Seraph: Ich weiß jetzt so aus dem Stegreif gar nicht, ob noch ein Quidditchspiel kommt in den letzten 30 Chaps... Aber ich glaub wage schon... Egal. Thx fürs Review. Lg :)
Chap 52: Deep Dusk II
"James Potter!" versuchte es Sirius aufs neue, als ihm das Warten zu viel wurde und er es satt hatte tatenlos dazu siten, doch Jamess Gesicht erschien auch jetzt nicht im Spiegel.
"JaMES Potter?"
Nichts.
"JAmes Potter?"
Nichts.
"JAMES Potter?"
Nichts.
"James POtter?"
Nichts.
"James PotTER?"
"Was zum Hippogreif machst du da?" fragte Anna unglaubig. "Glaubst du James reagiert, wenn du seinen Namen zerhackst?"
"Man, mir war langweilig," grummelte Sirius während er den Zweiwegspiegel wütend wieder zusammen drückte und auf das Sofa niederschmiss.
"Verdammt! Wieso geht er nicht ran? Merlin noch mal!"
"Er hat ihn in seine Tasche gesteckt, Sirius und beim gehen die Tasche verkleinert. Da kann er dich nicht hören..."
"Super, fantastisch, Toll!" jubelte dieser auf Annas Erklärung sarkastisch auf.
"Wozu trägt man einen Zweiwegspiegel, wenn man nicht erreichbar sein möchte?"
"Ich glaub nicht, dass er es mit Absicht in seine Reisetasche getan hat, Padfoot," verteidigte Remus ihn nachdenklich.
"Er sah gestern Abend ziemlich geschafft aus. War mit den Gedanken beim Packen wohl ganz woanders."
"Wie geschafft?" fragte Anna besorgt.
"Naja, Müdigkeitserscheinungen... Ist mir schon beim Spiel aufgefallen und gestern Abend bei der Party sah er auch nicht mehr ganz gut aus. Hat nicht ganz verstanden was ich ihm sagen wollte und immer nur: HÄ! erwidert."
"Wieviel Butterbier hat er gestern Abend getrunken?" fragte Anna misstrauisch. Dummerweise hatte sie ihn gestern Abend nicht wirklich beobachtet. Seit dem der Ponester James die schwarze Magie aufgesaugt hatte dachte sie, dass das schlimmste vorerst vorbei war. Offensichtlich nicht, denn diese Müdigkeitserscheinungen waren im Normalfall der Vorbote vom dunklen Mal.
"Hm... einige Flaschen? Habs nicht mitgezählt, aber jedesmal wenn ich hinsah, hatte er ne neue in der Hand."
"Was heißt einige Flaschen, Moony? Prongs verträgt ziemlich viel und er wird so leicht nicht stockbesoffen."
"Er war auch nicht betrunken," erklärte dieser ruhig. "Eher... ziemlich müde..."
"Müde... " wiederholte Anna leise murmelnd vor sich hin. Sie machte sich große Sorgen um ihn... Zuerst Tricia, nun er. Sie hatte nicht mit Mr. Potter reden können, aber sie wünschte sich sie könnte es. Es musste ihm wirklich ziemlich mies gehen... Selbst wenn sie ihn erreichen könnte, er würde nicht mit ihr reden wollen. Er hasste sie nachdem was passiert war... Sie konnte es fühlen, wie er auf Abstand zu ihr gegangen war... Mr. Potter tat ihr Leid, denn dieses Debakel hatte er nicht verdient... Nicht er...
"Was glaubt ihr wer es war?" fragte Lilli verunsichert in die Runde. Je länger die Freunde so stillschweigend da saßen und lange Gesichter zogen, umso mehr wuchs auch ihre Angst um den gemeinsamen Freund. Der Gedanke, dass ihm wirklich etwas passiert, nagte an ihr jede Sekunde, die verging.
"Vielleicht Vol-Voldemort?!"
Diana und Remus hatten sie verängstigt angesehen, während Anna und Sirius nur ungewiss die Schultern zuckten.
"Eigentlich wärs ja gut, wenn er es ist."
"Hast du ne Vollmaise?!" raunzte Sirius Anna ungewollt an.
