Hinweis: Habe das letzte Kapitel das ich bei der ersten Version online stellte vollkommen überarbeitet! Das ist die überarbeitete Version, der ursprüngliche Titel war „Es geht weiter…"
Spaziergang um den See
Als Hermine den Gemeinschaftsraum betrat, erschrak sie beinahe. In einer Ecke saßen Harry, Ginny, Neville, Dean, Seamus, Lavender und die Creevey Brüder. Offenbar warteten sie schon eine ganze Weile auf sie.
„Hermine!", stieß Ginny regelrecht erleichtert hervor, als sie ihre Freundin sah.
Hermine ging seufzend auf die Gruppe zu, ihnen allen hier eine Art Erklärung abzuliefern war nicht gerade das worauf sie große Lust hatte.
„Sagt nicht, dass ihr schon die ganze Zeit auf mich gewartet habt.", schnaufte sie.
Die Gruppe sagte nichts, generell wagte niemand außer Ginny und Lavender ihr in die Augen zu sehen.
„Gut, also damit wir das hinter uns haben. Ja, ich hatte Sex mit Snape. Nein, ich werde nicht darüber reden. Und nein, ihr müsst ihn auf keinen Fall umbringen, sondern endlich akzeptieren, dass er mir durch diese Ehe geholfen hat und das auch für ihn ein großes Opfer bedeutet.", erklärte sie offen, „Und bitte seht mich an!"
„Wie war es?", fragte Lavender plump, worauf hin Ginny sie kräftig stieß und ihr einen wirklich finsteren Blick zuwarf.
Obwohl es innerlich in Hermine brodelte, behielt sie nach außen hin Ruhe.
„Wie ich gerade gesagt habe, wir werden unter keinen Umständen über dieses Thema sprechen. Schließlich haben wir auch eure Hochzeitsnächte nicht breit getreten. Außerdem haben wir wesentlich wichtigere Dinge zu tun. Ich muss noch die Aufnäher fertig stellen und ich denke Plakate wären nett, was meint ihr?", schlug Hermine vor.
Ein Nicken ging durch die Runde und langsam hoben sich die Köpfe der anderen und sie wagten wieder Hermine in die Augen oder zumindest ins Gesicht zu sehen.
„Ich habe durch die ganze Hochzeitsgeschichte ohnehin viel zu viel Zeit verloren, die ich besser anders genutzt hätte. Ich befürchte ich bin schon gar nicht mehr wirklich auf dem Laufenden.", erklärte sie dann.
„Es kursieren Flugblätter in Hogwarts die neuen Ereignisse betreffend.", klärte Ginny sie auf.
„Der öffentliche Widerstand hat per Mundpropaganda einen weiteren Protestmarsch am Wochenende angekündigt, falls sich die Haltung des Ministerium in Frauenfragen nicht unverzüglich ändern sollte.", berichtete Neville.
„Wunderbar, dann gehen wir jetzt mal an die Arbeit!", freute sich Hermine.
Lavender ließ es sich nicht nehmen einen weiteren Kommentar loszuwerden, ehe sich die Gruppe an die Arbeit machte.
„Aber ich sag dir Hermine, wenn der Sex stimmt, liegt er dir zu Füssen.", erklärte sie.
Hermine erwiderte nichts, glaubte aber aus Seamus' Richtung zu vernehmen, dass er froh sei, wenn die ganze Sache mit dem Gesetz endlich vorbei sei.
Ohne weiter auf irgendeine von Lavenders Feststellungen einzugehen, setzte sich Hermine an den Tisch, die anderen folgten ihr schließlich. Und so begannen sie mit der Arbeit an den Aufnähern und den Plakaten.
„Harry, ich denke ich brauche heute Nacht deinen Umhang. Geht das in Ordnung?", fragte sie ihn nach einer Weile leise.
Harry nickte.
„Hermine, ich weiß du willst nicht darüber sprechen, aber Snape…", stammelte Harry unsicher.
Hermine legte ihm die Hand auf die Schulter.
„Er war wirklich anständig, Harry. Zerbrich dir nicht darüber den Kopf, wir haben wichtigere Dinge zu erledigen.", meinte sie zuversichtlich und Harry gab sich zumindest vorläufig damit zufrieden.
Damit wandten sie sich beide wieder ihrer Arbeit zu, aber Hermine wurde das Gefühl nicht los, dass Harry immer wieder einmal besorgte Blicke in ihre Richtung warf.
„Wir beide sprechen nachher doch noch?", flüsterte ihr Ginny etwas später zu, als sie gerade einen Aufnäher an Nevilles Umhang befestigte und mit einem Haar von Umbridge testete.
Hermine nickte.
