48. Who will save your soul


Ein paar Stunden später kehrten sie mit zwei weiteren Notizen in die Wohnung zurück. Wärmer, und Doc. John hatte Sherlock die Bugs Bunny - Anspielung erklärt, der fragte, was am Ende passierte. Als er von den Dingen erzählte, die auf Elmer für seine Liebenswürdigkeit gegenüber Bugs zurückschlugen, rollte Sherlock beinahe mit den Augen. Moriarty wurde Tag für Tag verrückter, wie es aussah.

Sherlock hielt eine Karte an die Wand und steckte eine rote Pinnnadel auf die Fundorte der zwei Hinweise.: die verlassene Fabrik und der Ort, an dem Alden Woodhouse Leiche gefunden worden war. Es würde mehr Hinweise geben, da war er sich sicher. Moriarty würde sich wahrscheinlich einen wirklich guten für den Zeitpunkt aufheben, an dem ,,Die Jungfrau" nicht mehr wäre.

Er saß vor Johns Laptop. John war gerade erst duschen gegangen. Er würde heute Nacht zu hause bleiben, sagte er , und in der Wohnung herumhängen. Das Herumhängen stellte sich als als ,Er wollte vor Marys Besuch putzen!` heraus. Sherlock hatte Molly mehrere Texte geschrieben und Antworten erhalten. Sie hing heute abend in der Wohnung ab. hatte sie erzählt, was, wie er wusste der Code für ,,Die Wohnung aufräumen" war. Es war auf eine Art und Weise amüsant, dass sie und John denselben Code benutzten. Und es war auch seltsam tröstend. Er würde sie morgen abend um sieben Uhr abholen: Sie würden Dinner im Angelos haben. Sherlock würde auch an diesem Abend nirgendwo sonst mehr hingehen, entschied er, um etwas Zeit zu haben, um über das Spiel nachzudenken...

Das Spiel. Moriarty und seine abscheuliches Telefon, an das er gekettet war. Moriarty, der alles hören konnte, was Sherlock sagte, alles vernahm, was zu ihm gesagt wurde. Moriarty, der gehört hatte, wie er mit Molly herum gemacht hatte, der, seine erste orale Erfahrung mitangehört und ihn in seinem Bett stöhnen gehört hatte: ob Moriarty jedoch dachte, ob Sherlock masturbiert oder einen nächtlichen Orgasmus gehabt hatte, konnte er nicht sagen. Vermutlich wusste er, dass es ein Traum gewesen war, und warum es keine Masturbation gewesen sein konnte.

Und nun würde er dabei zuhören wie Molly und er ...seinen Status änderten.

Seine erste komplette sexuelle Erfahrung würde angetastet, beschmutzt werden. Es widerte ihn an, sowohl um Mollys als auch um seinetwillen.

Dies war eine weitere Grenze, die Sherlock nicht zu übertreten bereit war.

Das bedeutete, dass er Moriarty überreden musste, ihm zu erlauben, das Handy auszuschalten, während er und Molly intim waren.

Wie?

Etwas in seinem Verstand machte schließlich Klick: Moriarty hatte, darüber geredet, dass er etwas zum verhandeln bräuchte.

Sherlock dachte ein paar Minuten nach.

Er kam zu zwei Schlussfolgerungen.

Er hatte nicht viel, das war wahr. Aber er war nicht gänzlich ohne Ressourcen.

Sherlock holte sich einen Stift, etwas Papier und setzte sich hin, um sich einen Moment zu besinnen. Er schrieb ein paar Zeilen, strich eine heraus, und schrieb noch ein paar weitere. Er gab die erste Zeile bei Google ein und überflog die Ergebnisse. Das dritte Ergebnis ließ ihn innehalten, dann klickte er auf den Link. Er lauschte der Musik, dachte über den Text nach. Ja. Das würde vollauf genügen.

Er kaufte den Song, verband sein Handy mit dem Laptop und lud es darauf. Dann wanderte er durch die Wohnung, auf der Suche nach drei speziellen Gegenständen. Als er sie gefunden hatte, fertigte er daraus, was er benötigte.

Dann griff er nach seinem Telefon. ,,Ring, ring."