"Mensch, ich meinte damit doch nicht, dass es gut ist dass Voldemort ihn entführt hat, aber er wird James nichts tun! Er braucht ihn und bis dahin muss er ihn am Leben lassen."
"Nicht unbedingt," ging Sirius dazwischen. "Du hast damals selbst gesagt, dass er nicht zwangsweise euch beide braucht. Einer reicht ihm auch aus, nur wird dieser aber bei dem betreten getötet."
"Ja, es existiert jedoch ein großes Aber... Lils, ich denke, James hat es dir gestern Abend erzählt?"
"..." Sie nickte stumm.
"Was hat er erzählt?" fragte Diana verwirrt, woraufhin Remus ihr deutete still zu sein.
"Die Macht die jetzt auf AngelsCove lagert ist noch immer White Breath und in diesem Zustand nützt sie Voldemort nichts. Er braucht sie als DarkBreath und dazu braucht er James, weil er der Erbe von Gryffindor ist und als einziger die Macht umwandeln kann."
"Wieso kann es nur James tun?" fragte Remus.
"Weil Gryffindor dies mit als Zauber auf AngelsCove gelegt hatte als er WhiteBreath darin wieder einschloss. Allein der letztgeborene Ahne darf das WhiteBreath in sich tragen. James muss sozusagen noch leben, wenn Voldemort die Macht aus AngelsCove entnimmt und dazu muss noch ein BlackHeart anwesend sein, um die Pforte zu öffnen. Ergo: So lange er nicht mich hat, wird James am Leben bleiben."
"Ja, bleibt nur die Frage wie," unterbrach Sirius sie mit grimmigen Gesicht.
"Du glaubst doch wohl nicht wirklich, dass er seine Gefangenen auf Rosen bettet und ihnen zum Frühstück Guten Morgen Lieder singen wird?!"
"Wenigstens können wir uns sicher sein, dass er nicht sterben wird... "sagte Anna ohne auf Sirius Vermutung eingegangen zu sein. Sie wollte gar nicht erst darüber nachdenken, was er alles durch leiden könnte.
"Wenn Voldemort James hat, warum unternimmt Dumbledore dann nichts?"
"Ich denke, er tut es gerade, Sirius," verteidigte Anna ihren Urgroßvater mit ruhiger Stimme. Sie verstand schließlich auch, warum Sirius so aufgebracht war. "Er wird uns schon benachrichtigen, wenn er etwas herausgefunden hat."
"Ich weiß nicht," widersprach er ihr grimmig. "Mir wärs lieber, wenn wir auf eigene Faust nach ihm suchen würden."
"Ich weiß," flüsterte Anna, als sie näher rückte, ihre Arme um seine Schulter legte und ihn ganz nahe zu sich zog.
"Mir wärs auch lieber... aber wir wüssten nicht mal wo wir jetzt suchen sollten. Außerdem gibt es für uns in diesem Moment keine Möglichkeit das Hogwartsgelände zu verlassen ohne dass einer der Lehrer uns erwischt und... wenn wir jetzt gehen, dann werden wir niemals das erfahren, was die Auroren herausgefunden haben. Wer weiß, vielleicht stürmen sie gleich herein und haben James sicher und heil bei sich..."
"Ja... genau..."
Und obwohl es gesagt wurde, so glaubte sie doch nicht daran. Sie sahen zum Porträt rüber, der nicht zur Seite schwang, der niemanden herein ließ, der ihnen die Angst nahm. Nach diesem Satz hatte irgendwie keine noch große Lust etwas zu sagen oder seinen Senf dazu abzugeben. Selbst Lilli hatte keinen von ihnen mehr angesehen. Ihre Sorge galt allein James. Schon allein wenn sie daran dachte, was Voldemort alles mit ihm anstellen könnte, brachte eine neue Welle von stürmischen Gefühlen über sie herein, die sie nicht verstand. Es war Sorge, Angst, Trauer, Reue, Nachdenklichkeit, Erschöpfung und noch sovieles mehr...
