47. Zwischen den Zeilen

Wieder einmal zögerte sie, während sie vor einer Tür stand. Nur dass es heute die ihrer beiden Freunde war. Mit einem letzten Seufzen gewährte sie sich zu warten und sich selber zu sammeln. Dann zwang sie sich dazu anzuklopfen.

Die Schritte ertönten schneller als erwartet. Und anhand ihres Klanges ahnte sie, dass es Ginnys Schritte waren.

„Hallo. Schön, dass du gekommen bist", wisperte diese ihr auch Sekunden später durch den entstandenen Türspalt entgegen.

Der Lockenschopf nickte wortlos sowie bestätigend und drängte sich an Ginny vorbei ins Innere der Wohnung. Ohne einen Blick ins Wohnzimmer zu werfen, in dem sie Ron und Harry wusste - sie konnte sie Murmeln hören, als sie die Wohnung betrat - hängte sie ihren Mantel an den Harken und trat zielstrebig in die Küche.

„Gebt uns einen Moment", hörte sie Ginny flüstern, als diese ihr folgte.

Stöhnend lehnte Mione sich mit dem Rücken an die Anrichte und sah ihre Freundin fragend an. „Wie ist er heute so drauf?"

Ginny hob die Augenbrauen. „Du meinst ob er aggressiv, wütend oder weinerlich ist?"

Sie versuchte einfach nur bestätigend dreinzuschauen, sagte jedoch nichts. Irgendwie hatte sie das Gefühl, dass das auch nicht nötig war. Ebenfalls wortlos und ohne sie zu fragen ob sie Durst oder Interesse hatte, goss der Rotschopf ihnen beiden etwas Wein ein.

„Wir haben ihm gesagt, dass wir diese ganze Sache abbrechen werden, wenn er sich daneben benimmt." Mit festem und bestimmtem Blick reichte Ginny ihr das Glas.

Mione nickte dankend und nahm es langsam an sich. Der erste Schluck fühlte sich himmlisch auf ihrer scheinbar geschwollenen Kehle an.

Sie hatte in den vergangenen Nächten schlecht geschlafen. So schlecht, dass sie Zabini gestern um einen Schlaftrank gebeten hatte. Seit einigen Tagen verfolgten sie höchst verworrene Träume. Die einen beinhalteten sie und Malfoy in der leicht verdrehten Vergangenheit oder in absolut absurden Zukunftsversionen.

Manche hatten sogar Ron und Malfoy beinhaltet. Als Paar… Wahrscheinlich hatten die gemischten Gefühle sie übermannt und das letzte bisschen ihres angeschlagenen Verstandes in die Knie gezwungen.

„Wie geht es dir?", fragte Ginny in ihre Gedanken hinein. Aus dem Wohnzimmer konnte die Ron und Harry wieder murmeln hören. Fast wie in alten Zeiten und absurderweise beruhigte es sie gerade ungemein.

„Schlecht", lachte sie bitter und nahm einen großen Schluck Wein.

Himmel, er fehlte ihr. Sie hatte es sich nicht so entsetzlich schwer vorgestellt in ihr altes, tristes Leben zurückzukehren. Ebenso wenig, wie sie sich die Nächte ohne ihn und sein Gezeter wenn sie auf ihm lag oder seinen Rücken und Nacken liebkoste, schlaflos vorgestellt hatte.

Aber sie lag tatsächlich wach. Stundenlang… Am Anfang hatte sie sich in seinem Kissen vergraben und hatte seinen Duft inhaliert. Selbst als er schon verschwunden war.

Auch die Abende im Gemeinschaftsraum waren unerträglich, weil sie sie mit Erinnerungen überhäuften. Und natürlich taten das auch sein momentan freier Platz am Lehrertisch sowie sein leeres Zimmer neben dem ihren. Oder auch das gesamte Schloss.

Selbst Orte, die sie mit dem neuen Malfoy nicht in Verbindung bringen konnte, suchten sie heim. Etwa der Gemeinschaftsraum der Slytherin in den Kerkern oder der Tisch der Schlangen…

Ginny schwieg.

„Ich verstehe mich gerade selber nicht mehr", wisperte sie, blickte gedankenversunken ins Glas und versuchte den Kloß herunterzuschlucken, der sich in ihrem Hals gebildet hatte. „Nicht, dass ich mich in den vergangenen Monaten ein einziges Mal wirklich verstanden hätte. Doch die Übersetzungsschwierigkeiten hielten sich in Grenzen. Momentan sprechen meine Gefühle eine unbekannte Fremdsprache."

Sie nahm einen weiteren Schluck und verschluckte sich fast aufgrund der unerwartet köstlichen Feuchtigkeit, die ihre Kehle benetzte.

„Im Bezug auf deine Gefühle für Malfoy? Oder darauf, wie es weitergehen soll?", fragte Ginny leise.

Sie flüsterte absichtlich, doch natürlich war es Mione recht. Sie wollte Ron nicht zusätzlich reizen…

„Ich denke, ich bin mir meiner Gefühle sicher: Er bedeutet mir viel. Allerdings sehe ich keine Zukunft für uns beide. Ich meine…", sie lachte und blickte Ginny herausfordernd an. „Ich und Malfoy."

Jedenfalls war es das, was ihr Kopf ihr sagte. Bei ihrem Herz sah es gerade anders aus. Vielleicht täuschte die Klammer sie jedoch auch, die sich schmerzhaft in diesem verbohrt zu haben schien.

