Und weiter geht's. Lara und ihre Begleiter befinden sich in einem unbekannten Grabmal auf der Suche nach der "Frucht des Brahma". Werden sie den Stein finden und was hält das Grab für sie bereit?
Cora: Laut Wikipedia gibt es das Wort "Reflektion" nicht...auch wenn es von "reflektieren" stammt, heißt es dennoch Reflexion (was mehrere Bedeutungen haben kann, wie das Zurückwerfen von Wellen oder Licht, oder die Besinnung auf sich selbst und das sich-vor-Augen-führen). Trotzdem danke das du mich darauf aufmerksam gemacht hast. :-)
Viel Spaß beim Lesen...allen die mir Reviewen und auch allen, die es nicht tun. An dieser Stelle also Danke an euch und ihr könnt mir immer schreiben, man muss sich nicht mal anmelden.
Fortschritte
Kapitel LI
Unbekanntes Grab, Malaysia
„Hey. Lara, alles okay?",
erst jetzt bemerkte sie, dass man an ihrer Schulter rüttelte. Noch immer stand sie, dass Feuerzeug anstarrend in der Dunkelheit des Ganges. Die Flamme war mittlerweile erloschen. Sie kam wieder zu sich. Der Anblick der Gravur hatte Lara für einen Moment wieder zurück versetzt in die Zeit. Sie hatte einen Splitter ihrer Vergangenheit gesehen. Einen Teil, den sie als positives Erlebnis in ihrem Gedächtnis abgespeichert hatte.
Leider waren die positiven Erlebnisse diejenigen, die einem nur sehr selten ins Gedächtnis kamen. Oft waren es die negativen Dinge, an denen man sich festhielt und an denen man die Beziehung zu anderen Menschen maß. Wenn sie hier heil wieder herauskommen sollte, würde sie sich bei Chase entschuldigen für die vielen Gemeinheiten die sie seitdem mit ihm gemacht hatte.
„Lara. Was ist passiert?", Sheila hielt sich im Hintergrund, während Max zu ihr sprach. Auf dem Gesicht der Archäologin tauchte ein Lächeln auf: „Nichts, alles okay. Ich habe nur gerade einen Gedanken gehabt."
„Dann sollten wir daran teilhaben, oder?", Zimmermann lehnte an der weißen Wand und blickte Lara argwöhnisch an. Doch sie verneinte: „Das ist privat."
Max schien der Umstand nicht zu gefallen, dass Lara ihn aus ihrem Leben ausschloss, aber dennoch ließ er es sich nicht wirklich anmerken.
„Also, was machen wir jetzt?", fragte er stattdessen.
Lara ließ die Flamme des Feuerzeugs erneut aufleuchten und hielt sie kurz in die Flüssigkeit. Tatsächlich handelte es sich um Öl, wie sie vermutet hatten. Sofort wanderte die Flamme, von dem Öl genährt, die Rinne entlang und verlor sich in der Dunkelheit.
Lara wiederholte den Prozess noch mal auf der anderen Seite.
„Vorsicht.", Zimmermann sprang mit einem schnellen Satz bei Seite: „Warnen Sie mich doch vorher.", gab er nörgelnd von sich. Doch keiner der drei anderen in ihrem Team ging darauf ein. Laras Blick wanderte den Gang, aus dem sie gekommen waren, zurück. Hoffentlich würde Chase sich bald wieder erholen.
„Ist wirklich alles in Ordnung.", fragte Max, der Laras glasigen, abwesenden Blick bemerkte. „Hmm.", war alles, was sie hervorbrachte. Dann machten sie sich auf den Weg. Der Gang, nun von den Flammen erleuchtet, ließ noch etwas spektakuläreres erkennen, als nur weiße Steine als Auskleidung.
Die Steine schienen in etwa das gleiche Prinzip zu haben, wie Kacheln. Sie waren dekorativ und scheinbar waren sie so gearbeitet, dass sich das Licht der Flammen darin brach. Auf beiden Seiten strahlten die Kacheln nun in den unterschiedlichsten Farben und wo sich die Strahlen von beiden Seiten trafen, ergaben sie ein Muster.
„Wow.", Alister und Zip pfiffen gleichzeitig vor Bewunderung in Laras Ohr. Auch ihnen schien die Kinnlade aufgeklappt zu sein vor Erstaunen. Das war ein wirkliches Schauspiel. In den Lichtbündeln konnte Lara verschiedene Szenen erkennen.