„Ich bewundere deine Stärke.", murmelte Ginny, als sie ihre Freundin so zuversichtlich erlebte, und das wenige Stunden nach einem Ereignis, das in Ginnys Gedanken Grauen hervorrief.
„Es muss weitergehen, nicht wahr?", erklärte Hermine und ließ nicht zu, dass auch nur ein wenig Schwäche durch ihre Worte drang, „Ach übrigens, ich halte ein Treffen für unumgänglich."
„Ja, es gibt interessante Neuigkeiten.", erklärte Ginny und bezog sich dabei auf Theodor.
„Bei mir auch.", grinste Hermine offenbar zufrieden.
Minerva McGonagall war erleichtert, als Snape ihr Büro betrat. Sie wartete schon seit längerem auf ihn.
„Professorin.", nickte Snape ihr zu.
„Setzen sie sich doch bitte, Severus.", erklärte sie und deutete auf den Stuhl gegenüber ihres Schreibtisches.
„Sie bestanden gestern darauf, dass ich heute zu ihnen komme.", meinte Snape kühl.
„Sie und Ms Granger…", begann Minerva vorsichtig.
„Sie wird an der Schule bleiben.", gab ihr Severus als Erklärung.
Minerva nickte, war aber offenbar aufgelöst.
„Wie geht es ihr?", fragte sie dann direkt.
„Den Umständen entsprechend, nehme ich einmal an.", erklärte er kühl.
Minerva nickte erneut.
„Und wie geht es ihnen, Severus?", fragte sie dann ernst.
„Ich komme zurecht.", erklärte er und zeigte sich damit unwillig näher darauf einzugehen.
Eine Weile starrten sowohl Severus, als auch Minerva in die Leere. Sie war zu diskret, um das Thema näher zu erörtern und Severus wäre unter keinen Umständen bereit ihr von sich aus Auskünfte zu geben.
„Es gibt Dinge, die den Orden betreffen, die ich so bald wie möglich erörtern sollte.", wechselte er schließlich nach Minuten des Schweigens das Thema. „Außerdem habe ich eine Bitte an sie."
„Die wäre?", fragte sie.
„Minerva, ich möchte, dass sie Miss Granger für die UTZ Prüfung in Zaubertränke anmelden.", erklärte er.
„Obwohl sie das Mädchen aus dem Kurs geworfen haben.", war sie verwundert.
„Ihr Können entspricht dem UTZ Niveau, wenn es das nicht sogar übertrifft. Es wäre unverantwortlich sie nicht an der Prüfung teilnehmen zu lassen.", führte er den Grund seiner Bitte sachlich an.
„Sie könnte das als eine Art Entschädigung missverstehen, das ist ihnen bewusst.", gab ihm Minerva zu bedenken.
„Deshalb weiß sie auch nichts davon und wird auch bis zur Prüfung nicht darüber in Kenntnis gesetzt werden.", erklärte Snape seine geplante Vorgehensweise in dieser Sache.
„Sie muss sich doch irgendwann vorbereiten.", schüttelte Minerva den Kopf.
„Das bezweifle ich stark.", meinte er nur kühl.
„Nun, langsam erscheint es mir wie eine Entschädigung, ich meine dieser plötzliche Sinneswandel ihrerseits.", war sie verwundert.
„Ich habe nie bezweifelt, dass Miss Granger Fähigkeiten hat, aber ich konnte mich heute davon überzeugen, dass sie meine Einschätzungen bei weitem übertreffen. Ich werde das näher erörtern sobald sich der Orden trifft.", verschob er die genauere Ausführung der Erklärung auf später.
„Nun, möglicherweise sollten sie Miss Granger doch darüber in Kenntnis setzen. Unter diesen Umständen wird sie es wohl eher als Kompliment zu verstehen wissen.", änderte Minerva ihre Meinung.
„Ich bleibe dabei. Sie muss davon nichts wissen.", sagte er kühl.
Minerva blickte in seine kalten Augen und überdachte die Situation.
„Wovor haben sie Angst Severus? Weshalb diese Kälte Miss Granger gegenüber?", sprach sie schließlich aus, worüber sie grübelte.
„Ich weiß nicht was sie meinen. Ich verhalte mich ihr gegenüber nicht anders als allen anderen Schülern und Schülerinnen gegenüber. Daher würde ich sie bitten derartige Andeutungen zu unterlassen.", blockte er ab.
„Machen sie mir nichts vor Severus, ihnen liegt etwas an Miss Granger.", wurde sie nun deutlicher.
„Wie an allen anderen Schülern und Schülerinnen. Das sehe ich als Lehrer als meine Aufgabe.", erklärte er sachlich.