Der Portschlüssel brachte sie auf das Potteranwesen mitten in dessen Wohnzimmer wieder an. Es hatte sich nichts verändert... Alles war noch genau so wie damals als er es verlassen hatte und irgendwie beschlich ihm das Gefühl, dass seine Eltern nicht wirklich im Haus gelebt haben als er fort ging. Wie sehr müssen sie sich in ihrer Arbeit gestürzt haben, um zu vergessen, dass sie noch ein Privatleben besaßen?
"Wo ist Mum?"
"Im Ministerium. Sie versucht näheres über Tricia's Verschwinden herauszubekommen."
"... Okay... Ich... Ich geh dann erst mal hinauf, auspacken."
"Tu das," antwortete Michael Potter kühl. James nickte verstehend und ging mit der Tasche in seinen Händen nach oben. Das Haus war leer... Es war früher schon oft leer gewesen, aber zumindest war Tricia ab und zu da oder zumindest ein Elternteil. Jetzt war alles so leer bis auf sein Vater und ihn...James öffnete die Tür zu seinem Zimmer und ließ seine kleinegezauberte Tasche aufs Bett nieder. Er nahm seinen Zauberstab und vergrößerte die Tasche wieder. Er hatte gerademal den Reisverschluss geöffnet als er die gesamte Tasche einfach auf den Boden schmiss und sich auf sein Bett stürzte. Er war so müde und erschöpft... Er fühlte sich so kränklich als ob jemand mit nem Schläger den gestrigen Abend auf seinen Körper geschlagen hätte damit er sich jetzt auch ja keinen Millimeter mehr bewegen kann. Wie konnte es nur soweit kommen? Wie konnte aus einer damals so glücklichen und festen Familie... etwas so zerbrochenes wie heute werden? Wenn Lilli und er doch noch zusammen kommen sollten, so schwor er sich, würde er niemals zulassen, dass sie so unglücklich zusammen leben würden. Er würde alles tun um sie zum lachen zu bringen und sie glücklich zu sehen... wenn sie danach nur zusammen kommen würden. Dachte er früher stets, dass er alles unter Kontrolle hatte und mit Lilli durchaus eine normal funktionierende Freundschaft führen könnte, so hatten ihn die letzten Wochen eines besseren belehrt. Noch nie zu vor in seinem Leben war er so verliebt in sie gewesen wie jetzt und mittlerweile schmerzte der Gedanke an seine schwarze und hoffnungslose Zukunft so sehr, dass er am liebsten laut geschrieen hätte. Allein bei dem Gedanken an die unendliche Einsamkeit, die ihn erwartete wollte er nichts als einschlafen. Wenn er schlief, dann spürte er nichts vom Leid, nichts von den Gedanken und Zweifel, die ihn quälten. Er bekam Kopfschmerzen und ein drückendes Gefühl auf seinem Herzen und beides wollte er einfach nur abschalten, indem er an nichts dachte und alles auslöschte, was ihn sorgen bereite.
Tock,tock
"James?"
Das war sein Vater. Schwermütig richtete er sich wieder auf und zog sich an die Wand hinter.
"Komm rein."
Sein Vater war mit einer dampfend heißen Tasse herein gekommen und hatte sich damit zu ihm hingesetzt.
"Siehst ziemlich erschöpft aus."
"... Ja..." sagte er verunsichert über die Art, dass sein Vater so auf ihn zukam.
"Bin auch ziemlich erledigt. Gestern war das Quidditchspiel."
"Und habt ihr gewonnen?"
"Ja, haben wir... Dank Anna und Padfoot."
"Hier, ich hab dir einen heißen Tee gemacht"
"... Tee?... "
"Ja, dient zur Beruhigung und Stärkung."
"Aha... Ähm... Danke."
"Solltest dich etwas ausruhen. Wenn deine Mutter dich so sieht, wird sie sich noch mehr unnötige Sorgen machen."
"Mhm... was ist nun mit Tricia?"
Er nahm die Tasse in die Hände, hatte aber keinen Schluck daraus getrunken. Er roch irgendwie nach Medizin und war auch noch viel zu heiß, um ihn schon zu trinken. Außerdem schien sein Vater endlich etwas offener zu werden, zumindest bemerkte James verwirrt, dass er die Nähe seines Sohnes suchte. Er hatte sogar nach dem Quidditchspiel gefragt, noch vor einiger Zeit hatte er nicht mal einen Kommentar dazu abgegeben. Somit nutzte er die Gelgenheit, um mehr mit seinem Vater zu sprechen, bzw. um herauszufinden was nun mit seiner Schwester passiert war.
