Ich hab es selbst nicht mehr für möglich gehalten, aber es geht doch noch weiter. Rechtzeitig zur Weihnachtszeit gibt es ein neues Kapitel. Ich hoffe es gefällt =)
Kapitel 48
Sonnenlicht brach sich in den Fensterscheiben und malte tanzende Schatten auf Wände und Boden. Regina saß an ihrem Schminktisch und verlor sich im Anblick ihres Spiegelbild. Ihre Gedanken nahmen sie mit auf eine Reise in die Vergangenheit. Sie sah sich selbst als junge Frau, fast noch ein Mädchen, mit verweinten Augen und viel zu roten Lippen. Der Gedanke an ihre erste Hochzeit versuchte, gleich einem Samen in fruchtbarerer Erde, zu sprießen, doch bevor Regina der Vergangenheit mehr Raum geben konnte, lockte sie eine vertraute Stimme zurück ins Hier und Jetzt zurück. Die einstige verängstigte und unwillige Braut verblasste vor ihrem inneren Auge und verwandelte sich in die Braut, die es kaum erwarten konnte, endlich vor den Traualtar zu treten.
„Hey Schätzchen, du hast heute keinen Grund zur Traurigkeit.", erklang es liebevoll aus Baileys Lippen, doch nicht ohne einen Hauch Mahnung in der Stimme. Sie hielt mit dem Bürsten Reginas Haare inne und legte eine Hand auf ihre Schulter. Regina blickte die alte Frau durch den Spiegel an und legte ihre eigene Hand auf die Baileys. Lächelnd erwiderte sie: „Ich weiß und das bin ich nicht, ganz im Gegenteil."
Aufrichtigkeit strahlte in dem Dunkeln ihrer Augen, während die Alte ihre Arbeit wieder aufnahm und Regina sie beobachtete. Es juckte ihr in den Fingern, sich selbst die Haare zu frisieren, doch Bailey hatte darauf bestanden, regelrecht darauf beharrt, dass Trotz der Welten, die sie von ihrem Zu Hause trennten, die Traditionen doch gewahrt bleiben mussten. Die Zärtlichkeit, mit der Bailey Reginas Haare kämmte und es zur Seite flocht, um es kaskadengleich über ihre Schulter zu legen, stand im Kontrast zu dem lieblosen Verhalten ihrer Mutter, als diese sie zu ihrer ersten Hochzeit hergerichtet hatte.
„Es ist schon wieder ganz schön lang geworden", bemerkte Bailey und lachte leise auf, als Regina und grinsend erklärte:
„Ich habe ein bisschen nachgeholfen."
„So, jetzt noch...", Bailey hielt Regina auffordernd die Hand hin und steckte ihr dann den angereichten Blumenschmuck ins Haar.
„Fast perfekt.", lächelte die alte Frau und griff an Regina vorbei nach dem goldenen Pfeil, der auf dem Tisch lag. Behutsam setzte sie das edle Kleinod in das Haar und besah sich ihr Werk mit zufriedenem Blick.
„Und? Meinst du, ich kann dich heute so vor dem Traualtar treten lassen?", während Bailey sprach hielt sie einen Handspiegel hinter Regina und bewegte ihn leicht hin und her, damit sich die Braut das Ergebnis anschauen konnte. Regina zupfte eine Strähne zurück und verengte in einem kritischen Ausdruck die Augen, doch dann entspannten sich ihre Gesichtszüge und ein breites Lächeln legte sich auf ihre Lippen.
„Wundervoll...", Regina erhob sich von dem Stuhl, wandte sich ihrer Vertrauten zu und schloss sie in die Arme.
„Danke!", brachte sie flüsternd heraus und löste sich von Bailey, bevor die aufkommenden Tränen ihren Weg nach draußen bahnten. Es war ihr Hochzeitstag und sie hatte nicht vor Cora so viel Macht zu geben, ihr auch diesen Tag zu ruinieren, doch Baileys liebevoll Art, erinnerte sie daran, wie schlimm es damals wirklich für sie gewesen war. Um das aufkommende Schweigen zu überspielen, ging sie zum Bett und griff nach den weißen Nylonstrümpfen, um sich dann wieder auf den Stuhl zu setzen. Noch bevor sie einen der Strümpfe aufstülpen konnte, entwand Bailey ihr das Stück Stoff und ging vor ihr in die Hocke. Reginas Augen weiteten sich und sie schüttelte ihren Kopf. Scham klang in ihrer Stimme mit, als sie sich erklärte:
„Ich kann mich alleine anziehen..." Ihr Protest ging unter. Baileys schenkte ihrem Schützling ein Schmunzeln.
„Gin, ich hab deinen Sohn entbunden, dann werde ich dich wohl anziehen können." Sie bewegte ruckartig ihre Hände samt Strumpf, damit Regina endlich ihren Fuß in die Öffnung steckte. Als diese jedoch weiter zögerte, führte Bailey an:
„Und außerdem ... keine Braut sollte sich an ihrem Hochzeitstag alleine herrichten müssen, also komm, tu einer alten Frau den gefallen und lass mich dir helfen." Regina schloss die Augen und atmete tief durch. Die Worte der Alten bedeuteten viel, doch noch eine größere Bedeutung lag zwischen den Zeilen versteckt. Es war Tradition, dass die Mütter ihre Töchter herrichteten, doch ihre Mutter saß in der Irrenanstalt. Ein gnädiges Gefängnis, für das was Cora ihrer Tochter in all den Jahren angetan hatte.
Regina öffnete ihre Augen. Ihre Mundwinkel zuckten und bewegten sich zu einem tränenverhangenden Lächeln, als sie endlich Baileys Aufforderung nach kam und ihren Fuß der alten Frau hinstreckte. Reginas Blick verwässerte sich. Sie wollte etwas sagen, doch sie wusste, dass ihr die Stimme versagen würde. Einer Urgewalt gleich, brach es über sie herein. Freude und Leid vermischten sich und spiegelten sich in den schwarzen Untiefen ihrer Augen wieder. Schweigend beobachtete sie Bailey, die langsam den Strumpf über ihr Bein zog und die Spitze an ihrem Schenkel glatt strich, ehe sie die Prozedur an ihrem anderen Bein wiederholte. Reginas Gedanken rasten und lösten sich in wirre Stränge auf. Noch immer war sie nicht im Stande etwas zu sagen. Ihre Konzentration galt ganz den Tränen, die sich ihr aufdrängten und die sie mit aller Macht zurück zu drängen versuchte. Als Bailey sanft über ihren Unterschenkel streichelte und ihr ein liebevolles Lächeln schenkte, brach der Damm und einzelne Tränen rannen stumm über ihre Wange. Bailey schwieg und streichelte Regina einfach weiter. Sie gab ihr die Zeit, die sie brauchte, ehe sie das Wort an sie richtete:
„Gin, alles ist gut." Regina nickte und kämpfte gegen die Tränen an. Linkisch wischte sie sich über die Augen und war froh, dass sie noch kein Make up aufgelegt hatte. Sie wollte ihren Blick von der alten Frau abwenden, doch die keusche Zärtlichkeit und ihre Stimme zwangen sie, in ihr Gesicht zu sehen. Für einen Augenblick glaubte sie, dass ihre Tränen Bailey enttäuscht hätten, doch ihr Glaube wurde der Lüge überführt, als sie in das vertraute und verständnisvolle Gesicht der Alten blickte.
„Ich weiß, es war alles ein bisschen viel.", sprach Bailey weiter und hörte nicht auf, beruhigend über Reginas Wade zu streicheln. „aber heute...", weiter kam sie nicht, denn Regina beugte sich vor und griff nach Baileys Händen. Sanft hielt sie diese in ihren eigenen. Ihr Daumen streichelte über die runzlige Haut der Alten. Für einen Augenblick verlor Regina sich in den Anblick ihrer beider Hände, bevor sie endlich ihre Stimme wiederfand.
„Nein, das ist es nicht...ich...ich weiß einfach nur nicht, wie ich dir danken kann."
Regina spürte instinktiv, dass Bailey sie verstand, dass Bailey verstand, dass es nicht nur darum ging, sie heute an diesem Tag herzurichten. Es war so viel geschehen, seit Robin sie das erste Mal dieser Frau vorgestellt hatte. Damals hatte Regina niemals daran geglaubt, sich jemals jemanden so anvertrauen zu können, doch Baileys unvoreingenommene Art, hatte ihre Mauern zu Fallgebracht. Sie war da gewesen, als die Alpträume und der Schrecken der schwarzen Festung ihr den Schlaf raubten, war da, als sie ein neues Leben aufbaute, war dabei als neues Leben geboren wurde und war selbst dann noch für sie da, als der Fluch des Vergessens auf ihnen allen lastete.
„Gin,", begann Bailey und schenkte Regina ein ehrliches Lächeln. „Ich war nie mit eigenen Kindern gesegnet, aber der Himmel hat es doch gut mit mir gemeint. Jetzt hab ich dank dir und Robin sogar so etwas wie drei Enkelkinder und wenn Emma bald auspackt sogar vier. Wir sind eine Familie." Während sie sprach hievte sie sich mühsam auf die Beine und fischte aus der Tasche ihres Schürzenkleides ein Taschentuch.
„Und wir stehen für unsere Familie ein." Lächelnd säuberte sie Reginas Gesicht von den Tränen und hielt ihr das Taschentuch an die Nase, um sich zu schnäuzen. Reginas Augen weiteten sich abermals, aber als sie verstand, dass Bailey es Ernst meinte, schnäuzte sie geräuschvoll in das Taschentuch. Der Klang glich dem Tröten eines Elefanten und brachte beide Frauen plötzlich zum lachen. Regina nahm Bailey das Taschentuch aus der Hand und schnäuzte sich, immer noch lachend. Plötzlich schien sich die Atmosphäre im Raum verändert zu haben. Regina fühlte sich leicht und losgelöst.
„Ja, das sind wir.", bestätigte sie der Alten und wollte sich gerade vom Stuhl erheben, als Bailey sie daran hinderte.
„Einen Moment.", schneller als ihr Alter es erahnen ließ, ging sie zum Bett, bückte sich und nahm die Brautschuhe in ihre Hand, nur um sich dann wieder vor Regina zu hocken und ihr diese anzuziehen.
„So, fast fertig." sagte sie, erlaubte es Regina jedoch immer noch nicht aufzustehen. Stattdessen nahm sie die Schminkutensilien und begann ihr Gesicht herzurichten. Regina schloss ihre Augen und genoss die sanften Pinselstriche, die ihre Haut streichelten, genoss das vertraute Miteinander, bis Bailey mit zufriedener Stimme verkündete:
„So, ich hoffe, es gefällt dir."
Lächelnd besah Regina sich im Spiegel. Sie beugte sich näher, wischte mit dem Zeigefinger unter ihren Augen und gab schlussendlich ihr Zustimmung. Danach folgte ihr Blick Bailey, die zum Schrank ging und das Kleid vom Bügel nahm. Mit einem bestimmten Kopfdeut, gab sie der Braut zu verstehen, dass sie sich erheben sollte. Regina kam der stummen Order nach. Noch während sie sich erhob, klopfte es einmal kurz und die Tür öffnete sich. Sofort erhellte sich Reginas Gesicht, als das Glucksen des Babys durch den Raum wehte.
„Siehst du, hier ist deine Mom."
Emma betrat das Schlafzimmer mit Daniel auf dem Arm. Umständlich hielt sie ihn vor ihrer gewölbten Körpermitte und ging direkt auf Regina zu. Der kleine Junge begann mit Armen und Beinen zu strampeln und weitere quietschende Geräusche von sich zu geben.
„Guten Morgen mein kleiner Spatz.", begrüßte Regina ihren jüngsten Sohn und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. Sofort krallte sich Daniel in den Haaren seiner Mutter fest und zog daran.
