Endlich war er da, der Tag der Hochzeit. Harry schmunzelte, als er seinem Schatz zusah, der seinen Umhang zum wiederholten Mal glattstrich nur um gleich darauf, seine Schuhe und jede Schnalle, die an seiner Festtagskleidung befestigt war, zu polieren. Man merkte Severus an, wie sehr ihn der heutige Tag stresste.

Harry empfand diese letzten Stunden vor der Hochzeit nicht mehr als Belastung. Die letzte Woche schien ihn abgehärtet zu haben…

Ein paar Tage zuvor:

Der Stress begann mit dem Besuch des Potter Waisenhauses, wo sie Weihnachten zusammen mit Jason und Patrick feierten und gleichzeitig mit dem Rest der Kinder, eine Weihnachtsgeschichte einstudierten.

Die Kinder kannten das Christkind, ein Brauch aus der Muggelwelt, nicht wirklich, waren aber von der Idee begeistert, ein kleines Theaterstück einzustudieren um für einmal Molly, Charlie und Jessy und allen Hauselfen, die das ganze Jahr so viel für sie getan hatten, mit dieser Aufführung zu überraschen. Harry und Severus wollten allen Helfern, mit dieser Geste danken. Danken für die Zeit, die sie dem Waisenhaus so selbstlos opferten.

Zu der Aufführung luden sie natürlich die Malfoys, samt Kindern aus dem Grimmauldplatz dazu, die mit Tränen in den Augen, dieses wunderschöne Wintermärchen sahen.

Draco hielt seinen Verlobten im Arm, während ihm die Tränen die Wangen hinunterkullerten.

Harry und Severus standen als fleissige Helfer hinter den Kulissen und beantworteten ganz nebenbei, die vielen Fragen und Probleme, die den Kleinen am Herzen lagen.

Harry heulte hinter der Bühne wie ein Schlosshund, als die kleine Rosalie, mit ihrer glockenhellen Stimme das Weihnachtslied anstimmte und kurz darauf ein Chor, bestehend aus den Besuchern der Aufführung, mit einstimmte. Harry hatte den Text, dieses wunderschönen Liedes, auf den Sitzen der Zuschauer ausgelegt, damit sie mitsingen konnten.

Die Stimmung war so schön und so friedlich gewesen. Die Besinnlichkeit war Balsam für die gestressten Menschen, die so viel mitgemacht hatten in letzter Zeit.

Alleine für diesen Augenblick, hatten sich alle Strapazen gelohnt.

Harry war noch nie so glücklich und zugleich, so traurig gewesen. Es schlich sich schmerzlich in sein Bewusstsein, dass es so viele gab, die dieses erste Weihnachten nach dem Krieg, ohne ihre Lieben verbringen mussten. Er weinte um all jene, die viel zu früh, aus dem Leben scheiden mussten.

Wortlos war er zu Molly getreten, deren Augen, den Schmerz um den verlorenen Sohn wiederspiegelten und nahm seine Adoptivmutter in den Arm. Schluchzend brach Molly für einen Moment in seinen Armen zusammen, wurde jedoch sogleich, von ihrem Ehemann liebevoll in den Arm genommen und getröstet.

Als die letzten Noten dieses wunderschönen Liedes verklungen waren, und die Kinder den wohlverdienten Applaus entgegennehmen konnten, feierten alle zusammen ein bombastisches Weihnachtsfest.

Natürlich war das ganze Manor festlich geschmückt, aber der Speisesaal, der ob der vielen Besucher aus allen Nähten platzte, erstrahlte in einem wunderbaren, beinahe mystischen Glanz, der alle anderen Dekorationen, egal welcher Räume, in den Schatten stellte.

Es machte allen ungeheuerlich viel Spass, miteinander zu feiern und sich an die schönen Zeiten mit ihren Familien zu erinnern.

Dieses Weihnachten würden eine Menge Menschen, nie mehr vergessen.

Natürlich gab es viele Tränen. Die Kinder weinten um die verlorenen Eltern. Dennoch waren es Tränen der Heilung, die vergossen wurden.

Doro und Winky versuchten alles, damit die Kinder den Schmerz vergessen konnten, indem sie sich liebevoll um alle kümmerten und ihnen immer wieder sagten, wie stolz sie auf die Rasselbande waren.

Harry und Severus verbrachten in der Weihnachtszeit, viel Zeit mit Jason und Patrick, die sich natürlich freuten, ihre zwei Väter, um sich zu haben.

Die Adoption war noch nicht offiziell, aber weder die Kinder noch die beiden Männer kümmerte dies sonderlich. Wichtig war, was sie im Herzen fühlten, nicht was auf einem Stück Papier stand.

Die Tage darauf, waren nicht mehr ganz so harmonisch.

Es folgte eine hektische Zeit, die mit den Vorbereitungen für die Hochzeit extrem schnell verging. Die Woche bis zur Hochzeit wurde von den meisten, als stressig bezeichnet.

Ron, Hermine und Harry hatten oftmals das Gefühl, ein Déjà-vu zu erleben. Es war wie damals, bei der Hochzeit von Bill und Fleur.

Molly fand auch bei dieser Feier, allerlei Arbeiten, für die sie alle möglichen Personen brauchte. Auch Narzissa, ein Nervenbündel par exellence, war in ihrer Nervosität immer dabei, Arbeiten zu delegieren damit auch alles pünktlich fertig wurde.

Die drei Freunde, die eigentlich gehofft hatten, mehr Zeit miteinander verbringen zu können, mussten sich jede Minute hart erkämpfen.

Selten ergab es sich, dass sie sich abends nach dem Essen, draussen in der wunderschön verschneiten Parklandschaft trafen, um zu reden. Das leuchten des Mondes, liess den Schnee so wunderschön glitzern und das Knirschen unter ihren Füssen, untermalte die Stimmung noch zusätzlich.

„Wisst ihr noch letztes Jahr um diese Zeit?", fragte Harry, als sie müde und geschafft den Weg entlangliefen.

Ron war still. Für ihn bedeutete diese Zeit, Verrat. Sein Verrat, an seinen besten Freunden.

„Ja Harry! Und wie ich mich noch erinnere. Zu der Zeit, versuchte ich alles, um euch wieder zu finden, nachdem ich wie ein Feigling geflohen war."

„Hör auf Ron! Das meinte ich nicht. Deine Entscheidung war vielleicht der letzte Anstoss den wir brauchten, damit Hermine und ich nach Godric's Hollow gingen."

Harry legte seinen Freunden je einen Arm um die Schultern. „Eigentlich wollte ich sagen, dass es heute vor einem Jahr war, als wir herausfanden in was für ein Schmuckstück, Voldemort sein letztes Seelenteil, eingeschlossen hatte. Dieses letzte Artefakt, Ravenclaws Diadem, war der Schlüssel zu unserem Sieg."

Hermine schluckte, damit sie nicht in Tränen ausbrach, bei der Erinnerung, an die schlimmste Zeit ihres Lebens. Sie wollte Ron keine Vorwürfe mehr machen, aber es gab Zeiten, da nagte es an ihr, wie Ron sie im Stich gelassen hatte.

Aber sie wollte sich diesen Schmerz im Herzen bewahren und niemals ihrem Schatz davon erzählen. Sie wusste, Ron machte sich so schon genug Vorwürfe.

Daher sprach sie lieber über die restliche Zeit, die sie gemeinsam gingen, bis es Zeit war, für die alles entscheidende Schlacht.

„Ja, kurz danach machten wir uns auf den Weg nach Hogwarts, um das Diadem zu suchen… Dann kam die Schlacht…" Trotz ihres Vorsatzes nicht zu weinen, liefen ihr die Tränen das Gesicht herunter.

Harry nahm sie in den Arm und küsste sie auf den Scheitel, während Ron sie beide herzte und ebenfalls ein paar Tränen vergoss, die er jedoch resolut wegwischte.

Es gab keinen Grund mehr zu weinen. Sie hatten überlebt. Fred würde wollen, dass sie lachten und sich auf die Hochzeit seines Bruders freuten.

Nach einem kurzen Moment der Eintracht, in der sie sich in dieser freundschaftlichen Umarmung hielten, begaben sie sich zurück, in die wärmenden Räume des Manors.

Molly schien mit Argusaugen, auf sie gewartet zu haben. Zumindest auf Harry, der kaum in Hörweite, von ihr in Beschlag genommen wurde.

„Harry mein Lieber, habt ihr, du und Severus, die Umhänge, die ihr als Trauzeugen tragen werdet, schon probiert? Wenn nicht, dann tut das bitte noch heute. Morgen kommt die Schneiderin um die Kleider der Blumenmädchen abzuändern. Dann kann sie sich auch gleich um eure Umhänge kümmern. Also bitte, zieht sie heute nochmals an."

„Natürlich Molly keine Angst. Der Umhang passt wie angegossen. Auch Severus passt er ausgezeichnet. Die Schneiderin kann sich getrost um die Kleider der Mädchen kümmern. Wir Jungs sind versorgt."

„Du machst das ausgezeichnet", flüsterte ihm Severus ins Ohr, der unbemerkt hinter Harry getreten und die letzten Worte seines Schatzes gehört hatte.

Harry drehte sich lächelnd zu seinem Schatz um.

„Das macht die Übung. Molly war schon an Bills Hochzeit so aufgeregt.

Nur mit Ruhe, kann man dies ertragen", und mit einem Seitenblick auf Molly setzte er hinzu:

„Warte nur, bis sie anfängt, dich für das Tischdecken einzuspannen. Ich kann dir nur den gutgemeinten Rat geben, zu dem Zeitpunkt, so schnell als möglich wegzurennen. Lass dich ja nicht dazu verpflichten.

Beim Eindecken ist sie erstens total pingelig und zweitens; egal wie vorsichtig du mit dem Porzellan oder dem Kristall umgehst, sie kriegt die Krise. Es geht immer etwas kaputt, da kannst du machen was du willst! "

Severus lachte als er die Theatralik in den Worten seines Schatzes vernahm. Dennoch versuchte er, in nächster Zeit, beschäftigt zu wirken, um Molly zu entgehen.

Und dann war er endlich da, der langersehnte Tag der Hochzeit. Egal wohin Harry auch schaute, er sah viele müde und angespannte Gesichter. Der gestrige Tag, lag ihnen allen noch in den Knochen.

Auch wenn sie nicht gross gefeiert hatten! Silvester war dennoch ein Tag, an dem man bis tief in die Nacht hinein, das neue Jahr begrüsste.

Die ganze Müdigkeit war vergessen, als Harry sich vor den Spiegel stellte und sich betrachtete. Für einmal fand er, dass er ganz passabel aussah und hoffte, dass sein Schatz stolz war, ihn auf diese Hochzeit zu begleiten.

Severus, der sich just diesen Moment aussuchte, um aus dem Schlafzimmer zu kommen, sah einen wunderschönen jungen Mann, der mit seinem Strahlen, der Sonne Konkurrenz zu machen schien.

Noch niemals in seinem Leben hatte er ein schöneres Bild seines Liebsten vor Augen. Harry war so selbstlos, wenn er alles im Leben für andere tat und seiner Stärken nicht bewusst war. Harry war sich seines Aussehens überhaupt nicht bewusst. Er merkte nie, was für eine Wirkung er auf sein Umfeld hatte. Entweder die Menschen verliebten sich in ihn, oder sie wollten ihn bemuttern.

Severus musste sich oftmals beherrschen, nicht die Eifersucht siegen zu lassen. Aber jedes Mal, wenn er Harry sah, wie er mit offenem Blick durch die Welt ging und seine Liebe den Menschen gab, wurde ihm warm ums Herz.

Zärtlich nahm Severus Harry in den Arm und küsste ihn innig auf den einladenden Mund. Niemals mehr, wollte er diesen Mann missen, der sich ihm nie verweigerte, und ihn bedingungslos liebte. Schmerzlich rief sich Severus die Zeit in Erinnerung, in der er diese Liebe mit Füssen trat.

Durch sein Verschulden hätte er beinahe, das Beste in seinem Leben verloren.

„Bist du bereit Harry?", flüsterte er seinem Schatz zärtlich ins Ohr, die negativen Gedanken resolut beiseite schiebend.

„Bist du bereit, dich George zu stellen, während ich mich um Draco kümmere?"

Lächelnd nickte Harry.

Er freute sich für die beiden.

Heute würde sich für George ein Traum erfüllen. Dies hatte George schon mehrmals beteuert, als er sich vor Aufregung, zusammen mit Harry, die Nächte um die Ohren schlug. Beide führten viele Gespräche und so war Harry zum Schluss restlos überzeugt, dass Draco Georges Seelenpartner war.

„Bist du bereit?", fragte er daher auch nur. Und war sich sicher, die Antwort zu kennen.

Severus stand da vor einem etwas grösseren Problem, wollte er seinen Patensohn beruhigen, der mit zitternden Händen dastand und nicht in der Lage war, die Krawatte zu einem kunstvollen Knoten zu binden.

Liebevoll stand Severus vor Draco und band dessen Krawatte zu einem kunstvollen Knoten, als er ihm die eine, alles entscheidende Frage stellte: „Bist du bereit?"

Draco nervöses, nicht desto trotz, glückliches Lächeln sprach Bände.

Nicht lange danach, ertönte das Lied, welches sich das Hochzeitspaar für das Eröffnungszeremoniell gewünscht hatte.

„Jetzt wird's ernst Draco. Jetzt gibt's kein Zurück mehr!"

„Dessen bin ich mir bewusst Onkel Severus. Und meine Antwort bleibt dieselbe. Ich denke ich bin bereit."

Severus küsste seinen Patensohn auf die Stirn und geleitete ihn zum Ausgang.

Es wurde eine der romantischsten Hochzeiten, die Severus oder auch Harry, jemals gesehen hatten.

Die Blumenmädchen in ihren rosa Kleidchen und die dazu passenden Jungs mit ihren Umhängen, schritten der Grösse nach, unter einem Rosenspalier hindurch, den gesäumten Weg entlang bis zum Teich. Der Garten war, ob der winterlichen Temperaturen, magisch in einen verglasten Wintergarten verwandelt worden. Daher fühlte es sich draussen mollig warm an, obwohl man den glitzernden Schnee sah, soweit das Auge reichte.

Der Priester, der am Ende des Rosenspaliers wartete, lächelte, als er die ernsten Gesichter der kleinen Blumenkinder sah, die mit einer Inbrunst, den Weg mit Rosenblüten bestreuten, als ob sie noch nie etwas anderes getan hatten.

Als nächstes schritten die Eltern, gefolgt von den Trauzeugen des Hochzeitpaares, unter dem Spalier zum Teich entlang. Es ertönte der traditionelle Hochzeitsmarsch und ein strahlendes Paar, machte sich auf den Weg zu ihrer Vermählung.

George war traditionell in einen schwarzen Smoking gekleidet, den er mit einem weissen Umhang kombinierte, während Draco, einen weissen Smoking trug mit einem schwarzen Umhang.

Beide sahen wunderschön aus, wie sie zusammen vor dem Priester standen und mit ernstem Gesicht

der Trauungszeremonie zuhörten.

Es waren wunderschöne Worte, die der Priester fand. Er zeigte die Liebe zweier Menschen auf, die ohne Zwang und ohne Fremdeinwirkung zueinander gefunden und sich aus diesem Grunde, am heutigen Tag, ihre tiefe Verbundenheit zeigten und den Bund fürs Leben eingingen.

Harrys Gedanken schweiften ab, als er darüber nachdachte, dass es auch für ihn und Severus einmal soweit sein würde… Dass sie sich, eines fernen Tages, ihre Liebe mit einem Bund bestärken würden, obwohl sie wussten, dass ihre Liebe dies nicht brauchte.

Harrys Seele war auch ohne Trauschein, für immer an Severus' Herz gebunden und umgekehrt. Beide wollten niemals mehr, ohne den anderen leben. Da war eine Hochzeit nicht wichtig.

Harry wurde aus seinen Gedanken gerissen, als Severus seine Hand ergriff und sie zusammen dastanden und sich die Versprechen anhörten, die sich das Hochzeitspaar, gegenseitig schwor.

George drehte sich mit ernstem Gesicht zu Draco hin und fasste ihn bei den Händen. Der Geistliche nahm ein Tuch um es locker um ihre Hände zu einem Band zusammenzuführen.

Der Symbolische Brauch des Verbindens.

Auf ein Zeichen des Geistlichen hin, begann George mit seinem vorbereiteten Eheversprechen.

Harry, der diese Worte mehr als einmal, mit George durchgegangen war, sprach sie leise mit, als George sie seinem Draco, mit Tränen in den Augen sagte.

„Du bist mein größtes Geschenk. Mein Sonnenschein, mein Glück, mein Leben und meine Liebe. Ich will mit Dir lachen und weinen, reden und schweigen. Ich liebe deinen Mut, deine Loyalität und deine Kraft. Ich liebe Dich für die Wahrheit, die Du mir sagst, auch wenn sie mir einmal nicht gefällt. Ich liebe dich für deine Zärtlichkeit, die Du mir schenkst und für deine Treue, die Du mir täglich zeigst.

Ich liebe dich so sehr, dass Ich Dir meine Seele schenke, um an deiner Seite zu sein. Willst Du Mein sein für alle Zeit? In guten, wie in schlechten Tagen, so trage meinen Ring, als Zeichen unserer Verbundenheit."

Der Priester löste das symbolische Band an ihren Händen, damit George seinem Mann, den Ring an den Finger stecken konnte.

Harry kamen die Tränen, als er sah wie George seinem Draco, den Ring über den Finger streifte. Die Liebe die aus Georges Gesicht sprach, war einfach traumhaft anzusehen und rührte nebst Harry, auch viele Frauen, allen voran Molly und Narzissa, zu Tränen.

Danach war Draco an der Reihe, der gleich George, seinen Bindungsspruch vorbereitet hatte und die nun von Sev mitgesprochen wurde, der diesen Teil der Zeremonie mit Draco, mehrmals durchgegangen war.

Draco sah zärtlich in die Augen seines Liebsten, während er sein Eheversprechen sprach.

„Ich will mein Leben mit Dir teilen, in guten, wie in schlechten Zeiten.

Ich will mit Dir lachen, mit Dir weinen und zusammen mit Dir glücklich sein.

Für unseren gemeinsamen Lebensweg, wünsche ich mir, dass wir unsere Liebe pflegen, dass wir uns stets Vertrauen und dass unser Glück Bestand hat.

Ich verspreche Dir, Dich zu Achten, Dich zu Ehren und Dir meine Zärtlichkeit und meine Liebe zu schenken… Ich möchte Dir, meine Treue und meine Liebe, jeden Tag beweisen.
Ich liebe Dich für alle Zeit. Du bist mein Leben.

Willst Du mein sein, in guten, wie in schlechten Tagen, so trage diesen Ring, als Zeichen unserer Verbundenheit."

Auch George, trug den Ring mit Stolz, als er ihm von Draco an den Finger gesteckt wurde.

Die abschliessenden Worte des Geistlichen, nahmen die zwei Frischvermählten nur noch nebenbei war. Immer näher kamen sie sich und als sich ihre Lippen berührten, küssten sie sich mit einer Leidenschaft, die Seinesgleichen suchte.

Dem Priester blieb nur noch den einen letzten wichtigen Satz zu sagen, dem vom Brautpaar jedoch keinerlei Beachtung mehr geschenkt wurde. Sie waren schon dabei.

„Begrüssen Sie mit mir die Neuvermählten, George Sebastian Weasley-Malfoy und Draco Lucius Malfoy-Weasley.

Sie dürfen sich jetzt küssen." Lächelnd sah der Priester zu den beiden Frischvermählten, die sich schon längst mit liebevoller Hingabe, ihrem Hochzeitskuss widmeten.

Ron, der neben Hermine sass, war nur ein klein wenig zusammengezuckt, als er die Namen Malfoy und Weasley gemeinsam hörte. Er würde sich daran gewöhnen. Da war er sich sicher. Der Würgereflex, würde vergehen und er würde sich daran gewöhnen. Es blieb ihm ja nichts anderes übrig.

Da er es nicht ändern konnte, zog er Hermine in seine Arme und küsste sie innig.

Severus uns Harry, küssten sich ebenfalls, da sie die Verbundenheit fühlten, die sie nach den Worten des Priesters empfanden.

Das rauschende Fest welches im Anschluss stattfand, sollte noch viele Jahre bei Familienfesten und Geburtstagsfeiern, als eine der schönsten Hochzeiten bezeichnet werden…

Aber wie das Leben so spielt, ging alles Schöne einmal vorbei und Harry befand sich mit mulmigem Gefühl, ein paar Tage nach der Hochzeit, vor der Einfahrt in den Ligusterweg Nummer 4 und starrte mit abweisendem Gesichtsausdruck auf das Einfamilienhaus der Dursleys.

Harry stand, vor Kälte zitternd da und besah sich nach so langer Zeit, die Einfahrt, vor der er, von seinem Onkel, über den Haufen gefahren worden war.

Er zeigte seinem Liebsten den Garten, den er so viele Jahre gepflegt und von Unkraut befreit hatte.

Er zeigte ihm den Baum, auf den er so oft hatte flüchten müssen, um den Hunden seiner Tante Marge zu entgehen.

Aber dann gab es nichts mehr, was Harry seinem Liebsten noch zeigen konnte, ausser das Innere des Hauses. So standen sie wiederum davor, die kalten Hände in den Umhängen verborgen, da sich Severus strickte geweigert hatte, Muggelkleidung zu tragen.

„Muss ich da wirklich rein?", fragend sah Harry zu Severus.

Der schüttelte widererwarten, den Kopf.

„Du musst nicht, wenn du nicht willst, aber du solltest, wenn du jemals von deinen Albträumen befreit werden und mit der Vergangenheit abschliessen willst."

Severus nahm Harrys kalte Hände in seine und drückte sie fest, während er seinem Liebsten tief in die Augen sah.

„Du bist nicht allein Harry! Ich werde die ganze Zeit an deiner Seite sein. Er kann dir nichts mehr tun. Verstehst du! Ich lasse nicht zu, dass er dir wehtut. Niemals mehr. Also trau dich und stell dich deiner Vergangenheit."

Severus küsste seinen Schatz und gab ihm den Rückhalt, den Harry brauchte. Er brauchte so viel von Severus Stärke, Es machte Harry beinahe Angst.

Doch Severus wusste auch jetzt, wie er seinem Liebsten Halt geben konnte.

Er fasste Harry an die Brust und holte das Amulett hervor, welches, ohne Severus Magie, nur noch mit den normalen Schutzzaubern versehen, an Harrys Brust lag und von ihm mit Stolz getragen wurde.

Auch wenn es nicht mehr die Kraft abgab, die es früher auszustrahlen vermochte, fühlte er die Macht, die dahinter steckte.

Mit dieser Geste, wollte Severus ihm zeigen, dass er Mut fassen und sich seiner Vergangenheit stellen konnte, da er nicht zulassen würde, dass seinem Liebsten etwas passierte.

Tief einatmend, ging Harry zur Haustür und klingelte, bevor er es sich noch einmal überlegen konnte.

Der Ton der Klingel, war immer noch genauso aufdringlich und hallte laut durch das Haus.

Harrys Hände waren schweissnass, als nach einer Weile, die Tür von innen geöffnet wurde, und ein nicht mehr ganz so fetter Dudley vor ihm stand.

„Mein Gott Harry! Was machst du denn hier? Mit dir hätte ich nun nicht gerechnet!"

Perplex stand sein Cousin in der Tür und sah auf das Paar, das in der Kälte stand und ihn nervös anstarrte.

„Wer ist denn an der Tür Dudley?"

Harry verspürte einen riesigen Kloss im Hals, als er die Stimme seiner Tante vernahm.

„Es ist Harry Mom! Harry und ein fremder Mann stehen draussen!"

Dudley wusste nicht wirklich, wie er mit dieser Situation umgehen sollte.

Es war auch nicht mehr nötig. Petunia Dursley erschien hektisch in der Tür und besah sich den unangemeldeten Besuch.

„Harry! Mein Gott! Geht es dir gut? Bitte tretet ein. Wir sind gerade in der Küche am Tee trinken. Ihr müsst doch halb erfroren sein.

Bitte setzt euch. Ich hole schnell ein paar Tassen und Teller, wegen des Tees…"

„Tante Petunia nicht", flüsterte Harry, der dem Wortschwall seiner Tante nicht mehr folgen konnte.

Severus schob unterdessen einen sich sträubenden Harry in die Richtung, in der er die Küche vermutete.

„Gerne nehmen wir Ihre freundliche Einladung, zu Tee und Kuchen an, Mrs Dursley. Nicht wahr Harry?"

Der sah gerade nicht danach aus, als ob er jemals wieder etwas hinunter bringen würde.

Der Anstand siegte jedoch und Harry folgte der Hausherrin in die Küche.

Severus bemerkte den ängstlichen, fast schon panikerfüllten Blick, den Harry einem kleinen Verschlag zuwarf, an dem sie auf dem Weg zur Küche vorbei kamen. Es war keine Hellseherei nötig, um zu wissen, dass dies der Ort war, wo man Harry viele Jahre hausen liess.

Severus musste schlucken. Er durfte jetzt nicht die Contenance verlieren. Harry musste damit abschliessen. Heute! Endgültig!

Kurze Zeit später sassen sie alle friedlich zusammen in der Küche, bei Tee und Kuchen. Harry entspannte sich, als er hörte, dass sein Onkel Vernon, nicht mehr im Ligusterweg wohnte.

Er hatte seine Frau und seinen Sohn verlassen, nachdem Petunia es gewagt hatte, Harry zu helfen und Vernon so um seine Rache brachte.

Dudley war es zu verdanken, dass Petunia noch lebte. Er verhinderte mit seinem Eingreifen, das Vernon seine Frau totschlagen konnte, da er ihr die Schuld gab, es bei seinem Neffen nicht mehr zu können.

Vernon ging, nachdem Dudley ihn in die Knie gezwungen hatte, zur Tür hinaus und wurde von niemandem mehr gesehen. Weder von seiner Familie, noch von seinen Arbeitgebern.

Es schien, als ob Vernon Dursley aufgehört hatte, zu existieren.

„Es tut mir Leid Tante Petunia, dass dir so viel Leid geschehen musste. Ich verstand mich mit Onkel Vernon zwar nicht, aber er war trotz allem der Ernährer in diesem Haus. Wie kommt ihr nun zurecht?"

Petunias Lächeln war etwas verkrampft, als sie erwiderte:

„Es geht schon. Ich habe eine Stelle als Kassiererin im Supermarkt angenommen und Dudley arbeitet in der Autowerkstatt, am Ende der Strasse, als Autowaschspezialist."

Wir haben nicht viel, aber es reicht."

Stolz hob Dudley den Kopf. „Ich sorge schon für Mom, keine Angst. Und eine Ausbildung brauch ich so oder so nicht. Ich habe ja Arbeit."

Harry nickte nur, er wollte sich nicht einmischen. Er wollte nur klarstellen, dass er bereit wäre, zu helfen, sollte es nötig werden.

Ein innerer Drang, zwang Harry dazu, die Küche zu verlassen und sich im Haus umzusehen. Er wollte seine Stationen der Kindheit noch ein einziges Mal sehen, bevor sie zurück nach Hogwarts apparierten.

„Mister Snape, Sie sind also der Lebenspartner meines Neffen", wechselte Petunia geschickt das Thema, als Harry auf seinem Rundgang war.

„Professor Snape, wie ich von Harry weiss", lächelnd sah sie in das Gesicht des Tränkemeisters.

„Direktor Snape seit kurzem", wurde sie von Severus berichtigt.

„Oh, dann sind sie nun der Chef dieser Schule, die Harry besuchte nicht?"

„So kann man sagen ja." Die kurzen Antworten seitens Severus trugen nicht gerade zum Gesprächsfluss bei und so stotterte Petunia schon nach kurzer Zeit ein paar Floskeln heraus.

Der sass jedoch wie auf Nadeln, allzeit bereit, Harry beizustehen, sollte sein Schatz zusammenbrechen.

Harry trat, nachdem er seinen Rundgang beendet hatte, wieder in die Küche und lächelte seinen Schatz an.

„Ich glaub ich habe verstanden was du meinst Sev. Von diesem Haus, geht keine Gefahr aus. Ich kann die Vergangenheit, endlich hinter mir lassen."

Mit Tränen in den Augen sah Harry zu Severus.

„Ich kann vergessen was war, ich kann verzeihen was war und ich kann noch viel mehr. Ich kann einen Neuanfang wagen."

Er sah seiner Tante ins fragende Gesicht. „Wenn du es erlaubst, dann habe ich dir einen Vorschlag zu unterbreiten.

Schliesslich bist du die Schwester meiner Mutter und ein Teil von mir.

Ich finde, dir steht ein Teil ihres Vermögens zu. Bitte erlaube mir, Lilis Wunsch nach einer grossen Familie zu erfüllen und euch unter die Arme zu greifen."

Petunia begann haltlos zu schluchzen und wurde von ihrem Sohn beschützend in den Arm genommen.

„Wir wollen dein Mitleid nicht. Wir waren nie gut zu dir. Also warum willst du uns helfen?" Dudleys Stimme klang kalt und emotionslos.

Harry sah seine zwei letzten Blutsverwandten an.

„Vielleicht weil ihr die letzten Familienmitglieder seid, die mir geblieben sind! Vielleicht, weil deine Mutter mir half, als ich sie am nötigsten brauchte!"

Harry sah beschwörend zu den beiden Dursleys hin, die mit verschlossenem, ängstlichem Ausdruck, zurück sahen.

Severus fand es wichtig, sich einzumischen.

„Vielleicht ist es an der Zeit, dass Sie das Leben Ihrer Schwester ein klein wenig besser kennenlernen Petunia."

„Was meinst du damit?", wollte Harry wissen, der die Gedankengänge seines Liebsten nicht nachvollziehen konnte.

„Ich denke es ist für Petunia an der Zeit, Godric`s Hollow kennenzulernen", antwortete Severus mit Erleichterung in der Stimme, als er Harry zustimmend nicken sah. Die Weichen waren gestellt.

„Was ist Godric`s Hollow?", wollte Dudley wissen, der noch immer mit den Tränen seiner Mutter zu kämpfen hatte. Er hatte es noch nie leiden können, seine Mutter weinen zu sehen.

„Da lebten meine Eltern. In Godric`s Hollow wurden meine Eltern von Voldemort getötet", erzählte Harry emotionslos.

„Aber vielleicht hilft es ja wirklich, wenn ich euch ihr Haus zeige, damit ihr ein wenig besser versteht."

Nach einigem Zögern, war Petunia einverstanden.

Dudley sei es gedankt, der seiner Mutter die Vorteile aufzeigte.

So machten sie sich bereit um nach Godric`s Hollow zu apparieren.

In Severus' Armen die zitternde Petunia, während Harry sich um Dudley kümmerte, der sich seine Angst nicht anmerken liess und ohne Gefühlsregung dastand.

„Bitte schliesst die Augen. Das Apparieren wird so schon Aufregend genug für euch."

Severus gab Harry sein Zeichen zum Start und war mit einem Plop, zusammen mit Petunia verschwunden.

Harry konzentrierte sich und schon verschwand der Ligusterweg vor ihren Augen und sie standen vor dem zerstörten Haus seiner Eltern in Godric`s Hollow.

Natürlich war da noch die leidige Sache, dass Harry nicht apparieren konnte, ohne dass ihm schlecht wurde.

Würgend stand er vorneübergebeugt da und übergab seinen Mageninhalt Mutter Erde.

Severus, der schon damit gerechnet hatte, hielt einen herbeigezauberten feuchten Lappen bereit, mit dem sich Harry den Mund abwischen konnte.

Petunia und Dudley, die mit vor Entsetzen geweiteten Augen dastanden, ob dieser ungewöhnlichen Transportmöglichkeit, schienen das erstmalige Apparieren, ohne Probleme überstanden zu haben.

„Ist er immer so arm dran?", wagte Petunia einen Kommentar, zu Harrys Zustand abzugeben, da ihr Severus gewohnte Abläufe nicht entgangen waren.

„Leider ja", wurde ihr auch gleich vom Tränkemeister bestätigt.

„Harry hat das Apparieren noch nie gut vertragen. Aber es geht ihm gleich wieder besser. Meist reicht es ihm, einmal den Mageninhalt von sich geben."

„Hör auf Sev. Das ist mir peinlich. Du sollst dich nicht immer lustig machen, über meine Apparier Schwierigkeiten."

Wie auf Kommando wurde Severus wieder ernst und blickte auf das völlig zerstörte Haus der Potters.

Harry, der sich wieder erholt zu haben schien, trat zu seiner Tante und Dudley um zu erklären, was es mit diesem Haus auf sich hatte.

Er zeigte ihnen die Inschriften, die fremde Menschen während des Krieges auf den Trümmern hinterlassen hatten.

Petunia stand da, mit verweinten Augen und erkannte wahrscheinlich zum ersten Mal das ganze Ausmass dieser Tragödie, die sich hier abgespielt haben musste.

Nach einer Weile führte Harry sie an das Grab seiner Eltern, welches etwas weiter vorne auf dem Friedhof von Godric`s Hollow lag.

Auf dem Weg dahin, kamen sie an einer riesigen Statue vorbei, die einen Mann mit seiner Frau und einem Kleinkind im Arm zeigte.

Wie vom Blitz getroffen blieb Petunia stehen, als sie erkannte, wer lächelnd zu ihr herunterblickte.

„Mein Gott das ist Lili. Und James. Und… Der Kleine bist ja du!"

Dudley war erstaunt vor der Statue stehen geblieben.

Zum ersten Mal nahm er bewusst wahr, dass sein Cousin ein bekannter Zauberer war. Er hatte natürlich von Harry gehört, dass ihn alle wegen seiner Narbe verehrten, da er den Tod überlistete, als er kaum ein Jahr alt war.

Aber erst jetzt, vor dieser riesigen Statue, erfasste Dudley die ganze Tragweite.

Er wandte sich zu seiner Mutter um, die den Friedhof betreten hatte, und das Grab ihrer Schwester erreicht zu haben schien. Weinend sank sie vor dem Grabstein in die Knie.

Dudley beeilte sich, an die Seite seiner Mutter zu kommen um ihr beizustehen.

Petunia weinte bittere Tränen. Auch Dudley liefen Tränen das Gesicht herunter, die er nicht mehr zurückhalten konnte und auch nicht unterdrücken wollte.

Schuldgefühle überkamen ihn erneut, als er seine Trauer zuliess, bevor sie vom Zauber dieses Ortes weggespült wurden.

Harry und Severus liessen die beiden in Ruhe, in ihrer Trauer und hielten Abstand. Sie warteten in angemessener Entfernung.

Auch Harry weinte. Er weinte sich alle Sorgen von der Seele, die ihn noch geplagt hatten. Es lag ein Zauber auf dem Friedhof, der seine Seele aber auch die Seele seiner Tante und seines Cousins heilte.

Harry war sich sicher, seine Mutter und seinen Vater zu spüren, die ihn umschlungen hielten, bis er seine Tränen vergossen und sich wieder auf das hier und das jetzt konzentrieren konnte.

Er sah zu seiner Tante, die ebenfalls zu weinen aufgehört hatte, und begonnen hatte, Dudley von ihrer Schwester zu erzählen.

Während Severus der Frau aufmerksam zuhörte, behielt er Harry im Auge.

Der drehte sich nach einer Weile zu seinem Schatz um, der liebevoll gewartet hatte, bis Harry bereit war, zu verstehen.

Mit einem erleichterten Aufschrei, warf sich Harry in Severus' Arme, küsste ihn und meinte, während sein Blick den seiner Tante suchte.

„ICH BIN ENDLICH GEHEILT!

DIE ZEIT HAT MEINE WUNDEN UND MEINE SEELE GEHEILT.

DU HAST MICH GEHEILT! ALLES IST GUT."