DISCLAIMER: Das übliche nichts uns alles Denen und vor allem IHR…
Danke an alle die ge'review't haben.
Kimi: (die in dem Review das Transparent schwang) Das hat der Spatz richtig geflüstert!! knuddel
Willhelmina Salazar Vidou: Ich hoffe das Ärtze Kozert hat die gefallen
Adelaide: Glaub mir wenn ich wüsste wo es diesen Trank gäge hätte ich Literweise Vorrat lach knuddel
Samy: Willkommen bei uns und danke für dein Lob.
Kylyn: Willkommen im Club. Ich will den trank auch! hugs
Kimi: anspring ganzvielknuddel
M: knuddel schön das es dir gefallen hat!
James-Li: Na du! knuddel Glaub mir der dein HP/DM wird nicht zu kurz kommen…
vampiry: Tja, das ist so ne Sache mit den Ahnungen… smile/knuddel
Kirilein: Ihr seid mir ja welche… lach knuddel/knuff auch an Tom…
sabysemilla: Ich freue mich das dir die Szene mit Luc so gefallen hat… knuddel
jabba, Amruniel, Die-Nudel, Sonja, Ellen, Bele, Jeanca, Gracie & shinesun. knudde Euch alle!!!
The Green Side of Life
by The Slytherin Sisters
(Toyo Malloy & Lorelei Lee)
Chapter fifty-two
# 52 #
Ein schrilles Klingeln zerriss die morgendliche Stille und Remus öffnete unter großen Schwierigkeiten seine Augen. Neben ihm tastete Severus leise fluchend nach dem Wecker, der sie aus ihrem Schlaf gerissen hatte. Das Klingeln hörte endlich auf und Remus schloss mit einem Seufzen die Augen wieder.
‚Nur noch ein bisschen' dachte er bei sich und kuschelte sich zufrieden unter der Decke an den warmen Körper seines Geliebten. Er hauchte ihm leise ein ‚Fröhliche Weihnachten' ins Ohr und rückte noch ein wenig näher.
„Ich fürchte, dafür haben wir keine Zeit", murmelte Severus. „Ich glaube wir müssen aufstehen."
Remus gab einen abwehrenden Laut von sich. „Glaubst du das nur, oder bist du dir sicher?"
Severus küsste den grummelnden Gryffindor auf die Stirn. „Sei vernünftig – wenn wir zu spät kommen, wird Luc sauer – und darauf kann ich gut verzichten. Außerdem müssen wir auch noch duschen."
Remus blinzelte unwillig. „Ich habe keine Angst vor Lucius und abgesehen davon könnten wir doch auch gemeinsam duschen – das spart Zeit." Er lächelte hoffnungsvoll.
Die Mundwinkel von Severus' schmalen Lippen zuckten leicht und er setzte sich auf. „Nein, das tut es nicht – Zeit sparen, meine ich – und das weißt du auch ganz genau." Er stand auf und ging ohne ein weiteres Wort in Richtung Badezimmer.
„Hey!" rief ihm Remus noch nach, doch Severus war schon verschwunden. Doch dann erschien sein Kopf noch kurz im Türrahmen.
„Du kannst noch ein bisschen liegen bleiben, wenn es das ist was du willst."
„Du weißt genau, dass das nicht das ist, was ich will", vertraute Remus mit einem bösen Flüstern der Zimmerdecke an.
Er hatte die letzte Nacht im Paradies verbrachte und wollte noch nicht in die ‚normale' Welt zurückkehren. Zumindest nicht so schnell – oder nur für kurze Zeit... Am allerliebsten wollte er dieses Zimmer und dieses Bett nie wieder verlassen...
Nach relativ kurzer Zeit kam Severus aus dem Bad zurück. Seine Haare waren noch feucht und er trug einen dunkelblauen Bademantel.
„Ich bin fertig... du kannst jetzt ins Bad, aber beeil dich", sagte er nach einem raschen Blick auf die Uhr.
„Irgendwie hatte ich mir das alles anders vorgestellt", maulte Remus und setzte sich missmutig auf.
Severus musterte ihn mit einem kleinen Stirnrunzeln. „Anders? Wie anders? Du wusstest doch, dass wir heute um 10 Uhr bei Luc sein müssen."
„Ich hatte zumindest damit gerechnet, dass du mir einen ‚Guten Morgen' wünscht und mich fragst, wie ich geschlafen habe, bevor ich unter die Dusche geschickt werde, wie... wie..." Remus suchte nach einem passenden Wort.
„Wie ein schmutziger, kleiner Werwolf?" half Severus überraschend aus und setzte sich verhalten lächelnd neben Remus auf das Bett.
„Du nimmst mich nicht ernst", erwiderte Remus.
„Wenn das gerade eben ein Versuch war, mir bessere Manieren beizubringen, dann lass dir gesagt sein, dass dein Timing verheerend ist. Andererseits habe ich keine Zeit um mich mit dir zu streiten – und auch gar keine Lust", fügte er leiser hinzu. „Also, wenn ich jetzt versuche, höflich zu dir zu sein, stehst du dann ohne weiteres Theater auf und gehst ins Bad?"
„Möglicherweise...", antwortete Remus ausweichend. Er war immer noch ein wenig beleidigt. Auch wenn er gegen ein Kichern ankämpfen musste, das drohte, in ihm aufzusteigen.
„Also schön...", sagte Severus seufzend und rückte ein wenig näher. „Guten Morgen und Fröhliche Weihnachten, Remus... Ich hoffe, du hast gut geschlafen – ich zumindest habe wundervoll geschlafen und ich hoffe, wir werden das bald wieder...", seine Stimme senkte sich zu einem Flüstern herab und verstummte schließlich ganz, als er Remus einen Kuss hinter sein Ohr hauchte. „Stehst du jetzt bitte auf?" sagte Severus, als Remus zufrieden seufzte.
„Also schön!" stieß Remus ergeben aus. „Aber nur, weil du es bist. Trotzdem verstehe ich nicht, warum du dir soviel Stress machst. Dann kommen wir eben etwas später – na und?"
„Es ist über 10 Jahre her, dass ich das erste und einzige Mal zu spät zu Luc's Weihnachtseinladung gekommen bin. Ich möchte diese Erfahrung nach Möglichkeit nicht wiederholen", erwiderte Severus spröde.
Remus warf ihm noch einen skeptischen Blick zu, doch dann stand er auf und ging ins Badezimmer.
„Darf ich deine Zahnbürste benutzen?" rief er ihm über die Schulter zu.
