch es war ihr egal. Der Slytherin brauchte sie jetzt und Harry schien anscheinend zu blind um zu erkennen, dass sie auch eine Schulter brauchte, um sich anzulehnen.

Sie stand auf und ging langsam und geräuschlos auf den Dunkelhäutigen zu. Er schien sie nicht zu hören. Also stellte sie sich schweigend neben ihn und beobachtete sein Profil. Und dann erschrak sie. War das wirklich eine Träne? Sie streckte den Arm aus und legte ihre Hand auf den Arm ihres Nachbars.

Erschrocken zuckte dieser zusammen und strich sich die Tränen weg.

Sanft lächelte sie und schüttelte den Kopf.

Er sah wieder zur Barriere und eine Zeitlang war es still zwischen ihnen. Harry und die anderen immer noch die Köpfe zusammengesteckt.

„Weißt du, Draco ist mein bester Freund.", sagte er plötzlich und sie schaute zu ihm auf. Der Wind spielte mit seinem Haar. „Wir kennen uns durch unsere Eltern, doch irgendwann brach der Kontakt ab. Voldemort war zurück und ich sah Draco nur noch in der Schule. Sein Vater behandelte meine Eltern wie Dreck, da sie nie dem Lord folgen wollten. Einmal, da hat Lucius mich gefoltert und Draco ist dazwischen gegangen. Er hat mich immer in Schutz genommen. Mir immer gesagt, dass es ihm egal sei, was seine Eltern von ihm und meiner Familie denken würde. Er hat immer gesagt, dass er mein Freund sei und es immer bleiben wollte.

Irgendwann haben wir uns versprochen zusammenzuhalten, egal, was passiert. Und das haben wir auch. Dann kam Hermine und… sie hat ihn aus seiner depressiven Fase rausgeholt, etwas geschafft, was ich nicht für ihn tun konnte und gleichzeitig hat er ihr etwas verraten, was er mir nicht erzählt hat. Ich war in meiner Ehre als Freund gekränkt und eifersüchtig auf die brünette Gryffindor. Also habe ich sie versucht zu vergraulen, doch dann ist bei mir irgendwann der Faden gerissen. Ihre arrogante Art und die Weise, wie sie miteinander umgingen, hat mich verletzt. Ich wollte sie nie wirklich weh tun, dass könnte ich gar nicht und als Draco mir dann drohte, unsere Freundschaft auf zu geben, wegen ihr, da wusste ich, dass ich zu weit gegangen war und dieses Mädchen ihm wirklich viel mehr bedeutete, als irgendjemand sonst. Ich habe es hingenommen, denn Draco als meinen Freund zu verlieren, wäre zu schwer geworden und ich weiß, dass er es auch nicht hätte tun wollen.

Obwohl Hermine anscheinend meinen Platz an Dracos Seite eingenommen hat, bin ich nicht mehr wirklich böse. Ich bin froh, dass er sie hat. Es ist nur so, dass Draco der Mensch war, der mir am nahesten stand. Bis vor kurzem hätte ich noch gesagt, dass ich der Mensch wäre, den er am besten kennt, aber jetzt nicht mehr."

Ginny hatte stumm zugehört. Sie wusste nicht ganz, was sie tun sollen. Auf der einen Seite, war sie überrascht, dass er ihr all das erzählte und außerdem hatte sie ihn noch nie so viel hinter einander sagen hörne. Er war immer still gewesen. Dann empfand sie Trauer. Sie war nicht die Einzige, der es schlecht ging. Auch ihm war alles andere als Lachen zu mute. Schmerz machte sich in ihr breit, als sie das eben gesagte, noch mal im Kopf wiederholte. Sie verstand ihn. Und Wut brodelte in ihr aus. Wut auf sich selbst. Wie hatte sie so blind sein können und nicht seinen Schmerz gesehen?

Ohne weiter darüber nachzudenken schlang sie ihre Arme um seine Mitte und drückte ihn an sich. „Ich kann nicht viel dazu sagen, aber ich will, dass du weißt, dass Hermine nie deinen Platz an Dracos Seite einnehmen wird. Sie ist seine Freundin. Der Mensch, den er neben dir am meisten vertraut. Aber sie ist nicht Blaise Zabini. Der beste Freund, den Draco braucht. Er wird genauso mit einem Kerl sprechen müssen, wie mit Hermine. Manchmal braucht man so Männergespräche. Genauso wie wir unsere Frauengespräche brauchen. Wie sollen wir denn sonst, über euch sprechen? Und ich bin mir sicher, dass ihr das auch macht.", sagte sie leise.

Plötzlich lachte er auf und sah zu ihr hinab. „Weißt du was, Weasley? Du verstehst es echt, einen aufzumuntern. Danke."

Sie lächelte glücklich. „Bitte."

Doch dann wurde er wieder ernst und kräuselte seine Stirn. „Wir haben versprochen zusammenzuhalten und Draco hat unser versprechen nie gebrochen, doch…"

„Doch, was?", wollte sie leise wissen.

„Ich bin nicht in der Lage meinem besten Freund zu helfen. Ich war und bin es nicht. Sonst würde ich nicht hier stehen und heulen, wie ein Kleinkind."

„Das ist nicht wahr! Du hast alles Mögliche versucht. Du darfst nur die Hoffnung nicht aufgeben und hast du mir nicht gesagt, dass Draco und Hermine stark sind? Sie werden es schaffen.", bestärkte sie ihn, doch er schüttelte den Kopf.
„Schau doch mal, wie spät es schon ist. Ich… habe keine Hoffnungen mehr."

In ihre Augen traten Tränen. Wenn er nun auch aufgab… „Nein! Hörst du?!", schrie sie und zerrte an seinem Ärmel. „So etwas darfst du nicht sagen! Gib deinen Freund nicht auf! Das kannst du doch nicht!"

„Ginny-"

„Nein! Ich werde nicht zu lassen, wie du weiterhin in Selbstmitleid versinkst! Wir werden einen Weg finden hörst du?!"

„Ginny, bitte-"

„Nein, du wirst mir das jetzt nicht ausreden!" Ihre Tränen rannen nun erbarmungslos ihre geröteten Wangen hinunter. „Nein! Nein! Nein!"

„Ginny, halt den Mund!"

„Nein! Du kannst mich jetzt nicht einfach alleine lassen oder Hermine und vor allem nicht ihn! Er braucht dich jetzt mehr, als sonst! Es ist deine Chance! Ich wette, dass er auf dich zählt!"

„Ich hab gesagt, halt den Mund!", schrie er nun und die anderen schraken auseinander. Sein Atem ging heftig und in seinem Blick versteckte sich Schmerz und Zorn.

Aber sie wusste, dass sie Recht hatte. Und sie wusste, dass er es wusste.

Er erwiderte ihren Blick und sie fühlte sich mit einem mal so klein und hilflos. Er machte ihr keine angst, nein. Aber die Intensität seines Blickes, der so ohne jegliche Hoffnung war, ging auf ihr über. Ihr Körper begann zu zittern, während ihre schultern von Schluchzern bebten. Sie spürte eine vertraute Hand auf ihrer Schulter. Es war Harry. Bestimmt zog er sie von ihm weg, obwohl sie den Blick nicht von seinen trennen konnte.

„Was hast du mit ihr gemacht?", fragte Harry wütend. Sie schüttelte den Kopf, versuchte ihm klar zu machen, dass Baise nichts getan hatte, doch ihr Freund beachtete sie nicht.

„Ich habe nichts getan, Potter.", sagte Blaise und alle erschraken. Seine Stimme war so müde und ohne jegliche Kraft.

Ginny schluchzte erneut auf und sank auf die Knie. Er hatte wirklich aufgegeben. Er hatte seinen besten Freund aufgegeben.

Plötzliche Wut ersetzte den Schmerz und die Trauer. Bevor sie wusste, was geschah, stand sie auf ihren Beinen, hatte Harry auf Seite gedrängt und ein Klatschen durchbrach die sonstige Stille.