"Sie wird noch immer vermisst... Mehr kann ich dazu nicht sagen. Alle verfügbaren Auroren suchen nach ihr, aber bisher verlaufen die Spuren immer wieder in einer Sackgasse."
"... Glaubst du... glaubst du, sie lebt noch?"
Sein Vater zuckte nur mit der Schulter.
"Keine Ahnung, James... Ich bin ganz ehrlich zu dir. Ich glaube nicht, dass sie noch lebt."
Obwohl er vorher schon damit gerechnet hatte und auch keine große Hoffnung um das Überleben seiner Schwester besaß, so waren diese hart gesprochenen Worte von seinem Vater wie ein Schlag ins Gesicht.
"Wieso?" fragte er trotzdem nach. Der Tee kühlte langsam ab...
"Weil es wohl Malfoy's Verdienst ist, dass sie verschwunden ist. Wir haben seit Ewigkeiten keinen Kontakt mehr zu deiner Schwester, obgleich es von ihr aus ist oder gegen ihren Willen war. Ich habe versucht mit ihr zu reden..."
"Und?"
"Sie wollte mich nicht sehen. Hat es auch selbst gesagt und stand mir auch selbst gegenüber... Sie wirkte nicht so, als ob sie unter den Imperius-Fluch stehen würde. Es war ihr freier Wille nicht mit mir zu sprechen. Andererseits weiß ich nicht, wie sie auf dich reagiert hätte."
"Wieso auf mich?"
Michael Potter verzog leicht das Gesicht und drückte James Tasse, die er in seiner Hand hielt noch mal näher an seinen Mund.
"Trink... Der Tee wird sonst kalt."
"Oh... ja... entschuldige."
James nahm einen Schluck daraus und verzog angewidert das Gesicht. Das Zeug hatte vom Geschmack her herzlich wenig mit einem Tee gemeinsam. Es schmeckte wie pure Medizin gegen Verletzungen, die Madame Pomfrey immer verabreichte.
"Igitt!"
"Es wird dir gut tun," sagte sein Vater zufrieden. .
"Wieso sollte Malfoy Tricia eigentlich töten? Gerade jetzt? Er hatte doch lang genug Zeit. Die beiden sind ja nicht erst seit eben ein paar. Glaust du, es hat etwas mit Angels Cove zu tun?"
"Ja... das kann sein."
Merkwürdig... alles in seinem Blickfeld verschwamm langsam und er fühlte sich fast ein wenig betrunken. Er konnte sein Gleichgewicht nicht mehr halten und auch die gesamte Kraft schien ihn zu verlassen. Er fuhr mit der freien linken Hand an seine Stirn und stützte sie als das Schwindelgefühl über ihn kam. Er hörte Sirius Stimme, nach ihm rufen. Nicht weit weg von ihm entfernt... Der Zweiwegspiegel...
"Dad..."
"Ja, James?!" hörte er die Worte seines Vaters, bevor ihm auch das atmen schwer fiel und jede Bewegung ins Unmögliche rutschte.
"Dad... Ich... fühl mich nicht besonders... gut..."
Geräusche ertönten im Hintergrund. Jemand war zurückgekommen, denn James konnte den Kamin im Wohnzimmer hören wie jemand herauspolterte. Er vernahm zwei Stimmen... die seiner Eltern... seiner Eltern? Seiner Eltern?
"Dad?!" fragte er nochmal, bevor er kraftlos die Tasse in seiner rechten Hand fallen ließ und diese am Boden in duzend Scherben zerbrach.
"Mir ist... schlecht..."
Mit diesen Worten brach er in den Armen des Mannes zusammen brach, der ihn aufgefangen hatte, bevor er zu Boden fallen konnte.
