Bündnisse

Sie hielt den zusammengefaltene Bogen in der Hand und fuhr mit ihren Fingerspitzen über den Namen – Hermine .

Es war seine Handschrift, aber warum hatte er ihr diesen Brief hinterlassen ? Und wohin war er gegangen ?

Ohne, dass man sie gerufen hatte, tauchte Scampy wie aus dem Nichts neben Hermines Bett auf.

„Miss sind aufgewacht", rief sie erfreut aus und nahm Hermine die Nachricht aus der Hand.

„Wie fühlen Miss sich ?"

„Müde. Wie lange habe ich geschlafen ?"

Sie versuchte sich Severus Brief zu nehmen.

In diesem Moment öffnete sich die Tür und Madam Prince kam herein. Sie sah blass und krank aus, fand Hermine.

„Endlich, mein Kind. Du hast uns wirklich sehr erschreckt."

Sie setzte sich an Hermines Bett und nahm ihre Hand.

„Oh, das tut mir leid. Was ist denn passiert ? Ich kann mich an nichts erinnern."

„Soweit ich weiß, hattest du eine allergische Reaktion auf einen Fluch. Kann du dich daran erinnern ?"

Hermine nickte. Natürlich konnte sie sich daran erinnern, vor allem dass Morgen Singer sie angegriffen hatte. Aber konnte sie das der alten Dame sagen.

Diese merkte natürlich, dass Hermine auf sie Rücksicht nehmen wollte.

„Was für ein Fluch war es?", fragte sie streng.

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„Wie schrecklich. Es tut mir so leid, dass du das erleiden musstest."

Hermine wandte den Blick ab, sie war nicht sicher, ob sie mehr sagen wollte.

"Wo ist Professor Snape?", fragte sie leise.

Madam Prince legte Hermines Hand sanft auf die Bettdecke und nahm eines der zwei Fläschchen vom Nachttisch.

"Severus hat sich um ein Geschäft zu kümmern", sagte sie vage und goß das eklig aussehene Gebräu in einen Becher.

"Was ist das für ein Zeug?", fragte Hermine, wohl wissend, dass sie ziemlich unhöflich klang.

Madam Prince betrachtete sie hochmütig.

"Dieses Zeug ist ein Antispasma-Trank", antwortete sie. Dann nahm sie die zweite Phiole und entfernte den Korken.

"Und was ist das, Madam?", Hermione fragte diesmal respektvoll. Langsam wurde ihr klar woher der Professor seine stacheligen Natur bekommen hatte.

„Das ist eine Art Beruhigungsmittel", "Madam Prince sagte.

"Bitte nicht. Es macht mich müde und ich will nicht wieder schlafen. Ich verspreche, dass ich es später nehmen werde."

Madam Prince beäugte sie und nickte dann.

„Schon gut, Hermine. Solange du es nimmst, wenn es Dir Scampy später gibt, können wir zweiten Trank für jetzt zu verschieben."

Sie wandte sich an die wartende Hauself.

„Miss Hermione braucht ein Glas Wasser, bitte".

Hermione lächelte dankbar und schluckte gehorsam die stinkende braune Flüssigkeit und spülte rasch mit dem Glas Wasser nach.

Madam Prince stellte das Glas zurück auf den Tisch.

"Professor Snape bat mich, Dir etwas mehr über Deine Krankheit zu sagen."

„Madam Pomfrey war hier und hat, als Du bewusstlos warst, eine Diagnose gestellt. Sie hat festgestellt, dass Deine früheren Verletzungen und der Fluch eine allergische Reaktion ausgelöst haben. Und leider ist es so, dass die Nachwirkungen so stark sind, dass du gegen schwarze Magie sehr anfällig geworden bist. Du verstehst was ich damit sagen will."

Hermione runzelte die Stirn. "Madam Pomfrey mir nie etwas gesagt",wandte sie ein.

