Hallo Leute!

Nein es ist nicht schon wieder Samstag. Ich hab mich einfach dazu entschlossen euch ein kleines Weihnachtsgeschenk zu machen und das im Stil der Engländer, sprich die Geschenke gibt es am ersten Feiertag.

Ich wünsche allen Frohe Weinachten.

eure Imo

Rettung (aus) der Zukunft

Kapitel 43

„Bei Merlin. Was soll ich denn nur machen? Wir sind verloren, wenn ich Harry ausliefere", flüsterte der Lehrer. Harry zögerte nicht. Erst vor ein paar Tagen hatte er den Mann noch vor Hermine in Schutz genommen und jetzt?

„Sie mieser Verräter", zischte Harry und stand mit gezogenem Stab auf. „Was soll der Mist?" fauchte er. Sott sah sie entsetzt an.

„Was…"

„Wir haben alles gehört!", platze Ron heraus. Auch er hatte seinen Stab gezogen.

„Ihr habt… es gehört?" stammelte Scott.

„Ja. Sie sind der Spion. Sie haben mir die Todesser neulich auf den Hals gehetzt", sagte der Schwarzhaarige patzig.

„Harry…"

„Halten Sie den Mund. Ich will kein Wort hören. Erzählen Sie Dumbledore Ihre Lügenmärchen", zischte er ihn an. Scott seufzte und senkte den Blick.

„Es tut mir leid", meinte der Lehrer und im nächsten Moment hatte der seinen Stab schon in der Hand und ein roter Blitz traf Ron. Harry war aber genau so schnell gewesen, riss jetzt mit einem Expelliarmus dem Lehrer seinen Stab aus der Hand und fesselte ihn mit einem schwarzen Seil an einen Baum. Der neuste Spruch den er von Snape gelernt hatte. Je mehr sich das Opfer versuchte zu befreien, desto strammer zogen sich die Seile. Außerdem verhinderten sie jede Animagusverwandlung oder den Versuch zu apparieren.

Mit einem: „Enervate" weckte Harry seinen Freund.

„Verdammter Mist", stöhnte Ron.

„Alles klar?", fragte Harry.

„Ja. Geht schon. Ist er abgehauen?"

„Nein. Der läuft uns nicht weg, dafür hab ich gesorgt", erklärte Harry.

„Ist dir klar, dass das ein schwarzmagisches Seil ist?", meinte Scott. Harry sagte nichts darauf, aber er sah Rons fragenden Blick. Doch Harry löste einfach nur das Seil vom Baum.

„Mitkommen, Professor. Wir gehen zu Dumbledore", sagte Harry und ließ den Lehrer vor sich herlaufen.

„Schwarze Magie ist gefährlich, Harry. Ich hab schon viele gesehen, die ihr verfallen sind. Niemand ist immun gegen diese Anziehungskraft. Es bedarf einen starken Willen, um ihr zu widerstehen."

„Sparen Sie sich die Worte", meinte Harry und schob den Lehrer weiter voran. Sie schwiegen eine ganze Weile, immer wieder knackte es um sie herum und dann hörte man ein Heulen in der Ferne. „Könntest du nicht wenigstens die Fesseln lösen? Nur für den Fall, dass wir angegriffen werden", bat der Lehrer dann.

„Klar. Und dann sind Sie es der und angreift. Vergessen Sie es", meinte Ron verächtlich.

„Aber…"

„Es ist ganz allein ihr Problem, wenn sie angegriffen werden. Wir können uns verwandeln. Uns wird so schnell keiner etwas tun", meinte Harry. „Aber Sie können ja etwas schneller gehen", schlug der Schwarzhaarige dann vor. Denn er war auch nicht wirklich darauf aus, sich mit irgendwem oder irgendwas hier anzulegen. Die Sorge war aber unbegründet. Nur wenig später erreichten sie den Waldrand.

„Harry? Was hat das denn zu bedeuten?", keuchte Hermine, als sie gerade das Tor passiert hatten und der Angesprochene zuckte zusammen.

„Du hattest Recht. Er ist der Verräter", sagte Harry und sah dann Dumbledore auf sie zukommen.

„Ist das Wahr, Max?" Der Lehrer schwieg eisern, wandte aber seinen Blick ab. „Löse die Fesseln, Harry und lasst uns in mein Büro gehen. Wir besprechen das dort."

Scott rieb sich die Handgelenke, als das Seil verschwunden war. Deutlich konnte man die Abdrücke erkennen. „Das war doch ein Todesseil, oder?", fragte Hermine.

„Würgseil", meinte Harry.

„Aber wie kannst du so was…"

„Es zieht sich nur zusammen, wenn man sich dagegen wehrt und Scott ist immerhin Auror und er hat ja auch erkannt. Er hätte einfach nur stillhalten müssen. Selbst Schuld, würde ich sagen", unterbrach Harry Hermine, die ihren Freund besorgt ansah, aber sie sagte nichts dazu, ebenso wenig wie Ron.

Im Büro des Direktors setzten sich dann alle und Dumbledore fixierte den Lehrer mit einem durchdringenden Blick. „Es ist eine schwere Anschuldigung, die Harry gegen dich erhebt Max. Was sagst du dazu?" Der Lehrer sah einen Moment lang zur Seite und dann zu Harry.

„Müssen wir das vor ihnen klären?" fragte er dann.

„Wir wissen, dass wir einen Spion im Schloss haben müssen, der Harry und Professor McGonagall in die Arme der Todesser hat laufen lassen. Und damit geht es Harry eine ganze Menge an. Und seine Freunde genießen sein und auch mein vollstes Vertrauen", sagte Dumbledore ruhig.

„Was soll ich denn noch sagen? Ron und Harry haben genug gegen mich in der Hand", meinte Scott nach einem Moment der Schweigens.

„Ich möchte es von dir hören. Und ich möchte den Grund dafür erfahren", erklärte Dumbledore.

„Der Grund? Ich werde erpresst. Diese Schweine haben meine Familie entführt und quälen sie", sagte Scott bitter.