„Hey.", mahnte Regina sanft und entwand dem Jungen ihr Haar. Danach nahm sie ihn einfach auf den Arm, ungeachtet dessen, dass sie gerade dabei war, sich weiter für ihre Hochzeit ankleiden zu lassen.
„Und? Schon nervös?", fragte Emma und schlenderte wie beiläufig zum Fenster, um aus diesem hinauszusehen. Regina wiegte Danny sanft auf ihren Arm und folgte Emmas Blick, doch sie stand zu weit vom Fenster entfernt, als dass sie nur das tanzende Blätterdach des Baumes erkennen konnte. Sie ließ es für den Moment gut sein und hauchte Daniel einen Kuss auf den dunklen Schopf, während sie antwortete:
„Na ja, es half ungemein, dass Robin nicht wieder in den Wald verschwunden ist, sondern mit den Jungs im Garten gezeltet hat. Auch, wenn ich nicht verstehe, was das soll. Beim letzten Mal, als sie sich an diese Tradition gehalten haben, ist alles schiefgelaufen." Schattenhaft schlich sich die Erinnerung ihres einsamen Erwachens in Storybrook in ihre Gedanken. Augenblicklich drückte sie ihren Sohn fest an sich.
„Tz, Schätzchen, lass das ja nicht die Männer hören, denen du die Treue geschworen hast. Wir legen viel Wert auf unsere Traditionen."
„Mag sein, aber ich bin froh, dass ich letzte Nacht in meinem Bett schlafen durfte und nicht in einem Zelt auf dem Boden. Und außerdem, das ganze hier, -" sie machte mit einem Arm eine demonstrative Bewegung auf sich und das Kleid, welches noch am Schrank hing „- ist bloß nur noch ein symbolischer Akt. Jeder kann sehen, dass wir die Ehe längst vollzogen haben." Verschmitzt grinsend machte sie einen Kopfdeut auf ihren Sohn und erntete von den beiden anderen Frauen ein herzliches Lachen. Sie wollte noch etwas sagen, als Musik leise durch das geschlossene Fenster drang. Schlagartig legte sich Reginas Stirn in Falten, als sie erst Emma und dann Bailey einen fragendes Blick zuwarf.
Was zum….
Beide Frauen zuckten gespielt unschuldig mit ihren Schultern und taten, als könnten sie kein Wässerchen trüben. Regina begab sich daraufhin direkt zu dem Fenster, um selbst nachzuschauen. Die Musik schwoll an und in einiger Entfernung konnte sie einen Pulk Menschen ausmachen, der sich unaufhaltsam in Richtung des Hauses bewegte. Erst als die Menschen sich näherten, erkannte sie Lawrence, der die Laute zupfte, sowie einige andere Männer, die ihn mit Gitarren, Trommeln und Flöten begleiteten. Hinter den Musikern reihten sich die ehemals Geächteten, sowie Henry und Roland und zogen mit lautem Gesang durch die Straße. Am Ende des Festzuges schritt Robin zwischen Stanley und Little John, gefolgt von geschmückten Pferden und Wagen. Regina öffnete ihren Mund, um etwas zu sagen, doch kein Laut kam über ihre Lippen. Hinter sich konnte sie Baileys Lachen vernehmen, bevor sie im nächsten Moment die Hand der Alten, sanft in ihrem Rücken spürte. Bailey streichelte durch den Stoff des Morgenmantels und lachte noch immer herzlich.
„Glaubst du wirklich, dass Robin und die Männer einfach mal eben rasch eure Hochzeit im Garten über die Bühne bringen? Unser Wald ist zwar weit weg, Schätzchen, aber ihr Verdient eine anständige Hochzeit, wie es sich in unserer Heimat gebührt."
Noch immer sprachlos blickte Regina aus dem Fenster und beobachtete den Festzug dabei, wie er abbog und auf das Grundstück marschierte. Nach und nach verlor sie die Menschen aus den Augen, doch die Musik schien anzuschwellen, bis sie schlussendlich das Gefühl hatte, dass sie aus dem Inneren des Hauses kam. Völlig überrumpelt, drückte sie Daniel Emma in den Arm und schüttelte ungläubig ihren Kopf.
„Wie?", weiter kam sie nicht, denn Emma setzte zu einer Erklärung an:
„Na ja, eigentlich war es einfach dich in den letzten Wochen abzulenken. Wir mussten nur dafür Sorgen, dass niemand Roland erzählt was los ist, denn der hätte dir nicht stand gehalten. Ach ja und wir mussten letzte Nacht dafür sorgen, dass du nicht wirklich noch die Tradition übern Haufen werfen und die Jungs rein holen würdest, damit du nicht merkst, dass sie im Grunde genommen, niemals im Garten übernachtet haben. Aber das war auch einfach, denn wirklich viel Vertragen, tust du im Moment irgendwie nicht." Mit einem Zwinkern erinnerte sie Regina an die letzte Nacht und ihre emsigen Bemühungen, Reginas Glas niemals leer werden zu lassen. Regina lachte kopfschüttelnd auf und wandte sich an Bailey.
„Deswegen durfte ich heute mein Schlafzimmer noch nicht verlassen?" Mit gespielter Unschuld erhob Bailey ihre Hände.
„Platz für eigene Interpretation, Schätzchen.", doch dann zog sie Regina vom Fenster weg und griff nach dem Kleid.
„Genug jetzt, lass uns dich fertig herrichten, ich glaub nämlich, dass du dringlichst erwartet wirst."
Noch immer nicht fassen könnend, was geschehen war, ließ Regina sich von Bailey in das Kleid helfen und schlussendlich einschnüren. Ihr Blick wich immer wieder zu der geschlossenen Tür, die Musik, Gesang und Lachen nicht aussperren konnte. Eine gewisse Nervosität machte sich in ihr breit und löste ein freudig erregtes Gefühl in ihrem Magen aus. Ein Teil von ihr trauerte der kleinen, intimen Zeremonie nach, die sie geplant hatten, doch ein größerer war sprachlos darüber, wie Robin und die Männer es geschafft hatten, sie zu überraschen.
„Jetzt fehlen nur noch die Blumen und dann...", weiter kam Bailey nicht, denn plötzlich sprang die Tür auf und Little John stand mit zusammengekniffenen Augen im Raum.
„Bist du nackt?" Blind wischte er mit der Hand vor sich her, um einen Schritt nach dem anderen zu machen.
Regina zuckte zusammen und entließ ein Entsetztes:
„Kannst du nicht anklopfen?"
„Ich hab nichts gesehen!" Er zeigte auf seine geschlossenen Augen „Sonst würd ich wohl nicht so blöd fragen, also was ist?!"
„John, hör auf, rumzukaspern, Regina steht schon genug unter Stress", erklärte Emma und schenkte ihrem Gatten einen verärgerten Blick, als dieser endlich die Augen öffnete.
„Ach was, unsere Gin weiß gar nicht, wie man Stress buchstabiert.", höhnte er liebevoll und legte seinen Arm um die Braut, um sie einmal sacht an sich zu drücken. Dabei flüsterte er in ihr Ohr:
„Chic, aber ich hab auch nichts anderes erwartet." Plötzlich löste er sich wieder von Regina, als wäre ihm eingefallen, warum er überhaupt hier war, und rief:
„Kommt rein Jungs." Bevor Regina fragen konnte, was das Ganze zu bedeuten hatte, öffnete sich die Tür erneut und Eddy und Jeff traten ein. Beide Jungen waren in weißen Laken gehüllt und hielten ihren Händen weitere Lagen von Stoff.
„Was zum...", weiter kam Regina nicht, denn Little John schnappte sich einen der Stoffe und wickelte ihn um seinen wuchtigen Körper. Danach griff er einfach nach der Schminke auf dem Tisch und malte sich Lippen und Wangen rot an, während Eddy anfing John eine verwaschene Gardine an seinen blonden Locken festzumachen.
„Du kannst doch nicht!", insistierte Regina, als sie mit Terror im Blick zuschauen musste, wie der Hüne und die zwei Jungen, ihre Schminkutensilien regelrecht vergewaltigten. Mit weit geöffneten Mund beobachtete sie die drei, entsetzt darüber, dass sie anscheinend als einzige das Gefühl hatte, dass sie den Verstand verloren hatten. Erst Recht, als Bailey Eddy und Jeff ebenfalls eine verwaschene Gardine am Kopf feststeckte. Alle drei stellten sich in Reih und Glied vor dem Spiegel auf und lächelten dümmlich ihre Spiegelbilder an.
„Na ja, Gin, du kannst nicht leugnen, dass wir dir Konkurrenz machen.", lachte Little John und schlug sich mit dem Hand gegen die Stirn.
„Scheiße! Wir haben die Blumen vergessen." Er spähte zum Brautstrauß, doch bevor die große, falsche Braut sich diesen nehmen konnte, schnappte Regina ihn und klammerte sich an diesem fest.
Die sind doch alle verrückt hier
Emma reichte Daniel kurz seiner Mutter, bewegte ihre Hände und blickte voller freudiger Erwartung auf die drei Eindringlinge. Ein weißes Licht erglomm in den Händen der drei und als dieses wieder schwand, hielt jede der falschen Bräute, einen verwelkten Blumenstrauß in ihren Händen. Emma nahm den Jungen wieder an sich.
„Ich glaub, es geht los.", für einen Moment blieb sie unschlüssig vor Regina stehen, doch dann beugte sie sich vor und hauchte ihrer Wange einen Kuss auf.
„Hals und Beinbruch und wenn du doch nicht willst, mein Wagen steht vor der Tür, noch können wir abhauen." Reginas Lippen verzogen sich zu einem warmen Lächeln, als ihr schlagartig bewusst wurde, welch langer Weg sie beide bis hier hin geführt hatte. Die Streitereien und bösen Worte lagen so weit entfernt, dass sie nichts weiter als schemenhafte Gestalten der Vergangenheit waren. Ehrlich antwortete sie:
„Danke, aber ich glaub, ich zieh das jetzt hier durch, dennoch danke für das Angebot." Emma lächelte Regina noch mal an und im nächsten Moment führte Bailey sie und den Jungen bereits hinaus auf den Flur.
Robins Gedanken rasten wild in seinem Kopf. Wie weit entfernt nahm er die Musik und die grölenden Männer wahr. Auf seinen Lippen lag ein breites Grinsen, welches sich nicht aus dem Gesicht wischen ließ. Zusammen mit Stanley betrat er das Haus und wurde von Snow White in Empfang genommen. Mit einem Becher Wein, hieß sie den Bräutigam willkommen und führte ihn in den Eingangsbereich des großen Hauses. Mit Blumen geschmückte Stehtische standen in den Räumlichkeiten verteilt. Frauen und Männer, die Robin als Personal des Rabbit Holes, sowie des Diners erkannte, liefen mit gefüllten Tabletts herum und sorgten dafür, dass niemand mit leeren Gläsern dastand.
Robins Blick glitt sehnsüchtig zur Treppe. Ein Meer aus Blumen wand sich um das Geländer und verdeckte das Holz mit weißen Rosen und Nelken. Für einen Moment sog Robin die Luft scharf in seine Lungen und klärte seinen Verstanden. Er konnte Stanleys Arm um seine Schulter spüren, während weitere Männer, die ihn seit Jahrzehnten begleitet hatten, um ihn und die Musiker standen. Er besah sich das Werk, welches er mit der Hilfe seiner Freunde und Familie vollbracht hatte. Wochen hatte er gebraucht, um alles so zu arrangieren, dass seine Verlobte nichts von den Vorbereitungen mitbekam; Wochen, um sich nicht nur an Reginas Wünsche im Sherwood Forest zu erinnern, sondern diese so gut es in dieser Welt ging, umzusetzen.
„Hey...", drang Rolands Stimme in sein Ohr, als er sich zwischen die Männer zu seinem Vater drängte und nach seiner Aufmerksamkeit verlangte. Die Wangen des Jungen waren gerötet und die Lederweste über seinem Hemd war bereits geöffnet, während das Halstuch lose um seinen Hals hing. Ein ehrliches Lächeln zeichnete sich auf Robins Lippen ab. Er beugte sich zu seinem Sohn hinunter und fragte:
„Was ist los, du Räuber?"
