Und Chapter 51! Ich hatte irgendwie Probleme mit dem Verbindungsaufbau zu FFnet weshalb es irgendwie länger gedauert hat. Irgendwie wollte die Seite nicht laden oder meine Internetverbindung hat gerade etwas gegen FFnet Öö Daher werd ich das Profil update aufs nächste Mal verschieben. Gibt eh nix Neues. Baba! (Uah, Semester hat wieder angefangen und ich dachte stets, die Mastervorlesungen wären zu einer netteren Zeit, aber neiiiiiiin, wieder Vorlesungen um 8 Uhr in der früh. Maaaaaaaaaan =(
Reviews:
Mannequin: Halli Hallo =)
Hm... Ich glaub, irgendwo bin ich vielleicht auch ganz froh, dass die Filme nicht so gut geworden sind. Mich hätte das ganze vielleicht noch viel mehr mitgenommen, wenn sie Sirius' Tod tatsächlich so hinbekommen hätten, wie es im Buch war. Ich musste richtig heulen, als Harry in Dumbledore's Büro den Wutausbruch hatte. Im Film war davon ja so gut wie nichts.
Hehe, das stimmt. Hagrid war perfekt. Der Dumbledore von den ersten beiden Filmen fand ich genauso passend und so hatte ich ihn mir auch stets vorgestellt. Schade, dass der Darsteller gestorben ist. Snape passt wohl in der Tat auch wie die Faust aufs Auge. McGonagall hat für mich gepasst und Hermine irgendwie auch. Sie ist wirklich sehr sympathisch. Aber das mag bei ihnen allen daran liegen, dass ich zuerst die Filme gesehen habe und erst danach die Bücher las.
Ich mag den Darsteller von Ron sehr gerne als Mensch, aber irgendwie hat er für mich den Ron Weasley aus den Büchern nicht gut darstellen können. Irgendwas hat da einfach gefehlt. Ich mein, ich kann mit den Darstellern schon leben, aber in meiner Vorstellung sahen eine Menge anders aus. Bellatrix muss ich zugeben, habe ich mir nie große Gedanken gemacht, als ich die Bücher las. (Bis Band 5 tauchte sie ja so gut wie nie auf und ich hab zuerst die ersten beiden Filme gesehen) Wogegen Remus und Sirius irgendwie so gar nicht meinen Vorstellungen entsprachen, was daran liegen könnte, dass ich vor dem dritten Film zuerst die Bücher las. Eigentlich, keiner der Marauder oder Lilli. Fleur hab ich mir irgendwie auch stets ganz anders vorgestellt, aber ich schätze, dass es wohl normal ist, dass die Vorstellung eines Charakters anders ist, wenn man zuerst nur von ihm liest.
Jiah XD Mir fiel das auch auf, dass ich Maria und Michael mehr wie 40 schrieb, als wie 90. Allerdings benehm ich mich auch nicht meinem Alter entsprechend XD Ich stell mir die beiden ein wenig so vor, wie ich und meine Freunde. Irgendwie wird man zwar erwachsen und älter, aber innerlich ist man doch irgendwie noch immer 18.
War Nicolas Flamel nicht gar sogar über 500? Jaja, zu was Magie nicht alles fähig ist... Ich kann mir das gerade irgendwie nicht vorstellen, wie er aussah, wenn Dumbledore schon so alt mit 160 war...
An die Szene im Film konnte ich mich erinnern, aber war es auch so im Buch beschrieben? Im Film haben sie ja oft Dinge geändert was nicht unbedingt stets der Wahrheit entsprach. Daher war ich mir unsicher, ob es mehrere Prophezeiungen gab, aber ich nehm das einfach mal so hin.
Ah, ach so. Es wird schon Interaktionen zwischen ihnen allen geben... irgendwie jedenfalls. Ich will nichts zu viel verraten, weil ich glaub, es ist schöner so was zu lesen, als es erzählt zu bekommen. Auch wenn ich mir bei Rowling manchmal durchaus gewünscht hätte, dass sie etwas zuspoilert. Dann hätte ich mir vll. doch so manches erspart... Naja Öö
Zu Harry und den Tränken sowie Anna's Versuch Talya zurückzuholen dürfte in diesem Kapitel ein wenig Licht kommen. Mehr sollte aber später auch noch kommen.
Schon, aber Anna wird sich noch mit Harry anfreunden. James würde sonst nicht eher Frieden geben, bevor er das nicht erreicht hat XD
Hm... es ist nicht nur weil sie geschwächt war durch die Ketten, aber zu einem Großteil bestimmt. Hinzu kam, dass sie ein wenig hyperventilierte und ihr alles zu viel wurde und der Einzige, der auf sie beruhigend wirken konnte, war Sirius. Aber dazu kann das folgende Kapitel vielleicht auch noch mal etwas beitragen zum besseren Verständnis ihrer Situation.
Jilli in James' Träumen und den Prüfungen war das Ponesterbaby, aber das Ponesterbaby war nicht Gryffindor's Magie. Es ist eben doch ein Baby XD Man sagt doch, dass Babys und Kinder die Welt mit anderen Augen sehen als Erwachsene und sogar Dinge wahrnehmen, die Erwachsene nicht sehen. Ich sah Ponester immer als übernatürliche Wesen, die eigentlich nicht viel mit Zauberern und Hexen an sich zu tun haben, weil der Großteil sie nur ausnützen oder benutzen würde. Daher leben sie eher unsichtbar um sie herum. James und Lilli jedoch gehören zu den wenigen in der Zauberschaft, die sehr auf andere achten und (wie Hagrid so nett mal sagte XD) es kaum noch nettere Menschen als sie gibt und diese Wesen daher nicht ausnützen würden. Daher haben sie es auch geschafft, ein solches Baby zu zeugen.
Der Ponester, der James und Lilli damals gerettet hat, war noch derselbe aus Black Heart. Jilli tut sich noch schwer konkrete Formen außer ihrer jetzigen 3jährigen Gestalt anzunehmen.
Hehe, ich musste wirklich überlegen, wie Lilli reagiert hätte, wenn James mit Melissa ein Ponesterbaby gezeugt hätte. Gut, zum einen hat Melissa keine weiße Magie, weswegen das ohnehin nicht gegangen wäre, aber ich denke... Lilli hätte das Baby dennoch bei sich aufgenommen, denn es ist zu einem Teil schließlich auch von James. Aber das war nur so ein Gedanke. Was letzten Endes gewesen wäre, weiß ich nicht.
James war für mich schon immer ein sehr Kinderlieber Mensch und ich hätte liebend gerne Szenen mit ihm und einen älteren Harry geschrieben, aber er stirbt nun mal leider sobald Harry ein Jahr alt ist. Da kann man noch nicht so viel schreiben aber mit Jilli geht es jetzt.
Trisha? Oha o.O Ich glaub, das wäre für James fast noch schlimmer gewesen als Cygnaius, wenn seine eigene Schwester ihn hätte umbringen wollen. Mir tut es im Nachhinein richtig leid, dass ich sie nicht mehr in die FF eingebunden habe, sondern so schnell getötet habe. Für mich war sie aber stets wirklich eine sehr liebe und fürsorgliche Schwester und Tochter. Einen kurzen Moment hab ich sogar überlegt, ihr eine Beziehung mit Anna's Bruder Han anzudichten, habs dann aber doch gelassen. Die Familien müssen nun auch nicht zu sehr miteinander verbunden sein. Wie das ganze damals mit Cygnaius, James und Michael Potter ablief, wird aber nochmal näher erläutert werden. Ist also nicht mit dem einzelnen Satz im letzten Kapitel beiseite gelegt. Nicknick. Aber alles zu seiner Zeit =)
Ah, das freut mich =) Ich weiß nicht, wie es Rowling oder anderen Autoren geht, aber ich rauf mir immer die Haare, wenn ich Angst habe, dass man nicht versteht, wie ein Charakter von mir nur so handeln kann oder warum er so ist wie er ist. Ich denk dann immer, dass bei mir was nicht stimmt o.O
Snape... hm... Jein. Er wird noch mal vorkommen, aber anders als man vielleicht erwartet. Ist glaub ich kein Geheimnis, dass ich kein Fan des letzten Buches war, weil für mich einfach vieles umgeworfen wurde, woran ich 6 Bücher lang Gefallen fand. Snape's Rolle im letzten Buch war eines davon. Er wird auch in meiner HP 7 Fortsetzung nicht unbedingt die Rolle inne haben, die er im 7. HP Buch inne hat. Ich seh ihn jetzt nicht als den Bösewicht schlecht hin, aber ich würde sagen, ähnlich wie Malfoy, nur dass Snape früher als diesen erkannt hat, dass Dumbledore's Seite die bessere Wahl ist, bzw. das erkennt er dann in CofX, während Malfoy bis Band 7 braucht, um das einzusehen und bei mir ist es auch nicht Lilli's Tod, der ihn zum umdenken bewegt, wie in den Büchern, sondern etwas anderes.
Ich bin einfach kein Fan von der Snape-liebte-Lilli-und-deswegen-denkt-er-anders-Situation. Ich hielt ihn nie für jemand, der aufgrund von Liebe, von seinen Ansichten abweicht. Andererseits gehörte er auch nie zu den Charakteren, die mich soooo besonders interessiert hatten, wie es bei Harry, James, Lilli, Sirius und Remus der Fall war. Eher ein Randcharakter, bei dem man vermutet, dass mehr hinter seiner Art steckt, aber man liest nun nicht jeden Kommentar von Rowling durch oder liest die Stellen in den Büchern noch mal tausend mal durch, weil man unbedingt von ihm lesen will. Das hab ich nur bei den Maraudern und Harry getan. Snape war für mich eher wie Luna, Neville oder so. Gehört zu den Büchern dazu, aber Gedanken mach ich mir über andere.
