A/N: so, wie versprochen, gibt's als Entschädigung gleich das nächste Kapitel hinterher. Was Neues:)
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Danke
- meiner Beta Meg
- MaiaMay: Na zum Glück musst du heute nicht mehr hier hochbrausen, hm? °grins° Aber nicht, dass du glaubst, ich hätte mich nicht über deinen Besuch gefreut. ;) Freut mich, dass du dich freust, dass die Geschichte weitergeht. Sie werden sich bald wiedersehen, unsere Lieblinge hier. °smile°
- natsucat: Ich werde es ehrlich gesagt weniger flach gestalten, als dass sie in seinem Kerker forscht. °hust° Hoffe, es wird dir dann trotzdem gefallen. :)
- Moonyaa: Ich gebe mein Bestes, ich verspreche es. Das Schreiben an dieser Geschichte hat mir immer sehr viel Spaß gemacht... Hoffe, das wird so bleiben. :)
- sofi3108: Freut mich, dass dir die Geschichte so gut gefällt. Aber demnächst nicht nur bei jedem 50. Kapitel ein Review, hm? Sonst sehen wir uns vielleicht nicht mehr wieder. ;)
- Eule20, Loki Slytherin, Stella Mirrow und weihnachtskeks3
Bitte reviewt! Alle! Danke.
LeakyC
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51. Weiser, alter Mann und liebe Freunde
Fast dreizehn Monate später erreichte Severus eines Morgens ein Brief von Jaqueline Granger. Sie standen weiterhin in gutem Kontakt und die Grangers waren überaus betrübt darüber gewesen, dass Severus sie im Sommer nach Hermines Abschluss nicht hatte besuchen können.
Severus selbst wusste, dass er es durchaus gekonnt hätte. Gewollt hatte er allerdings nicht. Zuerst einmal wollte er vergessen, was in den letzten Wochen und vor allem Tagen, in denen das Mädchen ihn immer öfter zu seltsamen Dingen getrieben hatte, geschehen war. Er wollte sich nicht mehr seltsam dabei fühlen, wenn er an ihr letztes Gespräch dachte, sondern wollte sie einfach nur als ehemalige Schülerin im Gedächtnis behalten. Und das würde, da war er sich sicher, mit der Zeit so werden. Allzu schwer konnte es doch nicht sein...
Das letzte Jahr war ihm trotz allem ewig lang erschienen. Zu seiner eignen Schande musste er sich auch gestehen, dass ihm sein neuer Leistungskurs nicht ansatzweise so gut gefiel wie der letzte, und er kannte den Grund dafür sehr wohl. Die Schüler kamen und gingen, so war es doch, oder nicht? Und auf einmal sollte es anders sein? Durfte es ihn denn plötzlich bedrücken, dass Hermine nicht mehr da war? Verdammt, er liebte sie nicht! Oder etwa doch?
Wie oft waren Severus abends, wenn er vor dem Kamin saß oder Kontrolle durch die Gänge lief, diese Gedanken gekommen, wie oft hatte er sie in den Unterrichtsstunden, in denen die Schüler leise über ihren Kesseln arbeiteten, verdrängt?
Nach einem Jahr war noch nichts vorbei, auch wenn die Zeit es wirklich geschafft hatte, ein paar Geschehnisse aus seinem Kopf zu verdrängen. Und trotzdem blieb das Bild zurück, wie ihn Hermine angestrahlt hatte, als sie in ihrem wunderschönen Kleid vor ihm gestanden hatte.
Dazu beigetragen hatte vor allem auch das Klassenfoto, das in Professor McGonagalls Büro hing, und das Jahrgangsbild im Erdgeschoss des linken Flügels der Schule, wo ein ganzer Flur mit Hunderten von diesen Bildern tapeziert war. Doch seltsamerweise war es immer das Foto des 1999-Jahrgangs, dass Severus anzog. So lange, bis er dort auf Dumbledore traf...
„Ah, ich habe Sie hier vermutet", sagte es plötzlich links von ihm.
Severus drehte erschrocken den Kopf. "Sir?"