"Es tut mir leid, aber das ist das beste für dich," hörte James die Stimme sprechen, die kälter und tiefer klang als die seines Vaters. 'Lilli... ' war das letzte an dass er dachte bevor das Gefühl in seinem Inneren verschwand und alles um ihn herum in einer tiefen dunklen Dämmerung versank. '...Ich liebe dich...'
"Verdammt," fauchte Sirius ungeduldig und klappte den Spiegel aufs neue zu.
"Immer noch nichts?" fragte Lilli besorgt. Er schüttelte niedergeschlagen den Kopf und lehnte sich müde an die Lehne hinter.
"Och, Sirius..." sagte Anna traurig und nahm ihn tröstend in die Arme... Das ganze wurde von Sekunde zu Sekunde aussichtsloser und während sie ihn so fest in ihre Arme schloss um ihn zu beruhigen, da spürte se etwas... etwas ganz merkwürdiges, als ob ein Teil von ihr... plötzlich weg wäre. Sie blickte zu Lilli rüber, die dasselbe gefühlt zu haben schien, denn auch ihr Ausdruck hatte sich erschrocken verändert und sie sah aus als ob ihr Herz schmerzte...
Maria und Michael stiegen aus dem Kamin aus, direkt hinter ihnen Alastor Moody.
"Wie kann es sen, dass alle Portschlüssel in die falsche Richtungen wiesen?" raunzte Michael wütend.
"Alastor, sie müssen irgendwo rausgekommen sein. Es kann nicht sein, dass man bei keinem einzigen Portschlüssel Spuren von ihnen gefunden hat. Voldemort mag mächtig sein, aber selbst er ist nur ein Zauberer. Es muss Spuren geben."
"Einer der Portschlüsse führte noch hier in euer Haus zurück."
"In unser Haus?!" fragte Michael verwirrt auf Moodys verdacht hin. "Wieso sollten sie einen Portschlüssel hier her auf-"
Das Geräusch der Tasse, die am Boden zerbrach war zu hören. Alle drei sahen einander zuerst misstrauisch an, dann zückten sie ihre Zauberstäbe und rannten hinauf. Michael wusste nicht womit er zu rechnen hatte, doch als sie oben ankamen stand die Tür zu James Zimmer einen Spalt weit offen. Man konnte die Scherben des Porzellans auf dem Boden liegen sehen und ein Panikgefühl kroch in ihm hoch.
"Ich mach das," sagte Moody als er an ihnen mit gezogenem Zauberstab vorbei ging und ins Zimmer stürmte. Sein Blick sprach Bände und Maria zögerte nicht ins Zimmer hineinzuschreiten. Er sah wie sie die Hand seines Jungen nahm und den Puls fühlte und dann... dann hörte er wie sie aus Verzweiflung aufschrie und wie sie zu Boden sank. Er sah wie Moody ihr seine Hände auf die Schulterblätter legte und versuchte sie zu trösten. Michael traute sich nicht die Schritte in das Zimmer zu gehen, das zu sehen, wovor er all die Jahre Angst hatte. Schritt für Schritt ging er auf sie zu und als er schließlich hinein kam, da konnte er nicht anders, als auf den leblosen Körper seines Sohnes zu starren.
"James..." flüsterte er mit leiser Stimme. Er spürte Moody's Hand, die sich nun auf seine Schulter legte und versuchte ihm Trost zu spenden, doch keine Geste der Welt hätte Michael in diesem Moment geholfen. Er stand einfach nur da, starr vor Schreck, Panik und Angst. Sein Sohn, sein einziger Sohn lag vor ihm auf seinem eigenen Bett, in seinem eigenen Haus und war tot... die Tasse, die Flüssigkeit am Boden, der Geruch ließ sie alle erahnen dass es Gift gewesen war. James wurde umgebracht, in seinem eigenen Haus, da, wo er immer unendlichen Schutz bekommen sollte, wo ein weißer Zauber ihn immer am Leben hielt... alles war verloren, alles war schief gelaufen... Maria weinte, sie weinte so bittere Tränen, aber Michael konnte nicht. Keine einzige Träne lief ihm über die Wange, kein einziges Gefühl kam mehr über sein Herz. Er nahm einen tiefen Atemzug, bevor er hinaus schritt und sich vor dem Zimmer mit dem Kopf an die Wand lehnte. Er schlug ihn darauf, er wollte Schmerz spüren, Leid, irgendein Gefühl! Aber ganz egal wie sehr er seinen Kopf an die Mauer schlug. Er spürte nichts... nichts ausser einer tiefe Leere, die ihn vollständig eingenommen hatte. Er hörte Maria weinen, schluchzen wie noch nie zuvor. Er sah wie Moody sich zu ihr hinabbeugte und versuchte sie zu trösten. Es würde nichts bringen... Wie konnte er zulassen dass sein Sohn starb? Hier? In seinem eigenen Haus? Wieso konnte er nicht besser aufpassen, wieso? Wieso? Wieso? Wieso? Michael schlug mit der Faust gegen die Wand, immer und immer wieder. Schmerz und Leid. Er wollte es spüren, wollte wissen, dass er noch lebendig war und lebte. Nichts... Nur diese ewige Leere, die sein Sohn mit seinem Tot in ihm geschaffen hatte.