Einen Moment schwieg Ginny, dann räusperte sie sich. „Harry sagte, ihr zwei wirkt sehr vertraut. Er hatte so seine Zweifel… Nicht dass ich sie nicht gehabt hätte, aber nachdem er letzte Woche aus Hogwarts zurückkam, meinte er… Nun ja… Er meinte, man würde es sehen…"

Mione stockte in ihrer Bewegung das Glas erneut an ihre Lippen zu heben. Ihr Herzschlag schien sich zeitgleich zu beschleunigen und zu verlangsamen. Natürlich wusste sie, dass das nicht möglich war. Aber, es fühlte sich so an und ihr wurde etwas schlecht…

„Was hat man gesehen?", murmelte sie schließlich, nachdem sie einen Augenblick geschwiegen hatte. Die Wörter waren ihr schwer gefallen, denn eigentlich wollte sie es gar nicht wissen.

„Dass du ihm etwas bedeutest. Harry sagte, er hätte dich angesehen, wie Ron es schon lange nicht mehr getan hat. Und ich denke…" Ginny zögerte und nahm einen kleinen Schluck. „Wir denken das hast du verdient. Jemanden, der dich sieht. Der auf dich Acht gibt."

Hermione ließ das Glas sinken und blickte benommen ins Leere. Ein merkwürdiges Gefühl von Spott, der sich gegen sie selbst richtete, durchfuhr sie. Konnte ein Herz rückwärts schlagen, so dass es das Blut in der falschen Richtung durch den Körper pumpte?

Nein, natürlich nicht. Amüsant jedoch, was diese Art von Gefühlen in einem auslösten, dass es sich wahrhaftig so anfühlte.

Ein schneidendes Seufzen entfuhr ihr. Ginny sah sie still aber erwartungsvoll an.

„Wir reden hier von, Malfoy", sagte sie dann und nahm einen Schluck Wein.

Ihr Kopf nickte zustimmend, doch ihr Herz jammerte unter der Klammer.

Ginny zuckte schwach mit den Schultern. „Es ist deine Wahl. Du kennst ihn gerade wohl am Besten. Jedenfalls von uns."

Sie leckte sich langsam über die Lippen und nahm den Geschmack der Weinreste auf ihnen wahr. Dann ließ die vergangenen sechs Monate Revue passieren, die ihr gesamtes Leben auf den Kopf gestellt hatten. Und sicherlich auch das seine…

Natürlich war es dumm das zu tun. Es benebelte ihren Kopf und machte ihrem Herzen falsche Hoffnungen. Also riss sie sich selber aus den Gedanken.

Es war zu spät für Zweifel. Diese Dinge, die sie sich in dieser Extremsituation im Bad an die Köpfe geworfen hatten, kamen nicht von irgendwoher. Sie hatten Tatsachen ausgesprochen. Ohne Zweifel schmerzhafte, doch es änderte nichts daran, dass sie sich da in etwas verrannt hatten.

Himmel, sie sah sich morgen schon wieder über einem verzweifelten Brief an ihm sitzen. Natürlich würde sie ihn niemals abschicken. Aber wollte sie die nächsten zwei oder auch fünf Jahre weiterhin verzweifelte Briefe schreiben, die sich nicht abschickte und Nacht für Nacht an ihren geruchslosen Kissen schnüffeln? Oder eher, das Kissen, was mittlerweile wieder den ihren trug…

Ebenso lange würde sie wahrscheinlich sein Poster begutachten, welches sich nach wie vor unter ihrem Bett befand. Allerdings erhitzte sie der Anblick seiner nackten Kehrseite gerade nicht. Er quälte sie. Brachte sie dazu, sich schäbig zu fühlen, weil sie ihn so ansah…

„Lass uns rüber gehen", sagte sie und klammerte sich am Glas fest. Sie wollte es hinter sich bringen. Hier gab es wenigsten eine Sache, die sie aus der Welt schaffen wollte und konnte.

Ron blickte erwartungsvoll auf als sie gemeinsam mit seiner kleinen Schwester das Zimmer betrat. Doch während Ginny im Türrahmen stehen blieb und Harry sich vom Sofa erhob um das Zimmer zu verlassen, trat sie ins Innere.

„Wir sind nebenan", flüsterte der Schwarzhaarige, als er sie passierte.

Sie nickte kaum merklich und steuerte das Zweiersofa an, um sich nicht direkt neben Ron nieder zu lassen.

Während sie einen Schluck Wein nahm, blickte er wie in Trance zum Fenster.

„Ron, du wolltest reden", sagte sie schließlich, nachdem sie rund zwei Minuten stillschweigend dort gesessen hatten.

„Ist es, weil er auf dich wartet?", knurrte er. Doch da war soviel ehrlicher Schmerz in seinem geröteten Gesicht, dass sie es ihm fast nicht übel nehmen konnte.

Ein Seufzen. „Ron, bitte fang nicht wieder damit an. Du weißt genau, dass diese Hochzeit eine schlechte Idee gewesen wäre. So oder so. Auch ohne Malfoy. Und ich weiß, dass ich dich verletzt habe. Und sicherlich tut es mir auch leid... Irgendwie…"

Er schwieg und blickte auf den Tisch. Einige Augenblicke später griff er sich die Flasche Bier, die vor ihm stand.

„Es tut mir ebenfalls leid und ich danke dir, dass du gekommen bist", sagte er matt und nahm einen Schluck. Es klang ein wenig zu emotionslos um wirklich viel Tiefe zu besitzen. Dennoch überraschten seine Worte sie.

Mione bestätigte mit einem Nicken.