„Aber du weißt doch genau, dass ich absolut vertrauenswürdig bin. Warum bist du nicht zu mir gekommen? Wir hätten einen Weg gefunden", fragte der Direktor weiter.

„Die haben hier noch mehr Spione. Einen, der es sofort erfährt, wenn ich rede. Sie wissen wahrscheinlich schon längst, dass ich aufgeflogen bin und töten gerade meinen Sohn. Herrgott, Albus: er ist sechs Jahre alt. Er versteht doch gar nicht, was die wollen." Scott schien wirklich verzweifelt zu sein und in Harry kam ein schrecklicher Verdacht auf.

„Hat ihre Frau dunkle Haare?", fragte er leise. Scott nickte nur und Harry musste Schlucken. „Der Traum", flüsterte er seinen Freunden zu und Hermine stand sofort das Entsetzen ins Gesicht geschrieben.

„Sie haben deinem Sohn einen Finger abgeschnitten?" erkundigte sich Dumbledore behutsam. Scott presste fest die Lippen aufeinander und nickte.

„Was verlangen sie, Max?" erkundigte sich Dumbledore eindringlich.

„Harry. Sie wollen seit ein paar Wochen, dass ich ihnen Harry ausliefere. Deswegen auch der Angriff, als er und seine Freunde das Schloss verlassen hatten. Ich war mir sicher, dass sie zu dir gehen würden mit den Informationen, die ihnen diese Eule gebracht hat. Und ich war davon überzeugt, dass du sie nicht allein zurück gehen lassen würdest. Nicht nach dem Angriff auf das Dorf", erklärte Scott.

„Und was wollten Sie vorher?" fragte Hermine leise.

„Informationen über Lisa. Sie wollten das Mädchen um jeden Preis haben", sagte der Lehrer.

„Und sie wissen woher Harry seine Informationen bekommt." Dumbledore nickte. „Und? Hast du ihnen geholfen?"

„Ich hatte keine Wahl. Meine Frau ist schwanger. Was sollte ich denn tun. Im Ministerium wimmelt es nur so von Spionen. Ich hab schon drei verschiedene Kollegen gesehen, die mich erpresst haben. Jeder davon in einer leitenden Position."

„Dann sind Sie auch für den Angriff auf Hogsmeade verantwortlich?", fragte Harry.

„Ja. Und auch der bei den Grangers ist meine Schuld", antwortete Scott.

„Was?" flüsterte Hermine heiser und Harry schnaubte vor Wut und ballte eine Hand zur Faust.

„Ganz ruhig, Harry. Es bringt nichts sie aufzuregen", bat Dumbledore und Scott sah Harry an.

„Ich wollte nicht, dass jemand stirbt. Ich war davon ausgegangen, dass du dort völlig sicher wärst", meinte er.

„Wegen ihnen musste mein Pate in die Kerker und ist dort fast wahnsinnig geworden. Wegen ihnen hat man meinen Freund fast erschossen", knurrte Harry.

„Ganz zu schweigen davon, wer sonst noch alles hätte Verletzt werden können", fügte Dumbledore hinzu. Scott senkte nur betreten den Blick. „Nun gut. Was geschehen ist, ist geschehen. Wir können nichts mehr daran ändern. Wir müssen sehen, dass wir das Beste daraus machen", erklärte Dumbledore.

„Übergeben wir ihn dem Ministerium. Die wissen doch was man mit Verrätern macht", schlug Ron vor.

„Damit unterschreiben wir aber doch das Todesurteil seiner Familie", bemerkte Hermine. Harry sah seine Freundin missmutig an. „Was würdest du sagen, wenn ich Geheimnisse verrate, die deiner Familie schaden. Du hasst Peter auch für den Verrat an deinen Eltern", meinte Hermine.

„Pettigrew ist eine feige Ratte", erklärte Ron.

„Und er ist nicht besser", sagte Harry Scott ansehend.

„Harry…", begann der, aber Harry schnitt ihm das Wort ab.

„Ich habe Ihnen Vertraut. Ich hab Sie sogar vor ein paar Tagen noch in Schutz genommen, als Hermine sie verdächtigt hat. Dabei sind Sie ein genau so mieser Verräter wie Pettigrew. Sie sind ein genau ein elender Feigling wie er", zischte Harry.

„Harry. Nimm dich bitte zusammen", mahnte Dumbledore.

„Schon gut. Er hat Recht. Ich bin ein Feigling, aber ich habe das für meine Frau und meine Kinder getan", erklärte der Lehrer.

„Niemand ist hier feige, Max. Und wir werden dich fürs erste auch nicht dem Ministerium übergeben. Du wirst dich verantworten müssen, wenn deine Familie in Sicherheit ist"; sagte Dumbledore.

„Und wie denkst du dir das? Ich hab keine Ahnung wo sie sein könnten", erkläre Scott.

„Das überlässt du mir", sagte Dumbledore und wandte sich dann an Harry und seine Freunde. „Ich erwarte von euch, dass dieses Gespräch unter uns bleibt. Und ihr werdet Professor Scott mit dem Respekt behandeln den ihr auch allen anderen Lehrern entgegenbringt."

„Ja, Sir", sagte Hermine und auch Ron murmelte etwas, das danach klang.

„Harry?", fragte Dumbledore.

„Warnen Sie mich vor, wenn Sie mich noch mal verraten. Dann bin ich wenigstens vorbereitet, Professor", erklärte der Gryffindor möglichst höflich.

„Geh du in deine Räume, Max. Ich komm später zu dir und wir klären dort alles Weitere", sagte Dumbledore und Harry erhob sich auch um zu gehen.

„Mit euch bin ich noch nicht fertig", sagte Dumbledore und Harry wurde ein wenig mulmig. Snape hatte ihn schwören lassen, die Flüche nur zu benutzen, wenn es keinen anderen Weg mehr gab. Als allerletzte Option. Und das war es vorhin ganz sicher nicht gewesen.

Als die Tür sich geschlossen hatte, sah ihm der Direktor direkt in die Augen. „Wer hat die den Zauber mit dem Seil beigebracht?"