„Ja, natürlich...", antwortete Severus automatisch und schüttelte dann leicht den Kopf. Wenn ihm jemand vor einem Jahr gesagt hätte, dass am Weihnachtsmorgen ein Werwolf, mit dem er eine heiße Nacht gehabt hatte, seine Zahnbürste benutzen würde, dann hätte er denjenigen ohne Verzögerung in St. Mungos einweisen lassen.
Irgendwie störte es ihn auch, dass sein Liebster sich nicht einfach eine Zahnbürste herbei zauberte. Aber war es nicht das, was er immer gewollt hatte? Jemand den er liebte und der ihn liebte – mit dem er sein Leben teilen konnte? Jetzt hatte er es – und offensichtlich gehörten dazu dann wohl auch geteilte Zahnbürsten.
Severus atmete tief durch. Mit Freuden würde er alles mit Remus teilen. Sein Leben, seine Träume, sein Geld... aber nicht seine Zahnbürste. Gleich morgen würde er den Hauselfen Bescheid geben!
Als Remus sauber und trocken war, schlang er sich ein Handtuch um die Hüften und ging wieder zurück ins Schlafzimmer. Severus stand vor seinem Kleiderschrank und trug nichts weiter als einen sanft schimmernden dunkelblauen Pyjama und einen schwarzseidenen Morgenmantel.
„Ich dachte, wir gehen jetzt gleich rüber? Warum hast du dich nicht angezogen?" fragte Remus erstaunt.
„Tradition", antwortete Severus mit einem Schulterzucken. „An Weihnachten ziehen wir uns erst nach dem Frühstück und der Geschenkpapierorgie richtig an. Ja – ich weiss", erwiderte er Remus' ungläubigen Blick. „Aber mittlerweile weißt auch du, wie Luc ist und an Weihnachten ist er das alles und noch ein bisschen mehr."
„Schöne Aussichten", murmelte Remus. „Und was soll ich anziehen?"
„Ich leihe dir was von mir. Die Ärmel sind vielleicht ein bisschen zu lang... aber für die paar Stunden wird es gehen. Du kannst sie ja einmal umschlagen."
Er trat zur Seite und reichte Remus einen hellblauen Seiden-Pyjama und einen dunkelblauenMorgenmantel, dessen Farbe so dunkel war, dass sie fast schwarz wirkte. Staunend betrachtete Remus den Inhalt des Kleiderschrankes. Neben den üblichen schwarzen Kleidungstücken und weißen Hemden gab es auch unzählige Pyjamas und Morgenmäntel in vielen verschiedenen Farben.
„Sag mal... wie viele von den Dingern hast du eigentlich?" fragte Remus verblüfft und umfasste mit einer Handbewegung diese intimeren Kleidungsstücke.
„Was - überrascht?" fragte Severus mit einem boshaften Lächeln. „Aber enttäuscht sein, dass ich nicht in schwarzer Seidenbettwäsche schlafe."
Wenig später standen sie vor Lucius' Räumen und während Severus anklopfte nestelte Remus an seinen etwas zu langen Ärmeln herum. Plötzlich fühlte er Severus' Lippen an seinem Ohr und er hielt sehr still.
„Kein Grund, nervös zu sein", flüsterte Severus leise. „Du siehst hinreissend aus."
Remus schloss für einen Moment die Augen und wollte das Kompliment gerade zurückgeben, als die Tür geöffnet wurde und Lucius vor ihnen stand.
„Sehr schön – da seid ihr ja... und keine Minute zu früh." Severus schenkte Remus einen raschen Seitenblick, so als wollte er sagen ‚Siehst du – was habe ich dir gesagt?'
Doch Remus war viel zu perplex von Lucius' Aufmachung um den Blick seines Geliebten in irgendeiner Form zu beantworten.
Lucius' Pyjama war in einer cremefarbenen Tönung gehalten, die fast genau die gleiche Farbe seiner Haare hatte, die offen über seine Schultern hinunterfielen. Darüber trug er einen ebenfalls cremefarbenen Morgenrock, der über und über mit Gold- und Silberfäden bestickt war. Alles in allem war der Anblick einfach atemberaubend.
Remus fühlte sich im ersten Moment ziemlich underdressed und ziemlich unbedeutend, bis Lucius Severus fröhliche Weihnachten wünschte und sie sich auf die Wange küssten.
Severus erledigte dies alles ohne eine größere Gemütsregung und Remus' Laune hob sich beträchtlich.
‚Wenn nicht einmal Lucius in dieser Aufmachung irgendeine Reaktion bei ihm auslöst... und er mich trotzdem noch hinreißend findet... dann liebt er mich wirklich', dachte Remus glücklich, wünschte Lucius ebenfalls fröhliche Weihnachten und wurde – bevor er sich's versah - ebenfalls auf die Wange geküsst.
„Und jetzt steht nicht länger hier rum – kommt rein", sagte Lucius fröhlich und trat zur Seite um sie einzulassen.
„Französische Sitten... denk dir nichts dabei", raunte ihm Severus zu, als er ihn zu dem gedeckten Frühstückstisch führte an dessen einer Seite bereits Harry und Draco saßen.
Sie tauschten auch hier ihre Weihnachtsgrüsse aus und als sie endlich Platz nahmen – Lucius am Kopf der Tafel, Severus und Remus gegenüber der Jungen - fühlte sich Remus reichlich erschöpft. Irgendwie hatte er sich das nicht so anstrengend vorgestellt. Er nahm sich gerade ein Croissant, als Lucius das Wort an ihn richtete.
„Ich muss sagen, Severus' Sachen stehen dir ausgezeichnet. Besser als ihm selbst", sagte Lucius mit einem verblüffend ehrlichen Lächeln.
„Woher weißt du, dass das Severus' Sachen sind?" platzte Remus heraus.
„Woher ich das weiß?" Lucius grinste breit. „Ich weiß das aus dem gleichen Grund, aus dem ich auch weiß, dass unser Mister Potter hier einen von Dracos Pyjamas anhat – weil ich sie ausgesucht, bezahlt und verschenkt habe", antwortete Lucius ungerührt.
Remus sah aus dem Augenwinkel heraus, dass Harry rot wurde und auch er selbst fühlte, dass seine Wangen heiß wurden.
Die Rettung kam aus einer völlig unerwarteten Richtung.
„Vater, du bist echt peinlich!" rief Draco entrüstet.
„Ja – und dabei hat der Tag gerade erst angefangen", ergänzte Severus trocken.