„Du bist sicher, dass du nichts mehr für mich empfindest?", fragte er dann leise. So leise, dass sie ihn kaum verstand. Seine blauen Augen waren entsetzlich leer und er leckte sich mehrmals hintereinander fahrig über die Lippen.

Sie biss sich auf die ihren und blickte zu Boden. „Ron, empfindest du noch etwas für mich? Mal abgesehen von dem Gefühl des verletzten Stolzes, welches ich dir zugefügt habe. Wenn du mich ansiehst, ist da noch der Drang mir nahe zu sein? Dein Leben mit mir zu verbringen?"

Er sah sie an, schwieg jedoch.

„Sei ehrlich", wisperte sie.

Und er wandte den Blick ab.

Ein halbwegs zufriedenes Nicken und sie nahm einen weiteren Schluck. „Wir würden unsere Zeit verschwenden."

Er schwieg und nahm ebenfalls einen Schluck Bier. Jedoch hatte sie das Gefühl, dass er im Schweigen ehrlich war. Ehrlicher, als er es in den vergangenen Monaten gewesen war. Oder auch ehrlich genug, um es endlich einzusehen.

Als er die Falsche wieder auf dem Tisch absetzte, atmete er lautstark aus. „Es wird nie wieder so werden, wie früher", sagte er dann.

Sie bestätigte lachend. Schwach und tragisch…

„Bereust du es? Also, uns?"

Sie zögerte. „Ich bereue, dass wir es haben soweit kommen lassen. Wir hatten aber auch schöne Zeiten und die bereue ich nicht."

Nun war es an ihm zu nicken. Doch im Anschluss trat wieder Stille ein, sie beide nippten beklommen an ihren Getränken.

„Liebst du ihn?", fragte Ron plötzlich.

Mione setzte langsam das Glas ab und sah diesen Mann an, der ihr früher einmal soviel bedeutet hatte. Plötzlich sprach sie es aus… Und es fiel ihr entsetzlich leicht.

„Ja, das tue ich."

Ihr Kopf jammerte kapitulierend auf und ihr Herz schlug erneut rückwärts…

-v-

Nach dem Gespräch mit Ron hatte sie Harrys und Ginnys Wohnung frühzeitig verlassen und, zu Ginnys Enttäuschung, auf das gemeinsame Essen verzichtet. Nicht weil die Aussprache an sich so schrecklich gewesen war. Zumal Ron das Apartment eh noch vor ihr verlassen hatte.

Nein, sie hatte einfach Zeit für sich gebraucht, und letztendlich hatten sie es sogar verstanden.

Ron hatte ihr einige Tage später einen Brief geschrieben. Er sprühte zwar nicht vor Freundschaft, jedoch war er höflich, wenngleich auch distanziert. Und zum ersten Mal seit langer Zeit, hatte sie auf seinen Brief geantwortet und ihn nicht verbrannt…

Noch in derselben Nacht, nachdem sie von Harry und Ron zurückgekehrt war, hatte sie hingegen einen Brief an Malfoy geschrieben. Und sie hatte ihn, ganz zum Leidwesen ihres Kopfes, tatsächlich abgeschickt.

Doch sie hatte tagelang auf eine Antwort gewartet und gehofft. Tage, in denen sie sich weitere Gedanken über ihre widersprüchlichen Gefühle machen konnte, die doch eigentlich nur eines waren: Klar und deutlich.

Sie hatte Liebeskummer, was dem Oder so das sie für ihn empfand, einen vollkommen neuen Stellenwert zu geben schien. Obwohl sie sich natürlich stets bewusst gewesen war, dass ihr Gefühlcode für nichts anderes als Verliebtheit gestanden hatte.

Trotzdem hatte es sie schockiert…

Fest stand aber, dass sie ihn wollte. An ihrer Seite: Was auch immer das bedeuten mochte. Und sie wusste, dass auch ihr Kopf das wollte, auch wenn er es sich noch nicht so ganz eingestehen wollte. Liebe und Verstand vertrugen sich nicht.

Wahrscheinlich ebensowenig, wie sie sich auf langer Sicht mit Malfoy vertragen würde.

Mione schmunzelte. Ihr Kopf sprudelte gerade über vor Gewissheiten und Fragen…

Fragen, die sie sich ohne ihn jedoch nicht beantworten konnte. Ihr blieb also nichts anderes übrig, als zu hoffen dass er nach wie vor bereit war sich diesen Fragen mit ihr zu stellen. Oder auch, dass er es überhaupt jemals gewesen war.

Was eine weitere Frage darstellte…

„Was ist, wenn du seinem Management schreibst?", riss sie Daria aus den Gedanken.

In ihren Händen hielt sie die Notiz, dass ihr Brief an den Blonden – aufgrund eines Post-Schutzzaubers, den viele Magier in der Öffentlichkeit nutzen – nicht zustellbar sei. Sie scheiterte also tatsächlich an der ersten Instanz.

Mione schüttelte den Kopf und starrte in die Flammen. „Wahrscheinlich würde er bei der Fanpost landen und ihn nie erreichen."

Daria nickte und starrte erneut hinab auf das Papier. „Und wie wäre es, wenn du ein Interview mit dem Tagespropheten nutzt-"

Mione unterbrach sie mit einem Lachen. „Um mich vor der ganzen Welt bei ihm zu entschuldigen und ihn gleichzeitig darum zu bitten mit mir zusammen zu sein? Daria, er würde mich erwürgen."