„Ich hab ihn in einem von Slytherins Büchern gefunden. Bei der Suche nach Excalibur", log Harry und betete, dass er überzeugend klang. Dumbledore wäre von ihm allenfalls maßlos enttäuscht, etwas womit er leben konnte. Nur Snape würde sicherlich Ärger bekommen und der ließ diesen dann an Harry aus. Und das war es was er ganz sicher nicht wollte.

„Bist du dir bewusst, dass es schwarze Magie ist?"

„Ich hab es mir gedacht. Immerhin hab ich es aus Slytherins Büchern", bekräftigte Harry seinen Lüge noch einmal.

„Harry, die dunklen Künste sind verführerisch. Sei vorsichtig mit ihnen. Versprich mir das", bat Dumbledore.

„Warum in Merlins Namen hält mir eigentlich jeder für einen Waschlappen und denkt ich verfall den dunklen Künsten", fauchte Harry. „Sirius beherrscht sie und steht auf unserer Seite und Sie tun das auch. Warum sollte ich das dann nicht schaffen?" Dumbledore betrachtete Harry schweigend. Es war ein Reflex, dass der Gryffindor seinen Geist leerte. Er wusste, dass Dumbledore einen untrüglichen Sinn dafür hatte, lügen aufzuspüren.

„Was wolltet ihr im Wald, Harry?", fragte der Schulleiter dann ohne weiter auf die Dunklen Künste einzugehen. Harry schwieg einen Moment bis er sagte: „Wissen wer der Spion ist."

Dumbledore ließ ein leises Seufzten hören und meinte dann: „Ich weiß, dass du auf mich wütend bist, Harry und ich weiß auch warum. Aber diese Sache ist nun mal einfach zu wichtig. Das musst du verstehen. Ich habe nichts gegen euch.

Was euren verbotenen Ausflug angeht, du und Ron ihr werdet nachsitzen. Zwei Wochen lang. Ron bei Mr. Filch und du Harry bei Professor Snape.

Ich muss euch nachdrücklich sagen, dass ihr euch in große Gefahr begeben habt. Mit Spionen spielt man nicht Fangen. Sie können gefährlich werden. Sehr gefährlich. Und es ist meine Aufgabe euch zu schützen", erklärte Dumbledore.

Harry sagte kein Wort darauf, aber Hermines Blick sprach Bände. „Geht zu Bett. Eure Strafarbeit beginnt morgen", meinte der Direktor dann. Harry wollte gerade die Tür hinter sich schließen als Dumbledore sagte: „Ich will dich nur beschützen Harry." Der Gryffindor sah einen Moment in die blauen Augen und meinte dann: „Sollte ich nicht langsam lernen allein auf mich aufzupassen?" Damit schloss er die Tür und ließ einen nachdenklichen Dumbledore zurück.

„Wann willst du es ihm sagen?", fragte Hermine auf dem Weg in den Gemeinschaftsraum.

„Das mit Linnéa? Das weiß er doch schon längst. Er will es nur von mir hören und den Gefallen tue ich ihm nicht", erklärte Harry.

„Wie? Woher willst du das denn wissen", meinte Ron.

„Ich muss euch nachdrücklich sagen, dass ihr euch in große Gefahr begeben habt. Mit Spionen spielt man nicht Fangen. Sie können gefährlich werden. Sehr gefährlich", zitierte Harry den Schulleiter.

„Damit meinte der aber doch Scott?" sagte Ron.

„Nein. Das glaube ich nicht. Er hat Scott vertraut. Das hat er mir selbst gesagt. Ich bin mir sicher, dass er Linnéa und ihre Freunde meinte", erklärte Harry.

„Schon möglich. Aber warum sagt er uns das nicht direkt?", warf Hermine ein. Harry schwieg einen Moment in der er nachdachte.

„Er hat auch keine Ahnung was die drei tun und will mich nicht verführen es herauszufinden. Du hast es doch gehört, er will uns schützen. Mich schützen." Hermine blieb stehen.

„Dann sollten wir ihm sagen was wir wissen."

„Was willst du ihm denn sagen? Das sie sich von Gelände schleichen? Das sie irgendwen beschützen wollen? Mehr wissen wir doch auch nicht", meinte Harry.

„Aber das ist vielleicht schon mehr, als Dumbledore weiß", widersprach Hermine.

„Wir werden erst zu ihm gehen wenn wir etwas Genaues wissen. Vorher nicht", sagte Harry entschieden.

„Und warum nicht?" fragte Hermine ärgerlich.

„Weil er recht hat. Ich bin sauer auf ihn. Ich wollte nur eine Nacht mit Remus verbringen. Nur eine verdammte Nacht. Alle waren sie dafür, aber er stellt auf stur und das kann ich auch", sagte Harry fest.

„Und deswegen lernst du auch dunkle Künste?" fragte Ron.

„Sch!!!! Nicht hier. Oben", zischte Harry seinem Freund zu.

Der Gemeinschaftsraum war leer und Harry ließ sich auf seinen Lieblingssessel fallen. Er wusste dass er andere Wahl mehr hatte, als ihnen die Wahrheit zu sagen. „Snape bringt mir schwarze Magie bei."

„Snape? Warum denn das?", fragte Ron verdattert.

„Wichtiger ist, weiß Dumbledore das? Denn gerade eben klang das nicht so", bemerkte Hermine.

„Würden wir in die Kammer des Schreckens gehen, wenn er das wüsste? Ganz sicher nicht. Ich fürchte nur, nach heute Abend wird er es wissen und ich möchte nicht wissen was Snape mit mir macht", meinte Harry.

„Er bringt sie dir also nicht bei, damit du sie benutzt?" meinte Ron.

„Dann könnte er es gleich lassen", sagte Hermine. „Du sollst sie nur in bestimmten Situationen benutzen, hab ich recht?" Harry nickte.

„Als allerletzte Option. Ich glaub aber eher für den finalen Kampf. Gegen Voldemort werde ich ohne wohl kaum eine Chance haben", erklärte Harry seinen Verdacht.