„Wie ist das möglich?", Sheila wirkte vollkommen entrückt. Keiner von ihnen hatte so etwas jemals erlebt.
„Das ist die Geschichte von der Entstehung der Welt.", kommentierte Lara die sich das Szenario ansah. Es waren nicht etwa Bilder, wie in einem Bilderbuch, sondern verschiedene Symbole und Zeichen. Lara wusste, dass die Inder eine reichhaltige Bildersprache hatten und durch das Flackern des Feuers wurden diese Symbole lebendig.
„Was erzählt sie denn?", wollte Max wissen. Keiner außer Lara schien etwas damit anfangen zu können, nur Zimmermann wirkte so, als würde es hinter seiner Stirn arbeiten. Er schien ernsthaft an einer Übersetzung zu arbeiten.
„Es ist die Geschichte von Brahma, von seiner Geburt aus dem Nabel des Vishnu, bis zu dem Moment, als er aus einer Art Ur-Ei den Kosmos erschaffen hat."
„Ein Ur-Ei?", hörte sie Zip sagen: „Was soll das denn sein?"
„Ganz einfach. Angeblich wurde das Ei in zwei Hälften geteilt. Der Eidotter wurde die Sonne und die beiden Hälften wurden der Himmel und die Erde.", fügte Alister der Rede hinzu. Lara wiederholte das für diejenigen, die nicht mit Alister und Zip verbunden waren.
Sheila schien mit der indischen Mythologie nicht viel anfangen zu können, aber dennoch hörte sie gebannt zu, während sie den Gang immer weiter hinab gingen und Lara dabei vorlas. „Brahma gilt als Schöpfer des Kosmos und als Erschaffer der heiligen Trinität mit Vishnu und Shiva an seiner Seite. Oft wird er dabei als ein Wesen mit fünf Köpfen beschrieben, der aus einem Lotus entspringt."
Sie machte sich nicht mehr die Mühe den Text wörtlich zu übersetzen, sondern versuchte die Essenz davon in eigenen Worten wieder zu geben. Den Rest ließ sie schließlich aus, da dort nur noch andere Mythen geschildert wurden, die aber nicht sonderlich spannend waren.
„Es gibt aber eine ganze Reihe verschiedener Mythen über die Entstehung des Kosmos.", warf Zimmermann in die Runde. Anscheinend hatte er auch einwenig Erfahrung mit der indischen Geschichte und Religion.
„Ja. Aber ich vermute mal, dass wir gute Chancen haben die richtige gefunden zu haben.", sinnierte Lara: „Ich vermute mal, dass die Frucht des Brahma dem Gott die Kraft gab Leben zu erschaffen."
Obwohl Max nicht genau wusste wovon die Rede war, schwieg er dennoch. Lara aber entging nicht sein fragendes Gesicht, weshalb sie versuchte es genau zu erklären: „Ich denke mal, wir können davon ausgehen, dass die Ur-Ei Geschichte nur ein Sinnbild ist, ebenso wie in der Bibel viele Geschichten auch nur Parabeln sind für das Miteinander.", sie machte eine kurze Pause, um sich sicher sein zu können, dass alle ihr folgen konnten. Dann setzte sie wieder an: „Das Ei gilt als Sinnbild für das Leben. Aus dem Ei entspringt das Küken und außerdem ist menschliches Leben zu Beginn auch nichts anderes als Spermium und Eizelle. Deshalb gehe ich mal davon aus, dass Brahma –sollte er denn wirklich die Erde erschaffen haben- die Macht dieses Steins genutzt haben, um Leben aus dem Nichts hervor bringen zu können."
„Wollen Sie etwa sagen, dass das Christentum eine Lüge ist?", Sheila schien sich herausgefordert zu fühlen. Sie wirkte nicht sonderlich religiös, aber den Amerikanern wurde oft ein kleinwenig Größenwahn nachgesagt, weil sie sich selbst für das auserwählte Volk hielten.
„Nein. Oder jedenfalls nicht so direkt.", Lara wusste nicht was sie ihr darauf antworten sollte: „Sehen Sie, in meiner Laufbahn als Archäologin habe ich schon so einige Mythen erlebt. Ich habe gegen Götter gekämpft und mit ihnen Seite an Seite. Was ich daraus gelernt habe ist nur, dass keine Religion wirklich falsch oder wirklich richtig ist.", versuchte Lara es auf dem diplomatischen Weg.