Wärst du sehr enttäuscht, wenn er hier nun so gut wie gar nicht mehr auftaucht? =/ Er wird wirklich nur sehr selten noch mal kommen. Ich glaub, bisher geplant ist sogar nur einmal und auch nur kurz.
Hm... Ich hoff, die FF enttäuscht nicht... Wir kommen jetzt ja wirklich in den Teil, der vieles aus Black Heart auflöst und sich dem Ende von allem neigt. Ich weiß nicht, ob Rowling da auch so ne Angst hatte, bevor sie den 7. Band geschrieben hat, aber wenn man erst mal Spannung aufbaut und es dann auflöst, dann ist schon ein wenig Bibber da, dass der Puff!-Das-ist-die-Situation ein kleines Rauchwölkchen ist, dass beim leisesten Pusten verdampft, statt dem Wao-Effekt, was man vorher hatte. War zumindest bei mir so mit den Büchern mit dem Wow-Effekt und dem Puff-Das-wars-schon?
Viel Spaß mit dem neuen Kapitel =) Thx fürs liebe Review. Lübe Grüßle
Anonym: Hallö =)
Thx, freu mich, wenns gefallen hat =)
Yeps, ein Ponester kann kontrollieren, von wessen Magie es sich ernährt. Zumindest ein ausgewachsener Ponester. Jilli ist ja noch sehr jung und James und Lilli werden einiges tun müssen, damit die Kleine das kontrollieren kann. James weiß gar nicht was er sich da wirklich zugemutet hat, harhar.
Die weiße Kette ist noch nicht wieder zurück. James hat sie mit dem Ritual lediglich zu sich gerufen. Mehr dazu in den nächsten Kapiteln =)
Leider nein =/ Anna wird in Chains of Xerchia leider nicht mehr schwanger werden. Es ist jetzt noch ein knappes Jahr in der FF bis zum Ende und ich könnte das den beiden jetzt nicht antun ein Kind zu bekommen, wenn es die Mutter und den Vater demnächst verliert. Sirius wird ja laut den HP Büchern nach Askaban gehen müssen für 12 Jahre. Und auch die potentiellen Paten, aka James und Lilli, werden schließlich sterben. Aber noch bin ich offen für das Ende meiner HP Fortsetzung und vielleicht muss Sirius da nicht auf seine eigene kleine Familie verzichten. =)
Musst dich dafür nicht entschuldigen. Ich freu mich über jedes Review =)
Oh je, ich kann dich da so gut verstehen. Ich hab auch gerade eine Klausur geschrieben und in 2 Wochen noch mal eine. Aber muss man leider durch. Hat das Lernen denn etwas gebracht? Ich hab das seltene Talent immer das zu lernen, was nicht dran kommt und immer das nicht ganz so gut anzuschauen, was dran kommt... grml...
Liebe Grüßle =)
Chapter 51 – crossroads III - revealings
Hogwarts, Dezember 1971
Dumbledore stand in einem Büro, sein Ausdruck war tief besorgt und nachdenklich. In seiner unmittelbaren Nähe standen Maria, Michael und Harold Potter. Draußen war es kalt, der herabrieselnde Schnee ließ den Winter erkennen.
„Und?" begann der Zaubereiminister bestimmend an seinen Freund gewandt. Er war streng, seine Haltung kalt, wie man es von ihm gekannt hatte. „3 Monate sind vergangen und wir stehen kurz vor den Weihnachtsferien. Wie ist der Stand?"
Dumbledore atmete frustriert ein und schüttelte traurig den Kopf.
„Ich befürchte, die Bindung zu ihren Eltern ist zu stark," sagte er mit frustrierter Miene. „Sie möchte über Weihnachten zu ihnen zurückkehren."
„Das ist doch verrückt!" kommentierte Maria verständnislos. „Ihre Eltern hätten sie beinahe getötet und sie will trotzdem zu ihnen zurück?"
„Albus," sagte Harold eindringlich. „Sei ehrlich. Wie ist deine Einschätzung bei dem Mädchen?"
Der alte Zauberer zögerte einen Moment, um seine Worte mit Vorsichtig zu wählen.
„Sie ist kühl, sucht keinen Kontakt zu ihren Mitschülern oder anderen, wenn dennoch Kontakt besteht. Die Tochter der Kingcades scheint ein besonderes Interesse an ihr zu haben und auch der Sohn der Blacks scheint sie bereits zu kennen."
„Beruhigend ist das nicht," sagte Maria nachdenklich. „Die Kingcades sind mit großer Wahrscheinlichkeit Todesser und es ist kein Geheimnis, dass Walburga und Orion Black die Ansichten von Voldemort teilen."
„Also ist das Mädchen dabei den Weg zu gehen, den auch schon ihr Vater gegangen ist," brummte Harold finster.
„Nun, nicht ganz," sagte Dumbledore sanft und etwas erfreuliches blitzte in seinen Augen auf. „Es scheint, als ob auch James zu ihren Freunden zählt."
„James?" fragte Maria merkwürdig überrascht. Es war offenbar mehr die unangenehmere Überraschung, die man nicht gut hieß. „Unser James?"
„In der Tat," antwortete der alte Zauberer leise, ein Lächeln zierte das vertraute Gesicht.
„Wie scharz-magisch ist sie tatsächlich, Albus?" sagte der Zaubereiminister auf einmal und forderte ihn damit auf, wieder zum Punkt zu kommen. Sie waren schließlich alle aus einem bestimmten Grund hier gewesen. Wieder zögerte der Schulleiter ein wenig, bevor er ruhig weitersprach.
„Sie folgt dem, was ihre Eltern ihr aufgetragen haben."
„Aufgetragen?"
„Sie liest sich in Büchern der dunklen Künste ein. Ich spüre in ihr eine große dunkle Magie keimen und sie wird kontinuierlich stärker."
„Sie ist also wieder stark genug für Allan White, damit er sich von ihr heilen lässt," sagte die Hexe grimmig. „Wir dürfen nicht zulassen, dass sie zu ihnen zurückkehrt, damit Allan White sich aufs Neue erholen kann. Das ist ein Teufelskreis, nur könnten irgendwann wir den kürzeren ziehen, statt der Todesser. Jedes mal, wenn Allan White seine Verletzungen von ihr heilen lässt, verlieren wir gute Auroren."
„Rechtlich gesehen haben wir keine Befugnis ein 11jähriges Mädchen in Hogwarts zu halten, wenn ihre Eltern sie über die Ferien bei sich haben wollen. Es besteht kein Zweifel daran, dass die Whites sie holen werden, wenn sie nicht von selbst wieder zurückkommt. Allan White braucht sie zur Regeneration."
Harold Potter trat nun auf seinen Freund zu, sein Ausdruck war nach wie vor bestimmend und streng.
„Wir dürfen nicht zulassen, dass sie zurückkehrt, Albus. Du hast nun deutlich zu verstehen gegeben, dass sie zu ihnen zurück will und ich kann ihre Eltern nicht daran hindern, sie zu holen. Wenn sie den Weg geht, den ihre Eltern gegangen sind, dann wird das Mädchen eine große Gefahr für uns darstellen. Zusätzlich zu dem, womit wir es ohnehin bereits zu tun haben, ist es nicht tragbar, wenn wir dem einfach zusehen. Wir müssen jetzt handeln, solang es noch möglich ist. Wir haben bei Allan White den Zeitpunkt verpasst, obwohl wir alle Anzeichen sahen, und der Preis unserer Nachsicht war hoch. Diesen Fehler dürfen wir kein zweites Mal machen. Es gibt nur einen Weg einzuschreiten und Schlimmeres zu verhindern."
„Was für einen Weg?" fragte Maria skeptisch. Harold Potter hatte nicht gezögert seine Absichten klar zu stellen, noch schien er zu versuchen, diese abzumildern.
„Das Mädchen hätte nie existieren dürfen. Es ist verboten ein Kind mit schwarzer Magie zu zeugen und auch wenn es kein Weg gibt zu beweisen, dass dies hier geschehen ist, gibt es für uns kein Zweifel, dass das Mädchen auf diesem Wege geboren wurde. Sie hat doch ohnehin keine Zukunft."
„Moment, du willst sie töten?" fragte Michael Potter irritiert und hatte damit zum ersten Mal seit dem Beginn dieses Gespräches etwas von sich gegeben. Bis dahin hatte er alle Beteiligten mehr oder weniger nur beobachtet.
„Wenn sie zu ihren Eltern zurückkehrt, wird sie früher oder später von ihnen getötet werden. Allan White wird seine Tochter solange für seine Zwecke missbrauchen bis ihre Zeit abgelaufen ist. Ihr Leben wird steinig und schmerzhaft und es gibt nichts zu beschönigen. Diese Abnahme ihrer Magie, um sich selbst zu heilen, ist auch so bereits eine schmerzhafte Prozedur, aber dieses Mädchen scheint das nicht abzuschrecken. Du hast Albus doch gehört? Sie will zu ihnen zurück. Womöglich kennt sie nicht mal die Bedeutung eines Lebens ohne Schmerzes und hält dies für normal. Der Tod zum jetzigen Zeitpunkt ist das Beste, was wir für sie tun können. Wenn wir sie am Leben lassen, dann wird sie denselben Weg beschreiten, wie ihre Eltern. Sie wird sich Voldemort anschließen und großen Schaden anrichten."
Michael hatte seinen Vater ungläubig angesehen, bevor sein Blick zu Dumbledore wanderte, welcher kein Wort des Einspruchs von sich gegeben hatte. Er sah schließlich auch seine Frau hilfesuchend an, doch Maria schien derselben Meinung zu sein wie Harold Potter. Eine Tatsache, die dem Auror die Sprache verschlug.
„Es gibt einen schmerzlosen Weg," fuhr er streng fort. „Ein Zauber, durch den sie einschlafen wird und der ihren Herzschlag beendet. Es wird alles sehr schnell gehen und sie wird nichts spüren."
„Es ist ein menschliches Wesen!" sagte Michael Potter eindringlich.
„Sie hat keine Gefühle," erwiderte der Zaubereiminister streng. „Sie ist eine leere Hülle. Gefüllt mit dunkler Magie, um schwarz-magische Zauberer zu heilen. Du hast Albus gehört. Sie sucht keinen Kontakt zu anderen. James aber sucht den Kontakt zu ihr. Willst du ihn an Voldemort verlieren? Bei Allan White begann es so wie es nun bei James der Fall ist."
Selbst jetzt hatten weder Maria noch Dumbledore etwas erwidert und der Auror konnte nicht anders als fassungslos den Kopf zu schütteln.
„Ihr seid ernsthaft seiner Meinung?" fragte er aufgebracht. Dumbledore hatte nicht geantwortet, aber sein Schweigen war Reaktion genug. Maria seufzte indes.
„Wir dürfen denselben Fehler kein zweites Mal machen," sagte sie entschlossen. „Aus Fehlern sollte man lernen."
„Bitte. Ich will nichts damit zu tun haben."
Und damit stürzte Michael Potter aus dem Büro und schlug wütend die Tür hinter sich mit voller Wucht zu. Der Knall war hart, aber er hinterließ eine schwere Stille, denn keiner der drei hatte wieder gesprochen.
Es war der Tag vor den Weihnachtsferien. Morgen würden die Schüler alle aufbrechen und zu ihren Familien zurückkehren.
„Damit ist die Klasse entlassen," sagte Professor Ick und sämtliche Schüler packten ihre Sachen, um den Raum zu verlassen. Der Professor war als erstes rausgeschritten und schon sehr bald war der Raum fast leer. Die 11jährige Anna war fast immer eine der Letzten gewesen, denn sie hatte so überhaupt keine Lust mit irgendjemanden mitzugehen oder sich aus der Tür mit der ganzen Horde zu pressen. Sie schlang sich ihre Tasche über die Schulter und hüpfte von ihrem Platz, um ebenfalls das Klassenzimmer zu verlassen, nicht wissend, dass sie beobachtet wurde. Dumbledore stand unweit von ihr entfernt und sah ihr mit traurigem Blick nach. Er wusste, dass sie ihn nicht sehen konnte, denn er war unsichtbar.
Sie hat keine Gefühle. Sie ist eine leere Hülle.
„Du wirst nichts spüren, Anna White," sagte er leise zu sich selbst, hob seinen Zauberstab und richtete ihn gegen das Mädchen, dass zwischen den Tischen hindurch auf die Tür zuging. Sie blieb plötzlich stehen als sie den Schatten erkannte, der um sie herum erschienen war. Das Mädchen hob ihren Kopf, um zu sehen, was diese Dunkelheit verursachte, als sie sich einer pechschwarzen Wolke entgegen sah, durch die zwei genau so dunkle Augen zu erkennen waren. Und mit einem Mal gab sie einen lauten, verängstigten Schrei von sich. Anna stolperte bei dem Versuch ihren Zauberstab zu ziehen und fiel zu Boden.
„Retentio!" schrie sie, den Zauberstab gegen die Wolke gerichtet, aber die Wolke löste sich nicht auf. Im Gegenteil, sie näherte sich unheilverkündend und der Körper des Mädchens begann sich zu versteifen. Sie konnte sich nicht mehr vom Fleck rühren und alles in ihr schien zu gefrieren.
„Retentio!" schrie sie noch lauter, doch die Wolke war nun direkt bei ihr und hatte ihren gesamten Körper eingehüllt. Sie schrie weiter, lauter, als ob sie schreckliche Qualen litt, als -
„White!"
Der 11jährige James Potter stand auf einmal zwischen Tür und Angel und hatte seinen Zauberstab gegen die Wolke gerichtet.
„Retentio!"
Die Wolke hatte von dem Mädchen abgelassen und sich wieder in die Luft erhoben. Sie wurde kleiner und kleiner und schließlich verschwand sie vollkommen.
„White, bist du okay?!"
James hatte sich zu ihr hinabgekniet und sie besorgt angesehen, doch das verängstigte Mädchen zitterte am ganzen Körper und war nicht in der Lage etwas zu sagen. Sie starrte ihn entsetzt an. „Das waren bestimmt diese verdammten Slytherins," sagte James finster. Er hatte seine Hand auf ihre Schulter gelegt, um sie zu beruhigen, doch sie hatte ihn lediglich weiter entsetzt angestarrt.
Dumbledore blieb unsichtbar da stehen, wo er vorher gestanden hatte und blickte die beiden Kinder verblüfft an. War das gerade wirklich passiert? Das einzige, was diese Todeswolke aufhalten konnte war, wenn ein weiß-magischer Zauberer es aufhielt und genau das war eingetroffen. Was ihn noch mehr irritierte war, dass das Mädchen schrie. Sie hätte es nicht sehen und fühlen dürfen. Der Zauber verursachte keine Schmerzen... Sie hätte friedlich einschlafen müssen... Dumbledore runzelte die Stirn und sah zu, wie der Enkel des Zaubereiministers seiner Urenkelin wieder auf die Beine half und sie hinaus stützte.
„Etwas stimmt hier nicht," sagte er tief besorgt.
James tauchte aus dem Denkarium wieder auf und schnappte heftig nach Luft. Entsetzt starrte er die alte Hexe vor sich an, bevor er sich von ihr wegdrehte und versuchte sich zu beruhigen.
„Daddy?" fragte die kleine Jilli besorgt.
„Ich bin okay," log er kurz, denn er war alles nur nicht okay und noch weniger konnte er in diesem Moment seine Gefühle für sich behalten. Er starrte zu der Seherin zurück, sein Blick enttäuscht und aufgebracht zugleich.
„Der Fluch vor dem ich Anna damals gerettet habe... Der kam von Dumbledore? Er hat tatsächlich versucht seine eigene Urenkelin zu töten? Wenn ich damals nicht zufällig vorbeigekommen wäre, dann wäre Anna jetzt tot! Der Fluch hätte sie tatsächlich getötet... Ich fass das alles nicht..."
„Miss White hat ähnlich reagiert," sagte Emma Trelawney sanft. „Es gibt noch mehr."
„Mehr?" schoss es zynisch aus ihm heraus. „Was hatten sie vor? Wollten sie sie zerstören, indem sie ihr mitteilen, dass meine Mum und ihr Urgroßvater sie damals töten wollten? Anna hätte das nicht erfahren müssen. Was haben sie damit bezwecken wollen? Sie gegen Dumbledore und meine Mum aufhetzen? Es war nicht richtig von ihnen gewesen, aber wieso mussten sie ihr das mitteilen? In den letzten Jahren ist viel passiert und meine Mum kannte Anna damals doch gar nicht. Sie vertraut beiden mittlerweile zurecht. Sie hätten ihr das nicht sagen dürfen!"
„Ich habe versucht, sie auf das vorbereiten, was auf sie zukommt."
„Was kommt auf sie zu?"
„Der Tod."
Wieder spürte James ein Stich in seinem Inneren und er versuchte hart es zu ignorieren. Dies war kein guter Zeitpunkt um weich zu werden.
„Wieso der Tod?"
„Weil sie ein Kind der dunklen Magie ist," antwortete Trelawney als wäre die Erklärung selbstverständlich gewesen. „Deswegen ist es verboten Kinder auf diese Weise zu zeugen. Zauberer und Hexen spielen hier Schöpfer. Je geringer die dunkle Magie in Miss White wird, desto mehr nähert sie sich dem Abgrund."
Sein Gesicht verfinsterte sich und er sah sie misstrauisch an.
„Sie sagten vorhin, ich könnte ihr helfen. Wie?"
„Hab Geduld, Mr. Potter. Morgen früh wirst du es wissen."
Damit gab sie die nächste Erinnerung ins Denkarium und deutete ihm an, ihr hineinzufolgen.
Es war ein sonniger Tag. Der Wind wehte sehr sanft und es roch überall nach frisch blühenden Blumen. James sah Anna am Bach sitzen und verträumt in die Ferne blicken.
„Nachdem ich ihr das mitgeteilt hatte, zog sie sich zurück. Sie hat weder mit mir gesprochen, noch ließ sie mit sich sprechen."
„Und das überrascht sie?" fragte er zynisch. Er kannte seine beste Freundin und hatte mit keiner anderen Reaktion gerechnet. Die alte Hexe ignorierte seinen angreifenden Ton und fuhr ruhig fort mit ihrer Erzählung.
„2 Wochen später fand ich, dass es angemessen war, das Gespräch fortzuführen."
James und die alte Hexe stellten sich zu Anna an den Bach und sahen zu, wie die Emma Trelawney aus der Erinnerung auf die junge Frau zuschritt und sich neben ihr niederließ. Ihr Blick war ebenfalls tief in die Ferne gerichtet. Anna hatte sie weder angesehen, noch ihrer Anwesenheit Beachtung geschenkt.
„Blut ist dicker als Wasser," begann die Frau ruhig. „Aber dies ist bei dir offenbar nicht der Fall, genauso wenig wie bei mir."
Mit diesem Satz hatte sich Anna ihr plötzlich zugewandt, misstrauisch und finster.
„Sie haben Talya im Stich gelassen. Nicht umgekehrt."
„So wie du glaubst von deinem Urgroßvater im Stich gelassen worden zu sein? Oder von der Frau, die du wie eine Mutter liebst?"
„Ich -" Aber Anna bremste ihren Wutanfall von selbst und blickte wieder weg, um sich zu fangen.
„Du möchtest wütend auf sie sein, aber du kannst nicht, nicht wahr?"
Ihr Körper zitterte vor Zorn und Anna stieß sich wieder auf die Beine, um sich abzuwenden. Wegdrehen von Worten, die sie nicht hören wollte. Sie hasste die Tatsache, dass die Frau in ihr las, wie in einem offenen Buch.
„Du verstehst, warum sie so gehandelt haben. Es war derselbe Grund für mich."
„Sie haben Talya ihrem Vater überlassen und er hat versucht sie umzubringen. Und warum? Weil sie verletzt waren, weil er sie betrogen hat."
Ob sie die Frau nun mit ihren Worten getroffen hatte oder nicht, eine Reaktion blieb aus. Die Seherin blieb ruhig und war ebenfalls aufgestanden. Anna wandte sich ihr wieder zu und starrte sie mit kaltem Blick an.
„Talya hätte sie gebraucht und sie haben sie im Stich gelassen. Es war nicht derselbe Grund."
„Ich habe versucht meine Tochter zu schützen."
„Sie liegt seit über 3 Jahren in einem katatonischem Zustand! Sie haben sie nicht beschützt!"
„Ich konnte nicht ahnen, zu was Cygnaius alles fähig war," sagte Trelawney ruhig. Ihre Stimme war nicht lauter geworden wie die der jungen Hexe.
„Wir bereuen sehr viel, Miss White. Wir alle. Aber was passiert ist, ist passiert und kann nicht ungeschehen gemacht werden. Es verging kein Tag an dem ich nicht bereut hatte, meine Tochter bei ihrem Vater gelassen zu haben. Und glaube mir, dass kein Tag vergeht, an dem ich nicht dafür büße."
Sie schwieg, ihr Herz aber bebte noch immer vor Wut.
„Etwas zu büßen und zu bereuen ist die größte Last für die Seele. Schmerz, der nicht durch einen Zauber oder durch einen Trank wieder heilt. Narben, die anderen nicht zeigen können, was mit einem passiert ist und dich dazu verdonnern alleine mit diesem Wissen zu sein. Glaube mir, ich büße für mein Handeln. Jeden Tag. Der einzige Grund, warum ich dennoch atmen kann ist das Wissen, dass meine Tochter schon sehr bald wieder frei sein wird."
Und plötzlich hatte sich der gesamte Ausdruck der jungen Hexe verändert. Ihr Stirnrunzeln war der Überraschung gewichen und sie blickte verwirrt auf.
„Du wirst ihr helfen können, in naher Zukunft."
Für einen Moment schoss ihr durch den Kopf, dass ihr das nur mitgeteilt wurde, um sie abzulenken von dem, was eigentlich um sie herum passierte, aber Anna konnte nicht anders, als daran zu glauben, dass die Seherin ihr hier tatsächlich die Wahrheit sagte und nicht nur das, was sie gerne hören wollte.
„Dein Problem liegt darin, dass du Angst hast, den Schritt zu gehen, weil er dich wieder dem näher bringt, was du so verzweifelt versuchst zu entfliehen. Deinen Eltern. Du willst weiß-magisch sein, gut sein, so sein, wie deine Freunde. Aber du bist es nicht und du wirst es niemals sein. Du bist nicht wie sie und je eher du es akzeptierst, desto eher kannst du dich auf das konzentrieren, was du hast und das erreichen, zu was du fähig bist."
„Ich bin nicht böse, nur weil ich das Black Heart in mir trage und von Todessern abstamme oder weil meine Geburt durch dunkle Magie beschleunigt wurde," sagte sie mit fester Stimme, aber ihre Augen waren voll von Zweifel und James konnte sie eindeutig erkennen.
„Das habe ich auch nie bezweifelt," sprach Trelawney sanft. „Aber du hast Angst davor, dass Zweifel bestehen könnten."
„Was wollen sie von mir wirklich?" fragte Anna. Ihre Augen waren hart und stolz. Es war zu erkennen, dass sie nicht weiter über ihre Gefühle sprechen wollte, noch weitere Urteile darüber hören würde. Sie wollte zum Punkt kommen.
„Wirklich?" fragte Trelawney irritiert.
„Ja," antwortete die junge Hexe gereizt. „Es ist nicht so, als ob ich nichts besseres zu tun hätte, als hier mit ihnen Löcher in die Luft zu starren. Mein bester Freund und meine beste Freundin sind in Gefahr. Sie ist schwanger und ihr Ex-Mann hat versucht ihr Baby zu beeinflussen und ihm dasselbe anzutun, was meine Eltern bei mir getan haben."
„Aber du hast es verhindert," sagte sie nach wie vor ruhig.
„Es war purer Zufall, dass ich es herausgefunden habe," donnerte sie aufgebracht.
„Zufall? Oder Bestimmung?"
In Anna brodelte es unverkennbar und genauso ersichtlich war es, dass sie sich schwer tat ihre Gefühle zu kontrollieren und nicht sofort zu brüllen.
„Du verstehst nicht, was ich von dir will, Miss White und solange du es nicht verstehst, wirst du dieses Dorf nicht verlassen."
Die junge Hexe war mittlerweile am kochen und so drehte sie sich einfach weg und stampfte zurück ins Haus hinein. Zurück blieb die Seherin, welche am Bach stehen blieb und tief seufzte.
James wandte sich Emma Trelawney mit schockiertem Blick zu. Hatte er das gerade richtig verstanden.
„Cygnaius... hat versucht... mein Sohn... Ich verstehe nicht."
Die schreckliche Wahrheit war, dass er auch nie wirklich verstanden hatte, was dies bei Anna bedeutet hatte. Natürlich hatten sie alle immer mal wieder darüber gesprochen, wenn es angebracht war, aber wussten sie wirklich was dies hieß oder warum es so schrecklich war ein Kind mittels dunkler Magie zur Welt zu bringen? Sie hatten es nicht und in diesem Moment wurde es James bewusst, dass er nie näher nachgefragt hatte, denn er selbst empfand es nie als so grausam, wo seine beste Freundin alles andere als ein schlechter Mensch war.
„Cygnaius hat erst von deiner Ehe mit Lilli Evans erfahren, als es zu spät für ihn war, das zu verhindern. Er sah stets eine reinblütige Hexe an deiner und Sirius' Seite. Er hat euch beide immer als seine eigenen Söhne angesehen, wo er von mir nur eine Tochter bekommen hat. In dem Versuch euch zwei wieder zu entzweien hat er versucht deine Frau zu töten. Miss Evans ist eine weiß-magische Hexe, ihre Magie ist rein und gut und sie hätte eine schwarz-magische Geburt nicht überlebt."
„Aber Lilli lebt," sagte James nachdenklich. „Wegen Anna, nicht wahr? Sie hat es verhindert?"
„Sie hat," stimmte Trelawney ihm zu. „Und Cygnaius wird davon erfahren."
„Dann ist Lilli in Gefahr!" donnerte James aufbrausend. „Ich muss sofort zurück -"
„Sie ist zur Zeit nicht in Gefahr."
Es war das Einzige, was James daran hinderte, die Erinnerung und das Dorf sofort wieder zu verlassen. Misstrauisch sah er seinen Gegenüber an.
„Cygnaius weiß noch nichts davon. Er ist weit weg von London und kümmert sich um andere Dinge. Deine Frau wird am Leben sein, wenn du zu ihr zurückkehrst."
James nickte vorsichtig, wenn auch nach wie vor aufgebracht. Der Gedanke Lilli in die Schusslinie von Cygnaius gebracht zu haben war für ihn fast unerträglich und noch wusste er nicht, wie er damit umgehen sollte.
„Was ist mit Harry?" fragte er und ahnte bereits das Schlimmste.
„Dein Sohn ist das, was Cygnaius Black am wenigsten schätzt. Das Ergebnis einer Nicht-reinblütigen Ehe."
„Wird er ihm etwas antun?"
„Eine solche Zukunft kann ich nicht sehen. Denn euer Aufeinandertreffen verschließt jede Tür zu einem solchen Bild."
James stemmte seine Hände zu Fäusten und starrte die Frau finster an.
„Ich hab also keine andere Wahl? Cygnaius wird nie wieder derjenige sein, für den ich ihn hielt?"
„Es ist nur eine Frage, durch wessen Hand sein Schicksal sein Ende nehmen wird. Ich sehe viele Wege vor mir und viele Möglichkeiten. Sein Ende wird kommen."
James schloss seine Augen und erhob sich aus dem Denkarium wieder. Die gesprochenen Worte und die erlebte Erinnerung wogen schwer auf seiner Schulter. Noch länger darin zu verweilen schien nicht mehr möglich und so sah er sich nach seiner Tochter um. Überrascht stellte er fest, dass das kleine Mädchen auf dem Sofa lag und schlief.
„Ponesterbabys schlafen offenbar wie normale Babys," stellte er amüsiert fest und kniete sich neben ihr auf den Boden hinab. Eine Weile lang sah er die Kleine an, die mit geschlossenen Augen erst recht Ähnlichkeiten mit Lilli besaß. Mit einem sanften schmunzeln zog er eine Decke heran und deckte Jilli damit zu, sodass sie nicht unnötig fror.
„Du hast Angst," sagte Trelawney leise. Er wusste, dass sie hinter ihm stand, auch ohne dass er sie sah. „Das ist verständlich."
„Eigentlich, bin ich eher wütend. Ich kann damit leben, wenn Voldemort, die gefallene Phowlyris und Cygnaius hinter mir her sind. Aber meine Familie... Das ist etwas anderes. Damit kann ich nicht leben."
„Ein großer Kampf rollt auf uns alle zu und wenn unsere größten Waffen in diesem Kampf nicht vorbereitet sind, werden wir verlieren."
„Waffen?" fragte er ungläubig und hatte sich endlich zu ihr umgedreht.
„Was wir dem dunklen Lord voraus haben, seid ihr. Die Black Hearts, um die sich alles drehen wird. Es ist eure Magie, die er haben will, die ihm das gibt, was er will."
„Das ewige Leben?"
„Nein," antwortete sie ohne ihren Blick von ihm genommen zu haben. Wieso nur konnte er ihr nicht vertrauen, wieso nur hörte nicht auf etwas in ihren Augen zu leuchten, was sein Misstrauen weckte und schürte?
„Es bringt einen nichts, ewig zu leben, wenn es ein schändliches dahinsiechen ist. Er will Macht. Er will, was du hast. Er will die Magie von Godric Gryffindor."
„Er will mich tot sehen. Das weiß ich."
„Erst nachdem er die Magie hat. Und die gefallene Phowlyris kennt sich mit dieser Magie aus. Sie weiß, was zu tun ist, damit er sie bekommt. Er wird gewinnen und du wirst verlieren, Mr. Potter. Es sei denn, die Black Hearts kämpfen."
Sein Blick verfinsterte sich bei diesen Worten. Meinte sie das ernst? Oder war es nur ein Versuch ihn zu reizen?
Anna und Sirius beobachteten beide in stiller Zweisamkeit das knisternde Feuer im Kamin. Es war spät Nachts und der Regen hatte nicht nachgelassen.
„Was wirst du jetzt tun?" fragte Sirius leise. Er wusste, dass keiner von ihnen wirklich Schlaf finden würde. Zu viel war geschehen, zu viel bedrückte sie beide. Er mochte nicht über das reden, was ihm auf dem Herzen lag, aber er war durchaus dafür ihr zu helfen.
„Ich weiß es nicht," antwortete sie genauso leise und erst eine ganze Weile später, nachdem sie wieder begonnen hatten in ihrer Stille zu versinken, flüsterte sie wirklich sehr leise.
„Ich kann nicht... Harry..."
Sie schniefte.
„Jedes Mal, wenn ich ihn in die Arme nehmen möchte, verkrampft sich in mir etwas und ich kann einfach nicht. Ich kann ihn nicht mal ansehen ohne dass ich weinen möchte."
Sie drückte sich vorsichtig von seiner Schulter weg. Ihre Augen waren glasig, als ob sie kurz davor war wieder zu weinen und Sirius fühlte, wie es an seinem Herzen zerrte, denn er war hilflos. Er konnte ihr nicht helfen.
„Ich konnte es schon mit Ron nicht. Ich war da, als er geboren wurde... Ich hab geholfen, aber... ich konnte ihn nicht länger halten. Und mit Harry ist es noch schlimmer. Ich habe Angst, dass ich so dunkel in mir drin bin, dass Babys mich deswegen abstoßen."
„Hör auf," sagte er sofort bestimmend. Mit einem Mal hatte er sie hart an ihren Armen gepackt. Die Wut hatte ihn übermannt und er hatte es auch nicht verhindern können. Erst als sie ihn nach wie vor so verletzt ansah ließ er wieder locker und strich vorsichtig über ihre Arme.
„Tut mir leid... Ich will nur nicht, dass du so was sagst. Du bist nicht -"
Er brach ab. Irgendwie fehlten ihm die Worte, um das auszudrücken, was gerade in ihm vorging. Er war nie großartig mit Worten gewesen und womöglich auch nicht mit Gesten. Ein Umstand, der es ihm nun noch erschwerte mit dieser Situation umzugehen.
„Wir könnten wieder abhauen," sagte er plötzlich und meinte es auch so. „Lass uns Apparieren. Weit weg von hier, wo uns keiner kennt. Wie damals. Nur du und Ich. Kein Voldemort, kein Cygnaius, kein Dumbledore. Nur wir zwei."
Ihre dunklen Augen starrten ihn einen Moment lang tief verletzt an, bevor eine Träne über ihre rechte Wange rollte. Sirius sah sie verwirrt an, hatte er doch erwartet, dass es sie glücklich macht und sie es genauso wie er wollte. Stattdessen strich sich Anna die Träne weg.
„Ich kann nicht," flüsterte sie leise.
„Wieso nicht? Prongs... Prongs und Lil werden es verstehen."
Sie schluckte hart und versuchte nicht ganz so zerbrechlich und traurig zu wirken. Sie riss sich zusammen und versuchte stattdessen wieder stark zu sein. Sie wollte es nie aussprechen, aber die Zeit lief ihr davon, dieser Tage schneller denn je.
„Wenn ich mich in nächster Zeit nicht von meinen Eltern lösen kann, dann höre ich auf zu existieren."
Sirius sah sie verständnislos und irritiert an, als ob er ihre Worte nicht verstanden hätte oder glauben würde, dass sie hier einen zynischen Witz mit ihm riss.
„Mein Herz wird aufhören zu schlagen und ich werde aufhören zu existieren," erläuterte sie ihre Worte fest und mit eindringlichem Blick, so dass er nun verstand, dass es nichts als die Wahrheit war.
James stand über dem Denkarium direkt gegenüber Emma Trelawney. Immer wieder mal warf er einen Blick zur Seite, um sicher zu gehen, dass Jilli noch ruhig schlief. Das einzige Licht kam von einer brennenden Kerze in der Mitte des Tisches neben ihnen. Es war weit nach Mitternacht und obwohl er müde war, so hätte er doch niemals Schlaf finden können. Zu viel ging ihm im Kopf herum, was ihn beschäftigte.
„Dies hier, Mr. Potter, wird die letzte Erinnerung sein, die ich dir zeige. Sie ist die Wichtigste und der Hauptgrund, weshalb wir uns heute Abend hier zusammengefunden haben."
Damit goss sie den silbernen Faden hinein und beide versanken aufs Neue in dem Strudel.
Sie befanden sich in der Hütte, Anna war verletzt und ließ sich von Emma Trelawney die Wunden am Arm bandagieren.
„Du bist eine sehr talentierte Hexe," sagte Trelawney sanft. „Aber dir fehlt es an Konzentration und Beherrschung. Meistere diese Zauber, die ich dir in den letzten Monaten beigebracht habe und du kannst die Ziele erreichen, die du dir vorgenommen hast. Bis auf das eine Ziel, dass kein Zauber richten kann. Allein du selbst bist dazu fähig."
Die Seherin stand auf und räumte alles wieder auf, was sie dazu benötigt hatte, um die Wunden der jungen Hexe zu versorgen. Anna sah traurig zu Boden, wusste sie doch genau, wovon hier die Rede war, von welchem Ziel gesprochen wurde.
„Anna war die letzten Monate hier, um Zauber zu erlernen?" fragte James irritiert. Trelawney nickte.
„In ihr fließt gleichmäßig viel dunkle Magie, wie auch weiße Magie. Sie ist weiß-magisch genug, um einen Patronus zu erzeugen und dennoch besitzt sie genug schwarze Magie, um die verbotenen Flüche zu benutzen. Ihr Cruciatus Fluch erzeugt denselben intensiven und grausamen Schmerz des dunklen Lords."
James Gesicht verfinsterte sich und er runzelte misstrauisch die Stirn. Es war für ihn nicht mal denkbar, dass diejenige, die er seit Ewigkeiten kannte und auch ohne zu zögern sein Leben anvertrauen würde, zu solch Grausamkeiten fähig sei, wie es sein größer Widersacher gewesen war.
„Die Zeit neigt sich dem Ende zu," sagte die Seherin zu der jungen Hexe, die nach wie vor in Gedanken versunken zu sein schien. „Du solltest die Frage nun stelle, um eine Antwort zu bekommen. Am Ende ist dies der Grund, warum du überhaupt geblieben bist, wo du doch jederzeit hättest gehen können, wenn du nur gewollt hättest. Jemand wie ich hätte dich niemals daran hindern können, noch wären die Worte deines Urgroßvaters dazu fähig gewesen. Es gibt nur eine Person, für die du das getan hast. Du kannst die Frage stellen. Ich werde dir eine Antwort darauf geben."
Anna sah schwach auf, ihr Blick aber war verschlossen.
„Was kann ich tun, um mich endlich von meinen Eltern zu lösen?"
Die Seherin schritt auf sie zu und setzte sich neben ihr auf die Couch nieder.
„Willst du leben, Miss White?" kam die Gegenfrage. Niedergeschlagen stellte James fest, dass die Antwort nicht sofort kam und das Zögern ließ ihn das Schlimmste erahnen.
„Warum willst du das dann dennoch?"
Wieder herrschte für einen Moment Stille.
„Weil es da jemanden gibt... der mich liebt und er bedeutet alles für mich."
„Sirius Black," sagte die Seherin sanft. Anna nickte langsam.
„Er will mich heiraten und ich kann nicht. In dem Moment, in dem ich es zulasse und ihn heirate, gehört auch er meinen Eltern."
„Dies entspricht in der Tat der Wahrheit. Du hast dich über diese Art deiner Zeugung sehr gut informiert."
Anna schüttelte frustriert den Kopf.