„Pah!", wehrte Lucius mit ungebrochen guter Laune ab. „Wobei... ich frage mich wirklich, was mich damals geritten hat... hellblau ...", sagte er nachdenklich und musterte Remus' Pyjama genau. „Severus, ich weiß wirklich nicht, warum ich damals diese Farbe für dich ausgesucht habe – sie macht dich viel zu blass."
Severus verdrehte die Augen, doch Lucius erwärmte sich zusehends für das Thema und Remus unverwüstlicher Sinn für Humor fing an, Spaß an der Sache zu finden.
„Remus – am besten, du gibst ihm diese Klamotten gar nicht erst zurück... sie stehen dir wirklich wesentlich besser als ihm... obwohl... es ist auch nicht ganz deine Farbe..."
„Frühstücken wir jetzt, oder willst du erst die Avon-Beraterin spielen?" unterbrach Severus den Redefluss des blonden Slytherin mit einer Mischung aus Überdruss und Lachen.
Harry beugte sich ein wenig zu Remus und sagte halblaut: „Remus... glaubst du wir überleben diesen Tag ohne bleibende Schäden?"
„Ach, Harry – das sind doch nur Slytherins", erwiderte Remus lachend. „Und auch nur drei Stück – in so kleinen Mengen sind sie fast harmlos. Man darf sie nur nicht zu sehr reizen."
„Das habe ich gehört!" riefen Lucius und Severus gleichzeitig. Dann sahen sie sich überrascht an und lachten beide los.
„Ihr seid alle beide echt peinlich!" beschwerte sich Draco bei seinem Vater und seinem Onkel, doch dann musste auch er lachen und schließlich stimmten auch Remus und Harry in das allgemeine Gelächter mit ein.
Erst als alle mit ihrem Frühstück beschäftigt waren, hatte Remus genug Muse um sich in dem Zimmer umzusehen. Im Kamin prasselte ein lustiges Feuer, davor lagen zahlreiche Kissen. Andere Sitzgelegenheiten waren offensichtlich weggeschafft worden um Platz für den Weihnachtsbaum zu schaffen, der – das musste Remus neidlos anerkennen – wirklich fabelhaft war. Unter dem Weihnachtsbaum lagen die sorgfältig verpackten und beschrifteten Geschenke.
Remus entdeckte zu seiner Beruhigung auch seine Päckchen darunter – die Hauselfen hatten sie also auch hierher gebracht – genau, wie er sie gebeten hatte. Ein wenig versteckt hinter dem prachtvollen Weihnachtsbaum bemerkte Remus zu seiner Überraschung ein Klavier.
„Kann jemand von euch Klavier spielen?" fragte er neugierig.
„Ja – Mister Malfoy", erwiderte Harry und grinste, als er Remus' verblüfftes Gesicht sah.
„Ich habe auch schon gefragt", erläuterte der dunkelhaarige Gryffindor.
„Ja – und Draco könnte es auch, wenn er nicht seinen Klavierlehrer verhext hätte, woraufhin dieser sich geweigert hat, je wieder ein Mitglied unserer Familie zu unterrichten", stichelte Lucius.
Draco verdrehte genervt die Augen. „Dad! Das haben wir doch vorhin schon durchgekaut!"
„Aber da haben es Severus und Remus noch nicht gehört", erwiderte sein Vater ungerührt.
Severus hatte nach einem kurzen Blick auf das Klavier eine Augenbraue in die Höhe gezogen und fragte nun argwöhnisch: „Seit wann steht das Klavier da und warum?" Remus spürte förmlich, wie Lucius und Draco in genau diesem Moment ihren Veela-Charme anknipsten und er registrierte mit einer Mischung aus Belustigung und Skepsis, wie Severus automatisch in Abwehrstellung ging.
„Ich habe die Hauselfen geben, ein Klavier mitzubringen, wenn sie wegen der Geschenke sowieso schon hier sind", erläuterte der Blonde und fuhr schmeichelnd fort: „Und du weißt genau, warum." Harry und Remus sahen sich verständnislos an. Draco bemerkte dies und wandte seine Aufmerksamkeit kurz von seinem Onkel ab.
„Onkel Sev singt nämlich gar nicht schlecht... doch meistens lässt er uns eine halbe Stunde oder länger betteln, bevor er mit uns Weihnachtslieder singt." Severus schoss Draco einen warnenden Blick zu, doch dieser kümmerte sich nicht darum.
„Oh, ich glaube nicht, dass es heute so lange dauern wird... besonders, wenn sich ein gewisser Jemand unserer Bitte anschließt", warf Lucius mit einem wissenden Blick in Remus' Richtung ein.
Harrys Augen waren während dieses Wortwechsels immer größer geworden und Remus war diese Situation zunehmend peinlich. So gern er auch Severus singen gehört hätte – mit dieser samtweichen, nachtschwarzen, wundervollen Stimme – war ihm doch das Vorgehen der Malfoys zuwider.
In aller Ruhe nahm er sich daher noch eine Waffel und sagte in ruhigem Tonfall: „Ich finde nicht, dass an Weihnachten irgendjemand zu irgendetwas gezwungen werden sollte. Wenn Severus also nicht singen will, dann ist das für mich in Ordnung."
„Spielverderber", brummelte Lucius leise und doch laut genug, dass alle am Tisch es hörten.
„Oh – halt die Klappe, Luc", sagte Severus plötzlich. „Kein Grund, beleidigt zu sein. Bevor ihr euch deshalb in die Haare geratet, werde ich lieber singen – sogar diese völlig idiotischen Weihnachtslieder."
Er hatte eigentlich wirklich nicht vorgehabt, ausgerechnet vor Harry Potter Weihnachtslieder zu singen und falls Remus sich der üblichen Bettelei angeschlossen hätte, wäre er darüber mit ziemlicher Sicherheit relativ sauer gewesen. Doch Remus' diesbezügliche Weigerung und seine neutrale Haltung hatten ihn umdenken lassen. Was war schon dabei, wenn er hier ein wenig sang... und außerdem hatte Remus ihn noch nie singen hören... es würde ihm sicher Freude machen...
Harry fühlte sich wieder ein wenig wohler, nachdem sich diese drohende Krise durch Snape's plötzliches Einlenken in Luft aufgelöst hatte. Er fühlte sich in Gegenwart seines Lehrers lange nicht so unbefangen, als wenn er mit Draco und dessen Vater alleine war.
Obwohl... als er und Draco heute morgen aufgewacht waren, war es schon komisch gewesen.