"Ich hatte noch nicht diese Art von Schwierigkeiten und mich immer gut von den Duellen erholt, die wir in der Schule geübt hatten."

"Aber Ihr hab keine schwarze Magie benutzt?", fragte Madam Prince sanft.

Hermine hatte ein flaues Gefühl.

"Nein", gab sie zu.

"Und Du hattest sicher einen Zauberstab, mit dem du Dich schützen konntest", erwiderte Madam Prince bitter.

"Aber du warst unbewaffnet als du mit meinem Enkel beim Dunklen Lord warst?"

Hermine war etwas überrascht, dass Madam Prince davon wusste.

"Sie haben Recht, Ma'am«, räumte sie ein. "Ich bin in der Duell-Praxis immer bewaffnet und wir verwenden keine dunkle Zauber." Sie rutschte ein wenig hin und her. Sie wollte nicht unhöflich sein, aber endlich lesen was Professor Snape geschrieben hatte.

"Warum hat mir der Professor das nicht selbst gesagt?"

"Männer", sagte die alte Zauberin philosophisch.

"Wir können nicht mehr von ihnen erwarten als sie bereit sind zu geben. Sonst sind sie unglücklich und wir auch. Das habe ich in meinem langen Leben gelernt."

"Du wirst glücklich sein mit Severus, nicht wahr, Hermine?"

Hermine sah sie überrascht an.

"Ma'am?", sagte sie.

Was sollte sie auf eine solche Frage antworten?

"Du willst du mit Severus zusammensein ? Als Mann und Frau ?

Hermine spürte wie sie rot wurde.

"Ich ...", begann sie verlegen.

„Du musst nicht rot werden", erklärte Madam Prince kühl.

"Es ist keine Schande einen liebevolle und guten Mann zu lieben und ihn für sich selbst zu haben."

Hermine fühlte sich unwohl und wußte nicht was sie von den Äußerungen von Madam Prince halten sollte.

Diese sah, dass sie deutlicher werden musste.

„Kind, du hast in mir einen Verbündeten. Ich wollte immer, dass Severus jemanden findet, der sich neben ihm behaupten kann und der trotzdem zu ihm steht."

Hermine war verwirrt. Warum sollte diese vornehme Frau, die aus einer alten Blutlinie entstammte, eine Ehe zwischen ihrem Enkel und einem Muggle unterstützen ?

„Sieh mich bitte an, Hermine."

Madam Prince wußte, dass sie nur mit der Wahrheit weiterkam und Hermine nichts anderes verdiente.

„Er wird sich wehren. Er ist stolz und unnachgiebig. Wenn Du ihn liebst und haben willst, musst du um ihn kämpfen. Und auch gegen ihn und dass wird sicher nicht leicht werden. Aber er hat dir Macht verliehen."

Ihre Stimme wurde leiser.

„Er gab dir den Nexus. Sicher hat er nicht gewusst, welche Macht du dadurch bekommen hast und hat nicht darüber nachgedacht, dass du vielleicht den Wunsch hast, Dich an ihn zu binden. Aber du kannst es."

Hermine senkte den Blick als sie nach den silbernen Amulett griff.

„Der Nexus ist keine Waffe."

„Natürlich nicht. Aber du kannst ihm damit beweisen, dass du ihn wirklich liebst."

Madam Prince bemerkte sehr wohl, dass Hermine gar nicht erst den Versuch machte ihre Liebe zu leugnen.

„Aber wie ? Wie kann ich es beweisen?"

Madam Prince lehnte sich zufrieden zurück. Sie hatte erreicht was sie wollte.

„Wenn die Zeit kommt, wirst du es wissen."

„Warum liest Du jetzt nicht den Brief während Dir Scampy ein Bad einlässt? Du wirst Dich danach viel besser fühlen."

Hermine lächelte sie an. Bestimmt würde sie das. Der Brief lag schon lange genug ungelesen auf dem Nachtisch.

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Ihre Hände zitterten als sie das Papier in die Hand nahm.