Doch Sheila fing scheinbar gerade erst an: „Aber Gott hat doch gesagt, du sollst keine anderen Götter neben mir haben."
„Er sagte du sollst keine anderen Götter haben, nicht, außer mir gibt es keine anderen Götter. Der Götterpantheon ist voller Überwesen, die den Lauf der Welt bestimmen. Die einen sind selbstgefällig, beanspruchen die alleinige Macht für sich, andere tolerieren weitere Herrscher neben sich. Die einzige Wahrheit in all dem Chaos aber ist, dass es die Götter miteinander verbunden sind. Sie gehören zusammen, ebenso wie alles Leben mit der Erde verbunden ist. So wie wir an den Boden unter unseren Füßen, an den Sauerstoff in der Umgebung, gebunden sind, so sind es die Götter untereinander.", erneut legte sie eine kurze Pause ein, wartete auf Widerworte, aber es kamen keine: „Ra kann nicht ohne Anubis leben, Vishnu nicht ohne Shiva. Aber es scheint auch so, dass Brahma nicht ohne den christlichen Gott und Zeus nicht ohne Quezacotl leben kann."
„Das heißt also, wenn ein Gott besiegt wird, zerbricht die heilige Ordnung?", Maxwell hatte nun wirkliches Interesse an diesem Berufsfeld entdeckt. Lara sah es schon vor sich, wie er in einigen Jahren mit ihr zusammen archäologische Ausgrabungen durchführte und über Mythologie streiten würde.
„So was in der Art. Man kann zwar Götter besiegen, doch tot sind sie damit nicht. Das ist vergleichbar mit dem Bankwesen. Wenn eine Bank mit einem Schlag viel Geld verliert, wird von den anderen Banken wieder neues Geld in die Insolvente Bank gepumpt, um einen Konkurs zu verhindern. So bleibt alles im Gleichgewicht."
„Besser hätte ich es auch nicht sagen können.", flötete Alister fröhlich ins Ohr.
„Es wäre auch besser ihr achtet mal auf euren Weg...", als Zip diesen Satz vollendete, war es beinah schon zu spät. An einem Punkt, wo der, nun beleuchtete, Gang einen Knick nach rechts machte, hörten die Lichtspiele auf. Die Geschichte war erzählt. Doch das war nicht das, was sie alle beinah das Leben gekostet hätte.
Es war das aus der Ecke schnellende Messer, dass sie beinah umbrachte. Sheila gelang es im letzten Moment aus zu weichen, als sich der Angreifer bereits auf sie warf.
„Es geht wieder los.", Max griff nach dem Arm, der sie eben attackiert und zog daran. Der Hüter geriet ins Stolpern und Maxwell manövrierte ihn vor die Wand. Lara hörte Knochen brechen und Zimmermann gab ein langes: „Uuuuuh.", von sich.
Doch Max war noch nicht fertig. Er riss den Hüter wieder zurück, zog im selben Moment seine Schusswaffe und stieß sie dem Untoten gegen die Stirn, dabei ließ er seinen Finger von dem Aufprall zurückschnellen und während der Lauf den Gegner auf der Stirn traf, entlud sich die Waffe und Asche regnete zu Boden, als sich der Körper des Wächters auflöste.
„Cool."
Lara musste Lächeln. Mit jedem Moment, den sie mit Max und Chase verbracht, wuchs ihr inneres Unbehangen. Eben noch hatte sie von Chase phantasiert, jetzt war sie plötzlich wieder auf Max fixiert. Lara konnte sich nicht helfen.
„Das war jetzt aber mal ein lahmer Angriff.", sagte Sheila und sicherte ihre Waffe wieder. Der Schock war aus ihrem Gesicht gewichen.
„Tja, das kommt davon wenn man sein untotes Leben lang nur hier unten in einem modrigen Grab verbrachte.", Lara rieb sich die Hände.
„Unterscheidet sich ein untotes Leben von einem Leben in modrigen Gräbern?", fragte Max, um Lara einwenig zu necken. Lara warf ihm ein breites Grinsen zu und schließlich machten sie sich wieder auf den Weg. Der Gang wurde an dieser Stelle breiter und die Wände höher. Es schien, als würden sie sich etwas besonderem nähern.