„Nun unter diesen Umständen denke ich es ist überflüssig sie zu bitten ihr nicht wehzutun. Das werden sie nicht tun. Aber tun sie sich selbst nicht weh, Severus. Ich denke sie sollten ehrlicher zu sich selbst sein.", mahnte sie.
„Und ich denke sie sollten ihre Ratschläge besser für sich behalten, wenn ihnen der Bezug zur Realität fehlt.", meinte er finster und wirkte verärgert.
Minerva beäugte ihn ein weiteres Mal längere Zeit schweigend. Sie wurde das Gefühl nicht los wurde, dass Severus für dieses Mädchen weit mehr empfand als er bereit war sich selbst oder gar anderen einzugestehen. Es beunruhigte sie sehr und war ihr keineswegs recht, da Hermine immer noch seine Schülerin war und was Emotionen betraf in ihren Augen ein kleines Kind. Vorallem hatte sie Rons Tod bei weitem noch nicht verkraftet. Im Moment wusste sie allerdings nicht, wie sie mit dieser Situation umgehen sollte und entschloss sich es einstweilen auf sich beruhen zu lassen.
„Brauchen sie mich noch, oder kann ich gehen?", fragte Snape schließlich.
„Sie können gehen.", meinte sie und fügte als er schon an der Tür stand noch etwas hinzu, „Ich vertraue auf sie Severus."
„Berechtigterweise.", sagte er nur kühl und verließ das Büro.
Nachdem sie ihre Arbeit für den heutigen Tag beendet hatte, begaben sich Ginny und Hermine nach draußen. Sie spazierten wie so viele Male in denen sie wichtige Dinge zu besprechen hatten, um den See.
„Wie geht es dir jetzt?", sprach Ginny sie ganz direkt auf ihre Verfassung an.
„Das ist eine der wohl schwersten Fragen die es gibt und ich befürchte ich kann dir darauf keine zufrieden stellende Antwort geben. Im Wesentlichen bin ich verwirrt und überfordert mit der Situation.", erklärte Hermine ehrlich.
„Snape war anständig, ja?", fragte Ginny sehr besorgt.
„Ginny, Snape hat ein großes Opfer für mich erbracht. Auch wenn ihr das alle nicht verstehen oder sehen wollt. Überleg dir doch nur wie die ganze Welt ihn sieht. Anstatt es für gut zu befinden, dass er mir in einer derartigen Situation geholfen hat, wird er von allen als Übeltäter betrachtet. Das ist nicht fair.", meinte sie bitter.
Sie blieb einen Moment stehen und starrte hinauf in den Himmel, als hoffte sie sie könnte dort oben Antworten finden.
Ginny blieb still neben ihr stehen. Sie hatte sich tatsächlich nie die Mühe gemacht die Situation aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.
„Es war für ihn doch auch nicht leicht und keineswegs angenehm. Ich…", sie stammelte, „Eigentlich habe ich ihn dazu genötigt. Ich habe sein Moralgefühl dazu benutzt mir diesen Gefallen zu tun."
„Snape und Moral?", wehrte Ginny den Gedanken von sich.
„Ja, Ginny. Auch Snape hat Moralvorstellungen, selbst wenn dir das unglaublich erscheint.", schüttelte Hermine enttäuscht über ihr Unverständnis den Kopf.
„Nun sei doch nicht so. Es ist einfach nicht so leicht. Immerhin haben wir ihn seit Jahren gehasst. Und du stilisierst ihn gerade zum selbstlosen Retter. Es ist immer noch Snape, vergiss das nicht.", wurde Ginny nun etwas ärgerlich.
„Ich habe ihn benutzt um mich selbst zu retten.", meinte Hermine bitter.
„Und er benutzt dich zum selben Zweck.", tat Ginny ihre Selbstkritik ab.
„Das macht es keineswegs besser.", blieb Hermine stur.
„Aber du vergisst, wie er dich behandelt.", warf Ginny uneinsichtig ein.
„In den letzten Tagen hat Snape bewiesen, dass hinter dieser eisigen Fassade doch ein Mensch steckt. Er mag ein ziemlich unangenehmer Zeitgenosse sein, aber er hat Prinzipien. Ohne seine Hilfe hätte ich die Hochzeit nicht überstanden. Er hat sich wirklich um mich gekümmert, obwohl ich ihn nicht gerade respektvoll behandle, wie ich mir wohl selbst langsam eingestehen muss.", erklärte sie.
„Und gestern Nacht?", bohrte Ginny nach.
„Er wollte den Vollzug der Ehe verweigern, weil er meinte, dass er nicht mit einer Frau schlafen kann, die das nicht will."
„Aber er hat es getan.", warf Ginny ein.
„Ja, weil ich ihm keine Wahl gelassen habe.", meinte Hermine betroffen.