Als das Telefon klingelte, nahm er einen tiefen Atemzug. ,,Lassen Sie uns eine Runde drehen, sollen wir?"

,,Jetzt?"

,,Schlechter Zeitpunkt? Tüfteln Sie gerade etwas aus, um anderer Leute Leben zu manipulieren?"

,,Immer." sagte Moriarty mit einem Lachen. ,,Aber Sie wissen, wie besonders Sie sind. Ich werde Sie in zwanzig Minuten abholen. Sie müssen sich nicht für mich herausputzen."

,,Gut. Ich warte." sagte Sherlock knapp.

Er kritzelte eine Notiz für John nieder, Minuten bevor Moriarty fällig war, und schlüpfte nach draußen, sein Handy und sein Druckmittel in seiner Jackentasche.

Als Moriarty ankam, stieg Sherlock ins Taxi. Moriarty entfernte schlängelte sich langsam von der Wohnung aus in den Verkehr. Sherlock hob seine Augenbrauen.

,,Keine Musik heute?"

,,Ja, aber nicht für Sie." Moriarty drückte einen Knopf auf einem Telefon, und eine Minute später piepte Sherlocks. ,,Schicken Sie das Molly."

Sherlock sah hinunter. Eine MP3. ,,What do you want from me?" von jemandem namens Adam Lambert.

,,Es ist sooo relevant." antwortete Moriarty auf seine unausgesprochene Frage. ,,Sehr emotional. Sie wird es verschlingen wie etwas Süßes, keine Sorge."

,,Sie scheinen ein wahrer Experte auf dem Gebiet der Romantik zu sein. Wie kommt es dazu? Waren Sie als Teenager ein paar Tage gelangweilt?"

"Sherlock, Sherlock, Sherlock. Warum sind Sie so gemein? Ich bin ein Experte auf vielen Gebieten, wie Sie. Nur auf wesentlich mehr Gebieten. Sie haben ihre Studien vernachlässigt, und jetzt fällt es auf sie zurück und sucht sie heim. Ist es hart für Sie, das zuzugeben?"

,,Ich weiß alles, was wichtig ist." sagte Sherlock.

,,Fa-halsch, Mary-Lou. Aber Sie sind clever, also ist es nicht zu spät für sie, dazu zu lernen. Mit ein wenig Hilfe meinerseits, natürlich. Und nun. Sie wollten mich sehen, und ich denke nicht, weil sie einen Ratschlag in Bezug auf Sex wollen. Sie haben immerhin John und Mycroft dafür. Sicher wollen Sie Mycrofts Angebot ihnen ein Buch zu geben, nicht annehmen? Sie werden so unbeholfen sein. Andererseits, Molly weiß, dass Sie Jungfrau sind, und sie liebt Sie, also wird sie ekstatisch sein, egal wie furchtbar sie sind. Ein Glück für Sie."

,,Ich habe etwas für Sie." erklärte Sherlock ruhig.

Moriarty strahlte ihn an. ,,Für mich? Was ist es?"

,,Ein Song für den Soundtrack."

,,OH. Nun, das habe ich nicht erwartet." gab Moriarty zu. ,,Los! Machen Sie weiter."

Sherlock nahm sein Telefon heraus und drückte auf Play, um den Song abzuspielen.

Als er vorbei war, seufzte Moriarty. ,,Meine Güte, sie sind dramatisch geworden, nicht wahr? Fühlen Sie wirklich so?"

,,Ja."

Er war für einen solch langen Moment still, dass Sherlock sich fragte, ob er falsch gelegen hatte. Aber schließlich fragte Moriarty. ,,Was wollen Sie?"

,,Privatsphäre. Wenn ich bei Molly bin. Ich will nur, dass nur sie und ich zusammen sind."

,,Ooh. Sie heimlicher Romantiker. Sie wollen nicht, dass ich zuhöre, wenn Sie und Molly Bisamratten-Liebe* machen."

,,Nein." sagte Sherlock.

,,Sie verlangen viel, Sherlock. Und das wissen Sie. Was bieten Sie mir noch an?"

Sherlock zog langsam das Objekt, das er hergestellt hatte, aus seiner Tasche und hielt es hoch.

Moriarty starrte ihn an.

,,Sie denken wirklich, dass Sie das tun können?"

,,Ja. Und Sie ebenfalls."

,,Sie sind wirklich gewillt, es zu tun?"

,,Sind Sie taub, oder habe ich gestottert?"fragte Sherlock kalt.

Moriarty atmete laut aus. Amüsiert.

,,Sie wollen mich, schon vergessen? Sie wollen dass ich Erfahrungen in der Leidenschaft mache, mich verliebe. Das wird Ihnen helfen, ihren Wunsch erfüllt zu bekommen."

Eine Pause. ,,Aber es ist nicht das, was Sie wollen."

,,Was ich will, ist Sie aufhalten. Das wird nicht geschehen, bis wir näher am Ende des Spiels sind. Das wird mir helfen, dem Ende näher zu kommen. Also kommt es uns beiden zu Gute."

,,Sie schmücken es so schön heraus, Sherlock. Sie wissen, was es bedeutet, wenn Sie das tun. Es gibt keinen Reset-Knopf, kein Hin- und Her wie in der Grundschule. Ich werde es bedingungslos und ohne Vorbehalt erwarten. Also frage ich Sie ein letztes Mal: Sind Sie sicher?"

Sherlock starrte ihn nur an. ,,Ja."

Moriarty wurde wieder still. ,,In Ordnung."

Sherlock hielt seinen Seufzer der Erleichterung zurück.

,,Wenn Sie dabei sind, in Mollys süßen, liebenden Armen zu liegen, können Sie das Handy ausschalten. Aber nicht länger als sechs Stunden am Stück, jedes Mal wenn Sie dabei sind, aufreizend zu werden. Und ich muss Ihnen nicht erklären, was passieren wird, wenn Sie versuchen mich auszutricksen, oder?"

,,Nein. Aber sie haben es ohnehin getan."

,,Natürlich. Da. Haben Sie ihre Abmachung."

Sherlock nickte.

Als sie die Bakerstreet ansteuerten, fragte Moriarty. ,,Stört es Sie?"

,,,Stört mich was?"

,,Dass Sie das tun müssen? Dass ich Sie dazu zwinge, sich zu verkaufen wie eine billige Hure?"

,,Das tun sie nicht. Es ist meine Entscheidung. Ich habe wegen Ihnen viel schlechtere Entscheidungen getroffen, also, merkwürdig genug, aber nein."

"Touché, Pussycat."

Das Taxi hielt in der 221B und Sherlock griff nach dem Türgriff, als Moriaty wieder sprach.

,,Lassen Sie es auf dem Sitz. Ich werde es heute Nacht unter mein Kopfkissen legen. Was für süße Träume ich haben werde!"

,,Habe ich schon erwähnt, dass Sie geisteskrank sind?" fragte Sherlock und legte es wie befohlen nieder.

,,Sie Schmeichler. Gehen Sie, verbringen Sie einen netten kleinen Abend zu Hause. Oh, Ihre letzte Nacht als Jungfrau werden Sie mit Doktor John verbringen. Wie heimelig. Buona notte, Casanova!"

Als er die Tür schloss, warf Sherlock einen letzten, flüchtigen Blick auf das, was er innen hinterlassen hatte.

Eine weiße Flagge.

Er nahm einen tiefen Atemzug.

Er hatte, vielleicht, das eine Übel gegen das andere eingetauscht. Aber seine Entscheidung gab ihm etwas Frieden.

John kam aus der Dusche, trat ein und fand eine Notiz von Sherlock. Darauf stand nur. Bald zurück. SH.

John seufzte. Zu wissen, dass etwas nicht in Ordnung war, aber die Details nicht zu kennen, machte ihn verrückt. Aber wenn er eines tat, dann war es seinem besten Freund zu vertrauen.

Sherlock gab ihm mehr Hinweise, auch wenn es sich um kleine, unschuldig klingende Bemerkungen handelte. Zugleich war Sherlock sehr vorsichtig ihm nicht alles zu erzählen. Und John wusste, dass er abgehört wurde: wusste, dass er seine Gründe hatte. Wusste, dass es etwas mit Molly zu tun hatte. Aber was?

Wie weit würde Sherlock bei dieser Sache mit Molly gehen, und warum?