„Und warum hast du sie dann heute benutzt?" fragte Hermine nach.

„Affekt. Es war der Erste, der mir eingefallen ist, um Scott an der Flucht zu hindern." Hermine seufzte.

„Dumbledore hat Recht. Pass auf das du ihnen nicht verfällst."

„Fang du nicht auch noch an. Ich werde ihnen nicht verfallen", fauchte Harry und verschwand in seinen Schlafsaal.

Am nächsten Abend machte Harry sich etwas nervös auf den Weg in die Kerker zum Okklumentikunterricht. Snape schaute nicht gerade glücklich aus. Dumbledore schien es also doch herausgefunden zu haben.

„Ja, er weiß es. Ihre Lüge war ziemlich schlecht durchdacht. Der Zauber stammt aus einer Zeit weit nach Slytherin", knurrte Snape.

„Konnte ich ja nicht wissen", meinte Harry.

„Sie sollten diese Art der Magie doch nicht leichtfertig einsetzten. Habe ich Ihnen nicht eindutzend Mal gesagt, wie gefährlich diese Flüche sind?", fauchte Snape.

„Er war nur an den Handgelenken gefesselt und er hat es erkannt. Er hätte ja stillhalten können", gab Harry zurück. Snape schien, als würde er gleich platzen vor Wut.

„Der Schulleiter hat mir jedes weitere Training mit Ihnen in Slytherins Räumen untersagt!", begann er gefährlich leise. „Das Training, um Ihr Potential zu finden, was wir ja etwas vernachlässigt haben, werden wir in einem nicht mehr genutzten Klassenzimmer durchführen. Und was Ihre Strafarbeit angeht, Sie werden mir ab morgen zur Hand gehen, Zaubertränke zu brauen. Für den Krankenflügel und der Wolfsbanntrank für ihren… Freund muss auch hergestellt werden. Und nun lassen Sie uns anfangen.

Ach ja. Ich werde nach Erinnerungen suchen, die für Sie unangenehm sind, oder die Sie als Geheimnisse bezeichnen würden. Sie sollten sich also gleich von Anfang an Mühe geben." Harry nickte

„Danke für die Warnung, Sir."

„Das wird ein vergnüglicher Abend werden. Echt toll. Vielleicht sollte ich fragen, ob ich nicht aufräumen soll. Wird sicher angenehmer", dachte Harry und legte seinen Stab bei Seite.

„Bereit?", fragte Snape und Harry nickte. Es würde sowieso nichts bringen. Das wusste er jetzt schon. Dennoch glaubte Harry, dass er es geschafft hatte den Lehrer einen Moment aufzuhalten, ehe die Bilder vor seinen Augen auftauchten. Und es waren Bilder die Harry lieber vergessen wollte.

Seine Geburtstagfeier. Er sah Lisas Mutter tot zusammensacken, dann Mrs. Figg, den Toten Kingsley, den Auroren, der dem Ministers das Leben gerettet hatte und schließlich Remus, wie der Todesser seinen Stab gegen ihn richtete während er am Boden lag.

Als das Büro wieder vor Harrys Augen auftauchte, saß er auf Knien. Die Hände zu Fäusten geballt. „Nun kommen Sie schon, Potter. Sie wissen doch, wie es geht. Sie müssen mir mehr Widerstand entgegen bringen", forderte Snape und Harry stand auf, um sich auf einen erneuten Angriff vorzubereiten.

„Fertig?"

„Ja", sagte Harry knapp und spürte, ohne die Worte gehört zu haben, dass es Snape versuchte. Wieder hielt er einen Moment stand, ehe erneut Bilder vor ihm auftauchten. Sie waren im Verteidigungsklassenzimmer. Er und Draco standen sich gegenüber. Harry war entwaffnet und Draco machte sich gerade über Sirius lustig. Harry konnte seine eigene Wut sofort aufwallen spüren und in dem Moment, als er seinen Stab wieder in den Händen hielt und Draco angriff, war das Büro wieder da. Er kniete wieder zitternd auf dem Boden.

„Das war wieder erbärmlich, Mr. Potter. Na los. Gleich noch mal." Harry spürte, dass Wut in ihm hoch kochte. Snape wollte ihn provozieren. Aber warum? Meinte der etwa es ging besser, wenn Harry wütend wäre? Das würde es doch nur noch schlimmer machen. Trotzdem versuchte Harry sich zukonzentrieren. Aber im Unterbewusstsein fragte er sich schon, was Snape ihm wohl noch alles zeigen würde. Kaum hatte er Snape gespürt, waren sie da. Die Bilder von Pembroke. Oder besser er stand Voldemort gegenüber und musste zusehen, wie dieser gerade die Kostprobe seiner Kräfte gab und Remus zu Boden streckte. „NEIN!"

Harry wusste dass er wirklich geschrieen hatte. „Na da sind wir ja auf dem richtigen Weg. Na los. Versuchen wir es noch einmal. Geben Sie sich Mühe", knurrte Snape, während Harry schwer atmend auf dem Boden kniete und sich mit aller macht dazu zwang, Snape nicht anzufahren. Er versuchte sich zu sagen, dass es genau das war, was Snape wollte, warum auch immer. Vielleicht hatten sie ja wieder einen Lauscher, oder Snape war in Voldemorts Augen noch nicht sadistisch genug zu ihm. Aber den Gefallen würde er Voldemort nicht tun. Er würde nicht ausflippen. „Bereit?", fragte Snape. Harry nickte nur, nachdem er aufgestanden war und seinen Geist geleert hatte, auch wenn ihm das von mal zu mal schwerer viel.

Das Büro blieb nur für Sekunden klar und dieses Mal bekam er einen Traum zu sehen, an den Harry nie mehr hatte erinnert werden wollen. Er musste mit ansehen, wie sein Vater sich mit allem was er hatte wehrte und dann doch starb. Harry schrie auf als James Potter vom Todesfluch getroffen wurde und mit einem Mal war er wieder im Büro. Schweiß rann ihm über die Stirn, sein Herz schlug ihm bis zum Hals und er saß wieder auf den Knien. „Dieser Verdammte Bastard", schoss es Harry durch den Kopf, während er bemüht war die Tränen zurück zu halten. Er blieb eine Weile regungslos sitzen um sich zu beruhigen.