Madam Prince lächelte, sie konnte sich erinnern wie man sich fühlte, einen Brief von dem Mann zu bekommen, den man liebte.

Sie lehnte sich im Sessel zurück und schloss die Augen. Aber nicht ganz, denn sie wollte doch Hermines Reaktion auf Severus Worte sehen.

Severus hatte ihr einmal gesagt, dass man Hermines Gefühle auf ihrem Gesicht ablesen kann und Madam Prince gab ihm recht.

Zuerst schaute sie ganz konzertriert, dann wurden die Augen immer größer und schließlich erschien ein Lächeln auf Hermines Gesicht.

Zum Schluss glitt ihr der Brief aus den Händen und fiel auf den Boden. Hermine nahm nichts davon wahr. Sie schien ganz abwesend und wurde erst durch Scampy in die Realität zurückgeholt.

„Das Bad ist fertig, Miss."

Madam Prince stand auf.

„Hermine, Du bist noch sehr schwach. Lass Dir bitte von Scampy helfen."

Zuerst wollte diese das ablehnen, aber schon das Sitzen strengte sie sehr an.

Ganz langsam und vorsichtig stand sie auf und Scampy stützte sie beim Weg ins Bad.

Madam Prince wartete bis sich die Tür hinter den beiden geschlossen hatte und hob dann den Brief auf.

„Hermine,

ich musste Dich leider allein lassen. Leider weiß ich nicht wann ich wieder zurück sein werde. Deshalb folge bitte in meiner Abwesenheit den Wünschen meiner Großmutter. Ich habe ihr die Tränke und Heilmittel gegeben, die Du vielleicht brauchen wirst. Bitte bleib im Prince Haus. Du bist zu schwach zum Reisen. Es ist mein Wunsch, dass Du den Rest der Osterferien hier verbringst."

Nach den ersten Zeilen, schüttelte Madam Prince den Kopf.

Ihr Enkel war wirklich unmöglich. Anscheinend konnte er keinen Liebesbrief schreiben. Dafür hatte er, wenn man Scampy glauben konnte, Stunden gebraucht ? Unmöglich ?

Sie musste sie eingestehen, dass sie etwas in der Erziehung falsch gemacht hatte, wenn ihr Enkel das als einen Liebesbrief ansah.

„Großmutter ?"

Ertappt blickte sie zur Tür und sah ihrem Enkel neugierig auf das Blatt Papier schauen.

„Papa hat mich geschickt. Der Lunch ist fertig."

„Natürlich, John. Ich habe die Zeit vergessen. Komm, Du kannst mich hinunterbegleiten."

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Severus saß im Wohnzimmer der Malfoys. Nach Aussen war er ruhig, kalt und wortkarg wie immer. Aber in seinem inneren tobte ein Sturm.

Vor ihm lag Morgen Singer. Nackt, gefesselt, hilflos.

Als Severus in den Raum kam und die Frau dort so liegen sah, hatte er fast Mitleid mit ihr. Niemand verdiente so eine Erniedrigung. Auch Morgen nicht.

Der Dunkle Lord saß mit ihm am Tisch und besprach mit seinen Gefolgsleuten die nächsten Schritte gegen ßlich sprach Voldemort ihn an.

„Severus, ich hoffe Deinem kleinen Schlammblut geht es gut?"

Dieser nickte vorsichtig.

„Ja."

Rote Augen musteren ihn und drangen in seine Gedanken ein. Er musste sich nicht einmal verstellen, denn er wußte was der Dunkle Lord sehen wollte.

Hermine nackt, wie sie sich ihm hingab.

Zufrieden mit dem Ergebnis zog er sich aus Severus Gedanken zurück.

„Sehr gut."

„Ich denke, es wird Zeit, dass Du wieder etwas für mich tust. Nicht wahr?"

Severus stand sofort auf.

Endlich. Er brannte darauf endlich wieder irgendwas zu tun.

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