Schließlich erreichten sie eine hohe Tür.
„Sieht nicht so aus, als könnten wir die einfach so zertreten.", stellte der ehemalige Mafiasohn fest.
„Nein.", Lara betrachtete sie sich genauer: „Das können wir wohl nicht."
„Ich seh keinen Türgriff, wie öffnet man eine Tür ohne Türgriff?", Sheila ging näher an die Steintür heran.
Sie war etwa drei Meter hoch und zwei Meter breit. Eine Doppelschwingtür, wie Lara erkannte. Indische Symbole waren überall auf der Tür verteilt, dienten aber nur als Verzierung. Lara konnte ihnen nämlich keinerlei Wert abgewinnen. Es war kein Text, es wurde keine Geschichte erzählt. Sie schienen fest zu stecken.
„Jede Tür lässt sich öffnen, meine Liebe.", erwiderte Lara schließlich, während ihre Augen weiterhin die Figuren und Gesichter absuchten. Linien, Gesichter von Gottheiten, Wellen, all das ergab keinen Sinn. Es gab keine auffällige Einkerbung, keine Knöpfe, keine Hebel.
„Nicht, wenn keiner will, dass sie geöffnet wird. Das hier ist ein Grab, darin befinden sich also Gebeine und unser Artefakt. Ich glaube die Inder waren nicht dumm.", sinnierte Zimmermann leise vor sich hin. Lara aber bekam das mit und wertete es als Kritik an ihren Methoden.
„Haben Sie eine bessere Idee?", fragte sie also: „Jede Tür kann geöffnet werden."
Also suchten sie gemeinsam alle vier die Tür ab. Lara tastete nach jeder Ritze, fühlte in jede Vertiefung hinein. Doch es machte weder klick, noch ließ sich die Tür bewegen. Es schien fast so, als würde Zimmermann Recht behalten und das wollte Lara auf keinen Fall auf sich sitzen lassen.
„Zip, Alister. Habt ihr vielleicht eine Idee."
„Nope!"
„Sorry Lara, wir grübeln auch schon die ganze Zeit."
Lara konnte ihnen nicht böse sein. Keiner wusste im Moment weiter. „In Hollywoodfilmen gehen die Türen immer auf, wenn irgendein Dummkopf sich an die Wand lehnt, oder an einer Fackel zieht.", meinte Sheila schließlich, die die Sucherei langsam leid war. Es war wirklich zum Verzweifeln. Die Tür schien keinerlei Hinweise geben zu wollen auf ein eventuellen Zugang.
„So funktioniert die Wirklichkeit leider nicht.", musste Lara leider erwidern, doch dann kam ihr der Gedanke. Fackeln. Ihr Blick suchte den Boden und fand tatsächlich die beiden Rinnen mit dem Feuer darin. Wie sie erkennen konnte, waren dort in der Tür kleine Einkerbungen, die es dem Feuer ermöglichten unter der Tür hindurch zu kriechen.
„Ich glaube ich weiß was ich tun muss.", ihre Augen suchten nun ihre Begleiter ab. Bei Sheila blieb sie hängen: „Geben Sie mir das mal.", Lara deutete auf das Maschinengewehr. Für einen kurzen Moment war die rothaarige Amerikanerin sprachlos, dann schließlich zog sie sich den Tragegurt über den Kopf und reichte Lara die Waffe.
Mit dem Lauf voraus, rammte Lara das Maschinengewehr in die Einkerbung. Sie spürte, wie etwas darunter nachgab und einrastete.
„Jemand muss das auf der anderen Seite auch machen.", rief sie dem Rest zu. Alle suchten nun nach einem geeigneten Gegenstand. Doch keines der Dinge war lang genug, um in die Flammen zu reichen.
„Lady Croft, ich schätze wir müssen noch mal zurück und noch ein...", bevor Sheila zu Ende sprechen konnte, war Maxwell bereits heran und strich sich über den Unterarm: „Wir haben keine Zeit."
Dann rammte er seine Faust in die Flammen und biss die Zähne zusammen. Seine Finger fanden sofort einen etwa fünf Zentimeter hohen Noppen, der nach hinten klappte. Noch bevor er vor Schmerz den Arm zurück ziehen konnte, begann sich die Tür zu öffnen.