Sie hatten beide noch in ihren Betten gelegen und sich noch ein wenig verschlafen angelächelt. Zumindest hatte Harry gelächelt und von Draco dasselbe angenommen – gesehen hatte er es ohne seine Brille natürlich nicht.
Plötzlich hatte er es für eine gute Idee gehalten, einfach zu dem blonden Jungen ins Bett zu kriechen und sich an ihn zu kuscheln. Doch bevor er diese spontane Idee in die Tat hatte umsetzen können, hatte er feststellen müssen, dass seine Träume – an die er sich nur noch verschwommen erinnern konnte – offensichtlich sehr erotischer Natur gewesen waren... Merlin! So konnte er sich unmöglich neben Draco legen... was sollte der nur von ihm denken?
Freunde taten so etwas nicht! Oder vielleicht doch?
Bevor er noch eine Entscheidung treffen konnte, hatte Lucius Malfoy heftig an die Tür geklopft und mit beeindruckender Lautstärke gerufen: „Na los, ihr Schlafmützen! Aufstehen!"
„Ja ja, Dad! Ist ja gut! Wir sind nicht taub!" hatte Draco zurückgebrüllt, was in Harrys Ohren eindeutig gereizt geklungen hatte.
„Wenn es für dich okay ist, dann gehe ich zuerst ins Bad", hatte Draco geseufzt. „Ach ja – du musst dich nicht anziehen... an Weihnachten frühstücken wir immer in unseren Schlafanzügen."
Während sich Draco nach dieser vernichtenden Aussage ins Bad trollte, zog sich Harry die Decke über den Kopf. Er würde Snape im Schlafanzug gegenübertreten müssen!
Seine Weltuntergangsstimmung erhellte sich erst wieder, als ihm einfiel, dass Snape in diesem Fall ja auch im Pyjama erscheinen würde.
„Dafür wird er mir bis in alle Ewigkeit Punkte abziehen!" stöhnte Harry unter der Bettdecke.
Das war heute Morgen gewesen, doch wenn Harry sich jetzt so umsah, war an dieser Pyjama-Sache gar nichts dabei. Ein wenig neidisch hatte er zugehört, wie Lucius Remus vorgeschlagen hatte, Snape's Pyjama zu behalten. Irgendwie hatte auch er kein grosses Verlangen, Draco seinen klischee-haft grünen Schlafanzug zurückzugeben.
Als von dem reichhaltigen Frühstück nur noch einige nicht nennenswerte Reste übrig waren, stand Lucius auf.
„Ich glaube, jetzt ist es wirklich höchste Zeit um die Geschenke aufzumachen." Er sah zu Harry hin. „Harry, ich denke, Sie als unser jüngster Gast sollten anfangen." Lucius lächelte. „Aber das ist nicht der einzige Grund – ich fürchte, Ihrem Geschenk wird es sonst ein wenig zu langweilig. Das gelbe Päckchen mit der grünen Schleife." Lucius deutete in eine Richtung und Harrys Blick folgte der Geste bis er einen ziemlich großen, gelben Karton entdeckte. Er grinste unsicher und stand auf um das Geschenk zu holen. Es war ziemlich schwer und Harry fragte sich was wohl darin sein würde.
Lucius folgte ihm und machte es sich in den Kissen vor dem Kamin bequem. Draco, Severus und Remus taten es ihm gleich.
Gespannt stellte Harry das Paket vor dem Kamin ab, löste die Schleife und klappte den Deckel auf.
„Eine Schlange!" rief er erfreut aus und hob ein kleines Terrarium aus dem Karton in dem eine kleine rote Schlange zusammengeringelt lag.
„Ich dachte, es wäre ein passendes Haustier für einen Parselmund", erwiderte Lucius lächelnd.
„Gib es zu du willst nur Dumbledores Lieblings- Gryffindor korrumpieren." Flüsterte Severus mit einem deutlichen Anflug von Schadenfreude in der Stimme.
„Das brauche ich gar nicht. Das wird Draco schon für uns erledigen." Grinste Lucius zurück und die beiden Männer teilten ein viel sagenden Blick.
„Oh – sie ist fabelhaft! Vielen Dank!" freute sich Harry und zur Überraschung aller zischte er einige sehr fremdartige Worte. Die Schlange hob daraufhin interessiert den Kopf.
„Was hast du gesagt?" fragte Draco neugierig.
„Ich habe sie gefragt, ob sie schon einen Namen hat", antwortete Harry.
„Und?" wollte Draco wissen.
„Sie sagt, sie heißt Soraya", sagte Harry strahlend. Seine Augen weilten eine Zeit lang auf der Schlange die ihn intensiv ansah. Er streckte seine Hand aus und Soraya schlängelte sich auf seine Hand, dann zischte sie: ‚Darf ein bisschen auf euch schlafen, Meister?' Harry war ziemlich überrascht und blickte sich um. Wo sollte die Schlange auf ihm Platz haben?
„Wo willst du denn auf mir schlafen? Mein Schoß ist nicht gerade sicher. Ich werde mich noch bewegen müssen."
Die Schlage rollte sich auf seiner Hand zusammen, sie war so niedlich. Harry hob die Schlange und legte sie auf seinen Kopf. Soraya grub sich in seine schwarzen Haare.
„Ist das in Ordnung?" fragte Harry und Soraya zischte zustimmend.
„Danke Meister!"
„Was hast du jetzt gesagt?" fragte Lucius dieses Mal.
„Sie wollte auf mir schlafen und mir kein anderer Platz eingefallen", meinte Harry und kassierte von den Erwachsenen und Draco seltsame Blicke.Dann setzte er das Terrarium behutsam ab und fischte ein neues Päckchen aus dem Geschenkestapel. Es war sein Geschenk für Draco.
„Hier – das ist für dich", sagte er und spürte, wie er etwas rot wurde. Hoffentlich gefiel es ihm.
Draco nahm das Päckchen entgegen. Es war nicht sehr groß, aber relativ schwer. Ungeduldig riss er das Papier einfach auf und betrachtete erstaunt die Schachtel, die darunter zum Vorschein kam.
„Cool...", sagte er leise.
„Was ist es denn?" fragte Remus. Die Vorfreude und Neugierde der Jungen hatte ihn angesteckt.
„Eine Zeig-mir-wo-du-bist-Taschenuhr", sagte Draco. „Zum selbst aktivieren. Das ist so cool! Danke, Harry." Er umarmte den Gryffindor impulsiv und löste sich dann rasch wieder mit hochroten Wangen von ihm. Er öffnete die Schachtel. ‚Damit Sie immer wissen, wo sich die Menschen befinden, die Ihrem Herzen nahe stehen', las er ab. Dann grinste er verlegen. „Den ersten Zeiger werde ich auf dich einstellen – aber du musst mir helfen, die Schilder zu beschriften." Draco nahm die winzigen Schildchen aus der Schachtel. „Also, wir brauchen eines für Hogwarts, eines für Hogsmeade..."