Ginny schüttelte den Kopf und ging ein paar Schritte, Hermine ging ihr nach. Sie blieben ein paar Meter weiter stehen.
„Hör auf dir jetzt die Schuld an allem was passiert ist und was noch passieren wird zu geben. Er hat eingewilligt, natürlich hatte er eine Wahl. Ich denke es ist nicht so einfach. Es ist eine ziemlich merkwürdige Situation.", Ginny war ganz aufgelöst und musste erst einen Weg finden mit diesen neuen Erkenntnissen umzugehen.
„Das ist es. Und auch wenn mir vieles nicht klar ist, in einer Sache bin ich mir sicher. Snape ist im Grunde seines Herzens ein guter Mensch und er hat mehr für mich getan als ich jemals wieder gutmachen könnte.", erklärte Hermine bestimmt.
Ginny nickte stumm.
„Ich nehme an es war so schrecklich wie ich es mir ausmale.", meinte sie schließlich und klopfte Hermine sanft auf die Schulter.
„Darüber möchte ich momentan nicht nachdenken. Zuerst müssen wir dieses Gesetz in Angriff nehmen, die Wunden die es uns schon zugefügt hat müssen warten, bis das alles vorbei ist.", erklärte sie während sie den Spaziergang fortsetzte.
„Ich bin schwanger.", meinte Ginny schließlich.
„Es hat funktioniert. Das ist sehr beruhigend. Wie geht es dir damit?", fragte Hermine.
„Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht.", meinte Ginny.
Die beiden Freundinnen nahmen sich in die Arme und verweilten für einige Augenblicke so, ehe sie zum Schloss zurückkehrten.
„Bald ist das alles vorbei und wir bekommen unser Leben zurück.", meinte Hermine schließlich.
Ehe Hermine zurück in die Räumlichkeiten von Snape ging, holte sie die Plakate und den Umhang von Harry aus dem Gemeinschaftsraum. Sie schlich eine Weile durch die Korridore und brachte so viele Plakate an wie sie konnte.
Als sie schon fast fertig war vernahm sie Schritte und stellte sich dicht an eine Statue.
Bald konnte sie Umbridge und Lester erkennen, die den Gang entlang gingen.
„Es kann nicht mehr lange dauern, bis wir genug Material gesammelt haben, dass es uns ermöglich McGongall ihres Dienstes zu entheben.", erklärte Umbridge siegessicher.
„Sobald sie von der Bildfläche verschwunden ist, wird es leicht für uns sein den Widerstand hier ausfindig zu machen.", erklärte Lester.
„Nun, eigentlich kennen wir unsere Verdächtigen doch bereits. Es geht nur noch darum sie zu überführen.", meinte Umbridge.
„Was sollen eigentlich diese ganzen Plakate. Ich dachte Nachhilfeunterricht würde nur am schwarzen Brett angeschlagen werden.", schüttelte Lester den Kopf und riss ein Plakat, das Hermine angebracht hatte von der Wand.
„Mein lieber Freund, ich denke wir wissen beide was dieses Plakat in Wahrheit darstellt. Und für wie dumm halten uns Granger und ihre Freunde und Freundinnen, dass sie tatsächlich annehmen wir könnten nicht eins und eins zusammenzählen. Weshalb sollten von einem Tag auf den anderen Smileys am Kragen aller hier in Hogwarts angebracht sein, wo doch am Vortag ganz andere Bilder die Anstecker zierten.", höhnte Umbridge.
„Sie erzählten, dass sie früher den Raum der Wünsche benutzten, wir könnten ihnen dort auflauern.", überlegte er.
„Sie haben Methoden uns zu überwachen. Ich habe noch nicht herausgefunden wie, aber ich bin mir sicher, dass sie wissen wo wir uns aufhalten.", erklärte Umbridge.
„Wir sollten die Verdächtigen in Untersuchungshaft stecken.", meinte Lester.
„Bald, mein Freund. Aber zuerst müssen wir McGonagall aus dem Weg räumen. Sie ist das einzige Hindernis. Aber der Minister weiß, dass er sie nicht einfach so entlassen kann, das würde zuviel Aufsehen erregen. Hogwarts ist in der Öffentlichkeit viel zu anerkannt, und auch seine Direktorin.", erklärte sie.
Lester nickte einsichtig.
„Haben sie eine Vermutung ob sie den Raum noch benutzen?", fragte Lester.
„Ich denke sie verwenden die Heulende Hütte und wiegen sich dort in Sicherheit. Sie nehmen wohl an wir hätten nicht Mittel und Wege zu recherchieren. Sie sind jung und naiv, deshalb werden wir leichtes Spiel mit ihnen haben, sobald sie ihre Beschützerin verloren haben.", höhnte Umbridge.