„Geben Sie sich Mühe und Sie werden die Bilder nicht mehr sehen", sagte er nur und Harry erhob sich zitternd vor Wut und versuchte sich erneut zu konzentrieren. Er wusste das Snape weitermachen würde, egal was er sagte. Er versuchte all seine Gedanken wegzusperren, seinen Geist zu leeren, aber wirklich klappen wollte das nicht. Er war viel zu aufgebracht und wütend auf seinen Lehrer.

„Haben Sie es endlich?", fragte Snape genervt.

„Ja", antwortete Harry missmutig, aber es hielt wieder nur für einen Moment. Dann sah er wie er als Voldemort seine Mutter mit dem Todesfluch belegte. Wieder schrie er auf und das Büro wurde klar. Harry musste heftig husten, weil seine Kehle staubtrocken war und er kam nur mühsam wieder auf die Beine. Zorn bebte immer mehr in ihm. Aber er würde nichts sagen. Kein Wort würde über seine Lippen kommen. Er würde es ertragen und dann morgen mit Snape darüber sprechen. Heute würde das wahrscheinlich in einem Duell enden.

„Ich bin soweit." Sagte Harry wohl wissend, dass er es nicht war und dass er es auch nie sein würde. Und seine Gegenwehr war praktisch nicht mehr vorhanden. Sofort tauchten wieder Bilder auf. Es war dieses Mal wieder Pembroke. Überdeutlich sah er Remus in der Lache aus Blut liegen.

Immer wieder musste Harry es versuchen und immer wieder wechselten die Bilder. Sein Geburtstag, Pembroke, die Silvesterfeier, als Peter Remus beinahe erschossen hätte. Auch Sirius Tod kam dazu. Seinen Vorsatz nichts zu sagen hatte Harry aufgegeben und er bat nun schon zum vierten Mal: „Hören Sie auf. Ich kann es nicht." Seine stimme bebte vor Wut auf Snape, der ihm diese Qualen immer wieder antat.

„Hören Sie endlich auf zu betteln und geben Sie sich Mühe. Sonst werden Sie das nie lernen", erklang Snape Stimme hart und unerbittlich.

Harry konnte das Zittern vor Wut nicht unterrücken, als er aufstand und versuchte seinen Geist zu leeren. Aber ohne Erfolg. Wieder sah er seinen Vater sterben. Dann kam Sirius verschwinden durch den Bogen auch noch dazu, Voldemorts Angriff auf Remus an Halloween und zum Abschluss der Tod seiner Mutter.

Harry saß wieder auf dem Boden, als es aufhörte. Sein Atem ging Stockend seine Hände ballten sich wie von allein zu Fäusten. „Du elender Bastard", fauchte Harry stumm und im selben Moment gab es ohne Vorwarnung einen Ohren betäubenden Knall hinter ihm. Harry duckte sich aus Reflex, spürte Splitter um sich herumfliegen, dann war es Mucksmäuschenstill. Vorsichtig sah Harry hinter sich. Auf dem Platz, wo vorhin noch ein Schrank mit Phiolen, Flakons und Fläschchen gestanden hatte, lag jetzt ein Haufen Schutt aus Holz und Glasscherben, die Flüssigkeiten liefen über den Boden und versickerten in den Ritzen.

„Scheiße. Das war keine Absicht", sagte Harry und sah zu Snape, nur um dann den nächsten Schock zu bekommen. Sein Lehrer saß auf dem Boden, den Kopf vorn übergebeugt und die Haare hingen ihm ins Gesicht. „Professor?", fragte Harry leise. Snape reagierte nicht. Auf allen vieren Kroch Harry zu ihm rüber. „Professor Snape?", sagte er noch mal, ohne Reaktion. Vorsichtig strich Harry ihm die Haare aus dem Gesicht hinters Ohr.

Sein Lehrer hatte einige Schnittwunden an der Wange. Seine Hand, mit der er gerade das Haar des Lehrers berührt hatte, war blutig. „Na toll", grummelte Harry, es noch mal vorsichtig berührend. „Professor Snape", hustete Harry. Im selben Moment, wie er den Kopf des Lehrers am Kinn anheben wollte, ergriff eine Hand die seine.

„Wagen Sie es und Sie werden nie wieder auch nur eine Nacht mit Ihrem Werwolf verbringen können", knurrte Snapes Stimme.

„Schon gut", keuchte Harry und sah sich noch mal nach dem Schrank um. Der war aber nicht mehr zu sehen. Dicker schwarzer Qualm erfüllte das Zimmer und hatte sie schon fast eingehüllt.

„Wir müssen hier raus", hustete Snape und versuchte auf die Beine zu kommen, was ihm scheinbar schwer viel. Ohne zu zögern half Harry ihm.

Der Lehrer versiegelte die Tür hinter ihnen magisch und lehnte sich gegen die Wand, während Harry versuchte wieder Luft zu bekommen. „Severus. Was ist hier los?" fragte Dumbledore besorgt.

„Ein kleiner Unfall. Nichts von Bedeutung. Kommen Sie, Potter. Ich hab was gegen den Husten in meinen Räumen", knurrte Snape und Harry folgte ihm sich an der Wand entlang tastend, da ihm die Tränen in die Augen stiegen.

In den Privaträumen angekommen reichte Snape Harry einen Becher mit einer gelblichen Flüssigkeit. „Austrinken. Das wird helfen", stöhnte der Lehrer und Harry hörte deutlich wie Snape zu Boden sackte. Der Trank zeigte sofort seine Wirkung. Mit dem Ärmel wischte Harry sich über die Augen und sah, dass Snape sich schwer atmend gegen die Wand lehnte.

„Wie kann ich helfen?" frage der Gryffindor, seinen Umhang ablegend.

„Heilzauber. Medicari.", flüsterte Snape und Harry nickte. Behutsam suchte der in der schwarzen Haarmähne seines Lehrers nach der Wunde und richtete seinen Stab schließlich darauf. Es brauchte aber zwei Anläufe, bis die Platzwunde aufhörte zu bluten. „Blut…roter… Trank", sagte Snape leise.

„Alles klar", meinte Harry und zog die Schranktüren auf. Seit dem Letzen mal schien die Anzahl der Tränke sich verdoppelt zu haben. Zumindest hatte Harry den Eindruck.

Vorsichtig, um nichts zu verschütten hielt Harry die Kristallphiole dem Lehrer an die Lippen, der auch langsam schluckte. „Was ist mit Ihrem Gesicht?" fragte er dann.

„Ich sagte doch, dass Sie das nicht wagen sollen", knurrte der Lehrer schwach.

„Der silberblaue, Harry", sagte Dumbledore hinter ihnen und kam auf sie zu. „Severus. Was ist passiert. Das sah nicht nach einem bedeutungslosen Unfall aus. Außerdem hab ich Harrys Magie bis in Minervas Büro spüren können." Harry war sichtlich erstaunt darüber. Es war ja klar, dass er den Schrank gesprengt hatte, aber dass man seine Magie so weit spüren hatte können, war auch für ihn überraschend.

„Eine Sache zwischen mir und Potter, Herr Direktor. Wir werden das unter uns klären."

„Na gut. Aber ohne Zauberstäbe, Severus. Ihr werdet euch darüber unterhalten, nicht duellieren", sagte Dumbledore „Und Severus" fügte er im Gehen hinzu, „Lass dir von Harry dein Gesicht versorgen. Deine Verehrerinnen würden ihm wahrscheinlich sonst böse werden."

Snape knurrte etwas, aber Harry verstand kein Wort. Stattdessen ging er ins Bad und holte ein paar Kompressen und kniete sich dann zu Snape. „Wollen Sie selbst?" fragte er.

„Sehe ich so aus, als wenn ich das könnte", gab Snape zurück.

„Entschuldigung, ich wollte Ihnen nur nicht zu nahe kommen", meinte Harry genervt.

„Mein Stab. Die Splitter müssen zuerst entfernt werden", sagte Snape. Harry beobachtete, wie Snape mühsam und leicht zitternd an jeder Wunde einen Zauber vollzog. „Machen Sie", sagte er dann leise.

„Was sollte das eigentlich?" fragte Harry, während er vorsichtig die Flüssigkeit auf die Wunde tupfte. „Sie haben das doch sicher nicht gemacht, damit ich endlich Okklumentik lerne."

„Nein", meinte Snape. „Der Weg zu Ihrem Potential."

„Wie?", fragte Harry.

„Sie erkennen ihn nicht, weil es zu einfach ist", sagte Snape und zuckte leicht zusammen.

„Ich bin gerade nicht in der Stimmung für Ratespiele. Sagen Sie einfach was Sie meinen", bat Harry genervt.

„Liebe Harry. Der Zugang zu dem, was in Ihnen steckt, ist die Liebe", sagte Snape und schlug die Augen auf. Einen Moment lang trafen sich die Blicke, dann sagte Snape. „Helfen Sie mir auf die Couch. Sie haben sicher auch was abbekommen." Harry nickte und zog Snape auf die Beine. „Runter mit dem Hemd, Potter. Oder muss ich nachhelfen?", fragte Snape dann, als er auf der Couch saß.

„Ich dachte an so was hätten Sie kein Interesse", meinte Harry und knöpfte sich langsam das Hemd auf.

„Ich will auch keinen Stripties von Ihnen, ich will die Wunden behandeln. Ihr Hemd hat nämlich eine Menge netter roter Tupfer. Und ich lege keinen Wert darauf, mich mit Ihrem Schoßwolf anzulegen." Harrys Blick verfinsterte sich, aber er verkniff sich jeden weiteren Kommentar dazu.

„Was meinen Sie damit, der Zugang zu meinem Potential wäre die Liebe?", fragte er stattdessen. Snape seufzte.

„Denken Sie mal darüber nach. Wann trat das bisher auf."

„Das erste mal auf meinem Geburtstag", meinte Harry.

„Wann genau?" fragte Snape, während Harry Snapes kühle Hand über seinem Rücken spürte.

„Das wissen Sie. Als Remus verletzt wurde", grummelte der Gryffindor.

„Richtig. Wann das zweite Mal?", fragte der Meiser der Tränke weiter.

„Im Duell gegen Draco", antwortete Harry.

„Weil Draco von Ihnen verlangte, im Fall einer Niederlage den Ruf Ihres Paten für alle Zeit in den Dreck zu ziehen. Beim Dritten mal? Da war es wieder Lupin. Sie haben ihn für Tod gehalten. Wahrscheinlich das stärkste Zutage treten bis dahin. Denn Selbst der dunkle Lord war davon überrascht."

„Und warum in aller Welt haben Sie das jetzt gerade gemacht?", fragte Harry nachdenklich nach. Den Grund dafür hatte er nämlich immer noch nicht gesehen.

„Testen einer Theorie", war die Antwort und Harry fuhr herum.

„Sind Sie wahnsinnig? Sie wissen wie viel Macht in mir steckt, wissen das ich nur eine minimale Kontrolle darüber habe und Sie machen so etwas?", platzte er heraus.

„Zügle dein Mundwerk. Ich bin nicht so geduldig und nachsichtig wie Professor Dumbledore", mahnte Snape und drehte Harry wieder herum. „Ich war der Meinung, dass die Erinnerungen keinen so starken Ausbruch auslösen würden. Immerhin haben alle beteiligen es jedes Mal überstanden", sagte der Lehrer und Harry schnaubte.

„Meine Eltern sind tot."

„Da hast du Recht. Sie haben es nicht überlebt. Aber dein Freund und Black leben", meinte er und es herrschte einen Moment schweigen. „Ich hab nicht erwartet, dass es so heftig wird. Ich hab zum Schutz mehrere Schilde, auch Schwarzmagische zwischen uns aufgebaut. Sie sollten die Energie aufnehmen und ich habe noch nie gehört, dass jemand sie jemals überladen hat. Du hast das aber geschafft. Die überschüssige Energie hat mich gegen die Wand geworfen und auch den Schrank mit den Schülerarbeiten zerlegt." Harry schwieg weiter. Er musste das erstmal verdauen. Snape hatte ihn also wirklich provozieren wollen.