„Wenn du dabei auf Mister Potter Rücksicht nehmen möchtest, solltest du nicht vergessen auch Schilder für ‚In Schwierigkeiten' und ‚bei der Strafarbeit' anzufertigen", schlug Severus trocken vor.
Doch nichts konnte Harry's seliges Grinsen vertreiben. Er stand Dracos Herz nahe... Das hier versprach wirklich, sein schönstes Weihnachtsfest zu werden!
Als nächster durfte Severus Dracos Geschenk öffnen. Es war eine gebundene Ausgabe von all den Hausarbeiten die Draco im letzten Jahr geschrieben hatte, vorneweg das Werwolf-Essay das er dieses Jahr für DADA geschrieben hatte.
Draco war dieses Geschenk unter diesen Umständen ein wenig peinlich, doch als Remus nicht besonders darauf reagierte und Severus sogar noch daraufhin wies, dass Draco für diese Arbeit die beste Note – ein Ohnegleichen - bekommen hatte, atmete er wieder auf.
Doch dann schenkte ihm Remus einen spitzbübischen Blick.
„Deine Arbeit war tadellos, Draco – ich hätte es selbst nicht besser machen können... aber frech war es trotzdem."
Draco grinste. „Ich weiß."
Remus nickte lächelnd, doch dann wurde er davon abgelenkt, dass Severus ihm zwei Päckchen in die Hand drückte.
„Für mich?" strahlte er. Obwohl er davon ausgegangen war, dass Severus ihm etwas schenken würde... sicher war er sich nicht gewesen. Und es war etwas völlig anderes, darüber zu spekulieren oder es tatsächlich in den Händen zu halten. Am liebsten hätte er das Papier wie Draco einfach aufgerissen, doch diese Blöße wollte er sich vor den anderen nicht geben.
„Für wen sonst", seufzte Severus nachsichtig. „Absurdes Geschöpf...", fügte er sehr leise hinzu.
Aufgeregt machte Remus das erste Päckchen auf und schnappte kurz nach Luft, als er den Inhalt erkannte. Ungläubig sah er Severus an.
„Du hast mir wirklich diese zwei Dämonen-Eier gekauft?"
„Du hast dir ja fast die Nase an der Schaufensterscheibe plattgedrückt", wehrte Severus spröde ab, doch seine Augen glitzerten erfreut. „Es wäre ziemlich grausam gewesen, sie nicht zu kaufen..."
Lucius musste fast den Kopf schütteln, wenn er sich die beiden so ansah. Remus sah aus, als wolle er vor lauter Begeisterung und Dankbarkeit gleich platzen und Severus wirkte tatsächlich ein wenig verlegen. Lucius konnte sich nicht mehr erinnern, wann er das letzte Mal einen verlegenen Severus erlebt hatte.
Währenddessen hatte Remus das zweite Päckchen ausgepackt und darin ein kleines Holzkästchen gefunden. Neugierig klappte er den Deckel auf und sofort erklang eine süße Melodie.
„Eine Spieluhr", hauchte er entzückt. In dem Kästchen befand sich außerdem noch eine verzauberte kleine Landschaft mit einem Schloss auf das sachte magische Schneeflocken herunterschwebten. Es war eine ähnliche Szenerie wie in einer Muggel- Schneekugel nur sehr viel schöner.
Remus konnte vor Rührung kaum sprechen.
„Gefällt es dir?" fragte Severus leise.
„Es ist wundervoll", flüsterte Remus zurück und küsste seinen Liebsten auf die Wange. Er hätte gerne noch mehr getan – doch sie waren leider nicht allein.
Lucius schüttelte nun wirklich den Kopf. Dieser Werwolf versetzte ihn immer wieder in Erstaunen. Dunkle Artefakte und Kinderkram in einem Atemzug und beides schien völliges Entzücken bei ihm auszulösen. Und das allerseltsamste... Severus schien diese zwei Seiten bereits vollendet zu verstehen und zu lieben... Lucius seufzte. Das musste wirklich Liebe sein!
Severus' dunkle Augen leuchteten warm, als Remus so offen seine Freude über die Geschenke zeigte. Er war sich nicht wirklich sicher gewesen und jetzt war er sehr froh, dass er offensichtlich die richtigen Entscheidungen getroffen hatte.
Remus überreichte ihm nun sein Geschenk – eine Schachtel und ein flaches Päckchen - und Severus schenkte ihm einen fragenden Blick.
Doch Remus lächelte nur.
„Mach es auf!" drängte er ihn.
Severus öffnete die Schachtel und holte einen eleganten Glasflakon heraus, der in einem weichen Tuch eingeschlagen gewesen war. Er las den kleinen Zettel, der um den Hals des Flakons gebunden war und seine Augen weiteten sich überrascht und wichen dann einem plötzlichen Verstehen.
„Mantikorgift?" fragte er mit blitzenden Augen. „Du weißt, dass der Besitz verboten ist?"
„Strafbar... aber nicht verboten. Ich habe mich extra erkundigt." Auch Remus' Augen funkelten mutwillig.
„Fantastisch... absolut fantastisch...", murmelte Severus.
Auch Lucius starrte wie gebannt auf den Glasflakon. „Wie kommst ausgerechnet du an Mantikorgift? Ich kenne einige die bereit wären, dafür zu morden."´, fragte er Remus.
„Ja, ich weiss – deshalb dachte ich auch, dass Severus es zu schätzen wüsste. Und wie ich daran gekommen bin? Schon vergessen, dass ich den Mantikor – oder was davon übrig geblieben war – in die Kerker geschafft hatte, bis er... ähm... entsorgt werden konnte?"
Lucius war widerwillig beeindruckt.
Vorsichtig legte Severus den Flakon wieder in die Schachtel zurück und stellte sie behutsam auf den Kaminsims. Dann öffnete er das zweite Päckchen. Es war ein Buch. Severus las den Titel und er warf Remus einen liebevollen, amüsierten Blick zu. Er schlug das Buch an einer beliebigen Stelle auf und las leise vor, was dort stand.