Außer Atem und voller Aufregung in der Stimme antwortete er:
„Wo steckt Mom? Ich dachte wir sollen sie abholen. Nicht, dass sie abgehauen ist, oder dass man sie weggebracht hat. Was ist wenn..-" Robin legte seinen Daumen unter das Kinn seines Sohnes und erstickte die tief sitzenden Ängste des Jungen.
„Alles gut Roland. Du kennst deine Mom. Die braucht Stunden, um sich herzurichten." Für einen kurzen Augenblick verengte Roland seine Augen und Robin konnte regelrecht sehen, wie es hinter der Stirn des Jungen zu arbeiten begann, doch dann erhellte sich sein ganzes Gesicht und ein spitzbübisches Grinsen zierte seine vollen Lippen.
„Oh ja, das kann dauern...", gab er fachmännisch von sich und legte nun seinen dünnen Arm um die Hüfte seines Vaters und stieg in den Gesang der Männer mit ein.
Die Zeit verrann und die Stimmung wurde immer ausgelassener. Einige der Gäste begannen zu tanzen und drehten sich im Takt der Musik. Stanley hielt seinen Arm noch immer um Robins, und schunkelte mit ihm, während sie sangen oder immer wieder einmal neue Gäste begrüßten. Plötzlich löste sich der alte Mann von seinem ehemaligen Anführer und machte eine einladende Bewegung in Emmas Richtung. Zusammen mit Daniel auf dem Arm trat sie an Robin heran und begrüßte den Bräutigam, bevor sie einmal leise aufstöhnte, weil das Baby zu unruhig auf ihren Armen wurde.
„Gib her Emma!", erklang Henrys Stimme, während er seinen Bruder auf den Arm nahm, doch Snow White stand bereits neben ihrem Enkel und nahm ihm Daniel ab.
„Du sollst doch nicht mehr so viel tragen.", mahnte Snow White ihre Tochter und wiegte Daniel sanft in ihren Armen, der immer wieder glucksende Laute von sich gab.
Robin beobachtete das kleine Schauspiel und bemerkte nicht, dass Stanley sich ganz aus der Runde verabschiedet hatte. Erst als die Musik verklang, dämmerte es ihm, dass etwas passieren würde. Augenblicklich griff eine ungeahnte Nervosität nach seinen Innereien und hinterließ ein Gefühl von einem Bienenschwarm in seinem Magen. Ohne es beeinflussen zu können, legte sich ein freudiges Grinsen auf seine Lippen, während sein Blick zum Fuße der Treppe glitt, an der Stanley zusammen mit Bailey stand.
„Hey Robin!", ertönte Stanleys Stimme, während er eine gespielt höhnende Bewegung zu Bailey vollführte.
„Die alte Lady hat mir gesagt, dass das heute nicht billig für dich wird. Was bist du gewillt zu zahlen?"
Robin trat einen Schritt auf die beiden zu, griff in den Lederbeutel, der an seiner Hose hing und fischte einige Goldmünzen heraus, um sie Stanley zu reichen. Der ehemalige Koch der einstigen Geächteten, wog die Münzen in seiner Hand und gab sie an Bailey weiter. Mit trockener Miene, zog sie eine Augenbraue hoch und marschierte schweigend die Treppe hinauf. Oben angekommen winkte sie jemandem zu, den Robin von dort unten nicht erkennen konnte. Der Bienenschwarm in seinem Magen schien regelrecht verrückt zu werden, als die Zeit plötzlich viel zu zäh zerrann, bis sich eine große weißgekleidete Gestalt zeigte und alles andere als anmutig die Treppe hinunter stapfte. Robins Mundwinkel begannen zu zucken, als er den Hühnen unter der dreckigen Gardine erkannte. Um ihn herum verfielen die Gäste in ein heiteres Gelächter, als Little John den falschen Schleier aus dem Gesicht nahm, einen Kussmund formte und mit viel zu hoher Stimme sprach.
„Ich hoffe, ich entspreche euren Erwartungen, mein Liebster...aber wenn ihr schon so knauserig seid, dann bin ich wohl heute eure Braut." Robin schüttelte lachend den Kopf und fischte sofort in dem Beutel nach weiteren Goldmünzen.
„Der Himmel bewahre...", sagte er und drückte Little John das Gold in die Hand. Die falsche Braut besah sich das Lösegeld und seufzte „Du geiziger Hammel, du.", während er seinen Kopf in Richtung Bailey drehte und brüllte:
„Na ja, früher war er vielleicht mal großzügiger…dann muss er halt sehen, was er davon hat."
Kaum hatte Little John das Gold weitergereicht und kaum war dieses bei Bailey angekommen, da kam die nächste Braut die Treppe hinab. Wieder grölten die Gäste und auch Robin lachte herzlich, als Eddy versuchte anmutig die Treppe hinunterzusteigen, besonders, als er die letzte Stufe verfehlte und lüftete er seinen Schleier und spitze die Lippen
„Küss mich!"
Lachend machte Robin einen Schritt zurück und wurde von Lawrence, Henry, Roland und Little John festgehalten.
„Ich hab dich gewarnt Robin.", mahnte Lawrence gespielt." Gin spielt nicht in deiner Preisliga."
„Und so sehr ich dich liebe, mein Junge.", tönte Bailey vom obersten Treppenabsatz. „Aber ich werd dir Gin nicht unter Wert verkaufen." Robins Herz verfiel in einem rascheren Takt. Für einen Augenblick erinnerte er sich daran, wie sehr er sich vor den Gefühlen gefürchtet hatte, die Regina in ihm ausgelöst hatte; Angst davor, was seine Männer davon halten würde, dass er alles über den Haufen warf, an was sie damals geglaubt hatten. Jetzt zu erleben, wie sie selbst den Wert in ihr sahen, den er schon so lang in ihr erkannte, berührte etwas in seinem Innern.
„Na gut, ihr Halsabschneider!" Abermals reichte Robin Little John Gold und als die nächste Braut die ersten Stufen hinunter schritt, hielt die Menge kollektiv den Atem an, denn Jeff verhedderte sich in dem weißen Stoff, stolperte und kullerte schlussendlich die Treppe hinunter. Robin schlug sich die Hand gegen die Stirn, während er den Kopf schüttelt.
Dieser Trottel….
„Wie hat der eigentlich so lange bei uns überlebt?", fragte Little John und hievte die falsche Braut wieder auf die Beine. Robin lachte und bevor Little John oder sonst jemand etwas sagen konnte, löste er den Beutel von seinem Gürtel und reichte ihn Stanley.
„Hier..."
Gönnerhaft öffnete Stanley den Beutel und zählte das Gold, als Little John seinen Blick über Stanleys Schulter warf und ebenfalls den Inhalt besah.
„Echt jetzt? Komm schon Robin, da muss noch mehr kommen, immerhin bekommst du gleich ne komplette Familie dazu." Er machte einen Kopfdeut auf die Jungen, die aufgeregt bei Emma, Snow und David standen, bevor er mit einem breiten, erwartungsvolle Grinsen zu seinem alten Kumpel schaute. Robin schüttelte seinen Kopf in in gespielter Verzweiflung, öffnete den Lederwams in Höhe seiner Brust und zog einen weiteren Beutel heraus. Diesen reichte er Little John, bevor er eine Kette von seinem Hals löste und auch diese dem Hünen übergab. Danach öffnete er erst seinen Wams, knöpfte dann sein Hemd auf und sprach:
„Ihr könnt alles haben, ich geb mein letztes Hemd." Die Gäste lachten ausgelassen, während Stanley seine Hand an Robins Handgelenk legte und ihn daran hinderte sich weiter auszuziehen. Mit einem warmen Glanz in den Augen, schenkte er seinem Kameraden ein liebevolles, fast schon väterliches Lächeln und sprach:
„Mehr wollen wir doch gar nicht…." Robin schluckte auf Grund dieser Ehrlichkeit, die in der Stimme des alten Mannes mitschwang. Für einen Moment fühlte er sich vollkommen. Die Vergangenheit draußen im Wald, die jahrelange Flucht und die vielen Kämpfe waren nicht mehr, als konturlose Erinnerungen, die mehr und mehr verblassten und ihren Schrecken verloren. Robin knöpfte sein Hemd wieder zu und schloss seinen Wams, bevor er den alten Mann einfach in seine Arme schloss. Stanley erwiderte die Umarmung und klopfte Robin anerkennend auf den Rücken.
„So, das reicht. Heb dir den Rest für deine Braut auf." De beiden Männer lösten sich voneinander. Voller Erwartung blickte Robin die Treppe nach oben und konnte dem nervösen Gefühl in seinem Magen kaum standhalten. Ihm war als wäre das Glück, welches er verspürte, zu wuchtig für seinen Körper. Aufgeregt bewegte er sich von einem Fuß auf den Anderen, während er nur aus dem Blickwinkel mitbekam, wie auch Henry und Roland immer neugieriger und somit unruhiger wurden. Die Musik begann wieder zu spielen, doch dieses Mal war es eine ruhige Weise, eine leise Begleitung seines aufgeregt schlagenden Herzens. Plötzlich verschwanden die Gäste aus Robins Wahrnehmung. Die Musik verstummte in seinen Ohren, obwohl er sich sicher war, dass sie noch immer spielte. Angespannt biss er sich auf die Unterlippe und glaubte, dass die Zeit stehen blieb. Regina trat auf die erste Stufe und schenkte ihm ein Lächeln, welches seine Knie weich werden ließ. Er hatte viel erwartet, hatte gelernt sich in dieser Welt und ihrem Kleidungsstil zurechtzufinden, doch als seine Augen auf seine Braut ruhten, die langsam die Stufen hinab schritt, war er schlagartig zu Hause. Vor ihm stand die Frau, die ihn vor so langer Zeit auf der Wanderschaft durch den Wald begleitet hatte. Das braune Ledermieder, die weißen durchsichtigen Ärmel, und die leicht freien Schultern, erinnerten ihn an diese besondere Nacht, als er alles Kämpfen aufgegeben hatte. Vor ihm stand weder die Bürgermeisterin dieser Stadt, noch die Herrin vom Sherwood Forest, sondern seine Gin. Vergessen war der steinige Weg bis hier hin, vergessen die Schatten und Dämonen. Ein leicht debiles Grinsen legte sich auf Robins Lippen, als Regina am Fuß der Treppe angekommen war. Er badete in ihrem Lächeln und verstand erst einen Moment zu spät, die Erwartung in ihrem Blick. Seine Hände legten sich zärtlich auf ihre Oberarme. Sein Daumen streichelte über den edlen Stoff, während er sich zu ihr hinunterbeugte und in ihr Ohr flüsterte:
„Hinreißend, in jeder Hinsicht." Er löste sich von ihrem Ohr und küsste ihre Stirn.
Ein Zittern erfasste Reginas Körper, als sie seine Lippen auf ihrer Haut spürte. Die Menschen um sie herum waren nicht länger existent. Sie nahm nur noch den Mann wahr, dessen strahlenden Augen, sie sich nicht entziehen konnte. Die Liebe, die sie in seinen blauen Untiefen erkennen konnte, ließ sie schwer schlucken. Eine leise Stimme versuchte zu protestieren und sie daran zu erinnern, dass er sie weder lieben könne, noch dürfte, doch bevor dieses leise Flüstern zu einem brausenden Schreien anschwellen konnte, vertrieb sie diese lästige Stimme und küsste Robin, sobald er seine Lippen von ihrer Stirn löste. Ihre Hand legte sich an seine Wange, damit er sich nicht von ihr lösen konnte, während sie ihre Augen schloss und sich dem zarten Reigen ihrer Zungen hingab. Noch immer drang kein Geräusch von außen, in ihre kleinen Welt, in der sie mit Robin steckte, doch dann spürte sie eine riesige Pranke an ihrer Taille, die sie sanft, aber bestimmend von Robin wegzog.