Hermine erschrak, Umbridge wusste mehr über sie als sie jemals vermutet hätte.
„Ich habe eine Liste begonnen in der ich alle Verdächtigen eingetragen habe. Sämtliche DA Mitglieder, den gesamten öffentlichen Widerstand, aber ich vermute es handelt sich um wesentlich mehr.", meinte sie.
„Wie können sie nur so naiv sein und glauben, wir kämen ihnen nicht auf die Schliche.", machte sich nun auch Lester über die Gruppe lustig.
Hermine wurde unterdessen mulmig zumute. Sie wusste wer dem Widerstand angehörte und wartete also nur noch darauf, dass sie ihr Indizien lieferten. Das war keine gute Nachricht.
„Der Orden des Phönix?", fragte Lester.
„So aktiv wie eh und je. Und die Lehrer und Lehrerinnen hier allesamt auch in der einen oder anderen Form für den Widerstand tätig. Außerdem wird es sie interessieren, dass ich auch Verdächtige habe, was den Widerstand in London betrifft. Die beiden Weasley Zwillinge und ihre Ehefrauen.", spottete sie, „Und die glauben alle wirklich sie wären anonym und unbekannt. Sie wiegen sich in ihrer falschen Sicherheit. Sie sind beinahe bemitleidenswert."
„Ich nehme an sie werden beschattet."
„Selbstverständlich. Leider konnten wir ihr Hauptquartier immer noch nicht ausmachen. Aber es ist nur eine Frage der Zeit bis sie uns auch dorthin führen. Bei der nächsten Demonstration werden wesentlich mehr Beamten und Beamtinnen die Demonstration in Zivil begleiten und als normale Demonstrierende wird ihnen Zugang zum Hauptquartier gewährt werden. Dann kennen wir ihren Aufenthaltsort.", erklärte Umbridge, „Aber etwas anderes, ich denke wir beide wissen, welche Zeitung hier gelesen wird. Ich schlage vor in den nächsten Tagen dazu über zu gehen die Zeitungen in Hogwarts generell zu verbieten. Der Tagesprophet wird uns gerne persönlich Zeitungen zustellen die wir in der Bibliothek auflegen können. Damit sollten die Argumente wir würden die Nachrichtenzufuhr untergraben gut entkräftet werden."
„Ein guter Zug, aber die Mundpropaganda und mögliche Flugzettel sind damit noch nicht aus der Welt.", meinte Lester.
„Wir werden hier noch einige Änderungen erwirken, mein Freund.", meinte Umbridge, „Wir werden in Zukunft stichprobenartig verdächtige Pergamente auf Zauber und Flüche untersuchen."
„Wie sieht es mit einer Freizeitbeschränkung und Ausgangsperre aus?", fragte Lester.
„Alles mit Ruhe. Wenn wir zu schnell vorgehen gibt es zu großen Widerstand. Wir müssen das langsam angehen.", erklärte Umbridge mit einem diabolischen Grinsen, „Aber unser nächster Auftrag ist definitiv herauszufinden wie der Widerstand kommuniziert, sie müssen einen Weg gefunden haben. Bestimmt einer der Zauber von Granger. Wir müssen also nur ihre Art zu denken besser ergründen und der gesamte Widerstand wird für uns zum offenen Buch."
Hermine zitterte am ganzen Leib, was sie da hörte war ein Albtraum. Sie hatten Umbridge unterschätzt, offenbar hatte sie doch mehr Verstand als sie ihr zugestehen wollten.
„Aber mein lieber Freund Lester, wie steht es eigentlich um ihren Sohn?", verhöhnte sie nun ihren Kollegen.
„Wie ich schon sagte. Dieser Verdacht ist höchst unbegründet. Er steht unter ständiger Überwachung.", erklärte Lester.
„Wie lange wollen sie ihn noch in Schutz nehmen?", wurde Umbrigde deutlicher.
„Steve ist verheiratet und hat sich in keiner Weise an irgendeiner Form des Widerstandes beteiligt. Ich halte diese Anschuldigungen für Verleumdung.", blieb Lester stur.
„Wenn sie meinen.", belächelte ihn Umbridge, „Aber sie sollten sich nicht zum Mittäter machen, das könnte böse für sie enden."
Hermine fielen ein paar Plakate aus der Hand, als sie nun auch hörte, dass Steve und seine Freunde und Freundinnen dem Ministerium keineswegs unbekannt waren.
„Was war das?", meinte Umbridge erschrocken und wurde hektisch.
„Lumos!", sprach Lester, doch auch mit Licht war nichts zu erkennen, da Hermine sich schnell über die Plakate gebeugt hatte.