Die Schwarzhaarige lachte ebenfalls leise. „Wenigstens würdest du ihm dann gegenüberstehen und könntest sagen, was du unbedingt noch loswerden willst."

Sie starrten beide tragisch schmunzelnd und minimal kichernd in die Flammen. Dann verfielen sie erneut Schweigen.

Sollte es das gewesen sein?

Hatte das Schicksal ihr tatsächlich eine verdrehte Zukunftsperspektive mit diesem Mann aufgezeigt, nur um es ihr jetzt - nach der Einsicht - unmöglich zu machen, ihn um eine finale Aussprache zu bitten? Um sie mit den Gewissheiten und Fragen zurückzulassen?

Mione rieb sich stöhnend das Gesicht. „Gott Daria, wir haben all diese gemeinen Dinge zu einander gesagt. Ich will ihm doch nur sagen können, dass es mir leid tut. Und das nicht auf einem überdimensionalen Plakat inmitten seiner zahlreichen Fans."

Darias Miene erhellte sich und sie schrie leise auf. „Ich habe eine Idee", quietschte sie.

Und der Lockenschopf hob irritiert die Augenbrauen.

-v-

„Also, ich bleibe skeptisch", flüsterte sie, während sie sich beim Eröffnungsspiel hinter Daria, Harry und Ginny in der Zuschauerschlange einreihte.

„Ach was, das wird schon klappen. Solange du noch auf der VIP-Liste stehst", sagte Daria neben ihr.

Mione nickte bitter lachend. „Genau darauf will ich hinaus."

Ginny lächelte ihr vorsichtig zu, und Harry tat absichtlich so als würde er sie nicht hören.

Natürlich hatte sie nach alle dem nicht vor gehabt ihre beiden Freunde zu diesem Spiel zu begleiten. Zu Beginn wollten nicht einmal Harry und Ginny hierher kommen. Natürlich der geballten Umstände wegen…

Und sie wusste gerade ganz ehrlich selber nicht, ob das alles eine gute Idee gewesen war und vor welchem Moment ihr mehr graute: Dem, in welchem sie vor dem Schalter stehen würde und ihr die hässliche Alte im Häuschen mitteilte, dass sie nicht - oder auch nicht mehr - auf der Liste stand. Oder dem, in dem sie vor ihm stehen würde und aus heiterem Himmel all ihren Gefühlen Luft machen musste.

Was war, wenn ihr Kopf plötzlich nicht wollte und ihr Herz wieder gleichzeitig vorwärts und rückwärts schlug?

Wahrscheinlich würde sie ihm dann wortlos vor die Füße kotzen…

Hinter ihr begann das großbusige Geschwisterpärchen, das bereits seit 15 Minuten dümmlich kicherte, lauthals zu tuscheln.

Natürlich war es sämtlichen Blättern aufgefallen, dass sie sich seit seiner Abreise von Hogwarts noch nicht einmal gesehen hatten und er in der letzten Woche mit Naomi Reed zu einer Gala erschienen war. Die ja, wie der Rest der Welt nicht wusste, lesbisch war. Im Normalfall würde es jetzt wohl trotzdem an ihrem Stolz kratzen. Doch ihr Herz und Kopf hatten gerade ganz andere Sorgen, als ihr Selbstwertgefühl.

Sie überhörte sogar den größten Teil der dummen Sprüche und Blicke, die man ihr ab und an zuwarf. Oder auch sehr oft.

Mione war überrascht, wie viele dieser Menschen sie tatsächlich ohne zu zweifeln erkannten. Trotz ihrer absichtlich geglätteten Haare und der Sonnenbrille, die sie vorsorglich aufgesetzt hatte…

Glücklicherweise stand sie noch auf der VIP-Liste, so dass sie sich fast eine Stunde später endlich, zwischen Harry und Daria, in der überfüllten VIP-Lounge wieder fand. Hier schien wirklich jeder zu sein, der meinte Rang und Namen zu besitzen. Der Minister, die Tochter des Ministers und auch deren Cousine; wenn sie sich nicht irrte.

Einen Moment war der Lockenschopf tatsächlich enttäuscht.

„Ich dachte wirklich es wäre etwas Besonderes auf dieser Liste zu stehen", murmelte sie der Schwarzhaarigen leise zu, als sich zwei dralle Blondinen zu ihnen in die Reihe quetschten.

„Die Lounge ist nur zu klein", gab Daria zurück.

Mione lachte bitter. „Very important person."

Daria rollte mit den Augen. „Sei froh, dass er vergessen hat dich von der Liste zu löschen."

Mione starrte ihre Freundin fassungslos an. „Könntest du nicht Wenigstens sagen: Sei froh, dass er dich nicht von der Liste streichen lassen hat?"

„Das habe ich."

„Hast du nicht. Du sagtest er hat es vergessen. Und da ist ein Unterschied zwischen *Er hat es vergessen* und *Er wollte es nicht tun.*"

Die Schwarzhaarige rollte erneut theatralisch mit den Augen und Harry, der wohl gerade mehr mitbekam als ihm lieb war, hustete und schlug vor den drei Mädchen etwas zu trinken zu holen.

„Wie auch immer. Du wirst schon noch erfahren ob er es vergessen hat oder eben nicht", brummte Daria, als sich ihr bester Freund etwas ungeschickt an ihr vorbeigedrängt hatte.

Ginny sprach gerade mit der Nichte des Ministers, die ein schwarzes T-Shirt trug, auf dem in großen, goldenen Lettern „Hallows Dragon" stand. Als sie Mione erblickte verdüsterte sich ihr Gesichtsausdruck.

