"Sie waren noch nie bei einem Footballspiel?"

"Nein und ich habe es auch nicht vor!"sagte Henry desinteressiert.

Trotzdem musste er sich ein gestehen, dass er Lucas über Weihnachten vermisst hat.

"Wie ist es mit Baseball?"

"Nein!"

Lucas überlegte weiter .

"Wenn du dich einfach mit mir treffen willst, frag mich einfach!"schlug Henry ihm vor.

Er nickte.

"Wollen wir nach der Arbeit etwas unternehmen?"fragte Lucas voller Hoffnung und faltete eine Akte.

Henry schaute von seinen Schreibtisch auf und atmete durch.

"Ich habe heute schon etwas vor!"

Er merkte, wie kurz Lucas Gesicht entgleiste.

"Du hast etwas vor?"fragte er erstaunt und lief zu ihm um den Tisch.

Im gleichen Moment kam Kleo in die Gerichtsmedizin.

Sofort kam ein Lächeln auf Henrys Gesicht und er stand auf.

Lucas schaute ihm verdutzt hinterher, wie er langsam zu Kleo lief.

"Wie geht es dir?"fragte er schmunzelnd.

Sie lächelte auch etwas.

"Mir geht es sehr gut! Und dir?"

Henry schmunzelte und ging mit ihr zu ihren Arbeitsplatz.

"Genauso..."

Lucas war immer noch recht verwirrt und folgte ihnen.

"Seid ihr nun zusammen?"fragte er und verschrenkte seine Arm.

Kleo und Henry sahen ihn überfordert an und mussten einen Moment überlegen.

"Es ist etwas da zwischen!"versuchte Henry zu formulieren und warf Kleo einen zögernden Seitenblick zu.

Kleo schmunzelte nun und räumte ihren Platz auf.

Lucas atmete durch und wandte sich von den Beiden ab.

"Wie war Silvester?"fragte Henry dann und trat etwas näher.

Sie lächelte weiterhin.

"Es war schön. Ben liebt Silvester!"erzählte sie und sah in seine Augen.

"Schön.."flüsterte er und küsste sie kurz.

Kleo war überrascht, erwiderte aber kurz den Kuss, bevor sie dann wieder absetzte.

"Nicht auf der Arbeit..."

Henry schluckte und nickte kurz.

"Aber die Verabredung steht noch?"fragte er nach und schmunzelte.

Sie nickte hastig.

"Ja, natürlich."

Bevor Henry noch etwas sagen konnte unterbrach sie ein Räuspern von einer Person.

Beide wandten sich zur Person um.

Henry war erst verwundert, lächelte dann aber und lief auf den Mann zu.

"Steve! Schön dich wieder zu..."

Doch Steve unterbrach Henry und griff fest nach seinen Kragen.

Ohne das Henry sich wehrte zog Steve ihn nach draußen.

Kleo schaute ihnen nur verwirrt hinterher.

Er drückte Henry dann gewaltsam an eine Hauswand und schlug mit der Faust in sein Gesicht.

Henrys Kopf prallte gegen die Wand und aus Reflex fasste er sich an seine Lippe und merkte, dass er dort nun blutete.

Danach wandte Henry seinen Blick wieder zu ihm.

"Du weißt, dass du es verdient hast!"murmelte Steve wütend und ließ ihn wieder los.

Sein Vater nickte etwas.

"Ich hätte mich bei dir melden sollen..."hauchte Henry und schaute seinen Gegenüber in die Augen.

Steve verengte die Augen und wandte seinen Blick ab.

"Wie ist es möglich, dass du mein Vater bist?"

Henry suchte eine Ewigkeit nach den richtigen Worten, fand diese aber nicht.

Er musste es Steve einfach sagen...

"Ich bin unsterblich!"hauchte er und sah ihn an.

Er merkte, dass Steve nur noch verwirrter wurde.

Bevor Henry noch für mehr Verwirrung sorgen schlug er etwas vor.

"Können wir in Ruhe wo anders reden?"

Steve nickte im Schock und brachte ihn schweigend zu seinen Auto.

Nach einer sehr langen unangenehmen Fahrt, kamen sie bei ihm zu Hause an.

Steve schloss die Tür auf und führte ihn hinein.

"Also... Warum kam ich im Eiswasser auf? Ich habe deswegen ein Vermerk in mein Polizeiakte bekommen, wegen verbotenen Nacktbaden!"

Henry atmete durch.

"Ja, ich schon öffters..."

Er schluckte und setzte sich ruhig auf die Couch.

Steve folgte ihm.

"Wie kann es sein, dass du mein Vater bist? Du bist genauso alt wie ich!"

"Ich bin nicht so alt wie du! Ich bin rund 200 Jahre älter."erklärte er und schaute auf den Boden.

Nun schwieg sein Sohn.

Henry musste sich kurz sammeln, bevor er weiter reden konnte.

"Ich bin...wie gesagt unsterblich. Die zwei Entführer in der Fabrik...auch.."

Steve nickte aufmerksam aber immer noch ungläubig.

"Und...du auch!"

Jetzt erschrak Steve und sah ihn mit weit geöffneten Augen an.

"Was?..."

"Ich weiß auch noch nicht genau warum und wie..."stellte Herny leise klar und faltete seine Hände.

Nach einer kurzen Stille machte Henry weiter.

"Als du im Wasser aufkamst, wurdest du davor ermordet!"

Steve nickte erneut schweigend.

"Ja... ich habe noch den Schmerz gemerkt."

Nun schauten sich beide in die Augen.

"Wie ist das möglich?"

Henry schüttelte nur den Kopf.

"Ich weiß nicht. Ich suche schon seit 200 Jahren einen Ausweg!"

Steve setzte sich nun neben ihn hin und atmete tief durch.

"Wie war meine Mutter früher?"fragte er dann.

Ein Schauer lief über Henrys Rücken.

"Ich...äh... kannte sie nicht richtig..."stammelte er und blickte auf den Boden.

"Heißt das, dass es ein One Night Stand war?"

Henry neigte seinen Kopf etwas zur Seite und nickte etwas.

"Ja... Ich habe auch erst von dir erfahren als ich den Fall von Jamie bearbeitet habe. Deine Mutter hat mich sofort erkannt."gab Henry zu und traute sich nicht mehr in Steves Augen zu sehen.

Steve schluckte schwer und blieb für ein paar Momente still.

"Hast du Kinder außer mir?"

Henry schmunzelte etwas und nickte.

"Ja, Ich habe noch meinen Adoptivsohn Abe.. Aber ansonsten keine anderen!"

Sein Sohn schmunzelte auch leicht.

"Recht wenig für 200 Jahre!"

"Ja... ich hatte auch wenig Beziehungen.. Ich war zwei Mal verheiratet und aus beiden Ehen kein Kind. Außer bei der Zweiten. Da habe ich Abe adoptiert."

Steve klopfte ihn etwas auf die Schulter.

"Naja... hoffentlich waren es die Richtigen."

Henry schmunzelte blieb aber still.

"Zumindest kenn ich jetzt meinen Vater.."flüsterte Steve und lächelte leicht.

Beide schauten sich nun an.