„Mit Verlaub, ich bin immer noch der Meinung, dass Voldemort sie ein paar Mal zu viel gefoltert hat, Sir. Das hätte auch schief gehen können", sagte er schließlich.

„Dafür hat es sich aber gelohnt. Die Liebe, die du für deine Freunde und deine Familie empfindest, ist der Schlüssel", sagte Snape, und setze hinzu. „Fertig. Du kannst dich wieder anziehen."

„Der Schlüssel?", fragte Harry während er sich das Hemd überstreifte und daran dachte, was Sirius wohl dazu sagte, dass er ihn schon wieder bitten musste ein Neues zu schicken.

„Gefühle beeinflussen die Magie eines jeden, und bei dir ist Zuneigung der Schlüssel zur Macht. Meditiere und denk dabei an die, die du liebst, dann wird es dir leichter fallen deine wahre Magie zu finden."

„Ich versuch es", meinte Harry und beobachtete Snape, wie er aus einem Schrank eine kleine Schachtel holte.

„Hier. Damit wird es dir leichter fallen. Ich bin mir sicher Ms. Granger wird schnell herausfinden wie es geht." Dann scheuchte der Tränkemeister Harry aus den Kerkern, mit der Anweisung, morgen um Punkt acht, wegen der Strafarbeit bei ihm zu sein.

Noch in den tiefen des Schlosses öffnete Harry das Päckchen. Darin lagen fünf Silberkugeln von der Größe eines Sickels und eine wachsfarbene Kerze. Vorsichtig nahm Harry eine der Kugeln in die Hand. Sie waren doch schwerer, als sie aussahen und entgegen Harrys Erwartung angenehm warm.

„Was hast du da?", fragte plötzlich jemand und Harry sah erschrocken auf. Draco lehnte lässig gegen die Wand und sah auf die Schachtel, die Harry in den Händen hielt.

„Professor Snape hat es mir gegeben", meinte Harry stirnrunzelnd und legte die Kugel zurück.

„Das ist eine Ruhekerze und das sind… Wow. Melodienbälle. Ich würde meinen, das ist ein Meditadie Set."

„Ein was?", fragte Harry. „Damit soll einem Meditieren leichter fallen", erklärte Draco.

„Du weißt wie es geht?" meinte Harry.

„Ganz einfach. Leg die Kugeln im Kreis um dich und entzünde die Kerze. Die Kugeln werden beginnen eine leise Melodie zu spielen, die entspannend wirkt, die Kerze tut den Rest. Damit ist eine tiefe Meditation möglich. Aber warum sollst du das denn machen? Sicher nicht um den Temperament zu zügeln, oder?" Harry grinste Draco an.

„Nein. Zügeln stimmt, aber nicht mein Temperament. Eher…" Harry sah sich kurz um und lehnte dich dann ganz dicht an Draco, „meine wilde Magie." Dem Slytherin entgleisten die Gesichtszüge und Harry machte sich grinsend auf den Weg in seinen Turm. „Behalte das aber für dich", rief er dann noch zurück.

Im Turm sahen Hermine und Ron Harry fragend an. „Alles klar?" fragte Ron.

„Bestens. Wir können auch gleich gehen. Ich muss mich nur eben Umziehen", meinte Harry und verschwand in den Schlafsaal. Das Meditadie-Set legte er obenauf in seinen Koffer. Er wollte sich da morgen Nachmittag mit befassen. Dann hatte er die nötige Ruhe hier oben.

„Wieso denn umziehen?", fragte Hermine verwundert als Harry sich die Schuluniform wieder überziehend nach unten kam.

„Es gab da gerade einen kleinen Unfall. Nichts Schlimmes. Hab nur den Schrank mit den Schülerabreiten zu Brennholz verarbeitet."

„Du hast was?", fragte Hermine entsetzt währen Ron: „Echt krass, Alter", sagte.

„Er hat mich gereizt und meine Kräfte haben sich selbstständig gemacht. Und bevor du was sagst, er hat das so beabsichtigt. Nur hat er nicht damit gerechnet, dass es so heftig ausfällt", erklärte Harry.

Auf ihrem Rundgang fanden sie nichts Außergewöhnliches. Nur das ihnen Scott begegnete und es nicht nur Harry war, der dem Lehrer einen ziemlich hasserfüllten Blick zu warf. Und auch die nächsten Stunden würde Harrys Verhalten gegenüber dem Lehrer sich nicht wesentlich ändern. Er behandelte ihn zwar mit Respekt, aber das war auch schon alles.

Als Harry am Abend nach dem Vorfall mit dem Trank das Büro des Professors betrat, waren mehrere Kessel in der Mitte aufgebaut, neben denen Arbeitsplatten in der Luft schwebten. „Nur hereinspaziert, Potter. Ich habe Sie schon erwartet. Sie werden sich um die drei Kessel links kümmern. Die Rezepte liegen auf den Tischen", wies Snape ihn an. Harry seufzte tief und warf einen Blick auf die Zettel. Alles samt waren Heiltränke. Lustlos und genervt vom Abend machte Harry sich daran die Zutaten zu zerkleinern. „Und? Haben Sie schon herausgefunden wie es geht?", fragte Snape.

„Draco war gestern Abend noch so nett es mir zu sagen. Erfolg hatte ich aber noch nicht", sagte Harry und hackte unerbitterlich auf die Alraune ein.

„Mehr Gefühl, Potter. Pflanzen sind auch Lebewesen", meinte Snape und bemerkte dann: „Es müsste eigentlich ganz schnell gehen auf diesem Wege. Aber ich rate Ihnen lassen Sie es keinen sonst wissen, was Sie da haben." Harry sah sich kurz zu seinem Lehrer um.