Der Lockenschopf nickte so freundlich wie möglich und blickte sich unschlüssig um. Das Stadion glich einem Hexenkessel und jede Dritte hier schien sie zu verabscheuen…

„Was meinst du, wann kommt er wohl hier hoch?", fragte sie dann.

Obwohl sie sich gerade viel mehr fragte, wie sie es schaffen sollte mit ihm zu sprechen, wenn alles um sie herum gleichzeitig in Ohnmacht fiel.

„Wer? Malfoy?", fragte eine der Drallen neben ihnen. Dabei zierte ihr Gesicht ein gehässiges Grinsen.

„Ja", gab Mione so ruhig und erhaben zurück. Dabei schoss ihr Blut in den Kopf.

„Kommt er hier hoch?", fragte die zweite Blonde hoffnungsvoll. Aber auch ihr Gesichtsausdruck verdüsterte sich, als sie den Lockenschopf - der ja nun glatte Haare hatte - zu erkennen schien.

„Kommt er das nicht?", fragte Daria hinter ihr.

Ginny, die natürlich in Darias Plan nicht eingeweiht war, richtete sich zwischen ihnen und den Blonden wieder auf. „Nein, natürlich nicht", sagte sie.

Mione spürte wie ihr Herzschlag pausierte und ihre Hände eiskalt wurden.

„Nicht?" Mehr wollte ihr nicht entwischen.

Ginny lächelte schwach und entschuldigend. „Die einzige Chance ihn zu sehen, bietet sich wahrscheinlich jetzt noch in den Umkleidekabinen. Oder später."

Nervosität flutete sie. Das hatte sie so nicht geplant. Daria hatte ihr erzählt, dass VIP auch ein Besuch der Stars und Sportler beinhaltete. Und nur der Gedanke mit ihm sprechen zu können, hatte sie hierher kommen lassen.

Sie hatte sich fest vorgenommen zu verschwinden, wenn er nicht reden wollte oder das Gespräch schlimm genug ausfiel, so dass sie es nicht ertrug ihn jemals wieder zu sehen. Und nun sollte sie ihn das ganze Spiel über beobachten, ohne die eindeutige Chance ihn danach sehen zu können? So oder so würde sie die Klammer umbringen.

Ihr fiel es schwer zu atmen und sie starrte einen Augenblick in den Himmel.

„Versuch es mal bei dem Ordner da unten", wisperte Ginny ihr zu und zeigte auf einen fetten Kerl, der an einer arg verwinkelten Treppe stand, die von hier aus auf das Spielfeld führte.

Mione sah sie fragend an. Ihr Herz überschlug sich fast.

„Erzähl einfach, dass ihr verabredet seid. Sei dreist und selbstsicher, dann lässt er dich vielleicht nach unten durch. Vom Spielfeld aus gehst du dann zielstrebig rüber zu den Aufgängen der Umkleidekabinen. Die sind dort hinten links unter der Tribüne." Ginny zeigte nach links und beugte sich etwas vor.

Der für heute ehemalige Lockenschopf benetzte sich die Lippen mehr als nur benommen mit der Zunge. So etwas hatte sie noch nie getan. Oder auch, seit verdammt langer Zeit nicht mehr. Jedenfalls wenn sie sich auf rein arglistige Täuschungsmanöver beruhte. DAS hatte sie so ganz sicher noch nie getan.

„Versuch es", flüsterte Ginny und gab ihr einen Schubs.

Schließlich setzte ihr Kopf aus und ihr Herz brachte sie zum Gehen. Auf wackeligen Beinen bahnte sie sich ihren Weg durch den Tumult zum Seitenaufgang. Und mit jedem Schritt schien es schlimmer zu werden.

„Hier ist kein Durchgang", sagte der Bullige, als sie ihn erreicht hatte.

Unschlüssig blieb sie stehen und versuchte so ernst wie nur möglich zu bleiben. „Hallo. Mein Name ist Hermione Granger und ich bin mit Draco Malfoy verabredet. Hier muss ein Missverständnis vorliegen, denn eigentlich sollte ich Backstage sein."

Wunderbar. Sie war absolut souverän rüber gekommen…

„Backstage?", fragte der Sicherheitsmann und runzelte amüsiert die Stirn.

Mione spürte, wie sie errötete. „Ja, also… Hinter der Bühne… In diesem Fall unten auf dem Spielfeld und in den Kabinen." Mit jedem Wort wurde es schlimmer.

„Da hat sie ihr Freund wohl falsch informiert. Hier hält sich niemand während der Spiele auf dem Spielfeld oder in den Kabinen auf. Außer den Spielern. Und eine Bühne gibt es hier, wie Sie sehen, nicht." Sein Grinsen wurde unverschämt breit und Mione trat mit einem verlegenen Husten zurück.

Mit geröteten Wangen und so schnell sie konnte, sprang sie wieder hinauf zu ihrem Platz, wo sie Ginny und auch Daria mit erwartungsvollen Mienen erwarteten. Und etwa ein Dutzend andere Zuschauerinnen.

Kopfschüttelnd reihte sie sich wieder ein und verzichtete darauf zu sprechen, aber auch darauf sich umzusehen. Erst als Harry mit ihren Getränken erschien und das Trommeln von „We will rock you" das Stadion in einen wahrhaftigen Hexenkessel verwandelte, wagte sie es aufzusehen.

Die folgenden zwei Stunden waren wohl die schlimmsten ihres Lebens. Natürlich hatte sie es sich furchtbar vorgestellt, ihn sehen zu müssen. Doch es war weitaus schlimmer.