"Nein, nein, ich habe kein Anliegen. Allerdings habe ich Sie in den letzten Tagen so wenig zu Gesicht bekommen, dass ich mich nur einmal erkundigen wollte, ob alles in Ordnung ist?" Dumbledore sah ihn forschend an.
Der Zaubertränkemeister widerstand dem Drang, dem Direktor die Brille auf seiner Nase höher zu schieben und blickte die Wand vor sich hinauf, täuschte Interesse an den anderen Fotos vor. "Ich wüsste nicht, was nicht stimmen sollte", gab er zurück.
"Nun denn." Dumbledore betrachtete ebenfalls die Bilder. "Manches Mal fehlen sie einem schon, nicht wahr, Severus?"
Dieser folgte dem Blick des alten Mannes, der natürlich auf Hermines Jahrgang hängen blieb. "Wie meinen Sie das?"
"Was gibt es da misszuverstehen?" Dumbledore schmunzelte. "Keine Scham, Severus, sie waren schon etwas Besonderes."
Der schwarzhaarige Mann schwieg. Er wurde das Gefühl nicht los, dass auch Dumbledore nur von einer Person sprach und er wieder einmal genau wusste, was in Severus vorging.
"Direktor, Sie wagen es aber nicht wieder...?", brummte er.
"Bitte?" Dumbledore blickte ihn unschuldig an.
Severus' Augen verschmälerten sich gefährlich.
Doch der Schulleiter legte ihm nur eine Hand mit seinen langen, schmalen Fingern auf die Schulter. "Seien Sie nicht zu hart zu sich und ihrer Umwelt", meinte er und ging dann langsam, die Bilder rechts und links von sich betrachtend den Flur zurück in die Eingangshalle.
Jedes Mal, wenn Severus an dieses Gespräch dachte, wollte er schreien. Dumbledore war doch ein alter - alter -! Er fand einfach kein Wort, was diesen Menschen beschreiben könnte. Weises Ungetüm! Wie konnte man nur so sehr Mensch sein? Warum wusste er immer Bescheid und warum musste er sich immerzu einmischen? Gab es dafür einen Preis zu gewinnen?
Diese Thema reizte Severus unaufhörlich. Und so kam der Tag, an dem er - ohnehin schon schlechte gelaunt - mit dem Direktor aneinander rasselte.
Er war in Dumbledores Büro, weil sie klären mussten, wer mit nach Beauxbatons reisen sollte, da das Trimagische Turnier vor der Tür stand. Nachdem McGonagall, Flitwick und Sprout wieder gegangen waren, behielt der Zaubermeister Severus noch einen Moment da.
"Sind Sie sich denn sicher, dass sie wirklich nicht nach Frankreich wollen?"
"Ja, Professor", wiederholte Severus und stand auf, um zu gehen.
"Ich dachte nur", Dumbledore erhob sich ebenfalls, "dass Sie darüber froh wären. Sie kommen hier ja sonst nie raus."
"Sie etwa?", murmelte der Zaubertranklehrer.
"Ein bisschen Ablenkung könnte Ihnen gut tun."
"Ablenkung von was?" Severus sah den Schulleiter mit zusammengekniffenen Augen an.
"Ich habe Sie schon lange nicht mehr im Erdgeschoss gesehen...", erwiderte Dumbledore, als wäre das die Antwort auf seine Frage. Doch Severus verstand es.
"Was wollen Sie eigentlich von mir hören?", fuhr er seinen Vorgesetzten an.
Dumbledore schwieg einen Augenblick, dann kam er um den Schreibtisch herum. "Wissen Sie, ich bin Ihnen überaus dankbar, dass Sie sich damals zusammengenommen haben. Aber, Severus, man kann seinen Gefühlen doch nicht ewig aus dem Weg gehen. Und mal ehrlich, Sie wissen selbst, dass Sie ganz tief drin stecken."