„Ich würde niemals sein Leben in meine Hölle mit hineinziehen. Meine Eltern haben das mit mir gemacht, aber ich werde nicht den Fehler machen und ihm diese Qualen auferlegen. Aber... er liebt mich."
„Und du liebst ihn ebenfalls."
Anna lachte traurig.
„Ich kann ihn nicht lieben, bevor ich nicht die Kontrolle meiner Eltern über mich gebrochen habe. Also? Wie breche ich es?"
Trelawney blieb still und schien eine Weile nachzudenken. James wandte sich traurig der Seherin aus der Realität zu.
„Deswegen kann Anna nicht sagen, dass sie ihn liebt und deswegen will sie ihn nicht heiraten," bemerkte er nun verstehend. „Weil sie ihn beschützt."
„Wie gesagt," wiederholte sein Gegenüber. „Es ist verboten Kinder auf diese Weise zu zeugen. Es ist grausam, einem unschuldigen Wesen dies anzutun."
Die Seherin aus der Erinnerung wandte sich nun wieder der jungen Hexe zu.
„Du musst zurück," sprach sie leise, woraufhin Anna sie verwirrt ansah. „Zurück zu deinen Eltern."
„Was?" schoss es verständnislos aus ihr heraus.
„Du willst dich lösen und du kannst dich nicht lösen, wenn du nicht alles weißt. Wissen bedeutet verstehen und nur wenn du es verstehst, kannst du handeln. Kehre zu deinen Eltern zurück, um zu wissen und zu verstehen."
„Okay," sagte Sirius und Anna fand sich plötzlich meterweit entfernt von ihm wieder. Er war aufgestanden und schritt nun aufgebracht im Raum auf und ab, bedacht darauf, die getrocknete Blutlache zu umgehen. „In dem Fall, lösen wir dich von deinen Eltern. So einfach ist das, nicht wahr? Was ist zu tun? Bücher durchlesen? Zutaten besorgen? Bis wann hast du genau Zeit? Longbottem soll helfen. Der hat doch genug Zeit. Und Moony und Wormtail sind auch sofort mit dabei. Brauchst du Prongs und Lilli? Wir -"
„Sirius."
Anna stand nun direkt vor ihm, so dass er mitten im Raum anhalten musste, weil er ihr nun gegenüberstand. Sie hatte ihre Hände um seine Arme gelegt, damit er da stehenblieb, wo er war und sie ihm verständlich machen konnte, was er gerade wirklich von ihr gehört hatte. Sie war sich sicher, dass er nicht das volle Ausmaß der Lage sah.
„Ihr könnt nichts tun. Weder Frank, noch Remus, Peter oder jemand anderes... Genau so wenig wie du etwas tun kannst."
„Dumbledore?"
„Ich bin die Einzige und... ich schaffe es einfach nicht."
„Wieso nicht?" fragte er verwirrt, gar ein wenig verständnislos. Sie schüttelte traurig ihren Kopf.
„Ich weiß es nicht," antwortete sie leise. „Ich schaff es einfach nicht. Ich hab es versucht. Seit über 5 Jahren... Ich versuche es und versuche es und... es klappt nicht. Sie haben Macht über mich und sie kontrollieren mich."
„Aber... Es muss doch etwas geben, was wir tun können?" fragte er verzweifelt. „An, bitte! Ich kann nicht Cygnaius, Prongs und dich verlieren."
„James?" fragte sie nun irritiert. „Du hast ihn doch nicht verloren."
Sirius seufzte schwer und endlich verstand sie, warum er mit keinem von ihnen reden wollte und warum er sich ausgerechnet in dieser Hütte eingeschlossen hatte.
„Sirius," sagte sie einfühlsam. „Du hast James nicht verloren. Er weiß, dass du keine Schuld an Cygnaius Taten trägst."
„Mein bester Freund ist stundenlang durch die Hölle gegangen und ich hab ihn dahin geschafft."
„Cygnaius hat dich benutzt," wiederholte sie weich, obgleich er alles andere als geduldig und verständnisvoll klang.
„Ich hätte es gar nicht erst soweit kommen lassen dürfen, An! Cygnaius kehrt nach Jahren von den Toten zurück und statt mich selbst zu fragen, wo er war oder was mit ihm passiert ist, nehm ich ihn einfach so wieder auf ohne jegliches Misstrauen. Nach allem was in den letzten drei Jahren passiert ist, möchte man meinen, dass Sirius Black endlich umsichtiger wird. Stattdessen legt er noch immer dasselbe rücksichtslose Verhalten an den Tag, was seinem besten Freund beinahe das Genick gebrochen hätte."
„Sirius, ich verspreche dir, James ist nicht wütend auf dich deswegen, noch gibt er dir irgendeine Schuld an dem, was passiert ist. Cygnaius allein trägt die Schuld daran."
„Er wäre nie so nah an ihn rangekommen, wenn ich ihm nicht geholfen hätte. Dieses Blut was hier liegt, das ist meine Schuld!"
Er wandte sich von ihr ab und lehnte sich an das Fenster ran. Sein Blick war nach draußen in die kalte Nacht gerichtet, in den tiefen Wald hinein, Hauptsache nicht in die Augen seiner Freundin. Anna atmete schwer aus, lehnte ihren Körper an seinen Rücken und schlang ihre Hände um seine Hüfte herum. Ihre Hände platzierten sich sanft auf seine Brust und sie presste ihren Körper bestimmend an seinen Rücken.
„Ich will dich nicht auch noch verlieren," sagte er leise ohne sie angesehen zu haben. Stattdessen beobachtete er die Tropfen, die gegen die Scheibe klatschten.
James tauchte aus dem Denkarium wieder auf und starrte eine Weile lang entsetzt in die Leere. Meinte die Seherin wirklich das, was er gerade glaubte? Er musste sich das nicht länger fragen, denn sie drückte dies mit Worten aus, nachdem sie sah, dass er es bereits begriffen, sehr wohl aber noch nicht verarbeitet hatte.
„Miss White muss zu ihren Eltern zurückkehren, um sich endlich zu lösen. Wenn sie ihr Leben retten will, muss sie dem Ursprung ihrer Gefühle auf den Grund gehen und das kann sie nicht, wenn sie fern ab, in ihrer wohlbehüteten Umgebung bleibt. Es gibt einen Grund, warum sie mit 11 Jahren den Fluch hatte fühlen können, obwohl das gar nicht hätte sein sollen. Sie muss es selbst herausfinden, um es zu begreifen."
James starrte sie fassungslos an.
„Das kann nicht ihr ernst sein. Zurück zu ihren Eltern? Sie haben mehr als nur einmal versucht ihre Tochter umzubringen. Das letzte Mal, als sie aufeinandertrafen, haben sie nicht mit der Wimper gezuckt und Voldemort ihr Einverständnis gegeben, ihre Tochter umzubringen. Anna ist so gut wie tot, wenn wir sie zu ihnen zurückschicken."
„Und sie ist so gut wie tot, wenn ihr das nicht tut. Ihre Zeit läuft ab."
Er hatte nicht aufgehört sie misstrauisch anzusehen und sein Vertrauen ihr gegenüber verschwand von Minute zu Minute mehr.
„Können sie mir garantieren, dass sie unbeschadet bleibt und heil und wohlauf zurückkehren wird?"
Emma Trelawney atmete schwer ein und wieder aus.
„Ich kann dir garantieren, dass sie stirbt, wenn du es nicht schaffst, sie dazu zu überreden, zu ihren Eltern zurückzukehren."
„Wieso ich?" fragte er entsetzt. Die Seherin schritt an ihm vorbei und zauberte das Denkarium zurück in ihren Wandschrank. Während er sich unruhig fühlte und ihm tausend Fragen durch den Kopf gingen, räumte sie ihr Haus auf, als sei dies ihr Alltag, nachdem man eine Wanderung mit einem anderen Zauberer durch sämtliche Erinnerungen durchgeführt hatte.
„Weil du der Einzige bist, der sie dazu überreden kann. Dir gegenüber vertraut sie, wie einst ihrem verstorbenen Bruder. Wenn du sagst, sie soll gehen, dann wird sie das auch tun. Noch zweifelt sie. Deine Bestätigung aber wird ihr die Kraft geben den Weg zu wagen."
„Ich werde sie nicht in den Tod schicken," sagte er eindringlich.
„Das tust du nur, Mr. Potter, wenn du sie nicht dazu bringst, zu ihren Eltern zurückzukehren. Sie muss alleine zu ihnen gehen. Ich weiß, dass du darüber nachdenkst mitzugehen, aber das darfst du nicht und auch niemand sonst. In die Höhle des Löwen, lassen sie nur ihresgleichen und Miss White ist eines ihrer Jungen."
Es verging nur einen Moment, bevor sich die Seherin versteifte und ihre Stirn runzelte. James sah sie besorgt an, denn auch wenn er sie erst seit einem Tag kannte, so war sie dennoch stets ruhig und besonnen. Es war das erste mal, dass er Angst in ihrem Gesicht las und aus einem ihm unbekannten Grund, beschäftigte ihn dies mehr als alles, was er an diesem Abend bisher erfahren hatte.
„Miss Trelawney?" fragte er vorsichtig, doch die Seherin begann noch verängstigter zu werden und schluckte schwer.
„Etwas Wichtiges verändert sich gerade," sagte sie mit zitternder Stimme. Erschrocken sah er zu, wie die Frau langsam zusammenbrach und zu Boden auf ihre Knie sank. James hatte nicht gezögert zu ihr hinzueilen, um zu helfen. Die alte Hexe zitterte am ganzen Körper als er versuchte sie zu stützen. Sie drückte seine Hand und starrte tief in seine Augen. Ein Umstand, der ihn für einen Moment lähmte, so viel Furcht war in dem Gesicht der alten Frau zu sehen.
