Kapitel 50: Vergangenes?

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Es wären nur einige Umdrehungen und sie könnte es verhindern. Sie würde die Zukunft verändern, aber was wäre daran schon schlimm? Sie drehte den Anhänger in ihren Händen. Was wäre wenn sie den Zeitumkehrer nutzen würde?

Ihr Name wurde aufgerufen. Stolz ging sie zu dem Podest und bedankte sich höflich. Sie schaute in die Menschenmasse. Sie spürte die schwere des Pokals in ihrer Hand, es war angenehm. Sie sah zu ihren Bekannten. Hagrid lachte breit über sein Gesicht und applaudierte ihr stolz, ihre Schulleiterin nickte anerkennend und auf ihren dünnen Lippen hatte sich ein kleines Lächeln ausgebreitet. Und Professor Snape? Er lächelte stolz. Sie bedankte sich abermals bei allen und ging zu ihren Begleitern. Voller Freude nahm Hagrid sie so in den Arm dass sie keine Luft mehr bekam. Dank einer kleiner Notiz, die sie von einem Unbekannten bekommen hatten, hatten sie schon in der Pause gewusst das Mulciber sich unter der Jury befand und ihn getötet. Sie hatten seinen Plan gestoppt Voldemort wiederzubringen und apparierten nachdem Wettbewerb nach Hogwarts, wo Harry und Ron sie empfingen und ihr gratulierten. Snape würde ein ganz normales Leben führen können.

Was sollte so verkehrt daran sein ihn jetzt zu benutzen? Ein besseres Leben für andere zu garantieren? Ein Leben ohne Zwang, ohne Schmerz? Was konnte daran falsch sein. Mittlerweile liefen ihr nur noch einzelne Tränen über die Wange. Sie schaute den Zeitumdreher genau an. Es war unfassbar was so ein kleines Ding alles verändern konnte. Es würde niemand herausfinden. Es war so verlockend. Nur wenige Bewegungen. Ein Zittern ging durch ihren Körper. Langsam fing sie an die Kälte zu bemerken, sie kroch durch ihren Körper, sodass sie bald nicht mehr aufhören konnte zu zittern und doch wollte sie hier nicht weg. Hier schien die Zukunft eine Eventualität zu sein. Nicht bestimmbar, leicht veränderbar und vor allem lag sie in ihren Händen. Wie würde es werden wenn sie einfach nichts tun würde?

Sie saßen auf Stühlen. Sie zwischen Ron und Harry. Harry hatte seinem Am um sie gelegt und redete tröstend auf sie ein. Es waren nicht viele anwesend. Ein paar Lehrer und Slytherinschüler, die alle nach vorne starrten und der Rede der Schulleiterin folgten. Sie redete von einem tapferen Mann, der für sie gestorben war. Einen Meister der Tränke, der sein Wissen hatte weitergeben wollen. Der dunkle Sag mit dem grünen Tuch drüber wurde in die Erde gelassen.

Nein, so durfte das nicht enden. Er würde nicht sterben, da sie ihre Schuld rückgängig machen würde. 5 oder 6 Umdrehungen würden schon reichen. Sie war grade dabei die erste auszuführen, als sich eine Hand um die ihre legte. ,, Tu es nicht´´. Hermine wollte erst ihren Kopf heben, doch sie ließ es bleiben. Sie spürte wie ihr Gesicht mittlerweile voller Schlamm auf der Seite war auf der sie lag. Ihre Tränen hatten die Erde etwas aufgeweicht und außerdem hatte es angefangen zu regnen. ,, Wieso?´´, fragte sie in einen Schluchzer hinein. Sie spürte, dass er sich neben ihr auf den Boden setzte. ,, Erinnerst du dich nicht daran was man über Zeitumkehrer sagt? Sie sind gefährlich, da sie einem zu viel Macht geben. Mit ihnen kann man die Entscheidungen anderer Leute rückgängig machen, aber somit beeinflusst man auch ihren freien Willen. Es ähnelt einem Fluch´´, seine Stimme war ruhig und geduldig. ,, Was ist daran so schlecht ein Leben zu retten?´´, ihre Stimme brach beinahe bei jedem Wort. ,, Du weißt jetzt noch nicht ob du es rettest. Es gibt viele Möglichkeiten, die wir nicht alle bedenken können´´. Sie ließ seine Worte auf sich wirken. Hermine wollte niemanden seinen freien Willen nehmen, doch wollte sie auch nicht noch einen Menschen verlieren. Sie setzte sich auf und wischte sich den Schlamm von ihrer Wange. Der Regen fiel weiter auf die Erde und durchweichte sie immer weiter. Ihre Kleider hingen schwer an ihr. ,, Wieso willst du es tun?´´, fragte sie leise und traute sich nicht in sein Gesicht zu schauen. ,, Ich habe vor langer Zeit ein Versprechen gegeben das ich halten möchte´´, seine Stimme klang traurig. ,, Welches?´´, fragte sie neugierig und schaute ihn vorsichtig an. Seine Haare klebten an seinem Gesicht und sein Umhang war von Matsch getränkt. ,, Es ist nichts worüber ich rede´´, antwortete er barsch und wandte sein Gesicht schnell ab, wie um etwas zu verstecken. ,, Komm mit, Hermine. Die Ordensversammlung ist vorbei. Wir kehren zurück nach Hogwarts´´, immer noch grober als noch vorher packte er sie an ihren Arm und schon verschwand sie in dem Strudel aus Farben. Sie wollte nicht gehen. Einfach dort bleiben. Das war ihr Wille. Wieso verlangte man von ihr den freien Willen eines Menschen nicht zu verändern, wo doch ihr Wille nicht respektiert wurde? Auch über ihren Kopf wurde einfach hinweg entschieden. Wieso sollte sie nicht dieses Mal die Person sein, die etwas entschied? Mittlerweile waren sie sanft gelandet und Snape eilte schon voran über die Wiese auf Hogwarts zu, als wäre es selbstverständlich das sie folgen würde. Nein dieses Mal nicht. Sie nahm den Umkehrer in die Hand und dreht die Sanduhr 2 Mal und dann fing die Sanduhr an zu rotieren und sie sah wie alles an ihr vorbeilief.

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,, Nein! Wir haben eine Wahl! Wenn wir einen Mensch den Tod aussetzen nur um an Informationen zu kommen sind wir nicht besser als Voldemort!´´, Granger war aufgesprungen und schaute nun entsetzt in die Runde. Ihr verzweifelter Blick blieb am ihn hängen, als würde sie hoffen das er ihr Recht geben würde, doch das konnte er nicht. So leid es ihm tat. Es war letztendlich seine Pflicht. ,, Ich werde es tun´´, sagte er leise und entschlossen. Sie schaute ihn entsetzt an und dann wieder in die Runde. Er sah ihr die Panik an, doch was sollte er tun? So schnell, dass er es kaum begriff rannte sie aus dem Raum, nachdem sie Potter angeschrien hatte. Nun schauten alle ihr geschockt und versteinert hinterher. ,, Geh ihr gefälligst hinterher! ´´, wies Lupin ihn an. Er hasste es wenn andere Menschen ihn sagten was er tun sollte. Er hatte es schon bei dem dunklen Lord und auch bei Dumbledore gehasst. ,, Ich denke das es kaum nötig sein wird. Sie wird das Haus wohl kaum verlassen. So unbedacht handelt sie schon nicht´´, schnarrte er. Ihm entging nicht der zweifelnde Blick, den Weasley und Potter sich zuwarfen. Er selbst wusste es besser. Es war immerhin Granger, eine von dem Potter- Trio. Es war ihre Natur impulsiv zu handeln. ,, Severus, auch ich denke das du ihr folgen solltest. Die Ordenssitzung ist hiermit offiziell beendet´´, kam es streng von der Schulleiterin, doch er blieb sitzen. Diese Blöße würde er sich nicht geben. Er spürte Blacks Blick auf sich, es war beinahe wie ein Brennen. ,, Kannst du dich nicht um deine eigene Verlobte kümmern, Snape?´´, höhnte er. Unbemerkt von anderen zog er mit einer eleganten Bewegung seinen Zauberstab und richtete ihn unter den Tisch auf Black. ,, Pass auf was du sagst Black. Die Dementoren würden sich über eine kleine Information über deinen Standort sicher freuen´´, zischte er. Für einen kleinen Moment entglitten Black seine Gesichtszüge, doch er fing sich wieder schnell. Die meisten Mitglieder hatten sich bereits im Raum verteilt und unterhielten sich jetzt oder waren schon gegangen. Er schloss sich den Letzteren an, noch bevor Black etwas erwidern konnte.

Er ging direkt hinaus, ohne auch nur sie im Haus zu suchen. Mit schnellen Schritten eilte er über die Felder auf einen kleinen Wald zu. Gut versteckt apparierte er in den Forest of dean. Sie war schon damals mit Potter und Weasley hierhin appariert und es war sein erster Gedanke. Verdammt wie konnte sie nur so unvorsichtig sein. Der dunkle Lord war wieder unter ihnen und damit hatten sich einige Todesser vermutlich wieder zusammengerauft, die nur zu gerne auf jemanden treffen würden, der ihren Meister zum Fallen gebracht hatten.

Bäume umgaben ihn und er war schon eine Weile gelaufen. Seine Füße begannen zu schmerzen und seine Kleidung klebte durchnässt von Regen an ihm, doch er konnte nicht einfach wieder gehen, etwas sagte ihm das sie hier sein musste. Vielleicht war es auch seine Verzweiflung. Er wüsste nicht wo er sonst suchen sollte. In Hogwarts war sie sicherlich nicht, denn dort konnte sie nur in seinen Gemächern sein und dort wollte sie sicher nicht sein. Ein leises Wimmern ließ ihn aufhorchen. Er hatte es schon öfters gehört. Als er zwischen zwei Bäumen trat, erkannte er eine auf den Boden liegende Person. Es war bereits dunkel und man erkannte nur Schemen, nur ein kleiner Lichtschein vom Mond fiel zwischen dem dicken Geäst auf ihren Körper. Sie hielt etwas in ihren Händen und drehte es hin und her, aber genau durch die Bewegung konnte er nicht erkennen was es war. Erst als ein kleiner Strahl des Mondlichtes sich im Glas der Sanduhr spiegelte erkannte er den Zeitumkehrer. Seine Gedanken drehten sich im Kreis. Woher hatte sie den? McGonagall hatte so einen vor wenigen Jahren vom Ministerium genehmigen lassen, doch er hatte nie gewusst wofür und nun musste sie ihn haben. Sie hatte doch nicht vor ihn … ? ,,Tu es nicht´´, flüsterte er eher zu sich und schlich zu ihr.

Endlich, dachte er als er wieder mit ihr auf dem Gelände von Hogwarts waren. Schnell ging er voraus, sie würde ihm schon folgen. Er wollte einfach nur in sein Bett und den Schmerz in seinem Arm mit einer Salbe versuchen zu lindern. Als er bemerkte, dass sie ihm nicht folgte, drehte er sich um. Grade noch schnell genug um zu sehen wie sie verschwand. Nein, war sein einziger Gedanke. Wie hatte er nur so dumm sein können?