Vor allem, da sie ihn von hier unten kaum zu sehen bekam. Sie hatten zwar eine vorzügliche Sicht auf das Spielfeld, jedoch nicht auf die Sucher, die sich weiter oben aufhielten.

Sie hatte gedacht, das würde es leichter machen. Leider war das nicht der Fall.

Also nippte sie zwei Stunden lang ungeduldig und rastlos an ihrem Drink und starrte vor sich ins Leere. Was sollte sie tun, um zu ihm zu gelangen? Sollte sie vielleicht doch einen Brief an das Management schreiben?

Himmel, es war zum Mäusemelken. Sie würde dem Blonden wahrscheinlich nie wieder nahe genug kommen, um all die Dinge zu sagen, die sie sagen wollte. Sie brauchte praktisch ein Wunder…

Ein Seufzen und sie nahm einen weiteren Schluck, während sie gedankenverloren auf den Schnatz blickte, der plötzlich auf sie zuschoss. Ihr Griff um den Becher in ihrer Hand verfestigte sich, während sie dem goldenen Ball über die halbgeduckte Menge mit dem Blick verfolgte.

Chaos brach aus und das Letzte was sie sah war Malfoy, der mit voller Wucht in sie, Ginny und die Ministernichte prallte…

-v-

„Oh", stöhnte sie, als sie die Augen schwerfällig öffnete.

Das Licht blendete sie und sie versuchte herauszufinden wo sie war.

Im Himmel?

War sie tot?

„Miss Granger?", fragte eine weibliche und unbekannte Stimme. Sie brachte ihren Kopf zum Schmerzen. Ihr Herz war gerade merkwürdig still.

„Aua", flüsterte sie kraftlos.

Die Frau lachte leise. „Sie ist wach, Sie können zu ihr."

Und Sekunden später ertönte das Ratschen eines Vorhanges und sie blickte durch das gleißende Licht in Harrys und Darias besorgten Gesichter. Dahinter erblickte sie ein Stück der Ambulanz, die sie als die des St. Mungos Krankenhauses erkannte.

„Merlin, hast du uns erschreckt", wisperte Daria. Sie hielt ihren Mantel fest umklammert, der auf ihren Armen ruhte.

Mione runzelte die Stirn. „Was ist passiert?"

Harry lachte etwas irritiert und mitgenommen. „Malfoy ist beim Versuch den Schnatz zu fangen auf dir, Ginny und Abigail Summers abgestiegen. Ginny hat sich nur den Knöchel verknackst, aber du hast ganz offensichtlich eine Gehirnerschütterung und einen gebrochenen Ellenbogen."

„Geht es ihm gut?", entwischte es ihr heftig, als die Erinnerung sie zeitgleich mit seinen Erzählungen übermannte. Sie versuchte sich aufzurichten, fiel aber aufgrund des Schmerzes in ihrem Kopf, und dem nach wie vor angeschlagenen Ellenbogen, zurück ins Kissen.

„Ja. Er hat sich scheinbar das Bein gebrochen, lief aber gerade bereits wieder allein über den Flur. Ganz zum Leidwesen dieses kleinen Heilers, der ihm die ganze Zeit zeternd auf Schritt und Tritt folgt", sagte Daria.

Mione schluckte. „Er ist hier?"

Der Vorhang öffnete sich und sie verstummte, bevor sie überhaupt sprechen konnte.

Malfoy erschien neben dem weißen Stoff.

„Sie sollten sich hinlegen, um die Muskeln zu schonen, Sir", knurrte der kleine Gnom neben ihm.

Einen Moment starrten sie sich an und Daria räusperte sich leise. „Lass uns nach Ginny sehen", sagte sie schließlich an Harry gewandt und schob sich am Blonden und dem Gnom vorbei. Der Wicht blickte kurz einen Moment zwischen ihr und seinem Schützling hin und her.

„Setzten Sie sich wenigstens auf den Stuhl", knurrte er dann und verschwand ebenfalls.

Er starrte sie beinahe etwas unbehaglich an, sie starrte zurück und stellte etwas überrascht fest, dass er noch komplett in seiner Quidditchuniform steckte. In seinem zerzausten Haar fand sich sogar noch die rote Fliegerbrille.

Sie musste ein unpassendes Schmunzeln unterdrücken. Er sah komplett surreal aus; und verdammt nochmal zum Anbeißen. Allerdings dröhnte ihr Kopf entsetzlich und sie war sich nicht sicher, wie zurechnungsfähig sie gerade war.

„Hast du den Schnatz gefangen?", frage sie etwas unbeholfen.

Mit einem Nicken trat er vor ihr Bett, ließ den Vorhang los, so dass er zufiel und sie vor den möglichen Blicken von Außen schützte.

„Ja", sagte er.

„Das ist schön."

„Ja."

Und wieder starrten sie. Aneinander vorbei, in die Augen des anderen und auf den schneeweißen Vorhang, hinter denen sie deutlich die Geräusche das Krankenhauses hören konnten: Heiler, die diskutierten. Patienten, die mit ihren Angehörigen sprachen.

Er hustete. „Ich wollte dir schreiben, aber ich bin schlecht darin Worte zu finden."

Sie nickte. Ja, das war ihr bekannt.

„Ich wollte dir schreiben, aber der Brief konnte nicht zugestellt werden", flüsterte sie also.

Plötzlich kam es ihr albern vor, dass sie diese Sache vor einigen Tagen noch als endgültig angesehen hatte. Sie waren keine 17 Jahre mehr alt und das hier war kein alberner Liebesfilm, in dem sich das Paar aus tragischen Umständen nicht bekommen sollte.

Hatte sie wirklich geglaubt, dass es besser war ihn nicht wieder zu sehen?

Er ließ sich neben ihr auf das Bett fallen. „Du hättest ihn an Daniel Malloy senden müssen. Das ist mein Pseudoname."

Mione nickte und ließ ihre Hand über seinen Rücken wandern. „Das wusste ich nicht."

Ein Nicken. „Ja, ich wollte es dir sagen, aber…" Er stockte und zuckte mit den Schultern.

In der Luft stand ein deutliches „Wir waren beide Idioten" und plötzlich konnte sie das Schmunzeln nicht mehr unterdrücken. Sie vergrub ihr Gesicht in seinem Nacken, umschlang ihn von hinten. Ihr Herz begann endlich wieder normal zu schlagen.

„Es tut mir wirklich leid", wisperte sie zwischen zwei Küssen in seinen Haaransatz. Er lehnte sich zurück, blickte sie über die Schulter hinweg an. Er sagte nichts, aber seine Miene sagte, dass er es wortlos erwiderte.

„Wie geht es deinem Arm?", fragte er, während sie seinen Hals mit weiteren, kleinen Küssen bedeckte. Irgendetwas sagte ihr, dass er zwischen den Zeilen ein „Wie geht es dir?" ausgesprochen hatte.

Natürlich war sie sich nicht sicher, aber es schien auch nicht von Belang zu sein.

Sie zuckte mit den Schultern. „Ich habe die Sache mit Ron geklärt. Und dieses Mal bin ich sicher. Ich habe ihm gesagt, was ich für dich empfinde."

Er zog die Augenbrauen hoch und wandte sich etwas zu ihr um. „Hast du?"

Sie lächelte und sah ihm tief in die Augen. „Jawohl."

„Mit richtigen Worten?", feixte er.

„Ja, mit richtigen Worten."

Er schnalzte mit der Zunge. „Interessant."

Mione nickte und öffnete den Verschluss seines Umhanges. Er blickte sie ungläubig an.

„Ich bin müde", flüsterte sie erklärend. „Und du sollst dich hinlegen."

Ein schiefes Grinsen zierte sein Gesicht, als er ihr half die Schnallen des Umhanges zu öffnen und sich schließlich aus dem Umhang, den Schonern und den Hosen befreite. Im gold-roten Pullover und seinen schwarzen Shorts kroch er zu ihr unter die Decke und sie drehte sich etwas auf die Seite, bettete ihren Kopf und ihren, immer noch leicht schmerzenden, Arm auf seiner Brust.

Genüsslich schloss sie die Augen und lauschte seinem perfekten Herzschlag.

„Er ist vollkommen", wisperte sie.

„Wer oder was?", flüsterte er amüsiert und sie schlug sachte nach ihm.

„Dein Herzschlag, du Vollidiot", knurrte sie.

Er lachte leise und legte den Arm um sie. „Dafür, dass ich nur ein halbes Herz habe."

„Das habe ich auch. Die andere Hälfte gehört meinen Büchern." Sie hoffte er würde das „Es tut mir wirklich leid" zwischen ihren Zeilen verstehen.

„Dann haben wir zusammen immerhin eins, um uns das Drama zu teilen", gab er zynisch zurück und ließ seine Fingerspitzen über ihren Rücken wandern. Nur um ab und an inne zu halten und mit ihren losen Haaren zu spielen.

Mione schloss wieder genüsslich die Augen.

„Du trägst sie heute glatt", sagte er nach einem Moment des Schweigens.

„Gefällt es dir?", murmelte sie.

„Nein", antwortete er.

„Hm", protestierte sie und hob den Blick um ihm die immer noch vorhandene Fliegerbrille aus der Sturmfrisur zu fischen. „Ich mag es so lieber."

Er runzelte die Stirn. „Wie?"

„Wild."

„Das ist nicht wild, das ist desorientiert."

Sie zuckte mit den Schultern und ließ sich zurück auf seine Brust sinken. „Ja und?"

Er räusperte sich und sie lauschte wieder einen Moment seinem Herzschlag. Ließ die Zeit einfach Zeit sein und die Geräusche da draußen einfach belanglose Nebensache. Hier und jetzt zählten nur sie…

„Ich habe nachgedacht", flüsterte sie schließlich mit geschlossenen Augen.

„Ach was", gab er spöttisch zurück und entlockte ihr ein fast schon glückseliges Grinsen.

„Es wird verdammt schwer werden. Zum einen, weil ich mit diesem ganzen Rummel um dich, und somit auch um mich, erst einmal fertig werden lernen muss. Zum anderen muss ich mich selber finden. Ich habe mich in den vergangenen sieben Jahren scheinbar selber aus den Augen verloren. Aber, das schaffe ich. Ich habe immerhin auch Voldemort besiegt. Und dich in sieben Jahren Schule ausgehalten. Schwieriger wird das du und ich, weil wir uns immer wieder in die Haare bekommen werden. Egal ob lockig, stürmisch, glatt oder wild", sie lachte benommen.

Eigentlich hatte sie sich ihre Worte ganz pingelig zusammengelegt und nun kam ein solcher Irrsinn heraus. Abenteuerlicher Irrsinn…

Wahrscheinlich war ihre Gehirnerschütterung schuld. Und falls nicht, konnte sie sich das wenigstens einreden.

