Prompt: Lesen
A/N: Ab und an kann ich mich bei den beiden schlicht nicht beherrschen. Nehmt es wie ihr denkt, aber der Wolf hat definitiv … eindeutige Gedanken!
Warning: PreSlash
„Okay, was ist das?" Nick beugte sich über den alten Folianten und tippte auf eine Stelle. Der Kragen seines Hemdes war weit geöffnet, so daß es Monroe wirklich wenig Mühe kostete, einen Blick auf das „darunter" zu werfen.
Eine Hitzewelle hielt Portland jetzt schon seit einigen Wochen fest im Griff – und wirkte sich nicht nur auf die Schweißdrüsen der Wesen-Bewohner aus. Und gerade ein großer, großer ex-böser Wolf ohne Gefährtin sah sich plötzlich in einer harten Zeit.
Ach, wenn doch Rosalee wieder da wäre …
Nick beugte den Hals, vertieft in seine Lektüre bemerkte er gar nicht, wie sehr sein Freund plötzlich mit sich selbst zu kämpfen hatte.
Der Wolf in Monroe drängte an die Oberfläche.
Die Schlagader an Nicks Hals pochte leicht im Einklang mit seinem Herzschlag, ein Muskel unter der Haut war angespannt und der Kieferknochen zeichnete sich klar unter den leichten Bartstoppeln ab. Nicks Schweiß roch, scharf und männlich, nach Raubtier.
Er brauchte definitiv mehr Wolfsbane in seinem Deo, versuchte Monroe sich zu beruhigen, während der Wolf in ihm noch einen tiefen Atemzug nahm und zu hecheln beginnen wollte.
Seit sie sich kennengelernt hatten hatte Nick sich sehr gemausert, er war schlanker, drahtiger geworden, auch rücksichtsloser in letzter Zeit, zugegeben, aber auch … grimmiger. Und auf irgendeine Art und Weise, die Monroe selbst nicht so ganz verstand, machte all diese Veränderung Nick für den Wolf in ihm … attraktiver.
„Was denkst du?" Nick hatte eine andere Stelle gefunden, auf die er jetzt deutete mit einem Finger. Breite, große Hände hatte er, eigentlich schon fast zu groß, jetzt, da er so schlank geworden war. Der Wolf bewunderte den ausgestreckten Finger, wünschte sich diesen Finger …
Monroe riß sich mit Gewalt wieder in seinen Körper zurück.
Das fehlte noch! Böser Wolf!
Er beugte sich über den ausgestreckten Finger. Waffenöl und Karbon, nur ein schwacher Odor aber definitiv vorhanden, rief den Wolf wieder hervor, der ein liebestolles Knurren ausstieß.
„Was sagtest du?" Nick wandte den Kopf und runzelte die Stirn.
Monroe blickte auf, direkt in die grün-blauen Augen seines Freundes. Augen, die seit einiger Zeit ihren träumischen Blick verloren hatten und hart geworden waren. Doch jetzt, da er abgelenkt war durch sein Problem, war noch eine Spur des alten, des sanften Nick in ihnen. Die Brauen leicht gehoben wirkte sein Gesicht deutlich jünger als er war. Die Lippen waren geöffnet, wie bereit zum Kuß …
Monroe wandte sich wieder dem Folianten zu. „Nichts, nichts ..." beeilte er sich zu versichern, während er einen zweiten Anlauf nahm zu entziffern, worüber sein Freund da gestolpert war.
Wenn doch endlich diese Hitze vorbei wäre! Wenn er den Wolf wieder zurückdrängen könnte in die Finsternis seiner Seele …
Erneut fand Monroe sich selbst plötzlich wieder, wie er Nick in den geöffneten Ausschnitt seines Hemdes starrte und beobachtete, wie dessen muskulöser Bauch sich in seinen Atemzügen hob und senkte. Kleine Schweißtropfen glitzerten in seinem Brusthaar, die Brust selbst zeichnete sich klar ab vom Oberbauch und wirkte breiter. Eine gerade Linie führte hoch zu den Schlüsselbeinen, deren Schwung Nicks Hals noch zu betonen schien.
„Oder das hier?" Sein Adamsapfel hüpfte, als er sprach. Diese dunkle, angenehme Stimme, in die der Wolf eine Höhle graben wollte.
Monroe schwitzte. „Äh, ja", machte er.
Dem Wolf war es gleich, was, ob männlich oder weiblich, Monroe dagegen nicht. Einer der Gründe, warum er ein Wider geworden war. Aber jetzt …
Rosalee versorgt ihre Tante, er hütete währenddessen den Spice-Shop und dann war heute morgen, kurz bevor Nick ihn angerufen hatte, diese stimmulierende Mischung auch noch heruntergefallen. Ob er etwas abgekriegt hatte?
„Ehrlich, was ist los?" Nick richtete sich auf, was den Wolf dazu brachte, enttäuscht den Schwanz hängen zu lassen. „Du bist nicht wirklich bei der Sache, Monroe."
Was sollte er sagen?
Monroe blickte auf und beobachtete einen Schweißtropfen, der unter Nicks dunklem Haar hervorkam und ihm über die klar umrissene Wange rann zwischen den Bartstoppeln hindurch, dem Kieferknochen folgte und dann den Wölbungen des Halses hinunterrann, um schließlich im weit geöffneten Ausschnitt des Hemdes zu verschwinden und vermutlich ein weiterer salziger Diamant im Brusthaar seines Frendes zu werden.
Der Wolf heulte und hechelte wieder.
„Ich … äh ..."
Es mußtes diese Prickle-Puppy-Zeug sein, keine Frage. Was denn sonst?
„Monroe?" Nick trat wieder näher und sah ihn besorgt an. Noch immer waren seine Augen seltsam weich, weicher als sie es in letzter Zeit gewesen waren. Seine Stimme fühlte sich an wie Samt, die schweißnasse Haut schimmerte wie Seide.
„Weißt du was? Du hast recht!" beschloß Monroe. „Mach genau das, was du glaubst tun zu müssen. Und ich … äh ..."
Der Wolf kratzte an der Oberfläche, wollte rausgelassen werden und sein Liebesspiel spielen.
Und Nick? Der sah plötzlich sehr einsam aus, als Monroe sich erhob.
Und gerade in diesem Moment … grollte ein ferner Donner und erste, harte und dicke Regentropfen trommelten auf das Dach des Trailers.
Nick blickte zum Wagenhimmel. „Sieht aus, als hätte die Vorhersage recht. Wird auch Zeit, daß diese Hitze endet. Die Leute drehen alle durch", bemerkte er. Dann sah er seinen Freund verschmitzt an. „Und weißt du, worauf ich jetzt wirklich Lust hätte?"
Monroe, noch immer mit dem Wolf in seinem Inneren kämpfend, schüttelte den Kopf.
Nicks Lächeln wurde zum Grinsen, als der Grimm zur Tür eilte und diese aufriß. „Ich brauch ne Dusche!" Damit stürzte er sich hinaus in den immer heftiger werdenden Regen.
Monroe folgte ihm zur Tür. Ein leichter, kühler Hauch streifte seine Wange und trieb den Wolf zurück in die Tiefen seiner Seele. Zurück blieb nur … Monroe, der beste Freund des Grimm, der mit einem amüsierten Lächeln beobachtete, wie eben jener Grimm einen wilden Regentanz draußen vor dem Trailer aufführte ...