„James Potter," sagte sie schwach. Ihre Hand wanderte zu seinem Gesicht und sie strich wie in Trance über seine Wange. Er war weder zurückgezuckt, noch hatte er versucht sie daran zu hindern. Stattdessen blieb er still und beobachtete sie mit merkwürdigem Ausdruck.
„Ich sehe nun zwei Wege in deiner Zukunft. Etwas, das gerade in diesem Moment passiert, hat die Tür zu allen anderen Wegen geschlossen. Etwas, dass deine Frau tut. Zwei Wege, Mr. Potter."
„Lilli? Was hat sie... ist sie in Gefahr?" fragte er panisch.
Die Augen der Hexe waren seltsam mitfühlend, doch James hatte keine Ahnung wie er damit umgehen sollte oder reagieren konnte.
„Mr. Potter," sagte sie leise, gar ein wenig sentimental. „Es tut mir leid, dass ich das nicht gesehen habe..."
„Was haben sie nicht gesehen?" fragte er. Ihr Ausdruck jagte ihm mit jeder Sekunde mehr Angst ein.
„Bitte, teile Professor Dumbledore mit, dass es mir leid tut. Aber die Tage, in denen ich ihm helfen konnte, sind nun abgelaufen."
„Abgelaufen? Wieso?"
„Weil ich das heute beenden werde," ertönte eine ihm sehr wohl bekannte weibliche Stimme von bevor James überhaupt reagieren konnte spürte er einen heftigen Windstoß, der ihn zur Seite beförderte und mit einem harten Stoß gegen die Wand auf dem Boden drückte. Während er versuchte sich wieder aufzurichten, sah er, wie die gefallene Phowlyris eine einzige Handbewegung ausführte und Emma Trelawney zu Boden fiel ohne sich weiter zu rühren. Ihre Augen waren geschlossen, aber James hoffte, dass sie nicht tot war.
Er hatte seinen Zauberstab gezogen, doch noch bevor er überhaupt dazu kam einen Zauberspruch zu sprechen wurde ihm seine Waffe wie von Geisterhand aus den Händen gerissen und zur Seite befördert. Es hatte Shanoba wieder nur eine leichte Handbewegung abgefordert. Eine erneute Bewegung und James spürte seinen Körper erstarren. Egal was er auch versuchte, er konnte nicht mal einen Finger bewegen. Stattdessen zog sich etwas durch seine Venen, was ihm ein schmerzvolles Keuchen entriss und je länger es anhielt, umso schlimmer wurde der Krampf. Sie schritt zwar auf ihn zu, blieb jedoch neben ihm stehen. Statt sich zu ihm hinabzuknien, musterte sie ihn arrogant von oben.
„Keine Sorge, Black Heart. Noch ist deine Zeit nicht gekommen. Aber du solltest besser auf die anderen beiden Black Hearts aufpassen."
„Lassen sie Lilli und Anna in ruhe!" zischte er unter großer Anstrengung.
„Hm... und was wenn nicht?" reizte die Phowlyris überheblich. Sie fuhr mit ihrem Zeigefinger unter sein Kinn als Zeichen, dass sie in diesem Moment alles hätte mit ihm machen können ohne dass er sich wehren hätte können.
„Werde ich sie persönlich wieder in einen der Steine einsperren, auf das sie da drin verrotten," sagte er mit festem Blick und es war eine große Genugtuung für ihn tatsächlich ein Funken Furcht in ihren Augen bei diesen Worten zu erkennen. Auch wenn es nur für einen Augenblick war und sie dies sofort wieder hinter einer Maske verstecken konnte, so wusste er nun, wie sie mit ihr verfahren konnte und was ihr Schwachpunkt war.
Shanoba schmunzelte listig.
„Fordere mich nicht heraus, Black Heart. Das ist ein gefährliches Spiel und du bist viel zu jung, um überhaupt ansatzweise eine Chance zu besitzen zu gewinnen. Alle Phowlyris folgen mittlerweile mir. Sollte mir zu Ohren kommen, dass du auch nur versuchst an einen der noch existierenden Steine von White Sea heranzukommen, werde ich nicht zögern wieder bei dir aufzutauchen und dir das Leben zur Hölle zu machen. Dir und deiner kleinen Familie."
Sie zögerte eine Sekunde und sah ihn eindringlich an. Dann jedoch bildete sich erneut ein Schmunzeln in ihrem Gesicht.
„Und nur damit du weißt, zu was ich fähig bin, gebe ich dir hier einen kleinen Vorgeschmack."
James verlor nur einen Augenblick später das Bewusstsein.
„Daddy? Daddy wach auf! Daddy!"
Es war die Stimme seiner Tochter, die ihn aus der Dunkelheit zurück in die Wirklichkeit riss. In dem Moment, in dem er die Augen öffnete, sah er sich schockiert einem Flammenmeer entgegen. Alles stand unter Feuer um ihn herum.
„Jilli?!" rief er panisch. Er bemerkte erleichtert, dass sich sein Körper wieder rühren konnte und er sprang ohne zu zögern auf die Beine. James sah sich suchend um, doch die Flammen waren überall und behinderten seine Sicht. Der Rauch raubte ihn langsam die Luft zum atmen.
„Jilli, wo bist du?!"
„James? James, wo bist du?!" Es waren bekannte Stimmen, die nach ihm riefen. Durch die hohen Flammen sah er die Prewett-Brüder und sie versuchten zu ihm durchzukommen. Es war so gut wie unmöglich, so widerspenstig brannte das Feuer um ihn herum.
„Jilli?!" rief er erneut laut in der Hoffnung sie irgendwo zu sehen und dann -
Daddy, mir geht's gut. Bitte lauf! Du musst hier raus!
Es war der Bruchteil einer Sekunde, in der Panik in ihm hochkroch, als er plötzlich von hinten gepackt und durch den dunklen Rauch gezogen wurde. Alles verlief zu schnell, als dass er es wirklich verstand. Das gesamte Dorf stand in Flammen, selbst als er an die frische Luft gedrückt wurde, brannte die Hitze in seiner Kehle. Gideon und Fabian Prewett hatten ihn mit sich weiter gezogen bis sie raus aus dem Dorf kamen, wo die anderen bereits gewartet hatten. Remus und Peter waren als erstes zu ihm gerannt und fragten, ob er okay sei, doch James hatte sie nur kurz angesehen, sein Blick aber wanderte zurück zu dem Dorf, welches in riesigen Flammen stand und dabei war Lichterloh zu brennen.
Jeglicher Zauber hätte nichts mehr gebracht, hätte das Feuer niemals rechtzeitig gelöscht und so blieb der Gruppe nichts anderes übrig, als abzuhauen, bevor die Auroren des spanischen Zaubereiministeriums ankamen und sie hier entdeckten.
„Was ist passiert?" fragte er entsetzt. Die Gruppe saß in einem abgelegenen Waldstück, die Stimmung mehr als nur schlecht. Jeder von ihnen war bedrückt, schockiert, einfach fassungslos. Das Dorf existierte seit Generationen und nun war es innerhalb eines Momentes zerstört worden.
„Todesser," antwortete Meadowes. „Plötzlich waren sie überall und haben Feuer gelegt. Es waren viel zu viele. Die Einwohner sind sofort weggerannt als die Panik ausbrach. Die Todesser haben sie nicht daran gehindert. Es ging ihnen offenbar nur darum, das Dorf niederzubrennen. Und sie haben ihr Ziel erreicht."
„Wozu das Ganze?" fragte Peter fassungslos. Er zitterte am meisten von ihnen allen und war der Einzige, der seine Angst nicht abstellen oder verstecken konnte, wie all seine anderen Kollegen.
„Um der Welt zu zeigen, zu was er fähig ist," antwortete Meadowes kopfschüttelnd. „Node Village war ein Kulturgut für die Zaubergemeinschaft. Es stand seit jeher für das Gute, zu was weiße Magie im Stande war."
„Was ist mit der Seherin?" fragte er an die Prewett-Brüder gewandt. Fabian schüttelte hoffnungslos den Kopf und Gideon seufzte schwer.
„Tut mir leid, James. Sie war schon tot als wir herein kamen."
„Dann hat Shanoba sie wirklich getötet," sagte er fassungslos. Ein schwerer Stein hatte sich auf sein Herz gelegt. Sie hatte ihren Tod kommen sehen...
„James, geht's dir gut?" fragte Meadowes, woraufhin er überrascht wieder zurück zu der Gruppe blickte.
„Ja... Ja, klar," antwortete er bedrückt.
„Wirklich?"
„Ja, mir geht's gut. Wir sollten zurückgehen."
Ohne auf eine Antwort gewartet zu haben war der Marauder aufgebrochen und in Gedanken versunken hatte er den Rückweg nach London angetreten. Remus und Peter hatten nicht gezögert ihrem Freund sofort zu folgen und nur wenige Sekunden später waren auch die Prewett-Brüder und Meadowes ihm gefolgt.
James ging vieles im Kopf herum. Er musste schnellstens zurück nach London und nach Lilli sehen. Etwas war mit ihr passiert und er musste sichergehen, dass es ihr gut ging. Gleichzeitig sah er sich auch immer wieder um, denn er war auf der Suche nach Jilli. Folgte sie ihnen unbemerkt? Er wollte sie auf keinem Fall irgendwo zurücklassen, doch das merkwürdige war, dass er ihre Nähe fühlen konnte und sich daher auch ziemlich sicher war, dass sie sich irgendwo bei ihnen befand.