Wieder musste sie grinsen. „Und umso näher wir uns kommen, umso eher und besser können wir einander verletzten", sagte sie und öffnete die Augen um auf den weißen Vorhang zu sehen.

Plötzlich wurde ihr bewusst, dass sie keine Worte dieser Welt hatte oder brauchte, um ihm zu sagen, was sie sagen wollte. Weil er sie auch ohne sie verstand und weil er die Antworten auf ihre Fragen auch nicht besaß. Noch nicht…

Also hoffte sie, dass er die Frage „Willst du es dennoch versuchen und riskieren?" auch ohne Worte verstehen würde.

Er drehte selenruhig eine ihrer geglätteten Locken um seine Finger und atmete ruhig und gleichmäßig aus.

„Ja und?", flüsterte er hörbar grinsend.

Und sie schloss lächelnd wieder die Augen. Nahm es als ein „Ja" zwischen den Zeilen. Und über seinem perfekten Herzschlag, schlief sie schließlich ein…

** Fin**


Huhu… So, hier sind wir also… Beim Fast-Finale… ;)Und es trieft und kitscht… *hihi* Ich spare mir die Vorschau, damit es etwas spannender wird… *lach*

Jip, diese Stelle als Ende ist fies. Sie lässt noch so viele Eventualitäten offen und lässt sie fast da zurück, wo sie vor dem großen Chaos waren. Das ist richtig, ist für mich aber trotzdem der entscheidende Punkt, wo ich diese Story enden lassen will. Warum? Sie haben endlich die Augen geöffnet, eingesehen was sie einander bedeuten und sind ehrlich zu sich selber und dem anderen… Sie wissen was sie wollen: Den anderen… Und sie wissen natürlich auch, dass es nach wie vor nicht einfach werden wird. Mehr kann man von den beiden an dieser Stelle der Geschichte nicht erwarten. Denn es liegt so oder so noch viel Arbeit – und ein langer Weg – vor ihnen. Und den müssen sie jetzt größtenteils alleine gehen… ;)

Aber, ich kann euch beruhigen. Der Epilog wird wenigstens einige Fragen klären… *hihi*

Ich weiß auch gerade gar nicht, was ich sonst noch so sagen soll… In jedem Fall danke ich aber schon einmal jedem, der die Story bis hier her verfolgt hat und hoffe er bleibt auch beim Epilog und den drei Gimmicks noch dabei… :)

Danke wie immer an meine Mädels Ashe (für den Last-Minute-Beta-Einsatz), Fränzi (das kranke Betahäschchen *GuteBesserungSüße*), Mean (Auf die Knie, Schlammblut! *hust*) und India… Ich knutsch euch…

Und natürlich ein großes Danke an meine Leser und Reviewer… :) *knuddel*

Zudem kann ich euch allen nur noch einmal meine neue Story Dark Kiss ans Herz legen. Sie ist zwar etwas düsterer, aber wird mit Sicherheit mindestens genauso spannend, wie Minds… Ich würde mich sehr freuen…

Reviewtime:

HexenLady: Ja, im Grunde mag ich Dramen auch nicht. Auch wenn man es hier nicht sieht… ;)

Nessi.C: Ganz genau so ist es, du hast es richtig erkannt…. *hihi* Na, kein Grund geschockt zu sein, war ja ein Fehlalarm… *lach* Und warum sollte Draco weniger geschockt sein, als Mione? Er war in die Sache ja genauso verstrickt… ;)

One77: Es freut mich, dass du Dracos Emotionen nachvollziehen kannst. Und ich gebe ja zu, das Mione in diese Story schon nen schwieriger Fall ist. *laut lach*

DracosCoffeeGirl: Schön, dass dir das Chap gefallen hat. Habe ich auch ganz schön dran gefeilt… *lach* Ich hoffe, das finale Chapter kommt auch so gut an. Das war nämlich noch schwieriger, als das vorletzte… *lach* Zu deiner Frage: Wer genau sie jetzt rausträgt ist in diesem Fall beabsichtigt nicht definiert, da ich mich da an einem Sprichwort bediene: *Wenn ich mit dir fertig bin, können sie dich in einer Tüte raustragen!* Im Grunde macht er sich einfach Sorgen um Miones Zustand, wenn Ron nach einer weiteren Aussprache mit ihr fertig ist, und versucht es in spitze und sarkastische Worte zu fassen… ;) Und keine Sorge, du regst mich nicht auf… Immer raus damit… *knuddel* Übrigens musste ich bei jedem Lippenlecker in diesem Chapter an dich denken… *laut lach*

Anna: Ja tut es und zwar in ganz großen Schritten… ;) Und ich hoffe, ich konnte dich wieder etwas glücklicher machen…

CoRi: Das freut mich ungemein… :) Und ja, ein bisschen traurig bin ich auch… Aber, vielleicht kann ich deine Hoffnung jetzt schon bedienen: Schau dir doch einfach mal meine aktuelle Story Dark Kiss an. *hihi* Das erste Vote ist übrigens leider bereits geschlossen (aber die Mehrheit hatte sich eh für Mione im Kamin entschieden)… Für das Vote zwei habe ich deine Stimme direkt gezählt… :)

Ika: Ojee… Das klingt aber gar nicht gut… Ich hoffe, dir geht´s jetzt wieder etwas besser… Und das dürfte wohl weitaus mehr als nur eine Begründung sein… Mensch, Mensch… Und, um dich krankes Häschen etwas aufzumuntern (und alle anderen, die das hier lesen), der Epilog wird aus Dracos Sicht und spielt fünf Jahre in der Zukunft…