Was zum…
Schoß es ihr durch den Kopf, doch kaum hatten sich ihre Lippen von Robins getrennt, war sie wieder im Hier und Jetzt. Empört starrte sie in Little Johns grinsendes Gesicht. Seine Locken wippten im Takt seines dreckigen Lachens, während er ihr einen Becher Wein in die Hand drückte.
„Die Hochzeitsnacht gibt's erst nach der Hochzeit, Schätzchen. An manche Regeln musst selbst du dich halten." Regina fiel in sein Lachen ein und wusste kaum wie ihr geschah. Denn erst jetzt bemerkte sie die Vielzahl der Gäste, die sich um sie und Robin scharrten, um sie zu begrüßen und mit ihr anzustoßen. Die Musik schwoll an zu einem fröhlichen Reigen und lud viele der Männer und ihre Begleitungen zum Tanzen und Singen ein. Selbst Bailey ließ es sich nicht nehmen und drehte mit Stanley ein paar Runden über das Parkett, während sie den alten Liedern Tribut zollte und vom Abschied ihrer Ziehtochter sang.
Plötzlich spürte Regina, wie jemand an dem Rockteil ihrer Kleides zupfte. Überrascht wandte sie den Blick nach unten und schaute in Rolands gerötetes Gesicht. Der kleine Junge strahlte, als er endlich die Aufmerksamkeit seiner Mutter hatte und zog sie an ihrem Kleid ein wenig aus der Menge weg. Regina folgte der stummen Aufforderung, stieg mit ihm zwei drei Stufen hinauf und fragte dann:
„Was ist los, mein kleiner Schatz?" Rolands Augen waren geweitet und ein breites Lächeln, entblößte seine Milchzähne, als er zufrieden seufzte und erklärte :" Du siehst echt schön aus, Mom." Bevor Regina etwas darauf erwidern konnte, schlang Roland seine dünne Ärmchen um ihre Hüften und drückte sie sanft. Sie konnte seine kindliche Angst spüren, die ihn noch immer in manchen Nächten gefangen hielt und ihn zwang, nach ihr zu rufen oder sich in das Schlafzimmer seiner Eltern zu schleichen, um sich zu vergewissern, dass sie noch da war, dass sie nicht wieder verschwunden und vergessen hatte. Regina schmiegte den Jungen fest an sich, beugte sich hinab und drückte ihre Lippen in seinen lockigen Schopf. „Danke, von dir bedeutet das noch viel mehr.", sagte sie ehrlich und verlor sich einen Moment in der Zufriedenheit, die ihre Worte in ihm ausgelöst hatten und sich in seinem Blick widerspiegelte. „Das war eine schöne Hochzeit, gibt es jetzt Torte?" So schnell Regina von den Gesten und Worten des Jungen ergriffen war, so schnell wich diese Ergriffenheit und machte Platz für Belustigung.
„Die sind immer noch nicht verheiratet, Roland...", erklang Henrys Stimme neben ihnen. Erst jetzt bemerkte Regina, dass ihr Ältester den Weg zu ihr gefunden hatte. Ein verschmitztes Grinsen legte sich auf Regina Lippen, als sie Roland durchs Haar streichelte und Henry antworte:
„Keine Angst, das kommt noch."
„Das will ich hoffen.", Henry wirkte auf einmal erwachsener und empörter, als er war.
„Du ahnst nicht, wie sehr wir auf diesen Tag hingearbeitet haben und wenn ich dich und Dad zum Altar zerren muss, ist mir das auch recht."
Reginas Augen weiteten sich, während sie sich nicht entscheiden konnte, ob sie bestürzt oder amüsiert sein sollte, doch dann zuckten ihre Mundwinkel und sie lachte auf. Sie wusste, wie sehr Henry seinen Vater bedrängt hatte, sie endlich zu fragen, wie sehr er sich danach gesehnt hatte, dass sie offiziell eine Familie sein würden und so sagte sie nichts, sondern zog ihren Sohn in die Arme.
Henrys grinsen wuchs zu einem leisen Lachen, in das Regina mit einfiel.
Die Musik spielte weiter auf vergnügliche Art und Weise und lud zum tanzen ein. Der Eingangsbereich, die Küche und der Wohnraum waren voller Gäste, die tranken, kleine Häppchen verdrücken und dazu sangen oder tanzten. Selbst Regina kam nicht drum herum zum Gesang der Männer zu tanzen. Immer wieder versuchte sie aus einem der Fenster zu schauen, um einen Blick auf den Garten erhaschen zu können. Sie war neugierig, was Robin sich für die Zeremonie ausgedacht hatte und hoffte zugleich, dass er die Pläne, welche sie gefasst hatte, nicht gänzlich verworfen hatte. Um so verwirrter war sie, als sie es endlich geschafft hatte sich aus der Menge zu befreien und an das Fenster zu treten, welches zum Garten hinaus ging. Der Garten sah aus wie immer. Alles was sie besprochen hatten über Sitzbänke, Stühle und Hochzeitsbogen war nicht da. Für einen winzigen Augenblick ließ sie die Verwunderung zu, als sie eine Hand in ihrem Rücken spürte, die sie sanft streichelte.
„Komm, es ist Zeit.", Robins Stimme trug die Worte sanft in ihr Ohr und veranlasste Regina sich vom Fenster abzuwenden und ihn anzuschauen. Das Lächeln auf seinem Gesicht vertrieb alle aufkommenden Fragen und machte Platz für das tiefe Vertrauen, welches er sich so hart erarbeitet hatte. Sie konnte spüren, wie er über das weiche Leder strich und seine Hand extra dort in ihrem Rücken verweilen ließ.
Schlawiner
Dachte sie verliebt und freute sich gleichzeitig diebisch darüber, dass sie genau wusste was ihm gefiel. Bevor Regina nachfragen und ihrer Neugier Ausdruck verleihen konnte, waren Bailey und Stanley bereits bei ihnen. Die beiden Alten nahmen Braut und Bräutigam an die Hand und führten die Brautleute zum Klang eines Abschiedslied hinaus vor das Haus. Kaum standen sie an der frischen Luft, so wurde Regina von neuem überrascht. Die Braut öffnete ihren Mund, um etwas zu sagen, doch kein Laut kam über ihren Lippen. Ungläubig starrte sie auf die vielen geschmückte Kutschen und Pferde, die Straße entlang aufgestellt hatten. Einige der Gäste suchten sich bereits einen Platz auf den hergerichteten Wagen, während Bailey und Stanley ihre Schützlinge zu einem Pferd führten. Abermals öffnete Regina ihren Mund, doch auch wenn ihre Zunge noch immer gelähmt schien, so sprach ihr Blick Bände.
Ist das…?
Stanley lachte plötzlich auf und sagte trocken. „Man, man, man...haben wir die Madame endlich sprachlos bekommen. Ich weiß noch damals, im Wald...da mussten wir sie knebeln, damit sie mal die Klappe hält. Hast dich gemacht, Mädchen." Robin konnte das aufkommende Lachen nicht unterdrücken. Seine Schulter bebten, als er seinen Arm einfach um Reginas Schulter legte, sie an sich schmiegte und ihr grinsend einen Kuss auf die Schläfe hauchte. „Ich hab Dante und die anderen Pferde gefunden. Deine Stute war mir nicht geheuer für heute, auf ihr ist schon lange keiner mehr geritten. Du weißt, wie eigensinnig sie ist." Reginas Lippen verzogen sich zu einem breiten Lächeln, welches ihre perfekten Zähne entblößte, ehe sie sich auf die Unterlippe biss und ungläubig ihren Kopf schüttelte.
Die machen mich heute fertig….
Schoss es ihr überwältigt durch den Kopf, ehe Robin sich wieder von ihr löste. Galant hielt er ihr die Hand hin und deutete eine leichte Verbeugung an. „Darf ich bitten, Mylady." Das Lächeln auf ihren Lippen zeichnete sich strahlend in ihren Augen ab, als sie nach seiner Hand griff und einen formvollendeten Knicks machte. „Immer doch." Robin erwiderte das Lächeln, löste seine Hand und fasste sie an der schmalen Taille, um sie im nächsten Moment auf das Pferd zu heben. Sie setzte sich in den Damensitz und half Bailey, den Rockteil ihres Kleides zu richten, bevor Robin hinter ihr aufstieg. Er legte seine Arme um sie und vergrub seine Nase in ihren Nacken.
„Himmel, ich merk jetzt erst, wie sehr ich unsere Ausritte vermisse.", gestand er ehrlich und streichelte mit seiner Nasenspitze über die zarte Haut ihres Nackens. Regina schloss ihre Augen und genoss für einen winzigen Augenblick die vertraute, fast schon keuche Zärtlichkeit. Sie schmiegte sich gegen seine Brust, drehte ihren Kopf und erwiderte nicht minder ehrlich: „Geht mir genau so." Und bevor Robin noch etwas sagen konnte, überbrückte sie die kurze Distanz und versiegelte ihre Worte mit einem Kuss. Für einen Augenblick verloren sie sich wieder ganz in den Liebkosungen und dem zarten Reigen ihrer Zunge, bis jemand wie ein Irrer zu hupen begann. Fast schon verschreckt lösten die beiden sich voneinander und suchten nach der Quelle des Lärms. In der Auffahrt konnten sie Little John ausmachen, der die Autotür geöffnet und seinen Arm im Innern des Wagens stecken hatte. Immer und immer wieder ertönte das laute Geräusch, bis er sich der Aufmerksamkeit der beiden sicher war.
„Erst Hochzeit…dann die Hochzeitsnacht…so schwer ist das nicht, Gin!" Er schenkte ihr ein dreckiges Grinsen, welches ihr ein Augenrollen entlockte, welches jedoch schnell für ein leises Glucksen weichen musste. „Es wird Zeit, dass Emma endlich auspackt.", sprach sie zu Robin gewandt. „John ist nicht genug ausgelastet."
„Oder er ist verzweifelt.", erwiderte Robin trocken und behielt Stanley und Bailey im Auge, die sich von ihnen getrennt und zum Anfang des Festzuges marschierten. Erst als die beiden alten, den ersten Wagen bestiegen und losfuhren, gab auch Robin seinem Pferd die stumme Order sich in Bewegung zu setzen.
Robin und Regina beschlossen den Festzug und ritten als letztes hinter all den Wagen und Kutschen hinterher. Die Musik spielte weiter und verleitete die Gesellschaft auf den Kutschen, weiter ausgelassen zu feiern. Wein und Bier floss weiterhin und für einen winzigen Augenblick war Robin besorgt, dass Bruder Tuck zu viel trinken würde, bevor er die Trauung vollzogen hatte. Doch dann erinnerte er sich an Emmas Versprechen den Geistlichen im Auge zu behalten und entspannte sichtlich. Die Umgebung verwandelte sich und die Straßen Storybrookes wichen den weichen Wegen des Stadtwaldes. Bäume bauten sich rechts und links des Weges auf und malten tanzende Schatten auf den Boden. Sonnenlicht brach sich durch das Blätterwerk und für einen Augenblick fühlte sich Robin wieder in ihren Wald versetzt.
Der Weg zog sich in die Länge, weil sie nur langsam voran kamen, doch das störte den einstigen Geächteten nicht. Er genoss die vertraute Zweisamkeit, welcher sie sich in Sherwood Forest zu gerne hingeben hatten. Wie oft hatten sie sich auf die Pferde geschwungen und waren dem Stress des Alltags entflohen oder hatten sich in ihr Arbeitszimmer zurückgezogen, wohlwissend, dass niemand aus Angst vor Arbeit, sie dort stören würde. Um diesen Moment vollkommen auszukosten, zog er sachte die Zügel an und Dante verfiel in einen langsameren Trab. Ganz in seinen Empfindungen gefangen und vollkommen glücklich, versenkte er wieder seine Nase in Reginas Nacken und zog ihren vertrauten Duft ein.