"Verdammt!", brüllte der Schwarzhaarige. "Lassen Sie mich endlich in Ruhe! Ich bin nicht in Miss Granger verliebt, verstehen Sie das? Und um Himmels Willen bemuttern Sie mich nicht ständig. Ich bin Ihnen dankbar für das, was Sie für mich getan haben, aber ich bin nicht dazu bereit, das ewig zeigen zu müssen und somit - entschuldigen Sie, dass ich direkt werde, aber - ertragen zu müssen, dass Sie mir permanent mit diesem Thema auf die Nerven gehen!" Er holte tief Luft und wartete darauf, dass der Direktor zurückfauchen würde.
Aber Dumbledore stand nur vor ihm, blickte ihn an und Severus wusste, dass er wieder einmal verloren hatte. Wer schreit, hat nicht immer Recht, wie? Er seufzte, drehte sich auf de Absatz um und wollte das Büro verlassen, als er den Älteren sagen hörte: "Sie müssen mir für gar nichts dankbar sein, Severus. Nur tun Sie mir einen Gefallen und hören Sie einmal auf Ihr Herz. Mehr verlange ich gar nicht."
Der Lehrer zögerte einen Moment, dann drehte er sich kurz nach hinten um. Er sah, wie Dumbledore zum Fenster ging. Das war's dann wohl, dachte er. Kopfschüttelnd ging er aus dem Raum und schloss die Tür - leise.
Das Ganze war nun ein halbes Jahr her und schien vergessen. Bereits wenige Stunden nach dieser Auseinandersetzung war Severus in das Büro von Hogwarts' Direktor zurückgekehrt und hatte wie ein dummer Schuljunge um Verzeihung gebeten. Dumbledore hatte nur genickt und ihn dann gehen lassen. Keinen Ton hatte er gesagt. Was er damit erreichen wollte, konnte der Zaubertränkemeister nur erahnen und er kam sich wie damals vor, als der alte Mann ihn aus dem Sumpf um die Todesser gezogen hatte. Das ganze war nun achtzehn Jahre her, würde aber nie in Vergessenheit geraten zwischen ihnen. -
Und nun lag dieser Brief vor ihm auf dem Tisch, von den Eltern des Mädchens, wegen dem er in einen großen Schlamassel geraten war, von Menschen, die ihn mochten, und er wartete nur darauf, gelesen zu werden.
So öffnete er ihn schließlich und las:
Lieber Severus,
wir sind gesund und munter aus dem Urlaub zurückgekehrt. Wir hoffen, du hast unsere Karte erhalten? Das war nicht ganz einfach, sie aus Marokko mit einer Eule loszuschicken... Nun sind wir, wie gesagt, zurück und ich, das heißt wir möchten dich hiermit ganz herzlich einladen, uns in den kommenden zwei Wochen doch einmal zu besuchen. Wir wissen natürlich, dass die Reise recht weit ist, aber vielleicht hast du Zeit und Lust, sie trotzdem anzutreten. Ein Gästezimmer wartet nur darauf, von dir bezogen zu werden.
Melde dich doch bitte und teile uns mit, ob wir mit dir rechnen dürfen und wann. Wie lange du bleiben möchtest, sei dir überlassen.
Bis bald hoffentlich, Jaqueline
Und gleich darunter standen noch zwei Zeilen geschrieben:
Von mir auch liebe Grüße und ich möchte nur hinzufügen, dass wir unsere Wildkatze auch einsperren können, falls du Angst hast, dass sie dir die Augen auskratzen könnte.
Gruß, Christian
Schmunzelnd legte Severus den Brief beiseite. Wildkatze war in der Tat eine interessante Beschreibung und möglicherweise durchaus passend für Hermine. Stille Wasser sind tief, nicht wahr?
Doch besuchen...? Wenn er wüsste, dass Hermine nicht da wäre... Er legte den Brief in sein Buch auf dem Kaminsims, damit er am Abend spätestens noch einmal darüber nachdachte. Natürlich wollte er die Grangers nicht enttäuschen. Immerhin hatten sie sich nun bereits zwei Jahre wieder nicht gesehen. Und die Einladung war perfekt.
In Gedanken versunken verließ er den Kerker. Entscheiden würde er sich dennoch später.
Und kurz darauf abreisen...
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…to be continued...
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