„Schwarzmagisch?", meinte er.

„Sagen wir einfach nicht ganz ungefährlich. Richtig verwendet kann man mit diesen Dingen jemanden in eine so tiefe Meditation schicken, dass er allein nicht mehr herausfindet. Lediglich ein paar Duftkräuter gehören noch dazu."

„Und was sagt Professor Dumbledore dazu?", meinte Harry.

„Ich würde es vorziehen, wenn er es nicht erfährt", sagte Snape und rührte in einem Kessel.

„Sie riskieren eine ganze Menge, Sir", stellte Harry fest und warf die Stücken in seinen Kessel, aus dem, wie angegeben, lilafarbener Dampf aufstieg.

„Das lassen Sie mal meine Sorge sein. Geben Sie sich nur Mühe und finden Sie schnell ihr Potential. Ich habe das Gefühl, dass wir es vor Ende des Jahres noch brauchen werden." Harry sah Snape fragend an, aber er bekam keine weitere Antwort mehr, also beschloss Harry es hinzunehmen und braute still vor sich hin. Aber so wie Snape, würde er sich nie dafür begeistern können. Zaubertränke war einfach nur das Zusammenmischen von Zutaten in einer gewissen Reihenfolge und unter Beachtung von Zeitabständen, nichts weiter. Er brauchte das… Zauberstabgefuchtel, wie es der Lehrer schon in der ersten Stunde die Harry bei ihm gehabt hatte, genannt hat. Und albern fand er das gar nicht.

So verbrachte Harry neun lange Abende im Kerker und braute die verschiedensten Tränke. Aber nicht ein Interessanter war dabei. Alles einfache Heiltränke, die ihm auch jedes Mal gelangen. Außerdem sprachen sie über seine Fortschritte mit der Meditation und am Samstag erklärte Harry dann, dass seine Gefühle für Remus von der Sehnsucht nach ihm überschattet wurden.

Für den Sonntag hatte Snape ihn schon nach dem Mittag zu sich bestellt. „Hier. Den brauen Sie", sagte der Lehrer nur und verschwand in die hinteren Räume. Es war ein einfacher Schlaftrank, der innerhalb von einer Stunde fertig war. Soviel hatte Harry in den vergangenen Tagen gelernt abzuschätzen und er wurde das Gefühl nicht los, dass Snape ihn das mit Absicht machen ließ. Denn bisher war die Strafarbeit immer das Sortieren und abwischen der Zutatenregale gewesen.

Als Harry grade fertig war, kam Snape auch wieder ins Büro. „Gut. Und nun holen Sie sich Ihren Tarnumhang Wir machen einen kleinen Ausflug", erklärte er.

„Wohin gegen wir denn?", fragte Harry, während er seinen Umhang aus der Tasche holte. Snape starrte das Stück Stoff nachdenklich an und drückte Harry dann eine Flasche in die Hand.

„Das werden wir Ihrem Freund bringen. Unter den Umhang nicht das Sie jemand sieht", wies der Lehrer in an und Harry überkam ein unendliches Glücksgefühl. Er folgte Snape, der eilig über das Gelände lief und ihm am Dorfrand seine Hand reichte.

Sekunden später standen sie auf einer Wiese, umgeben von einigen Büschen. In der Ferne konnte man den See erkennen und ganz in der Nähe war ein größeres Gebäude, scheinbar ein Hotel. Snape ging aber in die Gegenrichtung, zu einer weiteren Reihe von hochgewachsenen Büschen. Zu Harrys erstaunten stand dahinter ein Zelt.

„Lupin", knurrte Snape, aber es war Tonks, die den Kopf heraus steckte.

„Severus. Hallo. Remus ist gerade nicht da. Er holt ein paar Lebensmittel. Was wolltest du denn von ihm?"

„Etwas abgeben", zischte der Mann.

„Ach ja. Komm doch rein, er müsste gleich wiederkommen."

„Danke, ich hab noch andere Verpflichtungen", knurrte Snape.

„Na dann. Ich kann ihn Remus ja auch geben", sagte die Aurorin.

„Ich denke ich habe einen besseren Boten. Potter, ich erwarte Sie um Punkt sieben zurück am Tor. Der Schulleiter denkt Sie helfen mir bei einem größeren Einkauf", damit war Snape verschwunden.

„Po… Harry?", fragte Tonks leise.

„Ja. Rück mal zur Seite", flüsterte er und krabbelte in das Zaubererzelt, das einer kleinen Blockhütte glich und lies den Umhang fallen. „Nett habt ihr es hier."

Tonks starrte ihn aber verwundet an. „Snape hilft dir? Was ist denn in den gefahren?", fragte sie.

„Keine Ahnung. Und ich will es auch nicht wissen. Ich nehm es einfach hin. Wann kommt Remus denn nun wieder?" Tonks grinste verschmitzt.

„In ein paar Minuten. Soll ich euch Tee machen oder besser gleich das Schlafzimmer heizen?" Harry spürte wie er rot wurde und meinte.

„Mach Tee. Warm wird uns sicher auch so." Tonks kicherte verhalten.

„Schäm dich nicht, Harry. Remus hat auch Sehnsucht, wenn ich seine Träume richtig deute." Harry nahm am Tisch platz und sah Tonks fragend an. „Er spricht im Schlaf und das leise Stöhnen ist auch nicht zu überhören. Nur gut das Moody nicht auch noch bei uns schläft", kicherte sie.


Und? Was sagt ihr? War das ein tolles Weihnachtsgeschenk?

Nächste Woche kommt dann unser Moony wieder ins Spiel und es wird romantisch. Immerhin haben sie sich lang nicht gesehen und wenn Snape schon so großzügig ist, muss man das ja auch nutzen.

Aber das ist noch lange nicht alles. Lisa wird gerettet und unsere unbeliebte Wahrsagerin macht eine erneute Prophezeiung, deren Verwirklichung Harry verhindern will. Ob ihm das wohl gelingt?

Ihr erfahrt es noch in diesem Jahr, immerhin haben wir noch einen Samstag,
bis dahin alles gute
Eure Imo