Himmel…
Dachte er und löste eine Hand vom Zügel und legte sie auf ihren Bauch. Sanft strich er immer wieder über das weiche Leder und ergab sich in Vorstellungen, die Little John sofort wieder dazu veranlasst hätten, ihm einen Eimer kalten Wassers über den Kopf zu schütten. Er badete noch in diesem Moment, als Reginas Stimme ihn zurück ins Hier und Jetzt lockte. „Ich weiß ja nicht, was du noch vorhast, Locksley, aber hat es einen besonderen Grund, warum wir hier mitten im Wald stehen und alle weiter ziehen?" Robin schüttelte seinen Kopf und blickte sie entgeistert an, als die Verbindung zwischen ihren Worten und seinen Verstand noch zu zünden versuchte. Doch dann schüttelte er seinen Kopf, als müsste er ihn mit Gewalt von den Bildern in seinem Verstand befreien, bis es ihm dämmerte, dass sein Pferd still stand.
Huch…
Ein verschmitztes Grinsen legte sich auf sein Gesicht und ließ die Grübchen erblühen, die er seinen Söhnen vermacht hatte. Ohne weiter nachzudenken, antwortete er ihr: „Ich dachte ich genieße noch einen Augenblick mit meiner Geliebten, wenn sie sich schon in einen solchen Fummel schmeißt, bevor ich heirate."
Wie zur Untermalung seiner Worte, streichelte er über das lederne Mieder an ihrem Bauch und presste seine Lippen auf die ihren. Er gab sich dem Kuss hin und ohne es beeinflussen zu können, strich er mit seiner Zunge über ihre Unterlippe. Regina grinste und löste sich nur soweit, dass sie etwas sagen konnte. Ihr warmer Atem streichelte seine Lippen, als sie trocken erwiderte: „Schäm dich Locksley. So weit Abseits kann John nicht rum brüllen." Kaum hatte sie zu ende gesprochen, da küsste er sie richtig, eroberte ihren Mund und verlor sich in dem Kuss. Erst als der Sauerstoffmangel seinen Tribut forderte, lösten sie sich schweratmend von einander. Regina biss sich auf die Unterlippe, als wollte sie seinen Geschmack noch einen Moment kosten, ehe sie sich angrinsten.
„Vielleicht sollten wir weiter, sonst kommen wir noch zu spät zu unserer eigenen Hochzeit.", schmunzelte Robin, strich mit seinen Daumen über ihre Mundwinkel, um den Lippenstift zu verwischen und gab dann seinem Hengst die Sporen.
In einem schnellen Trab folgten sie dem Klang der Musik bis diese wieder lauter wurde und sie zu dem Festzug aufgeschlossen hatten. Neugierig ließ Regina ihren Blick schweifen und versuchte sich daran zu erinnern, wo sie sich befanden. Sie kannte den Wald, hatten ihn regelrecht erschaffen, damals als ihre Welt in Dunkelheit versunken war und sie verzweifelt einen Weg aus diesem Dunkeln geschlagen hatte, doch dieses Teilstück war ihr unbekannt. Durch die Musik hindurch vernahm sie ein leises Rauschen, eine vertraute Melodie. Sie wandte sich dem Rauschen zu und erkannte einen kleinen Bach, der sich neben ihnen entlangschlängelte und sogar anschwoll, je weiter sie seinem Verlauf folgten. Er war kein Vergleich zu dem Fluss ihrer Heimat, doch er erinnerte sie an viele glückliche Stunden. Stunden, die sie mit Robin und ihrer Familie verbracht hatte. Die Erinnerung an dieser Zeit beschwor ein warmes Gefühl in ihrem Magen herauf und spiegelte sich im Glanz ihrer dunklen Augen. Ihre Mundwinkel verzogen sich zu einem glücklichen Lächeln, als sie ihren Kopf zu ihrem zukünftigen Gatten drehte und ihm einen wohlwissenden Blick schenkte.
„Es ist nicht unser Fluss", begann er seine Erklärung. „Aber ich habe mich daran erinnert, dass ich ein Rauschen vernommen habe, als ich in dieser Welt erwacht bin. John und ich haben uns auf die Suche gemacht und wie du siehst, es sogar gefunden. Ist ein bisschen kleiner, aber ich habe dir mal eine Hochzeit am Fluss versprochen."
Reginas Blick wurde weich, als Robins Worte nicht nur den Weg in ihren Verstand fanden, sondern tief in ihr Herz sickerten. Sie spürte, wie sich Tränen aufdrängten und ein Kloß sich in ihrem Hals bildete. Sie brauchte einen Moment, um ihrer Stimme einen festen Klang zu verleihen, ehe sie ihm ehrlich antwortete.
„Danke...", mehr brachte sie nicht über ihre Lippen, ohne dass sie den Kampf gegen die Tränen verlieren würde und so schmiegte sie sich wieder an ihn ran und genoss den Rest des Ritts in seinen Armen.
Die Sonne hatte bereits begonnen unterzugehen und ließ das Licht des Tages verblassen, jedoch nicht ohne dass der Himmel zum Abschied in warmen Farben erstrahlte. Die Bäume warfen lange Schatten auf den Boden und hüllten die Umgebung in Dunkelheit. In der Ferne dröhnte noch immer die Musik und der Gesang. Sie konnte sehen, wie einer der Wagen gefährlich wankte und hoffte, dass nicht noch ein Unglück geschah, jetzt wo das Tageslicht gefährlich schwand. Doch kaum nahm sie die aufkommende Nacht war, da bemerkte sie, dass es nicht wirklich dunkel wurde. In den Bäumen hingen bunte Lichter und die Baumstämme waren mit Lichterketten und Blumen geschmückt. Der Zug verlangsamte sich bis er schlussendlich zum stehen kam. Die Männer und Frauen verließen ihre Wagen und zogen singend und zu Fuß durch die Bäume.
Stanley hatte seinen Weg zu dem Brautpaar gefunden und hielt Dante am Zaum fest, damit Robin absteigen konnte, ehe der Bräutigam seiner Braut vom Hengst hinunterhelfen konnte. Regina wusste kaum wie ihr geschah. Storybrook schien verschwunden und sie schlagartig in den Sherwood Forest versetzt. Sie zog die Luft mit den altbekannten Düften ein und schloss für einen Augenblick die Augen.
Robin führte seine Braut durch die geschmückten Bäume bis diese sich lichteten und den Blick auf lange, geschmückte Stuhlreihen freigaben. Ein langer Mittelgang, gesäumt mit Kerzen und Blumen führte direkt zu dem kleinen Altar unter einer alten Eiche. Ihre Zweige hingen schwer von Blättern und Laternen und umrandeten den Hochzeitsbogen in dem Bruder Tack in feierlichem Ornat stand und in einem alten Buch blätterte, während Emma neben ihn stand und auf ihn einredete. Regina wusste nicht wohin sie zu erst schauen sollte. Ihr Verstand verweigerte sich, das feierliche Bild im Ganzen aufzunehmen und so entdeckte sie immer wieder neue Details, als sie ihren Blick schweifen ließ.
Dieser alte Sauhund…
Dachte sie verliebt und drückte Robins Hand, da ihr die Worte fehlten. Das Lächeln, welches er ihr schenkte ging durch Mark und Bein und trieb die aufkommende, freudige Erregung zu einem neuen Höhepunkt an. Von weit her vernahm sie das Murmeln der Gäste, hörte Baileys Stimme, die nicht weiter als ein weißes Rauschen in ihren Ohren war, obwohl die alte Frau direkt vor ihr stand und versuchte Stanleys Blick zu deuten, als er angeregt mit Robin sprach.
„Das ist sehr ehrenvoll von dir Stanley.", erst Robins Stimme schaffte es durch Reginas Überwältigung zu dringen und ihre Konzentration wieder auf das Geschehen zu lenken.
„Es wäre mir eine Ehre, wenn ich Gin zum Altar führen dürfte.", erklärte der alte Mann mit ehrlichem Klang in seiner Stimme. Für den Bruchteil einer Sekunde begriff Regina, was Stanley ihr anbot und ein altbekannter Schmerz blitze in ihren Eingeweiden auf. Das Bild ihres Vater formte sich vor ihrem inneren Augen und versuchte ihr die Tränen in die Augen zu treiben. Schlagartig spürte sie die alte Schuld in ihrem Innern wüten. Regina schloss ihre Augen und atmete tief durch. Sie wusste, dass ihr die Stimme versagen würde und hoffte, dass dieser Anflug von Dunkelheit sich wieder verziehen würde.
„Das wissen wir." Robins Stimme schlug winzige Löcher in Reginas Dunkelheit.
„Aber ich will nicht, dass sie irgendjemand wieder verscherbelt. Niemand muss sie übergeben, denn wir gehen gemeinsam dorthin, nicht wahr Liebes?" Robins Worte fegten die Dunkelheit in ihrem Kopf dahin und erinnerten sie daran, warum er es in all den Welten immer wieder geschafft hatte, all ihre inneren Mauern abzutragen. Erst als er sie abermals ansprach, öffnete sie lächelnd ihre Augen und antwortete ihm: „Natürlich."
Stanley schaffte es nicht dagegen zu argumentieren. Stattdessen legte er jeweils eine Hand auf eine der Schultern seiner Schützlinge und nickte ehrfürchtig. „Der Himmel lasse sein Licht über euch leuchten!" Ein alter Segenswunsch, den Regina bereits vergessen hatte. Sie schenkte ihrem einstigen Finanzminister ein dankbares Lächeln und spürte die Nervosität aufs Neue aufwallen, als plötzlich Musik erklang. Stanley und Bailey huschten auf ihren Plätze und Robin bot Regina seinen Arm an.
„Darf ich bitten, Mylady?"
Regina lächelte, hackte sich ein und gemeinsam schritten sie, zum klang einer uralten Weise, den langen Weg zu Altar. Die Menschen zu ihrer beider Seiten waren nicht länger existent. Regina glaubte, dass die Welt sich nicht nur langsamer drehen, sondern vollkommen zum stehen gekommen sei. Hinter sich konnte sie leises Schniefen und gedämpfte Schnäuzer ausmachen und war überrascht, wie sehr ihr diese selbst zu Herzen gingen. Kaum hatten sie den Altar erreicht begrüßte sie ein außerordentlich nüchterner Bruder Tuck und bat das Brautpaar samt Festgesellschaft Platz zu nehmen.
Die Musik verstummte und Bruder Tucks andächtige Räuspern wurde durch den Wald getrieben. Robin griff nach Reginas Hand, spielte mit ihrem Verlobungsring und streichelte immer wieder sanft mit seinem Daumen über ihren Handrücken.
Danke Emma, ich glaub wenn er betrunken wäre, hätte es heute noch ein weiterer Patienten in die Irrenanstalt geschafft und ich weiß nicht, ob es Bruder Tuck, du oder ich es gewesen wäre.
„Liebe Familie, liebe Freunde, liebe Gäste," Bruder Tuck schaute durch die Stuhlreihen und nickte einigen der Anwesenden begrüßend zu. „Wir haben uns heute hier versammelt um diese Beiden hier.", seine Mundwinkel verzogen sich zu einem frechen grinsen, als er mit gespielter Andacht seinen Kopf gen Boden neigte und ihn langsam schüttelte. „endlich….endlich….endlich...in den heiligen Stand der Ehe zu führen."
Leises Gekicher erklang von der Menge und selbst Robin und Regina konnten ein Schmunzeln nicht unterdrücken. Verliebt, grinste Robin seine Braut an und schaffte es nicht, seinen Geist daran zu hindern in die Vergangenheit zu reisen. Bilder blitzen wie Schlaglichter in seinem Verstand auf und verstärkten das warme Gefühl, welches durchs seine Innereien strömte, bis sein Herz einen Takt beschleunigte.