"Those lips that Love's own hand did make,
Breath'd forth the sound that said «I hate»,
To me that languish'd for her sake;
But when she saw my woeful state,
Straight in her heart did mercy come,
Chiding that tongue that ever sweet
Was us'd in giving gentle doom;
And taught it thus anew to greet;
«I hate», she alter'd with an end,
That follow'd it as gentle day
Doth follow night, who like a fiend
From heaven to hell is flown away.
«I hate» from hate away she threw,
And sav'd my life, saying – «Not you»."
Als er geendet hatte, sah er Remus tief in die Augen.
„Danke..." Für einen wundervollen Augenblick lang, vergaß er, dass sie nicht alleine waren.
„Oh bitte – nicht schon wieder Shakespeare", stöhnte Lucius gespielt vorwurfsvoll und griff nach dem schmalen Buch. „Natürlich – Shakespeare's Sonette – Remus, das nehme ich dir wirklich übel!" Lucius mochte Shakespeare nicht besonders.
„Ich werde damit leben können", erwiderte Remus ohne seine Augen von Severus abzuwenden.
Lucius stöhnte übertrieben und gab Severus das Buch zurück. „Du untergräbst hier wirklich meine Autorität."
„Welche Autorität?" fragte Severus mit einem boshaften Lächeln und drückte seinem Freund eine mittelgroße Schachtel in die Hand. „Hier – damit du endlich Ruhe gibst."
„Gib schon her", erwiderte Lucius gutgelaunt, zog die Schleife auseinander und hob den Deckel der Schachtel ab.
Harry wollte etwas sagen, doch Draco bedeutete ihm zu schweigen und grinste erwartungsvoll. „Jetzt wird es lustig", flüsterte er Harry leise zu. „Dad und Severus schenken sich jedes Jahr irgendwelche Gemeinheiten."
„Aber wieso?" fragte Harry begriffsstutzig zurück.
Draco zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung – aber es macht beiden eine diebische Freude."
In der Schachtel befanden sich mehrere Gegenstände. Als erstes fischte Lucius einen eleganten Damenhandspiegel heraus. Er war reichhaltig verziert und sah sehr edel aus, doch wenn man genauer hinsah, waren die Schnörkel doch ein wenig übertrieben und fast schon kitschig.
„Und?" fragte Lucius provozierend gelangweilt.
„Sieh einfach mal hinein", empfahl ihm Severus mit neutraler Stimme. Doch Remus spürte, dass zwischen den beiden Männern etwas vorging... fast so etwas wie ein Spiel. Auch Draco und Harry flüsterten miteinander und sahen gebannt zu Lucius. Der Werwolf war nun auch neugierig, wie sich diese Sache weiterentwickeln würde.
„Also schön", seufzte Lucius überdrüssig und sah direkt in den Spiegel. Eine Sekunde später fing der Spiegel an zu sprechen.
„Oh – hallo, mein Hübscher!" flötete der Spiegel mit einer hellen, melodischen Frauenstimme. „Na, das ist ja endlich mal eine Freude – so ein schöner Mann... verglichen mit den alten Knackern, die ich seither... Aber da rede ich und rede ich... dabei sollten wir uns doch endlich mal mit deinem Aussehen befassen, nicht wahr? Also im Prinzip gibt es daran ja nichts zu verbessern, aber den Haaransatz könntest du ruhig mal wieder nachfärben, Darling..."
„Ich färbe meine Haare nicht!" fauchte Lucius und stopfte den Spiegel wieder zurück in die Schachtel. Doch dann grinsten er und Severus sich wissend an und Lucius holte den zweiten Gegenstand aus der Schachtel.
Es war ein Buch mit dem Titel ‚Spieglein, Spieglein... oder: ich und mein blendendes Aussehen – Schönheits-Tipps für alle Gelegenheiten'. Lucius' Augen funkelten erbost, doch dann brach er in lautes Lachen aus.
„Sev – dieses Jahr hast du dich wirklich selbst übertroffen!"
Harry grinste unsicher und sah Draco an.
Draco kicherte. „Das machen sie jedes Jahr so. Sie schenken sich immer die fiesesten Sachen und finden das lustig. Letztes Jahr hat Dad eine magische Haarschleife bekommen, die sich immer von allein in die Haare geschlungen hat, wenn man nicht aufgepasst hat."
„Aha", meinte Harry etwas einsilbig. Slytherins hatten schon einen etwas seltsamen Humor.
Auch Remus hatte Dracos Erläuterung gehört und das Geschenk sehr passend gefunden, denn eitel war Lucius Malfoy allemal. Er sah natürlich auch umwerfend aus... was zum Teil seinem Veela-Erbe zu verdanken war, dennoch... wenn Remus die beiden Slytherins miteinander verglich... Severus' kühle, unterschwellige Eleganz fand er tausendmal anziehender.
„Oh ja, dieses schreckliche Ding", erinnerte sich Lucius. „Aber ich denke, ich habe mich mit deinem Geschenk mehr als revanchiert. Obwohl...", er grinste boshaft und händigte Severus zwei Päckchen aus. „Das Grosse zuerst", wies er seinen Freund an.
Ein wenig misstrauisch öffnete Severus das größere Paket und erstarrte. Vor ihm lag eine gutsortierte Auswahl an Fesselspielzeugen. Seidenschals in grün und schwarz, Handschellen die mit grünem Plüsch gefüttert waren, schwarze Ledermanschetten mit Karabinerhaken, mehrere Hanfseile und Baumwollseile in schwarz und grün.
Severus presste die Zähne aufeinander, während er nach dem kleineren Päckchen griff und die Verpackung entfernte.In dem zweiten Päckchen war ein Buch.
„'1001 Fesseltipps für genussvollen schwulen Bondage-Sex'", las er vor.
„Luc!" knirschte Severus drohend.
„Was denn?" fragte dieser unschuldig zurück. „Das ist nicht halb so schlimm, wie die Auswahl an Dildos, die ich dir vor..."
„Luc!" rief Severus mit einer Kopfbewegung in Richtung der Jungen und packte die Sachen wieder zusammen.
„Warum habe ich dich eigentlich noch nicht erwürgt", knurrte Severus zwischen zusammengebissenen Zähnen. Doch dann bemerkte er plötzlich, dass Remus an ihm vorbei sehr interessiert in Richtung des Päckchens schielte. Er sah ihn verblüfft an und Remus lächelte verlegen.
„Naja...", sagte Remus leise und zuckte mit den Schultern. „Man soll alles einmal ausprobieren."
Obwohl diese Worte ein sanftes Kribbeln in Severus' Unterleib hervorriefen, gab er sich nach außen hin unbeeindruckt und schoss Lucius noch einen letzten vernichtenden Blick zu.
Harry hingegen musste sich bemühen, dass ihm die Augen nicht herausfielen und ihm der Mund nicht offen stehen blieb. Wo war er hier nur hingeraten? Mister Malfoy und Snape waren offensichtlich alles andere als verklemmt und auch Draco grinste wissend. Doch am allermeisten hatte ihn das offenkundige Interesse von Remus Lupin an den Fesselutensilien geschockt. Er wusste wirklich nicht, was er davon halten sollte. Obwohl diese Plüschhandschellen irgendwie witzig ausgesehen hatten...
„Mister Potter!"
Snape's Stimme holte Harry sehr effektiv aus dem Land der verwirrenden Gedanken zurück.
„Ja, Sir?" Harrys Körperhaltung versteifte sich. Severus' Lehrer-Modus hatte diese Auswirkung auf ihn.
„Wenn mir auch nur der Hauch eines Gerüchtes über dies hier", er deutete in Richtung von Lucius Malfoy's Geschenk. „zu Ohren kommt, dann werden Sie es für den Rest Ihres Lebens bereuen. Haben wir uns verstanden?"
Harry schluckte trocken und nickte. Ja – das verstand er schon wieder besser. Das war Snape, wie er ihn kannte. Ein Snape, der mit Remus und diesen Ledermanschetten herumhantierte wollte er sich lieber erst gar nicht vorstellen...
„Severus – Harry ist sich dessen bewusst, dass alles was hier vor sich geht, diese vier Wände nicht verlassen sollte", mischte sich Remus beschwichtigend ein. „Nicht wahr, Harry, darüber bist du dir doch im Klaren?" fragte er freundlich.
Harry nickte wieder. „Natürlich..."
Remus strahlte. „Siehst du? Alles kein Problem", sagte er zu Severus.
„Aber mir hat niemand was verboten", bemerkte Draco provozierend. Doch als ihn ein tödlicher Blick seines Onkels traf, lenkte er rasch wieder ein. „Tu mir nicht weh, Onkel – kein Grund zur Sorge. Ich werde die Familie ganz sicher nicht in Verruf bringen", lachte er.
Remus beschloss, die Situation noch ein wenig zu entschärfen.
„Jungs – holt euch doch mal die roten Papiertüten."
„Du hast uns auch was mitgebracht?" fragte Harry und holte für sich und Draco die beiden Papiertüten.
Sie öffneten sie gleichzeitig und sahen hinein.
„Ja – eine Kleinigkeit. Erdbeerschokodrops aus dem Honigtopf – die habe ich früher immer sehr gerne gegessen. Ich hoffe, ihr mögt sie", erläuterte Remus und wunderte sich ein wenig, warum beide Jungen verdächtig rote Wangen hatten, als sie ihre Köpfe wieder hoben.
Draco fasste sich als erster wieder.
„Oh ja – die mögen wir... sehr sogar..."
Unabhängig voneinander dachten beide Jungs zurück an den Tag in Hogsmeade, als Draco Harry's schokoladenverschmierte Finger abgeleckt hatte. Und beide verfluchten innerlich die Anwesenheit der Erwachsenen, die sie davon abhielt, sich gegenseitig mit den Erdbeerschokodrops zu füttern.
Verlegen mieden beide einige Momente lang den Blick des anderen, bis Lucius ein Einsehen mit ihnen hatte und Draco anwies, Lupin das grosse grüne Päckchen zu überreichen.
Allerdings hatte Lucius nicht aus Mitleid mit seinem Sohn für dies Unterbrechung und Ablenkung gesorgt, sondern weil es ihm fast schon peinlich war, wie unbeholfen, ja fast verklemmt sein eigener Sohn in dieser Angelegenheit mit Potter agierte. Er hatte es einfach nicht mehr länger mit ansehen können.
Verwundert nahm Remus Lucius' Geschenk in Empfang und drehte es unschlüssig hin und her.
„Was ist denn?" fragte Remus.
„Warum machst du es nicht auf? Du willst mich doch nicht beleidigen?" sagte Lucius mit einem halben Lachen.
„Nein, nein", beeilte sich Remus zu versichern. „Es ist nur... es ist so groß..." Doch dann riss er das Papier an einer Seite auf und zog den Inhalt heraus.
Zum Vorschein kam eine Robe aus warmer Schurwolle in dunkler blau-grüner Farbe, ein dunkelgrüner Pullover mit einem dezenten Muster in der gleichen Farbe der Robe und eine schwarze Hose.
„Oh mein Gott! Lucius!" stieß Remus überrascht aus. „Das kann ich unmöglich annehmen." Gleichzeitig strich er bewundernd über die offensichtlich teuren Stoffe.
„Warum nicht?" gab Lucius lässig zurück. „Nimm es von mir aus als Mitgift - in den Kerkern kann es ziemlich kühl sein", ergänzte er mit einem Augenzwinkern.
„Luc!" protestierte Severus.
„Was habe ich denn jetzt schon wieder gesagt?" fragte Lucius gespielt genervt.
„Oh bitte – hört auf zu streiten", bat Remus lächelnd und sah Lucius an. „Wenn das so ist, dann kann ich mich nur bedanken – es ist ein wundervolles Geschenk. Aber es war sicher viel zu teuer."
„Du kennst mich", erwiderte Lucius mit einem Schulterzucken. „Ich protze gern mit meinem Reichtum. Warum probierst du die Robe nicht gleich an? Ich will wissen, ob sie passt", schlug er vor und stand auf. „Will sonst noch jemand was zu trinken?"
Die Jungs verneinten und Remus verlangte geistesabwesend nach einer Tasse Tee.
„Warte, ich helfe dir", meinte Severus zu Lucius und stand ebenfalls auf.
Lucius ging zu der Kommode neben dem Esstisch auf der verschiedene Getränke bereit standen und schenkte sich eine Tasse Kaffee ein.
Severus stellte sich neben ihn.
„Ich muss mich bei dir bedanken – von mir hätte er sicher nicht so leicht Kleidung als Geschenk akzeptiert", sagte der Dunkelhaarige sehr leise.
„Kein Ursache", erwiderte Lucius im gleichen Flüsterton. „Erstens kaufe ich gern Klamotten ein, zweitens habe ich mir so was schon gedacht, drittens will ich nicht, das dein Lover so abgerissen in Hogwarts herumläuft – wir haben schliesslich einen Ruf zu verlieren."
Severus grinste bei diesen Worten, doch Lucius liess sich nicht beirren. „... Und viertens habe ich sowieso veranlasst, dass die Hälfte der Rechnung an dich geht." Log er spöttisch.