„Au.", er presste die verbrannte Hand ganz nah an seinen Körper. Lara konnte sehen, dass sie total gerötet war und sich an einigen Stellen Brandblasen bildeten. Ihre Finger glitten automatisch, das Maschinengewehr zu Boden werfend, nach Max Hand und bevor er noch etwas sagen konnte, oder vor Schmerz zurück ziehen konnte, verwandelte sich Laras Hand in Wasser. Noch immer konnte sie die Energie des Steines nutzen, ohne ihn direkt an ihrem Körper zu halten.
Es schien zu stimmen, dass sich die Steine gegenseitig mit Kraft aufluden. Die Energie griff auf Maxwell über und vor ihren Augen veränderte sich auch seine Hand, so wie es Laras Hand an der Oberfläche getan hatte. Als Lara die Finger zurück zog, öffnete sie auch die Augen. Sie hatte sich Max so vorgestellt, wie sie ihn in Erinnerung hatte.
Eine kurze Inspektion ihres Werkes ließ sie erkennen, dass sie ihre Arbeit meisterhaft gemacht hatte. Max löste die Hand nun aus seiner verkrampften Position und öffnete die Faust einige Male, um sich sicher sein zu können, dass alles wieder verheilt war. Die Kraft des Wassers hatte es Lara erlaubt auch ihn zu verarzten.
„Das ist Hexerei.", murmelte Sheila, war aber dennoch beeindruckt von der Macht dieser Superwaffe: „Sieht für mich aber nicht besonders gefährlich aus, diese Waffe."
„Das liegt daran, wie man sie einsetzt. Bisher habe ich sie nur zum Heilen gebraucht. Aber damit lassen sich die Weltmeere kontrollieren und siebzig Prozent der Erde bestehen aus Wasser. Können Sie sich ausmalen, was man alles tun könnte?"
„Tsunami.", schlug Sheila vor.
Lara nickte: „Aber nicht nur das. Auch der menschliche Körper besteht aus Wasser. Wenn ich wollen würde, könnte ich dafür sorgen, dass das Wasser im menschlichen Körper kocht, oder transpiriert. Diese Welt ist an das Wasser gebunden, es ist die natürlichste und gleichzeitig die mächtigste Waffe dieser Erde. Keine Atomrakete kann da mithalten, was sich mit diesem kleinen Stein alles anstellen lässt."
Sheila schien beeindruckt, aber auch erschrocken zu sein.
„Warum nutzen Sie dieses Ding dann nicht dafür, ihre Ziele zu erreichen?", fragte sie.
„Ich bin ein Fan von Fairplay und mir liegt diese Welt sehr am Herzen.", war Laras Antwort: „Gut, gehen wir weiter." Zusammen machten sie sich auf den Weg. Keinem war der Blick aufgefallen, den Zimmermann auf den Stein geworfen hatte. Sein Plan schien zu funktionieren und das freute ihn sehr.
Während er sich der Gruppe anschloss, griff seine linke Hand hinter ihn, an den Hosenbund, wo er eine Waffe stecken hatte. Keiner würde dieses Grab lebend verlassen.
Sie waren gerade eine Biegung weit gekommen, als sich vor ihnen ein Abgrund auftat. Er war etwa acht Meter breit und keiner von ihnen war dazu in der Lage diesen Graben zu überspringen. Doch das war nicht der Punkt, der die Aufmerksamkeit aller auf sich zog.
„Was ist das?!", wollte Sheila wissen und kniff die Augen zusammen. Über dem Abgrund baumelten an alten, rostigen Ketten, Knochen.
„Menschenknochen.", antwortete Zimmermann: „Und sie wurden abgenagt." Tatsächlich ließ sich erkennen, dass Biss- und Kratzspuren an den einzelnen Rippen, Armknochen und Schädeln zu sehen waren.
„Wenn das die Toten sind, was war denn dann das Ding vorhin in dem Gang?", keiner wollte auf die Frage des Mafiasohnes antworten, denn alle konnten sich nun denken, was kam. Wie auf ein Zeichen erschallte ein unheimliches Brüllen, was nichts menschliches an sich hatte. Die Mumie war scheinbar –falls man sie denn eine Mumie nennen konnte- lebendiger, als sie den Anschein gemacht hatte.
Fortsetzung folgt:
