Direkt in die Gegenwart

Nachdenklich stand das Mädchen, dass Hermine nunmehr war wortlos vor einem Grab. Ein schlichter weißer Stein stand auf dem Gras indem der Name des Verstorbenen eingraviert war. „Ist es falsch, dass ich erneut eine Zeitreise in die Vergangenheit unternehmen werde? Wenn du hier bei mir wärst, würdest du mir davon abraten?" fragte sie mit leiser Stimme. Der Wind, der sich langsam aber sicher zu einen Sturm entwickelte wehte um ihre zierliche Gestalt und ließ sie frösteln. Sie zog ihren dicken Wintermantel enger um ihren Körper und verbarg ihr Gesicht in dem dicken weinroten Schal der um ihren Hals gebunden war. „Ist es denn so falsch, wenn ich helfen möchte dass zu korrigieren, dass durch meine erste Zeitreise schief gelaufen ist?" Sie hielt inne als würde sie auf eine Antwort warten. Doch sie wusste selbst ganz genau, dass ihr kein Toter dieser Welt darauf antworten würde. Stumme Tränen liefen ihre Wangen herab, bevor sie sich diese aus dem Gesicht strich, ihren Körper durchstreckte, tief durchatmete und mit starker Stimme sagte: „Ich bin es ihm schuldig und auch seinen Bruder. Ich will dass wir alle eine zweite Chance bekommen!" Danach drehte sie sich um und verließ das Grab. Sie wusste nicht, dass sie einen heimlichen Zuschauer hatte der sich hinter einen der vielen Bäume des verbotenen Waldes versteckte.

„Ich habe diese beiden Bücher mit einen Zauber belegt. Wir werden via eines Zaubers miteinander kommunizieren können. Ich werde dich über meine Schritte und Erfolge auf den Laufenden halten." erklärte sie bevor sie ein kleines Büchlein an Albus übergab. Das andere gab sie in ihre kleine Tasche, jene kleine Reisetasche die ihr bereits vor all den Jahren bei der Hocruxjagd gute Dienste erwiesen hatte. Dankend nahm der junge Mann und jüngere Sohn ihres besten Freundes das Buch entgegen. „Wie funktioniert es?" wollte er wissen während er es in der Innenseite seines Jackets verstaute. „Ganz einfache Verbinde und Verschwinde Zauber." Nickend notierte sich Albus diese Information in seinen Geist. „Während meiner Reise werde ich dich irgendwann bitten, deinen jüngeren Ich Träume zu übermitteln über Geschehnisse aus unserer Gegenwart hier." Verwirrt zog er die Augenbrauen nach oben. „Für was soll das gut sein?" „Ich will, dass dein jüngeres Ich Harry davon erzählt und ihm somit für meine Mission zu sensibilisieren. Da Severus zu dem Zeitpunkt meines Erscheinens schon lange nicht mehr am Leben sein wird, brauche ich unbedingt Harrys Unterstützung. Er ist der Einzige der die Okklumentik beinahe so gut beherrscht wie einst sein Lehrer." „Wer war sein Lehrer gewesen?" wollte Albus nun neugierig von ihr wissen. „Severus Snape." Überrascht öffnete er seinen Mund. „Tatsächlich?" „Ja, es war in Rahmen seiner Verteidigung gegen Voldemort gewesen. Doch die Beiden konnten sich nicht sonderlich gut leiden." „Die Geschichte kenne ich von Onkel Ron. Es hat mich lange verwundert, warum er mich dennoch nach ihm benannt hat. Meinen zweiten Vornamen meine ich damit." „Weil er ihm für seine Taten bewundert hat. Er hatte nie die Gelegenheit gehabt sich bei Severus für sein Tun zu bedanken." „So hat er ihm quasi kurzerhand ein Denkmal gesetzt." sinnierte Albus. „So in etwa."

Albus seufzte und Hermine wusste im gleichen Moment dass der junge Mann vor ihr noch sehr lange darüber nachdenken würde über das was sie ihm gerade erzählt hatte. „Nun gut, ich würde vorschlagen, wir verlieren nicht noch mehr Zeit als das Schicksal uns ohnehin zugesteht." meinte Hermine und warf dabei einen Blick auf die Porträts der ehemaligen Schulleiter. „Willst du, dass ich bleibe?" „Ja, doch könntest du mir kurz einen Moment für mich geben. Fünf Minuten?" Albus blickte in die Richtung eines bestimmten Porträts ehe er mit einem leichten wissenden Lächeln zustimmte und rasch das Büro der ehemaligen Schulleiter verließ.

„Also, sag mir nun ganz genau was ich DIR, sprich deinen anderen ICH mitteilen soll das er mir vertraut!" sprach sie mit ernster Stimme während sie die letzten Kleinigkeiten in ihren Beutel verschwinden ließ. „Erkläre ihm, dass der dunkle Lord eine Möglichkeit gefunden hat erneut auf Erden zu wandeln und das jede Menge Leute deswegen schon gestorben sind. Wenn das alles nichts hilft, erwähne Jeremiah und Tristan. Erzähle ihm was unbedingt verhindert werden muss, dass Tristan leben muss um zu verhindern, dass Jeremiah die Welt ins Chaos stürzt." „Soll ich ihm mitteilen, wer ich eigentlich bin?" „Nein, enthalte ihm diese Information noch. Irgendwann werde ich ohnehin dahinter kommen, mit oder ohne dein Zutun!" „Du weißt, dass ich Narcissa einweihen muss bezüglich meiner wahren Identität." „Du kennst Narcissa am besten Hermine, du wirst wissen wie weit du gehen kannst!" entgegnete ihr die dunkle Stimme des Porträts. „Ich weiß." „Ich wünsche dir das Beste Hermine!" „Danke Severus!" sagte sie mit leiser Stimme, bevor es im nächsten Moment klopfte und Albus wieder das Schulleiterbüro betrat.

„Bist du bereit?" wollte er wissen währenddessen Hermine den Zeitumkehrer zwischen ihre Finger gab. „Es ist wie ein Deja-Vu." Stellte sie überrascht fest ehe sie langsam, mit genauer Präzension die benötigten Umdrehungen zählte. Dieses Mal wollte sie keinen Fehler machen, indem sie zu weit oder früh in die Zeit zurückreisen würde. Dieses Mal wollte sie von Beginn an alles richtig machen. „Ich bin bereit." murmelte sie und konnte Albus aus dem Augenwinkel erkennen. „Viel Glück Hermine!" sprach er und im nächsten Moment ließ sie die Räder los und der Zeitumkehrer begann sich zu drehen, ebenso wie die Umgebung und die Zeiten um ihre Gestalt herum.

Als die Umgebung aufhörte sich zu drehen und alles um sie herum nun klare Formen annahm, erkannte Hermine dass sie in der Vergangenheit angekommen war. Vorsichtig trat sie einen kleinen Schritt nach vorne und erkannte, dass draußen der Vollmond in seiner ganzen Pracht über dem Himmel von Hogwarts thronte. Durch dessen Dominanz, leuchtete sein Licht beinahe das ganze Schulleiterbüro aus. „Wer sind Sie und was haben Sie hier in unserer Zeit zu suchen?" hörte sie dann auch schon die ihr so bekannte sonore dunkle Stimme aus der dunklen Seite, rechter Hand von ihren Standpunkt. Langsam nahm sie ihren Zauberstab aus der Innenseite ihrer Schuluniform heraus und murmelte ein leises Lumos sodass die Spitze hell zu glühen begann und ihr so eine wertvolle Lichtquelle war. „Ich bin Jane Malfoy und komme aus der Zukunft." stellte sie sich sogleich vor und näherte sich seinem Porträt. „Weswegen?" „Um die Zukunft zu verändern." „Wieso?" „Weil der dunkle Lord wieder auf Erden wandeln wird, wenn ich es nicht verhindere." erklärte sie wobei sie absichtlich seine eigenen Worte verwendete. Der Mann in dem Bilderrahmen beobachtete sie stumm ehe er sich räusperte. „Was wird geschehen?" „Ein junger Mann, wurde vor langer Zeit verdorben und ein anderer, der vermutlich seine Rettung sein kann, wird in kurzer Zeit sterben. Ich bin hier um dies zu verhindern!" „Um wem handelt es sich bei den Beiden?" „Um Jeremiah und Tristan!" Obwohl es relativ dunkel war, konnte Hermine genau erkennen wie sich die Augen des Porträts weiteten. „Dann hatte Mister Potter aus der Zukunft nicht angelogen?" „Ich fürchte nicht." „In Ordnung, wie kann ich Ihnen behilflich sein Miss Malfoy?" „Sorgen Sie dafür, dass Harry Potter sich um Tristan Tonks kümmern wird wenn er einmal schwer verletzt sein wird." „Wann wird dies geschehen?" „Das kann ich Ihnen nicht sagen, aber Sie werden es ohnehin erfahren wenn es soweit ist!" Nickend nahm der Mann dies zur Kenntnis und gab gleichzeitig seine Zustimmung. „Vielen Dank Professor Snape!" sagte Hermine in ihrer Gestalt als Jane, bevor sie disapparierte.

Wenige Sekunden später fand sich Hermine inmitten dichten Waldes vor. Seufzend begann sie diesen zu durchwandern, ehe sie wenige Minuten später diesen verließ und sich wenige Meter vor ihr ein großes gusseisernes Gittertor erstreckte. „Malfoy Manor." murmelte sie. Danach drehte sie sich um und verschwand in den Tiefen des Waldes. Dort angekommen sprach sie einige Schutzzauber bevor sie das alte Zelt aufstellte, dass sie bereits vor über zwanzig Jahren verwendet hatte. Im Inneren des Zeltes legte sie sich dann vorsichtig auf eine der vielen Betten. Vorsichtig holte sie aus ihrer magischen Tasche das Buch heraus, schlug die erste Seite auf und schrieb mittels ihres Zauberstabs: „Habe mit Severus gesprochen, er hilft mir bei meinen Unterfangen. Befinde mich jetzt im Wald auf dem Anwesen der Malfoys. Werde nach einer Rast mit Narcissa sprechen. Melde mich wieder. H." Kaum waren ihre Worte auf dem Pergament erschienen verschwanden sie auch in dem gleichen Tempo wieder. Wenige Sekunden später erschienen die Worte: „In Ordnung, bis bald. Gib auf dich Acht. A.S." Lächelnd schlug sie das Buch wieder zu und ließ es in ihren magischen Beutel verschwinden, bevor sie sich hinlegte und ihre Augen schloss.