Severus bedachte ihn mit einem Blick, der nicht zu deuten war und murmelte undeutlich „Geizkragen." Doch dann drehte er sich wieder um und sah Remus in seiner neuen Robe, der ihn unsicher anlächelte.
„Okay, Luc – du hast wieder gewonnen. Dieser Krempel den du da gekauft hast, ist wirklich jeden Sickel wert."
„Das ist kein Krempel – aber das wirst du bald genug merken, wenn du die Rechnung bekommst", stichelte Lucius.
„Und wenn schon", sagte Severus, schenkte zwei Tassen Tee für sich und Remus ein und ging damit zurück zum Kamin, wo sich Remus unter Harry's und Draco's belustigt-kritischen Blicken den Pullover vor den Oberkörper hielt.
Lucius sah ihm nach und schüttelte den Kopf. „Muss Liebe schön sein", murmelte er neckisch und gesellte sich dann ebenfalls wieder zu seinen Gästen.
„Findet ihr die Farbe nicht etwas zu auffällig?" fragte Remus gerade die Jungs, doch beide schüttelten energisch den Kopf.
„Nö – sieht gut aus", meinte Harry.
„Der Bengel hat ausnahmsweise Recht", sagte Severus und reichte Remus eine der Teetassen. „Diese Farbe bringt deine Augen..." Er unterbrach sich und biss sich auf die Zunge. War er gerade dabei gewesen vor zwei seiner Schüler Süssholz zu raspeln und Remus zu erklären, wie wundervoll seine bernsteinfarbenen Augen durch die neue, farbigere Kleidung leuchteten und strahlten? Da sei Merlin vor! „Diese Farbe steht dir", schloss er deshalb brüsk und setzte sich wieder auf die Kissen.
Doch so wie Remus ihn ansah, hatte er ihn ohnehin verstanden, denn sein Lächeln war noch wärmer, noch zärtlicher geworden.
Remus lehnte sich entspannt in den Kissen zurück und nippte an seinem Tee. Severus' Hand berührte leicht seinen Unterarm, Lucius betrachtete amüsiert Harry und Draco, die die Köpfe über ihren Geschenken zusammensteckten und lachten.
Es war alles wundervoll und friedlich.
Fast kam es Remus so vor, als ob die Wirklichkeit außerhalb dieser vier Wände aufgehört hatte zu existieren, als ob sie hier in einer verzauberten Märchenwelt lebten, die ohne den geringsten Bezug zur Realität auskam.
Doch wenn er sich die Gesichter um ihn herum genauer ansah, stellte er fest, dass sich jeder dessen bewusst war, dass dies nur ein kurzer Moment sein konnte. Ein Augenblick des Friedens, des Innehaltens und Luftholens – die Ruhe vor dem Sturm.
Jeder hier im Raum wusste es und dennoch gelang es ihnen, diese kostbaren Stunden zu geniessen, und die Welt da draussen mit all ihren Schrecknissen und Problemen für eine gewisse Zeit zu vergessen, um Kraft zu tanken für die Anforderungen die schon bald wieder an sie gestellt werden würden.
Remus seufzte leise, beugte sich zu Severus hinüber und küsste ihn leicht auf die Lippen.
Wer wusste schon, wie viel Zeit ihnen noch blieb – es war besser, keine Sekunde davon zu vergeuden.
„Mama? Mama??" Das Quietschen der Zellentür durchbrach die Stille im Kerker und der kleine Junge schreckte aus seinem Schlaf auf und rief nach seiner Mutter. Er wusste gar nicht mehr wie lange er schon hier war, denn er konnte die Sonne nicht sehen. Hier gab es keine Fenster. Noch vor ein paar Tagen - jedenfalls glaube der Junge es wäre so lange her - da waren noch viele Leute hier gewesen. Die vielen anderen Zellen waren alle voll gewesen mit Leuten. Doch nach und nach kamen immer diese komischen Männer und Frauen in den Mänteln, sie beschimpften sie immer mit seltsamen Wörtern, die er nicht kannte. Sie schubsten ihn immer, wenn sie jemanden aus dieser Zelle holten und er hatte sehr viel Angst vor ihnen. Erst hatten sie seinen Papa geholt. Mama hatte geweint und Tracy, seine große Schwester, und er hatten versucht sie zu tröstenDoch das war erst der Anfang gewesen…
tbc.
A/N: So das ist der erste Teil der Weihnachtsgeschichte. Ich hoffe es hat euch soweit gefallen und ihr freut euch auch schon auf den nächsten Teil! Wie ich gesehen habe kam unser Test auch gut an. An alle die die ihn noch nicht gemacht haben… WICHITG: los schnell holt euch euer Ergebnis und wisst wer ihr in dem GSoL-Universum seid. Macht unseren Test!!! Link findest ihr in unserem Steckbrief!!! Warum will eigentlich keiner Romulus sein … grübel Review't uns bitte wieder… ihr wisst doch ihr seid die Stimmen die uns Kraft geben…
Toyo: Man das war vielleicht ne schwere Geburt…
Lucius: Du warst zu spät. Das ist alles deine Schuld.
Toyo: mürrisch Als ob ich was für die Züge kann.
Lucius: Du wolltest doch unbedingt den blöden Film zu Ende sehen.
Toyo: Du etwa nicht… Tu nicht so unschuldig.
Lucius: Kein Kommentar. Und mach jetzt das Update fertig.
Toyo: Wie Majestät befiehlt.
Lucius: grins Brav so Sklave und als nächstes komm ins Schlafzimmer und sei mir zu diensten!!! lachlachlach
Toyo: schweißtropf zu Befeht…
und hier noch mal auf deutsch:
Sonett CXLVDies Lippenpaar, das Liebe selbst einst machte,
Es hauchte jenen bösen Klang: »Ich hasse«
Zu mir, der doch so lang nach ihr geschmachtet!
Doch als sie meinen Zustand sah, den blassen,
Da wurde sie zu Mitleidstat bewegt:
Befahl der Zunge, die ansonsten s
Mit mildem Urteil Schuldige belegt,
Dass sie mich so wie früher wieder grüßt.
Und wandelte »Ich hasse« durch den Schluss,
Der wie der zarte Tag die Nacht beschließt,
So wie ein Teufel endlich fliehen muss
Den Himmel, bis die Hölle ihn verschließt:
»Ich hasse« schlug sie hassend ins Gesicht
Und sprach, mein Leben rettend: »Doch nicht dich!«