Sherlock ging nicht auf Dates. Hatte keine Frauen, Liebhaber...verdammt, er hatte ja kaumFreunde. Und plötzlich hatte er eine Beziehung?

Nichts machte Sinn.

John hoffte aufrichtig, dass es kein böses Ende nehmen würde, aber sie sprachen hier von Moriarty.

Dieser Mann war unzurechnungsfähig. Womit auch immer er Sherlock erpresste, es war ernst. Vermutlich todernst. Und John konnte ihm nicht genug helfen. Genau wie er ihn nicht vor dem verdammten Fall hatte bewahren können.

Er schüttelte seinen Kopf. Nein, nein. Er würde einen Weg finden. Er würde sich die Dinge zurechtreimen, so gut er es vermochte. Er konnte Sherlock unmöglich enttäuschen.

Er warf einen Blick auf den Bildschirm mit der Empfangsbestätigung auf seinem Laptop und runzelte die Stirn. Er ging darauf zu und sah ihn an.

Seine Augenbrauen kräuselte sich vor Verwirrung. Und Erstaunen. Sherlock hörte...Linkin Park?

Sherlock, Molly in der Leichenhalle knutschend? Während einer Mordermittlung? Sherlock, der plante ….Sex zu haben?

Niemals?

John fragte sich, ob er es einfach aufgeben, jetzt überschnappen und sich seine geistige Klarheit für später aufheben sollte.

Als Sherlock zurück kam, war John dabei Staub zu wischen. Der Raum hatte einen starken Geruch nach Zitronenpolitur.

,,Alles in Ordnung?" fragte John.

,,So in Ordnung, wie es sein kann." sagte Sherlock ruhig, als er sich aufs Sofa setzte. Zu ruhig.

,,Seit wann mögen Sie Linkin Park?" fragte John, dem Laptop zunickend.

,,Tue ich nicht."

,,Sie haben einen ihrer Songs gekauft."

,,Ja."

,,Als Geschenk?"

,,Eine Art." murmelte Sherlock.

John sah ihn ungläubig an. Verblüfft. Ihn befiel eine Ahnung. Für ihn? formte er mit seinem Mund.

Sherlock nickte.

Das beantwortete keine seiner Fragen. Es warf nur noch mehr auf.

,,Sie klingen nicht sehr glücklich für einen Mann, der eine Freundin hat, bei der er die morgige Nacht verbringen wird." kommentierte John.

,,Es geht zurzeit viel in meinem Kopf vor." sagte Sherlock.

Kannst du mir davon erzählen?

Sherlock schüttelte den Kopf. Noch nicht.

,,Sherlock , wie weit werden Sie bei der Sache mit Molly gehen?"

Sherlocks Blick war unlesbar. ,,Soweit, wie bei jeder Angelegenheit. Ganz bis zum Ende."

,,Und was ist das Ende?"fragte John.

,,Das weiß ich noch nicht, oder? Sie ist gerade erst meine Freundin geworden. Nicht einmal ich kann die Zukunft vorhersagen."

,,Nein, ich schätze nicht." antwortete John.

Sherlock lehnte sich zurück und studierte ihn. ,,Nun, haben Sie mir nicht angeboten, mir ein paar Tipps in Sachen Sex zu geben?"

Johns Bewegungen froren ein und die Dose mit der Politur fiel mit einem dumpfen Knall zu Boden.

,,Ich bin ziemlich nervös, wissen Sie." sagte Sherlock und sah ihn ernst an. ,,Besonders was Oralsex betrifft. Vielleicht könnten Sie mir demonstrieren, wie man es macht. Es erfordert ein gewisses Maß an Zungenfertigkeit, nicht wahr?"

John schluckte. ,,Ähm...".

Sherlock schenkte ihm ein riesiges, dämliches Grinsen.

John schüttelte seinen Kopf und begann zu lachen. ,,Sie haben sich einen Spaß erlaubt."

,,Natürlich. Ich musste mich noch für den Reißverschluss revanchieren."

Johns Lachen ging in ein Brüllen über und Sherlock lachte in sich hinein.

Für einen Moment war alles in Ordnung in der 221 B Bakerstreet.