Und dann spuckte auch noch die Situation um Anna in seinen Gedanken umher. Sollte er sie wirklich dazu überreden zu ihren Eltern zurückzukehren? Die Seherin war nun tot und James glaubte nicht, dass alles was sie ihm mitgeteilt hatte, ein Versuch war Voldemort zu helfen. Er glaubte daran, dass sie wirklich ihnen helfen wollte, nur war es das Beste? War er dazu bereit das Leben seiner besten Freundin zu riskieren, um dasselbige zu retten?
Die Gruppe hatte auf ihrem Rückweg eine Pause eingelegt und James nutzte die Gelegenheit um seine Patronus nach England mit einer Nachricht zu schicken. Er hoffte, dass es rechtzeitig ankommen würde. Nachdem er sicher gegangen war, dass er außer Sichtweite der Gruppe war, rief er leise nach seiner Tochter. Das Mädchen war nur eine Sekunde später aufgetaucht und scheu auf der Wiese stehen sah aus als ob sie nicht wüsste, was sie tun durfte und deswegen ganz vorsichtig mit der Hand winkte. James lächelte sanft, ging die wenigen Schritte auf sie zu und beugte sich zu der Kleinen hinab. Er strich ihr sanft mit der Hand über die Haare und sah sie warmherzig an.
„Für die Zukunft müssen wir dringend Regeln aufstellen, wie wir uns in Gefahrensituationen zu verhalten haben."
Jilli konnte nun ebenfalls wieder lächeln und sah ihn erleichtert an.
„Also hast du mich noch lieb?" fragte sie leise und James zuckte verwirrt zurück.
„Natürlich! Wieso sollte ich auch nicht?"
„Ich konnte dich und die Seherin nicht beschützen..."
„Das ist auch nicht dein Job," sagte er sanft und strich ihr erneut liebevoll über die Haare. Er sah sie eindringlich mit einem Lächeln im Gesicht an.
„Du hast mich aber doch deswegen bei dir aufgenommen?" fragte sie verwirrt und blinzelte schüchtern. Wieder zuckte James zurück.
„Nein!" sagte er sofort und war bedacht darauf nicht zu laut zu sprechen, um das Mädchen nicht zu verschrecken.
„Du bist unsere Tochter und es ist nicht dein Job uns zu beschützen. Es ist mein Job euch zu beschützen..."
Jilli sah ihn gerührt an und lächelte aufs Neue scheu. James konnte nicht anders als zu schmunzeln.
„Nur mach ich im Moment kein guten Job. Deine Mum ist in Gefahr und ich kann ihr nicht helfen. Ich kann nicht bei ihr sein..."
„Ich kann helfen," sagte Jilli und zupfte an seiner Schulter, um die Aufmerksamkeit ihres Vaters zurück auf sich zu lenken. Er runzelte die Stirn und sah sie irritiert an.
„Ich kann bei ihr sein. Ich geh zu Mammi und helf ihr! Hab dich lieb, Daddy."
Und noch bevor James etwas sagen konnte, hatte Jilli ihm einen lieben Kuss auf die Wange gegeben und war im nächsten Augenblick weg, noch bevor er ihr nachrufen konnte.
„Jilli?!" fragte er vorsichtig, aber weder tauchte das Mädchen auf, noch spürte er ihre Nähe. Sie war weg.
Müde und erschöpft setzte er sich auf die Wiese nieder und starrte in die Leere. Sein Herz pochte schmerzhaft und alles in ihm fühlte sich seltsam kalt an, als ob er mit dem Schlimmsten rechnete.
„Wie geht es dir?" fragte Meadowes. Überrascht wandte er sich zur Seite und sah die Aurorin neben ihm stehen. Auch sie starrte gedankenverloren in die Ferne. James schüttelte frustriert den Kopf.
„Was wird nun aus all den Zauberern und Hexen aus Node Village?"
„Sie werden ein neues Zuhause finden," antwortete Meadowes sanft. „James -"
„Sag es nicht," stieß er plötzlich aus. Er wusste was sie sagen wollte, aber das wollte er einfach nicht hören. Mittlerweile war er es satt, dass es immer für alles eine Erklärung, Ausreden oder Rechtfertigungen gab und er wollte es einfach nicht mehr hören. Meadowes war eine gute Freundin seiner Eltern gewesen und er kannte sie von klein auf, genauso wie er glaubte Cygnaius gekannt zu haben, oder Melissa, sein Großvater, sogar seine Eltern hatten ihn mehr als nur einmal belogen. Noch war er nicht bereit allen zu vergeben und zu vergessen, wenn es ihm auch durchaus wurmte, dass Anna offenbar relativ schnell verzieh, was sie alle ihr angetan hatten.
Meadowes nickte verstehend, wenn sie auch frustriert über seine Reaktion war.
„Auch wenn du es nicht hören willst," fuhr sie nach einer Weile bestimmend fort, wenn auch ihr Blick weiterhin in die Ferne gerichtet war. Genauso wenig hatte sich James der Aurorin zugewandt als sie sprach.
„Wir machen alle Fehler. Manche werden wir uns ein Leben lang nicht verzeihen, weil ihre Folgen untragbar sind und grausam erscheinen. Ich habe dein Vertrauen verloren und damit werde ich leben müssen. Dennoch hoffe ich, dass du weißt, dass wenn du je meine Hilfe benötigst, du nicht zögern solltest, mich aufzusuchen. Ich werde sofort zur Stelle sein."
Sie wartete einen Moment, ob eine Reaktion von ihm kam, dann drehte sie sich ab und wollte gerade wegschreiten als James sich rührte.
„Warum?" fragte er plötzlich. Meadowes blieb stehen und wandte sich ihm wieder zu. Sie atmete tief ein und wieder aus, um sich zu beruhigen, bevor sie schließlich antwortete.
„Dein Vater hat mir etliche Male mein Leben gerettet. Ohne ihn wäre ich nie die Aurorin, die ich heute bin. Als es darauf ankam, habe ich jedoch versagt und konnte ihn nicht schützen. Das Mindeste, was ich tun kann ist mich nun zumindest für die Sicherheit seines Sohnes einzusetzen."
Sie schluckte hart und sah ihm tief bedrückt in die Augen.
„Es tut mir leid, dass ich nicht auf deinen Vater aufgepasst habe. Ich bin Schuld, dass er gestorben ist, denn ich hätte ihn an jenem Tag zur Seite stehen sollen."
James nickte lediglich kurz als Zeichen, dass er es gehört hatte, drehte sich dann jedoch wieder weg und starrte wieder in die Leere. Meadowes ahnte, dass keine weitere Reaktion von ihm kommen würde und so kehrte sie gesunkenen Hauptes zu den anderen zurück. Er schloss seine Augen und versuchte sich innerlich zu beruhigen. Er wollte es nicht hören und er wusste auch genau warum. Es nun zu wissen machte nichts besser. Es machte alles nur noch schlimmer. Früher hielt er Auroren für stark, hielt sie für Helden, was er auch über seinen Vater dachte. Heute sah er nichts als Schwächen bei ihnen allen. Und mit jeder neuen Schwäche sank in ihm die Hoffnung, dass sie stark genug waren, um Voldemort in seine Schranken zu weisen, den die Wahrheit war, dass er immer stärkere und neue Verbündete hinzugewann, während sie einen nach dem anderen verloren.
James Patronus hatte Anna und Sirius am frühen Morgen erreicht und wachgerüttelt.
Lilli ist in Gefahr. Ihr müsst schnellstens zu ihr gehen.
Und beide hatten nicht gezögert sofort aufzubrechen und die Hütte wieder zu verlassen. Es dauerte nicht lange, da hatten sie das Potter Haus erreicht.
„Lilli?!" rief Anna, doch sie bekam keine Antwort.
„Lil?!" rief Sirius und eilte in das obere Stockwerk. Anna sah sich unten in jedem der Räume suchend um, bis sie ein Babyweinen vom Garten aus hörte und hinaus eilte. Harry lag alleine mitten auf der Wiese auf dem Rücken.
„Hey, Harry," sagte sie sanft und hatte sich zu ihm hinabgekniet. Das Weinen hörte in der nächsten Sekunde auf und der Kleine streckte Arme und Beine nach der jungen Hexe aus.
„Sirius?!" rief sie ins Haus zurück in der Hoffnung, dass er sie gehört haben möge, aber der Marauder erschien nicht in der Terassentür. Das Baby quietschte und streckte weiter die winzigen Hände nach ihr aus. Sie zögerte eine weitere Sekunde, bevor sie vorsichtig mit ihren Händen an seine Hüfte fuhr und ihn hochhob. Harry hatte nicht gezögert sich an ihr festzukrallen. Die junge Hexe trug den Kleinen mit sich in das Wohnzimmer zurück und blieb stehen als Sirius die Treppen heruntergehüpft kam.
„Nichts – Hey! Da ist ja mein Kleiner."
„Etwas ist passiert," sagte sie besorgt und reichte ihm das Baby, so dass Sirius gar keine andere Wahl hatte, als ihn zu halten. „Lilli hätte Harry niemals schutzlos da liegen gelassen. Er lag alleine im Garten."
„Todesser?" fragte Sirius finster, aber Anna schüttelte den Kopf.
„Sie hätten Harry nicht am Leben gelassen."
„Was dann?"
Anna aber schüttelte erneut den Kopf. Harry sah nicht verängstigt aus oder beunruhigt, woraus sie schloss, dass es kein normaler Angriff war oder er seine Mutter in einer Gefahrensituation gesehen hatte. Sie war sich sicher, dass er sonst viel aufgewühlter gewesen wäre.