„Wir erinnern uns alle daran, wie Robin mit dieser Nervensäge ins Lager kam. Dreckig und zeternd und mit einer Zunge, schärfer als so manches Schwert." Wieder erklang Gelächter, während Regina dem Geistlichen einen gespielt wütenden Blick zuwarf. „Niemand hatte geglaubt, dass sie die ersten Tage überleben würde. Ehrlich gesagt hatten wir schon Wetten laufen, an welchem Tag er sie endlich erschlagen würde...", Bruder Tuck zwinkerte dem Brautpaar zu. Robin grinste verschmitzt, als die Erinnerung wie ein warmer Frühlingsregen über ihn herab nieselte. Die Wanderung war wieder allgegenwärtig in seinem Kopf, die Angst, die vielen Kämpfe, aber auch das angenehme Kribbeln in ihrer Nähe.
„Aber und das sieht unserem Robin ähnlich, dieser guten, treuen Seele. Er hat sie nicht erschlagen, ganz im Gegenteil." Bruder Tuck entfleuchte ein anzügliches Kichern, worauf Stanley, John und Lawrence und einige der anderen Männer schelmisch mit einstimmten. „Der Himmel entscheidet manchmal seltsame Dinge und seltsam war es, als die böse Königin unseren Helden für sich vereinnahmte und sie beide plötzlich nicht mehr auf gegnerischen Seiten standen, sondern gemeinsam kämpften. Für unseren Wald, für unsere Leute und für ein Leben, wie wir armen Verbrecher, es uns niemals ersinnen konnten. Und heute wollten wir diese seltsame Entscheidung des Himmels feiern. Robin, Gin, ich weiß es war nie wirklich leicht für euch. Ihr konnte das Kämpfen nie wirklich aufgeben, denn auch wenn die Sonne über euch schien, so warteten bereits die nächsten Wolken. Aber meine Lieben, ich möchte euch ein Geheimnis verraten. Das Leben ist so. Es werden immer wieder schlechte Tage kommen, aber es werden auch wieder gute kommen. Es werden immer wieder Wolken am Himmel erscheinen, aber diese werden auch immer wieder verschwinden. So sicher, wie es nach jeder neuen Nacht wieder einen neuen Morgen gibt, so sicher ist die Vielfalt eures Lebens. Es wäre leicht für euch daran zu verzweifeln, und ich weiß, dass ihr genügend Gründe hätte, dies zu tun, doch lasst euch daran erinnert werden, dass ihr einander habt. Eine Ehe besteht nicht nur aus fleischlichen Gelüsten.", abermals grinste der Geistliche frivol, doch wurde genauso schnell wieder ernst „sondern eine ehe bedeutet auch, die Lasten des anderen zu tragen. Gemeinsam einen Weg zu beschreiten in der Gewissheit nicht allein zu sein und durch alle Schwierigkeiten gemeinsam hindurch zu gehen. Ihr habt das begriffen, sonst wärt ihr heute nicht hier und so bitte ich euch, euch nun zu erheben.
Das Brautpaar kam der Aufforderung Bruder Tucks nach und erhob sich.
„Ich bitte euch, ergreift euch an den Händen." Robin griff nach Reginas Händen, umschloss sie sachte und blickte ihr in die dunklen Untiefen, in denen er beheimatet war. Verliebt biss er sich auf die Unterlippe und hatte das Gefühl er müsste augenblicklich vor Glück platzen.
„Robert Locksley, ich frage dich, willst du dir hier anwesende Regina Mills, als dein Eheweib annehmen. Sie lieben und ehren, für sie sorgen und ihr vertrauen in Guten wie in Schlechten Zeiten; willst du ihr die Treue schwören bis dass der Tod euch scheidet?"
„Ja, ich will!"
„ So verspreche es."
Robins Verstand leerte sich schlagartig und für einen Moment wusste er nicht mehr, was er sagen wollte, doch ein Blick in Reginas erwartungsvolles Gesicht beruhigte ihn wieder. Er räusperte sich und grinste verlegen, als seine Stimme am Anfangs nachgab.
„Gin, ich kann dir nicht versprechen, dich vor allem zu beschützen. Der Himmel weiß, wie sehr ich es möchte. Er weiß aber auch, wie oft ich darin schon versagt habe. Aber was ich dir versprechen kann und dazu rufe ich den Himmel als Zeugen auf, ist an deiner Seite zu stehen, komme was wolle. Ich werde deine Hand halten, dir deinen Rücken stärken, dich wieder aufbauen und immer wieder daran erinnern, wie stark du bist und dass du alles überwinden kannst. Nun gut, ich werde dich wohl auch hin und wieder zur Weißglut treiben, aber ich werde dich dabei lieben. Du bist geliebt Gin. Mehr, als du auch nur erahnen kannst und ich verspreche dir dich auf ewig zu lieben. Mein ganzes Leben war ich auf der Flucht, hatte keinen Ort an dem ich zur Ruhe kommen konnte, fernab aller Kämpfe. Du hast das geändert, denn du hast mir ein zu Hause gegeben. Und ich danke dir dafür. Und deswegen verspreche ich, dich als mein angetrautes Eheweib anzunehmen, dich zu lieben und zu ehren, für dich zu sorgen und dir zu vertrauen. Ich verspreche dir die Treue zu schwören bis dass der Tod uns scheidet."
Robin verstummte, atmete tief durch und blickte erwartungsvoll in Reginas Gesicht. Seine Aufmerksamkeit haftete sich auf die einsame Träne, die stumm über ihre Wange hinabglitt und an ihrer Lippe verendete. Ohne auf die Anwesenden zu achten, erhob er seine Hand, wischte mit seinen Daumen das kleine Rinnsal weg und zeichnete liebevoll die Narbe an ihrer Lippe nach. Er konnte das Zittern spüren und schenkte ihr einen tiefen, liebevoll Blick, ehe er sein Versprechen mit einem Kuss auf ihrer Stirn besiegelte.
Regina schloss ihre Augen und genoss die Wärme seiner Lippen auf ihrer Haut, als Bruder Tuck nun direkt sie ansprach.
„Regina Mills, ich frage dich, willst du den hier anwesenden Robert Locksley, als deinen Ehegatten annehmen. Ihn lieben und ehren, für ihn sorgen und ihm vertrauen in guten wie in schlechten Zeiten; willst du ihm die Treue schwören bis dass der Tod euch scheidet?"
„Ja, ich will!"
„ So verspreche es."
Reginas Augen bewegten sich unruhig in ihren Höhlen bis sie einen imaginären Punkt in Robins Gesicht ausmachte und sich darauf konzentrierte. Sie brauchte einen Moment um ihrer Stimme einen festen Klang zu verleihen, doch als es ihr gelungen war, erklangen ihre Worte ruhig und sanft.
„Robin, wenn ich zurückschaue hab ich eine Menge Mist in meinem Leben verzapft, einer Menge Menschen wehgetan und viel Unglück und Leid über sie gebracht. Aber ich will nicht mehr zurückschauen und warum? Weil du mir beigebracht hast nach vorn zu gucken, mir beigebracht hast meine Vergangenheit zu akzeptieren und ihr somit die Macht zu nehmen. Du hast und siehst immer noch Sachen in mir, von denen ich weder glauben kann, dass sie in mir stecken, noch begreifen kann, dass sie wirklich da sind. Und ich hoffe, dass du diese rosarote Brille nie ganz verlieren wirst." Sie schmunzelte verschmitzt und konnte hören, wie die Gäste leise auflachten.
„Robin, ich hab mir nie viel gewünscht, bloß eine Familie. Eine richtige Familie und du hast sie mir gegeben, so bereitwillig gegeben und ich bin dir dankbar dafür. Es gibt nichts, womit ihr dir das vergelten könnte, aber ich verspreche dir, mein Leben dafür zu verwenden. Ich verspreche dir mein Leben, denn ich liebe dich….
Und ich verspreche dir, dich als mein Ehegatten anzunehmen. Dich zu lieben und zu ehren, für dich zu sorgen und dir zu vertrauen in guten wie in schlechten Zeiten; und dir die zu Treue schwören bis dass der Tod uns scheidet."
Regina streichelte mit ihren Daumen über seine Hände und blickte ihm in die blauen Seen, in die sie so gerne eintauchte. Langsam hob sie seine Hände und führte sie an ihr Herz.
„Ich verspreche es...", flüsterte sie nur für ihn hörbar, hob seine Hände an ihre Lippen und küsste sie.
Bruder Tuck gab Emma ein kleines Zeichen, die sich verloren umschaute , ehe sie John einen bestimmten Kopfdeut zuwarf. Der Hüne blickte seine Frau fragend an, doch dann erkannte man das langsam einsickernde Verstehen. Er kramte hektisch in seinen Hosentaschen, verlor für den Bruchteil einer Sekunde alle Farbe aus dem Gesicht und atmete im nächsten Moment erleichtert durch, als er die Ringe in seiner Brusttasche fand. Grinsend reichte er einen der Ringe Robin, der ihn vorsichtig über Reginas Ring streifte. Daraufhin nahm Regina den anderen Ring und streifte ihn über Robins Finger. Dabei konnte sie das strahlende Lächeln, welches sich ihr aufdrängte, nicht unterdrücken. Sie hielt noch seine Hand und näherte sich bereits seinem Gesicht, als Bruder Tucks Stimme sie innehalten ließ.
„Hat irgendjemand der Anwesenden Einwände gegen diesen Bund, so spreche er jetzt oder er möge für immer schweigen."
Das Brautpaar blickte in die Menge, als wirklich jemand aufsprang. Reginas Augen weiteten sich. Sie hatte bereits einen Fluch auf den Lippen, als sie Henry erkannte, der mit erhobenem Zeigefinger die Gäste bedrohte und mit grimmiger Miene sprach. „Wehe! Wehe es wagt auch nur ein einziger das hier zu ruinieren..." Emma packte ihren biologischen Sohn am Hemd und zog in zurück auf den Stuhl, als leises Lachen die Menge erfasste. Auch Robin und Regina mussten lachen und noch ehe sie ganz verstummt waren, verspürte Regina wieder den Drang ihren angetrauten zu küssen, doch auch dieses Mal unterbrach der Geistliche ihre Bemühen.
„Kraft meines vom Himmel verliehen Amtes, erkläre ich euch für Mann und Frau!" Bruder Tuck grinste und fügte dann noch schnell hinzu.
„Du darfst die Braut jetzt küssen."
Robin beugte sich zu seiner Frau und drückte seine Lippen auf die ihren. Für einen kleinen Augenblick küsste er sie und löste sich sogleich wieder von ihr, als Regina plötzlich nach seinem Kragen packte und ihn an diesem an sich zog, um ihn zu küssen.
Meiner
Sie blendete die Menschen um sich herum aus und versank in dem Spiel ihrer Lippen und Zungen, bis das Gegröle der Männer in ihren Verstand drang und Johns Stimme laut tönte.
„Echt jetzt Gin, spar dir etwas für die Hochzeitsnacht auf!" Doch im nächsten Moment war der Hüne und einige der anderen Männer beim Brautpaar und schlangen ihre Arme um die beiden.
Musik erfüllte die Luft und animierte noch immer den ein oder anderen Gast zum tanzen. Regina saß an ihrem Platz und hielt Roland auf ihrem Schoß. Ihre Arme umschlangen seinen schmächtigen Körper und wiegten ihn im Takt der langsamen Melodie, während sie ihren Blick schweifen ließ. Die Lichter, Kerzen und Menschen verschwammen in ihren Augen und machten Platz für andere Bilder, die sich in ihrem Verstand formten und versuchten gegen das angenehme Rauschen in ihrem Kopf anzukämpfen. Sie ließ den Tag Revue passieren und badete in der frischen Erinnerung ihres Jaworts. Ihre Füße schmerzten, doch dieser Schmerz war ihr angenehm, zeugte er nicht von Schmach und Schande, sondern von der Freude, mit der sie das Tanzparkett mit ihrem Gatten erobert hatte. Der Gedanke an Robin als ihren Gatten war ungewohnt, doch keineswegs unangenehm. Ganz im Gegenteil. Abermals hatte sie das seltsame Gefühl, als hätte sich das Universum ein Stück in seinen Ursprung verschoben.
„Mom?", Rolands Stimme erklang müde und erschöpft.
„Ja, mein kleiner Schatz?" Sie legte ihre Wange an die seine und streichelte mit ihrer Hand über seinen Bauch.
„Glaubst du ich kann noch etwas Torte für morgen mit nach Hause nehmen?" Reginas Mundwinkel zuckten amüsiert, bevor sie seiner Wange einen zarten Kuss aufhauchte. Die Erinnerung, dass sie ihren Sohn unter dem Kuchenbuffet gefunden hatte, mit dem emsigen bestreben, alle Torten und Kuchen zu probieren, stieg auf und ließen sie geschlagen lächeln.
„Wenn du etwas übrig gelassen hast."
Roland seufzte tief, legte seine Hand auf die seiner Mutter und erklärte mit einem Hauch Enttäuschung in der helle Stimme. „Das habe ich und ich hatte doch so viel vor." Reginas Schultern bebten, als sie ein Lachen unterdrückte. Sie wusste darauf keine Antwort und so drückte sie ihm erneut einen Kuss auf und begann ihn von wieder im Takt der Musik zu wiegen.
Du kleiner Vielfraß
In weiter ferne kündigte sich der neue Tag an. Hinter den Bäumen verfärbte sich das Dunkel der Nacht in einen Schimmer hellen Blaues, als Lawrence und seine Männer mit der Musik innehielten und verkündeten, dass es Zeit für den letzten Tanz sei. Robin suchte Johns Blick und schaute ihn fragend an. Bevor Robin sich nun erheben konnte war der Hüne an seiner Seite, beugte sich zu ihm hinunter und flüsterte in sein Ohr.
„Keine Angst, alles fertig." Robin ergriff Johns Hand und drückte sie. „Danke, auf dich ist verlass." Dann erhob sich der einstige Geächtete, schritt zu seiner Frau und hob seinen fast eingeschlafenen Sohn von ihrem Schoß.
„Tut mir Leid, Liebes, aber dieser Tanz gehört mir allein. Bevor ich dich für den Rest unseres Lebens nur zu Gern mit den ganzen Sauhunden teile." Regina schenkte ihm ein liebevolles Lächeln, ließ sich Roland aus dem Arm winden und beobachtete kurz, wie Robin ihren Sohn an John weiterreichte, ehe sie Robins Hand annahm und sich aufhelfen ließ. Galant führte Robin sie zurück auf die Tanzfläche, legte seine Hand an ihre Taille und zog sie sanft an seinen Körper. Leise und langsam erklang eine uralte Melodie, durchströmte die Luft und verhallte in ihren Ohren. Behutsam begann Robin seine Frau über die Tanzfläche zu schieben und sich im Kreis mit ihr zu drehen. Noch spürte er die Augen aller Anwesenden auf sich ruhen, doch ein Blick in das edle Gesicht seiner Frau und die Menschen um sie herum begannen zu verblassen, bis sie nichts weiter, als weit entfernte Schatten einer anderen Zeit waren. Sein Herzschlag beschleunigte sich, als Regina sich näher an ihn heran schmiegte und ihre Wange an die seine bettet. Er konnte ihren warmen Atem auf seine Haut spüren und konnte sich nicht gegen das Gefühlschaos in seinem Innern wehren. Bilder wirbelten vor seinem Innerem Auge herum und lösten die verschiedensten Empfindungen aus, doch je länger das Lied erklang und sie sich dazu drehten und bewegten, so mehr kristallisierte sie ein einziges Gefühl heraus, die tiefe Liebe, die er ihr entgegen brachte. Die Quelle aller Emotionen, die ihn, seit er ihr begegnet war, in mehr als eine Turbulenz geschmissen hatte. Doch er bereute nichts davon. Bruder Tuck hatte recht. Es gab nicht nur Sonnenschein; es würde immer wieder etwas geben, das ihnen das Leben schwer machen würde, doch in seinen Armen hielt er den Grund, die Gewissheit, dieses Chaos immer wieder durchzustehen. Beseelt von diesem Gedanken zog er seine Angetraute noch fester an sich heran, löste seine Wange von der ihren und nahm ihre Lippen zu einem innigen Kuss gefangen. Die Musik erklang weiterhin, doch Robin hatte es aufgegeben sich mit Regina im Kreis zu drehen. Er wiegte seine Angetraute, während er sich dem Spiel ihrer Lippen hingab und ihren Mund mit seiner Zunge eroberte. Das Gegröle Johns brachte ihn genauso wenig dazu, den Kuss zu lösen, wie das Ausklingen der Musik. Erst nach einer gefühlten Ewigkeit löste er sich von Regina, lächelte sie verliebt an und schlang seine Arme um sie. Lachend und grinsend drückte er sie fest an sich und hauchte ihrem dunklen Schopf einen Kuss auf.
„Ich liebe dich...", wisperte er durch den Applaus der Gäste und strahlte glücklich, als sie seine Worte erwiderte.
Das Fest endete, als der Himmel sich in ein lila Farbenmeer verwandelte. Regina und Robin verabschiedeten ihre Gäste, während Regina ihren schlafenden Jüngsten auf dem Arm hielt. Als der Großteil der Gäste den Heimweg angetreten hatte, kamen Emma und John, sowie Snow und David zu dem Brautpaar, um sich zu verabschieden. Für einen kurzen Moment wunderte Regina sich, dass sie nicht gemeinsam den Heimweg antreten würden, doch die Nachwehen des vergangenen Tages und der Nacht übernahmen ihr Denken und bremsten es aus. John hielt den schlafenden Roland auf seinem Arm, legte seinen freien Arm um Regina und drückte sie sanft.
„Und sei nicht zu hart zu unsrem Helden heute Nacht." Er machte einen Kopfdeut in Robins Richtung und grinste anzüglich. Regina verdrehte ihre Augen, doch ihre Lippen formten ein Schmunzeln, als sie die Umarmung erwiderte. Snow baute sich vor ihrer einstigen Stiefmutter auf und hielt ihre Arme auffordernd hin. Regina umarmte sie kurz, doch als sie Anstalten machte, ihr den schlafenden Jungen abzunehmen, trat sie unwillkürlich einen Schritt zurück.
„Ist schon gut Gin, Snow nimmt ihn mit für heute, ist alles abgeklärt." Robins Worte ließen Reginas Augenbraue in die Höhe schnellen.
„Was ist abgeklärt, Locksley?", erwiderte sie prompt und verstand das Grinsen der anderen nicht. Perplex guckte sie in die Runde und blieb an Henry hängen, der gähnend an Emma lehnte und seine Augen kaum aufhalten konnte. „Guck mich nicht so an, Mom. Ich hab keine Ahnung..." Sie blickte Robin fragend an und wartete darauf, dass er sich erklärte.
„Vertrau mir einfach Gin, okay." Widerwillig ließ sie sich Daniel aus dem Arm nehmen und beobachte mit Argus Augen, wie Snow den Jungen behutsam im Arm wog. Kaum wandte sich der kleine Trupp ab, um nach Hause zu gehen, legte Robin seinen Arm um Reginas Schulter und hielt sie bei sich, bis die letzten Gäste verschwunden waren und sie ganz allein zurückblieben. Noch bevor Regina ihn fragen konnte, was das alles zu bedeuten hatte, spürte sie seinen Arm in ihren Rücken.
„Ich hoffe ich blamiere mich jetzt nicht.", sagte er, bückte sich und legte seinen Arm in ihrer Kniekehle um sie hochzuheben. Regina ließ ein überraschtes Quieken von sich und klammerte sich an ihren leicht schwankenden Mann. „Sorry, hätte wohl ein oder zwei Weine weniger trinken sollen.", lachte er losgelöst und setzte sich mit seiner wertvollen Fracht in Bewegung.
„Robin..", mahnte Regina, als er beinah über eine Wurzel gestolpert wäre, doch der einstige Geächtete kicherte. „Es wäre einfacher dich über die Schulter zu schmeißen, aber keine Angst, wenn schon, dann mach ich es richtig, Liebes." Reginas Lippen zierte ein Schmunzeln und blieb den ganzen Weg, den er sie durch den Wald trug.
„Ich kann mich gar nicht erinnern, dass es so weit weg war.", stöhnte Robin und wirkte sichtlich erleichtert als sich der Wald in der Nähe des Bachs zu lichten begann und den Blick auf ein Zelt freimachte. Es war anders, als die Hilfszelte, die sie oft auf ihren Wanderung durch ihren Wald benutzt hatten. Es war größer und geräumiger und Regina wusste, dass sie dort drin locker stehen konnten. Ihr Augen weiteten sich, als sie durch den aufgedeckten Eingang des Zeltes spähte und Decken, Felle und Kissen ausmachte. Kerzen brannten im Innern und tauchten alles in ein warmes, schummriges Licht. Ein kleiner runder Tisch mit zwei Stühlen stand in der Mitte. Auf dem standen Blumen, eine Schale mit Früchten und eine Flasche mit einer durchsichtigen Flüssigkeit. Instinktiv wusste Regina, dass dies ein spezielle Geschenk von Bailey war und fragte sich insgeheim, ob sie ihre Hochzeitsnacht überhaupt erleben würden, wenn sie sich an Baileys Gesöff versuchen würden.
„Ich dachte mir, wir haben hier mehr Ruhe, ohne dass jemand was von uns will. Du kennst nicht nur unsere Räuber, sondern auch unsere anderen Pappnasen." Regina schenkte ihm ein weites Lächeln und drückte ihm nächsten Moment ihre Lippen auf die Seinen.
„Da hast du mal gut gedacht.", neckte sie ihn und ließ sich von ihm ins Zelt ließ Robin sie wieder hinunter. „Mylady…", wisperte er dabei und legte seine Hände sogleich an ihre Wangen, um sie erneut zu küssen. Regina schloss ihre Augen und konzentrierte sich auf das warme Gefühl, welches er in ihrem Innern auslöste und hitzig anstieg, als seine Hand über ihren Rücken wanderte, ehe sie auf ihrem Hintern zur Ruhe kam und sie forsch an sich drückten.
Himmel
Entfleuchte es ihr in ihren Gedanken, als er den Kuss intensivierte und seine Hand weiter auf Wanderschaft ging und dort ein zartes Brennen hinterließ, wo er sie berührte. Atemlos löste sie den Kuss und sah ihn mit verdunkelten Augen an. Sie biss sich auf die Unterlippe, schenkte ihm ein wohlwissendes Lächeln und nahm seine Lippen aufs neue gefangen. Für einen weiteren Moment verloren Raum und Zeit ihre Existent und trugen sie fort in ein Land, in dem nur sie zwei existierten. Sie konnte spüren, wie Robin an den Schnürungen ihres Kleids herumnestelte und löste den Kuss widerwillig, um sich in seinen Armen zu drehen, damit er sehen konnte, was seine Finger dort versuchten. Sie schenkte ihm einen kecken Blick über die Schulter, während er grinsend das Leder um ihrer Taille weitete, ehe er sie wieder umdrehte und an dem Ausschnitt ihres Kleides zerrte, um ihre warme Haut endlich freizulegen. Kaum hatte er ihre Brüste entblößt, versenkte er seine Lippen an der blassen empfindlichen Haut und begann sie zärtlich zu verwöhnen. Ein leises Ächzen entfleuchte ihren vollen Lippen, als sie im Genuss ihren Kopf in den Nacken legte und ihre Finger in seinem Schopf vergrub. Seine Zunge umspielte ihre Brustwarzen, während er mit seinen Händen versuchte das Kleid über ihre Hüften zu schieben, damit es ihr gänzlich vom Körper fiel. Regina krallte sich an seinen Haaren fest, als seine zärtlichen Bemühungen, leichte Stromschläge durch ihren Körper jagte.