Michael und Maria waren zu geschockt, um etwas zu tun, somit hatte Moody alles in die Hand genommen. Er ließ einen Heiler aus dem St. Mungo's kommen, der ihnen bestätigte, dass James tot war. Dass sein Körper keine Anzeichen mehr von Leben gaben. Dann nahm er Kontakt mit Hogwarts auf, wo Dumbledore die Nachricht entgegen nahm und es zuerst McGonagall und Jaivenko mitteilte. Dann schritt er mit langsamen Schritten auf den Gryffindorgemeinschaftsraum zu. Etwas, dass er nie sehr oft tat, sich in die Räume von den Schülern zu begeben. Aber hierbei musste es sein... Kaum, dass er durch das Porträt gestiegen war, sah er sich Anna, Sirius, Remus, Peter, Diana und Lilli gegenüber, die von den Sofas vor dem Kamin sofort aufgestanden waren als sie ihn sahen. Die Blicke der gesamten Schüler ruhten auf ihn. Als Anna Dumbledore's Blick suchte, ihr Urgroßvater ihr aber partout ausweichte, verstand sie das, was noch nicht mal ausgesprochen war. Etwas schreckliches war passiert und sie konnte die Trauer spüren, die von ihm ausging.
"Professor Dumbledore?... Was ist passiert?" fragte Lilli für alle vorsichtig. Auch ihre Stimme klang bereits gebrochen. Der Direktor zögerte eine Minute bevor er seinen Blick auf Anna wandte und sie bei den Worten tief ansah, tief, in dem Versuch sie dabei auch noch zu trösten.
"Es tut mir leid... aber..."
"Was ist mit Prongs, Sir?!" hackte Sirius nach, da Dumbledore einfach nicht sprechen wollte. Er gab abgehackte Sätze von sich, machte lange Pausen in denen er einfach nur die Stille herrschen ließ.
"Ist er... verletzt?!" fragte Anna schließlich, aber Dumbledore schüttelte den Kopf. Man konnte sehen wie er versuchte eine Träne wegzublinzeln, die einfach so in den Augenwinkeln erschienen war. Welch eine Seltenheit bei einem so starken Zauberer wie Dumbledore es war.
"James... ist tot..."
"W...Was?!" fragte Peter als einziger, der noch sprechen konnte. Alle anderen konnten entweder nichts mehr sagen oder sie scheiterten bereits bei dem Versuch nur den Mund zu öffnen und ein Wort herauszulassen.
"Wie?!" fragte Anna nach einer Weile, in der man ihnen Zeit gegeben hatte, sich zu fangen. Es war schlimm... Bisher hatte sie ihre Gefühe immer unter Kontrolle, ließ auch das was andere fühlen nicht an sich ran, aber jetzt war es anders. Sie spürte Leid, spürte die Trauer, das Unverständnis und den Schmerz von all ihren Freunden und es schien sie innerlich zu zerreissen.
"Alastor Moody hat mir gerade mitgeteilt... dass seine Eltern ihn... tot in seinem Zimmer auffanden."
"In seinem Zimmer?!"
"Ja... Er wurde offensichtlich vergiftet. Ein Heiler vor Ort hat dies bestätigt."
"Vergiftet..."
"Von... von wem?!" fragte Sirius fassungslos.
"Man hat keine Spuren gefunden. Aber wir werden denjenigen finden, der das war... Darauf könnt ihr euch verlassen... Ich wünschte, ich könnte euch die Zeit zum trauern geben und müsste das nicht sofort ansprechen. Aber das Gift, dass James verabreicht wurde, wird seinen Leichnam sehr schnell töten. Seine Eltern wollen daher schnellstmöglich den Leichnam bestatten. Lilli... da du Schulsprecherin bist... würde ich es wünschen, dass du eine Rede beim Begräbnis von ihm sprechen würdest. Stellvertretend für die gesamte Schule? Ich denke auch, dass du es selbst wünscht, bei der Beerdigung mit dabei sein zu können?"
"..." Sie nickte ohne eigentlich realisiert zu haben, mit was sie sich da einverstanden gab.
"Gut... Ich stehe selbstverständlich für euch zur Verfügung, wenn ihr reden wollt. Aber ich denke, ihr wollt das Geschehene erst mal unter euch verarbeiten."
Sie nickten alle verstehend woraufhin Dumbledore sich schließlich umdrehte und hinaus schritt.
"Das ist nicht wahr oder?!" fragte Sirius sofort, kaum dass das der Schulleiter draußen war. Anna schritt auf ihn zu und nahm ihn so fest sie konnte in die Arme. Sie konnte spüren, wie aufgelöst und verwirrt er war. Sie selbst zitterte vor Angst und Trauer am ganzen Körper und ihn einfach nur zu halten und fest in ihren Armen zu drücken gab ihr zumindest etwas an Halt in dieser schweren Zeit.
"Das kann nicht wahr sein," wiederholte Sirius mit unfassbarer Stimme. Es schien als ob er das ganze noch nicht realisiert hatte und ein Blick auf Lilli ließ Anna erkennen, dass auch sie die Worte, die Dumbledore eben von sich gegeben hatte, noch nicht ganz akzeptiert zu haben schien. Sie hatte sich einfach nur wieder aufs Sofa fallen lassen und angefangen das Feuer anzustarrten. Selbst Remus war zu geschockt, um etwas tun zu können, aber wenigstens schien Diana ihn beruhigen zu können. Anna sah erleichtert zu, wie diese ihn in ihre Arme geschlossen hatte und beruhigend über den Rücken strich. Sie hatten an diesem Abend nicht wirklich viel gesprochen. Auch Alice und Frank traf die Nachricht schockierend. Während Diana zurück in ihren Gemeinschaftsraum kehrte, bat Anna Alice ein wenig auf Lilli aufzupassen während sie die Nacht über schlief. Sie selbst würde bei Sirius schlafen um ihn, Remus und Peter etwas betreuen zu können. In ihrem Zustand wusste sie nicht zu was sie fähig waren und zu was nicht. Es war ihr lieber, wenn sie ein Auge auf sie hatte. Die Nacht wurde tiefer, wurde dunkler, wurde stiller...
"James... James, wo bist du? James... Du kannst nicht gehen... bitte. Ich brauche dich... Ich liebe dich doch..."
Eine kleine Träne rollte über Lilli's Wangen im Schlaf und bahnte sich den Weg auf die Bettdecke rauf.
"Lilli? Bist du das? Lilli, wo bist du? Lilli?!"
"James!" rief Lilli als sie mit geweiteten Augen aufwachte und sich starr wie eine Kerze auf ihrem Bett aufrichtete... Seine Stimme... war so real und echt... Sie atmete flach, ihr Herz raste, ihre Lippen waren trocken... Sie war allein... Alice schlief und hatte nichts von ihrem Ausruf bemerkt. Lilli spürte die seidenen schweißperlen an ihren Fingern, spürte die brennende Hitze in ihrem Innerne, die sie zu verbrennen schien. Sie ließ sich wieder auf das Bett nieder und starrte die Decke an...
"James?! Habe ich mir das nur eingebildet?" Eine quälende Frage angesichts dessen, dass seine Stimme so verloren und verängstigt klang... An diesem Abend fand sie keinen weiteren Schlaf mehr...