„Seltsam, hier hören die Plakate auf.", grinste Umbridge und zeigte auf die Stelle an der Hermine kauerte.
Sie erstarrte.
„Wir wissen auch von ihrem Unsichtbarkeitsumhang Mr Potter.", höhnte sie und richtete ihren Zauberstab direkt auf die Stelle an der Hermine kauerte.
Auf allen vieren kroch sie, die Plakate an sich gedrückt, den Gang entlang. Sie konnte sich nur ausgesprochen langsam bewegen, da sie keine Geräusche riskieren durfte.
„Das Spiel ist aus Potter, besser sie stellen sich gleich. Sonst könnten unsere Flüche ihnen noch ernsthaften Schaden zufügen.", spottete Umbridge, „Der Minister würde das bestimmt nicht missbilligen. Es ist quasi Notwehr."
Harry, dachte Hermine. Wieso konnte Harry nicht in diesem Moment am besten in Begleitung von McGonagall um die Ecke kommen und so jeglichen Verdacht beseitigen.
Nun war sie ganz auf sich gestellt, und sich zu stellen war keine Option. Das wäre das Ende und die ganze Sache mit der Heirat wäre umsonst gewesen. Außerdem mussten die Informationen die sie gesammelt hatte dringend an die anderen weitergeleitet werden. Sie musste es irgendwie schaffen.
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Teile der A/N zur ersten Fassung (leicht modifiziert und extrem gekürzt):
Zunächst einmal möchte ich mich bei allen bedanken, die jemals einen oder mehrere Reviews geschrieben haben. (Nicht böse sein, dass ich euch nicht namentlich erwähne, aber alle die geschrieben haben wissen es ja selbst ;-) ) Durch eure Einwürfe, Fragen, Kritiken, etc. helft ihr mir wirklich extrem weiter. Ich will es so ausdrücken: Eigentlich könnt ihr euch alle als Mitautoren und Mitautorinnen betrachten, weil viele Überlegungen die ich mir mache erst durch eure Hinweise darauf stattfinden. Vor allem sind eure Stellungnahmen immer sehr beflügelnd und ich habe euch alle sehr ins Herz geschlossen. Betrachtet das als mein Dankeschön, das ich gleich allgemein aussprechen will, das aber an jede/n einzelne/n von euch geht.
Wie ich im Vorwort im Disclaimer geschrieben habe bin ich eigentlich ein Kind, das mit Puppen spielt, und diese Puppen haben ihr Eigenleben. (Dadurch sind sie eigentlich keine Puppen mehr…) Manchmal passieren Dinge, und ich kann selbst nicht genau nachvollziehen warum, aber ich spüre (zumindest meistens), ob es eine Aktion der Charaktere war oder ob ich sie vielleicht etwas genötigt habe. Kapitel, in denen ich sie zu irgendetwas zwinge verwerfe ich für gewöhnlich. Hermine, Snape und der Rest weigern sich nämlich vehement weiter mit mir zu spielen, sollte ich gegen ihr Freiheitsgebot verstoßen. (Wenn das jetzt merkwürdig oder schwer verständlich erscheint liegt das daran, dass ich hier über intuitive/emotionale Dinge schreibe und das was ich hier erkläre mit Rationalität wenig zu tun hat.) Das erkläre ich euch jetzt deshalb, damit ihr versteht, weshalb ich meist selbst erst nach einem Kapitel realisiere, was da rational betrachtet eigentlich vor sich geht. Ich kann das Kapitel also erst im Nachhinein von Außen betrachten, weil ich während dem Schreiben im Kapitel bin. Von Außen erkenne ich die Zusammenhänge dann deutlicher. (Aber da ich nie außerhalb der ganzen Geschichte stehe übersehe ich doch das eine oder andere.) Aber nur weil ich selbst das eine oder andere manchmal noch nicht verstehen kann heißt das nicht, dass eine bestimmte Handlung einen Irrtum darstellen würde, es heißt nur, dass ich was geschehen ist noch nicht ganz erfasst habe. Einen Irrtum würden mich Hermine und Snape sofort spüren lassen.
Eine Frage die viele beschäftigt hat, war, wie es Snape geschafft hat überhaupt „bereit" zu sein die Ehe zu vollziehen. Also zunächst einmal, habe ich mich das auch gefragt, weil es unter diesen Bedingungen gar nicht funktionieren sollte. Also saß ich vor dem Computer und dachte, das kann ja gar nicht gehen. Aber es hat funktioniert, und das ist das eigentliche Dilemma von Snape. Die Frage wie er das geschafft hat bleibt vorerst ein Rätsel, aber es gibt da einige Möglichkeiten und Ginny wird zumindest Hermine noch dazu zwingen sich dieser Frage zu stellen. Wie Hermine damit umgeht und ob sie Snape darauf ansprechen wird werden wir noch sehen. Ich kann dazu nur sagen, ich habe es noch nicht gewagt Snape danach zu fragen, aber er weiß es, das bedeutet was immer es ist, es steht zumindest in dem Kopf eines fiktiven Charakters bereits geschrieben und ich bin schon ausgesprochen gespannt. Zugegeben ich habe schon so eine Ahnung, aber die muss sich erst bestätigen…
Ich will uns nicht zuviel vorwegnehmen aber ein paar Gedanken in den Raum stellen: Wir vermuten zunächst einmal, dass Snape keinen Trank zu sich genommen hat. Wissen tun wir es nicht, weil Hermine ab irgendeinem Zeitpunkt die Augen geschlossen hat. (Übrigens ist sie eine ganze Weile so am Bett gelegen, aber da ihr die ganze Zeit ohnehin endlos erschien hielt ich es für unnötig und eigentlich unmöglich eine sinnvolle Zeitangabe zu machen.) Wir wissen, dass Snape ein Okklumens ist und könnten zumindest vermuten, dass er seine eigenen Gedanken sehr leicht unterdrücken und kontrollieren kann, wir wissen es nicht, aber vielleicht kann er bewusst Gedanken hervorholen, und sich eine Illusion schaffen, aber das ist nur eine Vermutung. Wie es ihm allerdings gehen würde nachdem er sich vor Augen geführt hätte, was wirklich geschah, ist da schon eine ganz andere Geschichte. Aus seinem Verhalten Hermine gegenüber können wir ersehen, dass es ihm ausgesprochen schwer gefallen ist, sich dazu durchzuringen die Ehe wirklich zu vollziehen. Wir haben allerdings keine Ahnung was seine eigentlichen Motive betrifft. Das Problem ist, wir wissen nicht wann wir Snape glauben können und noch weniger was eigentlich in seinem Kopf vorgeht, das macht die ganze Sache schwieriger. Wir könnten zumindest annehmen, dass Snape es Hermine so erträglich wie möglich machen wollte und wusste, dass es entweder sofort funktionieren muss oder gar nicht. Das würde ihn allerdings unter einen noch größeren Druck setzen und die ganze Sache doch eher erschweren. Aber – und daran lässt sich nichts ändern – es hat funktioniert und das könnte durchaus auch ein schlechtes Licht auf Snape werfen und es führt uns weg von der körperlichen Frage nach dem wie kann er nur zu der moralischen Frage nach dem wie kann er überhaupt in so einer Situation? Hier sehe ich die eigentliche Problematik. Von außen betrachtet mögen einige vielleicht fragen: Was muss das für ein Mensch sein, dem das gelingt? Aber von innen betrachtet, aus seiner Sicht, wäre eine solche Frage noch viel dramatischer, wenn er sich selbst fragt: Was für ein Mensch muss ich sein, dass ich es tatsächlich schaffe in einer derartigen Situation erregt zu sein?
Das ließe sich alles noch näher erläutern und ausführen, vor allem wenn wir noch hinzuziehen, dass er wusste, dass Hermines Schicksal in seinen Händen lag und wir uns fragen wieso sie es beide eigentlich für besser hielten keine Tränke einzunehmen. Wäre es dadurch einfacher gewesen? Würde es ihnen nachher besser oder schlechter gehen? Hat Snape auf einen Trank verzichtet (vorausgesetzt er hat nicht doch einen genommen), weil auch Hermine es getan hat? Wenn ja, wieso? Fragen über Fragen… Und dann noch die danach, ob sie es sich nicht hätten einfacher machen können. Ich kann dazu nur sagen: Möglichkeiten hätte es gegeben, aber sie haben entweder bewusst darauf verzichtet oder sie brachten sich einfach nicht über sich. Antworten darauf bieten hoffentlich die nächsten Kapitel…
Aber alles in allem: Egal was Snape letztendlich dazu gebracht hat, körperlich in der Lage zu sein die Ehe zu vollziehen, ich möchte nicht in seiner Haut stecken…
Aber wie gesagt sind das hier alles nur Vermutungen und die Zeit wird uns zeigen, was Snape sich in dieser Nacht wirklich dachte. Zumindest werden wir einen Eindruck davon bekommen.
Hermine hat ihr ganz eigenes Dilemma, weil sie Snape in die Enge trieb und ihm zum Vollzug der Ehe nötigte, indem sie ihm rein moralisch keine wirkliche Wahl ließ. Und das obwohl sie zumindest bedingt erahnte, was sie von ihm verlangte. Die nächste Frage ist, ob es sich durch das Dilemma in das sie Snape nun brachte, in gewisser Weise um sexuelle Nötigung handeln könnte. Ich glaube wir haben alle eine andere Moralvorstellung was Details betrifft und ich kann nur für mich sagen, dass ich einfach nicht weiß wie ich es bewerten soll und deshalb nicht bewerten will. Das könnt ihr für euch selbst tun. Was noch zu sagen wäre: Es war für sie eine Art „Überlebenskampf", und da blieb nicht die Zeit alles in ihr Bewusstsein eindringen zu lassen, und sämtliche moralische Aspekte zu überdenken, was sie vermutlich irgendwann erschüttern wird und dann muss sie sich mit ihrem eigenen Gewissen plagen und damit befassen, dass sie dadurch, dass was sie nicht wollte, das ihr angetan wird, vielleicht in gewisser Weise auch ihm angetan hat.
Es ist und bleibt nun mal ein Dilemma und es ist schwer hier zu sagen was moralisch ist und was nicht. Und ob die Frage nach der Moral hier von großer Relevanz ist.
Die folgende Antwort auf einen Review ergänzt den Text und erklärt weshalb ich das Kapitel Opfer so geschrieben habe wie ich es getan habe und nicht anders. Den Review findet ihr bei der alten Version, dafür müsst ihr allerdings etwas suchen…
Yippieh: Also ich denke ich habe im vorangehenden Text ausführlich erklärt, dass das eigentliche Problem für mich ist, dass es funktioniert hat. Aber ich kann deinen Einwand gut verstehen, als ich das Kapitel schrieb, dachte ich zunächst auch, dass das ja gar nicht funktionieren kann. Als es anders kam als erwartet, war ich zunächst selbst überrascht und irritiert. Aber es wird sich auflösen…
Was die Lösungsvorschläge betrifft, zunächst einmal danke für die Hilfestellung.
Allerdings hätte sich Hermine von sich aus niemals einfach so ganz ausgezogen. Nicht wenn es sich hätte vermeiden lassen. Sie hätte es vielleicht getan, wenn Snape sie darum gebeten hätte, aber das wiederum hätte Snape nie verlangt. Bei der Vorstellung alleine schaudert mir aber nur noch mehr.
Einer der Versuche das Kapitel zu schreiben basierte auf Verbalerotik. Es hat nicht funktioniert. Also genauso genommen hat es erzwungener maßen funktioniert, aber ich habe es verworfen, da Hermine und Snape gegen dieses Kapitel protestierten, weil sie nie so gehandelt hätten wie in diesem Kapitel. Vielleicht hätte ein/e andere/r Autor/in es auf diese Art und Weise geschafft, sicher sogar, aber mir ist es nicht gelungen, weil die Bedingungen nicht passten. (Jede/r Autor/in spielt eben auf eine andere Weise mit den unendlichen Möglichkeiten welche die Charaktere bieten und setzt durch Rahmenbedingungen das Schicksal eben dieser fest.) Trotz der Spannung die immer zwischen den beiden herrschte (und ich hoffte am Anfang, dass es dazu führen würde, dass die Hochzeitsnacht erträglicher wäre) hat Hermine sich quer gestellt. Sie wollte es einfach nicht. Wenn sie es dennoch versucht hätten, wäre Snape klar geworden, dass Hermine ihm nur etwas vormacht und es hätte einfach nicht funktioniert. (In einem Kapitel das ich versucht habe war es nicht so, das habe ich aber nur durchgedacht und nicht geschrieben, in dem Kapitel, das ich wirklich geschrieben habe waren sowohl Hermine als auch Snape einfach out of character. Deshalb habe ich es dann verworfen.) Ich will gar nicht leugnen, dass es tausende andere Möglichkeiten gegeben hätte, aber das Kapitel das ich letztendlich veröffentlicht habe war meiner Meinung nach das ehrlichste und das – in meinen Augen – einzig passende. Vor allem bringt es ziemlich viele Konflikte mit sich.
Was den Zaubertrank betrifft: Hermine und Snape sind beide Menschen, die es sich manchmal sehr schwer machen, weil sie irgendwelchen Prinzipien oder Überzeugungen treu bleiben und weil sie einfach generell eine Neigung dazu haben. Sie haben einfach einen Hang dazu übermäßig verantwortlich zu handeln, selbst wenn das unverantwortlich sein sollte. (Das ist jetzt wahrscheinlich sehr unverständlich ausgedrückt, sorry.) Vielleicht noch verwirrender ausgedrückt: Sie hätten das Gefühl gehabt nicht frei entscheiden zu können, sondern unter einem weiteren Einfluss zu stehen. Um die Konsequenzen wären sie auch nicht herumgekommen also hielten sie es offenbar für ehrlicher.