Sie erwachte erst aus ihrer Trance, als sie das geschockte Gesicht von Zabini sah, der sich mit einer Hand an die rote Wange faste. Sie hatte ihn tatsächlich geschlagen. Doch das schlimme war, dass er nichts unternahm. Keine Gewalt und keine gemeinen Beschimpfungen. Er stand einfach da, sah ihr in die Augen und irgendwann, als es anfing zu regnen, wandte er sich ab und verschwand im Wald.

Sie sah ihm nach, bis er nicht mehr zu sehen war, den Regen ignorierend.

***

Das Wasser tropfte unweigerlich weiter in die immer größer werdende Pfütze, während Draco geistesabwesend im Haar von Hermine herumwuschelte.

Hermine hatte ihre Augen geschlossen. Man hätte denken können, sie würde schlafen, wenn sie nicht hin und wieder versuchen würde, sich ganz in Draco zu verstecken.

Er wusste, dass sie angst hatte und hätte nichts lieber getan, als ihr zu sagen, dass alles in Ordnung sei und gut werden würde. Doch das konnte er nicht. Er konnte sie nicht anlügen, geschweige denn ein Versprechen ihr gegenüber brechen.

„Versprichst du mir etwas, Draco?", fragte sie plötzlich schwach. Es war nicht die Schwäche, die man nach einer langen Krankheit oder einem Krieg hatte. Hermine hatte aufgegeben. Ihre letzte Kraft zu kämpfen, war dahin.

Der Drang wütend auf sie zu sein, kroch in ihm hoch, doch in dem Moment, in dem sie sich fest an ihn drückte, verrauchte er genauso schnell, wie er gekommen war und an seiner Stelle trat Verzweiflung und Schmerz. Er schluckte hart und antwortete: „Es kommt drauf an!" Mehr sagte er nicht und seine Stimme klang desinteressiert und gelangweilt. Er erschrak vor sich selbst.

„Versprich mir, dass du auf mich warten wirst.", sagte sie.

Für einen Moment versteifte er sich. Sie hatte gänzlich die Hoffnung verloren und dachte, dass man ihn zu erst umbrachte?!

„Ich warte auch auf dich!", sagte sie, als sie immer noch keine Antwort erhalten hatte.

„Ja, ich verspreche es.", sagte er schnell und ohne weiter nachzudenken. Sie spielte nicht nur mit dem Gedanken, dass sie starben und einer musste zu erst gehen und doch hatte sie sich mit ihrem Tod abgefunden, wenn sie sich nur wieder sehen würden – wo auch immer das war.

Und in diesem Moment, in dem er daran dachte, viel die ganze Anspannung von ihm ab. Seine Schultern fielen hinunter, seine ganzen Muskeln entspannten sich und ein leichtes Lächeln trat auf sein Gesicht.

Sie hatte Recht. Nirgendwo war es schlimmer als hier und dieses Versprechen konnte er leicht halten. Nie hatte ihm ein Mädchen so viel bedeutet, wie sie. Er würde sie nie absichtlich verletzten und sie nie betrügen, dessen war er sich sicher. Und deswegen konnte er ihr dies mit gutem Gewissen versprechen.

Sie sah lächelnd zu ihm auf und hätte er nicht schon „Ja" gesagt, würde er es nun tun, doch so blieb ihm nichts anderes übrig, als sie an sich zu ziehen und zu küssen...


Ah ja... Noch ganz friedlich nicht? Aber nicht mehr lange. *böse lach*

Ich danke euch, für eure ehrlichen Antworten und werde natürlich auch nach der Mehrheit vorgehen. Es tut mir wirklich leid, wenn andere damit nicht zu frieden sind, aber es wurde abgestimmt.
Außerdem bitte ich euch, mich nicht direkt zu schlagen, sondern erst einmal weiter zu lesen. Vielleicht passiert ja etwas unerwartetes.

ACHTUNG:

She saves my World neigt sich so langsam dem Ende zu. Ich kann nicht genau sagen, wie lange sie noch geht, aber nicht mehr all zu lange. Wenn ich genaueres weiß, bekommt ihr natürlich als erstes bescheid.