Hör ja nicht auf….hör nie wieder damit auf
Schoss es ihr durch den Kopf, als er sich nun mit gleicher Sorgfalt um ihre andere Brustwarze bemühte. Ihre Atmung schwoll an und presste ihm ihren Oberkörper immer wieder entgegen, während sie sich endlich aus seinem Haar löste und ihre Hände an den Gürtel seiner Hose legte. Linkisch versuchte sie die Schnalle zu öffnen und seufzte enttäuscht auf, als Robin sich löste und ihr half. Mit loderndem Blick öffnete er den Gürtel und grinste sie forsch an, als ihre Hände sich sogleich an die Knöpfe seiner Hose zu schaffen machte. Kaum hatte diese den Weg auf dem Boden gefunden, zog Regina ihren Gatten wieder an sich ran, presste ihren nackten Körper an den seinen und küsste ihn innig.
„Madame...", entfleuchte es Robin atemlos, doch mit einem verschmitzten Klang in der Stimme, als sie forsch seinen Mund eroberte und ihn zu den Decken und Kissen dirigierte. Sie löste ihre Lippen ganz eben, um auf seine Überraschung zu antworten.
„Ich hab lang genug gewartet, also tu deine Pflicht, Locksley."
In Robins Brust erwuchs ein Lachen, doch er ließ es nicht ausbrechen. Ganz im Gegenteil. Sein Blick verdunkelte sich, als seine Hände bestimmend an ihre Taille packten und sie einfach hochhob, als wiege sie nicht mehr als eine Feder.
„Ganz wie Mylady befehlen...",
Regina schlang ihre Beine um seine Hüften und nahm seine Lippen wieder zu einem Kuss gefangen, den sie mit einem überraschten Quieken beendete, als er sich samt seiner kostbaren Fracht in die Kissen fallen ließ.
Robin und Regina lagen auf dem Decken und Kissenhaufen auf ihren Rücken und blickten hinauf zur Decke des Zeltes. Ihrer beider Atmung jagte dem wilden Schlag ihres Herzens nach. Regina und auch ihrem Gatten fehlte der Atem um Worte zu artikulieren, doch das mussten sie auch nicht. Sie konnte spüren, wie seine Hand sich auf ihren nackten Bauch legte und sie dort fahrig streichelte. Für einige Momente lagen sie einfach da mit einem zufriedenen Grinsen auf beider Lippen und badeten in den Nachwehen des gerade Erlebten. Regina glaubte noch immer seine Kraft zwischen ihren Beinen spüren zu können und fragte sich nicht das erste Mal in ihrem Leben, ob es jemals eine Zeit geben würde, in der sie ihm und seiner Zärtlichkeit jemals überdrüssig werden würde. Noch bevor sich diese Frage ganz in ihrem Verstand manifestieren konnte, hatte die Antwort bereits Raum in ihr gewonnen. Niemals. Sie lauschte einen Augenblick dem Versuch ihrer Atmung wieder Herr zu werden, als Robins sie ansprach.
„Und? Hat es dir gefallen?"
Regina drehte ihren Kopf und starrte ihrem Gatten mit hochgezogener Augenbraue in Gesicht.
Spinner
Dachte sie liebevoll, während ihre Lippen eine Antwort formten.
„Du fragst mich allen Ernstes ob mir der Sex gefallen hat? Sind wir noch Teenies?", neckte sie ihn mit gespieltem Unglauben. Robins Brust begann zu beben, als er kopfschüttelnd zu lachen begann.
„Du bist unmöglich, Gin. Ich will wissen, ob dir unsere Hochzeit gefallen hat." Er drehte sich auf die Seite, stützte mit einer Hand seinen Kopf ab und zog mit der anderen sanfte Kreise über ihre nackte Haut. Seine Stimme wurde dunkler, als er weitersprach. „Dass es dir gefallen hat muss ich nicht nachfragen, das hab ich gehört..." Der Schalk stach aus seinen blauen Augen als er grinsend hinzufügte. „Ich und alle Tiere des Waldes." Reginas verformte ihren Mund zu einem gespielt empörten Oh, als sie ihm einen Klaps gegen die Brust gab. Übertrieben jaulte Robin auf, faste sich an die Brust und jammerte „Hilfe...häusliche Gewalt….meine Frau verprügelt mich..."
„Du Spinner...", entfleuchte es Regina, als sie die Gebärden ihres Gatten einen Moment beobachtete, und darauf wartete, dass er sich wieder beruhigte, damit sie ihm endlich antworten konnte.
„Es hat mir sehr gut gefallen..." Ehrlichkeit schwamm in ihrem Blick und entlockte Robin ein warmes Gefühl in seiner Magengegend. Seine Finger streichelten über ihre Stirn an ihrem Haaransatz entlang, während er sich ihrem Gesicht näherte. Kurz bevor er ihre Lippen erreichte, flüsterte mit der selben Ehrlichkeit. „Dann hab ich alles richtig gemacht."
„Ja, hast du.", schaffte sie gerade noch zu erwidern bevor er sie küsste nicht. Nicht so forsch und von Leidenschaft getrieben, sondern sanft und zärtlich, wie der Morgentau. Als er sich wieder von ihr löste, setzte er sich auf und ließ seine Augenbrauen hüpfen.
„Na?...Gönnen wir uns noch einen Umtrunk, bevor wir schlafen? Bailey will bestimmt wissen, wie wir ihren Sonderjahrgang fanden." Regina schüttelte amüsiert ihren Kopf, doch ihr Mund antwortete.
„Natürlich, wir können Bailey nicht enttäuschen."
Robin erhob sich und ging zu dem Tisch. Reginas Blick legte sich auf seine nackte Gestalt. Ihre Augen betasteten den muskulösen Oberkörper, wanderten über seine Oberarme und blieb an seinem Hintern hängen. Mit einem seligen Lächeln beobachtete sie ihren Gatten, der kaum dass er den Tisch erreichte, sich eine Weintraube von der Obstschale stibitzte und sie sich in den Mund schob. Robin öffnete den Schraubverschluss und warf einen frivolen blick über seine Schulter zu Regina, als er ihr Starren bemerkte, ehe er sich wieder der Flasche zuwandte. Er hatte seine Nase noch nicht ganz an die Öffnung gelegt, als er plötzlich zurückwich und aufrief. „Whouuuuhhhh….der brennt schon beim riechen….". Robin nahm mit der freien Hand die Obstschale und balancierte alles zusammen zurück zu dem provisorischen Bett aus Decken und Kissen. Regina setzte sich auf und nahm ihm die Obstschale aus der Hand, damit er sich wieder zur ihr niederlassen konnte, ohne etwas fallen zu lassen. Sie stellte sie zwischen sich und pflückte sich eine Weintraube, um diese zu verspeisen. Robins Blick blieb an ihren vollen Lippen hängen, bevor ihm ihre Nacktheit bewusst wurde und er auf ihre Brüste starrte. Für einen Moment genoss er den Anblick doch dann zwang er sich wieder ins Hier und Jetzt und hielt Regina die Flasche hin.
„So schön Little John sich wirklich Mühe hier gegeben hat, alles herzurichten, so hat er nicht an Gläser gedacht…aber die haben wir damals auch nicht gebraucht.", erinnerte er sie augenzwinkernd an einer besonderen Nacht, in der er alles Kämpfen aufgegeben und all seine Prinzipien über Bord geworfen hatte. Regina nahm ihm die Flasche aus der Hand und statt zu antworten, setzte sie die Flasche an ihren Mund und genehmigte sich einen großen Schluck. Die Flüssigkeit brannte in ihrem Mund und zog eine ebenso brennende Spur ihre Speiseröhre bis hin zu ihrem Magen. Sie hustete ein paar mal und schüttelte ihren Kopf. „Gut, dass wir den nicht schon vorhin getrunken haben, sonst wäre unsere Hochzeitsnacht ins Wasser gefallen." Sie grinste frech und blickte dabei in seinen Schoß.
„Hey, werd jetzt ja nicht übermütig, Madame." Robin nahm ihr die Flasche weg und nahm einen kräftigen Schluck. Mit aller Kraft unterdrückte er ein Aufhusten und fragte „Will die uns vergiften? Hat den nicht Bailey, sondern deine Mutter geschickt?" Regina entfleuchte ein Auflachen, als sie ihm die Flasche wieder aus der Hand nahm und davon trank. Tränen schossen ihr in die Augen, aufgrund der Schärfe, doch wenn diese nachließ, blieb ein ein angenehmer Geschmack zurück. „Keine Chance, meine Mutter gönnt uns nicht so was Gutes", erklärte sie lachend und führte die Flasche an seinen Mund, damit er trinken konnte.
Die beiden wechselten die Flasche immer wieder zwischen sich, lachten und aßen von dem Obst bis Regina spürte, dass ein weitere Schluck die losgelöste Stimmung ruinieren und sie ihren Mageninhalt nicht mehr bei sich halten würde können. Sie lehnte ab, als Robin ihr die Flasche hinhielt und lächelte sanft, als er sich noch einen Schluck genehmigte, die fast vollkommen geleerte Flasche verschloss und irgendwo neben sich außerhalb der Decken und Kissen abstellte. Der Tag war bereits angebrochen und warf sein Licht durch den schmalen Ritz am Eingang des Zeltes. Staubflocken tanzten im weißen Strahl, während Robin auch die Obstschale wegstellte und sich an seine Frau schmiegte. Unbeholfen zog er eine der Decken, auf die sie klagen hervor und breitete sie über ihre beide nackten Körper aus.
„Komm her Liebes...", sagte er sanft und zog sie in seinen Arm bis sie ihr Haupt auf seine Brust bettete, eine vertraute Position, die ihn und sie sofort entspannte. Die Atmosphäre beruhigte sich zwischen ihnen, das Lachen und Kichern verebbte, während sich eine wohlige Ruhe, sanft wie eine Decke, über sie ausbreitetet. Robins Daumen streichelte sachte über ihre Haut. Er konnte ihr Haar auf seiner Haut spüren, ihre kleinen Finger, die sanft über seine Brust strichen.
„Robin?". Reginas Stimme war ein leiser Hauch, doch forderte sie Robins volle Aufmerksamkeit. Ebenso leise fragte er. „Ja?"
„Danke..."
Ich liebe dich
Ihre Lippen versanken an seiner Brust und hauchten ihm einen kurzen Kuss auf, ehe sie wieder ihre gewohnte Position einnahm. Ihre Stimme war leise und doch konnte er den Inneren Lärm ihrer Seele vernehmen. Instinktiv wusste er, dass es nicht nur um diese Hochzeit ging, wusste er dass sie ihm dafür dankte, dass er sie niemals aufgegeben hatte, egal wie sehr sie um sich geschlagen hatte. Für einen Moment schluckte er, doch dann legte er seine Lippen in ihren Dunklen Schopf und küsste sie dort. „Ich liebe dich auch….", wisperte er ehrlich in die Stille des Zeltes und lächelte leicht, als sie in seinen Armen entspannte. „Aber jetzt, sollten wir endlich schlafen...denn auch wenn ich es nicht zugeben will, aber du hast mich heute ganz schon fertig gemacht, Mills." Seine Lippen zierte ein Grinsen, während seine Augen bereits geschlossen waren und Morpheus an ihm zerrte. Mit aller Selbstbeherrschung kämpfte er gegen das Abdriften in den Schlaf an, als er ihr Räuspern vernahm.
„Chrm..." Robin öffnete wieder die Augen und blickte fragend in ihr grinsenden Gesicht.
„Ich sag ja, Baileys Gebräu bekommt dir nicht."
Robins hob seine Augenbraue hoch, doch noch bevor er nachhaken konnte erklärte sie sich.
„Ich bin keine Mills mehr...ich bin jetzt eine Locksley.." Robin spürte wie das Lachen in seinem Innern anschwoll und ausbrach. Er drückte Regina, die in sein Lachen mit einfiel, fest an sich und küsste immer wieder ihren Schopf. „Ich sag es doch…du hast mich fertig gemacht…Locksley."
